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Aston Martin DB11 Testfahrt


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Ich hatte gestern den neuen DB11 zur Verfügung und konnte ihn dabei ausführlich testen.

 

Grundsätzlich: sowohl auf den ersten Bilder wie auch dann bei der Präsentation live letzten Herbst konnte ich mich für dessen Form noch nicht ganz so begeistern. Ich finde das Auto zwar nicht unattraktiv, allerdings auch nicht „zum Niederknien schön“, wie beispielsweise den Vanquish (oder in meinem Fall den Rapide). Das Auto wirkt für Aston Martin Verhältnisse plötzlich recht futuristisch; im Showroom zwischen den anderen aktuellen Modellen eindeutig moderner, die anderen Modelle lässt der DB11 schon fast klassisch wirken.

 

Dieser Eindruck setzt sich dann auch im Innenraum fort: hier hat dank Mercedes-Benz ganz klar die Moderne Einzug erhalten. Thema Mercedes-Benz: Ich fuhr letzten Herbst eine Zeit lang den AMG GT-S im Alltag, ein tolles Auto. Obwohl der DB11 preislich und leistungsmässig über dem GT-S steht, zog ich bis dato ungewollt immer wieder Vergleiche zwischen beiden Autos. Nach meiner gestrigen Testfahrt mit dem DB11 muss ich feststellen, dass dieser an sich ungewollte Vergleich nicht ganz zu Unrecht erfolgte. Die beiden Autos fühlen sich nämlich recht ähnlich an, nebst dem verwandten Bedienkonzept fühlte ich mich auch gleich auf Anhieb sehr wohl und vertraut mit dem DB11.

Dieser optische und gedachte Vergleich zwischen den beiden setzte sich dann auch im Fahrgefühl fort, wo sicher auch der neue V12-Turbomotor des Aston dazu beiträgt. Es liegt daran, dass moderne Turbomotoren allgemein Schwachpunkte (oder Charakter?) verloren haben und eigentlich alles „richtig“ machen, beim AMG wie auch beim DB11. Fahrleistungen (608ps) sind erwartungsgemäss gewaltig, von Turboloch überhaupt keine Spur, man nimmt die Zwangsbeatmung nicht mal akustisch wahr. Im Vergleich zu meinem 6-Liter-Sauger klingt der neue 5,2-Liter-Turbo nicht mehr ganz so inbrünstig, sorgt im Sport+ - Modus (Hallo AMG!) aber immer noch für ausreichend Begeisterung – natürlich primär beim Fahrer, wie aber auch bei einzelnen Passanten, Stichwort quiet start mode.

 

Ebenso dem AMG GT-S ähnlich ist dessen Agilität, was mich allgemein am meisten beeindruckt am DB11. Der Wagen fühlt sich sehr wendig und leichtfüssig an, die elektronische Lenkung bietet gutes Feedback und ist angenehm direkt, zudem ist die Traktion (trotz Winterreifen und kaltem Strassenbelag) ausgezeichnet. Am AMG GT-S störte mich fast etwas die übertriebe Agilität, dieser fand ich für den Strassengebrauch fast schon etwas zu nervös. Der Aston Martin macht dies besser, dieser ist auch komfortabler als der AMG. Wie heute bei Sportwagen üblich, kann man zudem Komfort und Charakteristik mit den verschiedenen Fahrmodi stark beeinflussen; zwischen GT-Modus und Sport+ Modus herrscht ein erfreulich grosser Unterschied, in allen Belangen.

 

Als Gran-Turismo betrachtet ist daher der DB11 der bessere Kompromiss zwischen Sportlichkeit, Komfort und Alltagstauglichkeit. Da staune ich, Aston Martin hat dies richtig gut hingekriegt, ebenso macht das 8-Stufen-Automatikgetriebe einen tadellosen Job; ein Unterschied zu einem DSG-Getriebe ist schon fast nicht mehr feststellbar. Einzig die Abstufung zwischen dem zweiten und dritten Gang ist etwas lang gewählt, spürbar ist dies vor allem beim runterschalten bei flotter Gangart. Übrigens ist dies bei meinem Rapide S genau so, daher vermute ich, dass es sich um die selbe ZF-Automatik handelt, wenn die des DB11 auch etwas flotter und geschliffener die Gänge wechselt; eben DSG-like.

