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CRothe

Restaurations-Geschichte der #006

Empfohlene Beiträge

CRothe CO   
CRothe
Erster Beitrag:
Letzter Beitrag: (bearbeitet)

Hallo,

hier möchte ich für Interessierte zeigen, was ich alles gemacht habe, um die #006 wieder ganz auf Vordermann zu bringen. Ich werde es nach und nach ergänzen, denn ich bin gerade voll dran.

Folgender Dienstplan ist ab zu arbeiten:

1. Überarbeitung des Innenraums

2. Herstellung eines Batteriekastens (Habe die da, wo alle Anderen den Verstärker sitzen haben).....Wassereinbruch

3. Der Wagen war mal für ein Jahr in England. Dafür bekam er Seitenblinker und einen Meilentacho.

4. Ausbau des Doppel-DIN-Radios/Navis und Wiedereinbau der BMW-Steuereinheit für Heizung und Belüftung.

5. Schließen eines Rostlochs im Rahmen (eher unwichtige Stelle) mit Kontrolle aller Rahmenrohre, an die ich dran komme, mit einer Endoskopcamera, auftrag von Rostumwandler (Epoxyd-Basis...keine Feuchtigkeit erforderlich) in den Rohren, mit anschließender Behandlung mit Hohlraumversiegelung.

6. Austausch der vorderen Querlenker mit allen Gelenken.

7. Veränderung der Gaspedalgeometrie

Grüße: Christof

bearbeitet von CRothe
was vergessen!
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CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Den Batteriekasten habe ich abgearbeitet. Beifahrersitz raus und durch die Öffnung die Aluseitenwände gebaut, und dann von hinten/unten das Deckblech angepaßt und eingebaut.

Jetzt ist alle Dicht...Kein Wassereinbruch in den Beifahrerraum!

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CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Die Innenraum-Überarbeitung ist erst teilweise fertig. Ich zeige mal wo die Mängel liegen:

Das gelbe Leder ist dreckig, oft fehlt Farbe und in der Seitenwange des Fahrersitzes ist ein Loch. Ich was im Lederzentrum Göttingen und habe mir die benötigten Materialien besorgt. Reiniger, Flüssigleder, Lederfarbe (mit Sondermischung der Farbe Gelb nach dem vorhandenen Leder), Versiegler für die gelben Nähte, damit sich die Lederfarbe Schwarz nicht in den Zwirn saugt. Schlußendlich kommt noch ein Versiegler drauf.

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CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

So,

ich will mal die Materialien vorstellen, mit denen man, auch sehr angegriffenes Leder wieder auffrischen kann:

Das Loch ich fast nicht mehr sichtbar. Ich gehe vielleicht nochmal an die Stelle, um sie ganz unsichtbar zu machen. Gelb ist wieder Gelb und auch der abgegriffene Türgriff hat wieder Farbe.

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rehfra74 CO   
rehfra74
Geschrieben

Ist schon toll was man so mit diesen Mittelchen so hin bekommt, vorausgesetzt man hat die nötige Geduld denk ich mir mal

sieht gut aus

grüße franz

15wiesmann12 CO   
15wiesmann12
Geschrieben

Hallo Christof,

hast du prima hinbekommen, was man auf den Bildern so sehen kann. Hast dir ja ganz schön Arbeit gemacht.:-))!

Hab´ ich es richtig verstanden , dass du nur mit Reiniger , Auffrischer und Protector die Lederteile bearbeitet hast ? Lederfarben sind nicht angewendet worden?

Wie hast du das Loch verschwinden lassen, Lederflicken und Kleber?

Was kostet das Lederberarbeitungsset?

Beim Frühlingsfest werden wir deinen aufgearbeiteten Wiesel bestimmt zu Gesicht bekommen.:lol:

Einen schönen Abend

LG

Michael

Heiliheizer CO   
Heiliheizer
Geschrieben

Servus Christof,

habe für meinem Wiesel auch die Mittelchen von Lederzentrum bestellt um die Kratzer rauszubekommen.

Hat auch bei mir super funktioniert.

Vielleicht eine Stunde Aufwand. ( Wobei bei mir auch kein Loch drin war und ich Alcantarasitze habe.)

Kann ich absolut empfehlen. Hab ein Fingernagelgrosses Lederteil herausgeschnitten (Abdeckung beim Schalthebel ausgebaut und vom überflüssigen Leder was weggeschnitten) und zu Lederzentrum geschickt um die richtige Farbe zu haben. Verarbeitung ist total easy und es hält jetzt schon über ein Jahr.

Hm das hört sich ja fast an als wär ich ein Vertreter für Lederzentrum.

Iss aber nicht so! Ich bleib bei meinen Heizungen.

Aber gute Ware und gute Arbeit darf man doch loben!

Grüsse

Heili

CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Fast 22.00Uhr, ich komm vom Wiesel zurück. Aber zuerst will ich mal die aufgelaufenen Fragen beantworten.

Mein Auffrischungs- und Reparatur-Set hat ca. € 100,- gekostet, da ich 2 verschiedene Farben gebraucht habe. Lederfresch ist die Farbe!

Zum Behandeln des Lochs muß man zuerst ein kleines Stoffstück in das Loch schieben und verkleben. Danach wird mit Flüssigleder das Loch zu gespachtelt. Dann mit dem Schleifpad geglättet. Schleifpad.....hmm, hatte mich zuerst auch kaum getraut, damit auf dem Leder herum zu schleifen.....aber es geht. Diesen Vorgang muß man gute 10 Mal wiederholen, dann kommt Farbe drauf.....Es braucht auf jeden Fall einige Stunden, schon wegen der Trocknungszeiten, auch wenn man sie mit einem Föhn verkürzt!

CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Jetzt aber zum heutigen Abend.........Es wurde ernst:evil::

Verdeck abgebaut und Heckteil gelöst und mit 2.Person abgenommen! Nach einer Stunde sah die #006 dann so aus! Beim nächsten mal geht es schneller:wink:

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CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Jetzt kommt das Rostproblem: Wie wir alle wissen sind die Rahmen der #001 bis #006 nicht verzinkt und, was noch VIEL schlimmer ist, haben sich die Wiesmänner damals nicht die Rahmen von Super Seven genau angesehen. Mein Seven-Rahmen ist nun schon 17 Jahre alt und hat, obwohl er nur Pulverbeschichtet ist NULL Rost. Am Seven Rahmen gibt es KEINE Öffnungen. Alles ist zu geschweißt. Bei Wiesmann sind viele Rohre offen, oder mit Plastikstopfen verschlossen. Die Dinger sind aber maximal dazu geeignet ein Tischbein zu verschließen und den Boden vor Kratzern zu schützen. Am Auto haben die NIX ZU SUCHEN.............

Das Resultat habe ich jetzt. Innen angerostete Rahmenrohre bei den offenen Rohren im unteren Bereich des Rahmens. Eine kritische Stelle hat man bei Drehzahl und Momente entdeckt und ich forsche jetzt weiter:

Das war sichtbar!

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CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Weiter geht es! Habe dann mal angefangen weg zu schneiden, was faul ist:

Ich werde morgen den Rest des kurzen Querrohres heraus trennen, denn heute hatte ich dazu keine Geduld mehr. Ich werde dann ein neues Rohr einsetzen und das Fenster in dem diagonal angebrachten Rohr werde ich mit einem Deckel zu schweißen, denn die Substanz ist noch gut.

Alle Hohlräume, die ich jetzt öffne, werden mit Epoxydharz basierendem Rostumwandler behandelt (Langer Schlauch + Hohlraumpistole) und danach mit Hohlraumwachs konserviert. Ich hoffe damit morgen beginnen zu können.

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seifertp CO   
seifertp
Geschrieben

Freue mich schon auf die nächsten Details!

Viel Erfolg weiterhin bei der Restauration,

VG

Peter

CRothe CO   
CRothe
Geschrieben (bearbeitet)

Ein weiteres Sorgenkind habe ich noch gefunden:

Die unteren Rohre in den Schwellern. Ich denke, das die Substanz noch gut genug ist, um die Restauration zu rechtfertigen, allerdings ist das, bei der Rohrlänge, schon eine Herausforderung! Der Anblick ist nicht sehr schön. Um das Rohr komplett einsehen und restaurieren zu können, habe ich es vorn und hinten von den elenden Rohrstopfen befreit. Viel Rostkrümel und Dreck versperren den Weg zur Sanierung. Morgen werde ich, mit einem 2m langen 6mm Stahldraht und einem Staubsauger das Rohr frei machen und auch nochmal mit der Endoskopcamera hinein sehen. Vorne kommt man an den Stopfen, wenn man die Innenkotflügel abbaut und hinten habe ich ein kleines Viereck aus den GfK-Schwellern geschnitten.

Noch ein Wort zu den Stopfen: Ich werde die mit Karosseriekleber einsetzen, wenn alles ausgetrocknet ist. Zuschweißen geht jetzt nicht mehr, ohne die Gefahr, das man den Wagen abfackelt. Ist das Rohr Luftdicht verschlossen (natürlich ohne das man Feuchtigkeit mit einschließt), kann sich kein Rost bilden!

Wenn ich es für nötig halte, werde ich nächsten Winter die Schweller abnehmen, das ganze Chassis unterbauen und die unteren Rohre heraus trennen und gegen neue Rohre ersetzen. Das würde jetzt den Zeitrahmen sprengen............Das Fühlingsfest ruft und wir werden da sein!

bearbeitet von CRothe
was vergessen
806 CO   
806
Geschrieben

"Dicht" wird das nicht dauerhaft, die Teile dehnen sich bei Wärme unterschiedlich aus und der Karosseriekleber wird auch "hart" werden.

Wenn Du eh alle Stopfen heraus hast, dann würde ich die Rohre komplett mit einem Konservierungsfett (Mike Sanders, Wollfett von Fluid Film) oder einer Konservierung der Oldtimerei (Owatrol) aussprühen. Ist der Schichtauftrag ausreichend mächtig, wird der vorhandene Rost vom Sauerstoff abgekapselt, das Zeug ist dauerelastisch und dann ist "Ruhe" für die nächsten Jahrzehnte. Anders natürlich, wenn die Dinger eh wegen zu geringer Wandstärke ersetzt werden müssen - dann tät' ich's erst bei den Neuteilen.

Deine Fotos zeigen schon derbe Rostschäden, das hätte ich so nicht erwartet. Wie alt ist denn die 006?

Markus

H-1 CO   
H-1
Geschrieben

@ Markus: Da ich auch schon in den Genuss kommen durfte, die 006 ein paar Jahre mein Eigen zu nennen, kann ich Dir verbindlich sagen, daß die 006 eine EZ vom 9.5.1994 besitzt

@Christof: Ich freue mich auf weitere Details und Fotos Deiner Arbeit an der 006 :-))!

Lg, Olaf

quax   
quax
Geschrieben

Kann ich unterschreiben, was Markus sagt.

Ich würde FluidFilm nehmen. Gibt’s in verschiedenen Konsistenzen und dann die Hohlräume vorbehandeln. Das Zeug verteilt sich in alle Ritzen. Man sagt dem Fluid-Film auch nach das es vorhandenen Rost unterwandert.

