Jump to content
nero_daytona

Im Bett mit dem Lamborghini Huracán Performante

Empfohlene Beiträge

nero_daytona CO   
nero_daytona

Der Performante hatte auf jeden Fall keine Racing Sitze/Schalen drin, ich glaube das war so eine Art Standardgestühl aus dem normalen Huracan. Ich hatte aber danach die Gelegenheit in den Schalen des SV Platz zu nehmen. Die sind in etwa vergleichbar mit den Racing Sitzen aus dem 458 würde ich sagen:-))! 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
DiabloVT CO   
DiabloVT
Am ‎30‎.‎09‎.‎2017 um 19:05 schrieb stelli:

Der Huracán ist das Filetiermesser...der Aventador ist das Hackbeil. Der V12 Sound und das Fahrverhalten sind einfach nicht vergleichbar.

 

Wir können froh sein, dass Lamborghini an solch einem Dinosaurier noch festhält.

Danke, mit wenigen Worten sehr gut & treffend ausgedrückt!

  • Gefällt mir 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Ultimatum CO   
Ultimatum
vor 16 Stunden schrieb nero_daytona:

Der Performante hatte auf jeden Fall keine Racing Sitze/Schalen drin, ich glaube das war so eine Art Standardgestühl aus dem normalen Huracan. Ich hatte aber danach die Gelegenheit in den Schalen des SV Platz zu nehmen. Die sind in etwa vergleichbar mit den Racing Sitzen aus dem 458 würde ich sagen:-))! 

der münchener vorführer hat normale, recht bequeme sportsitze darin, keine rennschalen. die sind bretthart, da darf man sich nicht reinfallen lassen. nach wie vor unverständlich ist für mich allerdings, warum keine renngurte optional bestellbar sind. das werk schweigt sich darüber aus und verweist auf das carbon monocoque. das haben aber die trofeo rennversionen auch.

  • Gefällt mir 2

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
GT 40 101 CO   
GT 40 101

IMG_5281.thumb.JPG.fedbf938fcd84aefc1db2b00616ad68c.JPG

Ihr habt Sorgen mit Türen/Scherentüren. Ich hab keinen Plan wie ich aus der Kiste um Falle einer Dachlandung rauskommen soll.:(

Sorry für offtopic

  • Haha 2

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
sebastian089   
sebastian089

War vom normalen Huracandesign relativ enttäuscht, kommt für mich in keinster Weise an den zeitlosen Gallaro heran.

Der Performante ist da allerdings eine ganz andere Nummer. Herrlich!

  • Gefällt mir 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
racer3000m CO   
racer3000m
vor 20 Stunden schrieb Ultimatum:

der münchener vorführer hat normale, recht bequeme sportsitze darin, keine rennschalen. die sind bretthart, da darf man sich nicht reinfallen lassen. nach wie vor unverständlich ist für mich allerdings, warum keine renngurte optional bestellbar sind. das werk schweigt sich darüber aus und verweist auf das carbon monocoque. das haben aber die trofeo rennversionen auch.

Der grüne Performante von Lamborghini München wäre nach der Haltefrist meiner geworden, dennoch habe ich neu bestellt......ein Grund davon waren eben die Sitze..........ich finde in dem Auto sind die Rennsitze ein muss.....und man findet ja immer was zu meckern wenn man nicht selber konfiguriert hat.....dennoch finde ich den Performante von Lamborghini München wahnsinnig schön auch mit dem grün!!!

  • Gefällt mir 6

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Chris911 CO   
Chris911

Ich finde die Sitze von dem Vorführer absolut genial!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
racer3000m CO   
racer3000m

Ich finde die Sitze auch geil, sind super bequem und schauen richtig gut aus..............für den normalen Huracan absolut geil....im  Performante würd ich die nicht wollen aber des entscheidet jeder für sich und das ist auch gut so!!!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Jarama VIP CO   
Jarama
Am 2.10.2017 um 15:52 schrieb nero_daytona:

Lamborghini ohne Scherentüren

ist doof :P

tuete.gif

  • Haha 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Erstelle ganz leicht ein neues kostenloses Benutzerkonto.

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Bereits Mitglied? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden


  • Ähnliche Themen

    • SubCulture
      Von SubCulture
      gestern stand mal wieder Ferrari fahren auf dem Programm :-)

      diesmal war es der 599 GTB Fiorano F1. V12, 6l Hubraum, 620 PS, Vmax 330 km/h und 3,7s auf 100 km/h.

      theoretisch beeindruckende Werte die so in der Praxis leider nicht rüberkamen.

      vom Gesamteindruck war es kein Vergleich zu dem zuletzt gefahrenen F430 oder 458 Italia. auch wenn der 599 ein 12-Zylinder ist, schwerer, eher ein GT usw., hätte ich von 620 PS mehr Schub erwartet.

      klar kann er aufgrund von Gewicht und Größe nicht mit der Fahrdynamik der "kleineren" 8-Zylinder F430 und 458 Italia verglichen werden, da grade letzterer die ultimative Rennmaschine ist, welche schon beim anlassen durch seinen V8-Gebrüll einschüchtert.

      da ist der 599 wesentlich unspektakulärer, akustisch präsent, das war es aber auch schon. leider Welten vom infernalischen Brüllen der "kleineren" Brüder entfernt.

      auch auf der Autobahn im Vergleich zum R8 V10, gleiche Strecke, Vollgas und schauen was passiert. der R8 hat ohne große Schwierigkeiten 330 km/h erreicht. beim 599 hatte ich auf +- gleicher Höhe erst 315 km/h drauf, auch hätte er noch ein gutes Stück gebraucht um die 330 km/h zu erreichen. was natürlich rein subjektiv ist, da aufgrund der (theoretischen) Zahlen der 599 dem R8 V10 überlegen ist.

      auch wenn es immer anmaßend ist, an so einem Automobil, eine Bella Macchina, zu kritisieren, aber das Gefühl wie im 458 Italia „nichtmehraussteigenwollen“ kam nicht auf.

      unterm Strich eben alles persönliche, rein subjektive Empfindungen ohne Anspruch auf Richtigkeit :-)
    • 806
      Von 806
      Zum Jahresanfang kann ich auch gleich was Neues beginnen – nämlich meinen nächsten „laaangen Dauertest“. Jetzt nicht mehr im großen Bereich „sonstige Fahrzeugmarken“, sondern im Sportwagen- und Luxusmarken-Forum …

      Seit 29.11.2013 ist das Dickschiff ersetzt durch einen A 45 AMG, der mir in den nächsten Jahren als Alltagsauto dienen wird. In loser Folge schreibe ich hier nieder, was auffällig oder unauffällig am Auto ist, was bei längerer Benutzung stört, sich bemerkbar macht oder auch erfreut, wie sich der Kleine hält und was an ihm auseinanderfällt.

      Anders als bei meinem im Avatar abgebildeten liebsten Hobbyauto von allen, wird es hier nicht um Verbesserungen/Umbauten/Ausbauten gehen, denn das habe ich nicht vor. Einfach wieder die Zusammenstellung von Erlebtem und Erfahrenem!


      Das Auto

      Also stelle ich Euch den neuen Kleinen erst einmal vor.

      Im Rahmen der Möglichkeiten unauffällig bis zur Unscheinbarkeit ist er zirrusweiß lackiert und emblemlos bis auf die „Sterne“. Selbst bei Benzens wußten sie nicht, daß mit Bestellcode 261 auch die Beschriftung der vorderen Kotflügel entfällt. Das Panormadach paßt zur Farbfamilie „schwarz-weiß“ genauso wie die 19“-Felgen von AMG. Unterstützt wird diese Idee vom "Night-Paket" mit schwarz abgesetzten Leisten und dunklen Heckscheiben.








      Sommers mit glanzgedrehtem Rand, winters in komplettem Schwarz wie „Edition1“.

      Intelligent Light System macht hell, Audio20 macht Musik und Becker MapPilot macht Wegweisung. Besondere Lautsprecher brauche ich nicht, Musik höre ich nur im Stau. Die Klimaautomatik nimmt sich der Temperierung an unterstützt von Sitzheizung vorne, Vergeßlichen hilft elektrische Sitzverstellung mit Memory vorne. Hinten hat er ein Auge (Rückfahrkamera), aber auf häßliche Löcher für Parkpiepser hatte ich keine Lust mehr. Dazu noch das Licht- und Sichtpaket, damit es innen nächstens nicht so trist aussieht und ein Ablagenpaket, damit die demnächst vorgeschriebenen Warnwesten ihren Platz unter den Vordersitzen finden und im Kofferraum eine Steckdose bereit ist. Den Luxus des Performance-Lenkrades habe ich mir der größeren Schaltpaddel wegen gegönnt, damit einher geht der knubbelige Schalthebel in der Mittelkonsole.

