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Koenigsegg Fahrleistungsberechnung

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Ich habe mich auf die Bitte von Darkshark90 hin mal mit den Fahrleistungsdaten des Koenigsegg CCXR beschäftigt. Ds90 wollte wissen, wie schnell dieses „Oeko“-Geschoss beschleunigt, weshalb er mich mit den SportAuto Testwerten des CCR eingedeckt hat, welche ich durch Cessna’s Kalkulator jagte.

Grundsätzlich möchte ich hierzu mal kurz meine persönliche Meinung loswerden. In letzter Zeit lesen wir vermehrt von Supercars, welche immense Leistungswerte und noch viel fantastischere Fahrleistungsdaten aufweisen. Losgetreten wurde diese Schlacht von VW, bzw. Bugatti mit dem Veyron, welcher sich nun sämtlichen „Gegnern“ zu stellen hat. Irgendwann wird es einen schnelleren geben und sei es nur als Concept-Car, das ist eine logische Folge der technischen Entwicklung. Ähnlich wie der McLaren F1 wird jedoch auch der Bugatti in seiner Zeit als Gesamtmeisterwerk ungeschlagen bleiben, ob jetzt ein Nischenhersteller über 407km/h erreicht oder nicht. Fakt ist, dass die Perfektion eines Veyron von diesen nie erreicht werden wird, egal wie sehr sie sich auch anstrengen werden. Hierfür spielen auch die finanziellen Mittel eine tragende Rolle, sei es für das technisch Machbare als solches, wie auch die entwickelnden Superhirne welche allesamt ein Vielfaches normaler Gehälter einstreichen. Nischenhersteller bringen es normalerweise nämlich, wenn überhaupt, gerade mal auf eine Person mit entsprechender Reputation.

Den Kalkulator von Cessna habe ich bisher schon unzählige Male eingesetzt und er hat sich immer als äusserst genau erwiesen. Das merkt man, wenn man sämtliche relevanten Daten zur Verfügung hat und die errechneten Fahrleistungsdaten bis auf wenige Zehntel mit den Testwerten übereinstimmen. In letzter Zeit war ich jedoch immer frustrierter, weil die getesteten Fahrzeuge (fast ausnahmslos Supersportler) immer deutlich langsamer als die errechneten Daten waren. Ich durchforstete das Netz in der Hoffnung, von den entsprechenden Herstellern abweichende, getestete Daten zu finden was leider fehlschlug. Nach einem interessanten Telefonat mit Cessna kam ich der Problematik auf die Spur, das heisst, Cessna konnte mir Fakten liefern, welche auch einer genaueren Prüfung standhalten. Ich begann bei Fahrzeugen aus den 80ern und rechnete mich durch unzählige Testbeispiele bis hin zu den aktuellen Modellen. Erstaunlicherweise waren die Abweichungen bei den älteren Fahrzeugen deutlich geringer was mich zur (leider traurigen) Annahme veranlasst, dass in der heutigen Zeit das Tuning leider nur allzu oft auf dem Papier stattfindet denn in der Peripherie des Fahrzeuges an sich. Will heissen, die Hersteller wie auch die Tuner nehmen es mit den publizierten Werten vielfach nicht so genau. Und zwar quer durchs Band! Und nur weil ein Motor auf dem Prüfstand einmal die entsprechende Leistung erbracht hat heisst das nicht, dass es der Serienmotor auch tut (normale Streuung mal ausgeschlossen). Ein Motor hat in der Serie nämlich nicht nur Leistung zu erbringen sondern sollte auch noch wirtschaftlich sein und vor allem halten. Dazu ein konkretes Beispiel:

