Jump to content
EUROPAS GROßE
SPORTWAGEN COMMUNITY
NOS_VIPER

Zu Besuch bei Lamborghini

Empfohlene Beiträge

NOS_VIPER
Erster Beitrag:
Letzter Beitrag:

Hallo,

ich bin von meinem Italienurlaub zurück und habe da meinen schönsten Tag in meinem Leben erleben dürfen. Eigentlich waren

wir in Rimini untergebracht, nur war da tote Hose, also suchten wir uns Ausflüge die man mit den öffentlichen ohne große

Umstände erreichen konnte. An einem Tag fuhren wir nach Bologna und da fiel mir ein, das doch Lamborghini nicht so weit ent-

fernt ist. Nach dem wir einen Taschendieb enttarnt hatten und unser Gepäck vollständig bei uns blieb fanden wir den örtlichen

Busbahnhof und lösten einen Fahrschein nach S. Agata.

Da angekommen standen wir auch recht schnell vor dem Werk. Es war ein Anblick den man eigentlich nur aus Prospekten,

Zeitschriften oder ähnlichem kannte. Nun schlug mein Herz höher und schon entdeckte ich einen Diablo Roadster. Herrlich.

Und direkt vor dem Hauptgebäude parkte noch ein weißer Gallardo Spyder.

Leider erwischten wir bei unserem spontanen Besuch die Mittagspause und so setzen wir uns halt die verbleibende Stunde auf

eine Wiese nahe dem Werk und genossen die Sonne. Doch bevor wir das taten musste ich erst mal die Emotionen verarbeiten

die der weiße LP640 in mir auslöste als er uns entgegen kam und auf das Werksgelände fuhr. A new Lamborghini was born

Während der Zeit, die wir die Stunde auf der Wiese verbrachten, genoss ich die Soundkulisse der LP560-4 und LP640 die an

uns vorbeifuhren und auf Testfahrt geschickt wurden. Es waren insgesamt 6 Stiere die an uns vorbei dröhnten. Meine Nacken-

haare wollten nicht so recht zur Ruhe kommen. Es war so gigantisch so viele Lambos zu sehen. Es war für mich etwas ganz

besonderes.

Als es dann endlich kurz vor halb 3 war gingen wir wieder zu dem Museum. Der weiße Gallardo Spyder wurde gerade mit Kamera-

equipment beladen und wurde anschließend angelassen. Herrlich. Einfach schön. Als er hinter dem Werk verschwand löste

ich nun also 2 Tickets für das Museum. Es war mir eine Ehre eine Reise durch die Zeit von Lamborghini zu machen. Es war schön

die Formen zu bestaunen. Wie schön doch so ein 400 GT, Miura oder Countach ist. Auch all die anderen Modelle. Nach

dem ich die untere Etage ausgiebig genossen hatte sind wir eine Etage höher und hier wurde alles noch mal „schlimmer“. Da

waren also die Lambos die mir am besten gefallen. Ich wusste nicht wo man hingucken sollte. Meine Ohren sagten mir „Guck

aus dem Fenster und sieh Dir die LP560-4 an. Oder da den gelben Murciélago!“ Meine Augen schrieen danach das Miura Concept,

Den GT, den RGT, den SVR, den LP640 und den Reventón auf einmal ansehen zu wollen. Als ich wieder Herr meiner Sinne war,

fing ich an, ein Auto nach dem anderen anzusehen. Zu erkunden und zu genießen. Wie imposant doch der RGT ist. Ohne

Sponsoren gefällt er mir am besten. Er ist wirklich einfach nur Schwarz, Flach, Breit und Respekteinflössend.

An dem Tag sah ich zum ersten mal einen Reventón und kann ihm beim besten willen nichts schlechtes abgewinnen. Er ist toll :-))!

Dann drängte leider die Uhr. Doch wir entschieden uns einen Bus später zu nehmen und noch paar Lambos beim fahren zu zu

sehen. Es war doch überwältigend wenn sich mal 2 LP560-4 aus dem Werk jagten... Also wieder runter und.... alles um mich

herum setzte aus... Da stand Valentino Balboni. Der Mann der für mich für Lamborghini steht. Also schnell die Kamera an und

ein Foto. Als er mit dem Gespräch fertig war, war im Begriff das Museum zu verlassen. Ich war wie in Trance, also musste

meine Freundin ihn ansprechen und fragen ob er sich mit mir fotografieren lassen würde. Er bejahte das sehr freundlich. Als

ich nun wieder Herr über mein Gehirn und Zunge war, fing ich an mit ihm englisch zu sprechen, und als ich ihm erzählte, das

ich ihn vor 3 Jahren in Oschersleben bei der GTR Supertrophy traf, redete er deutsch mit mir weiter. Ich redete noch ein

bisschen mit ihm und stellte wieder fest, dass er immer noch so fest auf dem Boden steht und sich über jeden Besuch freut wie

vor 3 Jahren. Er erfreut sich an jeder Begeisterung anderer Lamborghinifans.

Dann fragte er mich ob ich mir denn schon das Werk angesehen habe. Ich verneinte es, denn ich hatte keine Gelegenheit mich

vorher anzumelden. Da fragte er am Empfang ob noch eine Führung ist und sagte mir dann das nur noch eine auf italienisch ist.