      Richtig: er hat KEINE roten Gurte, KEINE roten Bremssättel, KEINE noch lautere Auspuffanlage, KEINE zusätzlichen Spoiler und KEIN noch härteres Fahrwerk – das ist mir dauerhaft zu aufdringlich und damit lästig, außerdem kostet’s alles zusätzliches Geld, das ich dafür nicht ausgeben will.


      Das erste Drama


      Aus dem Datum der Erstzulassung ergibt sich schon das Problem der erforderlichen Winterbereifung. Als ich der Preisvorstellungen der Niederlassung Mannheim für Originalfelgen ansichtig wurde, schwanden mir schier die Sinne. 19“ Felgen als „Vielspeichen“ kosteten schon 3.600 €, dazu noch Reifen – das muß anders gehen. Nächster Vorschlag: 215er Reifen auf 18“-Felgen für komplett 3.500 €. Mickrige Größe, Schneeketten habe ich nicht, brauche ich nicht und kann ich nicht montieren. Selbst die Serienfelgen in 18“ kämen schon auf 3.000 €.

      Alle Tuner/Felgenhersteller abtelefoniert, mit Mails bombardiert und die Quintessenz erfahren: „Haben wir derzeit nicht, rechnen Sie nicht vor Frühjahr damit.“ Tolle Wurst – und bis dahin? Die Sommerreifen runter, Winterreifen drauf und im Frühjahr dasselbe wieder zurück ist mir zuwider, also weiter suchen. Erster Lichtblick: Das Autohaus Kunzmann in Aschaffenburg (ein großer Vertragshändler) unterhält einen Onlineshop und bietet auf einmal AMG-Vielspeichen in 19“ für nur 3000 € an. Gleich zum Hörer gegriffen und im Telefonat ein Vorschlag: „Nehmen Sie doch die 19“ von Lorinser in schwarz, die kosten nur 1700 €.“ Da fragt man nicht zweimal – hätte man aber sollen!

      Prompte Lieferung, freudestrahlend die Michelin PilotAlpin 4 (frei bis 270 km/h!) montieren lassen und gleich aufs jungfräuliche Auto montiert. Problem: Ab etwa Tempo 100 unerträgliche Vibrationen. Nachwuchten rundherum bringt nichts. Was ist denn da los? Einfache Analyse: Im TÜV-Gutachten steht, daß wegen Freigangs zum Bremssattel 3 mm Spurplatten verwendet werden müssen. Ist an sich schon Murks, aber am A 45 noch viel mehr! Benz verwendet wohl für alle „A“ dieselben Radaufnahmen. Durch die große Bremse vorne rückt alles mehr nach außen und die Zentrierhülse steht nur noch etwas mehr als 6 mm heraus, das Mindestmaß, das hiesige Prüfer für solche Gelegenheiten erwarten. Zieht man davon die Spurplatten ab, bleiben nur noch jämmerliche 3 mm (DREI MILLIMETER), die die Zentrierung der Felge sicherstellen sollen. Die hat auch noch einen gefasten Zentrierring, so daß faktisch die Mittenzentrierung verloren geht. So fährt er sich auch.

      Nach kurzem aber heftigem Hin und Her mit Lorinser direkt („Wollen Sie wirklich, daß ich diese Lösung dem TÜV für die Einbaubescheinigung vorführe?“), die sich aber ernsthaft Mühe bei der Suche um schnelle Abhilfe gaben, nehmen sie die Felgen zurück.

      Geworden sind’s dann zähneknirschend die schwarzen Vielspeichen und jetzt läuft alles wieder „rund“. Ich bin mal gespannt, wie die anderen Hersteller dieses Problem in den Griff bekommen …






      Das Einfahren


      Aber nun zurück zum Auto selber: In Rastatt abgeholt und daher gleich mit den ersten Kilometern außerhalb des Werksgeländes „eingefahren“. Ach du liebe Zeit, was machen die Leute da ein Buhei drum – zusätzlich verängstigt durch relativ strikte Einfahranweisungen des Werks: Nicht über 4500/min, nicht schneller als 140 km/h, kein Kickdown.“ Klebt wie in seligen Zeiten sogar in der Windschutzscheibe.

      Dazu gibt es ja mehr Auffassungen, Ansichten und Anspielungen als Autos. Im Grunde genommen kann man’s nie richtig machen; zu „zahm“ ist nix, zu „scharf“ ist nix, zu „schnell“ ist nix? Wie sagt der Pfälzer dann? „Ach, steigt mer doch all‘ in die Tasch‘!“ Das Werk spendierte die erste Tankfüllung (voll!!) und daher schauen wir geschenkten Gäulen nicht zu lange ins Maul.

      Auf den ersten hundert Kilometern auf der Landstraße habe ich dem Motor im vierten Gang in schönem Rhythmus Anzug von 80 auf 120 beigebracht und ihn nach jeder Beschleunigung immer wieder ausrollen lassen. Ähnelt einem Parabelflug und ist ähnlich unspaßig. Dem Maschinchen wurde dabei sogar richtig warm, das Motoröl erreichte 105°. Das war’s dann aber auch, seitdem wird er einfach gefahren, wie ich ihn auch sonst fahren würde. Schön durchölen lassen nach dem Kaltstart, sanft warm fahren, sanft kalt fahren vor dem Abstellen, und sonst gefahren wie es ihm auch in der Zukunft bevorsteht (nach 500 km durften auch mal 5500/min mit wenig Gas anliegen, sonst macht ja eh die Automatik alles). Oh Wunder: Nichts ist undicht, geplatzt, abgerissen oder sonst was passiert.

      So ganz stimmt‘s nicht. In manchen Foren hieß es, daß er bis 1500 km ein Einfahrprogramm habe, das das Gemisch anfette und so den Einfahrvorgang unterstütze durch somit abgesenkte Brennraumtemperaturen. Hört sich komisch an, scheint aber tatsächlich zu existieren. Schlagartig ab diesem Kilometerstand sank der Durchschnittsverbrauch bei flotter Fahrt um 1 L/100 km. Bei 1200 km kamen frisches Motoröl und ein neuer Filter (nicht vorgeschrieben, aber mir ist es lieber so), seitdem läuft er immer besser.

      Da er anfangs etwas beim Anfahren mit seinen Kupplungen „rupfte“, was sich nach knapp 500 km völlig gelegt hat, werde ich ihm auch überobligatorisch einen Getriebe- und Differentialölwechsel gönnen, da hat sich scheinbar doch einiges tatsächlich „einlaufen“ müssen und mir ist dann einfach wohler, wenn alles gut versorgt ist. Manche glauben, ein Wechsel nach 3000 km sei „Vorschrift“, sind aber von der insoweit unklaren Betriebsanleitung im Stich gelassen. Nur AMGs mit Sperrdifferential müssen dann zum Wechsel, der A 45 hat keins, also muß er auch nicht. Meiner kriegt’s trotzdem, weil „wer einschenkt, muß auch nachschenken“.

      Inzwischen sind schon fast 3000 km voll, so daß ich auf freier Autobahn auch mal das Geschwindigkeitsmaxim ausgetestet habe. Im siebten Gang ist das etwas müde ab etwa 230, aber im sechsten geht es ab wie die Feuerwehr. Gefühlt dauert es zwei Wimpernschläge von 200 auf 230 und geht dann unvermindert weiter und weiter und weiter, ohne daß bei 250 km/h Schluß wäre. Tacho 260 standen ziemlich unangestrengt an, im siebten hält er das Tempo, legt aber kaum noch zu. Tachoabweichungen sind minimal, sagt mein zusätzlich bereitgehaltenes Navi.

      Drehzahlorgien sind eh nicht sein Ding, im sechsten sind dafür etwa 5300/min erforderlich, im siebten stehen etwa 4200/min auf dem Drehzahlmesser. „Heiß“ wird ihm dabei auch nicht, das Kühlwasser steht bei 93° und das Motoröl wird auch nicht wärmer.

      Weder ist er dann ungebührlich laut noch in irgendeiner Weise unruhig oder „leicht“, sondern einfach satt und souverän. Im echten Verkehr ist das kein vernünftiges Tempo, denn mit Gaswegnehmen wird das Tempo nicht schnell weniger, sondern der geringe Luftwiderstand läßt ihn im siebten lange schieben; zu Dauerbremserei habe ich keine Lust, das wird dann unrund und hektisch auf langen Strecken. Klar wird aber auch: alles bis 200 ist ratzfatz erreicht und für den Motor keine echte Anstrengung. Wieso da schon die wildesten „Tuningfreaks“ schon über 400+ PS mit Chippen nachdenken, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.


      Bedienung


      Ein Kapitel, dem man heutzutage durchaus ein paar Worte widmen kann bzw. leider manchmal muß.