Bei der Kontrollrechnung des Koenigsegg CCR stellte sich einiges heraus welches ich im Vorfeld nicht erwartet hatte. Da ich der Richtigkeit halber nicht einfach nur mit einem Trockengewicht (1’180kg) rechnen wollte, suchte ich nach den Fülldaten von Tank, Ölwanne, Schweibenwischwasser, Kühlwasser, Freon.. sowie den spezifischen Gewichten dieser Flüssigkeiten. Man mag mir jetzt vorwerfen ich sei kleinlich. Richtig! Allerdings ist jede Rechnung nur so gut wie die Ausgangsdaten, deshalb dieser Weg. Ich kam auf ein Gewicht gemäss EU von etwas mehr als 1’360kg (Fahrbereit,. 90% vollgetankt, inkl. 75kg Fahrer). Lustigerweise wurde dieses Fahrzeug von SportAuto gewogen: 1’418kg exklusiv Fahrer! Jetzt filtert sich langsam etwas heraus, immerhin sprechen wir hier von 150kg mehr Masse als angegeben!

Nun haben wir noch ein weiteres Problem und zwar die Aerodynamik. Entweder hat ein Fahrzeug einen niedrigen CW und eine hohe Vmax (z.B. Opel Calibra) oder es generiert über die Karosserie einen Abtrieb welcher dadurch erzielt wird, indem man Teile so in den Wind stellt, dass der auftreffende Fahrtwind die Fuhre nach unten drückt. Dies natürlich zu Lasten der Topspeed (weitere Ausführungen dazu hier: Bitte etwas runterscrollen, nach Zitat). Da der CCR nun einen Heckflügel hat, wird der vom Werk genannte Wert von 0,297 natürlich deftig verfehlt. Vorsichtig geschätzt dürfte er sich eher bei 0,35 bis 0,36 einpendeln. Zum Vergleich: die Rennversion stemmt sich mit einem CW von 0,4 bis 0.45 gegen den Fahrtwind.

Jetzt haben wir nur noch ein Problem: Ganz offensichtlich ist der gemessene CCR nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, ansonsten er nämlich eine ganze Sekunde schneller auf 200 beschleunigen sollte!

Nach x Versuchen erreicht mein „Rechen-CCR“ nun doch noch die Testresultate. Die grosse Ernüchterung: Leistungsmässig war das SportAuto Exemplar leider nur mit etwa 645PS bewaffnet und somit sicher weit unter den theoretischen Möglichkeiten. Schade! Dass die Tester trotzdem voll des Lobes über die gebotene Performance waren lässt nur den (bereits obenerwähnten) Schluss zu, dass andere Hersteller mit ihrer Leistung ebenfalls eher hochstapeln.

Beispiel gefällig? Warum kann sich ein 500PS Gallardo in der Längsdynamik nicht so extrem von einem Porsche GT3 absetzen wie man das angesichts der nackten Daten erwarten würde? Das alleine durch andere Fakten erklären zu wollen erscheint schwierig. Dass ein Elfer schon durch die Konstruktion (Motor/Getriebe/Achse) verhältnismässig wenig Leistung vom Motor bis zum Rad verliert ist bekannt, dass die Testwagen gut gehen auch, trotzdem reden wir hier von einer Differenz von ca. 100PS. Des Weiteren beschleunigten die ersten Test-Gallardos in 13,x Sekunden auf 200, der SL hingegen verliert trotz Mehrleistung und Mindergewicht deftig Zeit. Tendenziell werden solche „Mängel“ in den Testen einfach mit irgendwelchen „Fakten“ schöngeredet. Das jedoch nur am Rande, ich will hier schliesslich keine diesbezügliche Diskussion anstossen. :wink:

Koenigsegg leiht seine Motoren auch an LeBlanc aus welche dort in einem Sportprototypen mit Strassenzulassung verbaut werden. Bezeichnenderweise hat LeBlanc den Wert ihrer Koenigsegg-Motoren von 806PS auf „more than 700 bhp“ korrigiert. Wurde da eventuell nachgemessen? Ein Schelm, wer dabei böses denkt..

