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Hexla

Erfahrungen mit Lamborghini Urus

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Hexla
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Ich hatte noch nicht das Vergnügen solch einen Wagen fahren zu dürfen. 

 

Vermutlich sind ihn schon einige CP-User gefahren oder sind bereits im Besitz. 

 

Ist fahrdynamisch ein großer Unterschied zum z.B. Porsche Cayenne mit 550 PS? 

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Ultimatum
Geschrieben

ja. sehr groß. 

auch zum amg s63 gle coupé mit immerhin 585 ps. 

es sind welten. 

GT_MF5_026
Geschrieben (bearbeitet)

Vor ein paar Wochen bin ich beim hiesigen Lamborghini so ein Monstrum gefahren.

Für mich war es völlig ok, den Wagen nach einer kurzen Probefahrt wieder abzugeben.

Wenn ich einen SUV will, kaufe ich einen Range Rover oder etwas in der Art. Wenn ich einen Sportwagen will einen 911, einen 488, einen McLaren usw.

Die missglückte Kreuzung eines Sportwagens mit einem SUV habe ich nie verstanden und werde es wohl auch nie. Völlig sinnbefreite Ressourcenverschleuderung. Für das halbe Geld erhalte ich ein tolles Auto, das im Alltag alles besser kann.

Fazit: Für mich war die Fahrt mit dem Usus die erwartete Enttäuschung. 

bearbeitet von GT_MF5_026
GT_MF5_026
Geschrieben

Ob das wohl ein freud'scher Verschreiber ist: Usus statt Urus...

Thorsten0815
Geschrieben

Ja, soweit die kalte, logische Betrachtungsweise.

Da denke ich ähnlich, aber wie fühlt es sich an?

Panzer? Zu hoher Sportwagen? Monster? Krücke? Airbus beim Starten? :D 

GT_MF5_026
Geschrieben (bearbeitet)
vor 18 Minuten schrieb Thorsten0815:

Panzer? Zu hoher Sportwagen? Monster? Krücke? Airbus beim Starten?

Panzer? ja

Wobei ein Panzer wesentlich geländegängiger ist bei vergleichbarem Verbrauch. Punkte Übersichtlichkeit liegt der URUS aber im Quervergleich vorne.


Zu hoher Sportwagen? nein

Ein Sportwagen kann nie zu hoch sein, denn damit ist er kein Sportwagen mehr, wenn auch ein URUS durchaus einzelne Sportwagenmerkmale aufweist.

 

Monster? definitiv
Monster oder Monstrum bezeichnet ein widernatürliches, meist hässliches und angsterregendes Gebilde oder eine Missbildung. (wikipedia). Diese Definition trifft allerdings nicht nur auf den URUS zu sondern auch auf dessen Konkurrenzprodukte.

 

Krücke? nein

Eine Gehstütze ist er definitiv nicht. Allenfalls eine Prothese. Wofür - das zu schreiben verbietet mir meine Erziehung.

 

Airbus beim Starten? Nein.

Im Airbus werde ich mich Champagner, Häppchen und dergleichen verwöhnt. Die Sitze sind bequemer und ich habe mehr Platz. Allerdings ist hier der URUS, wie schon im Vergleich mit dem Panzer, klar der Sieger punkto Übersichtlichkeit.
Der Airbus hat übrigens ein "Turboloch"...

 

augenzwinkernde Grüsse

bearbeitet von GT_MF5_026
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Ultimatum
Geschrieben (bearbeitet)

meine Erfahrungen sind da ambivalent.

 

es ist kein Panzer, der wagen wirkt aussen relativ unscheinbar und kleiner, als er ist. das liegt vor allem daran, dass er so niedrig baut.

das unscheinbare, naja, diese enttäuschung kann ich nicht verbergen, ich hatte von einem lamborghini etwas anderes erwartet. dazu kommt, dass es derzeit außer rot und gelb nur unscheinbare standardfarben gibt.

 

der verbrauch ist geringer als bei meinem amg und der urus ist zu jeder zeit sportlich angespannt, fühlt sich muskulös und gestählt an, bereit jederzeit loszuspurten. wer das probiert hat, ... es ist unglaublich. bei freier Autobahnauffahrt geht der urus im corsa-modus so brachial auf über 300, das kennt man bisher nicht. ohne pause und ohne Kraftverlust vom ersten Moment an. dabei ist der sound gigantisch. im stand und sonst ist der sound ja ziemlich bescheiden. die bremsen sind extrem gut.

 

es ist kein hoher sportwagen, sondern ein niedriger suv.

er ist auch leider kein Monster, das hätte man ja erwartet. er schaut aus wie ein biederer audi, leider!

 

ansonsten mit den von mir schon beschriebenen subjektiven Nachteilen: schlechte sitze, keine farben, keine carbon Ausstattung, keine einzelsitzanlage hinten in alcantara möglich, eine unpraktische und umständliche Bedienung, kein sound, keine Aussenwirkung, keinerlei Überholprestige, definitiv zu teuer. gleichwohl eine Möglichkeit spass zu haben und jeden tag lamborghini zu fahren bzw. sich kraft der marke vom cayenne und q8 mainstream abzuheben. ob man das braucht ... das muss jeder für sich selbst klären, der sich den urus leisten kann.

 

 

bearbeitet von Ultimatum
racer3000m
Geschrieben

wenn ich SUV Fan wäre dann hätte ich einen Urus, ich fand die 2 Tage mit dem Urus genial und einzigartig!!

 

Ich habe jetzt für den Alltag einen Cayenne und wenn ich ganz ehrlich bin musste ich mich sehr zusammenreißen mir für den Alltag mal ein praktischeres Auto zu kaufen und das letzte Fünkchen Verstand hat mir gesagt, kauf mal was richtig Alltagstaugliches...sonst wäre es jetzt wahrscheinlich ein 911.... dachte aber auch nicht das ein Cayenne solche Freude machen kann....

 

Der Urus mag sein Geld wert sein aber mir ist er zu teuer, eben wegen dem weil ich nicht so der SUV Fan bin....

ach ja, gestern ist mir erst einer entgegengekommen, dunkle Farbe, war schon eine Erscheinung... absoluter Hingucker

Karl
Geschrieben

Ich bin den Urus berufsbedingt sicher schon 5.000 km gefahren und bin bis nach Dalmatien und Apulien gekommen. Deutsche Autobahnen, Alpen, Boulevards, Forst- und Feldwege, Landstraßen in sechs europäischen Ländern jedweder Güte etc. pp. - alles erfahren.

 

Ohne mich groß auszulassen, und auch auf die Gefahr hin, dass man Voreingenommenheit unterstellt: Ich halte den Lamborghini Urus für eines der besten Automobile, die derzeit gefertigt werden.

