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Fahrbericht Z4 M-Roadster

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bodohmen
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Servus Burschen und Madels!

Nachdem mein M3 mir durch die üblichen eindeutigen Hinweise im Armaturenbrett zu verstehen gab, daß es an der Zeit für einen Ölwechsel sei, habe ich mich mit meinem :) in Verbindung gesetzt und als "Schmerzmittel" eine Fahrt in besagtem M-Roadster erhalten :-))!

Also heute morgen war es dann soweit, daß ich mich bei suboptimalem Nieselregen und eigentlich perfekten Temperaturen auf den Weg in Richtung Aachen gemacht habe, ohne genau zu wissen, was mich nun erwartet.

Interessiert war ich auf jeden Fall, aber so die richtige Begeisterung oder Vorfreude ging mir ein wenig ab!?

Nachdem ich also die Ausfahrt Aachen-Brand runter bin, konnte ich zunächst einmal zumindest den ersten positiven Aspekt des morgens ausmachen:

das Wetter in Aachen war (zumindest temporär) besser als in Neuss.

Schnell war auch der Hof des Händlers erreicht und ich hielt schon mal neugierig Ausschau nach dem Baby-M, der sich aber auch bei genauestem scannen der diversen Fahrzeuge nicht zu erkennen geben wollte.

Also zur annahme, mit meinem Namensvetter die Wehwehchen meines Emmies geklärt und direkt im Anschluß zum M-Roadster gewandert, der sehr zu meiner Verwunderung direkt vor der Tür stand.

Was soll man nun sagen, wenn man über Jahre der diversen M5, M6, 850CSI und M3, die in der Familie bewegt wurden, ein fest eingeprägtes Bild eines Automobils der M GmbH vor Augen hat und schließlich vor dem M-Roadster steht?

Ehrlich gesagt keine Ahnung!

Manchen mag es sicherlich anders gehen, aber ich war schlichtweg enttäuscht, fast entsetzt und wollte schon fragen, ob sich jemand an dem Wagen vergangen, ihn seiner M-Insignien beraubt und somit entmannt hätte! Aber nein, so sieht er nun mal aus, zivil, fast bieder, dazu noch in silbermetallic und auf viel zu kleinen Rädchen.

Fast war es so, als fühlte ich Mitleid mit dem Kleinen, wie er da so stand und sich nur durch seine vier Endrohre andeutungsweise zu Erkennen gab und dem vermeintlichen Kenner durch die Blume versuchte, quasi durch den Mantel des Schweigens zu verstehen zu geben, ich bin ein Tier, ein wildes sogar, aber ich darf es so gar nicht zeigen.

Da werden Erinnerungen wach, an apathische Tiere, die eingeschlossen in viel zu kleinen Käfigen vor sich hin dösen, von denen aber keiner weiß, was ist, wenn man sie freiläßt, wenn sie erwachen und sich den Schlaf aus den Augen gerieben haben und sich vielleicht doch als Raubtier zu erkennen geben!?

Mit dieser Hoffnung und dem festen Willen, den armen, introvertierten Autocharakter zum Leben zu erwecken, ihm das zahme zu nehmen und ihn der Freiheit der Autobahnen und der Landstrassen zu zuführen, enterte ich das extrem tiefliegende Cockpit und war überrascht, wie willig mich dieses aufnahm, wahrscheinlich intuitiv wissend, was folgen würde.

Nachdem ich den Sitz in die tiefstmögliche Position gefahren hatte und sich mein Kopf an einer in dieser Form ungewohnt großzügigen Freiheit unter der geschlossenen Kanzel erfreute und sich die Füße an ihre fast liegende Position gewöhnt hatten, drehte ich den Zündschlüssel und vernahm sofort vertraute Töne: 6 Zylinder, aus denen 343 PS zu mir sprachen, waren die Zeichen, die ich zu deuten wußte und deren Aura mir beim Anblick von aussen leider abging, was sich aber nun zum guten zu wenden schien.

In Ermangelung eines schwer vermissten SMG Getriebes legte ich den ersten Gang ein und schlich mich zusammen mit der nun surrenden Katze vom Hof des Hauses Kohl und tastete mich langsam und behutsam zur Autobahn durch, wo ich darauf wartete, daß die Öltemperaturanzeige die Regionen erreichte, die Feuer frei bedeuteten.