Ich habe damit damals an meinem Oldtimer gute Erfahrung gemacht.

Persönlich würde ich von Fertan Abstand nehmen, da man die Hohlräume danach gut ausspülen muss.

Aber wenn ich mir die Bilder so anschaue, bin ich schon ein wenig erschrocken. Ich glaube ich blase mal vorsichtshalber auch Fluid-Film in meine #445

Interessantes Projekt.

Wäre toll wenn Du die Reparaturschritte detailliert dokumentierst. So ne Art Reparaturanleitung wie man das Heck ausbaut... Wer weiß, wenn man das mal brauchen kann!

PS:

Achso, Olaf: Lass bitte das Fahrzeug beim nächsten Mal nicht so verkommen :-)

Viele Grüße

Claus

CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Hallo,

ein paar Details zu dem Rostumwandler:

@Claus: Mit Absicht sprach ich von Epoxyd-Basis......NICHT FERTAN!!!! Ich will bestimmt nicht die Rohre mit Wasser spülen.

Material heißt "epoxy BRUNOX"!

@Markus: Ich hatte es ja schon angekündigt. Alle Hohlräume werden mit BRUNOX 2 Mal versiegelt und dann mit Hohlraumversiegelung auf Harz/Wachs-Basis (extrem kriechfähig) behandelt. Nach längerer Trocknungszeit (denke so 2 Tage) klebe ich die Stopfen mit Sikaflex 252 ein, da weiß ich aus Erfahrung, das das Zeug nahc 10 Jahren so dicht ist, wie am nächsten Tag........Habe 17Jahre Erfahrung mit Gitterrohrrahmen!

@ Olaf: Hab das Radio raus gebaut und was ich da an Kabelgewirr gesehen habe......eijeiei........mir ist schwindlig geworden......Lüsterklemmen......überall!!!! Relais, ohne festen Wohnsitz.......etc.

Frage an Dich: Waren die einzelnen Frequenzweichen schon immer drin?

Nächsten Winter kommt das Armaturenbrett raus und dann wird aufgeräumt! Alles Zeugs, was da nicht hin gehört fliegt raus!

quax   
quax
Geschrieben
Hallo,

ein paar Details zu dem Rostumwandler:

@Claus: Mit Absicht sprach ich von Epoxyd-Basis......NICHT FERTAN!!!! Ich will bestimmt nicht die Rohre mit Wasser spülen.

Material heißt "epoxy BRUNOX"!

oh sorry, da habe ich mich wortwörtlich fertan äh vertan :-)

H-1 CO   
H-1
Geschrieben

Ja. Die Frequenzweichen waren von Anfang an. Nichts verändert.

CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Nachfolgendes ist schon mal raus geflogen wegen: Braucht man nicht!

....und dann das noch verbleibende Chaos!

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CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Jetzt aber zurück zum Ernst des Wiesellebens! Leider war der Rost schon so weit fortgeschritten, das ich die Rohre noch etwas weiter zurück stutzen mußte.

Das kurze Querrohr habe ich schon neu angefertigt. Es ist vorne und hinten Luftdicht verschweißt und bereit zum Einsetzen. Auch das 2. Rohrstück ist schon vorbereitet. Jetzt gilt es noch das diagonale Rohr weiter zu beschneiden und ein Einschweißstück zu bauen.

Der Rest meiner Zeit (leider muß ich auch noch Geld verdienen, habe nur den Vorteil, das ich in kurzen Arbeitspausen auch mal ans Wiesel kann) ist noch bei der Reinigung der Längsrohre drauf gegangen. Der gute Dyson (ohne Saugkraftverlust:D) ist heute heiß gelaufen. Habe die äußeren Schwellerrohre von Rostkrümel und Straßendreck befreit. Kaum zu glauben, was sich da alles ansammelt.

Da jetzt auch das untere Rohr des Kardantunnels offen ist, habe ich auch das gereinigt. Es sah nicht so schlimm aus, wenn man mal von den letzten 15cm absieht. Kamera sei Dank.

Ich habe mir dann noch einen Schlauch mit 4mm Außendurchmesser aus dem Baumarkt besorgt und baue mir einen Sprühkopf aus einem Stück Messingrohr (4mm). Beim testmäßigen Einschub in das Rohr, habe ich bemerkt, das ich bis etwas nach dem Abbiegen des Rohres im Motorraum komme. Dadurch werde ich morgen den langen Hohlraum mit BUROX behandeln. Die kurzen Schwellerrohre schaffe ich mit der auf 75cm verlängerten Hohlraumpistole. Einmal früh Morgens vor der Arbeit und dann nochmal am Abend...

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15wiesmann12 CO   
15wiesmann12
Geschrieben
Fast 22.00Uhr, ich komm vom Wiesel zurück. Aber zuerst will ich mal die aufgelaufenen Fragen beantworten.

Mein Auffrischungs- und Reparatur-Set hat ca. € 100,- gekostet, da ich 2 verschiedene Farben gebraucht habe. Lederfresch ist die Farbe!

Zum Behandeln des Lochs muß man zuerst ein kleines Stoffstück in das Loch schieben und verkleben. Danach wird mit Flüssigleder das Loch zu gespachtelt. Dann mit dem Schleifpad geglättet. Schleifpad.....hmm, hatte mich zuerst auch kaum getraut, damit auf dem Leder herum zu schleifen.....aber es geht. Diesen Vorgang muß man gute 10 Mal wiederholen, dann kommt Farbe drauf.....Es braucht auf jeden Fall einige Stunden, schon wegen der Trocknungszeiten, auch wenn man sie mit einem Föhn verkürzt!

