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thebigo

Welches Original-Zubehör gehört zum McLaren 720s?

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thebigo
Geschrieben

Eine Frage an die Community: Ich übernehme nächste Woche einen gebrauchten 720s. Was muss alles dabei sein? Insb. wie viele Schlüssel gehören zum Fahrzeug? Aus dem Manual kann ich nur Teilantworten entnehmen.

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    • Sailor
      https://www.welt.de/wirtschaft/plus197996725/Sonderausstattung-Wird-das-Auto-zur-Abo-Falle.html
      (leider hinter einer paywall)
       
      "Die Aufregung in den BMW-Foren im Internet war groß in den vergangenen Tagen. Sogar von „Abo-Zwang“ war dort die Rede. Der Grund: Wer beim Münchner Autobauer in den vergangenen Monaten einen Wagen gekauft hat, bei dem sich das iPhone über die Apple-Software Carplay mit dem Fahrzeug verbinden lässt, der erlebt nach einem Jahr eine Überraschung.
      Denn dann muss man nachzahlen, um weiterhin über das Display des Autos auf die Apps seines Smartphones zugreifen zu können. Als erster Hersteller bietet BMW Carplay nicht mehr als Sonderausstattung für die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges an, sondern setzt auf ein Abo-Modell: Ein weiteres Jahr kostet 109 Euro, wer gleich für drei Jahre verlängert, muss 299 Euro zahlen, wer die Funktion unbegrenzt nutzen will, muss knapp 400 Euro hinlegen."
       
      Alle großen Hersteller sind dabei. Im Abo kann man dann eine neue maximale Höchstgeschwindigkeit, einen Parkassistenten, ein Digitalradio oder auch das LED-Matrix-Licht (für 26€ im Monat) bekommen. Bezahlt man sein Abo nicht geht das Licht aus, das Radio bleibt stumm, der Parkassitent parkt nach Gehör und das Navi schickt einen immer zum Herstellerwerk.
      Verkauft man den Wagen bekommt der Käufer nur die Grundausstattung.
       
      Viele werden das wohl schon kennen, aber mir war das absolut neu.
    • Amstaff
      Hallo,
      heute erschien in der Sport Auto 2/2019 der Supertest des McLaren 720S. Die Analyse des Tests ergibt eine nicht perfekte Track-Fahrdynamik, insbesondere im Vergleich zum GT2RS. Hauptsächlich wird auf die schlechte Performance mit dem Pirelli Trofeo im Vergleich zum Corsa hingewiesen. Leider wurde nicht eruiert, wieso hier eine "Unverträglichkeit" des 720S mit den Trofeos existiert, obwohl diese Semi- Slicks normalerweise auf dem Track immer schneller als die Straßen-Corsas sind, worauf auch hingewiesen wurde. Es wäre wirklich interessant gewesen, hier die Gründe zu erfahren. Sehr seltsam ist in diesem Zusammenhang, daß andere Tests zu vollkommen anderen Ergebnissen kamen. Aus dem gleichen Verlag erschien in der AMS Nr. 11/2018 ein Vergleichstest zwischen dem McL 720 und einem Porsche GT2 RS, den der McL klar, auch gerade bei der Fahrdynamik gewann. Auch die Rundenzeiten des McL waren gegenüber dem GT2RS fast 1 Sek. auf dem GP Kurs Hockenheim besser. Interessant ist auch, daß es sich offensichtlich um das gleiche Testfahrzeug handelte, zumindest war das Kennzeichen identisch.
      Hat hier jemand eine Erklärung für diese Unterschiede in den Resultaten und den Reifenproblemen oder was meint Ihr?
       
    • Amstaff
      Hallo,
      als Neuling im Forum wollte ich mich kurz vorstellen und freue mich auf die Kommunikation und Treffen mit Gleichgesinnten. Ich bin im fortgeschrittenen Alter und habe den Schritt von AMG SLS GT und GTR zum Kauf eines McLaren 720S gewagt und bekomme ihn Anfang Februar. Zwar wollte ich einen Ferrari Pista, aber ohne Ferrari Vergangenheit hatte ich keine Chance einen zu kaufen. Nach einer Probefahrt im McLaren habe ich dann zugeschlagen, da mich Fahrleistung und Fahrverhalten sehr überzeugt haben. Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich die Optik des McLaren bewerten soll. Manchmal gefällt er mir gut, manchmal ist er mir zu rund und zu futuristisch. Aber vielleicht ist das die Formensprache des Designs der nächsten Jahre.
      viele Grüße
      Wolfgang
    • F40org
    • GT_MF5_026
      Ostern - Männertag. Inzwischen ist der zum dritten Mal durchgeführte Event fast schon Tradition geworden. Drei Auto-Enthusiasten fahren im Schwarzwald mit drei Autos – jeder fährt jeden Wagen wenigstens eine Stunde auf kurzvenreichem Geläuf.
       
