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Kältemittel in Klimaanlagen?


Zur Lösung Gelöst von Yellow Arrow,

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Geschrieben

In verschiedenen Klimaanlagen kommen diverse Kältemittel zum Einsatz. Ein auszugsweiser Überblick:

 

R290 (Propan)

R600 (Butan)

Diese werden in stationären Klimaanlagen und Kühlschränken eingesetzt. Beide sind klimafreundlich und brennbar. Im Brandfall entstehen keine gesundheitsschädlichen Verbrennungsprodukte.

 

R1234 yf (Tetrafluorpropen)

Dies wird seit 2017 in Kfz-Klimaanlagen eingesetzt. Es ist ebenfalls klimafreundlich und brennbar. Im Brandfall entsteht u.a. Flourwasserstoff, das extrem (!) gesundheitsschädlich ist. R1234yf ist beispielsweise in meinem BMW i3 eingesetzt.

 

Propan/Butan Mischung

Dies ist klimafreundlich und brennbar. Im Brandfall entstehen keine gesundheitsschädlichen Verbrennungsprodukte. Für Kfz-Klimaanlagen ist es allerdings nicht zulässig und führt beim Einsatz zum Erlöschen der Betriebserlaubnis, da diese an bestimmte Kältemittel gebunden ist. Gilt auch bezüglich R290 und R600.

 

Propan und Butan sind spottbillig, im Gegensatz zu R1234yf. Hinzu kommt, dass R1234yf korrosiv wirkt, wegen des Zerfallproduktes Trifluoressigsäure, im Gegensatz zu Propan und Butan.

 

Mir erschliesst sich nicht, warum dann R1234yf in Kfz-Klimaanlagen zulässig ist, Propan bzw. Butan dagegen nicht. Das Kriterium "brennbar" erfüllen alle genannten Kältemittel, wobei R1234yf  zudem im Brandfall sehr gesundheitsschädlich ist. Kann mir das jemand erklären? Es sei angemerkt, dass technische Gründe mir nicht ersichtlich sind, Kfz-Klimaanlagen würden mit Propan/Butan ohne weiteres funktionieren, übrigens auch mit den R12 kompatiblen Kompressorölen (anders als bei R12 Anlagen, die auf R134 umgestellt worden sind).

 

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Geschrieben

Mercedes hat sich lange massiv gegen den Einsatz von R1234YF gewehrt. Leider erfolglos, die aktuellen Modelle haben das auch. 
Einzig zulässige Alternative wäre m.W. eine CO2-Anlage. Die ist aber wohl wesentlich teurer, weil höhere Drücke erforderlich sind? (Gefährliches Halbwissen)

Was sicher ist: ab 01.01.2028 dürfen in USA sogar Traktoren usw. nicht mehr mit R134a Anlagen gebaut oder importiert werden. 
Offensichtlich haben sich die Gesetzgeber hier auch für R1234YF entschieden. 

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Geschrieben

Deine Frage über die Zulässigkeit von brennbaren Kältemitteln kann ich leider nicht beantworten.🙁 Aber wie so oft wird der Grund sich vielleicht ums Portemonai drehen? Wenn's ums Geld verdienen geht, ist dem Markt wohl jedes Mittel recht. 

Du schreibst ja, daß in stationären Anlagen, auch Kühlschränke stehen ja fest, R290 und R600 erlaubt sind, also wohl geprüft aber in beweglichen Anlagen, also Fahrzeugen, nicht. Vielleicht ist das ja der Grund. 

Aber Du hast recht. Logisch ist daran überhaupt nichts. Ob du bei einem Unfall verbrennst oder erstickst an dem Zeug kommt aufs gleiche raus. Hauptsache vorher hat der Airbag und der Gurt dein Leben gerettet...

 

Hier macht VW mal etwas richtig. Alle ID's mit Wärmepumpe haben R744, also reines CO2 als Kältemittel. MB und andere Hersteller ziehen nach. Kostet natürlich mehr und auch die Unterhaltung/Neubefüllung hat seinen Preis. "Versteckt" wird dieser Preis in den hohen E-Auto Kosten aber rettet eventuell Unfallopfer.