Hallo Christof,

danke für die ausführliche Info zu deiner Lederaufarbeitung und dafür, dass du uns an der umfangreichen Restauration deiner 006 teilhaben lässt.

Sehr interessant!!!!:-))! Wo nimmst du nur die Zeit neben deinem Job dafür her?

Wir werden ja dann auf dem Frühlingsfest eine fast neue 006 erleben.:lol:

Viel Erfolg weiterhin bei der Erneuerung deines Schätzchens.

LG

Michael

CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Jaaaa, die Zeit!

Gestern habe ich mal früher Schluß gemacht: 17.00Uhr und dann die #006 bis 21.00Uhr gepflegt, mit ner kleinen Pause für die Nahrungsaufnahme.:-o

Heute hatte ich kleinere Pausen, in denen ich auf Anhärtung angefangener Carbonteile gewartet habe. Sonst nehme ich mir dann liegengebliebene Arbeiten vor, da hat das Wiesel aber momentan Vorrang........Na ja und jetzt geht es weiter. Allerdings kommen heute noch ca. 20 Personen, denen ich eine Betriebsführung durch meine Carbonmanufaktur gebe.....Dann sind meine Frau und ich, vom Organisator, zum Essen eingeladen. Deswegen geht heute Abend nicht mehr viel.

Habe heute eine Hohlraumpistole auf über 1,8m verlängert und den ersten Rostumwandlergang durchgeführt. Morgen nochmal, damit lange Trocknungszeiten entstehen...........

Grüße: Christof

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CRothe CO   
CRothe
Geschrieben

Na, wer sagt's denn:

Das Metallpuzzel hab ich noch hin bekommen!:lol:

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CRothe CO   
CRothe
Geschrieben (bearbeitet)

Guten Abend,

es ist update-Zeit.

Heute war 2 Mal Rostumwandler spritzen angesagt Mittags und Abends. Ich habe dann auch erste Stopfen aus dem Motorraum heraus gezogen und auch leichten Rostbefall vorgefunden. Der war aber wirklich nicht tragisch, nur am Rohreingang, wo der Stopfen sitzt, war etwas mehr Rost....Ich sag's ja, die Dinger gehören nicht da hin.

Dann wollte ich das lage Rohr auf der rechten Seite des Kardantunnels überprüfen. Dazu habe ich ein Loch in das Rohr gebohrt (16mm) das den Einblick versperrt und mit der Camera rein gesehen......Es sah recht gut aus darin, trotzdem: 2 Mal Rostumwandler hat das Rohr doch bekommen...

Ein offenes Rohr habe ich heute Abend noch zu geschweißt (ist zur Trocknung noch auf einer Seite offen). Dann war es soweit, ich habe das erste Teil meines Metallpuzzels eingsetzt. Zuerst das Rohr fixiert, dann geheftet und verschweißt und zuletzt versäubert. Hört sich kurz an, aber trotzdem war ich heute guten 3 Stunden an der #006..........

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bearbeitet von CRothe
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    • Dany430
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      Zündfinger
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      Luftfilter
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      Krümmer gestrahlt
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      Ventildeckel gestrahlt + lackiert
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      Ventile eingestellt

      Unterboden:
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      Schweller entrostet, gespachtelt
      Kpl. Unterboden versiegelt
      Radläufe versiegelt
      kpl. Vorderwagen versiegelt

      Karrosserie:
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      Kotflügel vorne rechts neu + lackiert
      Haube neu lackiert
      Frontblech unten neu + lackiert
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      Kotflügel hinten rechts wieder hergestellt
      Seitenwand hinten links neu lackiert
      Seitenwand hinten rechts neu lackiert
      Kotflügelverblendungen vo + hi neu in schwarz
      Scheinwerferblenden wieder her gestellt + lackiert
      Bremssättel gereinigt + schwarz lackiert
      Bremsbleche gereinigt + schwarz lackiert
      Kofferraum gereinigt + kpl. versiegelt
      Blinker in weiß original Bosch neu.

       






















      Hier fertig...
       
       










    • xx.flash
      Guten Morgen Gemeinde!
       
      Meine Erkenntnis der letzten Jahre - "es muss einfach Altplastik, oder ein betagter Eisenhaufen sein"!
      Irgendwo im Profil wird die Frage nach dem "Traumauto" gestellt, sowas habe ich nicht direkt, ich habe eher eine "Liste", ohne Nummerierung...
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      Ich hoffe, ich finde damit Euer Interesse...
       