Was soll ich sagen, wenn man einmal darin sitzt und sich fallen gelassen hat, wenn man mit Geist und Seele in diesem Wagen angekommen ist, fühlt man sich geborgen, aber auch gefordert!

Die Gasannahme ist extrem giftig, das megadicke Lenkrad (so eins muß ich auch haben) liegt sensationell gut in der Hand und die nun mitlerweile zur Raubkatze mutierte Schöpfung der M- Mannen schiebt so brutal nach vorne, daß man sich fragt, wie alt wohl sein eigenes M3 Cabrio bei dieser Beschleunigungsorgie aussehen würde und die Lenkbewegungen werden willig und direkt in Fahrtrichtungsänderungen umgesetzt.

Das Fahrverhalten ist sehr gut und selbst mit den unterdimensionierten Reifen liegt der Wagen brutal gut auf der Strasse und läßt Bereiche ausloten, die mit dem pummeligen M3 Cabrio undenkbar wären, Gokart feeling pur.

Zwar ist die Sicht nach schräg hinten durch das geschlossene Dach so gut wie nicht vorhanden, aber wenn man einmal auf der rechten Spur ist, braucht man diese Region eh kaum noch zu beachten, sondern ergötzt sich am Ausblick auf die scheinbar nicht enden wollende Motorhaube, die sich mit all ihr durch die Designer gegebenen Kraft gegen die Gesetze der Aerodynamik wehrt und ihr scheinbar überlegen zu sein scheint.

Das Interieur wirkt überhaupt stellenweise ungewohnt wertig, da beispielsweise das Armaturenbrett komplett mit einem strukturiertem Leder bezogen ist, welches sich auch an der Mittelkonsole wiederfindet und der Optik und Haptik sehr zu gute kommt.

Lediglich die kleine Ablagefläche zwischen den Sitzen, wird immer noch durch eine billigst anmutende Plastikklappe geschlossen, was den positiven Eindruck trübt, aber was solls, was will man für >50k Euro auch erwarten!

Vielleicht warten nun, da vermeintlich alles gesagt zu sein scheint, viele auf ein Resumee, eine Empfehlung oder Wertung.

Ehrlich gesagt? Ich würde ihn nicht kaufen!

Er ist zwar hervorragend zu fahren, aber dennoch fehlt insgesamt die Faszination, die ein Fahrzeug auch im Stand ausüben muß und von der dieser Roadster so weit entfernt ist, wie BMW momentan von der F1 Weltmeisterschaft.

Ein "wenig" hergemacht, 19 Zöller drauf, eine andere Farbe, ein kontrastreicheres Inetrieur und daraus könnte etwas werden, so allerdings, in diesem biederen Anzug, belibt er im Schrank des Herrenausstatters hängen und muß auf andere Abnehmer warten, schade drum.

Bilder folgen

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alpinab846
Geschrieben

Aber zumindest von der Fahrdynamik her ein klares "ja"...es hätte schlimmer kommen können.

Ich selber durfte mal ein-sagen wir mal-"Vorserienexemplar" einer uns inzwischen allen wohlbekannten Werkstatt erproben. Damals jedoch schon mit Fahrwerk, Bremsen und 19"-allerdings der elektrischen Lenkung. In Erinnerung des ebenfalls gefahrenen 400 PS-V8 Umbaus war ich trotzdem beeindruckt. Der M3 E46 Reihensechser ist nach wie vor ein absolut empfehlenswertes Triebwerk, das eine unvergleichliche Faszination ausübt.

Ich habe das auto in guter Erinnerung-bei der Präsentation des M-GmbH Serienmodells hatte sich das Ganze schnell erledigt. Ich kann mich einfach nicht so falten, daß ich in den Z4 passe....

Der Tarnanzug gibt meiner Meinung nach diesem Auto die absolute Daseinsberechtigung. So verschieden sind die Geschmäcker.

bodohmen
Geschrieben

Und hier nun die Bilder, vielleicht sind die ja besser als der Bericht O:-)

Teil1

zmta9.th.jpgzm1ar8.th.jpgzm2dm6.th.jpgzm3hx4.th.jpgzm4sy5.th.jpg

bodohmen
Geschrieben

Teil 2

zm6kr2.th.jpgzm7km0.th.jpgzm8zb2.th.jpgzm9hi2.th.jpgzm11ar5.th.jpgzm12zg0.th.jpgzm13xs4.th.jpgzm14tl8.th.jpgzm15ft1.th.jpgzm16cu9.th.jpg

BMW-7er
Geschrieben

Also dir kann man auch einen Pferdehintern vortischen und du machst ein Meisterwerk draus!