Trotzdem werde ich den Verdacht nicht los, dass den Testern hierbei ein „CC8 S“ Aggregat untergejubelt wurde (655PS).. :wink:

Ein weiteres Indiz für meine Theorie besteht darin, dass der fantastische McLaren F1 in den Fahrleistungen im Vergleich nicht nur sehr gut dasteht sondern den CCR in den höheren Geschwindigkeitsbereichen sogar überflügelt. In der Beschleunigung auf 200 nehmen sich die beiden Kontrahenten nichts. Auf 100 gewinnt der F1 mit 4 Zehnteln, auf 200 mit deren 2. Da wird es je nach Fahrer und Messbedingungen kleinere Verschiebungen geben. Ab 200 und damit in dem Bereich, in dem die Aerodynamik stark zum tragen kommt, sieht man verstärkt Verschiebungen zu Gunsten des F1. Während dieser in (gemessenen und berechneten) 28 Sekunden auf 322km/h beschleunigt, benötigt der CCR deren 31,8. Da meine Berechnungen des CCR bis deutlich über 270km/h und jene des F1 sogar bis über 320km/h jeweils mit Testresultaten übereinstimmen, gehe ich stark davon aus, dass die 645PS als Leistungsangabe realistisch sind! Dass der F1 ab 200 schneller ist, liegt vor allem am besseren CW von 0,32.

Eine weitere Problematik stellte sich mir bei den Getriebeabstufungen. Da ist sich Koenigsegg offenbar selbst noch nicht sicher, was man anbieten soll. Dass man für Vmax-geile Kunden einen längeren 6. Gang anbietet (0,711 statt 0,733) kann ich nachvollziehen. In den mir vorliegenden Tests wurde jedoch jeweils eine längere Gesamtübersetzung (3,36) gefahren, welche seitens Koenigsegg bei gewissen Modellen nicht publiziert wird. Gemäss deren Spezifikationen wird das Getriebe mit 3,545 gesamtübersetzt, weshalb ich jeweils mit beiden Übersetzungen gerechnet habe wobei die Unterschiede zum Teil sehr gering sind, da die Getriebeabstufungen nicht extrem differenzieren. Die Unterschiede der Fahrleistungen bei differenten 6. Gängen kann man hier getrost vernachlässigen.

Des Weiteren gibt es in den Beschleunigungszeiten gegenüber dem Test kleine Differenzen, das rührt daher, dass die Tester die Gänge natürlich nicht bis in den Begrenzer gedreht haben, was voraussetzt, dass ein paar km/h früher geschaltet wird und damit die Schaltzeit das Resultat etwas verfälscht. Ist erstmal der nächste Gang drin (Schaltzeit 0,6 Sekunden), sind Rechen- und Testfahrzeug wieder gleichauf.

Diese ganze Litanei sollte als Erklärung für die untenstehenden berechneten Fahrleistungen des Koenigsegg CCXR dienen. Man darf davon ausgehen, dass sie realistisch sind. Als Abrundung zu obigem Text poste ich ebenfalls die errechneten Fahrleistungen des Koenigsegg CCR wenn er denn 806PS auf die Kurbelwelle stemmt.

Und nun viel Spass:

Koenigsegg CCR (kurz und lang möglich) / CCX (nur kurze Übersetzung) mit 645 PS

Übersetzung lang / kurz

0-100: 3.82 / 3.82

0-120: 4.54 / 4.50

0-140: 5.37 / 5.32

0-160: 6.36 / 6.94

0-180: 8.21 / 8.08

0-200: 9.59 / 9.45

0-250: 15.13 / 14.88

0-300: 24.89 / 24.30

0-350: 67.13 / 67.59

0-400m: 11.07 mit 217.7 km/h / 11.06 mit 219.4 km/h

0-1000m: 19.66 mit 281.3 km/h / 19.64 mit 279.4 km/h

Vmax: 351.6 km/h / 352.2 km/h

Koenigsegg CCR (kurz und lang möglich) / CCX (nur kurze Übersetzung) mit 806 PS

Übersetzung lang / kurz

0-100: 3.82 / 3.82

0-120: 4.48 / 4.48

0-140: 5.16 / 5.15

0-160: 5.93 / 6.69

0-180: 7.53 / 7.63

0-200: 8.59 / 8.68

0-250: 12.88 / 12.94

0-300: 19.56 / 19.49

0-350: 31.18 / 33.06

0-400m: 10.76 mit 230.8 km/h / 10.87 mit 222 km/h

0-1000m: 18.84 mit 294.7 km/h / 18.99 mit 295.9 km/h

Vmax: 379.3 km/h / 378.8 km/h

Koenigsegg CCXR mit 1'018 PS (eigene Übersetzung)

