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Kazuya

Urteil zum Einsatz von "Dash-Cam" im Auto - Eure Meinung

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Kazuya
Erster Beitrag:
Letzter Beitrag:

Hallo zusammen,

ich habe im TV und dies bei Spiegel gesehen.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/dashcam-infos-ueber-gesetze-und-urteile-zu-den-kameras-in-autos-a-985717.html

Wie steht ihr dazu. Ich persönlich finde, dass man in Deutschland warum auch immer die heilige Kuh Datenschutz zu sehr hegt und pflegt. Zumal was heißt hier "Daten". Wenn ich in einen Unfall verwickelt werden würde, wäre ich freu wenn ich einen "Zeugen" im Auto hätte der meine Unschuld beweist. Umgekehrt, bräuchte sich niemand selbst einer Straftat zu belasten wenn seine Kamera dies aufgezeichnet hätte.

Leider ist seitens des Gesetztgebers bisher keine Eindeutige Rechtssicherheit in Deutschland gegeben.

Denunziantentum möchte ich aber auch nicht damit gefördert sehen. Von daher finde ich das konkrete Urteil gut, aber der generelle Einsatz zur Findung der Wahrheit sollte doch geregelt und erlaubt sein.

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Cheater!
Geschrieben

Ich denke, dass hier mal wieder viel gefährliches Halbwissen im Spiel ist. Vielleicht sogar auf Seiten der Richter.

Das Thema ist hier sowohl der Datenschutz als auch und vor allem das Recht am eigenen Bild. https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild

  • Es ist erlaubt, Menschen ohne ihre Erlaubnis zu filmen.
  • Es ist erlaubt, Menschen ohne ihre Erlaubnis zu filmen und das Video zu veröffentlichen, u.a. dann wenn sie nur Beiwerk sind.
    Ein Beispiel ist hier, wenn ich jemanden filme (mit Einverständnis) und im Hintergrund laufen andere Personen vorbei.

Wenn ich nun eine Spritztour mit Kamera aufnehme, sind andere Verkehrsteilnehmer lediglich Beiwerk.

Wenn ich aber nun die Kamera einsetze um andere Verkehrsteilnehmer zu filmen, dann muss ich mir vor Veröffentlichung deren Einverständnis abholen.

Nun möchte ich die Videos ja aber nur im Falle eines Unfalls veröffentlichen, und hier auch nur dann, wenn der andere schuld ist. Dann wird er natürlich etwas dagegen haben. Hier müsste nun aber mein Interesse des Unschuldsbeweises schwerer wiegen.

chip
Geschrieben

Das Problem bei solchen Sachen wie mit der Kamera ist die extreme Bandbreite der Möglichkeiten. der Eine filmt seine Fahrt über die Landstraße, der nächste den ganzen Tag den Eingang einer Bank weil er gegenüber parkt und vielleicht illegal Geld abheben möchte. Grundsätzlich haben wir aber in Deutschland das Problem mit einer extrem schleppenden Gesetzgebung und einer völlig überlasteten Justiz, welche auch in vielen Bereichen noch so arbeitet wie vor 20 Jahren und mit neuen Medien und neuer Technik völlig überfordert ist. Daher erwarte ich keine Verbesserung in dem Bereich eher das Gegenteil...

Max A8
Geschrieben

Vor allem in Zeiten, in denen jeder an fast jedem Ort von Vater Staat, Sicherheitsbehörden u.s.w. u.s.f. gefilmt wird, sollte jeder für derartige Zwecke Cams benutzen dürfen. Dass das Material nicht veröffentlicht werden darf, ist nachvollziehbar. Aber dass es in einem Prozess nicht als Beweismittel eingesetzt werden darf, um einen fraglichen Unfallhergang einwandfrei und unparteiisch (sofern nicht manipuliert) darzustellen und damit zur Klärung des Falles beizutragen, könnte ich nicht nachvollziehen.