Verdammt schöne Bilder, jetzt noch Phoenixgelb, 19" M3 Felgen und ich nehme Ihn sofort!

Super geschrieben und Fotografiert! :-))!

bodohmen
Geschrieben

Dank dir Hendrik :wink:

Aber ich würde ihn glaube ich eher in schwarz vorziehen, aber auf jeden Fall müßte er ein wenig gepimpt werden, auch wenn Peter das nicht gut heissen würde O:-)

Allerdings wird sich diese Frage nicht stellen, zumindest nicht mir.

zetti-hh
Geschrieben

klasse beitrag :) und schön fotos!

ich würde allerdings dunkelblau vorziehen ;-)

1.jpg

BMW
Geschrieben

Mir geht es da so wie bodohmen, ich finde ihn auch viel zu brav.

In einer dunkelen Farbe sieht er viel besser aus.

Schöner Bericht und klasse Fotos:-))!

K-L-M
Geschrieben
Also dir kann man auch einen Pferdehintern vortischen und du machst ein Meisterwerk draus!

Verdammt schöne Bilder, .............

Super geschrieben und Fotografiert! :-))!

:-))! :-))! :-))!:D :D :-))!

chip
Geschrieben

Super Bericht, sehr schönes Auto. Ich sehe trotzdem als Verkaufshindernis den viel zu späten Erscheinungstermin. Ein super Motor, der trotzdem bald ein "alter" Motor ist, der schreckt vieleicht den ein oder anderen Interessenten ab.

Rein optisch gefällt mit der Alpina Roadster deutlich besser, der hat genau die Details, die dem M fehlen.

alpinab846
Geschrieben

Der Roadster S hat ja auch noch andere Meriten-auch der Preis ist deutlich geringer.

Die M GmbH wird aber ohne Zweifel Kunden finden!

Bitchmail2003
Geschrieben

wie ja im Forum bekannt habe ich mich für einen Schwarzen Z4M entschieden. Aus eigentlich ähnlichen Beweggründen die Bodohmen schon im Ferrariforum diskutiert hat. Ich bin ebenfalls ein Landei aus einem ,,Kaff" in dem einem nichts gegönnt wird. Daher ein unwissender auf keinen Fall einen M unter dem Blechkleid vermutet ist das Understatement das der E85 bietet genau das richtige. Die Felgen sind wahrlich ein Witz und werden wohl gegen die 19er E46 M3 Felgen weichen.

Das Design ist brav, aber was soll man den an so einer markanten Linie wie sie der Z4 von Haus aus nun mal hat viel herumschnippeln? Spoiler waren Gott sei Dank noch nie M like und das soll auch so bleiben, ne ecke hier, ne Kante da und fertig.... das reicht doch. Ich finde ihn schön so wie er ist.

Die Perfomance die der Wagen an den Tag legt ist wirklich beeindruckend, der geht so brachial zu Werke und den Sound kann man so richtig genießen da man ja quasi direkt über dem Auspuff sitzt.

Preis/Leistung finde ich jedenfalls sehr Ansprechend, meine Erwartungen an ein 50k Autp wurden mehr als erfüllt. Gut möglich das der M3 E46 gerade als Cabrio eine schönere Linie, mehr Platz besitzt und allgemein gesehen wahrscheinlich das bessere Auto ist, sollte man doch den Preisunterschied sehen! So lang ich noch aufs Geld schauen muss waren mir 65000 lieber wie knapp 75000 was wohl locker für den M3 über den Tisch gegangen wäre!

bmw_320i_touring
Geschrieben

Micha,

auch das ist mal wieder ein spannend geschriebener Bericht von Dir mit tollen Bildern angereichert.

