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Corvette C4 Cabrio - Was tun?

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bozza
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Letzter Beitrag:

Hallo zusammen,
im hintersten Eck meiner Halle steht schon länger eine C4 Cabrio rum.

Die Corvette Gemeinde hier ist ja relativ klein, aber vielleicht gibt's ja doch ein paar Tips für mich. Auf dem Gebiet bin ich gänzlich blank.

Kurz: Ich hatte mal die Möglichkeit eine C4 zu erstehen. Ich nutzte die Möglichkeit. Und seitdem steht die C4 rum.
Dachte es wäre ein nettes Restaurationsobjekt für einen Winter. Bis ich gesehen habe was so C4 in gutem Zustand kosten.... Wer restauriert, verliert. In diesem Fall nach ersten Schätzungen mehr als nur Zeit 😞

Ein paar Details, Bilder folgen wenn ich wieder zum Auto komme:
C4, Cabrio, weiß, Motor läuft (schlecht), Automatikgetriebe schaltet, Auto bremst, Cockpit funktioniert alles, um die 50t Meilen, Innenraum durch, Verdeck durch, Karosserie braucht das volle Programm. Ringsum Risse, aber alles komplett und nichts verzogen. Auspuff durch. Außer den 275er Z51 (?) hochglanzpolierten Felgen keine Sonderausstattung erkennbar.
Komplett, steht schon länger, war in DE zugelassen, startet, kann sich aus eigener Kraft bewegen. Aber wurde in den letzten 3 Jahrzehnten nur benutzt und nicht gepflegt und gewartet. Ein perfektes Beispiel für Wartungsstau.

 

Von der Idee der Concours Restauration bin ich schon weg. Selbst den Wartungsstau aufarbeiten und einen zuverlässigen Dailydriver Klassiker zu erhalten wird sich wirtschaftlich kaum darstellen lassen. Die weiteren Gedanken wären zersägen und an die Wand hängen, V8 Couchtisch, Whirpool etc.

 

Was würdet ihr mit dem Dingens machen? Es soll auf alle Fälle der Platz in der Halle frei werden.

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355GTS
Geschrieben

ab in die Bucht

Startpreis 1€

Luimex
Geschrieben
vor 45 Minuten schrieb bozza:

Wer restauriert, verliert.....

Ging mir schon öfter so...... deshalb sind deine

 

vor 46 Minuten schrieb bozza:

weiteren Gedanken wären zersägen und an die Wand hängen, V8 Couchtisch, Whirpool etc. 

 

gar nicht so falsch..... auch wenn`s bitter is.....

 

oder eben ab in die Bucht damit.....

Pentium
Geschrieben

frag doch mal den User Pentium ob er sie dir kostenlos entsorgt 😉

F40org
Geschrieben

In Corvette-Kreisen gibt es immer Leute die unverbastelte „Resto“-Objekte suchen. Langsam erkennt man dort auch, dass man bei der C4 noch günstig ein H-Auto erwerben kann und somit einen Oldtimer hat.

 

Weisses Cabrio könnte funktionieren und wenn Du Deinen Invest „plus“ bekommst, passt es doch und ist wieder Platz in der Garage.

C6-Baby
Geschrieben

Falls Du sie noch hast, versuch's doch mal im Corvetteforum.de - ich kann sie auch gerne mal im Corvette Club Bayern anbieten.

F430Matze
Geschrieben

Ab in die Bucht ab 1 Euro.. tut weh, aber wenn es so ist.. hab sowas auch durch letzten Monat.

 

Einen 71er Impala für um die 10 K gekauft, sah auf den ersten Blick gut aus... wollte ihn ihn meiner Werkstatt nur checken lassen und alle Flüssigkeiten erneuern lassen, zudem bissal Kosmetik.

Nach ein paar Monaten waren schon mehr als 3500 Euro in Schweißarbeiten drin, dann verreckte das Getriebe beim Rangieren.

Anschließend stand das Auto anderthalb Jahre, da ich das Interesse verloren hatte... in mobile wollte ihn auch keiner.


Also ab 1 Euro in die Bucht... immerhin hat er das gebracht, was die Werkstatt gekostet hatte und ich hatte nur die Anschaffungskosten verloren.


