Jump to content
EUROPAS GROßE
SPORTWAGEN COMMUNITY
Anmelden, um Inhalt zu folgen  
bodohmen

Fahrbericht Z4 M-Roadster

Empfohlene Beiträge

bodohmen
Erster Beitrag:
Letzter Beitrag:

Servus Burschen und Madels!

Nachdem mein M3 mir durch die üblichen eindeutigen Hinweise im Armaturenbrett zu verstehen gab, daß es an der Zeit für einen Ölwechsel sei, habe ich mich mit meinem :) in Verbindung gesetzt und als "Schmerzmittel" eine Fahrt in besagtem M-Roadster erhalten :-))!

Also heute morgen war es dann soweit, daß ich mich bei suboptimalem Nieselregen und eigentlich perfekten Temperaturen auf den Weg in Richtung Aachen gemacht habe, ohne genau zu wissen, was mich nun erwartet.

Interessiert war ich auf jeden Fall, aber so die richtige Begeisterung oder Vorfreude ging mir ein wenig ab!?

Nachdem ich also die Ausfahrt Aachen-Brand runter bin, konnte ich zunächst einmal zumindest den ersten positiven Aspekt des morgens ausmachen:

das Wetter in Aachen war (zumindest temporär) besser als in Neuss.

Schnell war auch der Hof des Händlers erreicht und ich hielt schon mal neugierig Ausschau nach dem Baby-M, der sich aber auch bei genauestem scannen der diversen Fahrzeuge nicht zu erkennen geben wollte.

Also zur annahme, mit meinem Namensvetter die Wehwehchen meines Emmies geklärt und direkt im Anschluß zum M-Roadster gewandert, der sehr zu meiner Verwunderung direkt vor der Tür stand.

Was soll man nun sagen, wenn man über Jahre der diversen M5, M6, 850CSI und M3, die in der Familie bewegt wurden, ein fest eingeprägtes Bild eines Automobils der M GmbH vor Augen hat und schließlich vor dem M-Roadster steht?

Ehrlich gesagt keine Ahnung!

Manchen mag es sicherlich anders gehen, aber ich war schlichtweg enttäuscht, fast entsetzt und wollte schon fragen, ob sich jemand an dem Wagen vergangen, ihn seiner M-Insignien beraubt und somit entmannt hätte! Aber nein, so sieht er nun mal aus, zivil, fast bieder, dazu noch in silbermetallic und auf viel zu kleinen Rädchen.

Fast war es so, als fühlte ich Mitleid mit dem Kleinen, wie er da so stand und sich nur durch seine vier Endrohre andeutungsweise zu Erkennen gab und dem vermeintlichen Kenner durch die Blume versuchte, quasi durch den Mantel des Schweigens zu verstehen zu geben, ich bin ein Tier, ein wildes sogar, aber ich darf es so gar nicht zeigen.

Da werden Erinnerungen wach, an apathische Tiere, die eingeschlossen in viel zu kleinen Käfigen vor sich hin dösen, von denen aber keiner weiß, was ist, wenn man sie freiläßt, wenn sie erwachen und sich den Schlaf aus den Augen gerieben haben und sich vielleicht doch als Raubtier zu erkennen geben!?

Mit dieser Hoffnung und dem festen Willen, den armen, introvertierten Autocharakter zum Leben zu erwecken, ihm das zahme zu nehmen und ihn der Freiheit der Autobahnen und der Landstrassen zu zuführen, enterte ich das extrem tiefliegende Cockpit und war überrascht, wie willig mich dieses aufnahm, wahrscheinlich intuitiv wissend, was folgen würde.

Nachdem ich den Sitz in die tiefstmögliche Position gefahren hatte und sich mein Kopf an einer in dieser Form ungewohnt großzügigen Freiheit unter der geschlossenen Kanzel erfreute und sich die Füße an ihre fast liegende Position gewöhnt hatten, drehte ich den Zündschlüssel und vernahm sofort vertraute Töne: 6 Zylinder, aus denen 343 PS zu mir sprachen, waren die Zeichen, die ich zu deuten wußte und deren Aura mir beim Anblick von aussen leider abging, was sich aber nun zum guten zu wenden schien.

