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as7805

Meine Erfahrung A45 AMG

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as7805
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So, jetzt möchte ich nach einem Jahr und 22Tkm auch mal meine Erfahrung(en) zum Besten geben.

Vorab, bitte nicht schlagen, wenn da, aus meiner Sicht, nicht viel positives übrig bleibt ;) Das sind meine rein subjektiven(!) Erfahrungen und ich Maße mir da keinesfalls an der Maßstab zu sein!

Ich bin vom Audi S6 4F (10 Zyl. Sauger) letztes Jahr auf den A45 gewechselt, da ich nach "großen" Autos mal wieder etwas ganz anderes wollte. Und das ist der A45 auch, viel krasser kann der Gegensatz wohl auch nicht sein ;)

Allerdings, Freunde werden wir wohl nicht mehr in diesem Leben... Je länger ich ihn habe umso öfter ertappe ich mich dabei wieder mit dem S6 zu fahren, den ich, aufgrund überzogener Preisvorstellungen meinerseits :D, bisher nicht los bekommen konnte.

Positiv ist aus meiner Sicht, dass er sich sehr wendig und direkt fährt. Die Bremsen und das Fahrwerk gefallen mir auch. Dann hört es für mich aber leider eigentlich auch schon auf. Halt, noch etwas vergessen, Langzeitdurchschnittsverbrauch im A45 12 Liter. Im S6, bei gleicher Fahrweise, Strecken etc. 17 Liter. Das hat auch gewisse Vorteile ...

Meine Frau hat ihn von Anfang an immer nur als "Rum(m?)sschüssel" bezeichnet. Das trifft es eigentlich ganz gut :D Vielleicht wäre es schon besser, wenn ich nicht die Performanceabgasanlage genommen hätte ;)

Am Meisten stören mich die folgenden Punkte:

 

Motor:

Ich finde den Motor, bzw. die Gasannahme extrem digital. Entweder passiert nichts, oder man gibt etwas mehr Gas u. er schaltet runter, überwindet das Turboloch und "explodiert" dann. Akustisch in "S" im wahrsten Sinn des Wortes :) Überhaupt kein Vergleich, was ja auch kein Wunder ist, zum S6 der sich um Welten besser "dosieren" lässt und viel angenehmer hochdreht.

Wenn er kalt ist nimmt er beim Anfahren sehr zögerlich Gas an. Das ging soweit, dass ich bei der Werksabholung erstmal gedacht habe es ist etwas kaputt und gar nicht losgekommen bin :D

Bis 200 geht er aus meiner Sicht ganz gut, dann wird es doch recht zäh. Da hätte ich mir, im Vergleich zum S6 (der 500kg schwerer ist und dessen Motor eher nicht die Nennleistung hat) mehr erwartet. Ich habe die Vmax - Aufhebung bis 270. Die hätte man sich jedoch schenken können. Ich glaube so viel Anlauf kann man gar nicht bekommen ;) Im Zuge der Reklamation gab es dann einen neuen Turbo, aber geändert hat das auch nichts.

 

Verarbeitung / Haptik

Für ein Auto mit einem NP von um die 60TE bin ich damit gar nicht zufrieden. Das Plastik und die ganze Haptik sind alles andere als hochwertig und überhaupt kein Vergleich zu Audi (generell, nicht nur dem S6).

Bei etwas lauterer Musik scheppert gefühlt eigentlich alles im Auto. Das kenne ich so auch nicht.

An den Türinnenseiten sieht man das "nackte" Blech. Da dachte ich auch, dass es so etwas schon gar nicht mehr gibt ;)

Sehr laute Windgeräusche. Nach mehrmaligem Reklamieren etwas besser aber für mich nicht wirklich zufriedenstellend. OK ist bei so einem "kleinen" Auto vielleicht auch einfach nicht besser zu erwarten.

Wie gesagt bitte nicht schlagen ;) Ich habe es mir auch selbst so ausgesucht und jammere auch nicht darüber ;)

Aber ich werde jetzt wohl doch wieder auf den S6 4G wechseln ... btw. der A45 wäre für recht interessante Leasingkonditionen abzugeben ;)

Viele Grüße,

Alex

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chip
Geschrieben

Finde ich gut was du schreibst :-))! es darf ja auch durchaus mal kritisch sein, dazu sind ja Foren wie dieses hier da. Der Vergleich zum s6 ist natürlich etwas weit hergeholt da der ja in einer anderen fahrzeugklasse beheimatet ist.