 

Er schiebt wie ein Gorilla und liegt auch bei höchsten Geschwindigkeiten ruhig wie ein TGV. In den Alpen bekommen Mittelmotorboliden echte (!) Schwierigkeiten, wenn das Vieh einfach nicht aus dem Rückspiegel verschwindet. Die Modi Strada und Sport zeigen zwei völlig verschiedene Facetten des Fahrzeuges, er kann laut und leise, heiß und kalt, schnell und langsam, Biest und Bediensteter. In den Modi Sabbia und Terra quert er Stock und Stein, als handele es sich um ein Militärfahrzeug. Das Platzangebot ist überraschend feudal, der Kofferraum mehr als brauchbar. Er zieht auf Wunsch 3,5 Tonnen, die Standheizung entpuppt sich dieser Tage dann doch als angenehmes Extra. Beim entspannten Fahren von A nach B funktionieren Abstandsregeltempomat und Verkehrszeichenerkennung perfekt, dass kann in der Schweiz ganze Vermögen retten. Telefonie, Multimedia, Soundsystem, Massagesitze etc. pp. funktionieren großartig, mittels 3D-Kamera und Hinterachslenkung bugsiert man ihn in die kleinsten Parklücken.

 

Großer Sport, großes Kino. Der Auftritt wird von gut gelaunten Zeitgenossen jeden Geschlechts und Alters wohlwollen interessiert bis euphorisch begleitet.

 

Die Themen Design und Kaufpreis liegen ja im Auge des Betrachters, die Produktion jedenfalls ist bis Anfang 2020 weitgehend vergeben. Zumeist wird er erstes Auto in der Familie, erfrischt also den Alltag und ersetzt zumeist leistungsstarke SUVs, Limousinen und Shooting Brakes deutscher und britischer Produktion.

Ultimatum
Geschrieben

@Karllieber Karl, du kennst meine Vorliebe zur Marke und ich kann deine Beschreibung nur bestätigen. Klar, deshalb habe ich ihn ja auch mit allen extras bestellt, auch mit Standheizung und Anhängerkupplung. Die Tatsache jeden Tag Lamborghini fahren zu können war ein Anreiz. Und dennoch will bei mir der Funke nicht wirklich überspringen. Ich bin nicht aufgeregt, ich fiebere nicht dem Tag der Lieferung entgegen, das ist schon verdächtig. Warum auch immer, ich weiss es nicht. Vielleicht weil mich die Form nicht mitreisst und der Rest von anderen ja auch abgedeckt wird, wenn auch nicht so perfekt.

 

Dass der Urus so gefragt ist, zeigt jedoch, dass er bei der Zielgruppe ankommt, das ist das wesentliche.

Wenn er da ist sehen wir weiter, vielleicht werden wir ja noch ein unzertrennliches Team, ansonsten freut sich ein dritter über einen gut eingefahrenen Wagen, der sonst eine lange Lieferzeit hätte.

 

Andreas.
Geschrieben

... und der Purosangue soll das noch toppen? Könnte spannend werden 😉 Danke für den umfangreichen Einblick!

racer3000m
Geschrieben
Am ‎23‎.‎11‎.‎2018 um 14:59 schrieb Ultimatum:

@Karllieber Karl, du kennst meine Vorliebe zur Marke und ich kann deine Beschreibung nur bestätigen. Klar, deshalb habe ich ihn ja auch mit allen extras bestellt, auch mit Standheizung und Anhängerkupplung. Die Tatsache jeden Tag Lamborghini fahren zu können war ein Anreiz. Und dennoch will bei mir der Funke nicht wirklich überspringen. Ich bin nicht aufgeregt, ich fiebere nicht dem Tag der Lieferung entgegen, das ist schon verdächtig. Warum auch immer, ich weiss es nicht. Vielleicht weil mich die Form nicht mitreisst und der Rest von anderen ja auch abgedeckt wird, wenn auch nicht so perfekt.

 

Dass der Urus so gefragt ist, zeigt jedoch, dass er bei der Zielgruppe ankommt, das ist das wesentliche.

Wenn er da ist sehen wir weiter, vielleicht werden wir ja noch ein unzertrennliches Team, ansonsten freut sich ein dritter über einen gut eingefahrenen Wagen, der sonst eine lange Lieferzeit hätte.

 

Bernhard ich glaube das liegt daran, das Deine Vorliebe für Autos eher Flach und Keilförmig aussehen muss...;-)

Ultimatum
Geschrieben

@racer3000m   das hast du gut beschrieben!

sebastian089
Geschrieben

Witzloser Text. Alle Ressentiments und Vorurteile einmal durchexerziert und offensichtlich keine persönliche Erfahrung.  Als ehemaliger Sponsor eines locker 4-stellig kostenden Privatkindergartens fällt mir zu dem Text nur der Relotius ein.

Mutti fährt grundsätzlich Macan, XC90 oder Mini. Papa 7er, RS6 oder Tram.

 

Automobile vom Schlage Cayenne Turbo oder Urus kenne ich eigentlich nur von Handwerkergattinen oder Gastronomen. Beide trifft man auf Privateinrichtungen recht selten. Da ist der Standeskomplex trotz aller Euros meist zu groß.

Ultimatum
Geschrieben

zitiere aus dem text:

doch so simple Dinge wie der Schwerpunkt und das Gewicht bleiben halt: hoch. Auch wenn wir den Urus nicht auf der letzten Rille trieben (öffentliche Strassen), so hatten wir doch mehr als einmal etwas Bammel. dass ihm die Strasse ausgehen könnte. 

 

wer das geschrieben hast, hat den urus sicher nicht gefahren. das ist eben das erstaunliche, dass er aussieht wie ein suv aber fährt wir ein aventador. 

 

ansonsten ist der text schlecht und langweilig. zu print -zeiten hätte der redakteur den praktikanten, der das geschrieben hat gefeuert. nun, da wir alles billig online geliefert bekommen ist der content eben auch billig.

 

ansonsten, ja, hier in der schule werden kinder mit cayenne turbo abgeholt. inzwischen besitzt aber auch schon die dritte Familie in grünwald einen urus und holt die Jugend an schule oder strassenbahn ab. das gehört inzwischen zum strassenbild und regt niemanden mehr besonders auf.

 

Max A8
Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Ultimatum:

ansonsten ist der text schlecht und langweilig.

Es liegt mir fern, den Text zu verteidigen, zumal ich ihn nicht verfasst habe, aber ihn immerhin hier zur Diskussion gebracht habe, weil ich ihn als gut und unterhaltsam empfinde. Das vielleicht gerade weil der Text die Vorurteile, mögen sie noch so alt sein, verarbeitet, zumal sich selbige auch in meinem Umfeld tagtäglich bestätigen.

 

Ich finde ihn auch sprachlich als einen der wenigen Texte dieser Seite gelungen. Vielleicht liegt das teilweise auch am Inhalt, weil er den Urus verreißt und mir das entgegenkommt, da ich das Auto nicht leiden kann. Im Gegensatz zu so vielen anderen Beiträgen von Zeitschriften oder Magazinen, denen man anmerkt, dass sie das Auto blind in den Himmel heben und sich keine Spur der Kritik leisten möchten...

 

Grüße

Max

hugoservatius
Geschrieben
vor 14 Stunden schrieb Ultimatum:

ansonsten, ja, hier in der schule werden kinder mit cayenne turbo abgeholt. inzwischen besitzt aber auch schon die dritte Familie in grünwald einen urus und holt die Jugend an schule oder strassenbahn ab. das gehört inzwischen zum strassenbild und regt niemanden mehr besonders auf.

 

Was mich an Eurem München immer wieder fasziniert, ist die unvorstellbare Schmerzfreiheit insbesondere in der Darstellung des Statusses.

 

In dieser Stadt herrscht eine Hemmungslosigkeit, wie ich sie so nur aus Staaten kenne, die erst jüngst die Segnungen des Kapitalismus kennen gelernt haben.