Ob ich sie mir jedoch trotzdem das Werk ansehen möchte. Klar! Ich war hin und weg. Auch wenn ich nix verstehe, einen Blick

in die heiligen Hallen werfen zu dürfen, das wäre doch was. Also bejahte ich und da fragte die Empfangsdame ob ich dafür schon

gezahlt habe und da winkt Valentino ab und sagt was auf italienisch zu ihr. Wie sich herausstellte, sagte er, wir gehören zu ihm

und es geht schon klar. Ich war sprachlos.

Es war ein Tag der Steigerungen und der Superlative. Erst der spontane Entschluss das Werk zu besuchen, dann die Lambos

zu sehen die getestet wurden. Und dann noch das Museum und das „i“-Tüpfelchen auf dem „i“-Tüpfelchen war ja dann

die Einladung von Valentino Balboni das Werk zu besuchen.

Jetzt musste ich mich nur noch etwas mehr als 30 Minuten gedulden bis die Führung los ging. Das war bei all der vielen Eindrücke

kein Problem für mich.

Ich sah mir gerade die im Museum ausgestellten Motoren an, als Motorenlärm mich aus meinen Gedanken riss. Da stand vor dem

Museum, halb unter der Schranke ein Mattschwarzer LP640 und wollte raus. Am Steuer, Valentino. Ich bin so schnell wie es ging

raus aus dem Museum.

Valentino stellte, den LP vor dem Werk ab und lies den Motor laufen. Dann nahm er sich einen aus der Gruppe der Engländer und

fuhr mit ihm weg. Und als er das Werksgelände verlies, verliesen auch die aus England angereisten Z06 und Diablo Roadster das Ge-

lände. Der Diablo war um einiges lauter als der LP640. Das Nummernschild besagte auch „LOUD“ (Nur etwas anders geschrieben *wink*)

Ein kurzer Gasstoß und die Nackehaare standen senkrecht. Auch als er beim losfahren kurz beschleunigte war der Sound infernalisch.

Meine Sinne wurden überrannt und es war wie ein Traum für mich. Doch ich wusste da noch nicht, was noch auf mich zukommt.

Dann war unsere Führung und zum Glück in englisch statt in italienisch. So verstanden wir doch was gesagt wurde. Es war sehr

schön, faszinierend und etwas ganz besonderes da zu sein, wo die Traumautos gebaut werden. So viele Lambos in so

vielen Farben. Es stand sogar ein Reventón da, bei dem gerade Hydraulik und Co auf Dichtigkeit geprüft wurde. Dann wurden wir aus

dem Werk seitlich heraus geführt und da standen so viele Lambos herum die getestet wurden oder zum testen bereit waren. Alle in

verschiedenen Farbkombinationen und alle wunderschön. Egal ob LP640, Gallardo SL, LP560-4, Murcielago, LP640 Roadster,

Gallardo oder Gallardo Spyder. Wir wurden um das erste Gebäude herum zur Sattlerei geführt und da standen in einem anderen Ge-

bäude weitere Murciélagos und sogar ein Diablo GTR. In der Sattlerei angekommen war es beeindruckend all die Farb-

variationen sehen zu können. Es ist toll was Lamborghini für Farben anbietet.

Als die Führung vorbei war, kamen wir gerade noch pünktlich zum Museum um Valentino mit einem Burnout das Werksgelände ver-

lassen zu sehen. Er liebt es halt einen Lambo zu fahren...

Dann war auch leider schon die Zeit vorbei die uns blieb. Nun hieß es Abschied nehmen um unseren Bus und Anschlusszug zu erwischen...

An dieser Stelle möchte ich mich bei Valentino Balboni für die tolle Geste bedanken und auch bei meiner Freundin die auf einen

Ausflug verzichtet und mir somit die Möglichkeit gegeben hat einen großen Traum zu erfüllen.

Das war DER Tag in meinem Leben.

b7nrmbdz.jpg

788sv3j2.jpg

orjm99gj.jpg

xsant25f.jpg

uiesu46u.jpg

raanp7n3.jpg

9pswrrfv.jpg

esdspcrq.jpg

rpcnxsyu.jpg

s7ikkbyv.jpg

4ekx4znv.jpg

qn29oepg.jpg

3yrtb9pp.jpg

utub7shh.jpg

Jetzt registrieren, um Themenwerbung zu deaktivieren »
NOS_VIPER
Geschrieben

tt9cdk57.jpg

c6ast5po.jpg

xuz79ewj.jpg

tkg86fyc.jpg

ymfewa2w.jpg

nrnm9cmv.jpg

vqr3dvwv.jpg

Weitere Bilder folgen die nächsten Tage.

CountachQV
Geschrieben

Herzlichen Glückwunsch, Valentino zu treffen ist das Grösste was man erleben kann, er verkörpert Lamborghini in jeder Faser seines Körpers, einmal mit ihm auf Testfahrt zu sein ist die Krönung. Von da an weiss man, eigentlich parkieren wir nur...

Karl
Geschrieben

Glückwunsch zu dem tollen Tag. Da warst Du zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Gast Anonym16
Geschrieben

Danke für deinen schönen emotionalen Bericht:-))!