Grüße

Max

tollewurst
Geschrieben

Gut ist auch das man es nicht an die Polizei als Beweismittel geben darf, diese es aber beschlagnahmen und gegen einen selbst verwenden darf :???:

Kazuya
Geschrieben

Dazu passt ja auch, dass es ja seit neuem Auto Black-Boxen gibt, die die Geschwindigkeit, Gas, Bremspedal (und auch Lenkeinschlag?) aufzeichnen. Einige KFZ-Versicherungen bieten im Gegenzug günstigere Polizen an.

Ich hatte dabei auch verstanden, dass vor Gericht, derartige Daten nicht als Beweis gegen einen selbst herangezogen werden dürften. Oder liegt da auch wieder Viertel-Wissen vor. X-)

JazP
Geschrieben

Ich finds einfach nervig, bei jeder Gelegenheit gefilmt zu werden. Ständig wird man von Kameras beobachtet. Auch, wenn sich das Video niemand anguckt, gibt es zumindest die Möglichkeit dazu. Ich bin noch damit einverstanden, wenn das in besonderen Situationen passiert, wo der Nutzen eindeutig überwiegt. Aber wenn ich noch nicht einmal mehr am Straßenverkehr teilnehmen kann, ohne ständig überwacht zu werden, geht das zu weit!

Und seien wir mal ehrlich: wenn irgendwas Außergewöhnliches passiert, wird das Video ja doch online gestellt. Darauf weist der oben verlinkte Artikel ja auch hin (Beispiel Russland). Stellt Euch vor, ihr habt einen miesen Tag und macht irgendein peinliches Manöver. Das steht doch keine zwei Stunden später im Netz! Inklusiver der Kommentare unter dem Video, die sich über Euch lustig machen...

Cheater!
Geschrieben
Stellt Euch vor, ihr habt einen miesen Tag und macht irgendein peinliches Manöver. Das steht doch keine zwei Stunden später im Netz! Inklusiver der Kommentare unter dem Video, die sich über Euch lustig machen...

So wie hier:

Aber das ist ja bereits rechtlich geklärt. Der Lambo-Fahrer wird mit Absicht gefilmt, damit ist eine Veröffentlichung nur mit seiner Zustimmung legal.

amc
Geschrieben
Ich denke, dass hier mal wieder viel gefährliches Halbwissen im Spiel ist.

Ja, das scheint mir auch so. Es passen übrigens auch Deine Aussagen keineswegs zu dem von Dir verlinkten Wikipedia-Artikel.

MUC3200GT
Geschrieben

Was ich noch nicht verstanden habe ist wie ist der Zusammengang, vom "Recht am eigenen Bild" und dem Aufzeichnen von Fahrzeugen, ich meine die Person die in einem Fahrzeug drinsitzt ist in der Regel erst mal nicht zu sehen...

amc
Geschrieben (bearbeitet)
Was ich noch nicht verstanden habe ist wie ist der Zusammengang, vom "Recht am eigenen Bild" und dem Aufzeichnen von Fahrzeugen, ich meine die Person die in einem Fahrzeug drinsitzt ist in der Regel erst mal nicht zu sehen...

Spätestens wenn das Fahrzeug eindeutig identifizierbar ist - z.B. weil das Nummernschild kenntlich ist - wird es dennoch problematisch.

Meiner Meinung nach sollte jeglicher Einsatz von Dashcams auf öffentlichen Straßen verboten werden. Man kann sich nicht auf der einen Seite über Totalüberwachung beschweren, andererseits sagen: "ja was ist denn dabei wenn bei mir eine Kamera mitläuft?"

Dazu passt ja auch, dass es ja seit neuem Auto Black-Boxen gibt, die die Geschwindigkeit, Gas, Bremspedal (und auch Lenkeinschlag?) aufzeichnen. Einige KFZ-Versicherungen bieten im Gegenzug günstigere Polizen an.

Diese sollten im gleichen Zuge nur in verplombter Form eingesetzt werden dürfen, mit einer Auswertung nur im Fall von Unfällen mit Personenschäden oder vermuteten technischen Defekten.

Dass das Material nicht veröffentlicht werden darf, ist nachvollziehbar.