      Schon bei der Probefahrt störte der falsch positionierte Blinkerhebel. Jetzt stört das immer mehr, er sitzt schlicht zu hoch und läßt sich aus normaler Lenkradhaltung nicht intuitiv bedienen; der Tempomathebel hingegen ist bestens erreichbar und statt Blinken kommt er vor allem im Kreisverkehr zum Einsatz. Bei Regenfahrten nervt zudem, daß die schönen großen Schaltpaddel zu nah am Schalter für den Heckwischer sind und der am „Multifunktionshebel“ nur durch verrenktes Greifen bedienbar ist. Ich kann nicht deutlich genug machen, daß das unbrauchbarer Stuß ist!

      Genug geärgert, ansonsten ist die Handhabung des Fahrzeuges allenfalls noch durch den großen Wendekreis erschwert, wenn man sich an Benztypisches eh schon gewöhnt hat und mit einem gewissen Wohlwollen den neumodischen Bedienungsprofilen („Assistenten“, Menüführungen usw.) gegenübertritt.

      „Dunkel war’s, der Mond schien helle“ wäre das passende Motto für die Leuchtstärke des Hauptscheinwerfersystems. Tadellos gleichmäßig und weit hell, selbst der „Fernlichtassistent“ funktioniert in 99 % der Fälle gut. Kurvenlicht auch bei mehr als 110 km/h (Audi ...?). Moderne Lichtsysteme nehmen den Nachtfahrten nun wirklich endgültig den Schrecken.





      In diesen Tagen fällt auf, daß er sich besonders verdient macht mit gleichmäßiger, schnell ansprechender und gut wirkender Heizung – die Klimaautomatik muß nur der Temperatur wegen bedient werden, den Rest macht das System selbständig und beanstandungsfrei. Vor der Sitzheizung muß ich warnen: Die bollert bis in die Schulterbereiche auf der höchsten Stufe dermaßen los, daß es binnen Sekunden schon unangenehm wird. Allenfalls auf Stufe 2 kurz und dann für ein paar wenige Minuten auf Stufe 1, danach wird es schnell zu warm. Eiweiß gerinnt bei 67° …


      Beanstandungen?


      Die nationalen und internationalen Foristen beklagen ja schon seit längerem Verarbeitungsmängel der A-Klasse und manche Unzulänglichkeiten auch beim A 45. Liest man das als Unbefangener, könnte einen ja das Grausen überkommen.

      Bis dato ist der Zusammenbau gelungen, die Verarbeitung stimmt (für die Fahrzeugklasse), die Lackierqualität ist gut, nahezu alles funktioniert, wie es soll. Nahezu, weil das Radio bei Stummschaltung die Verkehrsfunkdurchsagen nicht laut genug stellt und sich nicht zu größerer Lautstärke überreden läßt. Das „Knistern“ aus dem Bereich der Mittelkonsole sind die Stellgeräusche der Klimaanlage beim Bedienen der Luftverteilungsklappen, an das heimelige Geräusch des sich kümmernden Elektronengehirns gewöhnt man sich schnell.

      Manche beklagen, daß er kalt sehr zäh Gas annehme. Das stimmt, scheint aber ein Schutzprogramm zu sein, solange nicht Grenztemperaturen des Getriebes erreicht sind. Ich helfe mir mit dem manuellen Schaltmodus und rolle ihn gemütlich bei niedrigen Drehzahlen warm, dann fällt’s nicht so auf. Anfangs dachte ich, das „angeschärfte“ Schaltprogramm „S“ funktioniere nicht, weil sich die Schaltcharakteristik von „C“ nicht unterschied. Ich bin ihm drauf gekommen: solange das Getriebe nicht wärmer als 40° ist, läßt er das schnellere Schalten nicht zu und hält die Drehzahlen zur Vermeidung zu großer Sprünge niedrig. Danach dreht er in „S“ weiter aus bis zum Hochschalten und schaltet auch deutlich früher zurück. Schön gelöst: er erkennt, wenn nicht mehr beschleunigt wird legt dann einen höheren Gang auch vor Erreichen der Schaltdrehzahl nach.

      Bei den ersten Handwäschen zeigte sich, daß er ein paar Dreckecken hat, die immer besonderer Zuwendung bedürfen. Das ist zum einen der gesamte Bereich entlang der Griffleiste der Heckklappe (um die Kennzeichenleuchten und den Griff), da sind Vertiefungen und Rähmchen, die man nur mühsam wieder sauber bekommt. Außerdem ist die Blechnaht nahezu rechtwinklig und mit einer nicht komplett durchgezogenen Abdichtung versehen, da sammelt sich nur mit einem Pinsel entfernbar Dreck.








      Gleiches gilt für die Türunterkanten, die unnötigerweise mit Höhenversprüngen aufgeführt sind, in denen sich hartnäckig Schmutz festsetzt.





      Der Bereich unter dem Dachspoiler“überhang“ wird in Waschanlagen sicher nicht gesäubert – da muß man leiden und nachwischen.

      Einsauen kann er sich eh wie ein Großer, die unteren Seitenflächen sind in Windeseile verdreckt. Erstaunlich: Motorhaube und Dach nicht, ebenso die Seitenscheiben. Wie früher bleiben sie auch bei starkem Regen sehr lange schmutzfrei und damit die Sicht in die großen Spiegel klar. Der Motorraum saut sich nahezu gar nicht ein auch bei langer Fahrt im strömendem Regen, das gefällt.

      Einmal mahnte er zum Nachfüllen des Kühlwassers bei scharfem Beschleunigen in größeren Gängen, aber weder stimmte der Pegel nicht noch kam diese Meldung erneut.


      Verbrauchswerte


      Im Moment – wir gewöhnen uns ja noch aneinander – gilt das alles noch nicht wirklich. Ich denke, daß da auch bei wärmeren Temperaturen noch der eine oder andere Liter weniger zu Buche stehen wird. Zwischen 7,5 und 15 L/100 km hatte ich alles schon zu verzeichnen. Ruhig herumgerollt im Mittelstreckenverkehr mit Tempomat reicht der kleinere Wert, bei forcierter Fahrt mit dauerhaft mehr als Tempo 180 der höhere, die Wahrheit liegt wie immer dazwischen und derzeit bei 10,7L/100 km.

      Motoröl fehlte ca. ein Drittelliter nach den ersten 500 km, seitdem ist nahezu Ruhe. Blöd ablesbarer Ölpeilstab und helles Motoröl machen das Messen nicht leichter. Die Betriebsanleitung ist da gelinde gesagt „unscharf“, denn sie empfiehlt Öl nach MB-Freigabe 229.51 (beschränkt auf entweder 0 oder 5 W 40), obwohl solches nach 229.5 gewünscht ist und die andere Freigabe für Diesel mit Partikelfilter gilt.


      Die Erwartungen werden alle erfüllt, ich fange an zu ahnen, was er im Zweifel könnte – jede Fahrt eine kleine Freude im Alltag!


      Markus
    • 806
      Von 806
      Zu lesen und per Video zu betrachten gibt es ja schon einiges über den neuen A 45 AMG; teilweise euphorisch, teilweise zurückhaltend – aber immer mit einem mehr oder weniger deutlichen „boah“ als „Unterton“. Solche Bekundungen machen mich immer stutzig, sie bedürfen der Überprüfung.

      Ich hatte ja schon geschrieben, daß mein Alltagskreuzer mir zu groß und zu behäbig ist und daß Ersatz anstünde. http://www.carpassion.com/andere-automarken/51819-wiesmannfahrer-suche-alltagsalternative.html Leider wird’s ja mit dem kleinen Coupé aus den Niederlanden wohl in überschaubarer Zeit nichts, so daß andernorts nach „Nägeln mit Köpfen“ zu suchen ist. Eine mögliche Variante ist der kleinste je gebaute AMG, der teure Vierzylinderneuling aus Rastatt mit dem Motor aus Affalterbach.

      Dieses Wochenende war es so weit: Probefahrt.

      Und probiert habe ich alles damit auf meinen heimischen Teststrecken. Einkaufen, Einparken, Einsteigen genauso wie üble Rumpelstraßen innerorts (wir in Speyer können so was richtig gut!) wie außerorts (der Pfälzer Wald bietet sich perfekt an), schnelle Autobahntour und Ausprobieren des Fahrwerks auf welligen Straßen (A6 nordwärts von Schwetzingen aus auf der rechten Seite!).

      Also gehen wir es an – gegliedert nach den Einzelaspekten einer Erprobung und nur wo nötig die allgemeinen Tatsachen eines „A“ an und für sich beleuchtend, vielmehr orientiert an dem, was der „AMG“ denn nun wirklich kann.


      Verkäufer

      Ein früher sehr wundes Kapitel bei Mercedes, als „nur-ein-Auto-Käufer“ seltsam abweisend behandelt trotz immer nicht billiger Autos, eigentlich ein Grund, die Marke zu wechseln. Wie anders das heute ist! Beim Herumstreunen in der Niederlassung sofort unaufdringlich angesprochen, binnen zehn Minuten Probefahrttermin ausgemacht. Für’s ganze Wochenende! Interessierte Verkäufer deutlich jüngeren Alters, verbindlich aber locker – das ist schon mal ein echter Quantensprung zumindest in der Niederlassung Mannheim.