      Ausgangsbasis war ein C3 Cabrio aus 1975, also dem letzten Jahr, in dem die C3 als Cabrio gebaut wurde.
      Ich habe die C3 auf meine C6 GS in Zahlung genommen, Sie war zwar in bemitleidenswertem Zustand, hatte aber durchaus Potenzial.
      „Matching Numbers“ ist bei dieser C3 ein Fremdwort, man kann sie wohl eher als Customumbau, oder bayerisch eben als Bastelbude bezeichnen.
      Nachfolgend eine, hoffentlich wenigstens einigermaßen vollständige, Auflistung der geringfügigen Veränderungen an der Vette:
      -          Komplette „frameon“ Restauration inkl. Scheibenrahmen (das Chassis ist völlig in Ordnung).
      -          Neue Frontscheibe.
      -          Breitbau, Karosserie gecleant, vollständige Lackierung.
      -          Tagfahrlicht installiert.
      -          Auf Bubble Taillights umgerüstet.
      -          Große BREMBO Bremsen mit gelochten Scheiben.
      -          Komplette Bremsanlage aus der C5.
      -          Um die Bremsen unter zu bringen Tiefbett BBS, dreiteilig, 315/30 ZR18.
      -          Achsaufhängungen und Lenkgestänge erneuert.
      -          Ein modernes Schraubfahrwerk ersetzt die Blattfedern.
      -          Unterboden im Heck mit einer Carbonplatte geglättet.
      -          LS1 mit anderer Nocke.
      -          Aluminiumkühler mit Überlauftank.
      -          Sperrventil für die Heizung.
      -          Neuer Heizungskühler.
      -          Neues Unterdrucksystem.
      -          Fächerkrümmer und Hosenrohre bandagiert, keine Kats.
      -          Flache Endtöpfe wegen der Carbonplatte für einen glatten Unterboden.
      -          Optik des LS1 angepasst.
      -          Elektrische Lenkung verbaut.
      -          Komplette Verkabelung aktualisiert.
      -          Sicherungskasten mit Relaissteuerung im Innenraum verbaut.
      -          L88 Haube mit LS1 Logos verbaut.
      -          Tankeinfüllstutzen umgebaut.
      -          6 Gang Tremec Getriebe mit Hurst Shifter eingesetzt.
      -          C6 Z06 Kupplung eingebaut.
      -          Signalkonverter für das Speedosignal verbaut.
      -          Lenkrad erneuert.
      -          Soundanlage umgebaut.
      -          USB Anschlüsse als Ladesteckdose für Handy und Musik mp3.
      -          Öltemperaturanzeige nachgerüstet.
      -          Gesamten Teppich im Innenraum erneuert.
      -          Bedienteile und Beleuchtung im Innenraum umgebaut/instandgesetzt.
      -          Außen- und Innenspiegel erneuert.
      -          Sonnenblenden ersetzt.
      -          Stingray Fußmatten eingelegt.
      -          …
       
      Das Salz in der Suppe sind bei jeder Präsentation sicherlich die Fotos, ich habe mal einige zusammen gesucht...
       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       
      Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim drüber scrollen.
      Fragen, oder Anmerkungen, natürlich sehr gerne.
       
      Vielen Dank fürs Lesen und Euer Interesse!
       
      Beste Grüße
      Thomas
    • awek
      Hallo zusammen,
      wie in meinem Vorstellungstext schon angekündigt, ist der F456 GT jetzt auf der Bühne und ich habe die erste Bestandsaufnahme durchgeführt.
      Hier also dann die ersten Bilder:

      Stoßdämpfer Motorhaube defekt und wie erwartet, überall Staub und Dreck
       

      Überall lose und schlampig verlegte Kabel.
      Elektrisch wird das eine ziemliche Aufgabe...
       

      Das Interieur ist in erstaunlich gutem Zustand, verglichen mit dem Rest ;-)
      Hinten dreckig, aber sonst ok... (die Farbe ist im Original eher wie in Bild 1)
       

      Das ist dann wohl ein Fall für "Stickynomore"
       

      Beim Lackiern über alles drüber, incl. Schlösser :-(
      Die Farbe ist nicht die ursprüngliche, wie hier sehen kann...
       

      Die Schweller sind auf beiden Seiten gespachtelt und haben wohl öfter aufgesetzt...?
       

      Der Motor ist trocken.
       

      Das Getriebe nicht ganz.
       
       

      Die Stoßdämpfer hinten undicht und mit einer dicken Öl-Sand Schicht überzogen.
       

      Die Fahrwerkgummis sind alle defekt.
       
       

      Der Spoiler hinten ist mit Kabelbinder befestigt...
       
       
       
       

      Das die Fenster nicht schließen, versteht sich von selbst... ;-)
       
       

      Der Auspuff ist dicht und bis auf ein paar "Kleinigkeiten" ganz ok.
       
      Außerdem sind die Reifen pörös, ebenso wie die Dichtungen an der Frontscheibe, den Heckleuchten, den Türen und dem Kofferraum.
      Die Schläuche im Motorraum sind erstaunlich gut. Ebenso die Bremsen. Hier fehlen allerdings auch ein paar Kabel für die Verschleißanzeige.
      Sämtlich Belüftungsschläuche zu Bremsen etc. sind defekt oder unvollständig.
       
      Der rund und ich konnte den Wagen in die Garage fahren ;-))
      Geiler Sound :-)))))
       
      Da mein Budget für das nächste halbe Jahr nur gut 10TSD Euro beträgt, ist mein Plan ist nun zunächst folgender:
      1. Motor
      - Kompression messen
      - Flüssigkeiten wechseln
      - Zahnriemen wechseln
      2. Elektrik
      - Alle Elektrischen Funktionen wieder herstellen und die Kabel korrekt verlegen
      - defekte Kabel ersetzen oder Reparieren
      3. Fahrwerk
      - neue Reifen
      - Fahrwerkgummis rundum ersetzten
      - Stoßdämpfer hinten ersetzen
      - Elektrische Fahrwerkkomponenten instandsetzen (Stoßdämpfer, Spoiler, ??)
        (siehe Elektrik)
       
      Eventuell wäre danach bereits eine TÜV-Abnahme möglich, um eine deutsche Zulassung zu bekommen.
      Wenn diese Hürde genommen ist, würde ich gerne in Ruhe überlegen, wie es weitergehen kann.
      Ich denke, dass ich eigentlich gerne wieder die Originalfarbe haben würde, da das Blau Metallic mit den Hellen Sitzen sowie die schönste Farbkombi ist ;-)
       
      Nun werde ich also mal meine Budgetplanung mit den fälligen Teilen ergänzen und dann auf die Werkstatthandbücher warten. Die sollen in der ersten Januarwoche kommen...
      Kann mir jemend einen Tip geben, wo man Zahnriemen, Ölfilter, Stoßdämpfer?, etc. in ordentlicher Qulität bekommen kann?
      Habe bereits Händler in UK gefunden, aber vieleicht gibt es ja auch jemanden in Deutschland?
       