 

Als ich unlängst einmal wieder in München war, habe ich es einerseits wie immer genossen, in der freundlichen, kleinen Stadt höchst angenehm zu essen, zu flanieren und das ausgezeichnete Kulturangebot zu genießen, andererseits war ich fassungslos über die Naivität im Umgang mit Dingen wie eben Autos, Uhren und ganz besonders sogenannten „In-Restaurants“, ein mediokrer Italiener mit Supermarktpasta in einem häßlichen Nachkriegsbau ist der zentrale Sammelpunkt für die Ferrari-Jünger der Stadt, auf der Maximilianstraße findet ein Schaulauf der Eitelkeiten in jeglicher Hinsicht statt, ich hatte ernsthaft den Eindruck, daß die Stadt atmosphärisch irgendwie in den Achtzigern stehen geblieben ist, nur hat der Protz damals weniger Kälte und mehr Naivität und der Laden von Ed. Meier ist viel größer und prächtiger geworden...

 

Und dann lese ich einen Satz, wie Du ihn oben geschrieben hast und stelle mir das ganze bildlich vor und denke, daß ist jetzt  - ebenso wie das Auto - wirklich Realsatire, denn natürlich muß es jedem einigermaßen gebildeten Menschen unendlich peinlich sein, ein  riesenhaftes, aggressives Audi-„Gelände“monster mit 700 PS, unvorstellbarer Lärmentwicklung und aufgebappten Lamborghiniemblemen allen Ernstes ohne Fantomas-Maske durch Grünwald zu steuern, und das auch noch vor den Kindern!

 

Ganz ehrlich, den Ursus kann niemand ernsthaft fahren wollen, das ist für mich einfach komplett unvorstellbar, der ist noch viel absurder als ein Mercedes G 6x6, als Bengaga, Cullilingus, Levante et al. und es geht einfach nicht in meinen Schädel rein, daß es wirklich Menschen innerhalb unseres Kulturkreises gibt, die so unendlich viel Geld für dieses Monster ausgeben!

 

Kopfschüttelnde Grüße, Hugo.

 

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sebastian089
Geschrieben

Hugo, als ob dies in London Knightsbridge, Berlin Kurfürstendamm oder HH-Eppendorf anders wäre...

Modern Times

Ultimatum
Geschrieben
vor einer Stunde schrieb hugoservatius:

ein mediokrer Italiener mit Supermarktpasta in einem häßlichen Nachkriegsbau ist der zentrale Sammelpunkt für die Ferrari-Jünger der Stadt,

👍🏻😂

das könnte allerdings für teile londons, monaco und st. tropez auch zutreffen. 

erictrav
Geschrieben

Das Auto ist wie Trump, ein verkleideter Lügner der total Aggro rumprollt.

Jeder weiß es und trotzdem gibt es genügend die ihn wollen.

 

Ich mag das Ding so was von gar nicht, die Karre widerspricht allem was für mich für ein brauchbares Auto steht.

 

Als ich ihn aber fuhr, da hat mirr doch tatsächlich Spaß gemacht. Liegt wohl am derzeit stärksten nicht Hybrid V8 von Porsche. 

Im Nachhinein ist es mir direkt peinlich, aber der ging halt wie Sau und nicht nur geradeaus.

Gut, dass ein Erwerb eh nicht machbar für mich ist, sonst müsste ich womöglich noch mit Papiertüte über dem Kopf fahren.

Andreas.
Geschrieben (bearbeitet)

Urus ist geil, grenzwertig und sinnlos. So wie jedes sportliche Fahrzeug, welches nur elektronisch im Zaum gehalten wird. Na und? Das Leben bereichert sich an Unvernunft, Peinlichkeit und im Grenzbereich.

Wer sich nur in seiner Komfortzone bewegt und anderen durch negative Meinung den Spaß am Leben verderben will, hat sich von Leidenschaft und Intensität verabschiedet, eine bedauernswerte Person.

 

@hugoservatius München ist nett, Tegernseer Tal ist noch netter. Besonders im Sommer. Dekadenz und Provokation ist da ein Lebensgefühl. 

bearbeitet von Andreas.
Ultimatum
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb hugoservatius:

denn natürlich muß es jedem einigermaßen gebildeten Menschen unendlich peinlich sein, ein  riesenhaftes, aggressives Audi-„Gelände“monster mit 700 PS, unvorstellbarer Lärmentwicklung und aufgebappten Lamborghiniemblemen allen Ernstes ohne Fantomas-Maske durch Grünwald zu steuern, und das auch noch vor den Kindern!

ich finde jetzt dramatisierst du schon sehr. es gibt keinen sinnenhaften zusammenhang zwischen bildung und kfz-ps oder hubraum. es gäbe massenhaft beispiele für beide extreme, was an sich gar nichts beweist und es auch nichts zu beweisen gibt.

 

der urus leidet auch nicht unter unvorstellbarer lärmentwicklung und die menschen und kinder auch nicht darunter. er ist eher beinahe erschreckend zahm und optisch (leider) gar kein lamborghini. er fällt vor dem kindergarten auch so gar nicht auf neben den anderen audi q5, 6, 7 und 8. was mich persönlich mehr vor dem kindergarten stören würde sind dacia, skoda, liegerad und sonstige perversitäten der modernen fortbewegung.

 

du bist eigentlich als scharfsinniger beobachter und intimer Kenner der menschlichen psyche bekannt und tendierst hier im zorn über den urus eher zu den banalen vorurteilen solcher, die vieles vom hörensagen kennen. münchen ist auch nicht schlimmer, als jeder affektierte yachtclub, überseeclub und herrenclub im süden, westen oder norden der republik, indem jeder über jeden und dessen gattin die standesdünkel-nase rümpft. münchen besteht insbesondere nicht nur aus der maximilianstrasse und die, die dort normalerweise ihr auffälliges unwesen treiben sind eigentlich meist keine münchener sondern bewohner des umlandes, liebevoll landeier genannt oder arabische sommerfrischler.

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hugoservatius
Geschrieben
Am 19.1.2019 um 09:14 schrieb sebastian089:

Hugo, als ob dies in London Knightsbridge, Berlin Kurfürstendamm oder HH-Eppendorf anders wäre...

 

Ehrlich gesagt hat Knightsbridge nicht mehr viel mit London zu tun, da der Stadtteil kaum noch von Engländern bewohnt wird. Und selbst im nicht wirklich geschmackssicheren Berlin habe ich bis jetzt nur einmal einen Ursus gesehen und vor allem gehört. Und Eppendorf ist sicher nicht das Pflaster für diese Autos, da wohnen mehr Studenten und Lehrkräfte, wenn dann Harvestehude oder Blankenese, dort habe ich aber auch noch keinen gesehen...

 

Am 19.1.2019 um 10:25 schrieb Ultimatum:

👍🏻😂

das könnte allerdings für teile londons, monaco und st. tropez auch zutreffen. 

 

Du willst jetzt die Bayrische Landeshauptstadt aber nicht mit der Hauptstadt Großbritanniens, dem Seeräuberfelsen an der Côte und einem schicken Urlaubsort vergleichen, oder?

An keinem dieser drei Orte hätte man Söder gewählt...