 

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Geschrieben

Wenn eine Anlage dicht ist, ist es vermutlich egal, ob das Kältemittel brennbar ist. Und auf Dichtheit wird ja wohl bei jeder Befüllung geprüft.

 

Und wenn ein Fahrzeug brennt, kommt es natürlich zum Austritt des Kältemittels. Im Falle von R1234yf mit Gesundheitsgefährdung sowohl von Passagieren, als auch Rettungskräften. Im Gegensatz zu Propan/Butan.

 

Dass R1234yf zugelassen ist, Propan/Butan jedoch nicht, ist daher m.E. befremdlich und nur Profitstreben der Industrie geschuldet.

 

Für Kfz-Klimaanlagen wird ja auch "Ersatzgas" für R12, R134 und R1234 vertrieben, auch von Anbietern in Deutschland. Ohne Angabe, worum es sich tatsächlich handelt. Meine Vermutung ist, dass es sich um simples Propan/Butan Gemisch handelt. Merkwürdigerweise wird das bei der hiesigen Überregulierung nicht unterbunden, noch nicht einmal die fehlende Kennzeichnung des tatsächlichen Inhaltes bemängelt. Hinweise zum Erlöschen der Betriebserlaubnis (sollte es Propan/Butan sein) finde ich auch nicht.

 

Wäre jetzt der Einsatz eines solchen "Ersatzgases" (der insbesondere als Ersatz für R1234 durchaus sinnvoll wäre!) Nun legal oder nicht? Schliesslich weiss man ja nicht, worum es sich handelt ...

  • Gefällt mir 2
Geschrieben

R134a ist C2H2F4, GWP ca.1300 (global warming potential 100 Jahre)

R1234yf ist C3H2F4, GWP <1

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Geschrieben

Was spricht also für R1234yf, und was für Propan/Butan?

Geschrieben

Zunächst spricht für R1234yf eigentlich gar nichts. Das ist chemische Brühe, die im Vergleich zu R134a in der Atmosphäre noch schneller in ihre Bestandteile zerfällt (TFA). Sie ist aber entgegen der Diskussion zu ihrer Markteinführung im Vergleich zu Propan nur schwer entzündlich, weshalb man in den ganzen Jahren seit Einführung keine vermehrten Brände wahrnehmen kann. R1234yf ist übrigens auch vom aktuell diskutierten PFAS Verbot betroffen, weshalb die Autoindustrie bereits nach Alternativen sucht. Propan ist eine Möglichkeit, bedingt aber durch die extreme Entzündlichkeit ein völlig neues Design der Klimaanlage. CO2 ist die andere Möglichkeit, die bei VW in über einer Million Fahrzeugen schon rumfährt -> alle MEB mit Wärmepumpe haben CO2 als Kältemittel. 

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Anzeige eBay
Geschrieben
Geschrieben

Hallo Jarama,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Verschiedenes über Autos (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben

Schäffler hat als Zulieferer auch CO2 auf den aktuellen Applikationen für eAutos, insbesondere Thermomanagement der Akkupakete.

  • Gefällt mir 1
Geschrieben

Um nochmal auf die Frage von Jarama nach den „Ersatzgasen“ einzugehen: Sofern nicht benannt ist, worum es sich handelt, würde ich davon strikt die Finger lassen. Vom theoretischen Erlöschen der ABE (wer sollte es nachweisen?) abgesehen, haben verschiedene Kältemittel unterschiedliche Anforderungen an Dichtstoffe und Verdichteröle. Zum Beispiel taugen die Werkstoffe der Dichtringe für R1234yf nicht für die Verwendung mit Propan. Ich habe einen R1234yf Verdichter mit Propan betrieben. Die Elastomere im Inneren hat es komplett zerlegt. Bevor jemand schreit: Ich mache das beruflich mit der entsprechenden Sachkunde und Sicherheitsvorkehrungen ;-)

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Geschrieben

Interessante Erfahrung! Ich hätte das Gegenteil vermutet, weil Propan ja vergleichsweise inert ist und auch nicht zu korrosiven Substanzen zerfallen kann, im Gegensatz zu R1234yf.