 

Modellpolitisch verstehe ich den Gedanken hinter dem DB11 allerdings nicht so ganz. Wo liegt nun die angepeilte Konkurrenz? Der GT-S ist wie erwähnt preiswerter und etwas schwächer, ein Ferrari F12 wiederum teurer und deutlich stärker. Vermutlich eher im Bereich eines 911 Turbo. Oder: in der eigenen Familie, nämlich beim Vanquish S. Dieser ist zwar teurer, weist aber sehr ähnliche Leistungswerte auf (604ps) und entspricht dem selben Konzept (sportlicher GT mit Frontmotor und Heckantrieb).

Ich habe vorhin oft den DB11 mit dem AMG GT-S verglichen. Nun habe ich gerade vernommen, dass der Nachfolger des V8 Vantage wohl über den selben Motor (4-Liter-V8-Biturbo) verfügen wird wie der AMG GT-S. Mit anderen Worten: Der DB11 wird dann in der eigenen Marke erneut in Bedrängnis geraten! Es ist demnach fast schon zu erwarten, dass wohl schon bald eine stärkere Vantage-Version des DB11 kommen muss, um Distanz zum zukünftigen V8 verschaffen zu können.

 

So oder so – der DB11 ist ein toller Gran-Turismo. Schnell, fahraktiv, komfortabel und mit zeitgemässen Infotainment ausgestattet. Optisch gefällt er mir mittlerweile, ehrlich gesagt erst seit gestern, nun recht gut. An die futuristische Form habe ich mich gewohnt, vorallem die Front gefällt mir sehr gut. Bezogen auf die gerade aktuelle Wahl zum Sportwagen des Jahres 2016 von Carpassion eigentlich fast schon mein Anwärter auf definitiv einen Podestplatz.

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Übrigens: obwohl ich für mich das Betätigungsfeld eines AM nicht unbedingt auf der Rennstrecke sehe, würde mich das Abschneiden des DB11 im sportauto-supertest sehr interessieren.

 

Subjektiv hätte ich dem DB11 eine gute Nordschleifen-Rundenzeit von ca. 7:45min bis 7:40min attestiert. Dafür spricht:

 

- die Leistung von über 600ps

- das Top Fahrwerk & sehr steife Alu-Chassis

- das sehr agile und problemlose Fahrverhalten 

- die sehr gute Traktion

- ein sehr gutes Getriebe 

 

Nicht beurteilen konnte ich das dauerhafte Leistungsvermögen der Bremsanlage. Aber da hätte ich keine Bedenken.

 

 

Denke auch das der DB11 im Umfeld eines BMW M6 sicher sehr gut aussieht mit seiner neuen Aerodynamik und dem neuen Turbomotor, wo es wahrscheinlich leichter fällt die Leistungsangaben einzuhalten oder sogar zu übertreffen wie so manch andere!

Freue mich jetzt schon auf die erste Testfahrt damit wen ich meinen alten Herrn aus dem Winterschlaf vom freundlichen hole.

 

  • 7 Monate später...

Gestern hatte ich bereits die Gelegenheit, den neuen DB11 V8 ausgiebig Probe zu fahren. Beim von mir gefahrenen Fahrzeug handelte es sich noch um einen Prototyp, welcher jedoch weitgehendst dem Serienauto entspricht.

Nebst dem, dass ich bereits schon den V12 mehrmals gefahren bin, war diese Probefahrt insofern sehr interessant, weil ich letztes Jahr einige Tausend Kilometer mit dem Mercedes AMG GT-S zurückgelegt habe, welcher ja Technikspender des DB11 V8 ist.

 

Wie schon der DB11 V12 ist der V8 ein fantastisches Auto; die über 100kg Gewichtsersprarnis zum V12 kommt dessen Agiligät sehr zu Gute. Sehr erstaunt bin ich, wie es den Aston-Leuten gelungen ist, den DB11 zu "astonisieren": vom Technikspender AMG GT merkt man nämlich kaum noch etwas. Fast schon etwas störend am AMG fand ich dessen übertriebene Aglilität, was ihn immer etwas nervös und fordernd macht und mich deshalb im Alltag oder auf Langstrecke, wo ich den Fahrkomfort sehr schätze, störte. Anders beim DB11 V8: diesem gelingt der Kompomiss aus Sportlichkeit und Komfort absolut perfekt.

Hauptgrund hierfür ist, dass Aston Martin den Biturbo-V8 nicht mit einem DSG-, sondern mit einem perfekt funktionierendem Automatikgetriebe von ZF kombiniert.

 

 

Was will man jetzt nun: V8, V12 oder gar AMG?

Einfach macht es Aston Martin den Käufern nicht, von mir aus ist die Preisdifferenz zwischen V8 und V12 mit rund 25'000 Euro zu gering, dass innerhalb der Modellhierarchie ein klarer Gap zwischen den beiden DB-11 Modellen entsteht.