Das hilft nur rein gar nichts. Du bekommst es doch in aller Regel gar nicht mit wenn irgendwo ein Video auftaucht das Dich zeigt. Bis Du dann das Knöllchen bekommst weil man mit Bildanalyse nachweisen konnte daß Du zu schnell warst. Oder zu dicht aufgefahren bist. Oder Deine Frau Dich fragt was Du an dem Tag da auf dem Weg zu Deiner Geliebten gemacht hast, wo Du doch vorgeblich auf Geschäftsreise ganz woandershin warst. Oder Dein Arbeitgeber indirekt mitbekommt daß Du wohl auf ein Vorstellungsgespräch beim Wettbewerber warst. Das sind alles so Dinge bei denen es einen großen Unterschied macht, ob jemand das auf der Straße rein zufällig sieht oder das Material für alle zugänglich jahrelang öffentlich ist und Dich zwei Jahre später als Zeitbombe trifft.

bearbeitet von amc
me308
Geschrieben
...Meiner Meinung nach sollte jeglicher Einsatz von Dashcams auf öffentlichen Straßen verboten werden... Man kann sich nicht auf der einen Seite über Totalüberwachung beschweren, andererseits sagen: "ja was ist denn dabei wenn bei mir eine Kamera mitläuft?"

absolut richtig !

das fördert nur einmal mehr ein Heer von "möchte-gern"-Hilfspolizisten und ein nicht zu wünschendes Denunziantentum -

Befürworter werden aber wohl bald auch für ein automatisches credit-card-billing bei Durchfahrt von Radarfallen sein, ebenso für Genom-Analysen vor Zusage von Krankenversicherungen und Arbeitsplätzen und das Implantieren von subkutanen RFID-chips schon bei Säuglingen um schon von Anfang an Bewegungsprofile aufzuzeichnen und mögliche Delikte in der Zukunft leichter aufklären zu können

alles frei nach dem naiven Motto eines kritikbefreiten Bürgers:

"wenn ich gesund bin und nichts zu verbergen habe, kann mir eine Überwachung ja auch egal sein"

jetzt wird`s dann aber politisch :wink:

Gruß aus MUC

Michael

tollewurst
Geschrieben

Also ich hab in meinen schnelleren Autos eine drin. Die Bilder habe ich mir bisher nur 3 mal angeschaut, 2mal nach Unfällen und 1 mal als ich eine Anzeige bekommen habe.

Bei dem einen Unfall hätte ich keine Chance ohne Dashcam gehabt, da ist mir eine ältere Dame mit dem Fahrrad in den Kotflügel vom Ferrari gefahren und hat behauptet ich sei zu schnell aus der Einfahrt gekommen. Ich konnte nur mit der Dashcam beweisen das ich dort schon ca 1 Minute stand und die Dame in der Gegend herumgeschaut hat.

Beim 2ten Unfall konnte ich so sehr leicht beweisen das ich keine Chance hatte bei dem Reh zu bremsen und das es ein Reh war.

Und bei der Anzeige hat mich jemand bei Überholen vorsätzlich abgedrängt und mich anschließend wegen allem Möglichen angezeigt. Die Anzeige hätte gute Chancen gehabt da er "glaubhafte" Zeugen hatte. Da wäre ich mal eben meinen Führerschein losgeworden!

Ich verstehe aber auch die Gratwanderung, es gibt auch Leute die haben eine Dashcam, fahren im Überholverbot absichtlich langsam und zeigen Leute an die sie überholen. Wir haben hier ja auch so einen User der am liebsten die Dashcam zur eigenen Befriedigung einsetzen würde.

Wo zieht man da einen Strich? Die Sache mit dem Datenschutz halte ich für lächerlich. Man denkt darüber nach ob ein NSA Computerprogramm Videos scannt und die Nummerschilder Bewegungsprofilen zuordnet, hat gleichzeitig im Smatphone alle Ortungsdienste aktiviert (und kommt jetzt nicht mit ich habe die aus)

Bei uns hier in der Gegend habe ich das Gefühl die Leute haben alle Langeweile weil es Ihnen zu gut geht und anstelle sich um ihren eigenen Schaiß zu kümmern fangen sie dann an sich über Dinge aufzuregen die sie nix angehen.

