Ayrton Senna – Eine Rennfahrer-Legende wird 50

In diesem Jahr wäre eine Rennfahrer-Legende 50 Jahre alt geworden. Leider kam dieser dreifache Weltmeister bereits 1994 beim Großen Preis von San Marino ums Leben. Motorsportfans wissen bereits, dass es um Ayrton Senna geht. Für alle Anderen erinnern wir in diesem Text an seine großen Erfolge und versuchen zu erklären, warum Ayrton Senna da Silva so berühmt und legendär wurde, dass sein Name heute noch sehr gut bekannt ist..

Ayrton Senna

Bild 1 von 3

Am 21. März 1960 wird Ayrton Senna da Silva geboren. Im zarten Alter von 4 Jahren kommt jemand auf die Idee den Kleinen hinter das Steuer eines Go-Karts zu setzen und legt damit den Grundstein für die Karriere eines der größten Rennfahrer aller Zeiten. Sein erstes offizielles Rennen fährt Senna mit 13 Jahren. Nach einigen brasilianischen und südamerikanischen Meistertiteln geht er mit 21 einen Schritt weiter und beginnt seine Karriere in Europa in der britischen Formel Ford 1600-Meisterschaft. Zwei Jahre später, 1983, fährt Senna bereits erste Formel 1-Tests für Teams wie Williams, Brabham, McLaren und Toleman, wo er schließlich einen ersten Drei-Jahres Vertrag unterschreibt. Im Rahmen der Wiedereröffnung des Nürburgrings mit dem bis heute bekannten Grand Prix-Kurs sorgt Senna zum ersten Mal in der Formel 1 für Aufsehen. In einem Schaurennen mit dem damals neu vorgestellten Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 als Tourenwagen setzt er sich gegen namhafte Gegner wie den damaligen Weltmeister Keke Rosberg, sowie Niki Lauda und weitere 17 GP-Stars durch und gewinnt das Rennen souverän

In der Saison 1985 wechselt Senna zum Rennstall von Lotus und gewinnt im zweiten Rennen der Saison zum ersten Mal in der Königsklasse des Motorsports. Bis zum Jahr 1987 stehen insgesamt fünf Rennsiege auf Sennas Konto, bis zum Ende seiner Karriere sollten noch viele folgen. Das Bild des gelben Helmes im erst schwarz-goldenen, später gelb-blauen Lotus prägt sich allmählich bei der Konkurrenz ein. Ab 1988 sitzt der Brasilianer mit dem auffälligen Helmdesign im Cockpit von McLaren und bildet mit dem Franzosen Alain Prost ein kongeniales Fahrerduo, das insgesamt 15 der 16 Saisonrennen gewinnen konnte. Als krönenden Abschluss der Saison kann Senna seinen ersten von drei Weltmeistertiteln feiern!

Sennas Karriere bei McLaren verläuft weiterhin steil aufwärts, die Jahre 1990 und 1991 werden ebenfalls mit dem WM-Titel gekrönt. Erst im Jahr 1992 kann das Williams-Team der Übermacht der Honda-Motoren Einhalt gebieten und mit Nigel Mansell und Alain Prost jeweils eigene Fahrer zu Weltmeistern der Jahre 1992 und 1993 machen. Die Saison 1993 hat aber dennoch ein, wenn nicht sogar DAS Rennen von Ayrton Senna hervorgebracht. Der große Preis von Europa in Donington Park auf der britischen Insel wurde zu einer Gala-Vorstellung des Regen-Gottes Senna. In der ersten Runde kann er innerhalb von nur rund 40 Sekunden von Platz 5 auf Platz 1 vorfahren und gewinnt das Rennen mit guten 1,5 Minuten Vorsprung vor Damon Hill und dem überrundeten Alain Prost. Letzterer beendet am Ende der Saison seine Karriere und noch auf dem Siegerpodest kommt es zwischen den beiden großen Rivalen Senna und Prost zu einer versöhnlichen Geste als der Franzose von dem Brasilianer bei der Siegerehrung ebenfalls auf das oberste Treppchen gebeten wird.