Den V8 sehe ich eher als Alternative zum V12 für jemand, der dieses Auto tatsächlich dem Alltag aussetzt und daher etwas mehr Priorität dem Themen Unterhaltskosten & Verbrauch zuordnet. Zudem hat der leichtere V8 spürbare Agilitätsvorteile, was ihn interessanter für einen Sportfahrer machen wird, womit nun die Brücke zum AMG geschlagen ist: dieser animierte mich nämlich immer, ihn bis auf das Letzte auszufahren, insbesondere auf der Rennstrecke, was ich jedoch dem Aston - v8 oder v12 - nicht zumuten würde.

 

Für mich wäre der DB11 als V12 erste Wahl, einfach weil ich dessen Prestige schätze und mir der Agilitätsgewinn bei dieser Art Auto (Gran Tourismo) nicht so wichtig ist, zumal sich der V12 hier bereits schon auf sehr hohem Niveau befindet. 

 

Interessant: so wie ich gehört habe, wird der in den nächsten Tagen präsentierte Volante vorerst ausschliesslich als V12 erhältlich sein.

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Am 2.10.2017 um 08:54 schrieb Stig:

Interessant: so wie ich gehört habe, wird der in den nächsten Tagen präsentierte Volante vorerst ausschliesslich als V12 erhältlich sein.

Stimmt leider nicht, genau umgekehrt, den DB11 Volante gibt es nur mit 8 Zylindern.

 

Mit besten Grüßen

Aston Spezi

Am 2.10.2017 um 08:54 schrieb Stig:

 

 

 

  • 1 Jahr später...

Vor einiger Zeit habe ich mich still und heimlich dafür entschieden, meinen Rapide S (Serie 3) gegen einen DB11-V12 zu wechseln. Diesen konnte ich nun letzte Woche - gleich zum Jahresbeginn - endlich übernehmen. Hier ein Paar erste Handyfotos, weitere Fotos und ein ausführlicher Erfahrungsbericht werden in nächster Zeit folgen, sobald ich dazugekommen bin, damit etwas zu fahren. Unmittelbar nach diesen Fotos ist bei mir zu Hause nämlich heftig der Winter eingekehrt, fahren werde ich ihn bei winterlichen Strassenverhältnissen selbstverständlich nicht.

 

Vorab etwas zur Konfiguration: Bei der Aussenfarbe handelt es sich um eine Sonderfarbe (Special AML Color), welche sich Ultramarine-Black nennt, ein sehr dunkles, extrem edles Blau. Auf diesen Fotos kommt die Schönheit dieses Blau kaum rüber.

Die Lederfarbe ist ebenfalls Dunkelblau (All Dark Knight), die Ziernähte sind hellblau.

 

Seit Ablieferung letzter Woche bin ich erst knapp 50km gefahren, allerdings habe ich vorgängig mehrere ausführliche Testfahren mit verschiedenen DB11-Modellen absolviert, welche mich schlussendlich überzeugt haben. Einen ersten Eindruck könnt Ihr auch eingangs diesem Therad entnehmen.

Selbstverständlich bin ich auch den DB11 mit dem kleineren AMG-V8-Motor gefahren, welcher seine Sache auch sehr gut macht. Überzeugt hat mich aber der V12 nochmals mehr, vorallem auch deshalb, weil es kein zugekaufter Motor ist und von mir aus in das Topmodell ein V12 gehört. In den kleineren und agileren Vantage passt der V8 dagegen sehr gut.

 

Noch kurz zum Rapide: nach zwei Jahren Dienst und knapp 10'000km kann ich sagen, dass er seine Sache sehr gut gemacht hat. Ebenfalls ein fantastisches Auto. Der DB11 ist aber fahrleistungs- sowie ausstattungsmässig eine andere, noch nie dagewesene Liga. Zudem spricht mich dessen modernere Designsprache mittlerweile mehr an (was beim neuen Vantage noch nicht der Fall ist). Von mir aus mit Abstand das schönste Coupé, dass es zur Zeit zu kaufen gibt.

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Gast GT_MF5_026

Wunderschönes Auto und wirklich tolle Farbe. 

Mich stören aber die aus der Karosserie ragenden Endrohre. In meinen Augen sollten die bündig sein.

Bin gespannt auf Bilder vom Interieur.

  • 4 Monate später...

Sehr abhängig von der Farbkombination. Derzeit springt bei mir der Funke nicht über. Das gilt erst recht für das kleinere Modell.

 

Allerdings finde ich die Leasingangebote schon interessant; bei einem alten Modell (DB9 GT oder VAntage V12) könnte ich glatt schwach werden.

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