Mach nicht den selben Fehler. :) C4 werden auch gerne geschlachtet in dem Zustand.

 

Allgoier
Geschrieben (bearbeitet)

Bilder wären mal toll, gerade mit dieser o.g. Patina... (gibt es die noch nach 2,5 Monaten) ?

 

Wenn ich mal so auf mobile.de nach C4 schaue, kommen in Deutschland zur Zeit nur 48 Angebote.

Beginnend bei 7.000 €... der zweite bei 8.500 € und der dritte bei 9.000 € und der 7te bei 10.000 €

Meint ihr nicht, wenn bozza das Teil noch 10 Jahre im Eck liegen lasst, dass der Preis steigt. Wird ja immer weniger von denen geben. Ersatzteile ebenso. OK er braucht platz, aber mit einer Parkbühne hätte er den Platz drunter... 🙄

 

Das nötigste machen (Reifen aufpumpen, mit Sprühdose über die unschönen stellen).

Auspuff kann man doch in einer Schrauberbude günstig schweißen und wenn da einer mit Vergaser sich auskennt, dann bekommt man den Motor auch wieder zum laufen (ist ja eine simple Ami-Technik). Kraftstoff, Kompression und Zündung kontrollieren, dann kann man das Fehlerbild schnell eingrenzen/gar beheben.

 

Somit würde Motor, Getriebe und Motor schon mal passen. Optischt ist es halt ein altes Fahrzeug mit Patina. Wenn der richtige (ein Karosseriespengler/-lackierer) sowas sucht, hast du ihn dann auch los.

 

So eben mein Gedanke. Verschenken würde ich da nichts.

Aber bleibt natürlich dir überlassen.

Sonst ab 1 € in die Bucht. Ich biete gerne mit (wenn ich ihn dann nicht kaufen muss) 😋 😆

 

 

EDIT: mal was anderes (rein aus Neugier): was bewegt eigentlich einen, so ein Fahrzeug (wohl im schlechten Zustand) zu kaufen ? Also was ich mein, rein aus Hobbygründen (Zeitvertreib im positiven) oder finanziell (um einen kleinen oder großen Reibach damit zu machen) ?

bearbeitet von Allgoier
Allgoier
Geschrieben

Bozza hat ein Cabrio (ganz überlesen).

Da gibts dann nur 26 Angebote. Beginnend bei 9.000 €.

 

 

bozza
Geschrieben
vor 23 Minuten schrieb Allgoier:

EDIT: mal was anderes (rein aus Neugier): was bewegt eigentlich einen, so ein Fahrzeug (wohl im schlechten Zustand) zu kaufen ? Also was ich mein, rein aus Hobbygründen (Zeitvertreib im positiven) oder finanziell (um einen kleinen oder großen Reibach damit zu machen) ?

Du bist also kein Flohmarktgänger? 😉 Evtl. kennst du das hier: Du brauchst nur eine Packung Nudeln und gehst dafür in einen naheliegenden Konsumtempel. Bis zur Kasse warst du eisern und hast nur die Nudeln gekauft, aber dann lächelt dich so ein einsamer Schokoriegel an....

Naja gut, die C4 war wirklich nicht sehr teuer. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch Platz und war vom Angebot schier überwältigt. Dachte ich könnte einfach im Winter das Auto wieder soweit herrichten um einen Ami-Daily zu haben. Dachte ich...

Primär scheitert es an der Zeit, die ich dafür nicht mehr aufwenden will. Bei uns steht genug Italo-Blech rum, da komm ich schon kaum zum fahren. Und instandgehalten will das Zeug ja auch noch werden.

Einen Reibach kann man mit so Kisten nicht machen, das war und ist mir klar. Nichtmal wenn man die Arbeitszeit vernachlässigt.

Zusammenfassend: sagen wir einfach Hobby. Hobby für welches man eigentlich keine Zeit hat, dies aber beim Kauf nicht berücksichtigt.