 

vor 23 Stunden schrieb erictrav:

Als ich ihn aber fuhr, da hat mirr doch tatsächlich Spaß gemacht. Liegt wohl am derzeit stärksten nicht Hybrid V8 von Porsche. 

 

Erictrav, dagegen spricht ja nichts, aber warum ist er so laut und sieht so furchtbar aggressiv aus?

Und warum steht dann Lamborghini drauf, wenn Audi oder Porsche drin steckt?

Früher nannte man das zurecht abfällig „Badge Engeneering“, heute applaudiert man?

 

vor 22 Stunden schrieb Andreas.:

Urus ist geil, grenzwertig und sinnlos. So wie jedes sportliche Fahrzeug, welches nur elektronisch im Zaum gehalten wird. Na und? Das Leben bereichert sich an Unvernunft, Peinlichkeit und im Grenzbereich.

Wer sich nur in seiner Komfortzone bewegt und anderen durch negative Meinung den Spaß am Leben verderben will, hat sich von Leidenschaft und Intensität verabschiedet, eine bedauernswerte Person.

 

@hugoservatius München ist nett, Tegernseer Tal ist noch netter. Besonders im Sommer. Dekadenz und Provokation ist da ein Lebensgefühl. 

 

Nein, das ist kein sportliches Fahrzeug, das ist ein übermotorisierter Koloß der mit seiner Formensprache genau das befördert, was in anderen Threads hier seitenlang diskutiert wird:

Die grassierende, negative Einstellung gegenüber exotischen, besonderen und leistungsstarken Autos.

Und das hat weder etwas mit der eigenen Komfortzone zu tun, noch damit, anderen Menschen den Spaß am Leben verderben zu wollen, sondern mit Designverständnis und einem Gefühl für gesellschaftliche Entwicklungen.

 

Und Du hast Recht. München ist nett.

Aber was München mit Dekadenz und Provokation als Lebensgefühl zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht, sondern erinnert mich eher an die Sorte von „Lebensart“, wie sie die Welt am Sonntag für Ihre mittelständische Leserschaft propagiert.

 

Ultimatum, doch, es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Bildung und Fahrzeugwahl und der Ursus spricht mit seiner Formensprache eben klar bildungsferne Schichten an, deren Geschmacksempfinden eher durch die Playstation als durch das Studium der skulpturalen Arbeiten von Brancusi und Giacometti geprägt ist, dazu das weiter oben schon erwähnte Badge Engeneering, da bleibt nicht viel Raum für eine andere Sichtweise.

Aber damit paßt er dann wahrscheinlich schon ganz gut in die Markenlogo-verliebte Stadt mit ihrem Welt am Sonntag-haften Lifestyle.

 

Und nicht, daß Du mich falsch verstehst, ich habe in den Achtzigern sehr gerne an der Arcisstraße gewohnt, die vielgerühmte Liberalitas Bavariae genossen, auch diese wunderbare Verbindung aus überschaubarer Mittelstadt, großer akademischer Tradition, die Nähe zum geliebten Süden, Klenzes Klassizismus, die Theater, Museen und feinen Geschäfte sehr zu schätzen gewußt, aber seither hat sich nicht viel getan, außer das die Mieten gestiegen sind und der Geschmack schlechter wurde, aus meiner Sicht ist die Stadt stehen geblieben und genau deshalb paßte Deine Schilderung der drei Ursi vor der Grundschule so perfekt in mein Bild der Stadt, genauso wie die Photos von dem Italienischen Restaurant mit den wechselnden Ferraris davor!

 

Dennoch immer wieder gerne - wenn auch nicht im Ursus - nach München reisende Grüße, Hugo

dragstar1106
Geschrieben
vor 16 Minuten schrieb hugoservatius:

An keinem dieser drei Orte hätte man Söder gewählt...

Wenn mich nicht alles täuscht, hätte man M. Söder dort nicht wählen können, selbst wenn man wollte... 

Aber wir sollten die Politik hier raus lassen, bevor sich bestimmte Personen angesprochen sehen 😉

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      Ab 5000 U/min fühlt sich der V12 richtig wohl und zieht dabei ohne mit der Leistung nachzulassen brutal schnell bis 8500 U/min in den Drehzahlbegrenzer. Im Vergleich zu den heute üblichen, aufgeladenen Sportwagenmotoren mit wesentlich höheren Literleistungen bricht bei dem Sauger die Leistungsabgabe bis in die höchste Drehzahlregionen unter Volllast nie ein da ein zunehmender Hitzestau aufgrund heiß laufender Laderkomponenten hier absolut kein Thema ist. Bezüglich Standfestigkeit gilt ganz klar die alt bewährte Formel - Hubraum ist durch nichts zu ersetzten. Hohe Drücke bei hohen Temperaturen wirken sich generell sehr negativ auf die Dauerfestigkeit aus!
       
      Schaltet man unter Volllast kurz vor dem Drehzahlbegrenzer die Gänge durch landet man recht zügig mit der Schaltung vom 6. im 7. Gang bei ungefähr 7500 U/min und über 330 km/h, was dank der 12 Zylinder einer schonenden Kolbengeschwindigkeit von 19 m/s entspricht. Er schreit sich dabei die Seele aus dem Leib ähnlich einem Formel1-Aggregat aus den 70er Jahre. Im direkten Vergleich mit voll geöffneten Klappen ist der Aventador S sogar noch lauter als der SVJ mit dem höhergelegtem Auspuff – probiert es mal aus, wichtig ist dass die Klappen beim S in den äußeren dicken Rohre dabei vollständig geöffnet bleiben.
       
      Es ist eine wahre Freude wie unnachgiebig und lässig der V12 jenseits der 340 km/h auch noch auf den üblichen Autobahnsteigungen immer weiter schiebt bis in den Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer - den Begrenzer konnte ich leider nicht mehr erreichen da zu viele Beckenrandschwimmer auf der rechten Fahrspur aufgetaucht sind (hoffe, dass bald wieder eine Fußballmeisterschaft kommt und die meisten vor der Glotze hocken). Selbstverständlich werde ich niemand in irgendeiner Weise durch die schnelle Vorbeifahrt erschrecken oder in Bedrängnis bringen nur um zu kontrollieren ob der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer bei 8000 U/min und 362 km/h nach Tacho oder erst bei 366 und 8070 U/min einsetzt. Das hat man als Aventador-Fahrer überhaupt nicht notwendig, allein aufgrund der physikalischen Gegebenheiten hat das Fahrzeug bezüglich Topspeed gewaltiges Potenzial.
       
      Das Überholprestige ist das Beste was man sich (ohne Blaulicht) vorstellen kann und spart eine Menge Nerven. Über die Hälfte der Verkehrsteilnehmer machen bereitwillig Platz, wenn sie so etwas breites und flaches im Rückspiegel bemerken. Bei den übrigen Kandidaten schaltet man nur 2 bis 3 mal kurz runter um bei über 6000 U/min den bestialischen Formel1-Sound zu aktivieren. Mit dem Aventador ist dadurch ein dichtes Auffahren oder stressiges Drängeln komplett unnötig.
       
