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Brembo Keramikbremse (Ferrari, Aston Martin, Alfa, GM, etc). Das "Aus" nach 30t km


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Geschrieben

Hallo CPler,

 

ich habe hier ja schon öfter meinen Senf zum Thema Keramikbremsen dazugegeben und ein paar Erfahrungen geteilt, da ich mit den Dingern auch handle. Heute wollte ich euch mal ein Schadensbild zeigen, das potenziell wirklich gefährlich werden kann und das wir hier, glaube ich, in dieser Form noch nicht besprochen hatten.

Es handelt sich um Ferrari-458-Keramikbremsscheiben, die ich auf meinem Cadillac CTS-V verbaut habe. Dabei wurde lediglich der originale Ferrari-Topf gegen einen passenden Cadillac-Topf getauscht. Die originalen Schrauben und Floater der Ferrari-Scheiben wurden weiterverwendet. Die Bremse hat mittlerweile etwa 32.000 km und sechs Winter hinter sich.

Das Problem mit korrodierenden bzw. komplett wegkorrodierenden Schraubenköpfen kennt man insbesondere von den Keramikscheiben beim Ferrari FF und F12. Aber auch die Scheiben von 458, 430 etc. sind davor nicht gefeit – insbesondere dann, wenn die Fahrzeuge nicht ausschließlich bei schönem Wetter und im Trockenen bewegt werden. Von vorne sah bei meinen Scheiben zunächst noch alles einigermaßen unauffällig aus. Man konnte zwar etwas Korrosion an den Schrauben und Floatern erkennen, aber nichts, was auf den ersten Blick dramatisch ausgesehen hätte.

Beim Bremsen hatte ich allerdings zunehmend ein leichtes Flattern im Lenkrad. Anfangs kaum wahrnehmbar, mit der Zeit wurde es aber immer deutlicher.

 

Mein Plan war deshalb eigentlich relativ simpel: Bremse runter, Beläge kontrollieren – obwohl diese noch ungefähr 70 % haben – und anschließend die Verschraubung samt Floatern erneuern, damit die Scheibe wieder vernünftig arbeiten und sich bei Temperaturänderungen entsprechend ausdehnen und zusammenziehen kann, ohne dass es zu Verspannungen kommt. Als wir die Bremsscheiben heute in der Werkstatt demontiert haben, war ich allerdings selbst ziemlich erstaunt. Und das, obwohl ich auf dem Gebiet schon einiges gesehen habe. Wie ich bereits ein Stück weit vermutet hatte, waren zwei Schraubenköpfe vollständig wegkorrodiert bzw. weggeflogen. Das allein wäre noch nicht zwingend der Weltuntergang gewesen, da noch genügend weitere Verschraubungen vorhanden waren und die Verbindung zwischen Reibring und Topf entsprechend mehrfach ausgeführt ist.

 

Bei genauerer Betrachtung hatte sich das Thema „einfach neu verschrauben“ dann allerdings sehr schnell erledigt:

Die originale Verschraubung bzw. die korrodierten und nicht mehr sauber arbeitenden Floater hatten den Keramik-Reibring bereits an mehreren Stellen gesprengt.

Und genau hier wird es meiner Meinung nach gefährlich. Fährt man mit so einem Schaden weiter und bemerkt ihn nicht, besteht insbesondere bei hoher thermischer und mechanischer Belastung die Gefahr, dass der Reibring weiter reißt oder im Extremfall bricht. Je nachdem, wie ein solcher Bruch verläuft, können sich Teile der Scheibe verkeilen und das Rad blockieren. Ebenso können Bruchstücke Felge oder Reifen beschädigen. Im ungünstigsten Fall kommt es dadurch zusätzlich zu einem schlagartigen Luftverlust. Bei hoher Geschwindigkeit möchte man keines dieser Szenarien erleben. Deshalb wollte ich euch die Bilder bzw. das Schadensbild einfach einmal zeigen.

 

Diese Brembo-Carbon-Keramik-Systeme bzw. sehr ähnliche Konstruktionen findet man nicht nur bei Ferrari, sondern auch bei Aston Martin, Alfa Romeo und verschiedenen GM-Fahrzeugen, beispielsweise Corvette und Camaro. Wenn ihr eine solche Bremse verbaut habt und beim Bremsen ein zunehmendes Flattern oder Vibrationen im Lenkrad feststellt, würde ich deshalb nicht ausschließlich an Beläge, Unwucht oder einen verschlissenen Reibring denken. Schaut euch unbedingt auch die Verschraubungen und Floater zwischen Reibring und Topf genau an – und zwar nach Möglichkeit auch von der Rückseite. Gerade bei Fahrzeugen, die nicht nur im Sommer und bei schönem Wetter gefahren werden, sondern wie mein Cadillac auch Winter, Nässe und Salz sehen, sollte man das meiner Meinung nach regelmäßig kontrollieren. Nach sechs Jahren und rund 32.000 km war das Ausmaß bei meiner Bremse jedenfalls deutlich größer, als ich selbst erwartet hätte.