      Das Auto grundsätzlich

      Tja, DEN hätte ich mir als allerletztes ausgesucht. Ein „Edition 1“ in kirmesbunter Kriegsbemalung, „Airblades“ vorne, riesiger (wirklich riesiger) Frittentheke hinten, rote „Akzente“ an allen möglichen und unmöglichen Stellen. Schwarze Felgen und feuerrote Bremssättel machen was her, das Panoramadach mit seiner schwarzen Einfassung vorne tut der Ansicht sogar gut. Viel zu aufdringlich und ordinär kommt er mir trotzdem daher, löst aber allenthalben Interesse aus wie ein zweiköpfiger Hund. Adressaten vor allem: testosterongesteuerte Mitbürger jüngeren Alters aus eher bildungsfernen Schichten. Ob man darauf Stolz sein soll?







      Innen sind die AMG-Performance-Sitze verbaut, auch hier wiederholt sich das „rot ist sportlich“-Schema bis hin zu den Sicherheitsgurten. Nun denn … es geht so, ist aber hart an der Grenze zu prollig.








      Alltag

      Auf Sportlichkeit kommt es zuallerletzt an, Hauptaspekte sind leichte Bedienung, Übersicht, Platz, Komfort. Könnte schwierig werden mit einem auf „heiß“ gemachten „A“, oder?

      Das erstaunliche: Nein, wird es nicht.

      Klar: Allradantrieb kostet Kofferraum, der ist kaum größer als bei einem Polo und bleibt hinter Audi und BMW deutlich zurück. Ist für mich aber nachrangig, denn für unseren Bedarf ohne Kinder reicht das. Sportwagenfahrer haben eh keine Koffer, sondern Taschen, so daß man das praktische Format komplett nutzen kann. Überraschend hochwertige Teppichqualität für die Wagenklasse.

      Klar: „A“s sind nicht übersichtlich, die ansteigende und per se schon hohe Gürtellinie tut dem nicht gut. Perfekte Abhilfe: Rückfahrkamera. Kontrastreich, in Verbindung mit den großen Außenspiegeln läßt er sich problemlos beherrschen und zentimetergenaues Heranfahren an Hindernisse klappt. Perfekt: Beim Einlegen des Vorwärtsgangs bleibt das Bild noch eine Weile, bis 7 km/h überschritten werden. Vorne raus ist’s gut, zentimetergenaues Zielen ist unproblematisch.



      Alles Pillepalle, wenn man von „hartem Fahrwerk“ und „wenig Restkomfort“ liest. So etwas kann einem im Alltag den Spaß am Auto gehörig vergällen. Im Ernst: Auch das geht bis auf Extremsituationen sehr gut trotz 19“-Felgen mit 235/35-er Bereifung. Klar: „S“ ist anders, hier geht es Richtung „S-Line“ von Audi. Sehr kurze und harte Stöße (für die Speyerer: Rützhaubstraße …) schafft er kaum, hier hilft nur Tempo weg. Die Dämpfer sind schon sehr hart in der Zugstufe und in Verbindung mit den deutlich harten Federn ist die Grenze schnell erreicht. Hintereinander folgende härtere Querwellen (A6 – s.o.) schafft er auch nicht wirklich gut weg.

      ALLES andere ist verblüffend. Frostaufbrüche, Autobahnabsätze an Brücken, Spurrillen – verursacht ggf. Geräusch der Reifen, wird aber richtig gut gefiltert. Test bestanden, mit den Abstrichen kann man leben.

      Einstieg durch doch recht kleine Türöffnung bei korrekt eingestelltem Fahrersitz (ich sitze sehr nah am Lenkrad, hinter mir ist locker für eine Figur meiner Größe von 190 cm Platz) erschwert, man müßte den Sitz jedesmal ein Stückchen zurückschieben. Lenkrad läßt sich wunderbar hoch- und herholen, Sitzposition perfekt. Selbst die Performance-Sitze sind komfortabel, unterstützen aber im Lendenwirbelbereich nicht stark genug – ob da nicht die Seriensitze mit elektrischer Verstellung und Lordosenstütze die bessere Wahl wären? Außerdem ist dann das Steppmuster der Sitzbezüge vorne und hinten gleich. Ach ja: Alcantara auf der Sitzbahn ist ja klasse, das kannte ich bis dato noch nicht. Rutschsicher und nicht schweißtreibend.

      Elektrische Sitze sind ein Muß, damit eine häßliche Blende in der Tüpr gefüllt wird ("was hätt's denn da noch gegeben, wenn Du noch Geld gehabt hättest?").



      Mittelkonsole stört anfangs etwas am „Gasknie“, ist mir zum Schluß aber nicht mehr aufgefallen.



      Panoramadach ist sehr nett, schafft Licht in den schwarzen Innenraum und hilft bei Belüftung auf der Landstraße.

      Krach innen geht – es ist und bleibt ein Vierzylinder. Die „Performance Sportabgasanlage“ hat der Vorführer auch. Ballert ganz nett, das „brfffzzzz“ beim Hochschalten kommt in Stellung „C“ des Getriebes nicht vor. Ordentlich gedämmt, auf der Autobahn auch bei mehr als 200 km/h nicht zu laut und nicht zu viel Windgeräusch – paßt.

      Ach ja – das Getriebe. Ich weiß nicht, was die Tester so mit einem Auto veranstalten (und will es glaube ich auch nicht wissen). In „C“ eine samtweiche Automatik mit behendem Hoch- und Runterschalten. Orientierung an niedrigen Drehzahlen, frühes Hochschalten. Manuelle Eingriffe sind möglich über Schaltpaddel, nach etwa 15 Sekunden ist der manuelle Modus „von Amts wegen“ wieder weg und die Automatik übernimmt. Etwas zu großer Kraftaufwand beim Einlegen des Rückwärtsganges erforderlich. Für Herumfahren im Alltag wirklich perfekt, zahm und ruhig. Kein Verleiten zum Heizen, mit Tempomat wie jeder Benz. Es geht auch anders – dazu später!



      Lenkung ohne jeden Antriebseinfluß, wenig Lenkeinschlag nötig, sehr angenehme Unterstützung, paßt.

      Bedienung benztypisch mit einem Makel: Blinkerhebel ungeschickt angebracht. Er sitzt zu hoch (und ist für kleine Hände zu kurz). Beim Rechtsabbiegen ist eher der Tempomat dran als der Blinker. Blinken professionelle Testfahrer eigentlich nie??



      Die Motorhaube machen die auch nicht auf, was? Fummeliges Hebelchen, eine schon nach völlig ruhiger Fahrt brennheiße Umgebung wegen des vorne sitzenden Turbos und eine unwürdige Haltestange statt hydraulischer Lifter … Mannmannmann, es kostet regelrecht Opfer, die Plakette des Motorenbauers zu erblicken!



      Und es wird wirklich heiß da vorne, alles und jedes ist abgeschirmt gegen Hitze. Dabei zeigen die Instrumente immer völlig normale Werte (Motoröl geht auf maximal 105°, Kühlwasser auf 94° und Getriebeöl (ja-ha – Thermometer vorhanden!!! BMW soll sich das mal als Beispiel nehmen, die verraten im M135i ÜBERHAUPT KEINE Temperaturen mehr) um die 85°. Sozusagen: alles cool, aber trotzdem unangenehm heiß vorne. Schlauerweise sitzt der Ölmeßstab auf der kühlen Motorrückseite. Spannend: Wie verträgt der Lack auf die Dauer diese brennheißen Hitzewerte? Die Motorhaube ist nicht isoliert.









      Ein Turboloch mag es geben, ich hab’s nicht gefunden. Ab 2000/min legt der Motor los wie ein 200 PS-TFSI von VAG bei 3000/min, höher als 2500 muß man nie drehen, das reicht schon für 95 % der Alltagssituationen. Verbrauch dann 9 bis 10L/100 km nach Bordrechner.

      Ergebnis: Alltagstest mit zu erwartenden kleinen Abstrichen im Abrollkomfort und für „A“s typischen Besonderheiten bestanden.


      Wenn’s mal schnell werden soll

      Dr. Jekyll kennen wir jetzt. Wie ist es mit Mr. Hide?

      Getriebe entweder in „M“ oder „S“ und ab geht es.

      Und es geht ab.

      Gasannahme für meinen Bedarf immer ausreichend flott, ab 2500/min ist die Musik aber mit vollem Orchester an. Der Motor liefert mächtig Druck, bis zur Nenndrehzahl sämig und schön konstant ohne „Turbobums“ heftig zunehmende Kraft ohne übermäßige Lautstärke, perfekt.