 

Zum Auto. Es steht weiterhin rum. Werde jetzt im Frühjahr mal eine neue Batterie reinstecken, Flüssigkeiten wechseln und  ein paar Meter fahren.
Falls mich einer der Mitlesenden davon abhalten und sich dem Abenteuer selber stellen will, bin für Angebote offen. Gerne auch im Tausch gegen Uhren (IWC oder vergleichbar), Münzen (Gold und Silber zum Blechpreis mit Aufschlag), oder sonstige Wertgegenstände die weniger Platz brauchen als eine C4 🤣

Allgoier
Geschrieben

Wollte dir mit deinem Spontankauf nicht zu nahe treten. War ja auch nicht negativ gemeint.

Bin einfach nur neugierig gewesen, wie so ein Kauf zustande kam (hab ich noch nie gemacht).

 

Zeit ist einfach das Problem, das wir alle haben. Platz vielleicht auch, aber der lässt sich erkaufen.

 

Na dann wünsche ich dir viel Erfolg bei der Wiederbelebung des Eisenschweins. Oder einen schnellen Käufer (wie du es einst warst/bist) der Freude an dem Eimer haben wird.

 

Lass uns bei deinem weiteren C4 Verlauf teilhaben und Fotos sind immer erwünscht 😎

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      Guten Morgen Gemeinde,
       
      viele von Euch haben ja meinen Thread ...
      https://www.carpassion.com/forum/thema/46497-am-ende-steht-die-freude-die-geschichte-meiner-c3/
      hier im Forum verfolgt.
       
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      Nachfolgend die Geschichte dazu:
       
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      Bereits zum Zeitpunkt der Terminvereinbarung bat er mich, das gesamte vorhandene Paperwork zur Vette mitzubringen. Direkt bei meiner Ankunft fragte er danach und ich legte die zwei vollen Ordner auf die Ladefläche seines X5. Aufmerksam studierte er all die Unterlagen, die Fotostory der Restauration, die einzelnen Lebensläufe der Vorbesitzer meiner C3 und die alten und haufenweise neuen Rechnungen, die ich teilweise in mühevollster Kleinarbeit und umfangreichen Recherchen zusammengetragen hatte. „Tatsächlich lückenlos und sogar von Amtswegen bestätigt“ bemerkte er nach einer ganzen Weile. Mit „Amtswegen“ meinte er wohl die Bestätigung von „ASTRA“, dem Amt für Straßen aus der Schweiz, die mir damals den Erstbesitzer bestätigten und gleichzeitig meine Corvette als eine von lediglich 16 Stück auswiesen, die 1969 in Bienne in der Schweiz CKD gefertigt und ausgeliefert wurden. Weiter schrieb ASTRA, dass lediglich dieses eine Exemplar noch gelistet wäre. Er klappte die Ordner zu und wirkte sehr zufrieden.
       
      Daraufhin gingen wir gemeinsam hinten herum die Rampe nach oben. Beim „nach oben gehen“ drückte er den Knopf einer Fernbedienung, ein breites weißes Segmenttor rollte sich lautlos auf und gab den Blick auf den dahinter liegenden Raum frei. Nun, von einer „Scheune“ war dieser riesige Raum wirklich weit entfernt. Der Boden war in einem spiegelnden Hellgrau versiegelt, die Wände weiß verputzt und der Dachstuhl, mittig bis auf eine Höhe von sicherlich fünf Metern, in schönstem, gehobeltem, hellem Holz ausgeführt. Auf jeder Seite des Tores standen gut und gerne 10 Oldtimer, am hinteren Ende des Raumes eine lederne Sitzgarnitur, die jedem englischen Herrenclub zur Ehre gereicht hätte.
       
      „Diese Wägen fahre ich nicht“, sagte er, „die sind lediglich hier in meiner Sammlung. Nur die unten im alten Stall nutze ich eigentlich wirklich“. Später durfte ich den „alten Stall“ noch besichtigen. Also ich würde sofort meine Garage gegen seinen „alten Stall“ eintauschen. Dieser Komplex hatte dieselbe Grundfläche wie die Scheune, aber war natürlich niedriger. Kühe gab es hier schon lange nicht mehr, denn nicht einmal der Geruch erinnerte mehr daran. Der Boden war ebenfalls hellgrau versiegelt, die Wände in strahlendem Weiß. In einer Ecke war eine weiß geflieste Werkstatt eingerichtet, die wie ein Krankenhaus-OP auf mich wirkte. „Sie schrauben selbst“, fragte ich erstaunt, „nein“, meinte er, „wenn es etwas zu tun gibt, dann kommt es darauf an welches Fahrzeug aus meiner Sammlung es betrifft und dann lade ich mir den Spezialisten für diese Marke hierher ein. Ich fahre niemals in eine Werkstatt“. An dieser Stelle hatte ich dann keine weiteren Fragen mehr. Auch in diesem Raum befanden sich nochmals ca. 10 wundervolle Wägen, durch die Bank deutsche, italienische und englische Fabrikate.
       