      Die niedrige Gesamthöhe von 1,13 m mit der dadurch resultierenden geringen Projektionsfläche und den beim Aventador S nicht vorhandenen abstehenden Spoiler wirken sich sehr positiv auf den Luftwiederstand und die Höchstgeschwindigkeit aus. Mehr Abtrieb benötigt er auch nicht da er im Vergleich zum SVJ rein statisch ein Mehrgewicht von 22 kg auf die Vorderachse und 50 kg mehr auf die Hinterachse bringt. Dass der S dabei ohne die weicheren Sportreifen des SVJ in der Beschleunigung von 0 auf 100 nur 0,1s, von 0 auf 200 nur 0,3s und von 0 auf 300 nur 0,2s länger benötigt ist ein Witz (Messwerte AutoBild Sportscars).
       
      Längere Staus bei einer rekordverdächtigen Affenhitze (Ende Juli) mit gemessener Außentemperatur von 41°C zwischen den reflektierenden Betonfassaden im Großstadtverkehr lässt sich mein komplett schwarzer Aventador S nicht im geringstem negativ anmerken. Die Temperaturen bleiben bei maximal aktivierter Klimaanlage stabil im Mittleren Bereich (ca. 100°C Öl und 90°C Wasser). Lamborghini hat die Kühlungskapazität über die Jahre immer weiter optimiert - perfekt für die Heißländer mit wohlbetuchter Kundschaft. Blickt man durch den Rückspiegel, wenn die großvolumigen Gebläse mit hohen Drehzahlen am Heulen sind flimmert nur so die Luft über dem Heck wie bei einem Kampfjet mit Nachbrenner beim Start. Überall freuen sich die Passanten und animieren einem zum Gas geben, so macht das Stehen im Stau bei den recht unangenehmen Außentemperaturen auch noch richtig Spaß. Echt verwunderlich, der brutale V12-Sound würde von anderen PKWs niemals in der Ausprägung so positiv akzeptiert werden.
       
      Fahrwerk: Die aktive Hinterradlenkung ist für den Aventador ein richtiger Segen und eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger. Damit lässt es sich richtig wendig um die Ecken fetzen wie bei einem viel kleinerem Auto mit kurzem Radstand. Der Allrad verspannt sich beim Abbiegen weniger und er hat in engen Kurven eine bessere Traktion weil die Hinterräder aktiv in die richtige Position gelenkt werden - er bringt dadurch die Leistung generell effektiver auf die Straße. Jedoch muss man sich bei den sehr hohen Geschwindigkeiten an die mitlenkenden Hinterräder gewöhnen. Er bleibt immer präzise und stabil in der Spur, wenn das Lenkrad möglichst ruhig geführt wird.
       
      Die magneto-rheologische Dämpfung lässt sich von hart bis knall-hart verstellen, für den artegerechten Umgang voll ausreichend, jedoch nichts für Weicheier. Das aufwändige Pushrod System mit den horizontal liegenden Dämpfer an Vorder- und Hinterachsaufhängung ist absolut das Beste was im Sport- und Rennwagenbau existiert.
       
      Das Infotainment habe ich außer ein paar dringender Telefonate in den ganzen 1,5 Jahre noch nie benötigt obwohl ich die nicht gerade günstige Sensonum-Musikanlage mitbestellt habe. Mit dem Aventador fahre ich auch nicht nach dem Navi sondern frei Schnauze dahin wo es mir gefällt und ich möglichst freie Fahrt habe oder freundlich Platz gemacht wird. Fakt ist; das richtige Sound- und Entertainment-System sitzt beim Aventador hinter den Sitzen im Motorraum in Form von 12 Zylinder! In 10 oder 20 Jahre ist das heute schon wieder veraltete Infotainment vollkommen irrelevant. Für einen angehenden V12-Klassiker zählen robuste und konventionelle Technik in einem einzigartigen Design. Wer ein Fahrzeug mit hochmodernem Multimediasystem sucht liegt hier völlig falsch und kauft sich am besten jedes Jahr ein billigeres Multimediavehikel.
       
      Der Verbrauch von 20 bis 30 L/100km entspricht keinem kränkelndem Spritsparwunder, sondern ganz den Fahrleistungen eines robusten, großvolumigen V12 und man darf sich öfters auf die Gaudi beim Tanken freuen. Da ist immer was los, 95% der Passanten sind dabei total begeistert. Den restlichen 5% (meist Artenschützer bzw. Hobbynaturschützer) erklärt man recht freundlich und fundiert, dass es sich dabei nicht nur um ein Fortbewegungsmittel zum sinnlosen Drauflosfahren handelt sondern um eine kunstvolle Synthese aus atemberaubendem Design und einer klassischen frei atmenden, vom Aussterben bedrohten V12-Verbrennungskraftmaschine mit artgerechtem Bewegungsdrang und Geräuschverhalten.
       
      Ein paar Nachteile oder kleinere Spaßbremsen muss es natürlich auch geben. Der Aventador ist generell nur sehr eingeschränkt alltagstauglich und höchstens als Zweit- oder besser als Drittwagen geeignet. Im Innenraum auf der Fahrerseite sind außer dem winzigen Fach in der Mittelkonsole keine Staufächer oder Ablagemöglichkeiten vorhanden. Nur in Verbindung mit dem Reisepaket für schlappe 952€ Brutto gibt es zwei Becherhalter in denen ich mein Handy mit Geldbeutel platzieren kann und ein zwingend erforderliches Gepäcknetz hinter den Sitze damit nicht alles durch die Gegend fliegt.
      Allein aufgrund seiner Dimensionen kann man nicht einfach einsteigen und drauflosfahren wie mit jedem anderen Auto. Die Sicht ist im Allgemeinen und Besonderem nach hinten extrem eingeschränkt. Hoch hängende Ampeln sind aufgrund der fast auf dem Boden liegenden Sitzposition kaum im Sichtbereich und alle andere Verkehrsteilnehmer schauen auf einem herab. Die Rückfahrkamera und das Liftsystem sind fast immer erforderlich. Da der Aventador ohne Rückspiegel schon über zwei Meter breit ist muss man sich vorher genau überlegen ob man in eine schmälere Straße einfahren kann oder z. B. mit Verengungen aufgrund geparkter Autos rechnen muss. Hohe Randsteine sind der blanke Horror! Permanent muss ich auf genügend Abstand zum filigranem Felgenhorn meiner schwarz beschichteten Diantus mit der extrem niederen Querschnittsbereifung achten.
       
      Beim Überholen eines LKW oder Landmaschine ist auf den schmäleren Land- oder Kreis-Straßen ein cooles Vorbeiquetschen wie z. B. mit dem 911er unmöglich, wenn der Andere nicht freiwillig auf den Straßenrand fährt. Enge Kurven machen gewaltigen Spaß und liegen dem Aventador S mit ordentlicher Querbeschleunigung richtig gut, nur darf nichts Breites entgegenkommen oder die Straße muss breit genug sein!
       
      Fazit: Die Unterhaltskosen gehen voll in Ordnung bei dem was er vor allem an Highspeed-Fun, atemberaubender V12-Soundkulisse, exklusivem Fahrfeeling, außergewöhnlichem Design und Überholprestige bietet. Da gibt es noch kostspieligere Exoten, die kaum schneller sind, schlechter verarbeitet sind und eine anfällige Technik ohne die notwendige Entwicklungstiefe mit ausreichender Erprobung haben. Ich möchte hier keine langwierige Milchmädchenrechnung aufstellen, kurz zusammengefasst kostet er wesentlich mehr wie mein ehemaliger Gallardo oder ein Huracan, aber nicht ganz das Doppelte. D. h. wer am besten gleich mit den doppelten Unterhaltskosten eines Huracan rechnet kommt mit den Ausgaben für den Aventador ganz gut klar.
       