0-100: 3.82

0-120: 4.48

0-140: 5.14

0-160: 5.82

0-180: 7.21

0-200: 8.05

0-250: 11.45

0-300: 15.35

0-350: 23.04

0-400: 48.04

0-400m: 10.57 mit 247.3 km/h /

0-1000m: 18.11 mit 325.3 km/h /

Vmax: 409.3 km/h

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torus
Geschrieben

Hoi Thomi

Danke für die Mühe sehr intressant das ganze! :-))!

Wie Du schon gesagt hast, wird mit den "einmal" erreichten Ergebnissen,

gar nicht extakt gearbeitet.

Mich persönlich würde dies extrem stören, wäre ich Besitzer eines Koenigsegg

wie im Beispiel. Wer würde dies schon nicht stören wohl klar.

Was bei den Amerikanischen Tunern zu schätzen ist, die Tatsache das RWHP praktisch immer gemessen wird! Beispiel TT Gallardo von Heffner ... 800 PS Motorleistung und 709 RWHP! Was eine echte Hammerleistung ist. Jeder von Euch weiss, wie dieses Ding abgeht!

Wieso man sonst die Daten über die leichte Schulter nimmt, wie in den von Dir genannten Beispielen ist mir auch ein Rästel.

Einzige Gründe:

- Man wollte den Testern nicht ein 806 PS Motor zur Verfügung stellen, weil die Angst zu gross war, dass Defekte entstehen könnten etc. dies wäre sicherlich ein schlechtes Image für die Marke.

- Koenigsegg weiss von den Problemen und hat den Motor einfach "gezähmt". Damit die Motoren Zuverlässig bleiben. Habe von vielen Problemen von Koenigsegg bereits gehört.

Anderseits sollte man dies auch offenlegen, denn die glücklichen Kunden, geben nicht gerade wenig Geld für so ein Geschoss aus.

Die 1018 PS Rakete könnte jedoch ein echter Gegner des Veyron werden. Wenn er dann wircklich 1018 PS erreicht! Das werden wir sicherlich bald sehen.

DarkShark90
Geschrieben

Erstmal vielen Dank für die Riesenarbeit.

Mittlerweile glaube ich auch nicht mehr daran, dass der Koenigsegg aus dem Supertest 806PS hatte. Woran das liegt weiß ich leider auch nicht. Fest steht, dass bessere Beschleunigungswerte hätten erreicht werden müssen, zumal fast Perfekte Bedingungen für die volle Leistungsentfaltung des Aggrerats geherrscht haben: 8°C Lufttemperatur sind für einen Kompressormotor eigentlich sehr gut.

Woran die mangelnde Performance des Supertest CCR vielleicht gelegen haben könnte, ist zum einen die Asphalttemperatur von nur 10°C. Mit über 20°C ware vielleicht mehr Grip und weniger Zeit drin gewesen. Allerdings wurden bestimmt mehrere Beschleunigungsversuche durchgeführt und somit die Reifen auf Temperatur gebracht. Womit wir vielleicht beim nächsten Grund wären. Werden die 8 Disziplinen des Supertests in der im Magazin aufgelisteten Reihenfolge durchgeführt, finden die Beschleunigungsmessungen nach der Nürburgring und nach der Hockenheim Session statt. Somit kann es sein, dass die Reifen nach mehreren schnellen Runden Hockenheim und Nordschleife den größten Teil ihres Profils auf den 20,6 bzw 2,6km wortwörtlich liegen gelassen haben und es somit bei den Beschleunigungsmessungen an Grip gefehlt hat.

