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Mit dem Audi S5 und dem neuen 911er in den Alpen


TT Roadster Driver

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So,

korrespondierend zu dem Beitrag im Video Forum, kommt hier nun mein Bericht zu dem Ganzen:

Wie fängt man solch einen Bericht an? Wie kann man ein Erlebnis wie dieses anderen Menschen rein über die Sprache zugänglich machen?

Fangen wir am besten ganz vorne an, bei der Ausgangssituation.

Der Grund der Fahrt war, den zukünftigen Wagen für meinen Vater zu finden. Als langjähriger A6 Fahrer, zuletzt 4F Avant, hatte ihn der Gedanke gepackt ein Spaßauto zu fahren. Da war der S5 ja schon fast der logische Schritt. Das Aussehen hatte die ganze Familie vom ersten Tag an begeistert.

Doch es gab da noch einen Wagen, einen der ihn schon, wie viele andere wohl auch, immer fasziniert hatte. Der Porsche Carrera. Allein schon der Name lässt jeden Mann das Träumen anfangen, assoziiert man doch seit frühester Kindheit schon den Namen Carrera mit dem wohl besten Sportwagen der Welt. Die Ikone schlechthin.

Was könnte besser sein, als diese beiden Traumautos zusammen in die Alpen zu entführen um ihrem vollen Potential auf die Schliche zu kommen.

Nachdem dann der 997 FL vorgestellt wurde, war der Plan schnell geschmiedet und die notwendigen Arrangements wurden getroffen.

Samstag den 9.8.2008

Es ist 8 Uhr morgens und wir sind voller Erwartung auf dem Weg zum Audi Händler. Kaum auf dem Hof angekommen, sehe ich das Objekt der Begierde schon. Ein tiefseeblauer S5 sieht uns grimmig an. Die Form dieses Wagens ist einfach gigantisch! Wie er auf der Straße lauert, das stark ausgeformte Gesicht auf potentiale Gegner gerichtet, das hat schon etwas ganz besonderes. Und dann erst dieser Sound! Beim Druck auf den eigentlich recht unscheinbaren Knopf in der Mittelkonsole (Advanced Key) bricht schlagartig die Hölle los. Was für ein Spaß es sein muss, damit jeden Tag die Nachbarn zu wecken. Langsam rollen wir vom Hof, und ernten schon die ersten bewundernden Blicke einer Gruppe Frühsportler. Doch der Motor ist noch kalt und wir verkneifen es uns die volle Potenz des Wagens zu zeigen. Jetzt geht es erstmal nach Hause, denn der Termin bei Porsche ist erst um 13.30.

Bei Porsche angekommen, gibt es erst mal ein kleines Problem. Statt des ursprünglich bestellten Carrera 2S mit PDK erwartet uns das normale Carrera Cabrio mit Schaltgetriebe. Da das Wochenende aber schon längste geplant ist, verzichten wir auf einen neuen Termin und Freunden uns stattdessen mit den veränderten Tatsachen an. „Dann kann man wenigstens die frische Alpenluft genießen“, meint mein Vater und braust auch schon offen vom Hof. Ich steige achselzuckend in den S5 und schaue zu, dass ich hinterher komme.

Ein paar Minuten später sind wir auch schon auf der A7 und fliegen förmlich Richtung Bregenz. Ich pilotiere immer noch den S5 und kann nur über die geniale Laufruhe und Unaufgeregtheit auch bei sehr schnellem Tempo staunen. Die 250 sind schnell geknackt, doch der Tacho wandert noch bis 270 weiter und das Ganze mit einer sehenswerten Leichtfüßigkeit. Den Porsche immer im Blick, kommt auch schon die Ausfahrt.

Kaum am schönen Bodensee angekommen, stehen wir auch schon im Stau. Während wir Bregenz durchfahren, mache ich 3 Mofafahrer und 5 Passanten durch bloßes streicheln des Gaspedals glücklich und dank der großen Aufmerksamkeit die uns bei der Durchfahrt zu Teil wird, vergeht auch dieser Teil der Strecke wie im Fluge.

Kurz nach Bregenz ist dann der erste Fahrerwechsel und ich steige in den Porsche. Der erste Eindruck? Eng! Im Vergleich zum extrem bequemen Cockpit des S5, kommt man sich im Porsche eher wie in der Sardinenbüchse vor. Daran, dass das Schlüsselloch links sitzt, denke ich auch erst beim zweiten Startversuch. Dann spüre ich endlich den Boxermotor in meinem Rücken vibrieren. Ungewohnt aber genial, ist alles, was mir hierzu einfällt.

