eRUF Stormster – gepfeffertes E-Shuttle für COP15

RUF Automobile aus Pfaffenhausen hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren einen Namen für sportliche Elektroautos im Porsche-Kleidchen gemacht. Nun folgt mit dem eRUF Stormster ein wahrlich dicker Brocken: ein Gelände-Elektromobil auf Basis des Cayenne mit 270 kW Leistung, das trotz eines Gesamtgewichts von über 2,6 Tonnen in nur 10 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen kann und einen Topspeed von 150 km/h erreicht.

eRUF Stormster

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Für mich war es ein absolut bemerkenswerter Moment, als ich im September diesen Jahres erstmals auf dem Beifahrerplatz des ersten eRUF Prototypen platznehmen durfte. Von außen ein nahezu komplett normaler 911er Porsche, bei dem nur auf den dritten Blick auffiel, dass er keine Auspuffendrohre besitzt. Im Innenraum meldet das Popometer im Stillstand auch noch keine gravierenden Unterschiede zu den gewohnten Zuffenhausenern. Bis dann vom Fahrer die Meldung kommt „Der Wagen läuft im Übrigen schon seit 10 Minuten.“ Hääää? Hab ich es jetzt mit den Ohren? Da ist nix, kein brummeln, kein Porsche-typisches Kreischen, null Geräusch. Na das kann ja was werden.

Wurde es auch, eine solche Beschleunigung hatte ich ehrlich gesagt im Leben nicht erwartet. Ich gebe gerne zu, dass ich wohl das typische Klischee-Denken hatte: E-Autos sind langsam und überflüssig und sinnlos und überhaupt, wer will sowas? Nun, ähm, ich, bitte einpacken und vor meiner Haustür abstellen, das Fahrerlebnis hat überzeugt. Natürlich fehlt der gewohnte Klang aber wen interessiert das, wenn die Beschleunigungswerte passen und das Fahrwerk denen der bekannten RUF-Sportwagen entspricht?

Neben dem schwarzen Prototypen, mit dem ich eine Runde mitfahren durfte, hatte RUF bereits in Genf den eRUF Greenster vorgestellt. Eine grün lackierte Boden-Boden-Rakete mit optischen Anleihen beim allerersten Porsche 911 Targa.

Passend zum COP15-Weltklimagipfel der Vereinten Nationen in Kopenhagen stellte RUF nun die neueste eRUF-Kreation vor: den Stormster auf Basis des Porsche Cayenne. In Zusammenarbeit mit Siemens erhielt der SUV einen Elektromotor mit 270 kW. Wer das so schnell nicht auf die bekannte PS-Einheit umrechnen kann: Es wären 367. Durchaus kein Wert, mit dem er sich verstecken müsste. Auch wenn der Wagen mit seinen 2,67 Tonnen schon reichlich Hüftspeck mit sich herumtragen muss, ermöglicht das enorme Drehmoment des E-Motors dennoch eine Beschleunigung von 10 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Bei 150 km/h endet der Vorwärtsdrang, was weniger an den technischen Möglichkeiten als vielmehr am derzeitigen Einsatzzweck des Stormster liegen dürfte. Drei baugleiche Fahrzeuge dienen im Rahmen der oben bereits angesprochenen COP15 als Shuttle-Fahrzeuge.

Quelle: RUF Automobile

Autor: Matthias Kierse

8. Dezember 2009|Categories: Magazin|Tags: , |