      Auch unter Last schaltet das Getriebe ruckfrei und schnell, nur gibt es jetzt beim Hochschalten das „brfffzzzz“, das alle auf Youtube posten. Nicht so spektakulär, aber „im Wald“ macht das echt Laune. Man muß aber gut Gas geben, sonst fällt’s bescheiden aus. Am schönsten: Bis 4500/min hochziehen und dann schalten, da hat’s die beste Lautstärke.

      Getriebeabstufung etwas merkwürdig: Die Gänge 1 bis 3 sind eher kurz gehalten, damit der Rennstart und die Stammtischwerte („4,6 auf hundert“) hinkommen. Race-Start habe ich nicht ausprobiert, das interessiert mich nicht. Ab 4 wird’s länger, der 7. Gang ist ein sehr langer Autobahngang. 1000/min sind schon 60 km/h, also rollt man mit 3000 bis 3500/min und Tempi von 180 bis 210 über die Autobahn. Auf der Landstraße ist normalerweise bei engagierterer Fahrt im 5. Schluß, aber Drehzahlorgien sind vollkommen unnötig. Im Bereich zwischen 2500 und 5000/min drückt der Turbo mit Macht, so daß sich der Eindruck eher eines „Vierliter-Achtzylinders“ einstellt als der einer hochgezüchteten kleinen Maschine.

      Jetzt kommt ein Effekt ins Spiel, den ich so nicht erwartete: „AMG Hochleistungskühlanlage“. Bei wirklich engagierter Fahrt auf bekanntem kurvigem Geläuf mit Berganstücken, wo selten hohe Tempi möglich sind, aber oft hohe Last, erwartete ich „Hitze“ und erlebte einen Kühlschrank: Motoröl maximal 90°, Kühlwasser knappe 90°. Wenn’s ernst wird, kann er die Mehrhitze offensichtlich sehr gut wegschaffen, was vielleicht die Bedenken mancher „Forumsexperten“ zur Haltbarkeit zerstreuen mag. Wer dazu schreibt „Der geht Dir doch hoch, wenn Du die Leistung mal ernsthaft forderst“, der hat leider entweder keinen gefahren und/oder keine Ahnung. Auch auf der Bahn bei 220 und sommerlichen 27° stehen zarte 92° Motoröl und 88° Kühlwasser an!



      Es kommt aber noch besser, nämlich bei Fahrwerk und Bremsen.

      Die Bremse ist perfekt, in allen Belangen ein Gedicht. Harter Druckpunkt, schnellstes Ansprechen, linearer Kraftaufbau – „porschesk“ würde ich gerne als neues Wort in Umlauf bringen. Kraftverteilung nahezu perfekt, nur beim Einlenken und bergab kann die Hinterachse ein kleines bißchen unruhig wirken.





      Dazu kommt ein mustergültiges Fahrwerk, das Unebenheiten, Verwerfungen, Spurrillen oder nach außen hängende Fahrbahnränder vollkommen ungerührt wegsteckt. Sensationell, wie dieses Auto ohne jede Seitenneigung, Unsicherheit oder Zucken liegt. Ob der Allradantrieb dabei war, weiß ich nicht, sein Zuschalten habe ich jedenfalls nicht bemerkt. ESP „Anschärfen“ war nie nötig, wenn man sich um eine „runde“ Fahrweise bemüht, ist man unglaublich schnell ohne übermäßige Anstrengung. Die Lenkung verhärtet nicht, sondern paßt wie angegossen, die Fahrzeugreaktionen sind mustergültig.

      Und das bei weitestgehend erhalten gebliebenem Alltagskomfort – die „AMG-Achsen“ sind beispielhaft für diese Wagenklasse.

      Na gut, dann kostet der Spaß auch. Ratzfatz standen "15,6 L/100 km" im Bordrechner, aber es war auch sehr gehoben flott gewesen.

      Ergebnis: Sportwagentest mit kleinem Abstrich für die Getriebeabstufung perfekt bestanden.


      Was anderes

      Zum Schluß noch ein paar Worte zu dem Assistenz-Unsinn, der verbaut war. Leute, das ist nichts für mich, das macht einen ja verrückt!

      Was war drin?

      „Attention Assist“ – dauerhaft abgeschaltet. Ich weiß, wann ich müde bin, ich habe mehr als 1 Million km hinter mir.

      „Fahrspurassistent“ – schon das Wort ist Unsinn, denn der Fahrspur muß ja keiner helfen, die liegt da so in der Gegend herum. Irgendwann „klopft“ es am Lenkrad, wenn man einem Mittelstreifen zu nahe kommt, ohne zu blinken. Dauerhaft abgeschaltet.

      „Totwinkelasstistent“ – das dauernde Geblinke in den kleinen Leuchtdreiecken in den Außenspiegeln nervt wie verrückt, irgendwann nimmt man die Kirmes überhaupt nicht mehr wahr. Dauerhaft abgeschaltet.

      „Distronic Plus“ – Tempomat mit Distanzregelung. Hmmmnaja. Lustig zum vorführen: „Guck mal, ich mach‘ nix und der bremst“. Auf die Dauer nervig, weil bei dichterem Auffahren immer ein Warndreieck im Tacho leuchtet, auch wenn sie aus ist. In der Stadt ist die Kirmes an. Tempomat reicht mir, das Gelärch brauche ich nicht. Außerdem stört das Wiederbeschleunigen auf eine vorher eingestellte Geschwindigkeit bei frei werdender Strecke. Statt gewünschter 70 „plus Umsatzsteuer“ bin ich mit 100 herumgefahren, weil ich die voreingestellte Geschwindigkeit nicht mehr erinnerte. Angezeigt wird’s nämlich nicht.



      „Collision Alert“ – wer so unaufmerksam fährt, daß er so einen Blödsinn braucht, sollte öffentliche Verkehrsmittel benutzen!

      Das "Intelligent Light System" konnte mangels ausreichender Dunkelheit nicht getestet werden, aber Kurvenlicht kenne ich schon aus dem "S" nd will das unbedingt wieder haben.



      Und zum Schluß: „Start-Stop“. Wegprogrammieren darf man’s nicht, weil er dann Euro6 nicht mehr schafft. So ein Mist, so ein blöder! Muß man in „C“-Getriebestellung immer wieder nach Motorstart ausschalten oder konsequent den Leerlauf an der Ampel einlegen und den Fuß von der Bremse nehmen oder in „S“ oder „M“ fahren. Motormordender Schwachfug sondergleichen (noch schlimmer bei Schaltgetriebe, da Motorstart nur mit durchgetretener Kupplung und dadurch angelegter vorzeitiger Alterung des Kurbeltriebs – das ist mir schon fast einen eigenen Thread wert).

      „Aktiver Einparkassistent“ – ja geht’s denn noch?? Wenn ich langsamer als 35 km/h fahre, zeigt ein blaues „P“ im Instrument an, daß er aktiv ist und nach einer Parklücke sucht. Das nervt, wenn man einfach nur langsam ist und gar nicht parken will, also in 99 % der Zeit. Kann’s auch nur längs und nicht quer und nur in Lücken, in die ein LKW paßt und ist dank Rückfahrkamera überflüssig.

      Was fehlte an wirklich Praktischem? Das Spiegelpaket! Bordsteinabsenkung (wieder Quatsch, nicht der Bordstein senkt sich, sondern der rechte Außenspiegel), was das Einparken perfekt macht.

      So … und jetzt … mal einen nach Wunsch und ohne Lametta konfigurieren ….


      Markus
    • Karl
      Von Karl
      ..., dann haben die Krümel Pause...
      Schon im Stand... Schon im Stand schneller als alle anderen... Schneller, stärker, böser, lauter..., und führen sie selbst 300 km/h..., mit ihren inzwischen sieben Gängen, zwei Kupplungen, dynamischen Motorlagern... Neben ihm stehen sie alle..., und verblassen...
       
      Mehr optische Agressivität kann man einem Seriensportwagen kaum noch verpassen. Ungläubig schüttelt man den Kopf..., hält die Hand vor Augen... Sie haben doch nicht...? Doch, sie haben..., die Mutter aller Heckflügel..., montiert auf dem eh schon breitesten in Deutschland strassenzugelassenen Heck mit dem größten Auspuffendrohr aller Zeiten... Sie werden doch nicht...? Doch, sie werden..., die Türen weiterhin nach oben öffnen lassen..., wie das zum hundertäugigen Rad aufgestellte Federkleid des Pfau..., ein Affront gegen Understatement und Downsizing... Soviel geradezu joviale Unangepasstheit in Zeiten allgemeiner Zurückhaltung muss man sich leisten können...
       