Das nur der Motor des super-getesten CCR nach unten streut, halte ich für sehr unwahrscheinlich, da der graue Vorführ CCX in der Evo ebenfalls ganze 3,9s für den Sprint auf 100km/h gebraucht hat.

Allerdings war ebendieser CCX, der die gleiche Zeit für den 0-100km/h Sprint gebraucht hat und somit laut Forex's Berechnungen ca. 650 PS haben dürfte bei Top Gear auf dem Kurs 0,8s schneller als der Pagani der eigentlich 602 PS haben sollte und auch schneller als der in 1. Linie für die Rennstrecke abgesimmte MC12 mit 630PS. Der CCX war sogar 1,4s schneller als der Ferrari Enzo. Soweit dürfte das Forex's These bestätigen, dass alle Hersteller mehr Leistung angeben, als Tatsächlich vorhanden ist.

Aber jetzt kommts: Der CCX war auf dem kleinen Topgear-kurs auch 2,2 Sekunden schneller als ein Carrera Gt. Und bei Porsche kann ich es mir kaum vorstellen, dass sie mehr Leistung angeben, als vorhanden ist. In einem anderen Thread haben sich 2 Carrera GT Besitzer (Unter anderem K-L-M) über die exakt gleiche Performance ihrer CGTs gewundert, woraus ich schließe, dass die CGT Motoren so gut wie nicht streuen.

Jetzt stellt sich mir die große Frage: Wo steckt der schwarze Peter im Koenigsegg?

-Warum erreicht er nur Beschleunigungswerte als hätte er einen 650PS Motor?

-Und Warum ist das gleiche Fahrzeug auf einem Kleinen Kurs (Schätzungsweiße zwischen 2 und 3km) 2,2s schneller als ein Auto, bei dem als gesichert gilt, dass es 612PS hat.

Und jetzt kommt das beste:

Der von Top Gear getestete CC8S (mit offiziell 655PS) erreichte eine Rundenzeit von 1:23,9. Der Von Top Gear gestete anthrazitfarbene CCX mit offiziell 806 PS, der in der EVO aber nur die Beschleunigung eines 650PS Autos erbracht hat, erreichte eine 1:17,6. Das sind 6,3 Sekunden Unterschied:-o !

Welche Leistung hatte dann dieser CC8S wirklich? Hatte der CCX bei Top Gear doch die vollen 806PS? Aber warum war er dann in der EVO nicht schneller? Oder wurde der CC8S geschont und nicht am Anschlag gefahren? Dies kann ich mir kaum vorstellen bei Top Gear.

Was auch erstaunlich ist:

Der Koenigsegg CCX ohne Spoiler (für die Rundenzeit von 1:17,6 wurde er nach einem Crash nach Schweden geschickt um einen Spoiler zu montieren) erreichte bei Top Gear auf der Landebahn des Testflughafens eine Höchstgeschwindigkeit von 309km/h - dann war kein Platz mehr.

Der Lamborghini LP640 erreichte trotz höherem Gewicht und "nur" 640PS auf der selben Geraden allerdings 331km/h. Nur wegen der besseren Traktion auf Grund des Allrads? - wohl kaum!

Also doch mangelnde Leistung des CCX, aber warum dann die Top-Rundenzeit mit dem gleichen Fahrzeug:???:

Fragen über Fragen, die wahrscheinich nie beantwortet werden:(

Vielleicht hat ja jemand Interesse den Text auf Englisch zu übersetzen und Koenigsegg zu schicken und dort kann man uns antworten geben.

Und nochmals:-))! für die ganze Arbeit.

Bewerten kann ich dich leider nicht nochmal, deshalb muss wohl ein ganz herzliches Dankeschön meinen Dank ausdrücken :hug:

Sveni
Geschrieben

Guter Thread ensteht hier, respekt Leute :-))!