      Aber zurück zum Obergeschoss. Wir betraten also die Halle und im Nachhinein betrachtet, ist mir wohl der Mund offen stehen geblieben. Ich habe vorher noch nie so eine private Sammlung live gesehen. Hier stand einfach (fast) alles was in der Vergangenheit einmal Automobilgeschichte geschrieben hat, auch eine Corvette C1 war darunter. „Wie sie sehen“, sagte er, „stehen hier schon ein paar Autos, meistens aus dem alten Europa. Mit meiner amerikanischen Sammlung beginne ich gerade. Originalität ist mir dabei gar nicht so wichtig, sondern eher eine besondere und vor allem lückenlos belegbare Historie des jeweiligen Fahrzeugs, quasi das Leben, das ein Fahrzeug so werden hat lassen, wie es heute dasteht“. „Jackpot“, dachte ich bei mir. Das war es also, was ihn an meiner Vette so fasziniert hat.
       
      Er deutete nacheinander auf drei Wägen, „den da, den da, oder den da, würde ich gegen ihre Corvette eintauschen. Beim ersten „den da“ zeigte er auf einen Alfa Romeo Spider, Serie 1 mit Rundheck, meines Erachtens also irgendwo Baujahr 66 bis 69, ein wirklich sehr schöner Wagen, aber ich blieb gefasst, das dritte „den da“ nahm ich nur noch am Rande wahr, es fiel auf einen englischen Vierkantboliden, ähnlich einem DeLorean. Da ich von diesem Wagen noch nicht einmal den Hersteller kannte und ich sowieso nicht auf „kantige Fahrzeuge“ stehe, war meine Entscheidung längst gefallen, denn das zweite „den da“ lies mein Herz nämlich bis in den Hals schlagen. Es war der E-Type. Da stand er, fast unscheinbar zwischen all den historischen Kollegen, Nummer sechs in der rechten Reihe, ein rot funkelndes Coupé, chromblitzend und mit beigem Leder.
       
      Kennt Ihr das, wenn plötzlich das Kopfkino anspringt und die großen Emotionen gestartet werden, die zur sofortigen Schnappatmung führen und einem eine mindestens 5 Zentimeter dicke rosarote Brille unwiderruflich auf die Nase wuchten? Das passierte in diesem Moment mit mir. Gott sein Dank nicht zum ersten Mal, denn genau dies ist mir bei meiner Corvette auch passiert und ich musste hinterher zig zehntausende Euros Lehrgeld bezahlen. „Diesmal nicht“! Ich biss mir auf meine Zunge und versuchte wieder Herr meiner Gedanken zu werden. Jetzt ist ein Pokerface angesagt, dachte ich bei mir.
       
      Um äußerste Fassung bemüht sagte ich daher, „der E-Type wäre möglicherweise eine Option“. „Gut“, sagte der Sammler. „Natürlich möchte ich den Wagen vorher fahren“, setzte ich nach. „Selbstverständlich“, entgegnete er. Der E wurde auf vier Transportkatzen gestellt und aus der Reihe in den Mittelgang manövriert, dann wurde eine Gewebeplane unter dem Auspuff auf den Boden gelegt, damit der E den spiegelnden Boden beim Starten nicht „vollspucken“ konnte und das Fahrzeug wurde gestartet.
       

       
      Es dauerte ein wenig, aber der Motor sprang an. Spotzend und hustend rollte der E nach draußen und die Rampe hinunter. Wir ließen dem E Zeit sich im Standgas etwas zu sammeln. Nach und nach reduzierten wir den mechanischen Choke von Stufe drei auf zwei auf eins, dann stiegen wir ein und drehten eine Runde.
       
