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Ferrari F12 Erfahrungsbericht

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VidaLocca
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Hallo zusammen,

nun hatte ich auch das Vergnügen den "599 Nachfolger" zu fahren und wollte nun ein wenig darüber schreiben. Ich muss aber dazu sagen, dass ich seit Jahren "nur" einen Jaguar XJR fahre, der "nur" 363 PS hat. Für Menschen, die schon einen Ferrari haben stellt sich das Ganze vielleicht anders da. (Über den XJR schreibe ich auch noch.)

Fangen wir aussen an:

Ich perönlich finde der Wagen sieht einfach nur geil aus. Er ist vom Design noch besser als der 599. Bloß das Heck finde ich etwas merkwürdig, wegen der Linien die sich zur Mitte hinziehen.

Der Wagen war grau und hatte gelbe Bremsbacken. Eine gelungene Kombination, aber das "Ferrari-Rot" gefällt mir einfach besser.

Interieur:

Der Wagen ist innen genauso fantastisch verarbeitet wie draußen. Hier stimmt alles. Die Sitze sind sehr bequem und lassen sich gut verstellen. (Ist für mich wichtig, weil ich

1,86 m groß bin. In einem Aston ist das ein Problem.)

Als ich das Lenkrad gesehen habe, habe ich mich etwas gewundert, weil alles was ursprünglich hinterm Lenkrad war, jetzt auf dem Lenkrad ist. Das ist aber nicht wirklich ein Problem, wie sich später herausstellte. Ansonsten ist alles in Reichweite, also Klimaanlage, Fensterheber, usw..

Nun zum eigentlichen fahren:

Auf der Hinfahrt zum Ferrari-Händler hatte ich noch Angst vor der Probefahrt, weil ich wusste, dass der Ferrari mehr als doppelt so viel PS hat wie mein Auto und dazu auch noch weniger wiegt. (Und mein Auto ist auch nicht gerade langsam mit 5,3 s auf 100).

Was ich eigentlich sagen will: Der Wagen fährt sich fantastisch!!!

Komfort:

Selbst als "Komfort-verwöhnter" Jaguar-Fahrer kann ich sagen, dass der Wagen sehr bequem ist. Mein Vorurteil, ein Ferrari hätte ungefähr den Komfort einer Holzbank erwies sich als falsch. Bei einem Bahnübergang z.B. dachte ich "jetzt wird's brutal", aber dem war nicht so. Der Ferrari gleitet einfach über die Gleise hinweg. So soll's sein.

Motor:

Ich glaube da braucht man nicht viel zu sagen. Die Beschleunigung ist einfach brutal. 3,1 s auf 100 ist wirklich unglaublich, wenn man es nicht gewöhnt ist.

Leider konnte ich die Endgeschwindigkeit nicht ausprobieren, aber die Beschleunigung jenseits der 200 ist ebenfalls berauschend.

Sound:

Einfach nur fantastisch. Ich musste während der ganzen Fahrt lachen, einfach nur weil die Geräuschkulisse so extrem geil ist. Besonders Spaß macht der Stadtverkehr, wegen dem vielem Anfahren. Der Wagen "röhrt" einfach extrem.

Was ich auch empfehlen kann: eine steile Straße langsam rauffahren, dann versteht man seine eigenen Gedanken nicht mehr. (Geil!!!!!)

Bremsen:

Laut dem Verkäufer sind sie um einiges brutaler als die beim 599. Außerdem sagte er, man müsse aufpassen, dass man nicht mit dem Kopf gegen das Lenkrad kracht.

So schlimm fand ich persönlich es nicht, aber sie sind wirklich brutal. Ganz im Gegensatz zum Gaspedal.

Das Gaspedal ist sehr weich und lässt sich sehr gut dosieren.

Lenkung:

Die Lenkung ist extrem direkt. Ähnlich einem Go-Kart, bloß mit Servolenkung, denke ich. Dass die Blinker auf dem Lenkrad sind, stört beim Lenken nicht.

Auch bei hohen Geschwindigkeiten ist die Lenkung ein Traum.

Manettino:

Als es anfing zu schneien, habe ich das Manettino, glaube ich zumindest, ganz nach links gedreht, was sich wohl als richtig erwies. Der Wagen ist kein einziges Mal auf der rutschigen Landstrasse ausgebrochen.