Wen der Virus mal packt, den lässt er nicht mehr los:D

Lamborghini ist auch für mich immer noch was ganz besonderes:)

Gast 640RP
Geschrieben

Toller Bericht und schöne Fotos, vor allem die Testfahrten! Ich kann mir gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast, als du Balboni getroffen hast. X-)

porschefan993
Geschrieben

Der Offshoremotor ist eine Augenweide, was ich weiss haben die so um die 8.2 Liter Hubraum und leisten so um die 1000PS- evtl. ein Motor für den LP1000, oder LP920, wenn er einen Kat haben soll.:D:D:D:D:D:D

NOS_VIPER
Geschrieben

Ich freue mich, dass mein Bericht so gut bei euch ankommt. Es war schwer für mich all die Emotionen in einen für jeden verständlichen

Text zu verfassen. Und ohne das es wirr klingt und nichts auf der Strecke bleibt...

Ja, Valentino ist einfach unbeschreiblich. Ihn muss man mal getroffen haben, dann weiß man, was es heißt Lamborghini im Blut zu

haben.

Vom Lambo-Virus bin ich schon seit langem angesteckt. 2005 wurde es in Oschersleben ordentlich von Valentino entfacht. :wink:

Morgen werde ich noch ein paar Bilder posten. Jetzt geh ich jeden Tag mit schönen Erinnerungen ins Bett.. O:-)

NOS_VIPER
Geschrieben

Hallo,

hier sind die versprochenen Bilder.

3l3t4oqx.jpg

2o224cjy.jpg

n2ui85nt.jpg

atzt4uwg.jpg

wdceay9d.jpg

c484zm8q.jpg

c9ifzpzt.jpg

fygz4vhj.jpg

dnnin3kd.jpg

s34idm5r.jpg

fp4d3aob.jpg

qox2ulz3.jpg

woq53e5j.jpg

p76cfiy2.jpg

vafogoxi.jpg

nfk9hvhz.jpg

x3f89u6z.jpg

zj9oi3nb.jpg

qlrivwo6.jpg

lambogudi
Geschrieben

@Nos Viper

Gratulation . Super Fotos und ein Tag den man wirklich niemals vergessen wird.

War im Werk bei der Murcielago Präsentation.Einfach unglaublich.

MUSS man als Lamborghinifreak mindestens einmal im Leben live gesehen haben.

NOS_VIPER
Geschrieben

Ja lambogudi, so sieht es aus. Es war ein bleibendes Erlebnis. So was vergisst man, zum Glück X-), nie.

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Erstelle ein neues kostenloses Benutzerkonto.

Jetzt registrieren

Anmelden

Bereits Mitglied? Melde dich hier an.

Bereits registriert?

  • Ähnliche Themen

    • F40org
      Basierend und anknüpfend an das traumhafte Event des letzten Jahres

      http://www.carpassion.com/de/forum/carpassion-com-events/29126-vip-treffen-engadin-st-moritz.html

      machten es kkswisslight und kkswiss letztes Wocheende wieder wahr und vereinten den schon eingeschworenen Kreis zum Treffen. Diesmal war unseres Ausgangspunkt das wunderschöne Alpenhotel Bitschnau in Schruns in Vorarlberg (www.bitschnau.at). Die alte Runde wurde noch durch sehr nette und liebenswürdige - teils sehr ess- und trinkfesten - Usern ergänzt. Kompliment schon hier an die Veranstalter: Perfekte Runde - Ihr habt ein sehr glückliches Händchen dafür.

      Diese User nahmen teil:

      kkswisslight
      kkswiss

      ACD/C mit Frau
      CountachQV mit Frau
      F40org mit Frau
      Kai360
      K-L-M
      Loni mit Bängeli
      matelko
      Max S.
      mecki
      MikeMuc mit Frau
      skr mit Frau

      sowie noch ein befreundetes - nicht CP - Päarchen des Veranstalters

      Achso - und natürlich Rudi, der doch etwas mehr war als nur der der uns die Zimmer vermietete und fürs Essen sorgte.


      Ich zitiere jetzt einfach mal einen Teilnehmer:

      ......Also dann ich. Was soll man zu diesem Wochenende im Montafon großartig schreiben?

      Okay, ihr vermutet es alle: es war mal wieder PERFEKT.


      Und das, obwohl es eigentlich die ganze Zeit geregnet hat.

      Oder vielleicht WEIL es die ganze Zeit geregnet hat?


      Unser herzlicher Dank gilt kkswisslight und kkswiss, die uns dieses wunderbare Wochenende beschert haben. Natürlich auch Rudi, der unser Profi-Organisationsteam in idealer Weise ergänzt hat. Das Hotel war spitze, das Essen noch besser, die Wanderung zur Hütte, der Hüttenabend und die anschließende "Abfahrt" nicht zu toppen und die CP-Runde - wie erwartet - die Harmonie pur und selbst das "Ersatzprogramm" hat uns restlos begeistert. Kurz, es wird uns lange in Erinnerung bleiben.

      Einziger Kritikpunkt: mein Wellness-Marathon wurde am Samstag unschön durch so eine blöde Autofahrerei unterbrochen. ......


      Bilder gibt es von meiner Seite leider nicht sehr viele - ABER - unsere beiden Profipaparazzis hatten beim Rahmen- und Ersatzprogramm neben den in der Garage stehenden Autos genug zu fotografieren und zu filmen was sicherlich im Laufe der Woche auch hier erscheinen wird.