Im digitalen Zeitalter hat der Film halt nicht maximal 24 Bilder oder 60 min sondern es ist quasi unendlich. Da beweist sich halt das der Mensch Sammler ist, er macht erst mal tausende Bilder um dann eventuell ein gelungenes zu finden in dem Datenmüll. Sieht man ja auch an den ganzen Hobbyfotographen die dann Ihre nicht perfekten Bilder mit Photoshop passend machen.

Thorsten0815
Geschrieben
absolut richtig !

das fördert nur einmal mehr ein Heer von "möchte-gern"-Hilfspolizisten und ein nicht zu wünschendes Denunziantentum -

Befürworter werden aber wohl bald auch für ein automatisches credit-card-billing bei Durchfahrt von Radarfallen sein, ebenso für Genom-Analysen vor Zusage von Krankenversicherungen und Arbeitsplätzen und das Implantieren von subkutanen RFID-chips schon bei Säuglingen um schon von Anfang an Bewegungsprofile aufzuzeichnen und mögliche Delikte in der Zukunft leichter aufklären zu können

alles frei nach dem naiven Motto eines kritikbefreiten Bürgers:

"wenn ich gesund bin und nichts zu verbergen habe, kann mir eine Überwachung ja auch egal sein"

jetzt wird`s dann aber politisch :wink:

Gruß aus MUC

Michael

:-))! :-))! :-))! Danke Dir für dieses Posting!

amc
Geschrieben

Bei uns hier in der Gegend habe ich das Gefühl die Leute haben alle Langeweile weil es Ihnen zu gut geht und anstelle sich um ihren eigenen Schaiß zu kümmern fangen sie dann an sich über Dinge aufzuregen die sie nix angehen.

Solange Du Dich um Deinen eigenen "Schaiß" kümmerst ist es mir egal, aber wenn Du mir die Kamera in meinen "Schaiß" hältst ist es eben meiner und nicht Deiner. Und geht mich daher eine ganze Menge an. Dich aber nicht.

tollewurst
Geschrieben

Das wollte ich damit ja sagen. Mich interessiert es nicht ob mich jemand im Überholverbot überholt, zu schnell fährt etc. Kann er ja machen und ist auch nicht meine Aufgabe da irgendetwas zu machen. So lange er mich nicht gefährdet (und ich meine real und nicht soetwas wie das Überholverbot ist ja nicht ohne Grund und das ist alleine deshalb Gefährdung) ist es mir egal was andere machen.

Aber ich fürchte es gibt mehr Schaulustige und Denunzianten als Leute die es gewissenhaft und nur zum Eigenschutz einsetzen.

Daher wären meine positiven Fälle dann im Allgemeininteresse Pech gewesen.

Nur dann muss man auch so konsequent sein und Handy mit Video und Fotofunktion verbieten. Als wo fängt es an und wo hört es auf?

Ich bin weder pro noch kontra, nur finde ich für mich persönlich keinen stimmigen Ansatz. Das Problem ist die Gesellschaft und nicht die Kamera.

MUC3200GT
Geschrieben
Spätestens wenn das Fahrzeug eindeutig identifizierbar ist - z.B. weil das Nummernschild kenntlich ist - wird es dennoch problematisch.

..

klar in Ginblick auf eine etwaige Identfizierung das Halters und mittelbar des Fahrers, kann man ein KFZ-Kennzeichen verwenden. Meine Frage war aber mehr in Hinblick auf das "Recht am eigene Bild" und das ist meines Verständnis an die Abbildung eines Menschen gebunden, nicht aber an ein Fahrzeug.

amc
Geschrieben
Ich bin weder pro noch kontra, nur finde ich für mich persönlich keinen stimmigen Ansatz.

Das ginge schon, für diejenigen die es unbedingt wollen: blackboxartige verplombte Dashcam mit Speicher für X Stunden, nach denen automatisch überschrieben wird. Die kannst Du dann zu Beweiszwecken übergeben - was auch noch den Vorteil einer höheren Beweiskraft als eine "offene" Kamera hätte.