Ich denke, in einer Farbkombination, die Deinem M ähnlich wäre, würde die Sache beim Z4M auch schon etwas anders aussehen. IN dem Setup wie Du ihn hattest, wirkt er innen so als ob er mit Mutti Sonntag noch in die Kirche muss. Aber zu dem Wagen passt einfach ein Interieur besser, das mal als das kleine Schwarze beschreiben könnte, d.h. so ich die Richtung Deines Ms...

Und mit ein paar schicken 19" sieht die Sache auch schon anders aus...

Was sagst Du als "M"er denn zu fehlenden SMG? Hopp oder Topp?

Gruß

Hampi
Geschrieben

...schwarz, schicke Felgen und gut ist:D :-))! , wie dieser Z4M Roadster aus dem zroadster.com Forum

2.jpg

Gruss Hampi

Z3Silver
Geschrieben

Lechz sabber :-))!

BMW
Geschrieben

Der ist Perfekt!!!

Viktor
Geschrieben

Bitchmail2003 schrieb:

Spoiler waren Gott sei Dank noch nie M like...

Äääähhhemmmmm...

post-576-14435311084971_thumb.jpg

Bitchmail2003
Geschrieben

der E30 ist ja auch ein Lehr-M, war ja einer der ersten. Solange Spoiler dezent bleiben ist daran nix verwerflich.

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    • erictrav
      Kann auch nach hinten losgehen. 
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      evlt für den einen oder anderen Interessant 
       
       
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      Mal schauen.

      Der E85/86 war mittelmäßig erfolgreich. Das Design war seiner Zeit deutlich voraus was nicht nur gut ankam, und Abstimmung und Innenraum der ersten 2-3 Jahre war knapp vorbei. Jetzt sieht man an sich stabilisierenden Preise recht deutlich, daß das damals ein verdammt gutes Angebot war (gute Z4 werden höher gehandelt als Boxster aus der Zeit). Sogar Jeremy Clarkson sah sich genötigt Jahre später zurückzurudern:
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      Z4: 15.249
      X1: 147.776
      X6: 43.689
      6er (Coupé, Cabrio, GC): 23.193

      Der X1 ist sicherlich gegenüber dem 1er nicht weniger Aufwand als die Entwicklung des Z4. Die Marge pro Fahrzeug ist beim X1 vermutlich niedriger, aber die Stückzahlen sagen wohin die Investition gehen wird.

      X6 dürfte gegenüber dem Z4 eine unfassbare profitable Angelegenheit sein.

      Die 6er können sich niedrige Stückzahlen durch die heftigen Aufpreise zum 5er recht gut leisten.

      Aber der Z4? Schon logisch daß BMW da eine Kostensenkung durch die Kooperation mit Toyota sucht. Wenn man sich die Zahlen so nebeneinander ansieht wird klar, daß das Modell bei BMW nicht gerade die Priorität 1 genießen wird. Und warum der E89 gerade das kleinste Facelift aller Zeiten erhalten hat.
    • Hessenspotter
      Hallo liebe CP User,
      seit nun 3000km begleitet mich mein Z3. Im Allgemeinen bin ich sehr zufrieden mit ihm, er lässt sich ohne Probleme im Alltag bewegen und nutzen, deshalb führe ich eine kleine Liste von Pro und Contras auf.

      Pro:
      -sportlich, schick und elegant, selbst noch nach 14 Jahren
      -günstige Ersatzteile in Sachen Fahrwerk, Bremse, Motor etc.
      -sicheres, neutrales Fahrverhalten, selbst bei feuchter Fahrbahn und ungeschicktem Fahrer
      -angenehmes cruisen ist möglich
      -selbst bei höheren Geschw. relativ windstill
      -große Bremsanlage ab Werk, da er die gleiche hat wie der 1,9L
      -leicht schaltbar
      -relativ konstanter Verbrauch, unabhänigig von der Fahrweise (7-7,8L) nur die Runde Nordschleife hat er mit 11L/100km geschluckt
      -schöner 4 Zylindersound zwischen 3.000 und 4.000 U/min, aber nur zu
      -viele Verstaumöglichkeiten