Ganz nebenbei ein Freund von mir hat den golf 7r mit Abt tuning der ist gut mit dem amg vergleichbar und hat nach meinem Empfinden keine der Mängel die du aufzählst

Daher wäre das in der Leistungsklasse eine echte und auch sogar günstigere Alternative zum amg.

Jamarico
Geschrieben
Finde ich gut was du schreibst :-))! es darf ja auch durchaus mal kritisch sein, dazu sind ja Foren wie dieses hier da.

...dem ist nichts hinzuzufügen.

Gast amc
Geschrieben

Bis 200 geht er aus meiner Sicht ganz gut, dann wird es doch recht zäh. Da hätte ich mir, im Vergleich zum S6 (der 500kg schwerer ist und dessen Motor eher nicht die Nennleistung hat) mehr erwartet.

Das Gewicht ist bei 200 km/h eher nebensächlich, da geht es fast nur noch um Aerodynamik, Motorleistung und Getriebeabstimmung.

Verarbeitung / Haptik

Für ein Auto mit einem NP von um die 60TE bin ich damit gar nicht zufrieden. Das Plastik und die ganze Haptik sind alles andere als hochwertig und überhaupt kein Vergleich zu Audi (generell, nicht nur dem S6).

...

An den Türinnenseiten sieht man das "nackte" Blech. Da dachte ich auch, dass es so etwas schon gar nicht mehr gibt ;)

Es ist eine A-Klasse, und die ist bekanntermassen was Anfass-Qualität angeht nicht auf dem Niveau eines A3. Daran kann AMG im A45 auch nicht mehr viel ändern.

Als der A45 herauskam habe ich hier mal bekundet daß ich für einen "Hot hatch" einen M135i für die viel vernünftigere Wahl halte. Alleine schon deshalb weil der A45 preislich in einem Bereich liegt der der Fahrzeugklasse völlig enteilt ist. Vieles im A45 liegt vom Aufwand auf einem Niveau das mit der A-Klasse nichts mehr zu tun hat, gleichzeitig mit den Kompromissen dieser leben muss.

Mir gefällt diese Art von "Deal" nicht, andere finden es Klasse.

as7805
Geschrieben

Danke für euer Feedback ;) Und dass der "Vergleich" mehr als hinkt ist natürlich klar. Ich denke es läuft unter dem Strich einfach darauf hinaus, dass mir eine große, komfortable Limousine / Kombi doch mehr liegt als ein "Hot hatch".

Das Gewicht ist bei 200 km/h eher nebensächlich, da geht es fast nur noch um Aerodynamik, Motorleistung und Getriebeabstimmung.

...

Klar, allerdings geht das Gewicht ja schon noch immerhin linear bei einer Weiterbeschleunigung mit ein. Aerodynamik natürlich quadratisch. Da die S6 eigentlich eher für zu wenig Leistung bekannt sind, und der einen Gang weniger hat, bin ich unterm Strich von ungefähr gleicher Beschleunigung ausgegangen. Aber zumindest subjektiv ist dem nicht so.

Ich möchte ihn auch nicht pauschal verteufeln. Ich finde es schon wirklich beeindruckend, auch vom Sound her, was da aus einem kleinen 4 Zyl. herausgeholt wird! Es hat mir die erste Zeit auch wirklich Spaß gemacht, ist dann aber schnell verflogen. Es hat alles irgendetwas von "Knallfrosch" ;)

...

Es ist eine A-Klasse, und die ist bekanntermassen was Anfass-Qualität angeht nicht auf dem Niveau eines A3. Daran kann AMG im A45 auch nicht mehr viel ändern.

...

Das kann ich nur bestätigen. Wir sind gestern auch kurz in einem RSQ3 (nicht, dass der in Frage käme) gesessen. Und bei ähnlicher Zielgruppe / Preisniveau sind da im Innenraum wirklich Welten dazwischen.

