@autopista
Das die Qualität eines Produktes subjektiven Faktoren unterliegt und nicht zwingend über den Verkaufserfolg entscheidet ist ja nicht unbekannt.
Ich habe auch nicht die -unbestritten!- finanziell erfolgreiche Unternehmenspolitik der
Porsche AG angezweifelt. Die Geschäftszahlen belegen es ja durchaus eindrucksvoll. Dieser kaufmännischen Entwicklung des Unternehmens zolle ich absoluten Respekt.
Ich habe mir nur erlaubt zu fragen, wie lange dieses Geschäftsmodell so funktioniert.
Porsche ist heute in allen Fahrzeugklassen nicht mehr unbedingt die Speerspitze. Früher, als der legendäre Ruf der Porscheautos begründet wurde, war dies anders. Aus dem Image diesesr guten Historie heraus wird noch heute viel verkauft. Und das ist ja auch gut so.
Aber im Gegensatz zu früher, wo ein 231-PS-
Carrera in Normalfall das jederzeit überlegene Auto war, Konkurrenten von BMW, Mercedes oder AUDI existierten nicht, ist heute ein
Carrera, ein Turbo, ein Boxter, ein Cayman oder auch ein Cayenne nicht mehr, nur weil er aus dem Hause
Porsche kommt, das bessere Automobil. Nicht nur bei den Fahr- und Motorleitungen haben die Konkurrenten auf- und überholt, auch bei der Qualität, bei der Alltagstauglichkeit, der Garantie und auch dem Image, haben viele Hersteller heute große Sprünge nach vorne gemacht. Für mich -und damit natürlich subjektiv eingefärbt- ist
Porsche heute ein Hersteller unter vielen, die ähnliche, vergleichbare und/oder sogar bessere Produkte offerieren.
Das es viele ehem. treue
Porsche-Kunden zu anderen Herstellern zieht, wird hier auch im Forum sichtbar. Dies war früher in dieser Form so nicht der Fall. Die
Porsche-Kundschaft hat sich nach Meiner Meinung stark gewandelt. Vom sog. Gusseisernen, langjährig treuen Kunden hin zu einer stärkeren Lifestyle-Käuferschicht.
In einem heutigen PZ kennt dich kaum noch einer und die Personalfluktuation ist so hoch, wie bei Banken und Versicherungen. Heute bist du ja bei einem PZ-Besuch schon froh, wenn du noch einen Parkplatz bekommst. Früher kannte ich noch alle Mitarbeiter und war mit dem langjährigen GF bei Renn- und Seminarveranstaltungen. Da war ein GF vom Schlage eines v. Tschirnhaus noch inn der Lage einen 11er im Drift auf der NS zu bewegen. Das konnten alle späteren GF nicht mal mehr ansatzweise. Fachgespräche über Vorspur und Sturz war mit diesen Herren nicht mehr möglich. Sie waren sicherlich gute Kaufleute. Unbestritten. Aber der unbedingte Rennsportbezug, die Kundenzufriedenheit haben in den letzten Jahren nach meinen Erfahrungen massiv gelitten.
Mein jetziger Wagen wurde zur Inspektion von meinem Händler kostenlos abgeholt. Bei
Porsche war an soetwas nicht mal ansatzweise zu denken. Während der Inspektion wurde mir dann ein zu Sonderkonditionen beim gegenüberliegenden AVIS-Schalter zu mietender Smart angeboten. Und so, lieber autopista, könnte ich fast ewig weitermachen. Früher hat man um jeden 11er-Kunden gekämpft. Diese Käufer haben das Unternehmen am Leben erhalten. Heute bist Du ja schon froh, wenn ein schick in grau gekleideter
Junior-Sales-Manager überhaupt aufsteht und dich begrüßt, wenn Du in FFM das PZ betrittst.
Dies ist nur meine persönliche Meinung. Das viele andere Erdenbewohner eine andere haben ist doch völlig legitim und wird ja auch in den Verkaufszahlen der
Porsche AG deutlich.
Aber nur aus meinem direkten Bekanntenkreis wechseln jetzt nach mehr als 15-
Porsche-Jahren 4 eheml. treue
Porsche-Kunden zu anderen Sportwagenherstellern. Und dies vorrangig aufgrund der oben geschriebenen Faktoren.
Adios