      Schon die Fernentriegelung ist ähnlich effektheischend wie der optische Auftritt. Einmal laut doppelt Fiepsen inklusive selbstverständlichem Blinkereinsatz bedeutet Öffnen, gleich drei mal doppelt fiepst der Wagen beim schließen... - als sei der Murciélago LP670-4 Superveloce nicht schon auffällig genug, man wundert sich dass Lamborghini nicht gleich die Hupe als akustisches Signal für die Zentralverriegelung gewählt hat .
      Haben verständnis- und freudlose Zeitgenossen bis jetzt nur ihre Köpfe geschüttelt so gleiten ihnen ihre Jutebeutel aus den Händen wenn die Türen öffen... Kleine Jungs hingegen fallen auf die Knie..., junge Mädchen schubsen ihre stimmbrüchigen Freunde vor den Bus..., junge Väter ihre Kinderwägen, junge Mütter die jungen Väter... Mehr kann ein Automobil nicht auf sich aufmerksam machen, beim Fahrer stellt sich ein spitzbübisches Dauergrinsen ein, man wagt den Auftritt auf die Spitze zu treiben..., und erst nach dem einsteigen den Motor zu starten, dann in aller Ruhe anschnallen 8) ..., vielleicht noch ein kurzes Telefonat per Handy..., ist der iPod auch richtig angeschlossen..., und als letztes die Türen schließen. Und wenn man Glück hat sind währenddessen keine Backsteine auf den Lambo geworfen worden.
       
      Das Sitzposition-find- und fest-zurr-Prozedere gestaltet sich im Übrigen eh mehrminütig so man den Murciélago LP670-4 Superveloce zum ersten mal entert. Die einteiligen Sportsitze sind nur in Längsrichtung verstellbar und ob enormer Radkästen per se nach innen versetzt. Den Kopf also hält man leicht nach links verdreht, ebenso die Arme da die Lenksäule selbstverständlich wiederum gerade aus dem Armaturenbrett ragt, doch alles nur eine Frage der Gewöhnung. Apropos ragen: Der die flache A-Säule weiterführende Dachholm ragt verdächtig nahe am Kopf, ein Ergebnis der ob der steil stehenden Lehne der angesprochenen Sportsitze aufrechten Sitzposition. Sind Abstand zu Pedalerie und Lenkrad gewählt gilt es sich dem Vierpunkt-Gurt zu widmen..., wobei man unweigerlich das beklemmende Gefühl hat nicht der Fahrer schnalle sich an sondern der Murciélago LP670-4 Superveloce den Fahrer... Endlich fixiert hat man einen Moment sich im komplett in Alcantara und Karbon gehaltenen Innenraum umzuschauen..., die Verarbeitung ist erstklassig, alles macht einen massiven, qualitativ hochwertigen Eindruck. Auch da jeder Handgriff mit einem gewissen Nachdruck erfolgen muss, nichts funktioniert leichtgängig, weder das Einstellen des axial und vertikal verstellbaren Lenkrades, noch das Bedienen der Lenkstockhebel oder das Aufklappen der Blende hinter jener sich die in Karbon verkleidete Klimaautomatik verbirgt.
       
      Der Motor wird noch klassisch per Zündschlüssel gestartet, mit einem heiseren Fauchen erwachen zwölf Zylinder zum Leben. Im Stand ist die Klangkulisse zwar mächtig aber nicht laut, im Grunde macht hier nur der Motor die Musik, kein Bollern oder knatterndes Sägen aus den Auspuffendrohren wie bei den aktuellen Ferrari oder einem Aston Martin DBS. Im Gegensatz zum E-Gear der Gallardo kommt dasselbe in den Murciélago ohne Automatik-Funktion aus, es gilt also fleissig per Paddel am Lenkrad zu schalten während der rechte Fuß lediglich Gas- und Bremspedal bedient.
       
      Bereits auf den ersten Metern stellt man fest dass dem Murciélago LP670-4 Superveloce die digitale Leichtgängigkeit anderer moderner Sportwagen abgeht. Kann man einen Gallardo LP560-4 beinahe mit dem kleinen Finger lenken nimmt man im Murciélago LP670-4 Superveloce beide Hände, auch und vor allem da man beim Abbiegen um das eine oder andere Mal Umgreifen nicht herum kommt. Das E-Gear schaltet im normalen Modus eher sanft als schnell, ist der CORSA-Modus per Knopfdruck in der Mittelkonsole aktiviert werden die Gänge deutliche zackiger eingelegt, mit einem gewissen Tritt in den Rücken, jedoch nicht so brutal wie im CORSA-Modus des Gallardo LP560-4. Auch die Federung ist konzilliant, kein Mensch muss wissen ob bei der Münze die man soeben überfahren hat Kopf oder Zahl oben lag. Zudem hält sich der Motor unterhalb 4.000/min zurück. Der Murciélago LP670-4 Superveloce ist also kein hektischer Rennwagen, mehr Löwe denn Gepard, man kann ihm auch dank der unterm Strich bequemen Sitzposition und den verbauten Komfortgoodies - neben der Klimaautomatik eine leicht zu bedienende Multimedia-Einheit von Kenwood inklusive Rückfahrkamera - und dem für einen Mittelmotorsportwagen ausreichendem Platzangebot - auch im Kofferraum - eine gewisse Langstreckentauglichkeit zusprechen.
       
      In weniger als fünf Minuten Fahrt hat der Motor bereits Betriebstemperatur erreicht. Spätestens jetzt beschäftigt man sich mit dem Thema Rundumsicht und stellt fest dass man nach vorne perfekt doch durch den Innenrückspiegel praktisch gar nichts sieht. Doch was sollte von dort auch kommen..., und selbst wenn es käme, es hielte Abstand. Es ist erstaunlich wie sehr die martialische Optik des Murciélago LP670-4 Superveloce für Respekt und Panik zugleich sorgt, vor einem fahrenden Zeitgenossen würgen ihre Passat und Vectra an der Ampel ab, auf der Autobahn gilt die durch den Murciélago-Fahrer vorgegebene Richtgeschwindigkeit, nur wenige wagen einen Überholversuch, oder brechen jenen ab wenn der Murciélago LP670-4 Superveloce gesegnet mit dem Überholprestige eines japanischen Shinkansen herangeschossen kommt.
       
      Und damit sind wir beim Thema..., und der Paradedisziplin des Murciélago LP670-4 Superveloce..., dem König der Autobahn... Ist die Geschwindigkeit freigegeben gibt es kein halten mehr, mit dem linken Paddel drei Gänge zurück geschaltet, der Motor brüllt auf, die Reifen krallen und der Murciélago LP670-4 Superveloce schiesst..., und zwar nach vorne, als sei der Leibhaftige hinter ihm her... Oder ist man eben jener selber? Plötzlich scheinen die Deutschen den Innenrückspiegel wieder für sich entdeckt zu haben, auf 200 Meter springt alles nach rechts was sich auf die linke Spur, dem natürlichen Lebensraum des Murciélago LP670-4 Superveloce, verirrt hat. Das Biest ist so schnell auf Tempo 300 das einem hören und sehen vergeht. Vor allem beeindruckt der tatsächlich unfassbar narrensichere Geradeauslauf, ich bin gefühlt noch kein Auto gefahren was besser lag, ein merkbarer Unterschied selbst zum Gallardo Superleggera oder Murciélago LP640, vielleicht auch dank des enormen Heckflügels. Längsfugen bemerkte ich im mit den Standardreifen ausgerüsteten Fahrzeug überhaupt nicht, Querfugen machten sich nur durch einen Knall beim überfliegen bemerbar, ohne jedweden Einfluss auf die Fahrstabilität. Überhaupt ist die Geräuschkulisse der Wahnsinn, der Motor im oberen Drehzahlbereich brüllt martialisch, die Reifen fauchen hochfrequent, der Fahrtwind zischt unterhalb der Türen - hier wird Geschwindigkeit noch zum Erlebnis. Doch alles nicht unangenehm laut... Im Gegenteil, man fühlt sich selbst bei solch hohen Tempi unfassbar sicher und gut aufgehoben, durch den oben beschriebenen sicheren Geradeauslauf, die schiere Größe des Murciélago LP670-4 Superveloce, durch das hohe Gewicht, die breite Spur, die - hier passend - schwergängig aber präzisest arbeitenden Lenkung..., 300 km/h werden zum Reisetempo welches man stundenlang fahren könnte... Der Lamborghini Murciélago LP670-4 Superveloce ist tatsächlich geradezu prädestiniert für Tempi über 270 km/h, viele selbst aktuelle Sportwagen werden bereits darunter nur noch mit Schweissperlen auf der Stirn bewegt, die Vorderachsen scheinen alle Richtungen zu kennen, nur nicht jene geradeaus. Sehr geil .
       