Schönen Sonntag noch ...!

806
Geschrieben

Wenn Du sehr schnell fahren willst, schalte manuell und nicht in den siebten Gang. Der ist ein Schongang und läßt Beschleunigung nicht im gewohnten Umfang zu.

Ohne "Auswringen" reicht es dann für auch oberhalb 230 km/h guten Anzug. Abregelung kommt dann fast überraschend. Ab Werk bei 263 km/h.

Beim Umstieg aus Audis muß man sich aber einen Punkt vor Augen halten: Tachovoreiliung ist eine Spezialität aus Ingolstadt. DAS kann Mercedes. Voreilung selbst bei hohem Tempo ca. 1-2 km/h (mit GPS-Vergleich festgestellt). Wenn der Audi 200 fährt, sind's gerade mal 190 "echt" und oben raus wird das nicht besser. Deswegen täuscht der Eindruck manchmal.

Echtes und wirkliches Manko ist die Materialqualität und Verarbeitung innen. Ein fast zehn Jahre alter A3 ist heute noch (nach rund 175tkm!) solide und klapperfrei, mein Kleiner ist erst ein jahr alt und immer noch nicht "ruhig" innen. Vierter Versuch steht an ...

Markus

Marc W.
Geschrieben
Beim Umstieg aus Audis muß man sich aber einen Punkt vor Augen halten: Tachovoreiliung ist eine Spezialität aus Ingolstadt. DAS kann Mercedes. Voreilung selbst bei hohem Tempo ca. 1-2 km/h (mit GPS-Vergleich festgestellt). Wenn der Audi 200 fährt, sind's gerade mal 190 "echt" und oben raus wird das nicht besser. Deswegen täuscht der Eindruck manchmal.

Kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Das hängt aber auch bei jedem Auto von der Radreifenkombination ab...:wink:

806
Geschrieben

Serienbereifung auf z.B. S4 - Tacho 200 sind echte 188. Kollege fährt S6. "Menschenskinder, Du läßt es aber krachen!" Er hatte bei maximal 230 schon 250 auf der Uhr. Mag sein, daß ganz neue besser sind ...

Markus

Marc W.
Geschrieben

RS6 2010 mit original 20", alles original, nach Tacho 315km/h nach GPS 310km/h. Offiziell soll er bei 303km/h abgeregelt sein.

Gast amc
Geschrieben

Wobei die Genauigkeit der GPS-Messung auch so eine Sache ist.

Ich bin da kein Experte, aber mein Kenntnisstand ist, daß je nachdem ob mit Abstand zwischen zwei Positionen oder Dopplereffekt gemessen wird da auch Abweichungen drinstecken - bei der Positionsmessungsvariante auch stark abhängig vom Empfang (Anzahl Satelliten). Das wird insgesamt vor allem Messungen bei niedrigen Geschwindigkeiten betreffen, aber ohne weiteren Zusätze würde ich die "GPS-Messung" auch nicht automatisch als 100% genau annehmen.

Bei Marc besteht das hohe Potential daß da ein geeignetes Messgerät im Spiel war, ich möchte das aber dennoch mal so in den Raum stellen.

as7805
Geschrieben
RS6 2010 mit original 20", alles original, nach Tacho 315km/h nach GPS 310km/h. Offiziell soll er bei 303km/h abgeregelt sein.

Bei meinem S6 stelle ich auch sehr wenig Abweichung fest. Abriegeln tut er bei Tacho 270. Lt. GPS ist er dann bei 266. Allerdings war das nur mit Iphone, keine Ahnung wie genau das ist.

Den A45 habe ich noch nicht gemessen, der ist mir bei dem Tempo dazu zu unruhig ;)

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      Viel Spaß.
      ***
      Gerne lasse ich euch an meinem Besuch des Bugatti Atelier (also der Manufaktur) kurz vor dem 100jährigen Firmenjubiläum sowie der sich dabei ergebenden kurzen Mitfahrt in einem Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Anfang September (2009; d. Autor) teilhaben. Aufgrund der Vorbereitungen zu vorgenanntem Event war das Fotografieren im Atelier leider nicht erlaubt.
       