JazP
Geschrieben
Die Sache mit dem Datenschutz halte ich für lächerlich. Man denkt darüber nach ob ein NSA Computerprogramm Videos scannt und die Nummerschilder Bewegungsprofilen zuordnet, hat gleichzeitig im Smatphone alle Ortungsdienste aktiviert (und kommt jetzt nicht mit ich habe die aus)

Mein Smartphone habe ich selbst unter Kontrolle. Wenn ich mich entscheide, dass damit Schluss ist, kann ich das innerhalb von drei Minuten umsetzen. Bei den Dashcams ist das anders. Wenn die erstmal verbreitet sind, bekomme ich sie nicht mehr weg. Im Gegenteil, ich werde von fremden Cams gefilmt und wenn ich meine eigene entferne, bin ich im Durchschnitt sogar noch im Nachteil (bspw. durch solche Ansichten http://www.sueddeutsche.de/digital/soziale-netzwerke-wenn-facebook-verweigerer-zu-soziophobikern-erklaert-werden-1.1556261 ).

Die Diskussion, dass auf meinem Mobile möglicherweise NSA Überwachungssoftware läuft, ist eine andere. Aber selbst wenn das der Fall ist, ist das immer noch eine andere Dimension. Die Daten sind nicht-öffentlich. Ganz anders, wenn sich Hinz und Kunz eine Dashcam in sein Auto schraubt und letztendlich alle Bewegungen im Straßenverkehr für jeden zugänglich gemacht werden können. Nichts wäre mehr unbewacht.

tollewurst
Geschrieben

Und was ist mit Leuten die in der Öffentlichkeit Videos drehen? Dann dürfte ja kein Fernsehsender etwas mehr ausstrahlen.

Abgesehen davon läuft so eine Dashcam in einer Endlosschleife, es wird also z.B. nach 4 Stunden wieder überschrieben. Es ist ja nicht so das jeder seine 4 Stunden Einkaufstouren direkt bei Youtube einstellt. Und da kann man auch nie den Fahrer erkennen, Nummernschilder werden ja schon schwierig.

Erst wenn etwas passiert werden die Videos eingestellt, und das kann man ja wie alles in DE regeln und verbieten.

Regelungen sind eh des Deutschen liebstes Kind.

Die Cams wären eh überflüssig wenn jeder sich mehr um seinen eigenen Kram kümmern würde.

amc
Geschrieben

Übrigens war ich auch mal versucht Dashcams anzuschaffen. Es hat ein Weilchen gedauert bis mir klar wurde, daß ich im Begriff bin etwas zu tun das ich nicht für richtig halte - auch wenn es für mich selbst vielleicht einmal nützlich ist.

Need 4 Speed
Geschrieben

Ich kopiere hier mal was ein (Quelle: ADAC Info, zu finden unter http://www.adac.de/infotestrat/ratgeber-verkehr/verkehrsrecht/Dashcam/).

"Die Verwendung von Mini-Videokameras (sog. Dashcams) im öffentlichen Verkehrsraum ist in Deutschland rechtlich umstritten.

Der Einsatz sog. Dashcams kann gegen die Bestimmungen des Datenschutzes verstoßen: Ziel der Montage am Armaturenbrett eines Fahrzeuges ist es, andere Verkehrsteilnehmer mit amtlichem Kennzeichen zu filmen und zu speichern, ohne dass der Betroffene dies mitbekommt und weiß, was mit seinen persönlichen Daten geschehen soll. Wer diese Aufzeichnung ins Internet stellt und so der Öffentlichkeit zugänglich macht, ohne Personen und Autokennzeichen unkenntlich gemacht zu haben, hat ohne Zustimmung der Beteiligten gegen deren Recht auf informationelle Selbstbestimmung verstoßen.

Aber auch bei der rein privaten Aufzeichnung ist eine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen. Ein Kriterium ist dabei, wie lange die Daten gespeichert bleiben bzw. wann sie überschrieben werden.