Navi:

Es hat mich, als ich mich verfahren hatte, sicher wieder zum Händler zurück gebracht. Einfach zu bedienen, unkompliziert.

Kritikpunkte?

Ja, einen. Die Klimaanlage. Mir ist sie einfach zu kompliziert. Da lobe ich mir den Jaguar. Einfach die Temperatur und Gebläse einstellen, fertig. Nicht noch Temperatur für den Beifahrer einstellen, etc...

Fazit:

Der F12 ist ein absolut unglaubliches Auto. Dennoch denke ich, dass ich mir einen 599 zulegen werde. Ein neuer F12 kostet, je nach Ausstattung, um die 300.000 €, ein gebrauchter 599 um die 100.000 €. Da möchte ich lieber die 200.000 € Differenz behalten und für andere, mir persönlich wichtigere Dinge ausgeben.

Ein Tipp:

Wenn ihr einen kaufen wollt, holt euch eine Rückfahrkamera. Ich konnte fast nichts sehen beim rückwärtsfahren.

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ohno
Geschrieben

Ein sehr schöner, sachlich und zugleich emotional geschriebener Erfahrungsbericht!

Beim Lesen glaubt man(n), selbst im Fahrzeug zu sitzen...:-))!

Autopista
Geschrieben

Ich bin am Wochenende den F12 gefahren.

Hoffe noch einen ausführlicheren Bericht nachliefern zu können.

Optik:

In natura wirkt der F12 wesentlich imposanter als auf Bildern. Erst im Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmern erkennt man wie extrem das Design entworfen wurde. Mir gefällt die funktionale Gestaltung. Die Formel 1 Schlussleuchte ist aber nicht mein Fall.

Interieur:

Ein Vanquish wirkt innen hochwertiger als der F12, doch die reduzierte Gestaltung passt zum Konzept des Wagens. Die Sitzposition ist fantastisch. Mit der Aero Bridge hat man die Kotflügel wunderbar im Blick. Das Auto schrumpft gefühlt auf die Breite eines kleinen Sportcoupes. Super!

Motor:

Der V12 brüllt nicht mehr so rau wie im 599 beim Anlassen, der Klang wirkt dezenter, hochfrequenter, spitzer. Doch die Art und Weise der Gasannahme ist Gänsehaut pur. Blitzartig dreht das Aggregat hoch, reinrassig italienischer Rennsportsound. Nicht prollig oder aufdringlich aber mehr Ferrari als je zuvor. Laufkultur Note 1+.

Über Leistung und Drehmoment muss man nicht viel sagen. Der F12 überwindet Geraden mit einer Souveränität die von einem Bugatti Veyron nicht so weit entfernt ist. Man schiebt sich gefühlt in wenigen Augenblicken auf 300, man realisiert es kaum. Das Getriebe schaltet unglaublich schnell, der Motor dreht einfach ohne Gnade und ALLES andere legt den Rückwärtsgang ein. Das Ganze passiert so gleichmäßig und unspektakulär........da wird einem Angst und Bange.

Handling:

Es ist ziemlich unglaublich welchen Fortschritt Maranello hier gegenüber dem 599 realisieren konnte. Das Auto fühlt sich so agil an, es ist kaum zu glauben. Einfach jedes Detail ist um 20% besser, selbst die Lenkung vermittelt viel mehr Rückmeldung, wirkt deutlich präziser und feinfühliger. Die für Ferrari typische, zu starke Servounterstützung, ist verschwunden. In langsamen Ecken wirkt der F12 gefühlte 300kg leichter als der 599 bringt die Leistung problemlos auf den Boden. Die Traktion ist wirklich erstaunlich! Dazu kommt eine unerschütterliche Stabilität in schnellen Ecken. Dieses Auto wird auf der Nordschleife eine absolute Rakete sein mit Rundenzeiten unter 7:30 auf normalen Pneus. Die lineare Kraftentfaltung lässt sich so wunderbar umsetzen. Das Auto ist einfach nur fantastisch zu fahren. Alles wirkt so harmonisch, fein und ausbalanciert wie ein perfekt gebratenes Rinderfilet in Aceto balsamico.

Kurz: Die absolute Endstufe an technischer Perfektion abseits von Effekthascherei und Turboloch. Für Kenner ein Traum, für Träumer allerdings vielleicht nicht aufregend genug.

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