      In Molsheim bei so lalalem Wetter auf dem Werksgelände angekommen, erklärte uns der 14fache Le Mans Teilnehmer und Bugatti-Testfahrer Pierre-Henri Raphanel im Kundencenter zunächst die technischen Unterschiede zwischen dem Veyron 16.4 und dem Veyron 16.4 Grand Sport. Nicht weniger als neun Prototypen wurden gebaut, bis dem Veyron 16.4 Grand Sport die Serienreife zugestanden wurde. Bevor die ersten Veyron 16.4 Coupé an die Kunden ausgeliefert wurden, entstanden im Übrigen 27 (siebenundzwanzig) Prototypen – ein erster Fingerzeig, dass bei der Entwicklung und der Fertigung der Bugatti Geld eine zumindest untergeordnetere Rolle als bei anderen, nicht einem Weltkonzern zugehörigen Kleinserien-Herstellern spielt.
       
      Allgemein beeindrucken viele Zahlen, die im Zusammenhang mit dem Bugatti Veyron 16.4 genannt werden können. Bisher sind nur zwei durch Kunden ausgelöste Unfälle bekannt, obwohl sich mittlerweile rund 230 Fahrzeuge in Kundenhand befinden, darunter rund 25 Fahrzeuge derzeit in Deutschland. Noch mal rund zehn Fahrzeuge mehr sind allein nach London verkauft worden, England ist der wichtigste europäische Markt für Bugatti. Die meisten Fahrzeuge als Einzelperson besitzt ein Prinz von 26 Jahren aus dem Mittleren Osten, er nennt sechs Bugatti Veyron 16.4 sein Eigen .
       
      Muntere Zahlenspiele brachten uns – inzwischen stieß der zuständige Market Manager dazu – auf das Thema Fahr- und Testberichte. Die Frage, warum ein Bugatti Veyron 16.4 noch nicht über die Nordschleife gejagt wurde, interessierte mich im besonderen. Tests in Le Mans hätten gezeigt, dass die Bremsanlage ob des hohen Fahrzeuggewichtes und der auch auf kürzesten geraden oder kurvigen Streckenabschnitten erreichbaren abnormen Geschwindigkeiten nur bedingt die daraus resultierenden extremen Belastungen mehrerer Runden Nordschleife überstehen würde. Man hat Angst, dass die Leistungsfähigkeit des Fahrzeuges so verzerrt dargestellt werden könnte. Denn es sei nie der Plan gewesen, den Bugatti Veyron 16.4 für die Rennstrecke zu konzipieren. Daher stört man sich bei Bugatti auch nicht an dem sehr hohen Gewicht des Fahrzeuges. Welches der Tatsache zu schulden sei, dass die Entwicklung aller Teile des Fahrzeuges dem Ziel einer sicher zu erfahrenden Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h untergeordnet wurde. Bei werksinternen Testfahrten seien im Übrigen Geschwindigkeiten bis knapp über 420 km/h erreicht worden.
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      In einem Nebenraum (siehe Bild oben) standen zwei Bugatti zur Auslieferung bereit, der Veyron 16.4 Grand Sport „Sang Bleu“ sowie der rote Veyron 16.4 L’Edition Centenaire „Achille Varzi“. Beeindruckend gearbeitete Einzelstücke, die letztendlich aufzeigten, dass im Grunde jedes Fahrzeug ein Unikat, wenn mitunter nicht mehr oder weniger als ein Kunstwerk darstellt. Die auch bei anderen Herstellern gerne gescholtene Sondermodellpolitik ist auch hier in sich schlüssig, alle Sondermodelle verkauften sich mitunter nur Stunden oder Tage nach der Präsentation, von den vier L’Edition Centenaire war Anfang September nur noch das grüne, zu Ehren Malcom Campbell gefertigte Modell zu haben.
      Wir begaben uns auf eine kurze Führung über das Firmengelände, mittlerweile hatte es angefangen Hunde und Katzen zu regnen. Da die Profiltiefe der Reifen eines Bugatti Veyron 16.4 nur rund 5 mm ab Werk beträgt, und die Reifen mit 265 mm an der Vorderachse und 365 mm an der Hinterachse unfassbar breit sind, sei das Fahrzeug laut Pierre bei Regen praktisch unfahrbar ..., was der Vorfreude auf die Probefahrten keinen Abbruch tat.
       