Wenn mit einer im Fahrzeug montierten Kamera das Ziel verfolgt wird, einen Unfallhergang beweissicher zu dokumentieren, um Schadensersatzansprüche durchzusetzen oder abzuwehren, ist vor allem interessant, ob die Aufnahmen überhaupt in einen Prozess eingeführt werden können. Datenschutzrechtliche Bedenken stehen einer Verwertung im Zivilprozess nicht grundsätzlich entgegen. Deshalb kann ein Video in Augenschein genommen und verwertet werden, wenn das Gericht der Ansicht ist, dass hier Manipulationen ausgeschlossen sind; auch im Strafprozess kann versucht werden, das Video als Beweismittel einzubringen. Ob sie den Besitzer der Minikamera allerdings entlastet oder im Ergebnis belastet und ob das Gericht die Aufzeichnung für verwertbar erklärt, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

Mittlerweile hat in diesem Zusammenhang das AG München (Az.: 343 C 4445/13) in einem Unfallprozess die Verwertung einer durch einen Radfahrer selbst aufgenommenen Videoaufzeichnung für zulässig erachtet. Im konkreten Fall erfolgte dies jedoch zu Lasten des Radfahrers.

Wer dagegen selbst wegen eines Verkehrsverstoßes belangt wird, kann mit der Aufzeichnung belegen, ob z.B. die Ampel wirklich schon rot oder noch grün war. Andererseits kann die Kamera von der Polizei als Beweismittel beschlagnahmt werden, wenn ein Fahrer seine rasante Fahrt gefilmt hat und dabei von der Polizei beobachtet wurde. In diesem Fall dürfen die belastenden Aufzeichnungen auch gegen den Willen des Verwenders verwertet werden."

"Die obersten Datenschutz-Aufsichtsbehörden verbieten offiziell den Einsatz sogenannter "Dashcams", soweit deren Verwendung diese nicht ausschließlich für persönliche oder familiäre Tätigkeiten erfolgt. "Das unbemerkte Filmen von Autofahrern und Fußgängern auf öffentlichen Straßen ist ein erheblicher Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht und grundsätzlich nicht mit dem deutschen Datenschutzrecht zu vereinbaren", so der Landesdatenschutzbeauftragte Baden-Würtembergs. Die Unzulässigkeit basiert auf dem Bundesdatenschutzrecht (BDSG), wonach eine Beobachtung und Aufzeichnung mittels Videokamera zulässig ist, soweit dies zur Wahrnehmung berechtigter Interessen für konkret festgelegte Zwecke erforderlich ist und keine Anhaltspunkte bestehen, dass schutzwürdige Interessen der Betroffenen überwiegen. Schutzwürdige Interessen anderer Verkehrsteilnehmer überwiegen nach dem Beschluss der Datenschutzaufsichtsbehörden jedoch in den meisten Fällen, so dass von einer Unzulässigkeit von Dashcams nach dem BDSG auszugehen ist. Das informelle Selbstbestimmungsrecht umfasst das Recht des Einzelnen, sich in der Öffentlichkeit frei zu bewegen, ohne befürchten zu müssen, ungewollt und anlasslos zum Objekt einer Videoüberwachung gemacht zu werden - so der Inhalt des offiziellen Beschlusses der obersten Datenschutz-Aufsichtsbehörden."

"Auch im europäischen Ausland fehlen bislang konkrete gesetzliche Regelungen zur Verwendung von Dashcams. Aufgrund der rasanten technischen Entwicklungen hin zu immer kleineren und besseren Kameras stellt sich auch bei Auslandsfahrten immer häufiger die Frage, ob die Verwendung einer sogenannten Dashcam, also Minikamera, zur Videoaufzeichnung während der Fahrt zulässig ist.

In den folgenden Ländern ist die Verwendung von Dashcams derzeit laut Auskunft der jeweiligen Automobilclubs unproblematisch:

Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Großbritannien, Italien, Malta, Niederlande, Norwegen (lediglich für den privaten Gebrauch, Fahrer darf hiervon nicht abgelenktsein), Frankreich (solange keine Sichtbehinderung gegeben ist), Serbien, Spanien.

In folgenden Ländern wird von der Verwendung einer Dashcam abgeraten, da dort erhebliche datenschutzrechtliche Bedenken bestehen:

Belgien, Luxemburg, Portugal, Schweden, Schweiz.

In Österreich ist das Anbringen einer Minikamera im Auto ohne Genehmigung verboten.