In Ermangelung eines schwer vermissten SMG Getriebes legte ich den ersten Gang ein und schlich mich zusammen mit der nun surrenden Katze vom Hof des Hauses Kohl und tastete mich langsam und behutsam zur Autobahn durch, wo ich darauf wartete, daß die Öltemperaturanzeige die Regionen erreichte, die Feuer frei bedeuteten.

Was soll ich sagen, wenn man einmal darin sitzt und sich fallen gelassen hat, wenn man mit Geist und Seele in diesem Wagen angekommen ist, fühlt man sich geborgen, aber auch gefordert!

Die Gasannahme ist extrem giftig, das megadicke Lenkrad (so eins muß ich auch haben) liegt sensationell gut in der Hand und die nun mitlerweile zur Raubkatze mutierte Schöpfung der M- Mannen schiebt so brutal nach vorne, daß man sich fragt, wie alt wohl sein eigenes M3 Cabrio bei dieser Beschleunigungsorgie aussehen würde und die Lenkbewegungen werden willig und direkt in Fahrtrichtungsänderungen umgesetzt.

Das Fahrverhalten ist sehr gut und selbst mit den unterdimensionierten Reifen liegt der Wagen brutal gut auf der Strasse und läßt Bereiche ausloten, die mit dem pummeligen M3 Cabrio undenkbar wären, Gokart feeling pur.

Zwar ist die Sicht nach schräg hinten durch das geschlossene Dach so gut wie nicht vorhanden, aber wenn man einmal auf der rechten Spur ist, braucht man diese Region eh kaum noch zu beachten, sondern ergötzt sich am Ausblick auf die scheinbar nicht enden wollende Motorhaube, die sich mit all ihr durch die Designer gegebenen Kraft gegen die Gesetze der Aerodynamik wehrt und ihr scheinbar überlegen zu sein scheint.

Das Interieur wirkt überhaupt stellenweise ungewohnt wertig, da beispielsweise das Armaturenbrett komplett mit einem strukturiertem Leder bezogen ist, welches sich auch an der Mittelkonsole wiederfindet und der Optik und Haptik sehr zu gute kommt.

Lediglich die kleine Ablagefläche zwischen den Sitzen, wird immer noch durch eine billigst anmutende Plastikklappe geschlossen, was den positiven Eindruck trübt, aber was solls, was will man für >50k Euro auch erwarten!

Vielleicht warten nun, da vermeintlich alles gesagt zu sein scheint, viele auf ein Resumee, eine Empfehlung oder Wertung.

Ehrlich gesagt? Ich würde ihn nicht kaufen!

Er ist zwar hervorragend zu fahren, aber dennoch fehlt insgesamt die Faszination, die ein Fahrzeug auch im Stand ausüben muß und von der dieser Roadster so weit entfernt ist, wie BMW momentan von der F1 Weltmeisterschaft.

Ein "wenig" hergemacht, 19 Zöller drauf, eine andere Farbe, ein kontrastreicheres Inetrieur und daraus könnte etwas werden, so allerdings, in diesem biederen Anzug, belibt er im Schrank des Herrenausstatters hängen und muß auf andere Abnehmer warten, schade drum.

Bilder folgen

Jetzt registrieren, um Themenwerbung zu deaktivieren »
alpinab846
Geschrieben

Aber zumindest von der Fahrdynamik her ein klares "ja"...es hätte schlimmer kommen können.

Ich selber durfte mal ein-sagen wir mal-"Vorserienexemplar" einer uns inzwischen allen wohlbekannten Werkstatt erproben. Damals jedoch schon mit Fahrwerk, Bremsen und 19"-allerdings der elektrischen Lenkung. In Erinnerung des ebenfalls gefahrenen 400 PS-V8 Umbaus war ich trotzdem beeindruckt. Der M3 E46 Reihensechser ist nach wie vor ein absolut empfehlenswertes Triebwerk, das eine unvergleichliche Faszination ausübt.

Ich habe das auto in guter Erinnerung-bei der Präsentation des M-GmbH Serienmodells hatte sich das Ganze schnell erledigt. Ich kann mich einfach nicht so falten, daß ich in den Z4 passe....