      Zunächst ging es in die Werkstatt für Kunden- und Pressefahrzeuge (auf dem Bild oben im Hintergrund), daraufhin in’s Château Saint-Jean, in welchem die kaufmännischen Büros und eine kleine Galerie voller Fotografien aus der Vergangenheit der Marke untergebracht sind. Dann weiter in das Atelier, also die Manufaktur, der definitiv interessanteste Teil der Werksführung (diesmal auf dem Bild unten im Hintergrund). Hier entstehen die Bugatti komplett in Handarbeit, es ist mehr Maschinen- denn Fahrzeugbau, die „Amtsprache“ innerhalb der Manufaktur vielleicht auch deshalb interessanterweise Deutsch.
       
      Der beeindruckende Motor mit angeflanschtem Getriebe ist riesengroß und wiegt allein 600 Kilogramm. Neben der Antriebseinheit besteht ein Bugatti aus zwei weiteren Teilen, dem Monocoque komplett aus Karbon sowie der Crashbox vorne. Die drei Teile werden zusammengesetzt und anschließend auf Funktion getestet. Danach werden die noch unlackierten Karosserieteile montiert, auf Sitz und Spaltmaß geprüft, wieder demontiert und erst dann lackiert. Abschließend geht es zur Endprüfung und auf ausführliche Testfahrten, im Übrigen auf Werksreifen, die Reifen der Kunden werden zuletzt montiert und nur kurz eingefahren.
       
      Viele Kundenfahrzeuge, vorwiegend Veyron 16.4 Grand Sport – im Übrigen auch einer in der Farbkombination der "Pegaso-Edition“ – waren zu sehen, aber auch noch das eine oder andere Coupé. Eines wurde in dunkelblau metallic mit silbergrauen Flanken gerade für den Libanon fertig gestellt. Ein Veyron 16.4 Grand Sport in mattem weiß mit schwarzen Flanken und schwarzem Heckflügel – ebenfalls kurz vor der Fertigstellung – gesellt sich in den USA zu zwei weiteren Veyron 16.4. Wobei allerdings der komplette Fuhrpark des Besitzers insgesamt nur fünf Fahrzeuge umfasst .
      Nach Beendigung der Werksführung nahmen wir im Kundencenter ein Mittagessen zu uns, der kräftige Wind hatte die Regenwolken inzwischen vertrieben, ein Geschäftspartner von mir trat zusammen mit Pierre die Probefahrt an. Unterdessen unterhielten wir uns mit dem Market Manager weiter über die Pläne Bugattis. Inzwischen seien rund 250 Veyron 16.4 und rund 25 Veyron 16.4 Grand Sport fest verkauft, ähnlich wie Porsche beim Carrera GT habe man auch bei Bugatti kein Problem damit, bei merkbar sinkender Nachfrage die Produktion noch vor den geplanten 300 und 150 Exemplaren zu beenden. Derzeit würde pro Woche ein Fahrzeug fertig gestellt, die Manufaktur sei auf maximal zwei Fahrzeuge pro Woche ausgelegt. Grundsätzlich sei zunächst kein Nachfolger des Veyron 16.4 geplant, man stelle derzeit den Kunden diverse Konzepte – wie den 16 C Galibier – vor, um von den Reaktionen auf die Marktchancen derselben zu schließen. Auf jeden Fall müsse mit dem nächsten Modell aus dem Hause Bugatti Geld verdient werden, der Veyron 16.4 sei in der Tat mehr Technologie- und Imageträger gewesen, habe als solcher seinen „Job“ aber ausgezeichnet erfüllt und die Marke Bugatti zu altem Glanz verholfen. Und in der Tat verbindet man ja nach nur vier Jahren der Produktion – sie startete im September 2005 – dem Namen Bugatti wieder mit den teuersten und technisch aufwendigsten Automobilen überhaupt, angesiedelt meiner Meinung nach noch über ebenfalls geschichtsträchtigen Herstellern wie Rolls-Royce, Maybach, Bentley, McLaren oder Ferrari.
      Nachdem mein Geschäftspartner durchaus beeindruckt von zwei Probefahrten mit dem Veyron 16.4 Grand Sport – geschlossen und offen – zurückkehrte, fing es wieder an zu regnen, so dass wir uns den Farben und Innenausstattungen widmen konnten. Im Vergleich zum Veyron 16.4 Coupé – Leder und Alcantara – verfügt der Veyron 16.4 Grand Sport über eine Volllederausstattung. Inzwischen sind vier Sitztypen zu haben: Der Seriensitz, zwei Sportsitze in unterschiedlichen Größen sowie neu ein hochgelegter Komfortsitz für kleingewachsene Kunden. Deren Frauen / Freundinnen im Übrigen fast durchweg größer als dieselben sind, wie mir der Market Manager verriet. Bei kurzfristiger Bestellung ist ein Veyron 16.4 Grand Sport derzeit in rund sechs Monaten lieferbar.
       