      Ich freue mich über eure, gerne auch kritischen Kommentare zu meinem Projekt.
      Es ist mein erster Ferrari und sicher habe ich jede Menge Enthusiasmus und technisches Know How, aber leider bisher keine Markenkenntnisse...
      Also bitte frei von der Leber weg kommentieren, was euch zu meinem Projekt so einfällt ;-))
      Ich freue mich über jeden Hiweis und jede Anregung!!!
       
      Danke, herzliche Grüße und frohe Weihnachten :-)
       


    • 806
      Heute mal wieder was Technisches. Unangenehm, aufwendig zu reparieren und leider auch noch TÜV-relevant. Die Lenkung ist es. Genauer: die Lenkungsölleitungen. Sowohl die Hochdruckleitungen von der Pumpe an die Lenkung wie die „Kühlleitung“.
       
      Ist per se eine merkwürdig gebastelte Lösung, die allerdings nicht (nur) auf dem Mist der Wiesmänner gewachsen ist, sondern mindestens für BMWs typisch. Nur haben die Dülmener sich da bei der Adaption an den MF3 mit vielem aber sicher nicht Ruhm bekleckert! Was ist schon bei der Konstruktion das Problem? Die BMW-Teile passen nicht ohne weiteres in den MF3. Man muß also basteln. Und genau so wird es dann auch - gebastelt, nicht gewußt.
       
      1. Fehler:
       
      Die Servopumpe und der zugehörige Ausgleichsbehälter werden komplett vom Ansaugstrang überdeckt. Der muß also zur simplen Niveaukontrolle ausgebaut werden. Macht keiner, also guckt auch nie einer. Ungeschickt und dauerhaft sträflich.
       
      2. Fehler:
       
      Man frickelt eine Leitungslösung zusammen, die sowohl BMW-Teile wie „selbstgedengelte“ Teile verbindet. An sich geht das - nicht schön, aber grundsätzlich nicht verkehrt. Nur wenn man ständig das Kaliber wechselt, also „dünner“ und dann wieder „dicker“ wird, ist das Mist.
       
       

       
       
      3. Fehler:
       
      Die Lenkungsölkühlschlange (liegt im druckloseren Rücklauf des Öls aus der Lenkung zur Pumpe) wie sie BMW verbaut, paßt nicht in den MF3. Also wird das BMW-Werkszeug einfach gequetscht, bis es paßt. Damit werden aber die Querschnitte in den 180°-Bögen dermaßen verengt, daß da schier gar nichts fließt. Lenkungsölkühlung also faktisch schon dadurch sinnlos.
       
       

       
       
      4. Fehler:
       
      Das Gewürge der Kühlschlange wird an der Lenkung mit zwei Haltern befestigt. Nur: Da, wo sie nun mal im MF3 sitzt, kommt schlicht keine Luft hin: Hinter dem unteren Rahmenträger, abgedeckt von der Unterkante der Motorhaube. Dafür „weht“ es aber allen Dreck dorthin. Das geht ein paar Jahre gut. Dann nicht mehr.
       
      5. Fehler:
       
      Die Lenkungsölleitungen sind hochdruckfeste Schläuche, aber die haben Anschlüsse und die Kühlschlange ist generell aus Metall. Keinerlei Schutz drauf. Knappe 100tkm und neun Jahre später ist das zusammengerosteter Kernschrott.
       
       

       
       
      Abhilfe: Da sowieso nix wirklich gekühlt hat - fliegt das ganze sinnlose Gewürm raus. Die Hochdruckleitungen werden ersetzt, das Gefrickel mit Ansatzstücken und -stückchen ist sinnfrei und wird ersetzt. Stattdessen gescheite Anschlüsse mit schicken Rennsportteilen und bestens geschützte Hochdruckleitungen (Betriebsdruck der Lenkung ca. 30 bar) mit Berstdruck erst bei 400bar.
       
       
       

       
       

       
       

       
       
      Paßt, sitzt, wackelt und hat Luft. gleichmäßig durchströmt, weil gleiche Durchmesser allerorten. Somit viel bessere Zirkulation und per se schon „Kühlung“. Apropos: Das Lenkungsöl ist rot, wenn es frisch ist (genauer: Automatikgetriebeöl ATF II). Bei der 806 war es schwarz. Mithin: Egal, ob das technisch fragwürdige Gebastel schon zusammengerostet ist oder nicht: Wechselt das Lenkungsöl beizeiten (Vorschlag: nach sieben Jahren spätestens), sonst wird’s teuer, wenn die Komponenten hinüber sind.

      Markus

       
       
       

      Das letzte Bild ist ungewollt - mit "ausschneiden" ist's am Bildschirm weg, sonst aber permanent ...
       
    • 806
      
Wiesmänner sind keine Briefmarken, die man ins Album steckt und nicht verwendet. Sie sind Autos und Autos wollen gefahren werden. Manchmal schnell, manchmal weit.


       
      Hier geht’s um’s „weit“ - nämlich an das Westende Kontinentaleuropas, genauer „Cabo Sao Roche“ in Portugal nahe Sintra.


       
      Hinbolzen und zurück ist langweilig, also machen wir daraus lieber eine Reise von 17 Tagen und vermeiden Autobahnen, sondern gondeln über Land. Runde 6.500 km waren’s am Ende. Eindrücke, die bleibend sind und Fahrerlebnisse, die in einem MF3 noch anders empfunden werden als in einem „moderneren“ Auto. Europa unmittelbar erlebt, sozusagen.


       
      Und es ist schön, dieses Europa!
       