      Wie letztes Jahr gab es auch diesmal wieder ein paar nette Überraschung schon beim Betreten des Hotelzimmers.

      Schöne Grüße aus der Schweiz wurden uns da präsentiert.




      Hier noch die große Bilderausbeute meinerseits während der Ausfahrt am Samstag. Unschwer zu erkennen - es war NASS. Für die Semi-Slick-Fahrer und die Fahrer von Fahrzeugen mit sehr viel Drehmoment nicht wirklich ein Vergnüngen.








      Am Abreisetag fiel mir dieses emsig arbeitende Team auf. Mein Fazit: Das Falten eines Cobraverdecks in Kofferraumverträgliche Abmessungen will wohl überlegt sein.






      Bei Traumwetter genossen - je nach Routenplanung - noch einige Teilnehmer eine wunderschöne Fahrt durch die Alpen.

      ...und immer dem Schnee entgegen.


    • S.Schnuse
      In aller Früh sind Matthias und ich um 4.00 Uhr morgens von Osterhofen nach Most (CZ) gestartet. Nach 260km auf tschechischen Landstraßen waren wir pünktlich zum Briefing an der Rennstrecke. Der Veranstalter war ein Online-Rennreifenshop. Mit dem Wetter hatten wir viel Glück, denn während es in unserer Heimat regnete, war es in Most die ganze Zeit trocken.



      Unser Renngefährt, ein BMW M3 compact mit 321 PS.


      Ein Porsche 997 GT3 aus Berlin.


      Porsche 944 turbo und 993 Carrera 2.


      Meine Helmkamera wurde mit Panzertape befestigt.


      Dann haben wir die Serienreifen gegen Rennreifen getauscht.


      Eine nette E36 Armada aus Brandenburg.


      Sehr viele Porsche von Lundt Automobile waren dort.


      Matthias ist startklar!


      ... meine Kamera auch.


      Über dem Auspuff war es schön warm.


      Ein Formel 3000 (Reynard)


      Ein E36 M3, den ich von der Nordschleife her auch kenne.


      Ein schöner Manta, der den Tag leider nicht überstand.


      Keine Ahnung was das für einer ist.


      Blick vom Turm auf die Strecke.
    • S.Schnuse
      Wie gut kennt ihr eigentlich eure Nachbarn? Was unsere großen Nachbarn angeht hatte ich bisher irgendwann mal jedes Land bereist, außer Frankreich. Dank des Fronleichnam Feiertags und dem damit verbundenen Zwangsbrückentag in unserer Firma, war die Gelegenheit mehr als günstig. Also setzten sich meine Freundin (die übrigens als Französischlehrerin der Landessprache mächtig ist) und ich ins Auto und fuhren zuerst Richtung Metz.

      Um diesen Bericht auch ein wenig pädagogisch anzureichern, gibt es zu den jeweiligen Stationen auch die Eckdaten.

      Metz (323.000 Einwohner) ist die Hauptstadt der Region Lothringen.


      Place Saint Louis – geprägt von wunderschönen mittelalterlichen Arkaden und Handelshäusern




      Cathédrale St. Étienne – eine um 1220 errichtete gothische Kathedrale, welche berühmt für ihre von Marc Chagall gestalteten Buntglasfenster ist. Im weiteren Verlauf unserer Rundreise sahen wir noch etliche Kathedralen, bei denen eine größer und prunkvoller als die andere war. Es gibt in Frankreich Dörfer mitten im Nirgendwo, welche Kathedralen von der Größe des Regensburger Doms haben.

      Nun hat Frankreich natürlich mehr zu bieten als nur Kirchen. Die Meisten verbinden dieses Land mit gutem Essen und guten Wein. Jetzt bin ich nicht so der Freund von Schnecken und Froschschenkeln, daher haben wir uns an Käse und Baguette gehalten. Klingt ordinär, ist hier aber ein Hochgenuss. Ich frage mich, warum es solche Käsesorten wie Fourme d’ Ambert, Compté oder Chèvre, um nur einige zu nennen, nicht bei uns gibt? Und wenn dann nicht so frisch.




      Nach Metz ging es nach Reims (215.000 Einwohner), welches neben Épernay das bedeutendste Zentrum der Champagnerproduktion ist. In der Kathedrale zu Reims wurden innerhalb eines Jahrtausends 34 Herrscher zu christlichen Monarchen gekrönt.


      Die Cathédrale Notre Dame wurde 1211 erbaut. Besonders erwähnenswert ist, dass hier 1429 Kaiser Karl VII. an der Seite von Johanna von Orleans (zu der Dame kommen wir später) gekrönt wurde. Ansonsten ist noch eine astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert in der Kirche zu sehen. Die Kirche wurde im ersten Weltkrieg zerstört und kein geringerer als Rockefeller finanzierte 1938 den Wiederaufbau. Auch Marc Chagall hat hier wieder Buntglasfenster kreiert.





      Tapfer wie wir sind, haben wir noch das gothische Dach bestiegen. Von oben sieht man erst mal, wie hoch die Kathedrale wirklich ist. Respekt vor den Bauarbeitern der damaligen Zeit!


