Bin gestern und heute den neuen
Lamborghini Gallardo Spyder gefahren.
Hier das Geschoß:
Die wahnsinnigen Fahreigenschaften des Gallardo Coupé bleiben natürlich auch dem Spyder erhalten und machen ihn zu einem der schnellsten aktuellen Seriensportwagen der Welt.
Das Handling ist perfekt und gut kontrollierbar, das Einlenkverhalten zackig, die Traktion unglaublich (dank Allrad praktisch kein Schlupf auf trockener Strecke sondern nur Beschleunigung, Beschleunigung, Beschleunigung), die E-Gear-Schaltung ein Traum da schnell und Quell ewiger (Zwischengas-)Freude

, die Bremsleistung gleicht einem Ankerwurf, der Geradeauslauf selbst oberhalb Tempo 250 einer Fahrt im TGV, die Sitzposition / Ergonomie ermöglicht Hamburg – München ohne Beschwerden, die 520 PS desgleichen derweil in vier Stunden, mit 314 km/h rennt der Gallardo Spyder in der Klasse allen davon.
Die sehr berechenbaren und sicheren Fahreigenschaften des Gallardo im Zusammenspiel mit relativ leichten Bedienkräften, einer bequemen Wohlfühl-Sitzposition und einer für einen Mittelmotorsportwagen guten Rundumsicht lassen den Piloten hierbei schon früh und ohne Bedenken die volle Leistung des Gallardo abrufen – er ist wirklich einfach zu fahren. Auch im Vergleich zum Murciélago Roadster, der dem Fahrer zumindest auf den ersten Kilometern ständige Aufmerksamkeit abverlangt: Er ist gefühlt viel größer da deutlich unübersichtlicher (die breitesten Stellen des Murciélago sind ja die seitlichen Lufteinlässe – idealerweise just in Bordsteinhöhe

), die Bedienkräfte sind höher, die Sitzposition gewöhnungsbedürftiger – man ist zunächst recht vorsichtig mit dem großen V12 unterwegs, wenn man ihn aber beherrscht ermöglicht er Fahrspaß ohne Vergleich (
http://www.carpassion.com/de/forum/l...eifahrbericht). Der Gallardo hingegen verlangt nach keinerlei Eingewöhnungszeit, somit hat man gleich eine Menge Spaß – und begibt sich auf die Jagd

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Die Fahrt auf der Landstraße setzt sich aus lauter aneinandergereihten Beschleunigungseinlagen zusammen, unabhängig davon, ob man andere Verkehrsteilnehmer – dann zumeist im Doppelpack – überholen muss oder nicht. Wie in einem Videospiel wird per E-Gear munter rauf- und runtergeschaltet, man hat einen Höllenspaß

! Auf der Autobahn zieht man schneller nach links als Claudia Roth ihren Mund aufmachen kann, als natürliche Reaktion erfolgt in beiden Fällen ein Rechtsruck aller anderen Augen- und Ohrenzeugen

. Über das Überholprestige eines gelben, Xenon-belichteten
Lamborghini muss man keine Worte verlieren, zumal der Gallardo inzwischen erst zu hören, dann kurz zu sehen und dann wieder nur zu hören ist.
Der Gallardo Spyder nun besticht natürlich in erster Linie durch sein vollelektronisch und spektakulär zu öffnendes Verdeck, die aus einem Stück Carbon gefertigte Motorhaube öffnet sich ja in Gänze. Der dann im offenen Zustand zu den Piloten gelangende Sound ist nur noch mit affengeil zu beschreiben

! Ein hochfrequentes Brüllen, das dem schon obzönen Sound des
Ferrari F430 auch in der Lautstärke in Nichts mehr nachsteht – dank der für das Modelljahr 2006 überarbeiteten Auspuffanlage, die seit September 2005 auch das Gallardo Coupé zu einem veritablen Bürgerschreck macht. Ein permanentes kopfschüttelndes Grinsen der beiden Passagiere und ungläubige Blicke der gerade so einen Blick auf den vorbeischießenden Gallardo Spyder erhaschen könnenden anderen Verkehrsteilnehmer sind die Folge. Selbst von den Trägern schmaler Fußgängerbrücken schallt das Gebrüll des V10 wider, kein Scherz. Auf der Autobahn bei schnellern Passieren von Brücken macht es bei entsprechenden Drehzahlen laut
>>BANG<< – wahnsinn!!
Mit geschlossenen Scheiben (inkl. Heckscheibe) sind selbst Tempi über 220 km/h zu ertragen, Sonnenbrille auf und ab dafür. Richtig überrascht allerdings war ich vom Fahren mit geschlossenem Verdeck. Die Windgeräusche sind vergleichsweise verschwindend gering, ich kenne selbst diverse Coupés, die diesbezüglich bei Tempo 240 einen höheren Geräuschpegel aufweisen – aller Ehren wert, hier wurde gute Arbeit geleistet

!
Zwei kleine Details sind es dabei ganz nebenbei, die – typisch für
Lamborghini – den Spieltrieb des Piloten geradezu permanent herausfordern und jede Fahrt im Gallardo Spyder noch erlebnis- und anekdotenreicher machen als es eine Fahrt in dieser Rakete sie an sich schon ist:
1) Die Heckkamera lässt sich während der Fahrt anschalten! Wie geil ist das denn bitte

!? Diese Italiener

! Zwar bleibt sie dabei nur rund eine Minute aktiviert, doch a) ist der
Porsche dann schon längst aus dem Blickfeld verschwunden

und b) kann ich sie per Knopfdruck einfach wieder anschalten! Unglaublich!
Seht ihr, kein
Porsche in Sicht

...
2) Die Heckscheibe aus Glas, die im offenen Zustand zum Windschott wird, lässt sich auch bei geschlossenem Dach herunterfahren! Ein Geniestreich

! So dringt das infernalische Gebrüll des V10 ungefiltert in den Innenraum, Wind und Wetter bleiben jedoch draußen

! Wahrscheinlich wird kaum ein Spyder-Besitzer bei geschlossenem Verdeck die Heckscheibe ebenfalls schließen – es sei ihnen gegönnt.
Alles in allem ist der Gallardo Spyder ein großartiges Spielzeug

– und dabei einer der perfektesten und schnellsten Sportwagen dieser Tage. Wer dem Gallardo in seinen Anfangstagen die technokratische Kühle AUDIs vorwarf wird – allerspätestens – mit dem Gallardo Spyder eines besseren belehrt – bei so viel Fahrspaß verhallt kleinkarierte Kritik ungehört, sollte sie bei dem die Chinesische Mauer zum Einsturz bringen könnenden Gebrüll des V10 überhaupt wahrnehmbar sein

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