 

Auch die augenscheinlich noch sehr guten Beläge sind hin, denn der Belag löst sich bereits großflächig von der Trägerscheibe.
Zu meinem Glück habe ich noch 2 gute 430 Scuderia Scheiben da, die werden nun um- und eingebaut.
Allerdings nicht mehr mit der Brembo Verschraubung sondern mit etwas qualitativ Besseren.

 

Vielleicht hilft der Beitrag dem einen oder anderen, so einen Schaden rechtzeitig zu erkennen.
 

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Geschrieben

Hast du schon mit Meitingen telefoniert? Evtl. haben die passende Umrüstsätze bzw. Materialinfos dazu.

Geschrieben

Ich lass das Umschrauben und "Aufrüsten" der Verschraubungen vom Wolfang Dietz machen (Rebrake), wohnt ja gleich ums Eck und kennen uns. 👍🏻

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Geschrieben

Hi

 

Interessant da schau ich mal bei meinem Audi nach.

 

Tom

Geschrieben

Audi hat SGL, da ist es nur bei den alten Scheiben ein Thema (z.B. RS4 B7, S8 4E, etc). Jüngere Generationen sind da imho nicht groß betroffen.

 

Aber die Brembos sind wohl eine Schönwetter-Sommerbremse.

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Geschrieben

Das „Problem“ ist eher, dass die Bremsen praktisch nie getauscht werden, da diese Art Fahrzeuge viel zu wenig und verschleißarm gefahren werden und die Reibscheiben ja doch recht lange halten. Ist jedoch in den letzten 20 Jahren auch einiges passiert bzgl. Materialwissen, deshalb würde ich immer zuerst auf den Hersteller zugehen. 

Zu Rebrake gibts geteilte Meinungen, aber wenn es dir passt - passts ;)

Geschrieben

Was für ein Pfusch!!!! Welcher Ingenieur/Werkstudent nimmt denn so ein Material für die lebenswichtigen Bolzen, die nach 6 Jahren wegrosten und dabei der Rost noch den Träger sprengt. 
 

Wahnsinn! Sachen gibts. 

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Geschrieben
vor 57 Minuten schrieb Andreas.:

Zu Rebrake gibts geteilte Meinungen, aber wenn es dir passt - passts ;)

Es hat alles seine Vor- und Nachteile.

 

Ich lasse die Scheiben aber ja nicht runderneuern sondern nehme origine Scuderiascheiben und lasse von Wolfgang da die Töpfe der defekten Scheiben draufbauen zusammen mit seinen Verschraubungen, hoffentlich mit besserer Schraubenqualiät. Einen Versuch ist es wert, sonst stehe ich mit den Scuderiascheiben in paar Jahren wieder da mit fertigen Verschraubungen. Zudem kann Rebrake danach den Rundlauf prüfen und ggf. etwas "nachjustieren".

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Geschrieben

Beim aufrosten der Schrauben vergrößert sich ja der Durchmesser. Das führt wahrscheinlich zum aufbrechen der Scheiben. Edelstahlschrauben sind wahrscheinlich aus Gründen der Elastizitätsgrenze nicht einsetzbar. 
Was verbaut Rebrake den für Material?

Geschrieben

Das sind Edelstahlschrauben, aber gammeln tun sie trotzdem. 

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Anzeige eBay
Geschrieben
Geschrieben

Hallo F430Matze,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Technische Probleme (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben

Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl. Wie lautet die Werkstoffnummer?

Vllcht kann ich weiter helfen. 

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Geschrieben

Danke. Die ist mir leider nicht bekannt.

Geschrieben

Werkstoffe 1.4301/4310 weisen schwache Mech. Werte auf.

1.4439/4469 sind Hochwertige Konstruktionswertstoffe und würden den Beanspruchungen genügen, leider werden diese aus Kostengründen selten Eingesetzt.

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Geschrieben

Keine Ahnung inwieweit es stimmt, aber habe Chgpt Patente durchsuchen lassen und es ist zu dem Ergebnis gekommen.

 

Originalschraube → „FS SD-58“ → FS = Ferriere di Stabio → SD = Werkstoffcode 1.4980 → 1.4980 = A286.

 

 

Allerdings muss ich jetzt einfach noch mit Wolfgang besprechen, welchen Werkstoff er stattdessen einbauen würde. Denn die hohe Temperaturbeständigkeit und die ganzen theoretischen Vorteile sind natürlich eine feine Sache auf dem Papier. Wenn mir die Bolzen allerdings nach ein paar Jahren wegfaulen, sind diese Eigenschaften meiner Meinung nach nicht erstrangig.

 

Dann habe ich lieber einen Bolzen aus einem Werkstoff, der theoretisch vielleicht etwas weniger kann, dafür aber deutlich korrosionsbeständiger ist und mir nicht wegfault. Denn was bringt mir der auf dem Papier optimal geeignete Werkstoff, wenn die Bolzen nach einigen Jahren so stark korrodieren, dass sie ihren eigentlichen Zweck irgendwann gar nicht mehr zuverlässig erfüllen, da sie auseinanderfallen?