      Contra:
      -mit 115PS sind keine Beschleunigungswunder zu erwarten, man kann leicht von einem Golf Diesel bei einem Ampelstart überholt werden
      -Das Verdeck , es ist nicht zu 100% dicht, deswegen wird er auch ab und zu nass
      -schlechtes Licht
      -Stand der Bremsflüssigkeit nur schlecht abzulesen
      -sehr kleiner Tank, nur 51L
      -keine Reserveleuchte
      -schwankende Tankanzeiger (Dif. von 30-40% möglich)
      -Motor ist zäh ab ca. 5.000 U/min
      -wenig Seitenhalt in den Seriensitzen, gerade der Beifahrer
      -dem Lenkrad fehlt es an Grip
      -ein 6ter Gang wäre schön
      -ab Tempo 150-160 wird es selbst zu recht laut, sodass man sich nur noch schreiend unterhalten kann
      -Differenz in der Übersetzung zwischen 2. und 3. Gang ist zu groß, ein 6-Gang Getriebe wäre hier angenehmer


      So und nun kommt mein ganz persönlicher Bericht von 2 Runden Nordschleife in meinem Z3.

      Meine ersten Nordschleifenrunden:

      Seit 3 Jahren habe ich den Wunsch gehegt 1 oder 2 Runden auf der Nordschleife zu fahren, zu Anfang war es nicht möglich, also kaufte ich mir erste einmal die entsprechenden Rennespiele um den Ring wenigstens virtuell kennen zu lernen bzw. zu “bezwingen”. Ab und zu hoffte ich auch von jemandem mitgenommen zu werden, es passierte jedoch nie. Nun nach dem ich seit ca. einem Jahr meinen Führerschein habe, habe ich mich dazu überwunden, alleine 1-2 Runden auf dem Ring zu fahren. Meinen Basis hier für war ein sportliches Alltagsfahrzeug, meine BMW Z3 1,8i. Nach ca. 4000km mit ihm bin ich doch recht vertraut mit ihm, ich wusste w ungefähr seine Grenzen waren, quer- wie längsdynamisch. Also nutzte ich meinen vorletzten Ferientag in dem ich mich morgens um 8Uhr Richtung Nürburgring aufbrach. Am Ring angekommen musste ich die Zeit bis 17.15 hinter mich bringen. Um 16 Uhr tankte ich brav Super Plus und begab mich auf die Döttinger Höhe, die 75€ für vier Runden investierte ich. Als dann um 17.25 sich die Schranken öffneten, brach die Verkehrsführung endgültig zusammen. Also Motor schon einmal laufen lassen, damit das Öl auf Temperatur kommt und sich schön im Motor verteilt. Das Schnurren des Reihen 4-Zylinders geht unter, in dem Brüllen des straßenzugelassene Porsche 996 GT3 Cup, der neben mir Parkt, mit seiner Standdrehzahl von 3000U/min unterhält er den ganzen Parkplatz. Ich öffne das Verdeck und bereite mich auf die Runde vor, alles wird noch einmal schön festgemacht. Dann ziehe ich Sturmhaube und BW-Pilotenhelm auf. Nach kurzer Zeit stehe ich an der Schranke, die ich schon immer einmal durchfahren wollte, sie öffnet sich und gibt die berühmtesten 20,8 km Asphalt der Welt preis. Los geht es, schon nach den ersten Metern werde ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, ein Porsche Sport Classic zieht ohne Mühe an mir vorbei, nach Antoniusbuche kommt der Schreck, Was? So eine Senke ist das, der Z3 hat mit seinen 115PS Mühe im 4. Gang im Hohenrain vorwärts zu kommen, sanft in die Eisen und schnell noch den Porsche vorbei lassen. Im Bereich ehm. Einfahrt Hatzenbach wird mir klar auf was ich mich eingelassen habe, und dass das, was ich vorher so oft in Videos und Spielen gesehen haben, gar nichts war gegen das was hier ist. Im Hatzenbach komme ich nicht über 120, es ist immer wieder Verkehr, wenn mal nicht alle 5 sec. in den Spiegel schaue, kann das eine böse Überraschung geben. Hier in Hatzenbach macht sich mein