      Wir können gespannt sein was bei den Ideen unserer Gesetzgeber noch von diesem einzigartigen, brutalen Fahrspaß ab kommender Euro7-Norm beim Nachfolger erhalten bleiben darf. Ich bin echt glücklich, dass ein pures Spaßfahrzeug in der Form noch eine Zulassung bekommen hat und ich diesen Aventador S mit all seinen aufregenden, ungefilterten Eigenschaften inkl. dem atemberaubenden Design, noch lange bis ins Rentenalter fahren kann während meine Alltagsauto immer geräuschloser, elektrischer und autonomer (langweiliger) werden.
       

    • ASCARI
      Heute in der TZ:

      http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen-zentrum/gruenwalder-faehrt-ferrari-schrott-tz-2286793.html

      Das brigt mich (großer Fan der Marke aus Maranello) echt zur Weisglut!
    • RC
      Hallo Leute,
       
      Wie ihr ja inzwischen mitbekommen haben dürftet, fahre ich meinen Lamborghini Huracan Performante, ausgeliefert als Neuwagen Anfang Mai 2019 und frisch produziert in Sant'Agata Bolognese Ende April 2019, seit fast zwei Monaten. Inzwischen hat das Fahrzeug bereits 6000 km hinter sich. Ja, wirklich!
       
      Ich habe das Fahrzeug bis 2500 km penibel eingefahren, laut Bordbuch.
       
      Deshalb hier, in Stichpunkten, meine Erfahrungen mit dem Fahrzeug:
       
      1. Probleme: Null. Nichts. Nada. Nix. In Italien waren bis zu 38°C, bin Stunden(!) herumgefahren, teilweise auch nur im Schritttempo (leider, um den Gardasee herum) und der Motor hat nicht mal kurz geächzt, alle Temperaturen waren im absolut grünen Bereich, nicht einmal wirklich leicht erhöht. Alle Achtung!
       
      2. Motor: Läuft und läuft, atmet offenbar immer freier, leistungsmäßig dürfte er an der oberen Grenze liegen, jedenfalls im Vergleich zu anderen Fahrzeugen. Bei km Stand 3000 mal zwei kurze 1/4 Meile Werte gemessen (Dragy), dabei sind einmal 10.79 und 10.80 Sekunden herausgekommen. Vollgetankt, mit Beifahrer, auf einer öffentlichen Straße und bei 30°C Außentemperatur. Nicht übel. Die mechanischen Geräusche des Motors, vor allem im Corsa Modus, sind einfach nur göttlich. Man kann es einfach nicht beschreiben aber es knistert und knackt und zischt und klackt, es ist einfach nur ein Genuss. Die Drehfreudigkeit ist ebenfalls ein Genuss, man muss vor allem im ersten und zweiten Gang immer aufpassen, dass man nicht in den Drehzahlbegrenzer rutscht. Das Drehmoment ist akzeptabel und besser als gedacht aber wirklich fühlbare Kraft bietet der Motor erst ab ca. 6000 U/min an. Mir gefällt dieses Setup ungemein und ich schalte in der Regel zwischen 8000 und 8300 U/min hoch. Mir ist allerdings nicht ganz klar, wann man wirklich hochschalten sollte um den idealen Schaltzeitpunkt zu erwischen, vielleicht hat ja jemand einen Tipp?! Vom Gefühl her sind es um die 8200-8300 U/min.
       
      3. Ölverbrauch: Bei etwa 4500 km habe ich einen halben Liter nachgefüllt. Finde das nicht übel. Von meinen früheren Porsche 911 Turbo Modellen bin ich auch 1-1.5 l je 1000 km gewöhnt. 
       
      4. Getriebe: Blitzschnell, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Fast schon telepathisch schnelle Schaltvorgänge. Ein Vergnügen manuell im Corsa Modus zu schalten, nicht so toll im Automatikmodus im Strada Modus.
       
      5. Fahrmodi: Corsa ist der einzige Fahrmodus, den ich nutze. Bei längeren Fahrten im tempolimitierten Ausland, wie z.B. erst neulich in Österreich und Italien, auch im Strada Automatikmodus, was dem Verbrauch sehr dienlich war. Der Sport Modus ist mir zu hecklastig, Corsa ist für meine Fahrweise genau richtig. Viele Performante Fahrer sind der Ansicht, dass Corsa Modus zu sportlich bzw. zu gefährlich ist (ESP) aber meine Erfahrung zeigt, dass der Corsa Modus eigentlich sehr einfach und beherrschbar zu fahren ist. Neutraler als im Sport Modus und das ESP arbeitet noch ausreichend mit, ohne den Fahrspaß zu dämpfen oder den Fahrer in gefährliche Situationen zu bringen.
       
      6. Auspuffklang: Gibt es hier wirklich noch etwas zu sagen? Nur kurz: Infernalisch. In jeder Hinsicht. Ich wage zu behaupten, dass der Performante klanglich in den Top 3 der modernen Serienfahrzeuge liegt. Schon knapp über Leerlaufdrehzahl macht der Auspuff bereits Laune, selbst bei 2000 bis 3000 U/min röhrt das Teil wie die Hölle. Einfach nur fantastisch! In Häuserschluchten oder Tunneln wird der Sound, rein gefühlt, 2fach verstärkt, man kommt aus dem Verzücken einfach nicht mehr raus. Praktisch: Umgeschaltet in den Strada Modus, spart man sich unnötigen Ärger mit Nachbarn und Nachbarschaften in den Nachstunden. Es ist unglaublich, wie leise der Performante sein kann, wenn man denn will.
       
      7. Qualität (Innenraum, Geräusche, Verarbeitung, etc.): Keine Probleme. Selbst nach 6000 km klappert nichts im Innenraum obwohl ich immer im Corsa Modus fahre und das Fahrwerk entsprechend hart ist.
       
      8. Fahrwerk: Da ich vornehmlich im Corsa Modus fahre, befindet sich das Fahrwerk immer im sportlichsten Modus. Ja, es ist schon sehr hart aber ich liebe es. Genau so. Es dürfte weder härter noch weicher sein, meiner Ansicht nach ist die Härte perfekt, da auch auf schlechten Straßen das Auto in der Regel nicht springt bzw. aus der Spur gerät. Der Performante fährt sich wie auf den sprichwörtlichen Schienen, es ist einfach nur ein Vergnügen dieses Fahrzeug zu fahren, vor allem auf Landstraßen oder auf engen Passstraßen. Auf der Autobahn kann es schon mal mitunter vorkommen, dass das Fahrzeug bei einer größeren Bodenwelle "springt" aber die Lenkung fängt das ab, man spürt es kaum und es kommt auch nicht zum Versetzen oder irgendwelchen anderen unangenehmen Fahrreaktionen. Bei Tacho 290 fuhr ich mal über eine Bodenwelle und das Fahrzeug sprang richtig aber in der Lenkung spürte ich faktisch nichts, das Fahrzeug setzte wieder problemlos auf und folgte weiter brav der Straße. Kein Stress, wirklich gutmütiges Fahrverhalten. Nur mit dem Reifendruck muss man aufpassen, ist er zu niedrig kann man nicht zu schnell fahren (die Angaben im Bordbuch zum Vmax Luftdruck sind leider etwas schwammig) und ist er zu hoch, dann ist das Kurvenverhalten nicht so der Hit und die Reifentemperatur steigt deutlich über 70°C an, vor allem bei hohen Außentemperaturen. 
       