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Geschrieben
vor 12 Stunden schrieb F430Matze:

Ich lass das Umschrauben und "Aufrüsten" der Verschraubungen vom Wolfang Dietz machen (Rebrake), wohnt ja gleich ums Eck und kennen uns. 👍🏻

Den wollte ich Dir jetzt auch gerade empfehlen. Er weiß wenigstens was er tut und was, wie zu tun ist.

Geschrieben

1.4980 hat ordentliche technische Werte und die chemische Zusammsetzung ist auch Korrosionsbeständig, Chrom und Nickelanteil sind hoch. Dieses Material sollte Korrosionbeständig sein.

Anderer Denkansatz. Wurden die Schrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen?

überspannte Schrauben können reißen.

Eine Metallgrafische Untersuchung könnte weiterhelfen. 

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Geschrieben

Ihr vergesst hier alle die elektrochemische Kontaktkorrosion. Wir haben Alu,Carbon und hochlegierte Stähle. Da ist es immer ein Kompromiss. 

Falsche Schraube und der Bremsentopf löst sich auf. Irgendein Teil ist immer die Opferannode.

Titan würde gehen (soweit ich es im Kopf habe) Hält aber nicht so viel.

Das sinnvollste ist alle 3-5 Jahre zerlegen, reinigen und neue Bolzen rein (es sind keine Schrauben!) 

 

 

Das größte Problem wird sein die alte Bolzen dort raus zu bekommen um neue einzubauen.

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Geschrieben

Sorry ja sind Bolzen mit Mutter von der Vorderseite und keine Schrauben. Aber ich hab das Abkorrodieren schon zigfach gesehen bei nie angetasteten Ferrari Scheiben und habe 2, 3 Leuten hier im Forum auch schon einzelne Bolzen gesendet, um einen einzelnen abgefaulten zu ersetzen. Aber das Platzen der Aufnahmen durch Korrision ist das, was mich so erstaunt hat und ich so noch nicht gesehen habe.

 

Um die Töpfe zu retten muss vermutlich ausgebohrt werden. Die Keramik hingegen ist ja bereits defekt und kann dabei auch zerstört werden, das wäre egal.

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Geschrieben

Ich hatte das hier schon mal irgendwo geschrieben das die gerne die Scheiben sprengen. 
Es ist hat kein Wartungsfreies Teil!

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Geschrieben

Nur ist eine "Wartung" herstellerseitig nicht vorgesehen, da die Schrauben bzw Bolzen nur 1 x verwendet werden sollen und es die Scheibe immer nur komplett gibt und keine Verschraubungselemente einzeln. Wenn also "wartungsfrei", sollte eine Keramikscheibe, die laut Brembo SGL Group "bis zu 300.000 km" hält, nicht schon nach 10 % der Laufleistung schlapp machen. Die Brembo Keramik könnte ohne Rennstrecke locker 100.000 tkm schaffen, aber die Verschraubungen verhindern dies.

 

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Geschrieben

Die schreiben doch bis zu, passt also.

Und man kann doch nicht immer anderen die Schuld geben. Ja man könnte darauf hinweisen aber vermutlich war denen das damals gar nicht klar. Und nach 10+ Jahren liegt even sämtliche Wartung beim Kunden, da sind alle Wartungspläne eh hinfällig, da können zig Sachen außerplanmäßig sein.

 

Das es die Teile nicht einzeln gibt liegt daran das viele das Prinzip schwimmend nicht verstehen und dann „optimieren“ was das größere Risiko ist. Es gibt keine 100% Sicherheit.

Es gibt aber für viele Bauteile am Auto keine Einzeiteile, also auch daher nix neues.

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Geschrieben

Gerade mal geschaut, man bekommt aber die Floater und Bolzen überall separat mit etwas suchen.

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Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb tollewurst:

Die schreiben doch bis zu, passt also.

Hätten sie auch "bis zu 1 Milliarde km" schreiben können... 

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb tollewurst:

Gerade mal geschaut, man bekommt aber die Floater und Bolzen überall separat mit etwas suchen.

Könnte man dazu evtl. einen Tip geben, in meinem Fall für den F430 er, dann suche ich kein falsches Teil, lieben Dank !

Geschrieben

Ja aber sie schreiben ja nicht hält 100 Jahre. Nach 10 Jahren Plus kann man doch nicht erwarten das alles noch wie neu ist. 

vor 34 Minuten schrieb Werdenn:

Könnte man dazu evtl. einen Tip geben, in meinem Fall für den F430 er, dann suche ich kein falsches Teil, lieben Dank !

Kann ich jetzt aus dem Stehgreif nicht, müsste man recherchieren. Ggf bei ISA Racing anfragen, die Chance ist gut das die wissen welche.

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