Der Tarnanzug gibt meiner Meinung nach diesem Auto die absolute Daseinsberechtigung. So verschieden sind die Geschmäcker.

bodohmen
Geschrieben

Und hier nun die Bilder, vielleicht sind die ja besser als der Bericht O:-)

Teil1

zmta9.th.jpgzm1ar8.th.jpgzm2dm6.th.jpgzm3hx4.th.jpgzm4sy5.th.jpg

bodohmen
Geschrieben

Teil 2

zm6kr2.th.jpgzm7km0.th.jpgzm8zb2.th.jpgzm9hi2.th.jpgzm11ar5.th.jpgzm12zg0.th.jpgzm13xs4.th.jpgzm14tl8.th.jpgzm15ft1.th.jpgzm16cu9.th.jpg

BMW-7er
Geschrieben

Also dir kann man auch einen Pferdehintern vortischen und du machst ein Meisterwerk draus!

Verdammt schöne Bilder, jetzt noch Phoenixgelb, 19" M3 Felgen und ich nehme Ihn sofort!

Super geschrieben und Fotografiert! :-))!

bodohmen
Geschrieben

Dank dir Hendrik :wink:

Aber ich würde ihn glaube ich eher in schwarz vorziehen, aber auf jeden Fall müßte er ein wenig gepimpt werden, auch wenn Peter das nicht gut heissen würde O:-)

Allerdings wird sich diese Frage nicht stellen, zumindest nicht mir.

zetti-hh
Geschrieben

klasse beitrag :) und schön fotos!

ich würde allerdings dunkelblau vorziehen ;-)

1.jpg

BMW
Geschrieben

Mir geht es da so wie bodohmen, ich finde ihn auch viel zu brav.

In einer dunkelen Farbe sieht er viel besser aus.

Schöner Bericht und klasse Fotos:-))!

K-L-M
Geschrieben
Also dir kann man auch einen Pferdehintern vortischen und du machst ein Meisterwerk draus!

Verdammt schöne Bilder, .............

Super geschrieben und Fotografiert! :-))!

:-))! :-))! :-))!:D :D :-))!

chip
Geschrieben

Super Bericht, sehr schönes Auto. Ich sehe trotzdem als Verkaufshindernis den viel zu späten Erscheinungstermin. Ein super Motor, der trotzdem bald ein "alter" Motor ist, der schreckt vieleicht den ein oder anderen Interessenten ab.

Rein optisch gefällt mit der Alpina Roadster deutlich besser, der hat genau die Details, die dem M fehlen.

alpinab846
Geschrieben

Der Roadster S hat ja auch noch andere Meriten-auch der Preis ist deutlich geringer.

Die M GmbH wird aber ohne Zweifel Kunden finden!

Bitchmail2003
Geschrieben

wie ja im Forum bekannt habe ich mich für einen Schwarzen Z4M entschieden. Aus eigentlich ähnlichen Beweggründen die Bodohmen schon im Ferrariforum diskutiert hat. Ich bin ebenfalls ein Landei aus einem ,,Kaff" in dem einem nichts gegönnt wird. Daher ein unwissender auf keinen Fall einen M unter dem Blechkleid vermutet ist das Understatement das der E85 bietet genau das richtige. Die Felgen sind wahrlich ein Witz und werden wohl gegen die 19er E46 M3 Felgen weichen.

Das Design ist brav, aber was soll man den an so einer markanten Linie wie sie der Z4 von Haus aus nun mal hat viel herumschnippeln? Spoiler waren Gott sei Dank noch nie M like und das soll auch so bleiben, ne ecke hier, ne Kante da und fertig.... das reicht doch. Ich finde ihn schön so wie er ist.

Die Perfomance die der Wagen an den Tag legt ist wirklich beeindruckend, der geht so brachial zu Werke und den Sound kann man so richtig genießen da man ja quasi direkt über dem Auspuff sitzt.