Jetzt komm ich nochmal mit einer anderen Frage: Und zwar kursiert schon seit einiger Zeit das Gerücht, dass ein Koenigsegg CC8S (!) mit 391 km/h (kenn die Zahl nicht mehr so genau) auf einem amerikanischen Highway geblitzt wurde. Wie kann das denn sein, wenn man sich den jetzigen Thread durchgelesen hat?

Die einzige Möglichkeit ist für mich, dass ein Gerücht ist, was ich für sehr wahrscheinlich halte. Die andere Möglichkeit ist, dass der Wagen sehr sehr stark nach oben gestreut, wobei diese Möglichkeit eigentlich fast auszuschließen gilt.

Woran kann es also liegen, dass so unterschiedliche Werte für einen solches Fahrzeug vorhanden sind? Fragen über Fragen, wie DarkShark 90 schon gesagt hat, die nicht nur bei Koenigsegg vorhanden sind, sondern auch bei zahlreichen anderen Fahrzeugen. Dem einzigem Hersteller, dem ich zurzeit relativ gut "vertraue" ist Pagani, da man dort auch einigermaßen die Werte erziehlt hat, die er auch erziehlen müsste. Aber auch bei Pagani wird die Topspeed mit 345 km/h angegeben, wenn ich mich nicht irre ist die Erwartung auch schon ziemlich hoch gesteckt, dass der Wagen diese Geschwindigkeit erreicht, wenn überhaupt erreicht er sie mit Clubsportpacket, aber auch nur vielleicht.

Es ist eigentlich Schade, dass es so viele verschiedene Hersteller gibt, man aber nur einigen "vertrauen" kann, in Bezug auf die Werksangaben...

Schönen Gruß,

Sven

DarkShark90
Geschrieben

Pagani ist kaum besser: Im Datenblatt des Zonda F steht 0-200km/h in 9,8s.

Beim Supertest wurde gerade mal eine 11,4s erreicht, das sind immerhin 1,6s Differenz.

Sveni
Geschrieben

Bei der Beschleunigung war er aber nur um 0,2 Sekunden langsamer... und

immerhin müssten auch bei dem Pagani alle Pferde "vorhanden gewesen sein",

schließlich fuhr er auf der NS eine Zeit von 7.33 (Porsche Carrera GT: 7.32).

Und ich glaube jeder hier weiß, wie gut der Carrera GT abgestimmt ist...

Forex
Geschrieben

Erstmals danke für die Dankeschöns! :-))!:hug:

@DarkShark90

Richtig ist, dass die Beschleunigung von 0-100 abhängig von der Asphalttemperatur ist. Diesbezüglich gebe ich Dir Recht, dass die Beschleunigung bis ca. 60 auf einen tieferen Wert kommen könnte, wäre es denn einige Grad wärmer. Schliesslich entwickelt der Pneu dann mehr Grip.

Allerdings ist es ebenfalls eine Tatsache, dass vor allem aufgeladene Motoren aufgrund der höheren Luftdichte mehr Luft in den Brennraum kriegen und dadurch die Leistung im Vergleich zu wärmeren Temperaturen zum Teil sehr deutlich steigt.

Und genau hier beisst sich die Katze in den Schwanz! Der Motor entwickelt also verhältnismässig viel Leistung, bringt sie aber nicht auf die Strasse. Das ergibt einen „schlechten“ Anfahrwert, sobald die Pneus jedoch die Haftung aufgebaut haben (ca. ab 60, spätestens aber ab 100, je nach Koordinationsgefühl und Popometer) sollte es umso dramatischer abgehen und genau das tut es ja nicht! 5,7 Sekunden von 100 auf 200 sind zwar tierisch schnell, ein Ferrari F40 schafft das jedoch nicht viel langsamer (je nach Test zwischen 6 und 6,4 Sekunden, wobei die Testwagen allesamt auch „sehr gut eingestellt“ waren). Nur kenne ich mich mit dem F40 ein wenig aus und weiss, dass diese Fahrzeuge insgesamt die angegebene Leistung mindestens erreichen. Ein mir gut bekanntes Exemplar stemmte auf einem seriösen Prüfstand ganze 507PS – original! Beim Koenigsegg liegt also hier bestimmt ein Hund begraben!