      2016 waren ein Donkervoort D8 GTO, ein McLaren 650s Spider und ein Wiesmann Roadster MF3 am Start. 2017 waren es ein Caterham Seven 485s, ein Wiesmann GT MF5 V10 sowie ein Lotus Exige Sport 380. 2018 teilten wir uns einen McLaren 720s s, einen McLaren 570s und ein Porsche 911 Carrera S Cabrio (991.2).
       
      Ich begann mit dem 720s, dann der Porsche und zuletzt der 570s.
       
      McLaren 720s
      Der Wagen war erst am letzten Donnerstag ausgeliefert worden und hatte erst 260 km auf der Uhr. Entsprechend musste er noch im Einfahrmodus bewegt werden. Somit durfte die volle Leistung noch nicht abgerufen werden. Doch was zur Verfügung stand, war mehr als genug.
      Dank dem Dachausschnitt ist der Einstieg vergleichsweise einfach. In den Schalensitzen findet man eine perfekte Sitzposition. Man fühlt sich mittig im Auto. Platz hat es genug – wenigstens für zwei. Ein Handschuhfach fehlt wie bei seinem Vorgänger, dafür gibt es neu je ein Staufach in der Tür und hinter den Sitzen hat es eine grosse Ablagefläche, auf der eine grosse Tasche gut Platz findet.
      Schalter gibt es nur wenige. Die, die man braucht, sind zentral und übersichtlich angebracht. Die anderen Knöpfe sind dagegen weniger intuitiv platziert.
      Kurz auf die Bremse getreten und den Startknopf gedrückt – der Motor meldet sich prompt. Für ein Auto dieser Leistungsklasse arbeitet er vergleichsweise diskret. Per Schalter den Gang einlegen und los geht es.
      Dank der Glaskuppel ist die Übersichtlichkeit ausgezeichnet.
      Der V8 mit 4 Litern Hubraum und Doppelturbo hat Dampf ohne Ende. Ein Turboloch kennt er nicht. Bereits aus dem Drehzahlkeller schieben die 720 Pferde mächtig an. Das üppige Drehmoment von 770 Nm ist praktisch permanent präsent. Doch die Pferde wollen auch gefüttert werden. Und das nicht unbescheiden: fast 20 Liter genehmigten sie sich…
      Absolut ausserirdisch ist das Fahrwerk. Ohne jede Wankbewegung giert der Wagen nach kurven. Die Lenkung ist superpräzise und der Wagen folgt der gewählten Linie wie an einer Schnur gezogen. Grenzbereich? Auf öffentlichen Strassen kaum erfahrbar!
      Im Komfortmodus ist der McLaren erstaunlich sanft. Der Modus wird seinem Namen gerecht und federt Unebenheiten locker weg. Man fühlt sich gut aufgehoben. Selbst in den schärferen Modi Sport und Track wird der Wagen nicht zum Rodeopferd.
      Am meisten überrascht mich das Getriebe. Kaum spürbar werden die Gänge gewechselt. Erst im schärfsten Modus werden die Gänge richtig reingehämmert – einen Leistungsunterbruch spürt man nicht. So muss es sein!
      Auch mit faktisch angezogener Handbremse – sprich: Einfahrmodus – hat der 720s Power ohne Ende. Selbst der zarte Umgang mit dem Gaspedal drückt einem mächtig in den Sitz.
      Über das Design mag man geteilter Meinung sein. Mir jedenfalls gefällt der Wagen. Er sieht aus wie von einem anderen Stern. Jede Öffnung hat eine Funktion, nichts ist Show oder Effekthascherei. Form follows Function in Reinkultur.
      Fazit: Sehr teuer – aber jeden Euro/Franken wert! Fahrmaschine mit hohem Restkomfort.
       