      Auf limitierten Autobahnabschnitten wieder angekommen wird es nach einem Ritt um Tempo 300 geradezu unheimlich still..., und unspektakulär..., auch angenehm entspannt nämlich kann der der Murciélago LP670-4 Superveloce seine Bahnen ziehen, ihm fehlt jede Nervosität. Zeit das Terrain und auf die Landstraße zu wechseln. Hier allerdings zeigt sich das Größe nichts und Technik alles ist, denn die enormen Abmessungen des Murciélago LP670-4 Superveloce erfordern höchste Präzision bei Überholmanövern. In Kurven am Grenzbereich bewegt macht sich die für Allradfahrzeuge typische Neigung zum Unter- denn Übersteuern bemerkbar, ein Kompromiss den eingehen muss wer hingegen am Ortausgang auch bei Näße vollkommen schlupffrei bald 700 PS explodieren lassen will. Und heilige Sch*isse wie sie explodieren, bis ca. 5.250/min eine linearere Beschleunigung, ab dann gibt es ein Tritt in den Rücken als setzten Turbolader ein und der Murciélago LP670-4 Superveloce stürmt derart surreal nach vorne so dass man sich am mit Alcantara bezogenen Lenkrad festhalten muss - was für eine Granate von Auto . Und das ganze mit dem Wissen den wohl optisch spektakulärsten und aggressivsten Sportwagen der Neuzeit zu bewegen, man kommt nicht umhin sich in die Fahrer überholter Fahrzeuge hineinzuversetzen, jene müssen glauben ein GT1-Rennfahrzeug habe sich auf öffentliche Straßen verirrt.
       
      Wohl kein Automobil seit der Jahrtausendwende verströmt mehr Kraftmeierei als der neue Lamborghini Murciélago LP670-4 Superveloce. Doch klappern gehört zum Handwerk, Lamborghini beherrscht es seit bald 50 Jahren wie kein zweiter Serienhersteller überhaupt. Für dieses Auto brauchst Du Eier..., ein gesundes Selbstbewußtsein und Humor... Es reicht nicht den Kaufpreis bezahlen zu können, das könnten glücklicherweise immer noch tausende in Deutschland. Verfügst Du über die genannten Eigenschaften wird dieses Fahrzeug das beste sein was Du bisher bewegt hast...
      Wie Monica Bellucci..., nur was für die ganz großen Jungs...
    • Karl
      Von Karl
      Alle zehn Jahre…
      Nur alle zehn Jahre…
      Nur rund alle zehn Jahre präsentiert der italienische Superportwagen-Hersteller Lamborghini ein neues V12-Mittelmotor-Meisterwerk… Für wieder zehn lange Jahre…
       
      Zehn Jahre optische Aggression, Dramatik, Dekadenz… Zehn Jahre grobschlächtige Leistung, Geschwindigkeit, Fahrdynamik… Zehn Jahre vulgäres Image, prahlerische Flügeltüren, verdrehte Köpfe am Straßenrand, … Zehn Jahre Autobahn, Reeperbahn…, und zuletzt endlich auch Grüne Hölle…
      Und dieses Jahr ist es wieder soweit…
       
      Wie begegnet man einem neuen Meisterwerk…? Vielleicht, in dem man sich an seinen Vorgänger erinnert… Im Sommer des Jahres 2005 fuhr ich zum ersten Mal einen Lamborghini Murciélago. Ein Neuwagen, handgeschaltet, obwohl es das phänomenale E-Gear schon gab. Ich schwitzte, schimpfte, weinte…, der Murciélago war schwer, unübersichtlich, Schaltung und Kupplung eine Zumutung… Ein Begleiter fuhr in einem der ersten Ferrari F430 F1 Spider hinterher, ein Automobil, welches man damals mit Gold aufwiegen konnte. Während ich mit Schwielen an den Händen ausstieg, fertig mit der Welt, hatte er ein Vanille-Eis in der Hand… Und das war der Unterschied… Und ich begriff… Und lachte…, ob eines der letzten automobilen Abenteuer auf der Welt…
       
      Mit dem Murciélago LP640 wurde das Abenteuer ab 2006 zumindest in den Vorgarten verlegt, der Murciélago LP670-4 Superveloce verließ ihn 2009 wieder…, lautstark…, in Richtung Rennstrecke…
      Und jetzt…?
      Anfang Mai diesen Jahres kauern zehn Lamborghini Avendator LP700-4 auf dem Asphalt des Infield des Autodromo Vallelunga Piero Taruffi nahe Rom…, der Ewigen Stadt… Und bieten an, den Beweis abzulegen, fahrdynamisch zu halten, was aggressiv und messerscharf das Design verspricht…
       
      Schon im September 2010 sehe ich den Aventador LP700-4 zum ersten Mal…, daraufhin im November und Dezember wieder… Zuletzt hatten ihn die Verantwortlichen der Automobili Lamborghini S.p.A. in mattem gelb einfach so in die weitläufige Halle des hauseigenen Centro Stile gestellt…, ohne Scheinwerfer, ohne Bühne… Er wirkte wie ein gelbes Insekt…, ruhig gestellt…, ein Ufo, flach, breit, aggressiv… Wir kamen ihm zunächst nicht nahe, völlig fasziniert von dem Design und dem Mut seiner Kreateure…
       
      Dabei verspricht schon die Papierform, dass das Abenteuer inzwischen im Wohnzimmer stattfindet… Elektrisch verstellbare Sitze mit Sitzheizung, ein High-Performance Sound System, Multifunktionslenkrad, Parksensoren vorne und hinten inklusive Rückfahrkamera… Die Ausstattungsliste eines Bentley…? Karbon-Monocoque, Pushrod-Aufhängungen rundum, automatisiertes 7-Gang-ISR-Getriebe, 0-100 km/h in 2,9 Sekunden, 0-200 km/h in 8,9 Sekunden, 350 km/h Maximalgeschwindigkeit… Die technische Spezifikation eines Gruppe C Rennwagen…?
       
      Im Herbst 2010 sind noch keine Fahrten im Aventador LP700-4 möglich, lediglich Prototypen drehen weltweit ihre Runden, einige Chefredakteure namhafter Automobil-Magazine dürfen diese ein paar Kilometer testen.
       
      Erste Sitzprobe im September 2010 in Sant‘Agata Bolognese… Und erstaunen. Kopffreiheit... Ergonomie… Man sitzt, verehrte Countach-, Diablo- und Murciélago-Besitzer, gerade… Sowie bequem. Und sieht nach vorn. Das Lenkrad ergreift die Hand, nicht umgekehrt… Zur Mitte hin wird der Platz ab dem Becken nach vorn durch die ansteigende, hohe, breite Mittelkonsole begrenzt. Es ergreift mich das Gefühl, viel fokussierter als noch im Murciélago zum Zwecke des Fahrens im Aventador LP700-4 zu sitzen…, die Bedienelemente sind diesmal entsprechend erreichbar verteilt… Überhaupt viele Knöpfe, viele Bildschirme, viele Funktionen, doch alles professionell, logisch und modern… Man wird erwartet, nicht geduldet. Man darf angucken, auswählen, entscheiden. Man wird erhört, geleitet, informiert, gewärmt…
       
      Im Winter 2010 fließen die ersten Informationen…, über Technik, Design, Performance, Equipment. Die ersten Bestellungen gehen ein, immer mehr… In Sant‘Agata Bolognese berücksichtigt man derweil nur noch Kaufverträge mit dem Nachweis einer beim Vertragshändler geleisteten Anzahlung für die interne Planung und Vergabe in die Märkte… Inzwischen liegen beinahe 1.000 Bestellungen vor…, doch nur rund 400 Karbon-Monocoques können pro Jahr gefertigt werden, die Produktion läuft seit Ende 2010... Alles, ohne das bisher auch nur ein Kaufinteressent den Aventador LP700-4 gefahren ist… Die Erwartungen also steigen…
       
      Zurück in die Gegenwart.
      Im Mai 2011 steht er vor mir. Fahrbereit, vollgetankt, Öl und Reifendruck geprüft. Die Sonne brennt. Die Flügeltür schwingt leichtgängig nach oben, und dabei auch leicht nach außen. Dies demokratisiert geradezu den Einstieg, man taucht nicht mehr unter der Tür hindurch, sondern gleitet an ihr vorbei. Und da der Sicherheitsgurt inzwischen – wie bei jedem anderen Automobil auch – von außen nach innen läuft, setzt man sich nicht mehr, wie einst beim Murciélago, nachdem man sich an der Tür den Kopf gestoßen hatte, auf das außen liegende, unnachgiebig gelegte Gurtschloss. Ein Bluterguss und ein blauer Fleck weniger.
       
      Nachdem der Kubus von einem Schlüssel rechts vom Lenkrad in die dazugehörige Aufnahme eingeführt wird, startet man den Motor mittels eines Startknopfes unterhalb einer roten, hochzuklappenden Abdeckung. Es soll also Prozeß sein…, und es ist Prozeß. Laut bellend erwacht der – wieder – 6.5 Liter große V12-Motor, um unmittebar danach in einen die Nachbarn zufrieden stellenden, ruhigen Leerlauf über zu gehen. Man justiert – elektrisch – den Sitz, und manuell das Lenkrad, axial und vertikal. Über den rechten Schaltpaddel wird der erste Gang angewählt, woraufhin 700 PS mit den Hufen scharren, um spätestens bei 8.250 U/min vollständig jedweden per Gaspedal ausgesprochenen Befehl des Fahrers in Vortrieb umzusetzen.
       