Pilotenhelm bezahlt, die Sonne steht tief und blendet leicht, als Brillenträger kann man halt nicht so einfach die Brille wechseln, also klappt das Sonnenvisier runter, und man kann wieder mit offenen Augen fahren. Ausgang Hoheneiche wird mir wieder einmal klar dass die Realität total anders ist. Durch den andauernden Verkehr ist hier nicht mehr als 130 drin, sonst müsste ich die Familienkutsche vor mir überholen, und das war nicht möglich. Die Kompression vor der Quiddelbacher Höhe, man sieht sie nicht, aber dann ist sie da. Im weiteren Verlauf bis Schwedenkreuz ist wieder nicht mehr als 140 drin. Schwedenkreuz schockt mich echt. Virtuell sieht es recht breit aus, aber in echt, mir hängen noch die Worte des Manhart BMW Fahrers im Ohr, “Kurz vor Schwedenkreuz habe ich knapp 290 laut Tacho”, ich verstehe die Welt nicht mehr. Diese Kurve mit mehr als 180 zu nehmen erscheint mir selbstmörderisch. Nach Aremberg kommt der nächste Schock, “WAS? Hier geht es SO bergab!” Der Kick kommt erst zum Schluss, wenn man die Kompression in der Fuchsröhre spürt, mein Gott, sowas kannte ich bisher nur vom Segelfliegen. Im Adenauer Forst stehen wieder viele Zuschauer, sie hoffen das etwas passiert, aber es passiert (zum Glück) nichts. Weiter geht es, im ganzen Bereich abwärts nach Adenau ist jede Menge Verkehr. Im Abschnitt Exmühle trifft mich der nächste Schlag, “WAS? Hier geht es SO hoch!”, zurück in den 2. Gang sonst ist die Puste beim 1,8 Motor weg. Der Van vor mir vermasselt es und steht mir nach Ex-Mühle im Weg, hinten ist frei also wird er überholt. Wie vorhergesehen erreicht der Z3 bei 130 im 3 Gang im Kesselchen und Klosterbach seinen Topspeed, mehr ist nicht drin. Mit lautem Getöse kommt von hinten der eben erwähnte Manhart an und überholt mich mit knapp 200, der Fahrer grüßt, wie vorausgesagt hat er mich im Kesselchen eingeholt. Der nächste interessante Abschnitt war das Karussell , hier schön innen reingetaucht, im 2 Gang, ca. 50-60 km/h, am Ende des Karussell der Umschwung nach rechts, echt spannend wenn man spürt wie das Fahrwerk arbeitet. Im weiteren Verlauf verwundert mich immer wieder wie steil es hier ist. Dann kommt mein persönlicher Lieblingsabschnitt, Brünchen. Hier habe ich schon so oft gestanden, nun fahre ich selber hier. Im weiteren Verlauf kommt eine Baustelle, zwischen Pflanzgarten und Schwalbenschwanz wurde im Absatz die Leitplanke erneuert. Hier traf mich dann der Schock, was die Strecke hier für einen Absatz macht, Wahnsinn, die wenigsten normalen Straßen machen das. Der weitere Verlauf war nicht sehr spannend, nur jede Menge Verkehr.
      Ich komme auf den Parkplatz, parke, Leerlauf rein, Motorhaube auf, und den Motor nachlaufen lassen. Ist gesünder. Der Van, den ich im Abschnitt Ex-Mühle überholt habe, parkt neben mir, ich schaue rein, voller Asiaten, kein Wunder. Sie schauen mich entsetzt und verwundert zu gleich an, da ich immer noch Sturmhaube (schwarz) und Helm (schwarz), mit herunter gelassenem Sonnenvisier anhabe (auch schwarz). Sofort kommen die 3 Herren aus dem Van auf mich zu und reden mit mir, sie freuen sich tierisch, das sie die ganze Zeit an mir dran bleiben konnten. Nach einiger Zeit kommt auch eine der weiblichen Passagiere, und redet mit mir, sie ist sprachlos, nach dem sie erfahren hat, das ich erst 18 bin, der Z3 mein Auto ist, und dass dies gerade meine erste Runde überhaupt war. . Ich denke sie hat das Auto einfach nur viel zu teuer eingeschätzt .