       
       
       
      Porsche 911 Carrera S
      Der Wagen hat alles, was man für Geld kaufen kann. Selbst eine Hinterachslenkung ist an Bord. Der Porsche ist markentypisch perfekt verarbeitet und trotz der vielen Knöpfe und Schalter wirkt das Cockpit aufgeräumt.
      Verglichen mit dem McL sitzt man fast wie in einem SUV. Die Sitzposition ist gut, aber eben nicht perfekt; für mich vor allem etwas zu hoch.
      Natürlich ist es nicht fair, den 911 mit dem 720s zu vergleichen. Trotzdem machen wir es. Das Leistungsdefizit ist spürbar – kein Wunder, es fehlen auch über 250 PS. Ebenso markant ist der Unterschied beim Fahrwerk. Obwohl der Porsche zum Besten gehört, was man für Geld kaufen kann, ist – wenn man vom 720s kommt – die Seitenneigung gewöhnungsbedürftig. Im McLaren fehlt diese gänzlich, im Porsche ist sie gering, aber vorhanden.
      Eigentlich gibt es am Getriebe nichts zu bemängeln. Es schaltet rasch, sauber und ruckfrei. Doch mit den Paddels hatte ich so meine Mühe. Mehrmals schaltete ich, ohne es zu wollen.
      Im heutigen Trio ist der Porsche an der Zapfsäule klarer Gewinner. Während die beiden Briten schon nach den ersten zwei von drei Etappen die Zapfsäule herbei sehnten, fuhr der Porsche heute ohne einmal nachzutanken – mit weniger als 13 Litern war der Konsum für ein Auto in dieser Leistungsklasse bescheiden und beweist, dass Turbos keine Säufer sein müssen.
      Fazit: Der alltagstaugliche Sportwagen für jeden Tag. Eine Art Schweizer Armeemesser. Nur dass man das perfekte Steak eben nicht mit dem Taschenmesser geniesst…
       
      McLaren 570s
      Die Scherentüren öffenen deutlich weiter als die des 720s und brauchen entsprechend mehr Platz, was im Alltag nicht unbedingt positiv ist.
      Auch er top verarbeitet, perfekte Sitzposition und intuitive Bedienung. Optisch eine Augenweide – innen wie aussen.
      Für mich ist der 570s bezüglich Preis/Leistung eines der besten Angebote auf dem Markt. Doch eines muss er sich vorhalten lassen: Sein Turboloch. Unterhalb von 2000 Umdrehungen passiert nicht viel. Bis 3000 Touren geht was und darüber explodiert der Wagen. Wenn die Turbos mit vollem Druck zur Attacke blasen, gibt es keine Gnade. So müssen sich die Apollo-Astronauten beim Start gefühlt haben. Der Schub geht sauger-like bis über 8000 Umdrehungen! Die Geräuschkulisse ist vernehmlich, aber gesittet. Kein Inferno, aber präsent.
      Die Bremse will hart getreten werden; macht man das, wirft der Wagen Anker. Kein Bremsfading, kein flattern – nichts, einfach nur Energievernichtung und zwar in einer Form, die einem die Gurten in die Brust schneidet…
      Im Gegensatz zum 720s hat der 570s ein konventionelles Fahrwerk. Also keine hydraulischen Pumpen, die jede Unebenheit oder Wankbewegung bereits im Ansatz vernichten. Doch so wirklich vermissen tut man die Features des 720 nicht. Der Mittelmotorwagen schnupft die Kurven nur so auf. Gemeinheiten sind im fremd. Ebenso Wankbewegungen. Wer ihn lenkt, weiss wie Mikrochirurgen mit dem Skalpell arbeiten. Kurve anvisieren, einlenken und der 570 fährt die Linie in seiner unnachahmlichen Präzision. Es ist ein Vergnügen höchster Güte.
      An der Tanksäule zeigt sich, dass die Euphorie ihren Preis hat. Er genehmigt sich kaum weniger als der 720s.
      Fazit: Wer einen Sportwagen auf Turbo S-Niveau sucht und dabei Sportlichkeit gegen Alltagstauglichkeit tauscht, ist hier richtig.
       
      Schlusswort
      Pech für den 911er, dass er zu diesem unfairen Vergleich antreten musste. Doch Fairness war nicht das Ziel des heutigen Tages - es gab nur ein Ziel: Spass, Fahrspass!
      Selbstredend bin ich nicht objektiv. Ich bin ein bekennender McLaren-Fan und habe 2015 mit Porsche abgeschlossen. Das ändert aber nichts daran, dass Porsche die besten Sportwagen baut, wenn Alltagstauglichkeit gefragt ist. Will man mehr Sport, ist man bei McLaren besser aufgehoben. Doch das darf glücklicherweise jeder für sich entscheiden.

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