      Ach ja, wir sind ja ein Autoforum! Also dieser Maserati Quattroporte (nebst Chauffeur) gehörte zu einer Hochzeitsgesellschaft. Es hatte die Tochter des zweitwichtigsten Weinproduzenten Frankreichs geheiratet (3 Tage lang, 2.000 Gäste). Da habe ich mich gefragt, wie wohl die Hochzeit des wichtigsten Winzers aussehen würde.

      Weiter gings nach Paris (2.14 Mio Einwohner). Hotelkriterium Nummer 1 war ein abgeschlossenes Parkhaus. Ihr wisst ja selbst, dass die Pariser berühmt für ihren schonungslosen Umgang mit parkenden Autos sind. Wo keine Parklücken sind, werden Autos zurechtgeschoben, Türen werden einfach aufgerissen – sch...egal. Also Hotel mit Tiefgarage gebucht und 3 sorglose Tage in Paris verlebt.

      Am 17. Mai war lange Nacht der Museen, da sind wir abends noch in den Louvre gegangen.


      Der Louvre war eine alte Festung aus dem 13. Jahrhundert. Im 16.Jahrhundert wurde er zur königlichen Residenz umgebaut. Der Revolutionsversammlung von 1793 haben wir die heutige Funktion als Museum zu verdanken.


      Der Star des Louvre, die Mona Lisa. Eigentlich hieß sie Lisa Gherardini und ist auf dem Bild zarte 24 Jahre alt. Seither spekulieren die Betrachter über ihren Gemütszustand. Dank Computergesichtserkennung kann man heute aber beruhigt feststellen, dass Mona (oder Lisa) zu 83% glücklich ist. Diese Aussage macht mich froh, zumindest zu gefühlten 92%.


      Der Louvre bei Nacht.


      Am nächsten Tag (dank des tollen Parkhauses konnten wir beruhigt schlafen) fand das Standard Paris Touri Programm mit dem Eiffelturm seine Fortsetzung.


      Auf dem Eiffelturm geht es bunt her, und wenn man sich die Pariser Spatzen so anschaut wird einem auch klar, warum Paris „La ville d’amour“ genannt wird.

      Für die Allgemeinbildung: Der Eiffelturm wurde 1889 errichtet, also genau 100 Jahre nach der französischen Revolution. Die Pariser fanden den „Metallspargel“ damals so hässlich, dass man ihn 1909 wieder abreißen wollte. Hätte man nicht im richtigen Augenblick die Funktelegrafie erfunden, wäre der Eiffelturm auch abgerissen worden. So eignete er sich das 324m Hohe Bauwerk aber super als Antennenmast. Bei kaltem oder warmen Wetter beträgt die Längenausdehnung satte 15cm. Krass, oder?


      Ganz schön hoch! Die kleinen Punkte da unten sind Menschen, die bunten Rechtecke sind Autos. Das Bild muss man einfach mal auf sich wirken lassen!


      Ja was gibt’s jetzt noch zu sehen in Paris? Der Arc de Triomphe steht im größten Kreisverkehr der Welt. Napoleon hat ihn 1806 in Auftrag gegeben. Als er dummerweise ein paar Schlachten und ganze Kriege weniger triumphlos verlor, wurde das Projekt erst mal gestoppt. Im Jahr 1836 wurde er dann vollendet. Und der mit der Colaflasche bin ich.


      Nicht nur für Grufties ist der Cimetière du Père Lachaise einen Besuch wert. Schließlich ist er der meistbesuchte Friedhof der Welt, weil man hier unter den 69.000 Gräbern so berühmte Leute findet wie Edith Piaf, Jim Morrison, Chopin, Oscar Wilde oder Balzac findet.
      Besonders beliebt, wenn auch als Grab total unspektakulär, ist die Ruhestätte von Jim Morrison (1943 – 1971), weshalb dort auch immer ein Wachmann steht. Leider gab es auf Jim Morrisons Grab immer wieder Joint rauchende Fans, die dort auch Dinge getrieben haben, die definitiv nicht auf einen Friedhof gehören (siehe das Foto mit den 2 Spatzen auf dem Eiffelturm). Aber mit dem Wachmann ist da Ruhe eingekehrt.
      Oscar Wilde sein Grab ist nicht weniger beliebt, schließlich war der schwul und wurde dafür 1895 sogar zu 2 Jahren Haft verurteilt. Heute ist sein Grab mit den Lippenstiftküssen seiner Bewunderer verziert.


      Abends waren wir noch an der Basilique du Sacré Coeur, wo sich ein traumhafter Ausblick über die Dächer von Paris bietet. In der Mitte des Bildes sieht man einen jungen Pariser, der sich mit Turnübungen körperlich fit hält.


      Moulin Rouge liegt im neonlichterhellten Stadtteil Pigalle, was mehr an die Hamburger Reeperbahn erinnert. Trotzdem sollte man es zumindest mal gesehen haben.


      Richtig, es ist wieder hell und das ist Notre Dame. Nach all den Kathedralen die wir bisher gesehen hatten, war das nun auch nicht mehr so überwältigend. Dennoch bildet der Vorplatz der Kathedrale das geografische Zentrum von Paris und ist mit 10 Mio. Besuchern jährlich der meistbesuchte Ort in Paris. Dabei gibt es doch so einsame Dörfer mit so schönen Kathedralen in Frankreich...