      Und dann fährt er, der Aventador LP700-4, und das sofort spürbar erstaunlich leichtfüßig. Nicht unerheblich zu diesem Gefühl tragen die sehr leichtgängige Lenkung und das schlüssig und leicht Befehle umsetzende Gaspedal bei. Die Federung ist straff, aber ausreichend komfortabel. Wow…, noch nie fuhr sich ein Lamborghini-V12 so angenehm. Wer jemals einen Murciélago gefahren ist, selbst einen LP640, mache sich auf eine Überraschung gefasst. Die Lenkung ist selbst leichtgängiger als jene im Gallardo LP560-4, ich fühle mich eher an einen Ferrari 458 Italia erinnert. Großartig…
      Doch wehe wenn er losgelassen. Die automatisierte 7-Gang-ISR-Schaltung lässt weiterhin keinen Zweifel aufkommen, dass geschaltet wird. Doch noch nie ging es so schnell, und je nach angewähltem Modus – Strada, Sport oder Corsa – so geschliffen oder zackig brutal vonstatten. Die Beschleunigung ist nicht mehr und nicht weniger als abartig, die bereits genannten Papierwerte – 2,9 s, 8,9 s – nimmt man dem Aventador LP700-4 ohne Zweifel ab. Zumal jede Pferdestärke nur rund 2,5 kg bewegen muss, fahrfertig. Markerschütternd schreit der V12-Motor dabei seine Kraft heraus, der Aventador LP700-4 ist schon ab dem unteren mittleren Drehzahlbereich deutlich lauter als sein Vorgänger Murciélago. Der einem Gallardo LP570-4 Superleggera nicht unähnliche, allerdings etwas röhrendere Motorsound dringt hierbei weiterhin quasi ungefiltert in den Innenraum und zaubert dem Piloten ein kreisrundes Grinsen ins Gesicht.
       
      Auf den Geraden des Autodromo Vallelunga erreichten wir sicher Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h, die Bremspunkte waren von den in Lamborghini Gallardo LP570-4 Superleggera voraus fahrenden Instruktoren laienfreundlich früh angesetzt. Nichtsdestotrotz erlebte ich im Aventador LP700-4 erst zum zweiten Mal in meinem Leben, dass ich mich ab Tempo 200 fragte, warum sich die Beschleunigung gefühlt nicht auch nur ein kleines bisschen reduzierte. Alle anderen aktuellen Seriensportwagen beginnen ab Tempi über 200 km/h zu arbeiten, später zu kämpfen, gegen Luft, die die Konsistenz von Haferbrei angenommen hat. Doch hier schien die Physik außer Kraft gesetzt, der Aventador LP700-4 schiebt, und schiebt, und schiebt… Unglaublich... Mein erstes Mal…? Im Bugatti Veyron 16.4…
       
      Das Einlenkverhalten des Aventador LP700-4 führt die V12-Lamborghini nicht mehr und nicht weniger als in eine neue Dimension der Fahrdynamik. Eine wie gesagt leichtgängige Lenkung, ein reduziertes Gewicht und die zu einer gefühlten Leichtigkeit und meßbar erhöhten Fahrstabilität beitragenden Pushrod-Aufhängungen lassen den Kenner in Kurven zweifeln, ob man nicht doch in einem Lamborghini Gallardo LP570-4 Superleggera oder Ferrari 458 Italia Platz genommen hat. Zum ersten Mal ist es gelungen, die grundsätzlichen fahrdynamischen Eingriffe des – natürlich – immer noch hohen Fahrzeuggewichts und der – zum Glück – aggressiv ausladenden Aluminium-Karosserie zu begrenzen. Selbstverständlich spürt man weiterhin, dass man in mehr und größer unterwegs ist als in den vorgenannten kompakteren Supersportwagen, die Physik lässt sich nicht komplett überlisten. Doch ist es kein Vergleich zu einem Murciélago jedweder Generation, oder auch einem Ferrari 599 GTB Fiorano.
       
      Ein Schieben über die Vorderräder konnte ich selbst bei für mein Dafürhalten aggressiver Einfahrt in Kurven nicht feststellen. Je nach angewähltem Fahrmodus und Güte der Reifen war es später das Heck, welches am Kurvenausgang bei zu schnellem und forschen Einsatz am Gaspedal anfing zu tänzeln – herrlich . Dabei sind die variablen Lufteinlässe hinter den Seitenfenstern stets aktiv. Mit bemerkenswerter Zackigkeit öffnen und schließen sie, unabhängig voneinander. Und im Unterschied zum Murciélago öffnen sie nach innen, gesteuert rein von der Fahrzeugelektronik, ein manuelles Öffnen im Stand ist nicht mehr möglich. Auch der sich über die Breite des kompletten Hecks erstreckende, zackig geschwungene Heckspoiler arbeitet behende, es ist nicht mehr und nicht weniger als schlicht eine Augenweide, wenn er nicht nur nach oben, sondern sich auch nach hinten ausfährt. Wer braucht da noch einen martialischen Heckflügel...
       
      Und auf den den Kurven folgenden Geraden jedes Mal Beschleunigung…, Druck, Druck, Druck…, das maximale Drehmoment von 690 Nm wird schon bei 5.500 U/min ausgeschüttet. Die Gänge knallten im Corsa-Modus nur so herein, leichtgewichtig flog der Aventador LP700-4 geradezu über den Asphalt, der absolute Wahnsinn… Vor allem, da hier direkt nach erfolgtem Gangwechsel das Fahrzeug einen spürbaren, kurzen Satz nach vorne macht, als wolle es die bei dem Gangwechsel verloren gegangene Zeit und Meter versuchen einzuholen. Unfassbar. Die Besitzer von Murciélago und Gallardo kennen das Phänomen ebenfalls, doch erfolgt dort der Satz eher seit- anstatt vorwärts.
       
      Das Bedienfeld zur Auswahl der Fahrmodi Strada, Sport und Corsa platzierte Lamborghini in der Mittelkonsole. Mit jenen nimmt der Pilot Einfluss auf die Art und Weise der Schaltung, die Lenkung, die Verteilung der abnormen Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse sowie die Kraftentfaltung. Ausdrücklich ausgenommen hiervon ist – wie auch beim Vorgänger Murciélago – das Fahrwerk. Die Pushrod-Aufhängungen – deren Federn Lamborghini an der Hinterachse auf Wunsch in gelb liefert, um so durch die ebenfalls auf Wunsch gläserne Motorhaube mit eben dieser aufwändigen, Fahrdynamik fördernden Fahrwerkstechnik zu prahlen – sorgen über alle Fahrmodi verteilt für einen gleichbleibend zwar sportlichen, doch niemals knüppelharten Federungskomfort.
       
      Die Bremsen sind über jeden Zweifel erhaben. Nicht nur die Art und Weise, wie sie zupacken, sondern auch und vor allem die Standfestigkeit, waren erstaunlich. Den gesamten Tag über jagten wir die Fahrzeuge sicher nicht allzu weit weg vom fahrdynamischen Limit über den Rundkurs – doch selbst am Abend waren es lediglich und völlig verständlich die Reifen, welche einen besonnenen Bremseinsatz am Ende der Geraden und in den Kurven erforderlich machten. Druckpunkt und Vehemenz der Karbon-Keramik-Bremsanlage blieb gefühlt auf ein und demselben hohen Niveau.
      Am Nachmittag stellten wir die zehn Aventador LP700-4 wieder ab…, die Motoren knisternd, die Kühler rauschend, die Reifen heiß… Und die Piloten grinsend, feixend, aufgedreht. Wie das halt so ist…, nach dem ersten Mal…
       
      Fahrdynamisch ist der Aventador LP700-4 als luxuriöser, allradgetriebener V12-Supersportwagen nicht mehr und nicht weniger als eine Offenbarung. Er ist eigentlich noch schneller und lauter als er aussieht, und balanciert geradezu bravourös auf dem schmalen Grat zwischen Genialität und Wahnsinn…
      Wobei er deutlich genialer ist als wahnsinnig. Dem Trend, sich neuen Kundenkreisen zu öffnen, hat sich Lamborghini – wie Aston Martin, Porsche, Bentley, Ferrari etc. – klugerweise nicht verschlossen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit… Mit dem Aventador LP700-4 hat Lamborghini ein Hightech-Supercar aufgelegt, welches alles besser macht, überhaupt mehr kann und sich schneller erschließt als – und somit genauso wie einst – seine vier Vorgänger… An die er damit nahtlos anschließt…
      Der Miura war die Idee, der Countach der Urknall, der Diablo stolzer Demokrat, der Murciélago ein Krieger…
      Der Aventador ist ein König…
      Er lebe hoch:

×