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Reisen in Europa: Vignetten, Plaketten, City-Maut


matelko

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Sommerzeit, Reisezeit: Lange bekannt sind die Straßennutzungsgebühren für die Fernstraßen in Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Slowenien, Ungarn, Tschechien etc. pp. Auch bekannt ist, daß die jeweiligen Wegezölle vor Auffahrt auf das entsprechende Fernstraßennetz zu entrichten sind - Diskussionsthemen mit unschönen Erfahrungen bei Zuwiderhandlung gibt es auch in diesem Forum genügend.

 

Was seit geraumer Zeit in Europa neu hinzu kommt, sind Umweltplaketten zur Klassifizierung von Fahrzeugen nach der Höhe der Schadstoffemissionen. In Deutschland ist es zur Zeit die sog. Umweltplakette in grüner, gelber und roter Farbe. Wie aber sieht es in den anderen Ländern Europas aus? Ein kurzer Überblick für Fahrten in den Süden:

 

Frankreich:

Der französische Staat kämpft seit mehreren Jahren gegen die Abgasbelastung des Individualverkehrs. Dazu wurde 2014 ein Umweltplaketten-System zur Identifizierung der Autos mit der Bezeichnung "Crit'Air" beschlossen und ab 01.01.2017 stufenweise in Kraft gesetzt. Es ist zwingend für alle Fahrzeuge anzuwenden, egal welcher Herkunft bzw. Nationalität. Erhältlich ist die Plakette z.B. über die Webseite www.certificat-air.gouv.fr. In Paris gilt das System bereits permanent. So müssen Fahrzeuge mit Erstzulassung vor 1997 von Montag bis Freitag zwischen 8 und 20 Uhr dem Stadtzentrum fernbleiben. Neuere Autos müssen, je nach Alter und Umweltverträglichkeit, eine von sechs Plaketten tragen. In weiteren 25 Städten Frankreichs wird es hingegen noch als Provisorium im Fall einer höheren Abgasbelastung angewendet. Zu diesen Städten zählen beispielsweise Lyon, Grenoble, sowie einige Nachbarstädte im Großraum Genf. Womit wir zum nächsten Transitland kämen.

 

Schweiz:

In der Schweiz sind derzeit noch keine derart drastischen Maßnahmen für größere Städte getroffen worden. Allerdings wurden Einfahrtsbeschränkungen in den großen Städten der Schweiz bereits diskutiert und sollten zwischen 2012 und 2014 Zug um Zug umgesetzt werden, wobei sich die kantonalen Gesetzgeber am Vorbild deutscher Lösungen orientieren wollten. Ein einheitliches System auf Bundesebene wurde von der Bundesverwaltung allerdings gestoppt, d.h. das weitere Vorgehen liegt in den Händen der einzelnen Kantone. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und es ist mit neuen Vorstössen zu rechnen. Derzeit gibt es neun Orte mit absolutem Zufahrtsverbot: Braunwald, Bettmeralp, Mürren, Riederalp, Rigi, Saas-Fee, Stoos, Wengen, Zermatt.

 

Österreich:

Hier wird das Thema noch sehr moderat behandelt und es sind nahezu ausschließlich LKW ab 7,5 t, die in einzelnen Regionen einer Zufahrtsbeschränkung unterliegen. Einzig die A12 in Tirol hat eine Beschränkung für alle Fahrzeuge aus Umweltschutzgründen, nämlich die der Geschwindigkeit auf 100 km/h.

 

Weitere Einzelheiten zu jedem Land Europas und jeder betroffenen Stadt sind auf der Webseite http://www.urbanaccessregulations.eu/  nachzulesen. Dort gibt es auch eine übersichtliche Karte, mit deren Hilfe die gewünschten Informationen schnell navigiert werden können. Fazit: Es empfiehlt sich also künftig, vor Reiseantritt genauestens zu informieren, mit welchen Restriktionen man bis zum Zielort zu rechnen hat und ob man am Zielort überhaupt einfahren darf. Da ist in den nächsten Jahren mit eher mehr Restriktionen als mit weniger zu rechnen.

 

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Zum Glück bin ich 2016 noch ohne diesen Aufwand durch Milano gefahren....... aber ich hätte es auch nicht gewusst und nicht jedes bunte Schildchen erschliesst sich einem gleich in einer fremden Stadt.

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So erging es mir in Paris... ich wäre nicht im Traum auf die Idee gekommen, daß es seit Anfang dieses Jahres ernsthafte Regelungen zur Einfahrt in die Stadt geben würde und eine (weitere) Plakette an die Windschutzscheibe geklebt werden muß.

 

Übrigens, der fahrzeugbezogene Plakettenversand kann 4 bis 6 Wochen dauern, auch das sollte in die Reiseplanungen mit einfließen.

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