      

Die grobe Richtung war im Uhrzeigersinn von Speyer aus südwärts durch Zentralfrankreich ans Mittelmeer, entlang der spanischen Küste über Granada  und oberhalb des Alentejo quer durch Portugal und an seiner Küste hoch ans Westende Europas. Über das Douro-Tal weiter nach Nordspanien, an dessen Küste und übers Baskenland nach Frankreich zurück, durch den Südwesten und mit einem Abstecher ins Perigord wieder über Burgund Richtung Heimat.


       
       

       
       
      Tagesetappen nicht länger als 500 km, eher um die 250 bis 300. Sonst sitzt man nur im Auto und hat keine Zeit für Land und Leute. Spätestens um 17.00 in den vorgebuchten Unterkünften eintreffen, keinen Streß mit „unterwegs noch Bett für die Nacht suchen“. Lecker essen - nicht „Sterne sammeln“, sondern regionaltypisch aussuchen. booking.com hilft und die Streckenplanung am Eßtisch ist alleine schon ein Erlebnis: Straßenkarte hier, Satellitenbilder auf dem iPad da und Reiseführer verstreut.
       
      

Motto außerdem: Bleib’ den Städten fern - die sehen wir uns ggf. gesondert an, aber das machte den Charakter der Reise sonst unharmonisch. „Landpartie“ in Ruhe (soweit das der Auspuff eines MF3 zuläßt) statt Hektik.
       
      

Die Anfahrt nach Burgund als erster Etappe ist durch bestens bekanntes Geläuf, da geht’s nur um „Strecke machen“. Einfaches aber sauberes kleines Hotel mit leckerer Küche reicht uns.
       
      

Ab jetzt kommt Neues, nämlich die Cevennen. Wunderschön, kaum erschlossen und traumhafte Straßen. Ein bißchen viele, wir kommen nur mühsam voran. Einfacher Grund: Ich habe der Handynavi (sehr empfehlenswert: Navigon-App) vorgegeben, „schön“ für einen „PKW“ zu führen. Das tut sie mit Inbrunst. Wir gurken auf kleinen und kleinsten Sträßchen, bis uns die Lust am ewigen Gekurbel etwas schwindet. Tip aus der Praxis: „Motorrad“ wählen, dann fallen sehr unebene Strecken weg und langwierige Ortsdurchfahrten mit Ampeln werden tunlichst vermieden.
       
       

       
       

       
      

„AEG“ - Aus Erfahrung Gluch!
       
      

Im katalanischen Frankreich (die mit Erstaunen auf Ihre Geschwister in Spanien und deren politische Bemühungen blicken) erreichen wir das Mittelmeer. Es ist noch keine rechte Badesaison, um es mal so zu sagen. Regen ist international gleich lästig für Aktivitäten wie diese.


       
      Kaum über die Grenze nach Spanien lichtet sich alles und uns empfängt eine völlig andere Landschaft mit völlig anderem Wetter. Alles gut und schön, aber ohne Klimaanlage kann auch sogenanntes „schönes Wetter“ nerven!


       
       

       
       
      Die Monokulturen entlang der Strecke sind genauso erschreckend wie sie interessant anzusehen sind. Erst sind’s Orangen, dann werden’s Oliven. Daß das Land ein Wasserversorgungsproblem hat, ist nachvollziehbar. Geisterstädte haben wir nur gestreift, Senasationstourismus stand nicht auf dem Programm. Da stehen ernsthaft Siedlungen mit allem Pipapo - Straßen, Plätze, Häuser, Beleuchtung, Schilder - und KEINER wohnt da. Abartig.
       
       

       
       
      

Bauruinen hat’s da mehrfach, und je weiter wir nach Süden kommen desto mehr britische „Expats“. Das sind sonnengegerbte Briten im Rentneralter, die sich dauerhaft ein „home away under the sun“ in Spanien eingerichtet haben. Naja. Tut der Sache nicht unbedingt gut, zumal sie dann eher untereinander bleiben und manche es in Jahren nicht schaffen, wenigstens gebrochen Spanisch zu sprechen. Gut zu Fuß sind sie aber alle, denn in Spanien - anders als im NHS - kosten Hüften und Knie nichts und werden auch über 75 noch eingebaut. Was daheim im wahrsten Sinne des Wortes „am Stock geht“, springt hier mit faltiger Haut am Knie munter herum.


       
       

       
       

       
      Die Landschaft wird in der Region Murcia eintönig und wüstenartig, so daß wir uns wirklich auf Granada freuen. Sehr sehenswert, Weltkulturerbe völlig zu recht. Mit dem Wiesmann durch die Altstadt zur Hotelgarage löst allerdings ähnliches Aufsehen aus …
       
       

       
       

       
      

Südspanien haben wir passiert und kommen nach Portugal. Erstaunlich, daß die Landesgrenze auch sonst eine ist: Die Landschaft ändert sich binnen weniger Kilometer komplett! Korkeichen über Korkeichen säumen den Weg, nicht selten werden die Wälder von Kühen oder Schweinen durchforstet. Ronda ist unser nächstes Etappenziel, ein wirklich bezauberndes Städtchen in perfekter Lage auf einem Felsen, wunderschön! 
       
       

       
       
      Quartier beziehen wir in Beja, das wir von früheren Reisen schon kennen. Die Pousada liegt sehr nett (ein aufgegebenes Kloster, das Hotel wurde) und die Innenstadt ist immer einen Abendspaziergang wert. Essengehen ist schwer - wir landen ernsthaft in einer italienischen Pizzeria. Hat dem Geschmack keinen Abbruch getan!