      9. Lenkung: Im Corsa Modus sehr direkt, angenehm schwergängig und mit einer messerscharfen Präzision. Da ich vornehmlich im Corsa Modus fahre, stört mich die dynamische Lenkung überhaupt nicht. Stöße von schlechten Straßen werden kaum in die Lenkung übertragen, was erstaunlich ist. Sehr gute Abstimmung.
       
      10. Reifen: Die serienmäßigen Pirelli PZero Corsa sind wirklich nicht übel, sie bieten vor allem bereits ab 30°C Reifentemperatur einen guten Grip. Ab 50°C legt der Grip nochmals deutlich zu, allerdings muss man auf öffentlichen Straßen immer bedenken, dass die Reifen nicht viel wert sind, wenn die Asphaltqualität nicht passt. Bei hohen Asphalttemperaturen kann es schon mal sein, dass der Asphalt etwas schmierig wird und die Reifen trotz hoher Temperaturen leichter Grip verlieren. Hier ist Vorsicht angebracht! Auch bei Nässe sind die Corsa nicht immer vertrauenswürdig. Wenn die Straße nass ist aber sich noch kein richtiger Wasserfilm gebildet hat, dann leisten die Corsa Reifen eigentlich eine ordentliche Arbeit bei Nässe. Wehe aber, wenn das Wasser steht. Dann fühlen sich die Corsa Reifen bereits bei 110-120 km/h schon unsicher an. In dieser Hinsicht sollte man auch mit dem Strada Automatikmodus und dem Kickdown aufpassen: Ich habe bei Nässe und etwa 100 km/h mal Vollgas (Kickdown) gegeben, auf gerader(!) Strecke und das Heck wollte partout ausbrechen, konnte es gerade noch einfangen. Wohlgemerkt: Im Strada Automatikmodus auf gerader(!) Strecke. Das ist mir bisher noch mit keinem Allradler passiert. Die optionalen Trofeo R Reifen wären, meiner Ansicht nach, für den öffentlichen Straßenbetrieb viel zu gefährlich und auch unsinnig.
       
      11. Navigations- und Unterhaltungssystem: Mittelprächtig. Das Navi funktioniert gut, besser als erwartet (auch im Vergleich zu dem modernen System im E63 S). Allerdings kann man keine eigenen POIs setzen (beim Audi R8 ist das möglich), leider. Die Bedienung ist mittelprächtig und wenn man im Corsa Modus einen Anruf bekommt oder auch nur mal kurz die Modi im System umschalten will, dann geht das leider nicht. Man muss hierzu immer auf den Sport oder Strada Modus umschalten, was ein wenig unverständlich ist. Das serienmäßige Soundsystem klingt gut und somit besser als gedacht aber selbst im Strada Modus ist das Geräuschniveau so hoch (Reifen, Wind), dass ein angenehmer Musikgenuss fast unmöglich ist. Wenn man die Anlage laut genug dreht, ist der Klang jedoch akzeptabel. Ich denke aber mal, dass man sich Sensonum ruhig sparen kann, da ich nicht sehe, wie der Sound aufgrund der Geräuschkulisse wirklich deutlich verbessert werden kann. Oder um es kurz zu machen: Das Navi macht Sinn, alles andere (bis vielleicht auf den Verkehrsfunk) eher nicht. Hätte ich nochmals die Wahl hätte ich allerdings sowohl auf Navi wie auch auf alles andere verzichtet. Man kann ein mobiles Navi installieren, das oft auch moderner ist und selbst Blitzerdaten bietet.
       
      12. "Neuralgische Punkte" am Fahrzeug: Die niedrige Fahrzeughöhe ist definitiv ein Problem. Wer sein Fahrzeug liebt, der sollte es auf keinen Fall tieferlegen. Der Lift ist ein Muss, ein Huracan Performante ohne Lift ist meiner Ansicht nach im öffentlichen Straßenverkehr nicht zu fahren. In Italien musste ich mehrmals während der Fahrt(!) den Lift aktivieren, da auf vielen Straßen künstliche "Bodenwellen" installiert worden waren. Ohne Lift hätte ich ein sehr großes Problem gehabt. Der Lift ist ein absolutes Muss!!! Auch bei Tankstellenausfahrten ist die Ausfahrt oft abgesenkt, so dass ich ohne Lift aufsetzen würde. Mir ist das ein einziges Mal passiert, es war kaum absehbar und dabei habe ich mir wohl die Gummilippe vorne etwas zusammengestaucht. Keine Ahnung was das Ding kostet und keine Ahnung, ob man das überhaupt wechseln muss aber es ist ärgerlich. Ein weiteres Problem sind die Felgen und der niedrige Querschnitt der Reifen. Man muss bei Bordsteinen aber auch bei kleinen Straßenschäden oder auch etwas abgesetzten Kanaldeckeln höllisch aufpassen. Eine Beschädigung kann teuer werden. Ansonsten ist der Performante wirklich alltagstauglich, die Übersicht ist gut und im Strada Automatikmodus kann man entspannt mit dem übrigen Verkehr mitschwimmen, wenn man denn mag.
       
      13. Öffentliche Wahrnehmung: Wesentlich positiver als ich dachte. Überall sehe ich nur Daumen hoch oder lächelnde Gesichter. Bisher habe ich in Deutschland(!) keine negative Erfahrungen gemacht, selbst nicht mit der lieben Polizei, die mich bereits zwei Mal angehalten hat (angeblich Lautstärke, beide Male). Dagegen war meine Erfahrung in Italien eher durchwachsen, entweder sind alle Italiener Ferrari Fans oder sie sind zu stolz. Einige Italiener taten ihre Begeisterung durch "Bella Macchina" und "Lamborghini" kund, andere fühlten sich offenbar eher provoziert und reagierten mit teilweise abenteuerlichen Fahrmanövern um mich zu überholen. Was ich in dieser Hinsicht erlebt habe, würde man in Deutschland wohl als kriminell bezeichnen aber egal, so ist das nun mal. Die größte Begeisterung kam von Touristen in Italien, vornehmlich Deutsche oder Skandinavier. Kleiner Tipp: Als Single kann man schnell sehr viele weibliche Freundschaften mit so einem Auto schliessen, meine Frau war da nicht so begeistert, meine Tochter schrie sogar einmal aus dem Fenster "er ist verheiratet", nachdem eine junge Blondine, die mit ihren Freundinnen über einen Zebrastreifen lief, die Bluse hoch nahm. 😂 Man hat auf jeden Fall viel (positiven) Spaß in diesem Auto, solange man kein Arsch ist und andere Leute provoziert. Wer natürlich an der Ampel mit dem Gas spielt oder mit 100 Sachen durch kleine Ortschaften rast, der darf keine Begeisterung erwarten. Ich habe auch absichtlich immer sehr viel Rücksicht auf Radfahrer und Fussgänger genommen, was offenbar gut angekommen ist. Irgendeiner muss ja Markenbotschafter spielen. 😉
       
      14. Kritikpunkte: Mir fallen eigentlich nur die Blinker sowie die Fensterheber ein. Keine Ahnung, wie man das Problem mit den Blinkern (am Lenkrad) lösen könnte, vor allem bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr nerven die Dinger ungemein. Bei den Fensterhebern wäre das Problem leicht lösbar aber offenbar ist es Tradition, dass die Fenster beim Runterdrücken(!) hochfahren. Auch wäre ein digitaler Ölstandanzeiger wünschenswert, wie beim R8. Man muss beim Performante ja fast schon raten, wann aufgefüllt werden muss. 
      Die schwarz glänzenden Aussenspiegel lenken ein wenig beim Fahren ab, weil sich die Fahrtbewegung in ihren glänzenden schwarzen Rahmen spiegelt, so dass man aus den Augenwinkeln heraus manchmal den Eindruck hat, es würde sich etwas im Spiegel bewegen. Nicht wirklich ein Problem und ich habe mich daran gewöhnt aber vielleicht doch interessant.
       