Nach einer Weile kommen dann auch schon die ersten kurvigen Streckenteil und ich gebe dem Carrera zum ersten Mal die Sporen. Die Beschleunigung ist am Anfang schon ziemlich atemberaubend, der Motor dreht mit einer Leichtigkeit in den Begrenzer, dass es eine Freude ist! Der Porsche saugt sich einfach an der Straße fest und fährt wie auf Schienen durch die Kurven. Ein Reporter hat mal gesagt: „ Es ist, als würde man mit jeder Lenkbewegung eine Linie durch die Gesetze der Physik ziehen“. Diesen Satz kann ich nur voll und ganz unterschreiben. Mit beiden Händen am Volant, die Straße fest im Blick, werde ich eins mit dem Porsche und wir genießen beide die kurvenreiche Fahrt. Jeder Schaltvorgang lässt meine Haare zu Berge stehen und ich bin froh, dieses Auto nicht jeden Tag fahren zu dürfen. Und dass nicht, weil das Fahrwerk tierisch hart ist, oder weil man kaum Platz hat, sondern weil dieses Auto niemals zur Gewohnheit werden sollte!

So lange auch das Warten gedauert hat, der Tag ist so schnell vorbei, wie er auf der Autobahn angefangen hat und wir sinken erschöpft in unsere Betten im Flüela Hospiz. Dieses Hotel ist jetzt nicht Luxus pur, hat aber wohl die schönste Lage die man sich vorstellen kann. Es liegt direkt am Anfang der besten Straße der Welt!

Sonntag den 10.8.2008

Um 7 Uhr sitze ich schon wieder im Auto und lasse den V8 des S5 durch das ganze Tal schallen. Es geht los, wir setzen uns langsam in Bewegung und trauen unseren Augen kaum, als wir sehen was sich hinter der nächsten Kuppe verbirgt! Eine kleine Straße schlängelt sich durch unberührte Natur, während die ersten Sonnenstrahlen in das Tal hineinleuchten. Die Minuten, bis die Aggregate auf Temperatur sind, werden zu Stunden. Doch irgendwann ist es dann soweit, beide Motoren fangen an zu bellen und wir stoßen hinab in den Wald. Die Autos betteln regelrecht nach jeder Spitzkehre und jedes Beschleunigen wird zum Gänsehauterlebnis. Es ist die perfekte Symbiose von Mensch und Maschine.

Auch der S5 ist einfach nur beeindruckend zu fahren, wie er seine Leistung aus dem Drezahlkeller holt ist fast unglaublich. Der Motor gibt einem immer das Gefühl Leistung im Überfluss zu haben und man sitzt einfach sehr gut und bequem. Die Lenkung ist sehr direkt ausgelegt und erlaubt präzises Einlenken in die Kurven. Traktion ist dank Quattro immer im Überfluss vorhanden. Ein richtiger GT eben!

Und es geht einfach immer so weiter, vom Flüelapass aus rasen wir in Schwindelerregendem Tempo auf den Ofenpass zu. Bis zu dem Moment, an dem es der Porschebesatzung einfach zu kalt wird. Also wieder Fahrerwechsel. Ich steige in das, von der Sitzheizung, wohltemperierte Gestühl um kurz darauf die einzige Schwachstelle des Advanced Key Systems zu finden. Gerade im Davonbrausen höre ich das verzweifelte Hupen des S5 und stelle fest, dass ich den Schlüssel immer noch in der Tasche habe. Audi kann seinen Technikern nur gratulieren, dass sie daran gedacht haben die Hupe auch ohne Schlüssel betätigbar zu halten, sonst hätte es lange gedauert bis ich auf die Idee gekommen wäre zurückzufahren und nachzuschauen.

Da es dazu aber nicht kommt, kann ich schon wenig später die Passstraßen im Porsche genießen. Und was für ein Genuss es ist! Ich habe ja weiter oben schon versucht zu beschreiben, wie der Porsche sich auf einer normalen kurvigen Straße anfühlt. Zum Thema Porsche und Pass kann ich nur folgendes fragen: Seid ihr schon mal Go-Kart gefahren? Wenn ja, könnt ihr euch ungefähr vorstellen wie es ist, falls nicht? Sorry, keine Ahnung wie man dieses Fahrgefühl erklären kann.