Preis/Leistung finde ich jedenfalls sehr Ansprechend, meine Erwartungen an ein 50k Autp wurden mehr als erfüllt. Gut möglich das der M3 E46 gerade als Cabrio eine schönere Linie, mehr Platz besitzt und allgemein gesehen wahrscheinlich das bessere Auto ist, sollte man doch den Preisunterschied sehen! So lang ich noch aufs Geld schauen muss waren mir 65000 lieber wie knapp 75000 was wohl locker für den M3 über den Tisch gegangen wäre!

bmw_320i_touring
Geschrieben

Micha,

auch das ist mal wieder ein spannend geschriebener Bericht von Dir mit tollen Bildern angereichert.

Ich denke, in einer Farbkombination, die Deinem M ähnlich wäre, würde die Sache beim Z4M auch schon etwas anders aussehen. IN dem Setup wie Du ihn hattest, wirkt er innen so als ob er mit Mutti Sonntag noch in die Kirche muss. Aber zu dem Wagen passt einfach ein Interieur besser, das mal als das kleine Schwarze beschreiben könnte, d.h. so ich die Richtung Deines Ms...

Und mit ein paar schicken 19" sieht die Sache auch schon anders aus...

Was sagst Du als "M"er denn zu fehlenden SMG? Hopp oder Topp?

Gruß

Hampi
Geschrieben

...schwarz, schicke Felgen und gut ist:D :-))! , wie dieser Z4M Roadster aus dem zroadster.com Forum

2.jpg

Gruss Hampi

Z3Silver
Geschrieben

Lechz sabber :-))!

BMW
Geschrieben

Der ist Perfekt!!!

Viktor
Geschrieben

Bitchmail2003 schrieb:

Spoiler waren Gott sei Dank noch nie M like...

Äääähhhemmmmm...

post-576-14435311084971_thumb.jpg

Bitchmail2003
Geschrieben

der E30 ist ja auch ein Lehr-M, war ja einer der ersten. Solange Spoiler dezent bleiben ist daran nix verwerflich.

Schreibe eine Antwort

Du kannst jetzt einen Beitrag schreiben und dich dann später anmelden. Wenn du bereits einen Account hast, kannst du dich hier anmelden, um einen Beitrag zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Restore formatting

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorhergehender Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

Anmelden, um Inhalt zu folgen  

  • Ähnliche Themen

    • Ja, nun ist es so weit… Nachdem Leo und ich sehr zufrieden mit unserem Kindertaxi 1.0 waren, muss jetzt für K2 (Fachjargon für Kind 2) ein Gefährt her, bei dem es – wenn alle mal im fahrfähigen Alter sind – kein Neid und Mißgunst unter den Kids gibt (wenn beide mal mitsollen und nur einer könnte, bei zwei Sitzen).

      Die Suche war lang und nervig: Was hab‘ ich mir nicht alles überlegt und wochen-, monate- oder gar jahrelang das gängige Autoforum durchforstet – ich wusste ja, dass das irgendwann mal ansteht.
       
      Mein Kernproblem ist, dass ich notorisch geizig bin, was man schon am Fahren eines R8 erkennt. Den haben wir jetzt dreieinhalb Jahre gefahren und gekostet hat es fast nix an Wertverlust.
       
      Also könnte man wieder in die Gebraucht-Schachtel greifen und ein M6 Cabrio kaufen – da können zwei Kids prima drin rumkrümeln und es kost‘ auch nix. Nur erträgt man irgendwann die alte Technik nicht mehr – nach zwei Jahren will man dann doch was Neues und dann muss man wieder verkaufen, dann verliert man doppelt.
       
      Dann kam mal der Portofino auf den Markt, ich wurde zur Probefahrt eingeladen – kam mit dem R8 und hab mir nach 20 Minuten den R8 wieder hergewünscht. 150 TEUR Aufpreis für ein Auto, das sehr schön ist – sich aber langweilig dagegen fährt. Da der 458 nicht rasend schneller ist als der R8 können das sicher viele nachvollziehen – 458 vs. Portofino, da bleibt man beim 458. Außerdem gibt man 220k aus und regt sich über Krümel und Cola auf den Sitzen auf, beim R8 ist man entspannt.
       