Ayrton Senna wechselt nach sechs erfolgreichen Jahren von McLaren zum Rennstall von Frank Williams. Der überlegene Rennstall der letzten beiden Jahre wird durch Regeländerungen im Bereich der elektronischen Fahrhilfen seines Wettbewerbsvorteils beraubt und Senna muss nach Ausfällen in den ersten beiden Saisonrennen zusehen, wie er seiner selbsterklärten Favoritenrolle gerecht wird. Am Wochenende rund um den dritten Grand Prix des Jahres auf der Rennstrecke in Imola kommt es zur Katastrophe. Bereits im freien Training verunglückt Rubens Barrichello und entkommt mit viel Glück nur leicht verletzt dem Wrack seines Jordan. Als im Qualifikationstraining der F1-Neuling Roland Ratzenberger nach dem Bruch seines Frontflügels mit hoher Geschwindigkeit von der Strecke abkommt und tödlich verunglückt, hat Ayrton Senna bereits keine große Lust mehr, das Rennen am Sonntag in Angriff zu nehmen. Er hatte seinen Williams Renault zwar für die Pole Position qualifiziert, hatte aber kein gutes Gefühl für den Folgetag.

Beim ersten Startversuch kam es bereits zu einem Crash zwischen JJ Lehto, dessen Wagen stehengeblieben war, und Pedro Lamy, der den stehenden Wagen nicht rechtzeitig sehen konnte. Anstatt das Rennen zu unterbrechen und die scharfkantigen Trümmerteile von der Start-Ziel-Gerade zu räumen, schickt die Rennleitung das Safety Car auf den Kurs, das zu dieser Zeit noch nicht den Tempoverhältnissen der Formel 1 angepasst war. Es handelte sich nicht wie heute um einen ordentlichen Sportwagen, sondern um einen gewöhnlichen Opel Vectra. Daher kühlten bei allen Teilnehmern Reifen und Bremsen sehr stark ab, was zu sehr geringen Gripverhältnissen führte. In Runde 6 wurde das Rennen wieder freigegeben.

Nur eine Runde später kam es zur Katastrophe, als Ayrton Senna in der Tamburello-Kurve, einem Vollgas-Linksknick nach der Start-Ziel-Geraden mit mehr als 300 km/h geradeaus fuhr. Er konnte zwar die Einschlaggeschwindigkeit durch eine Vollbremsung auf rund 210 Stundenkilometer senken, traf die Seitenbegrenzung der Strecke jedoch in einem äußerst spitzen Winkel und wurde durch ein Teil seiner Vorderradaufhängung durch sein Helmvisier hindurch am Kopf getroffen. Durch die Schwere der Verletzung und den hohen Blutverlust verstarb Senna später im Hospital. Um den genauen Unfallgrund gibt es bis heute verschiedenste Spekulationen, die wohl nie abschließend geklärt werden können.

Nach Sennas tragischen Tod verordnete der brasilianische Präsident Itamar Franco eine dreitägige Staatstrauer. Beim Trauerzug durch seine Heimatstadt Sao Paulo erwiesen ihm mehr als drei Millionen Menschen die letzte Ehre. Senna hatte neben seiner sehr erfolgreichen Rennfahrerkarriere auch durch Spenden und Projekte für Bedürftige sehr im Rampenlicht des öffentlichen Interesses in Brasilien gestanden. Seine Familie schuf nach seinem Tod das „Instituto Ayrton Senna“, das sich weiterhin in Projekten für arme und bedürftige Kinder, vor allem in Brasilien, engagiert. Basis des Instituts ist die „Ayrton Senna Foundation“, welche für die Lizenzrechte am Namen des Rennfahrers zuständig ist und deren Einnahmen komplett an das Instituto gehen.

Ayrton Senna wurde von zwei unabhängigen Gremien in den Jahren 2004 und 2006 zum schnellsten und besten Rennfahrer der Geschichte gewählt. Ayrtons Neffe Bruno Senna debütierte 2010 für den Rennstall HRT in der Formel 1. Im Herbst 2011 soll ein Film über Ayrton Senna in die internationalen Kinosäle kommen. Der Titel: „Ayrton Senna – Driven to Perfection“. Gern würden wir Ayrton Senna persönlich zu seinem fünfzigsten Geburtstag gratulieren, aber so bleibt uns nur dieser kleine Artikel und ein Blick gen Himmel.

„Happy Birthday Ayrton!“

Quellen: McLaren, Lotus, YouTube

Autor: Simon Richter

29. Dezember 2010|Categories: Magazin|

One Comment

  1. AStrauß 30. Dezember 2010 at 13:21

    Sehr guter Bericht.

    Danke dafür !