       
      Auf dem Weg nach Sintra liegt Estoril. Ein Sportwagen muß zur Rennstrecke (wenn auch „darauf“, das wäre für mich zu infizierend und für das Auto möglicherweise nicht gesund. „Gesperrt“ und ein grimmiger Sicherheitsdienst an der Schranke. Tja - ein schnuckeliges kleines Auto mit lautem Motor erweicht weltweit die Herzen. Mit dem Versprechen, nur kurz zum Fahrerlager vorzufahren, dort ein Foto zu machen und dann zurückzukommen, dürfen wir passieren! Ich entschuldige mich hiermit bei Peugeot, daß wir die Vorstellung der „SUV-Flotte“ auf dem Racetrack boykottiert haben und alle Presseleute und Gäste sich dem kleinen weißen zuwandten ….
       
       

       
       
      

Im Großraum Lissabon sind wir schon, in Sintra werden wir in einem ausgezeichneten Bed & Breakfast übernachten und uns zum Wendepunkt der Reise aufmachen. Zur rechten Zeit, denn normal ist es dort proppenvoll. Bei uns ging’s und für Fotos und Urkunde hat’s gereicht.
       
       

       
       
      

Auf dem weiteren Weg ins Douro-Tal passieren wir auf Empfehlung Einheimischer Viseu. Die Menschen hatten recht, das ist ein lebhaftes bezauberndes Städtchen abseits der Tourihauptrouten.


       
       

       
       
      Das Douro-Tal sollte uns nach der Anfahrt etwas Entspannung geben. Autofrei zum Probieren der Portweine mit der Bahn - unser einfaches aber sehr sauberes Hotel liegt direkt am Bahnhof in einem gottverlassenen Nest und näher als mit dem Zug kann man dem Fluß nicht kommen. Eine herrliche Gegend - da kann sich die Mosel mal ein Scheibchen von abschneiden!


       
       

       
       

       
       

       
      Nordspanien empfängt uns mit Einöde. So was von Einöde auf dem Weg nach Leon habe ich noch selten erlebt. Die sinnfreie völlig neue und völlig leere Autobahn führt schnurgerade durch unbewohnte Landschaft mit Feldern im Format „unter 100 Hektar ist Kleingarten“.
       
       

       
       
      

Die Küstenregion dagegen erinnert fatal an Südtirol - nur anders arrangiert. Es geht immer von der Küste weg in ein Tal, Querverbindungen sind selten. Man klappert also in den „Picos d’Europa“ quasi Tal um Tal ab auf dem weg Richtung Bilbao.


       
       

       
       
      Bei Irun geht’s zurück nach Frankreich, wo wir beim Durchqueren Aquitaniens die Errungenschaft moderner Forstwirtschaft bewundern können: Bäume wie die Soldaten aufgereiht, durchschnitten von kerzengeraden Straßen. Bewohner? Kaum. Wenn aber: „lecker Essen auf’m Land“!


       
       

       
       
      Auf dem Weg zurück in die Pfalz ein letzter kulinarischer Stop in Pontaubert - und die Heimat hat uns ohne eine einzige Schramme wohlbehalten wieder.


       
       

       
       
      Quintessenz aus dieser Marathontour:


       
      Wer geschickt packt, kriegt alles lässig im Wiesmann unter. Herumrasen ist dem Fahrspaß abträglich, gepflegtes Abroadstern mit offenen Augen und wachen Sinnen ein einziges Vergnügen.  Ein kurioses Auto (ich glaube, wir waren der erste Wiesmann in Portugal, zumindest dort, wo wir unterwegs waren) ist ein Türöffner und mit etwas gutem Willen kann man sich immer verständlich machen. Was „laß’ mal unter die Haube gucken“ heißt, erschließt sich schnell.


       
      Auf einer solchen Tour lernt man außerdem, daß Spanien viel bessere Hotels und Betten hat als Frankreich, man dort aber viel besser ißt - die Rezepte sind halt vielfältiger und die Zubereitungen abwechslungsreicher. Auf dem Land wird nicht gerast, weder in Spanien noch in Frankreich, aber Portugiesen lieben es, dicht aufzufahren. Man klebt am Vordermann, beachtet aber das Tempolimit strikt. Muß sehr teuer sein, das nicht zu tun!
       
      

Und eine ganz wichtige Lehre am Schluß: RECHTS fahren, so weit wie eben möglich! (Steht übrigens auch in § 7 Absatz 2 der StVO). Das heißt nicht nur, bei mehreren Spuren die rechteste freie zu nehmen, sondern auch, innerhalb der Fahrspur so weit wie möglich rechts zu bleiben. Quasi am Randstreifen entlang. Das hat uns in den Cevennen einen schweren Unfall erspart.


       
      Mitten im Nirgendwo donnert ein Milchlaster auf seiner Routinetour. So schnell wie’s geht, also auch manchmal Kurven schneidend. Uns kommt er entgegen. Ziemlich in der Mitte aus einer Kurve heraus, wir waren für ihn durch einen Hain nicht sichtbar. Wäre ich auch „optimiert schnell“ unterwegs gewesen, hätte es granatenmäßig geknallt. Getreu dem Motto: „Montags ist da noch nie einer gekommen, was macht Ihr denn da??“ So hat er Platz genug, um mit einem scharfen Lenkmanöver auszuweichen. Ein paar Verkehrsschilder räumt er ab - das ist aber wohl Routine, er hält nämlich vorsichtshalber gar nicht erst an, sondern braust ungebremst weiter!


       
       

       
       
       
      Wie dem auch sei: Diese andere Art des Reisens ist anstrengend (wir haben trotz ausgiebigen Testens der Landesküche nicht zugenommen), aber selbst in einem knappen Roadster sehr gut machbar. Die nächsten Touren hätte ich schon „im Koppe“ …. 




      Markus
       

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