      Die Verträge für einen Cali T hatte ich schon unterschriftsreif bei mir auf dem Tisch liegen, aber dann habe ich mir gedacht, dass es zwar mir egal ist, was „die Leute“ so sagen (im Kindergarten bin ich bei den Öko-Mamas nicht der Favorit, komisch) – aber das Risiko, dass die Kids dann gehänselt werden, das will ich nicht riskieren. Ferrari bei uns muss nicht sein: Da wäre ich dran Schuld und das darf nicht sein, soo heiß und innig ist meine Autoliebe dann doch nicht, es auf dem Rücken der Kids auszulassen.
       
      Dann war mal kurzzeitig der 992 Turbo S Cabrio in meinem Kopf, aber als alter Sparfuchs wusste ich schon, dass man bei Porsche mit Rabatt nicht weit kommt und Werner steckte mir noch, dass die Dinger Geldvernichtungsmaschinen sind. Ich bin auch nicht 100% Porsche-an, 60 Jahre altes Design neu aufgewärmt, Technik aber gut.
       
      Dann kam dieser doofe M8 raus. Ich habe mir mal meine alten Thread-Beiträge durchgelesen: Da war ich schon zu Recht negativ dem Auto gegenüber: Zu wenig PS, zu teuer, zu schwer… stimmt alles. Mein Frust kam natürlich daher, dass ich im Unterbewusstsein schon wusste, dass ich das Ding mal kaufen muss mangels Alternativen.
      So kam es denn auch. Ich hatte zwei vermeintlich großzügige Angebote und fuhr zum einen – der bezog seinen Rabattsatz (ich alter Sparfuchs!) aber auf den 850i. Mit Frau bin ich da nach 2 Minuten dann ohne peinlich berührt zu sein wieder raus und zum nunmehr Verkäufer meiner Wahl für die nächsten Jahre. Frau wollte Nackenheizung, Lenkradheizung und Tür-Zuzieh-Automatik, dafür darf sie nicht mehr motzen die nächsten Jahre.
       
      Als das Ding dann ankam, schmierte Michls Kollege die übliche Pampe erst mal drauf, der Michls selbst war nach einem Autounfall temporär lädiert. Sah dann so aus:
       



       
      Jedenfalls hatte ich die Schlurre die letzte Woche schon Mal ein paar Tage und Fahrbericht folgt.
    • Ich hatte gestern den neuen DB11 zur Verfügung und konnte ihn dabei ausführlich testen.
       
      Grundsätzlich: sowohl auf den ersten Bilder wie auch dann bei der Präsentation live letzten Herbst konnte ich mich für dessen Form noch nicht ganz so begeistern. Ich finde das Auto zwar nicht unattraktiv, allerdings auch nicht „zum Niederknien schön“, wie beispielsweise den Vanquish (oder in meinem Fall den Rapide). Das Auto wirkt für Aston Martin Verhältnisse plötzlich recht futuristisch; im Showroom zwischen den anderen aktuellen Modellen eindeutig moderner, die anderen Modelle lässt der DB11 schon fast klassisch wirken.
       
      Dieser Eindruck setzt sich dann auch im Innenraum fort: hier hat dank Mercedes-Benz ganz klar die Moderne Einzug erhalten. Thema Mercedes-Benz: Ich fuhr letzten Herbst eine Zeit lang den AMG GT-S im Alltag, ein tolles Auto. Obwohl der DB11 preislich und leistungsmässig über dem GT-S steht, zog ich bis dato ungewollt immer wieder Vergleiche zwischen beiden Autos. Nach meiner gestrigen Testfahrt mit dem DB11 muss ich feststellen, dass dieser an sich ungewollte Vergleich nicht ganz zu Unrecht erfolgte. Die beiden Autos fühlen sich nämlich recht ähnlich an, nebst dem verwandten Bedienkonzept fühlte ich mich auch gleich auf Anhieb sehr wohl und vertraut mit dem DB11.
      Dieser optische und gedachte Vergleich zwischen den beiden setzte sich dann auch im Fahrgefühl fort, wo sicher auch der neue V12-Turbomotor des Aston dazu beiträgt. Es liegt daran, dass moderne Turbomotoren allgemein Schwachpunkte (oder Charakter?) verloren haben und eigentlich alles „richtig“ machen, beim AMG wie auch beim DB11. Fahrleistungen (608ps) sind erwartungsgemäss gewaltig, von Turboloch überhaupt keine Spur, man nimmt die Zwangsbeatmung nicht mal akustisch wahr. Im Vergleich zu meinem 6-Liter-Sauger klingt der neue 5,2-Liter-Turbo nicht mehr ganz so inbrünstig, sorgt im Sport+ - Modus (Hallo AMG!) aber immer noch für ausreichend Begeisterung – natürlich primär beim Fahrer, wie aber auch bei einzelnen Passanten, Stichwort quiet start mode.
       