      Dieses erhabene Gefühl, zum ersten Mal in einem derartigen Klassiker zu sitzen und ihn selbst zu pilotieren, werde ich wohl nie wieder vergessen. Der Fahrspaß an sich, blieb dabei aber leider komplett aus. Der E nahm nur widerwillig Gas an, ruckelte wie verrückt, das Getriebe schaltete nicht zurück, sämtliche Anzeigen, die Auskunft über den Ladezustand der Batterie und noch viel schlimmer den Öldruck geben sollten, waren ausgefallen. Die Sitzposition war irgendwie „höckerartig“, das Lenkrad zu weit unten und völlig unhandlich. Alles war extrem merkwürdig im Vergleich zu meiner Vette. Nach kurzer Zeit stank es dann auch noch nach Benzin. Man merkte dem Fahrzeug die lange Standzeit in der Sammlung wirklich extrem stark an.
      Zurück an der Garage schaute ich mir den Wagen von allen Seiten an – der Karosseriezustand war wirklich hervorragend. Der E kam aus Kalifornien und wurde vom Vorbesitzer des Sammlers bis 2004 komplett restauriert. Die Karosse hatte kein einziges Reparaturblech erhalten. Ich wusste wie viel Geld ich in die Corvette geblasen hatte und diese Katze war vom Zustand her nochmal gut das Doppelte besser. In diesem Wagen steckte ein kleines Vermögen. Bevor der Vorbesitzer die Früchte der Restaurierung genießen konnte, ist er verstorben. Jahre später hatte die Witwe den Wagen an den Sammler verkauft. Möglich, dass der E nach der Restaurierung noch nie auf einer öffentlichen Straße bewegt wurde. Natürlich war auch der TÜV schon seit einer kleinen Ewigkeit abgelaufen.
       
      Für mich stand jetzt fest – das Problem war rein mechanischer Natur und speziell hier hatte ich einen Joker in der Hinterhand. Ein Freund von mir hat eine Oldtimerwerkstatt, schraubt an allem alten Blech und auch GFK, ist aber eigentlich spezialisiert auf alte Jaguare. Jetzt war es soweit diesen Trumpf auszuspielen.
       

       
      „Na ja, so toll war die Probefahrt ja jetzt nicht gerade“. „Da muss ich Ihnen Recht geben“, antwortete der Sammler. „Sind Sie trotzdem noch an dem Jaguar interessiert“? „Grundsätzlich Ja“, sagte ich, „wenn der Tausch wirklich zustande kommen soll, dann muss der Jaguar natürlich funktionieren, also der Motor muss vernünftig laufen, das Getriebe muss schalten und die Anzeigen müssen verlässliche Werte anzeigen“. „Das sehe ich genauso“, erwiderte er.
       
      „Ich möchte den Wagen von einem guten Freund in Augenschein nehmen lassen. Er hat eine Jaguarwerkstatt und kennt sich mit den Macken des E sehr gut aus. Er wird uns sagen können, was an dem Fahrzeug alles zu tun ist, dass er wieder vernünftig läuft“.
       