 

Geschrieben

 

 

Was empfiehlst Du @Yellow Arrow denn zur Neubefüllung von R12 oder R134 Anlagen? Neben der Neubefüllung mit geeignetem Öl und ggf. kompatiblen neuen Dichtungen (neuer Trockner sowieso). Diese Frage betrifft ja mittlerweile viele Fahrzeuge. Noch funktioniert beispielsweise die R12 Anlage in meinem BMW E31 bestens (nach dem Motto "never touch a running system")...

 

Ich habe ansonsten gelesen, dass eine Dichtheitsprüfung unter Druck mit Stickstoff erfolgen sollte, und nicht nur unter Vakuum. Stimmt das?

Geschrieben

Ich würde eine R12 Anlage wie vorgesehen mit R134a befüllen. R134a ist als Recycling-Gas weiterhin verfügbar und erlaubt. Die Rand- und Rahmenbedingungen sind bekannt (Öl, Dichtungen, Trockner).
Ich habe mir mal die „Ersatzgase“ angeschaut. Das ist ja gruselig. Da kann ich nur sagen-Finger weg! Öle, Dichtmaterialen und Kältemittel müssen zusammen passen, sonst steht man ein halbes Jahr später mit einem größeren Defekt in der Werkstatt und die Rechnung wird erheblich höher.

Nebenbei bemerkt muss selbst ein gelernter Kfz-Mechaniker einen Sachkundenachweis haben, um an der Klimaanlage arbeiten zu dürfen!

Die Dichtheitsprüfung unter Vakuum ist Quatsch. Unter Vakuum ist der höhere Druck außen, im befüllten Zustand ist der höhere Druck innen. Das sind völlig andere Verhältnisse. Dennoch muss die Vakuumdichtheit gegeben sein, weil man vor dem Befüllen zwingend Vakuum herstellen muss. Wenn in dem Zustand feuchte Luft in die Anlage kommt, hat man zum einen Wasser in der Anlage, zum anderen vermischt sich die Luft mit dem Kältemittel und verschiebt die Stoffeigenschaften (Kondensations- und Verdampfungsdrücke). 
Wir machen unsere Dichtheitsprüfungen mit Formiergas, also Stickstoff mit Wasserstoffanteil. Den entweichenden Wasserstoff kann man mit sehr genauen Sensoren finden und Leckagen lokalisieren.

 

Ein Gedanke in dem Zusammenhang: Der von Werkstätten gern gepriesene „Klimaservice“ hat keinerlei Sinn und zieht euch nur das Geld aus der Tasche. Die Klimaanlage ist ein geschlossenes System und bedarf keiner Wartung, zumindest nicht so, wie das verkauft wird.

 

 

  • Gefällt mir 6
Geschrieben

Und wie steht es mit R413a bzw R437a? Das wird ja als "drop-in" Mittel für R12 Anlagen beschrieben.

 

Das soll ja komptibel mit R12 Dichtungen und Ölen sein. Ist das brennbar oder nicht (soll ja u.a. Butan enthalten)?

 

Und scheint auch in kfz zulässig zu sein?

 

Sorry @Yellow Arrow, das ich Dich so "löchere". Aber bevor ich mich auf KI verlasse (und verlassen bin) ... 😎

  • Lösung
Geschrieben

Gerne. R437a ist eine Möglichkeit, wenn Du jemanden findest, der Dir das auffüllen kann. Es ist ein A1 Kältemittel und daher nicht brennbar und ungiftig. R413a ist vermutlich nicht mehr zu bekommen (ohne Gewähr)

  • Gefällt mir 1
Geschrieben
vor 22 Stunden schrieb Yellow Arrow:

Ein Gedanke in dem Zusammenhang: Der von Werkstätten gern gepriesene „Klimaservice“ hat keinerlei Sinn und zieht euch nur das Geld aus der Tasche. Die Klimaanlage ist ein geschlossenes System und bedarf keiner Wartung, zumindest nicht so, wie das verkauft wird.