      Im Inneren gibt es eine Orgel mit 7.800 Pfeifen und 10m große Fensterrosetten.
    • Gast 640RP
      Vor zwei Wochen war es soweit, der Händler des Vertrauens rief an und meldete grünes Licht für eine Probefahrt im Cayenne Turbo S.
      Während ich mir auf dem Hof den wohlgeformten Sportsitz richtig einstellte, gab mir der Händler neben dem Briefing noch einen wichtigen Tipp, den ich die nächsten Stunden des öfteren befolgen sollte: "Wenn vor Ihnen frei ist...machen Sie das Radio aus...legen Sie das Gaspedal auf den Teppich...und genießen Sie."

      Doch dazu später mehr, vielleicht zuerst noch ein paar Worte über den Innenraum. Dunkles Leder - wunderschön. Lederdachhimmel - richtig geil. Aber Kohlefaserdekoreinlagen in einem "Geländewagen"? - Naja...das ist wohl dazu gedacht, dem Fahrer (und seinen Mitfahrern) jederzeit bewusst zu machen, dass sie in einem sehr sehr unvernünftigen Auto sitzen.

      Wie auch immer. Schlüssel rein, Motor an. Mit einem kurzen Aufbrodeln meldet sich der 4,8 Liter V8 zum Dienst. Alle 550 Pferde haben sich versammelt.
      Dass es sich dabei nicht um Seepferde, sondern echte Vollbluthengste handelt, merke ich, als ich von der Ampel sanft anfahren will und der Wagen mit einem Satz nach vorne den neben mir stehenden SLK verlädt.
      Und dann stellt sich dieses Grinsen im Gesicht ein, das man die ganze Zeit nicht mehr loswird und das nach ca. 20 Minuten echte Schmerzen verursachen kann. Der Sound dieses Monsters kann sich hören lassen. Viele sich drehende Köpfe am Strassenrand lassen vermuten, dass er nicht nur innen gut klingt.

      Auf der Autobahnauffahrt lasse ich dann zum ersten mal alle 550 PS los...was für ein Inferno (dieser Sound!)! Ich blinzle einmal, und die Tachonadel ist von 100 auf 140km/h und bevor ich wieder blinzeln muss sind die 200 geschafft und ich bin auf der linken Spur an einem CL 500 dran, der mich verzweifelt versucht abzuschütteln. Er kann ja nicht wissen, dass er selbst im unbegrenzten Bereich keine Chance hat, denn während sein Wagen bei 250km/h im 6. abregelt, schaltet meiner gerade aus dem oberen Drehzahlbereich des 5. in den 6. , um gemütlich die letzte Hürde Richtung 280km/h zu nehmen.
      Meine Gesichtsmuskulatur fühlt sich vom Dauergrinsen langsam taub an.
      Ein Blick auf den Durchschnittsverbrauch entlockt mir dann ein unterdrücktes Lachen, denn erstaunlicherweise liegt der nicht wirklich über dem des Turbo.

      Auf der folgenden Landstrassenetappe fühlt sich der Cayenne Turbo S ebenfalls Zuhause. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir ein 911 Turbo hier mehr Spaß machen würde. Man kommt sich vor wie der gestresste Fahrer eines Kurierunternehmens, der unbedingt einen Haufen Pakete pünktlich abliefern muss, wenn man ständig mit diesem Schiff am überholen ist. Zeit, die Sache von der gemütlichen Seite zu betrachten. Die Soundanlage ist klasse, das Panoramadach macht den Innenraum angenehm hell. Eben den Tempomat auf 100km/h eingestellt und so gleite Ich gemütlich durch den Schwarzwald und überlege mir, welches Fazit ich ziehe.

      Es könnte so aussehen: Wenn man sehr viel Geld hat und CL Fahrer mit einem Geländewagen das Fürchten lehren möchte, ist man beim Cayenne Turbo S goldrichtig. Eine Fahrmaschine, die ihresgleichen vergeblich sucht. Rennwagentechnik in einem SUV, das dazugehörige Rennwagengefühl stellt sich allerdings nicht ein, auch wenn die nackten Daten anderes vermuten lassen. Ich stehe auf das Rennwagengefühl.

      Als ich den Wagen zum Händler zurückbringe, tut es mir nicht wirklich weh, den Schlüssel aus der Hand zu geben. Aber geil war's schon!




    • Karl
      Wahnsinn..., aalglatte Perfektion... Dies war der erste Gedanke der mir durch den Kopf schoss als ich den neuen Lamborghini Gallardo LP560-4 nach einer ausführlichen Fahrt über Autobahn und Landstraße die Tage wieder abstellte. Wochen zuvor war ich mit dem Gallardo LP560-4 bereits über den Las Vegas Motor Speedway gehetzt, im Rudel auf der Jagd nach den Murciélago LP640 der Lamborghini-Testfahrer.