      Nach längere Unterhaltung (natürlich in Englisch), merke ich worauf sie zielt, sie will mitfahren, also frage ich sie direkt, ob sie den mitfahren will . Sie freut sich riesig als ich ihr dass Angebot unterbreite. Denn ihre Mitreisenden waren für einen weitere Runden bereits verschwunden. Wieder auf der Strecke stelle ich fest das viel weniger Verkehr ist, fast komplett Hatzenbach kann ich Ideallinie fahren (also das was ich aus den zahlreichen Videos und Spielen als Ideallinie kenne). Anfahrt auf Flugplatz geht dieses Mal Vollgas mit 140, auf der Kuppe merkt man, wie sich der Z3 aus den Federn hebt, meine Mitfahrerin kann sich vor Freude nicht beherrschen, und macht wild Fotos von sich im mit mir im Auto . Sie ist die ganze Zeit am jubeln, den sie ist noch nie Cabrio gefahren (OK sie kommt aus Taiwan, aber ich glaube da gibt es auch Cabrios ). Durch die Fuchsröhre wird Ideallinie gefahren, es ist ja nichts los, dieses Mal 4. Gang 150 Vollgas ab durch die Kompression, man spürt im weiteren Verlauf nach Adenau hinunter das Mehrgewicht (ca. 50kg), die Reifen arbeiten mehr, ab und zu kommen sie auf die Grenzen der Haftreibung, allerdings bleibt der Z3 immer schön neutral, er neigt selbst bei starkem anbremsen in die Kurve nicht ins Untersteuern (was ich hasse wie die Pest). Im Abschnitt Bergwerk (direkt am Anfang in der Rechtskurve) zieht ein GT3RS heran, ich lasse ihn extra vor, doch anscheinend reicht das dem Fahrer nicht und er schnippelt mich, 20cm haben gefehlt, er zieht mit lautem Boxersound Bergwerk hoch. Tina (meine Beifahrerin) ist total fasziniert. Karussell wird wieder innen abgefahren, die Stöße spürt man nicht, das Fahrwerk ist schlicht zu weich. Tina ist auch hier wieder entzückt Im weitern Verlauf gab es nicht Besonderes. Als wir dann wieder von der Strecke runter kamen, fuhr ich direkt wieder auf den Parkplatz, gleiche Prozedur wie vorher her, Motor nachlaufen lassen etc. Tinas männliche Mitreisende kommen an, und kriegen den Mund nicht mehr zu :D, Tina bedankt sich herzlich, wir tauschen E-Mail Adresse aus und reden noch, dann noch ein Erinnerungsfoto . Die Mitreisenden sind immer noch beeindruckt, und kriegen nicht den Mund vor erstaunen zu, als Tina ihnen irgendetwas auf taiwanesisch erzählt. Jetzt hat sie wenigstens etwas daheim zu erzählen.

      Der richtige Schock trifft mich erst als ich ca. 40min später losfahre. Am Kreisel will meine Bremse nicht mehr richtig bremsen, erst im letzten 1/3 ist überhaupt Bremskraft da. Auf dem Weg zur Tanke wird es etwas besser. Aber die Bremse fängt an so komisch zu quietschen. Nach dem Tanken steht der Verbrauch fest, 11 L/100km habe ich auf den 2 Runden gebraucht. Dann geht es ab heim, selbst nach ca. 120km hat die Bremse immer noch nicht ihre alte Leistung wieder. Ich probiere kurz vor daheim noch einmal eine Vollbremsung mit ABS Einsatz aus 70km/h, ich weis wie sie sich normaler Weise anfüllt, das hier war vielleicht die Hälfte von dem was normaler Weise da ist. Zum Glück ist die Bremse nach 2 Tagen abkühlen wieder normal. Die mangelnde Bremsleistung führe ich auf die alte Bremsflüssigkeit zurück, die ich schleunigst wechseln lasse.

      Mein Fazit: Die Nordschleife macht bei wenig Verkehr verdammt viel Spaß, und man kann auch man schnell durch Kurven fahren, ohne seinen Führerschein zu gefährden . Mein Fazit über das Auto und die Reifen. Der Z3 ist zu jedem Zeitpunkt einfach beherrschbar gewesen, er neigte nie zu Unter- oder Übersteuern. Die 255er Hankook S1 EVOs auf der Hinterachse haben hervorragenden Grip geliefert auch wenn sie auf der Gerade unwahrscheinlich viel Motorleistung bei mir fressen (und im normalen Betrieb ca. 1L mehr schlucken als die 205er Winterreifen). Leider hatten die Runden auch einen Nachteil, ich bin mit dem Nürburgring-Virus infiziert.

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