      Ebenso dem AMG GT-S ähnlich ist dessen Agilität, was mich allgemein am meisten beeindruckt am DB11. Der Wagen fühlt sich sehr wendig und leichtfüssig an, die elektronische Lenkung bietet gutes Feedback und ist angenehm direkt, zudem ist die Traktion (trotz Winterreifen und kaltem Strassenbelag) ausgezeichnet. Am AMG GT-S störte mich fast etwas die übertriebe Agilität, dieser fand ich für den Strassengebrauch fast schon etwas zu nervös. Der Aston Martin macht dies besser, dieser ist auch komfortabler als der AMG. Wie heute bei Sportwagen üblich, kann man zudem Komfort und Charakteristik mit den verschiedenen Fahrmodi stark beeinflussen; zwischen GT-Modus und Sport+ Modus herrscht ein erfreulich grosser Unterschied, in allen Belangen.
       
      Als Gran-Turismo betrachtet ist daher der DB11 der bessere Kompromiss zwischen Sportlichkeit, Komfort und Alltagstauglichkeit. Da staune ich, Aston Martin hat dies richtig gut hingekriegt, ebenso macht das 8-Stufen-Automatikgetriebe einen tadellosen Job; ein Unterschied zu einem DSG-Getriebe ist schon fast nicht mehr feststellbar. Einzig die Abstufung zwischen dem zweiten und dritten Gang ist etwas lang gewählt, spürbar ist dies vor allem beim runterschalten bei flotter Gangart. Übrigens ist dies bei meinem Rapide S genau so, daher vermute ich, dass es sich um die selbe ZF-Automatik handelt, wenn die des DB11 auch etwas flotter und geschliffener die Gänge wechselt; eben DSG-like.
       
      Modellpolitisch verstehe ich den Gedanken hinter dem DB11 allerdings nicht so ganz. Wo liegt nun die angepeilte Konkurrenz? Der GT-S ist wie erwähnt preiswerter und etwas schwächer, ein Ferrari F12 wiederum teurer und deutlich stärker. Vermutlich eher im Bereich eines 911 Turbo. Oder: in der eigenen Familie, nämlich beim Vanquish S. Dieser ist zwar teurer, weist aber sehr ähnliche Leistungswerte auf (604ps) und entspricht dem selben Konzept (sportlicher GT mit Frontmotor und Heckantrieb).
      Ich habe vorhin oft den DB11 mit dem AMG GT-S verglichen. Nun habe ich gerade vernommen, dass der Nachfolger des V8 Vantage wohl über den selben Motor (4-Liter-V8-Biturbo) verfügen wird wie der AMG GT-S. Mit anderen Worten: Der DB11 wird dann in der eigenen Marke erneut in Bedrängnis geraten! Es ist demnach fast schon zu erwarten, dass wohl schon bald eine stärkere Vantage-Version des DB11 kommen muss, um Distanz zum zukünftigen V8 verschaffen zu können.
       
      So oder so – der DB11 ist ein toller Gran-Turismo. Schnell, fahraktiv, komfortabel und mit zeitgemässen Infotainment ausgestattet. Optisch gefällt er mir mittlerweile, ehrlich gesagt erst seit gestern, nun recht gut. An die futuristische Form habe ich mich gewohnt, vorallem die Front gefällt mir sehr gut. Bezogen auf die gerade aktuelle Wahl zum Sportwagen des Jahres 2016 von Carpassion eigentlich fast schon mein Anwärter auf definitiv einen Podestplatz.
    • Kann auch nach hinten losgehen. 
      https://m.spiegel.de/stil/ferrari-gegen-philipp-plein-schlammschlacht-auf-instagram-a-1280041.html
    • evlt für den einen oder anderen Interessant 
       
       

×
×
  • Neu erstellen...