      Betrieb Lamborghini in der Vergangenheit konsequente Modellpflege so darf die Ferrari-Fraktion auf carpassion.com beim Gallardo LP560-4 endlich berechtigt von einem Facelift sprechen . Die Front wurde im Stil des Reventón aggressiver re-designt, sie wirkt flacher und angriffslustiger. Während die Seitenlinie weitgehend unangetastet blieb kniet der Lamborghini-Enthusiast beim Anblick des Heck laut „Countach!“ rufend nieder: Endlich wieder eine feiste Vierrohrauspuffanlage, und was für eine! Sie schlägt den Bogen zu den klassischen Lamborghini-Modellen vor der Audi-Ära und verschafft dem ansonsten optisch geglätteten Heck einen ordentlichen Schuss Boshaftigkeit. Das stylische Tagfahrlicht vorne in Y-Form und die vom Reventón abgeleiteten Bremslichter bilden das Tüpfelchen auf dem i eines wirklich gelungenen Entwurfs.



      Nach dem Einsteigen begrüßt Mann (98% aller Besteller eines neuen Gallardo P560-4 sind männlichen Geschlechts) das Interieur des Gallardo LP560-4 wie einen guten Kumpel, denn der Innenraum blieb weitgehend unangetastet. Details wurden geändert wie das Design der Ziffern des Instrumentenkastens oder die Schalterleiste oberhalb der Klimaautomatik. Man findet sich sofort zurecht, kein Bedienelement gibt Rätsel auf, die Ergonomie ist perfekt, die Platzverhältnisse wie bei einem Allrad-Mittelmotorsportwagen erwartungsgemäß kuschelig.



      Das erste Aha-Erlebnis bietet das Starten des Motors: Wo ist der Krach hin...? Wo der brüllende V10, der so kräftig und voluminös bollerte dass niemand glaubte er passe in diesen keine viereinhalb Meter langen Keil? In der Tat läuft der neue 5.2L-V10 des LP560-4 im Stand leiser, ähnlich wie einst auch der V12 des Murciélago auf dem Weg zum Murciélago LP640 an Stimmkraft verlor. Aber ich sollte noch erleben dass auch auf den Gallardo LP560-4 zutrifft was ich seinerzeit über den Murciélago LP640 schrieb: „Die Lautstärke hat abgenommen, der Sound aber ist runder, fein geschliffener, weniger technisch geworden. Wenn dies der Preis für all die anderen Verbesserungen ist zahle ich ihn gerne.“

      Schon auf den ersten Metern sind die Unterschiede spürbar. Die Lenkung ist nochmals deutlich leichter geworden, nicht undifferenzierter, nur leichter, perfekter, Antriebseinflüsse wurden vollkommen eliminiert. Auch das Fahrwerk schluckt störende Unebenheiten deutlich besser als zuvor, man wähnt sich vergleichsweise wie in Doc Brown’s DeLorean DMC-12 knapp über der Erde schwebend, so sehr wird gefiltert.

      Hat man Fahrt aufgenommen zeigt sich warum Lamborghini einen Stier im Wappen trägt: Wie von der Tarantel gestochen stürmt der Gallardo LP560-4 nach vorne, unbeirrt, die Beschleunigung ist atemberaubend. Der Leistungszuwachs ist nicht nur für den Kenner spürbar, vor allem wenn zusätzlich der Corsa-Modus aktiviert ist und das E-Gear tatsächlich bis zu 40% schneller schaltet als im normalen Modus. Doch auch die Zugkraftunterbrechung richtet Grüße aus, hier bleibt der Lamborghini Italiener, es gibt einen Tritt in den Rücken, kurz und knackig, aber nie störend und vor allem deutlich sanfter als noch in den Gallardo der 1. Serie mit 500 PS. Auf der Autobahn legt der Gallardo LP560-4 eine unglaubliche Elastizität an den Tag, noch mal mehr Druck als im vormaligen Coupé der 2. Serie mit 520 PS. Der Allradantrieb sorgt weiterhin für eine Traktion die physikalische Grenzen ad absurdum zu führen scheint, selbst bei Tempi weit über 200 km/h kann man bei Gangwechseln mit dem E-Gear die Hand vom Lenkrad nehmen, durch rein gar nichts lässt sich der Gallardo LP560-4 von einem dem TGV nicht unähnlichen Geradeauslauf abbringen.



      Die oben beschriebenen Veränderungen – leiserer Motor, leichtere Lenkung, komfortableres Fahrwerk – sorgen dabei für ein fast surreales Fahrerlebnis: Der Gallardo LP560-4 geht vor allem auf der Landstraße so unfassbar gut, ist so unglaublich schnell, liegt so unglaublich sicher, hat gefühlt so überhaupt gar keinen Gegner, auch und vor allem nicht die Massenträgheit, dass einem Angst und Bange wird. Denn weder der Motor, noch die Lenkung noch die Federung geben dem Fahrer das Gefühl so schnell zu sein, alles geht unfassbar einfach von der Hand, ohne Aufhebens, ohne Krawall. Man hat das Gefühl in einem kleinen wendigen unbesiegbaren Raumgleiter zu sitzen, knapp über dem Asphalt schwebend. Auch weil die Fahrdynamik nicht von dieser Welt zu sein scheint. Und hier wird die Emotionalität bei all der dazu gewonnenen Perfektion erhalten: Das Herz pocht weil man nicht glauben kann wie einfach und ruhig man so verdammt schnell unterwegs ist. Der Gallardo LP560-4 ist somit definitiv kein Auto für Fahranfänger, Fahreinflüsse welche Geschwindigkeit erkennen lassen fehlen, es bedarf höchster Aufmerksamkeit und Selbstdisziplin. Dieses Auto ist ein imperialer TIE-Fighter auf Rädern, nichts lenkt den Piloten davon ab sich auf die Straße / den Gegner zu konzentrieren, jedes noch so grenzwertige fahrdynamisches Manöver wird ohne Anstrengung durchgeführt. Um classicdriver.de nicht modellspezifisch aber passend zu zitieren: „Intelligenter Perfektionismus moderner Autobahn-Kriegsführung“...