      Fazit: Der Huracan Performante ist ein Traum. Ohne Wenn und Aber. Wer Sportwagen liebt, der wird dieses Auto vergöttern. Man kann es kaum besser machen. Selbst im Leistungsbereich würde ich mir nicht mehr wünschen, weil so eine Mehrleistung vermutlich nicht wirklich im Alltagsbetrieb besser fahrbar wäre. Der V10 Saugmotor ist einfach nur fantastisch, die Gasannahme perfekt und die Drehfreude jenseits von Gut und Böse. Vom Klang will ich erst gar nicht anfangen, hier fehlen einem die passenden Worte. Erneut muss ich das Wort infernalisch benutzen, mehr braucht man nicht sagen. Das ESP im Corsa Modus ist perfekt abgestimmt, bisher habe ich keinen Moment erlebt, in dem mich das ESP zurückhalten wollte. Wunderbare Abstimmung!
       
      Falls ihr irgendwelche Fragen zum Performante habt, meldet euch. Inzwischen, so glaube ich, kenne ich dieses Fahrzeug ganz gut. 





    • Andreas.
      Hallo zusammen,
      vielleicht gibt es hier an Board Langzeitnutzer des 550 Maranello und kann hier seine Erfahrungen eines Langzeittest teilen?
      Insbesondere, die sich beim mittlerweile 20-jährigen Klassiker gezeigten Schwachstellen, die realistischen Wartungsintervalle - z.B. Zahnriemen, Getriebeölwechsel - und welche Kilometerstände "bemerkenswert" waren hinsichtlich notwendigem Verschleißtausch, z.B. Federn/Dämpfer, Kupplung und wie hoch in etwa die Kosten hierfür waren/sind.
       
      Mir ist bewusst, dass Verschleiß stark nutzungsabhängig ist, aber der eine oder andere Hinweis könnte mir helfen. Vielen Dank in die Runde!
    • nero_daytona
      Ich habe vor ca. 1h meinen 992 Testwagen (S Cabrio) zurückgegeben, dem ich dieses Wochenende ca. 400 km die Sporen gegeben habe und habe eben meinen 991 wieder zu Hause geparkt.
       
      Was soll man sagen: Porsche hat es wieder mal geschafft - der 992 ist schneller, moderner, liegt satter auf der Straße, ist verwindungssteifer und das neue Navi ist eine Wonne. Aber der Reihe nach. Erstmal ein paar Minuten Rätseln: Ein Schlüsselloch gibt`s nicht mehr - wie startet der 992 bloß? Aah, links vom Lenkrad ist ein Drehschalter, der zum Start nach rechts gedreht werden will. Qualitätsanmutung im Innenraum: Hoch. Leder, ein gut aussehendes und sich gut anfühlendes, perforiertes Material das ich nicht einordnen und - billiges Plastik. Auch noch direkt auf dem Lenkrad. Gegen sows bin ich ja in einem Auto dieser Preiskategorie allergisch. Das Navi auf dem neuen Riesenbildschirm (Hallo Portofino!) lässt sich super einfach dirigieren, passt. Was ich noch nicht verstehe: Was ist der Unterschied zwischen der Sport-Einstellung im Bordmenü und der Sport-Taste? Machen die dasselbe? Jedenfalls wurde das Tastenmeer des 991 in der Mittelkonsole entschlackt. Ein Plus an Übersichtlichkeit. Geschätzt habe ich bestimmt die Hälfte der Tasten im 991 auch noch nie benutzt. Etwas Eingewöhnung braucht der neue Fahrmodi-Hebel, der nach oben und unten in 2 Stufen bewegt werden kann. Ich weiß bis jetzt nicht, warum das Auto manchmal den manuelen Modus beibehält und dann wieder auf Automatik steht, wenn man vorher den Rückwärtsgang betätigt hat.
       
      Sei`s drum: Los geht`s, erste Kilometer in der Stadt: Die Trambahnschienen, bei denen es mich im 991 jedes Mal gefühlt aushebt, schluckt der 992 als wären sie gar nicht da  Die Schaltpaddles drehen wieder mit - schade. Das Dach öffnet sich schneller aber auch viel abgehackter, ruckliger und rabiater als im 991. Ob das so auf lange Sicht hält? Egal, jetzt geht`s erstmal auf die BAB: Vorne frei also mal auf die Tube drücken: Die Turbos pfeifen - fast mühelos sprintet der 992 auf 270 Sachen und liegt dabei stets wie ein Brett auf dem Asphalt, wo im 991 doch die ein oder andere Bewegung der Karrosserie zu spüren ist.  Die kolportierten 3,7s auf 100 würde ich dennoch mit zumindest einem Fragezeichen versehen. Der 992 ist schnell, aber so schnell? Auch 450 PS können nicht hexen.
       
      Auf der Landstraße angekommen, erfeut weiterhin die unfassbar satte Straßenlage. Mühelos dirigiere ich den offenen 992er auch bis zu 200 km/h durch den Taunus und es ist kein unpassendes Karrosserie-Geräusch im Innenraum zu vernehmen.  Der 992 klebt auf der Straße wie Pattex und lässt sich durch bösartige Bodenwellen überhaupt nicht aus dem Konzept bringen. Die Lenkung ist so direkt, da kann man fast schon von Perfektion sprechen, toll!
       
      Kommen wir nun aber zum großen Manko: Dem Sound. OK, ja Turbo. Aber ich hätte dennoch nicht erwartet, dass man dem 992 so alles aberzieht was im 991 (dem Sauger natürlich) stets ein breites Grinsen auslöst. Die Performance wird schon fast mit McLaren-hafter Nüchternheit dargeboten. Bis 50 km/h tut sich da noch am meisten, aber dann: Kein Backfire wie im 991, keine Boxer-Drehorgie. Am deutlichsten merkt man es im Tunnel. Derselbe Tunnel mit 992 und 991 durchfahren - ein Unterschied wie Tag und Nacht. Der 991 macht da schon fast Spektakel wie der Ferrari 458 (nein, natürlich nicht, das ist nochmal eine andere Liga!). Ja und der 992 ist halt einfach schnell.
       
      Jeder kann das natürlich für sich bewerten aber für mich wiegt das Thema Sound so schwer, das es alles was der 992 sonst besser macht als der 991 (und das ist ja im Endeffekt fast alles) konterkariert. Ich würde Stand jetzt nicht wechseln.
       
       


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