In einer Kurve, fahre ich an einer Reihe von Menschen am Straßenrand mit quietschenden Reifen vorbei und fühle mich wie Walter Röhrl auf einer Rally Etappe. Das Ganze zieht sich solange hin, bis wir am Gipfel des Stelvio Passes stehen. Der Blick von oben auf diese Asphalt Spaghetti ist schon fast ein bisschen angsteinflößend. Die meisten Besucher vergessen allerdings im Angesicht der beiden Autos für einen Moment den Ausblick.

Wir entscheiden uns für die Abfahrt und kommen nach einer gefühlten Ewigkeit von Kehren und Geraden mit glühenden Bremsen und leicht verschwitzt unten an. Und ich bin mir sicher, dass ich jetzt glücklich sterben könnte.

Leider ist in diesem Moment das wirkliche Abenteuer auch schon wieder vorbei und wir begeben uns auf den Heimweg, was an einem Sonntag über verstopfte Straßen wahrlich kein Vergnügen ist. Dafür sorgen wir bei einer kurzen Pinkelpause auf einem Rastplatz, dank rasanter Beschleunigung bei der Ausfahrt, für eine Reihe glücklicher Familien.

Endlich auf der Autobahn, lasse ich den Porsche wieder das machen, was er am besten kann und wir bringen auch diesen letzten Teil der Strecke schnell hinter uns. Dazu kann ich eigentlich nur sagen, 290 in einem, wenn auch geschlossenem, Cabrio ist richtig schnell, macht aber auch extrem glücklich!

Kaum von der Autobahn abgefahren, geht auch schon das Dach wieder auf und ich genieße die letzten Kilometer bis nach Hause. Schnell noch ein altes Ehepaar auf Sonntagsausfahrt überholt und dann bin ich auch schon wieder daheim. Etwas mehr als tausend Kilometer Fahrt in tollen Autos mit absolut unglaublichen Straßen liegen hinter mir und ich bin einfach nur sprachlos!

Es war ein Wochenende, fern ab von Spritverbräuchen und Umweltschutz. Wir hatten einfach nur unseren Spaß und haben versucht unser zukünftiges Auto zu finden. Dass wir bisher noch keinen endgültigen Entschluss gefasst haben sollte wenig verwundern, haben doch beide Autos ihre ganz eigene Art zu begeistern. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, bald einen der beiden in der Garage stehen zu haben. Und vielleicht werden wir in Zukunft auch Stammkunden im Flüela Hospiz…………

Ich hoffe, der Bericht hat euch gefallen. Über Kommentare würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße

Alex

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Klasse, klasse, klasse. Ein wirklich toller Bericht Alex. Eigentlich hatte ich gar nicht genug Zeit, den noch zu lesen, geschweige denn, diesen Kommentar zu schreiben. Doch musste ich es einfach loswerden. Würde mich freuen, von der finalen Autowahl zu hören. Ich meine ein GT und ein Cabrio würden sich bestimmt auch gut machen... O:-)

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hey... vielen Dank Alex!

Schoener Bericht und detailliert auf das eingegangen was uns allen eigentlich am wichtigsten ist.. das Gefühl beim Fahren...

mein Bruder hat den S5 und wir haben ihn in Österreich auf einem ÖAMTC Testgelände gegen meinen Mitsubishi EVO und einen C63 AMG getestet.. und wir waren alle überrascht wie präzise und neutral er ist...

Ich würd mich auch für eure fianle Entscheidung interessieren.. Ich tendiere natürlich zu einem Porsche 997S COUPÉ mit Sportauspuff und Sport PASM...

Viel Spass beim Aussuchen...

:-))!

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Und es geht einfach immer so weiter, vom Flüelapass aus rasen wir in Schwindelerregendem Tempo auf den Ofenpass zu.

Ahhh....der Hammer, diese zwei Strecken, gerade jetzt, wenn da kaum noch wer unterwegs ist. X-)

Toller Bericht! Kann dir nur gratulieren, das muss ein grandioses Wochenende gewesen sein. Wenn du ein paar Bilder gemacht hast, dann garniere den Text doch noch ein wenig damit.

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Hi,

vielen Dank für die tollen Kommentare!

Die endgültige Entscheidung steht im Dezember an, bis jetzt haben wir aber noch keinen echten Favoriten. Beide Autos haben einfach extrem überzeugt und beeindruckt.

Bilder habe ich in der Tat gemacht. Werde noch ein paar posten.

Viele Grüße

Alex

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