Da sich die Diskussion in vielen Ländern noch im Anfangsstadium befindet, sind kurzfristige Änderungen der Rechtslage in den einzelnen Ländern möglich."

JazP
Geschrieben
Und was ist mit Leuten die in der Öffentlichkeit Videos drehen? Dann dürfte ja kein Fernsehsender etwas mehr ausstrahlen.

Abgesehen davon läuft so eine Dashcam in einer Endlosschleife, es wird also z.B. nach 4 Stunden wieder überschrieben. Es ist ja nicht so das jeder seine 4 Stunden Einkaufstouren direkt bei Youtube einstellt. Und da kann man auch nie den Fahrer erkennen, Nummernschilder werden ja schon schwierig.

Erst wenn etwas passiert werden die Videos eingestellt, und das kann man ja wie alles in DE regeln und verbieten.

Regelungen sind eh des Deutschen liebstes Kind.

Die Cams wären eh überflüssig wenn jeder sich mehr um seinen eigenen Kram kümmern würde.

Okay, jetzt betrachtest Du es von der anderen Seite.

Wenn ein Fernsehteam einen Beitrag dreht, ist das für mich gut erkenntlich. Dann mach ich einen großen Bogen um die Kamera - oder auch nicht. Das habe ich selbst in der Hand. Natürlich kann es mir passieren, dass ich nicht aufpasse und ungewollt durchs Bild laufe. Aber da reden wir inzwischen von einer Wahrscheinlichkeit, die äußerst gering ist. Damit kann ich leben.

Bei den Smartphones ist das anders und ich empfinde das manchmal auch als störend. Aber hey, so what. Wenn die Leute Spaß daran haben.

Aber Dashcams sind eine völlig andere Sache! Erstens überwachen sie, wenn sie sich durchsetzen, flächendeckend! Und zweitens anlasslos! Na schönen Dank. Fehlt nur noch, dass sie speichern. Die 4h haben wir ja schon, wie Du schreibst. Die nächste Generation kann vielleicht 8h und die übernächste dann 72h - damit sie auch das ganze Wochenende das stehende Fahrzeug aufzeichnen kann. Fehlt eigentlich nur noch die Mobilfunkverbindung (falls es die nicht schon gibt). Und schon kann man pauschal alles speichern, ganz komfortabel. Kann ja sein, dass man nächste Woche einen Kratzer am Auto entdeckt, der vorher noch nicht da war.

Thorsten0815
Geschrieben
Übrigens war ich auch mal versucht Dashcams anzuschaffen. Es hat ein Weilchen gedauert bis mir klar wurde, daß ich im Begriff bin etwas zu tun das ich nicht für richtig halte - auch wenn es für mich selbst vielleicht einmal nützlich ist.

Genau diesen Gedankengang hatte ich leider auch schon. Es lockt der persönliche Vorteil, das für Menschen immer erstrebenswert "mehr an Sicherheit" usw.

Ich habe das Gefühl, dass hier, wie in vielen anderen Themen auch, wir Menschen nicht genug an die Hintergründe und zukünftigen Auswirkungen denken. Ich ärgere mich immer wieder wenn es mir an mir selbst auffällt. Und leider ist es dann auch schon oft zu spät.

Bei diesem Thema habe ich die Kurve aber gerade noch gekriegt. Ich war schon am Vergleichen und Überlegen was ich einbauen lassen will. Da kam ich über meine eigenen Gedanken an das Anforderungsprofiel, also wofür würde ich diese Cam den so alles einsetzen wollen, zu einem leichten Zweifel ob dieses den "richtig" ist. Zum Beispiel schon angesprochen Parkplatzüberwachung, inkl. Einbindung der Rückfahrkamera...... O:-)

Ich habe es den gelassen. Was du nicht willst das man dir tut, das fügt auch keinem anderen zu. Oder anders: Meine Freiheit hört dort auf, wo die des Anderen beginnt. So einfach ist das wenn man es ernst meint.

Oder eben nicht, weil man es selbst nicht immer erkennt. Auch dafür finde ich diese Art von Beiträgen im Forum hier gut und interessant. :-)!

Grüsse,

Thorsten

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