Eine genaue Erklärung für die Rundenzeit kann ich Dir leider nicht geben, da ich die Fakten nicht kenne. Dass der CC8 S so viel langsamer war kann, mal abgesehen von nominell 150PS weniger Leistung, an vielen Faktoren liegen (Temperatur, Pneutyp, die etwas kleineren Vorderreifen, ebenfalls mangelnde Leistung, Drehmomentverlauf, anderer Fahrer, Einschränkungen seitens Koenigsegg (vielleicht einziger verfügbarer oder bereits verkaufter Wagen), usw.). Da ich auch des öfteren auf Rennstrecken unterwegs bin weiss ich, was kleine Faktoren in der Rundenzeit ausmachen. Insofern denke ich, dass die 6 Sekunden erklärbar sind.

Dass der CCX schneller als Pagani Zonda, Ferrari Enzo, Maserati MC12 und Porsche CGT ist, kann einerseits an obigen Faktoren liegen, andererseits vielleicht auch an dem Kurs. Die Gegner waren allesamt Saugmotoren mit einem tieferen Drehmoment als der aufgeladene CCX-Motor, zudem ist das Drehmoment jeweils erst bei höheren Drehzahlen verfügbar. Der CCX kann unter Umständen mit weniger Schaltvorgängen gefahren werden. Des Weiteren ist der Rundenzeitenvergleich hinfällig und lediglich Makulatur wenn er nicht unter denselben Bedingungen gefahren wurde. So gesehen könnte es auch andersrum ausgehen, wenn die Bedingungen für den CCX mal etwas schlechter sind. Auf diesem Niveau ist ein aussagekräftiger Vergleich erst dann interessant, wenn derselbe Fahrer am selben Tag die verschiedenen Fahrzeuge testet. Das gilt übrigens auch für SportAuto und dergleichen wenn mal wieder ein Fahrzeug X von den Lesern zerfleischt wird, weil es nicht schneller als Fahrzeug Y war. Vorallem auch deshalb, weil auf einem Kurs wie zum Beispiel dem Nürburgring extrem viele Dinge zählen. Und wenn man weiss, dass jeweils nur gerade eine Runde voll gefahren wird, spielen die verschiedenen Faktoren noch eine viel gewichtigere Rolle! Deshalb nochmals: es gibt viel zu viele Einflüsse auf die Tests, als dass man über Jahre hinweg die verschiedenen Fahrzeuge realistisch vergleichen kann.

Dass jedoch ein LP640 auf der Geraden so viel schneller ist, lässt nur den erwähnten Schluss zu, dass dem CCX schlicht Leistung fehlt – und zwar reichlich!

Schroedi
Geschrieben

Hallo!

Zu den Zeiten der beiden Koenigseggs von Top Gear ist zu sagen, dass der CC8S von dem alten Stig (schwarz gekleidet) gefahren wurde, der CCX wurde hingegen von dem neuem (weißen) Stig gefahren.

Nun ist der "weiße" Stig mit dem gleichen Auto deutlich schneller als der "schwarze" Stig. Insofern sind die Zeiten vom CC8S & Zonda S nicht wirklich mit den Zeiten vom Enzo, MC12, Carrera GT, CCX und Zonda F vergleichbar.

Bsp.

Der schwarze Stig war mit dem Lambo Murci erheblich langsamer als mit dem Zonda S, jedoch war der weiße Stig mit dem Lambo (wurde irgendwann noch mal getestet) sogar etwas schneller als der Schwarze mit dem Zonda.

Die großen Zeitunterschiede bei den Koenigseggs sind meiner Meinung darauf zurückzuführen.

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