      Nachdem das Wetter wieder besser wurde, durfte ich endlich im Veyron 16.4 Grand Sport Platz nehmen – zwar auf der Beifahrerseite, doch angesichts der Tatsache, dass die Straßen noch feucht waren und der Überlassungsvertrag besagt, dass man das Fahrzeug kaufen muss wenn man einen Kratzer reinfährt völlig in Ordnung. Auch wusste Pierre in der kurzen Zeit trotz Feierabend-Verkehr und unter Missachtung aller geltenden Verkehrsregeln die Performance des Fahrzeuges perfekt aufzuzeigen, ich jedenfalls hätte mich deutlich langsamer zwischen verbeulten französischen Autos auf noch verbeulteren Landstraßen bewegt.
       
      Wir fuhren trotz feuchter Strassen und Gischt im Gesicht natürlich offen ..., und der Motor machte unter Last einen Lärm wie von einem anderen Stern. Es ist ein kaum zu beschreibendes, mechanischen, unfassbar lautes Gebrüll, die Wastegates zischen abnormal und beispielsweise deutlich vernehmbarer als in einem Ferrari F40. Noch nie haben ich einen Motor solche Geräusche machen hören, es passt jedoch perfekt zum schnellsten und brutalsten Automobil der Welt, weniger Lärm hätte enttäuscht. Wobei wohl die Veyron 16.4 Coupé derart gedämmt sind, dass es im Innenraum deutlich leiser vonstatten geht, während auch ein geschlossener Veyron 16.4 Grand Sport konstruktionsbedingt mehr Motorsound in den Innenraum vordringen lässt. Mein Kauftipp allein schon ob des unbeschreiblichen Endzeit-Gebrülls aus dem Heck lautet Grand Sport anstatt Coupé.
       
      Im Veyron 16.4 Grand Sport selber fühlt man sich dank des hohen Gewichts, dem massiven Mitteltunnel und der hohen Fensterlinie sicher wie in einem Panzer. Das Platzangebot im Innenraum und auch die Sitzposition entsprechen ungefähr einem Lamborghini Murciélago LP640 oder in punkto Beinfreiheit etwa auch einem Ferrari F430. Das Fahrwerk ist entgegen der Beteuerungen von Pierre doch relativ hart, auf dem Niveau eines Lamborghini Murciélago LP640 oder Aston Martin DBS ungefähr, aber angenehm, weniger Kontakt zur Straße würde Vertrauen kosten, so wie der Bugatti liegt, liegt er wie ein schwerer Stein. Über die Lenkung kann ich, da nur Beifahrer gewesen, keine Aussage treffen, die Bremsleistung war ähnlich beeindruckend wie bei anderen Supersportwagen mit Karbon-Keramik-Bremsscheiben, die Spurstabilität demonstrierte Pierre, in dem er bei Tempo 200 in die Eisen trat, die Hände vom Lenkrad nahm und klatschte..., während ich meine Hände in das Armaturenbrett geradezu hackte ...
       