      „Ich hätte vorgeschlagen den Jaguar in eine mir bekannte Werkstatt zu geben und dort fahrbereit machen zu lassen, aber so ist mir das natürlich noch viel lieber“, sagte der Sammler. Wir vereinbarten einen neuerlichen Besichtigungstermin und ich fuhr zurück nach Hause. Nein, eigentlich fuhr ich gar nicht nach Hause, sondern ich fuhr direkt zu Claus, meinem Freund mit der Werkstatt und erzählte ihm diese ganze unglaubliche Geschichte. Claus wurde neugierig und war sofort bereit mich zu dem anstehenden Besichtigungstermin zu begleiten, ich war beruhigt. Bereits am übernächsten Tag machten wir uns gemeinsam auf den Weg zu der Garage des Sammlers. Dort angekommen erwartete er uns bereits, der E stand schon bereit.
      Claus prüfte den E auf Herz und Nieren. Karosserie, Lackierung und Interieur entlockten ihm dabei ein bewunderndes Nicken in meine Richtung. Motor und Getriebe dagegen weniger. „Am wichtigsten ist, dass das Triebwerk Öldruck aufbaut, leider ist die Anzeige kaputt und wir müssen uns etwas einfallen lassen, um das zu kontrollieren“, sagte Claus. Natürlich hatte ich ihm im Vorfeld bereits erzählt, dass die Anzeigen nicht funktionierten und wir hatten uns daher aus einem alten Öldruckgeber und dem Instrument aus einem XJ eine „Hilfskrücke“ gebastelt. Kurzerhand holte er aus meinem Kofferraum diese etwas seltsam wirkende Apparatur sowie das notwendige Werkzeug und begann damit den Jaguar zu zerlegen. Da der Tausch des Öldruckgebers beim V12 keine große Sache ist, war der Austausch ruck zuck vollzogen. Nach dem Start des Triebwerks dasselbe Bild – kein Öldruck. Wir waren ratlos. Natürlich hatten wir unser „hochtechnisches Messinstrument“ getestet und es hatte problemlos funktioniert. Somit blieb nur der Schluss – der Motor hat keinen Öldruck. In diesem Moment zerplatzte meine Traumblase und ein Gefühl der absoluten Niedergeschlagenheit holte mich blitzartig von meiner wonnig, weichen, rosaroten Wolke Sieben. Dass ich schon wieder einem beachtlichen Realitätsverlust erlegen war, bemerkte ich erst in diesem Augenblick. In Gedanken war ich wohl bereits Besitzer des E-Type und da das jetzt gerade alles andere als zum Greifen nahe war, erschien mir diese Tatsache wie eine plötzliche, eiskalte Dusche.
       
      In unserer Ratlosigkeit kam uns der Besitzer des E zur Hilfe. Kurzerhand holte er aus seiner Werkstatt ein mobiles, manuelles Druckmessgerät. Mit dem entsprechenden Adapter war es schnell montiert und nach dem Start des Motors kam die so erhoffte Entwarnung – die Messuhr zeigte bei kaltem Motor 70+ psi, ein absoluter Traumwert!
       
      Als auch diese Hürde genommen war, geschah etwas wiederum Unerwartetes – „ich bin bereit mich mit 2.500 Euro an der Instandsetzung des E zu beteiligen“, sagte der Sammler. Ich sah Claus an und sagte „reicht das“? „Für die Arbeitszeit – Ja“, meinte Claus. Ich sah den Inhaber des E an und entgegnete fürchterlich aufgeregt, „gut, dann kommen wir ins Geschäft“. Der Sammler grinste. Claus grinste. Ich grinste. So soll ein Geschäft enden.
      Der Rest ist eigentlich schnell erzählt. Es folgte das unvermeidliche Paperwork und wir vereinbarten bei Claus in der Werkstatt einen Übergabetermin. Tags darauf erschien der Sammler mit einem Hänger bei Claus, lieferte den E, zahlte den vereinbarten Betrag und übernahm die Vette. Als er mit „seiner“ Vette abzog war es mir unendlich schwer ums Herz, fast als hätte ich ein geliebtes Familienmitglied verloren. Ich hatte einen richtigen Knödel im Hals stecken. Plötzlich war ich mir gar nicht mehr sicher wirklich das Richtige getan zu haben. Ich vermisste meine Vette jetzt schon und das blieb bis heute so.
       
      Trotzdem, der Jaguar war da. Wir nahmen den Wagen auf die Bühne und begutachteten ihn eingehend von allen Seiten. Wir erstellten eine Liste der notwendigen Arbeiten, ich besorgte die notwendigen Teile und die Instandsetzung der Standschäden begann.
      Komplette Vergaserüberholung Tachowelle ersetzen Kick-Down Neutral Switch ersetzen Beide Außenspiegel erneuern Sämtliche Flüssigkeiten tauschen Motoröl mit Filter Automatikgetriebeöl mit Filter Bremsflüssigkeit Lenkflüssigkeit Kühlerflüssigkeit Geber Wassertemperatur tauschen Öldruckgeber tauschen Öldruckdose tauschen Sämtliche Wasserschläuche tauschen Sämtliche Heizungsschläuche tauschen Sämtliche Keilriemen tauschen Ventile einstellen USA Abgasrückführung extrahieren Motor/Vergaser auf GB umrüsten Zündung einstellen Vergaser (CO) einstellen Komplette Bordelektronik instandsetzen Zigarettenanzünder tauschen Luftfilter auf K&N umrüsten Kreuzgelenke Hinterachse tauschen Benzinfilter tauschen Sämtliche Benzinschläuche ersetzen Lenkrad ersetzen Radio ersetzen Kreuzgelenk Lenksäule unten tauschen Automatikschaltkulisse ersetzen Klimaanlage befüllen und auf Dichtheit prüfen Beide Schalter Klimaanlage ersetzen Bedienknöpfe Klimaanlage ersetzen Windfanghaken Motorhaube nachrüsten Lichtmaschine ersetzen Fußmatten nachrüsten Schalldämpfer von USA auf GB umrüsten Filter Vacuum Control Valve nachrüsten Fahrzeug komplett abschmieren USA Abgasrückführung extrahieren, Ventilspiel messen
       