Diese Klima-Wartung ist ja auch nur dass der Innenraumfilter mit einem Mittel besprüht wird um den muffigen Geruch beim Ausschalten der Klima "angeblich" zu verhindern.

  • Gefällt mir 2
Geschrieben
vor 21 Stunden schrieb Jarama:

Und wie steht es mit R413a bzw R437a? Das wird ja als "drop-in" Mittel für R12 Anlagen beschrieben.

 

Das soll ja komptibel mit R12 Dichtungen und Ölen sein. Ist das brennbar oder nicht (soll ja u.a. Butan enthalten)?

 

Und scheint auch in kfz zulässig zu sein?

 

Sorry @Yellow Arrow, das ich Dich so "löchere". Aber bevor ich mich auf KI verlasse (und verlassen bin) ... 😎

R413 geht habe ich mehrfach gemacht aber hat eine geringere Kühlleistung.

Man kann aber auch R12 im Internet kaufen uns selbst auffüllen. 

Habe aber mittlerweile alles auf R134a umgerüstet.

Bislang hat es irgendwann nach Tausch auch immer die Kompressoren hingerafft.

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Geschrieben
Am 4.4.2026 um 09:40 schrieb CountachQV:

Diese Klima-Wartung ist ja auch nur dass der Innenraumfilter mit einem Mittel besprüht wird um den muffigen Geruch beim Ausschalten der Klima "angeblich" zu verhindern.

Der Innenraumfilter sollte regelmäßig getauscht werden. Was Du meinst, ist der Verdampfer, der besprüht wird. Helfen tut das aber keineswegs. 

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Geschrieben
Am 3.4.2026 um 11:11 schrieb Yellow Arrow:

 

Ein Gedanke in dem Zusammenhang: Der von Werkstätten gern gepriesene „Klimaservice“ hat keinerlei Sinn und zieht euch nur das Geld aus der Tasche. Die Klimaanlage ist ein geschlossenes System und bedarf keiner Wartung, zumindest nicht so, wie das verkauft wird.

 

 

Kommt darauf an was mit Klimawartung konkret gemeint ist, selbst aus einem "geschlossenem System" entweicht über die Jahre das Kältemittel, es sollte nicht alle zwei Jahre sein, aber nach 10 Jahren hatte ich nur noch 60% Kältemittel drin, also irgendwann schaltet sich der Kompressor ab, evtl. nach 15 Jahren +- 5Jahre je nach Fahrzeug/Glück .
Typischer Fall ist die erste Ausfahrt nach dem Winter wo es mal wirklich warm wird. Also, im Herbst hat der Füllstand noch gereicht und über Winter ist der Rest entwichen, der es unter den erforderlichen Mindestdruck bringt.

 

Bei einem stationären Kühlschrank ist das anders, weil die Verbindungen verlötet sind, keine Ventile haben etc.

  • Gefällt mir 2
Geschrieben

Das ist ja was erwähnt wurde, denn solange genügend Druck drin ist funktioniert die Klima, zum Teil spürbar weniger effizient, wenn sie stoppt muss man das System eh neu befüllen, ergo Service mache keinen Sinn.

Den muffigen Geruch bringt man auch ohne "Service" weg.

Geschrieben

Zumindest was ich bisher unter  Klimaservice kannte,  ist genau das, entleeren, evakuieren , testen und neu befüllen bevor eben zu wenig Druck drin ist oder eben wenn sie bereits gestoppt hat . Da aber kein Manometer verbaut ist bekommt der normal Fahrer nur schwer mit, wann es kurz davor ist, das merkt man erst an extrem heissen Tagen wenn es die Anlage nicht mehr schafft- dann hätte sie aber funktionieren sollen . Evtl. könnte man die minimale  Auströmtempertur messen , das wäre ein Anhaltspunkt, oft machen Klimanlagen meiner Erfahrung nach  kurz vor leer auch andere Geräusche.

 

Aber scheinbar wird inzwischen unter Klimaservice auch weitere Arbeiten angeboten

Geschrieben

Und die Kompressoren werden nicht mehr ausreichend geschmiert wenn die Kältemittelmenge nicht mehr passt.

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