      Trotzdem Fahreinflüsse minimiert sind kündigt sich der Grenzbereich weiterhin berechnend an: Bei eingeschalteten ESP wirft den Gallardo LP560-4 rein gar nichts aus der Bahn, man kann Gas geben so viel man möchte, irgendwann übernimmt sanft der Autopilot. Ist das ESP ausgeschaltet – und im Gallardo LP560-4 kann man es in Verbindung mit dem Corsa-Modus tatsächlich komplett deaktivieren, bei allen anderen Gallardo-Generationen schaltete es sich bei Bremsmanövern aus Sicherheitsgründen wieder hinzu – schiebt der Gallardo LP560-4 in zu schnell angegangenen Kurven sauber über die Vorderräder, bei kräftigen Gasstößen kann man aufgrund der entsprechenden Kraftverteilung des Allradantriebes das Heck zum Auswärtsschritt bewegen.



      Vergisst man auf der Rennstrecke die Zeit zeigen sich bei entsprechender Fahrweise die Nachteile der inzwischen in Unmengen zur Verfügung stehenden Luxusgoodies, die ob der überwiegenden Nutzung aller Gallardo im Alltag von den Käufern verständlicherweise auch durchweg bestellt werden und das Gewicht in die Höhe treiben. Irgendwann beginnen die Reifen abzubauen, merklich, der Grenzbereich rückt näher, die Geschwindigkeit sinkt. Eine Eigenschaft die beispielsweise dem rauen Gallardo Superleggera in der Form nicht eigen ist, bis zu 100 kg weniger Gewicht drücken hier auf die Achsen und erhalten selbst die weichen Sportreifen lange am Leben. Ein Gewichtsvorteil der im Zusammenspiel mit dem sportlicher eingestellten Fahrwerk den Gallardo Superleggera auf den Rennstrecken dieser Welt innerhalb der Gallardo-Modellbaureihe weiterhin die Oberhand behalten lässt. Auf öffentlichen Straßen im alltäglichen Verkehr jedoch dürften sich ein Gallardo-LP560-4 und ein Gallardo Superleggera nichts geben.

      Abgesehen freilich vom Sound. Denn der Tritt auch unter Last deutlich weniger in den Vordergrund als in den Gallardo der 2. Serie mit 520 PS, vor allem unterhalb 4.000/min wo die Auspuffklappen noch geschlossen sind. Ganz so zurückhaltend wie die Gallardo der 1. Serie mit 500 PS allerdings gebärdet sich der Gallardo LP560-4 nicht, sind die Klappen erst mal auf haben die Krümel Pause. Inzwischen bieten einige Lamborghini-Vertragshändler die Steuerung der Auspuffklappen per Fernbedienung an, wer will kann also bereits im Stand eine Unterlassungsklage der Nachbarn provozieren .



      Fazit: Der Gallardo ist einmal mehr erwachsener geworden und hat gelernt sich zu benehmen. Wer noch das E-Gear der 1. Generation kennt und lauthals über die hastigen, ungestümen Schaltwechsel geschimpft hat weiß wovon ich spreche. Wer bei einer Tunneldurchfahrt im Gallardo Spyder vor Freude in Tränen ausgebrochen ist weiß es aber auch. Die Perfektion fordert ihre Opfer, ein bisschen raue Faszination und herbe Emotionalität weniger, dafür neue begeisterte Käufer, die der Perfektion die Lamborghini inzwischen anbietet nicht mehr wiederstehen können und den Sprung zu der Marke wagen, die einst Miura und Countach für die Straße zähmte. Autos, die den heutigen Käufern schon auf den Postern in ihren Jugendzimmern Angst einjagten.

      Der Lamborghini Gallardo LP560-4 ist in vielen Punkten perfekt zwischen Ferrari F430 und Porsche 997 Turbo positioniert. Italienische Emotionalität, ein aufregend wildes Design und ein exotisches Image gehen einher mit perfekter deutscher Verarbeitung, einer Phalanx an alltags- und allwetterorientierter Technik sowie Ausstattungsmöglichkeiten eines Luxus-Granturismo bis hin zur Rückfahrkamera und iPod- oder USB-Anschluss.



      Technisch baut Lamborghini seinen Führungsanspruch aus: Mit einem 560 PS leistenden 5.2L-V10 und Allradantrieb steht der Lamborghini Gallardo LP560-4 einmal mehr an der Spitze seiner Klasse.

      Porsche und Ferrari müssen hier seit je her Leichtbau-Straßenrennwagen aufbieten um den Serien-Coupé der Gallardo-Modellbaureihe davon zu fahren. Und daran wird sich zumindest in naher Zukunft nichts ändern .

×