       
      Die riesige Verteilerkappe des 12-Enders

       
      Montage der offenen K&N Filter (links)

       
      Montage der offenen K&N Filter (rechts)

       
      Die Vergaser mit den GB-Nadeln und den offenen Filtern einzustellen war eine wirkliche Herausforderung. Ich habe für 40 Euro getankt und nach 26 Kilometern ging plötzlich, während der Probefahrten, der Motor aus. Wir waren ratlos, bis wir feststellten, dass tatsächlich kein Sprit mehr im Tank war! Die Katze hat sich pro Kilometer einen Liter Super Plus genehmigt – der Horror! Nach unendlichen Stunden ist der Verbrauch derzeit auf 23 Liter regelrecht „minimiert“ worden. Zumindest schaffe ich jetzt die Entfernung zwischen zwei aufeinander folgenden Tankstellen
      Mit dem Verbau eines Radios, um das hässliche Loch zu verdecken und der Montage eines kleineren Lenkrads, um den Lenkkomfort zu verbessern, schlossen wir die Arbeiten ab. Ja, eigentlich gehört ein Lederlenkrad hinein, aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Schrecklich, ich weiß.
       

       
      Nach 8 Wochen angestrengter Arbeit bekam der Jag eine neue TÜV-Plakette. Diese ziert nun mein Kennzeichen FFB-E 372 (E-Type, Serie 3, Baujahr 72).
      Das Kätzchen schnurrt seither wie eine Eins und somit konnte das, eigentlich bereits mit der Vette geplante, Fotoshooting endlich stattfinden. Der Fotograf meines absoluten Vertrauens ist Simon, den ich bereits letztes Jahr bei einem von mir organisierten C3 Fotoshooting kennen und schätzen gelernt habe. Hier zum Abschluss noch ein paar Impressionen von Simons außerordentlicher Leistung! Mein ganzer Respekt sowie meine Hochachtung gebühren ihm!
       
      Fotoshooting 2011 C3 Corvetten in Raisting an der Erdfunkstelle

       
      Fotoshooting BMW Gelände München-Freimann im Juli 2012

       

       

       

       

       

       

       
      Danke für Euer Interesse und dafür, dass Ihr so viel Zeit in das Lesen dieser Geschichte investiert habt!

      Beste Grüße
      Euer Thomas
    • C6-Baby
      Hier der gewünschte Bilderbuch-Thread für die C4. Bitte nur Bilder einstellen und eure Signatur ausblenden. Vielen Dank!
    • 2010unimog
      Hallo,

      möchte die Antriebswelle hinten links an meinem 964 C4 BJ 91 wechseln. Lt. PET wäre die Teilenummer für den C4 964 332 024 09. Bei den Händlern findet man meist nur die Teilenummer 964 332 024 08 - die ist aber lt. PET für den C2.

      Gibt es unterschiedliche hintere Antriebswellen für den C2 bzw. C4?

      Würdet Ihr besser die gesamte Antriebswelle wechseln oder nur das radseitige defekte Gelenk? Mein Fahrzeug hat ca. 133000km.

      Vielen Dank im Voraus für Eure Unterstützung!

      Gruß, Georg
    • F40org
      Ist denn bekannt wie das Teilnehmerfeld ist - oder kann ich das irgendwo im www schon finden? Merci.
    • F40org
      CORVETTE C7 ZR1 Convertible
       

       

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