      Die Beschleunigung ist so bis Tempo 100 - wenn man schon mehrere tausend Kilometer in bis zu 700 PS starken Supercars zurück gelegt hat - zunächst nicht sooo derbe beeindruckend – darüber jedoch wird es surreal..., und unvergleichbar..., man bekommt es ab Tempo 200 sogar mit der Angst zu tun... Denn bei jedem anderen Supercar verringern Gewicht, Roll- und Luftwiderstand ab Tempi über 100 km/h die Beschleunigung im Sinne des Wortes spürbar – nicht beim Bugatti Veyron 16.4 ..., es scheint genauso schnell von 100 auf 200 km/h zu gehen wie von 0 auf 100 km/h. Nachdem die 100 km/h Schallmauer nicht genommen sondern pulverisiert wurde, schaltet sich der Kopf ein und fragt panisch „Moment mal, warum beschleunigen wir nicht langsamer...!?!?!“ ..., es scheint was nicht zu stimmen, die physikalischen Grenzen außer Kraft, die Situation außer Kontrolle zu geraten, man möchte bremsen, aussteigen, aufwachen..., unfassbar ... Und der Motor brüllt, schreit, rotzt, zischt und pafft, als würde seine kurz bevor stehende Explosion das Fahrzeug endgültig in die Umlaufbahn torpedieren..., unglaublich...
       
      Nur allzu gerne beklagen sich deutsche Sportwagen-Fahrer über „überfüllten Straßen“, die Geschwindigkeiten ihrer Boliden könne man „heute doch gar nicht mehr fahren“. Die Realität sieht, zu den richtigen Zeiten auf der Autobahn, natürlich völlig anders aus, an Wochenenden zu Morgen- und Abendstunden ist quasi jeden Geschwindigkeit erreichbar. Doch im Bugatti verdammt noch mal ist es so..., jede Gerade ist zu kurz, jede Kurve zu eng, jede Straße zu schmal..., und wer hat bloß die ganzen Autos auf die Autobahn gestellt...?? Alle und alles scheint zu stehen..., man wird in seinem Drang nach Beschleunigung ständig unterbrochen..., von Kurven, Kreuzungen, Ampeln, Porsche..., ein permanenter Koitus Interruptus... Ein weiterer Geschäftspartner von mir besitzt einen Bugatti Veyron 16.4 und sagte, er fahre das Fahrzeug nur Nachts zwischen 00:00 und 04:00 Uhr, ansonsten habe er ob zu viel Verkehr auf den Straßen keinen Spaß... Jetzt weiß ich was er meint... Auch vor diesem Hintergrund ist vielleicht ein Veyron 16.4 Grand Sport, gerade auch offen gefahren, die bessere Wahl als das geschlossene Projektil, da einen die in den Innenraum dringenden Naturgewalten deutlich früher bremsen als es die Leistung des Bugatti oder zunehmender Verkehr tun, und man ob des Motorsounds wie bei jedem Cabrio bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten einen Höllenspaß hat..., und sich somit nicht über permanente Unterbrechungen im Vorwärtsdrang ärgern muss... Und den hatte ich im Übrigen..., einen Höllenspaß ...
       
      Abschließend kann ich sagen, dass, nachdem was ich gesehen und erlebt habe, ein Bugatti Veyron 16.4 jeden Euro wert ist, der für das schnellste Automobil der Welt und seine Wartung aufgerufen wird. Die kompromisslos hochwertigste Technik, die besonnene Art und Weise der Fertigung, die höchsten Ansprüche an Alltagstauglichkeit bei völlig überlegenen Fahrleistungen sowie die einzigartige Auswahl an Materialien für die individuelle Außengestaltung – lackiertes oder poliertes Aluminium, Karbon lackiert oder sichtbar in den unterschiedlichsten Schattierungen, Lackierungen in uni, metallic oder matt, verschiedenste Felgentypen – machen den Bugatti 16.4 Veyron mehr zu einem Erlebnis denn einem Automobil, einem Kunstwerk auf Rädern. Hier wurde die individuelle Gestaltungsmöglichkeit und die Alltagstauglichkeit nicht einer dramatisch überlegenen Performance wie bei anderen Supercars geopfert. Bugatti brachte alles in Einklang.
      Vielleicht ist der Veyron 16.4 ob all dieser faszinierenden Eigenschaften das einzige Fahrzeug überhaupt, bei dem sich Automobilisten aus aller Welt, ohne die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen, auf den Titel „Bestes Automobil der Welt“ einigen können.
       


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