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Mikrofasertuch im Innenraum


Zur Lösung Gelöst von Sarah-Timo,

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Geschrieben

Heute habe ich mal wieder in der Bedienungsanleitung meiner neuen G Klasse (W465) geschmökert und zu meinem Erstaunen bei der Innenraumpflege, insbesondere Lederlenkrad und Ledersitze etc. den Hinweis gefunden:

“Kein Mikrofasertuch verwenden.“

Lese ich mir die Anleitung verschiedener Pflegeprodukte durch wird dort oft das Auftragen oder Abwischen mittels Mikrofasertüchern empfohlen. Was stimmt nun? Warum schreibt Mercedes so etwas, was befürchten die?

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  • Lösung
Geschrieben

Vielen Dank lieber @Ray Ben für die Blumen 🙏.

Ich werde versuchen licht ins Dunkle zu bringen und hoffe @OpenAirFan ein wenig weiterhelfen zu können:

 

Das Problem liegt in der minderen Qualität der heutigen Mikrofasertücher. Die meisten Mikrofasertücher zerstören Leder des KFZ-Innenraums. Fast 95% der von mir getesteten Mikrofasertücher hinterließen bereits nach wenigen Reinigungsdurchgängen auf Testlederflächen feine Mikrorisse im Top-Coat des Leders. In diesen feinen, ultra kleinen Mikrorissen beginnen sich recht schnell Schmutz, Textilreste, Textilabrieb und auch Hautreste anzusammeln - somit auch Mikroorganismen an. Das führt zu einem deutlich beschleunigten mikrobakteriellen Verfall des Leders, in dessen Folge das Leder optisch schmutzig/dunkler/fleckig wirkt. Hierdurch ist man erneut dazu geneigt das Leder in kürzeren Zeitintervallen zu reinigen. Und ruiniert sich binnen 5-10 Reinigungsdurchgängen bereits den Top-Coat und schlussendlich das ganze Leder. Deswegen sprechen die Hersteller auch vorsorglich eine Warnung für die Verwendung von Mikrofasertüchern aus.

 

Heute ist nur noch ein erschreckend kleiner, qualitativer Teil an Mikrofasertüchern meines Erachtens für die Lederpflege verwendbar. Nicht jedes Mikrofasertuch ist tatsächlich ein Mikrofasertuch. Bei 95 von 100 der als "Mikrofasertücher" ausgewiesenen Tücher handelt es sich mittlerweile nur noch um billige Baumwoll-Kunststoff-Mix-Tücher mit hohem abrassiven Kunststoffanteil. Das macht diese Sorte von Tüchern eben besonders billig in der Produktion, denn Kunststoff ist bekanntlich günstiger als echte Baumwolle. Gerade einmal 5% aller am Markt angebotenen Tücher sind schätzungsweise heute noch echte Mikrofasertücher, bei welchen eine entsprechende Faserweichheit gegeben ist und den Top-Coat des Leders nicht angreift. Die in der Glanzfibel gelisteten Mikrofasertücher (Pos. 9.5 - 9.8) sind allesamt Qualitätstücher und damit echte Mikrofasertücher. Mit diesen seid ihr auf der sicheren Seite und könnt sie für die materialschonende Lederreinigung und Lederpflege einsetzen. Ebenfalls echte Qualitätstücher bietet neben DetailPassion u.a. auch APS, Sonax und Microfiber Madness an. 

 

Der materialschonendste Weg führt in meinen Augen aber am aller besten über einen weichen offenporiger Schwamm. Bei Ledern mit einer glatten Oberflächenstruktur (Nappaleder) bietet der Schwamm in Verbindung mit einem guten Lederreiniger in der Regel ein perfektes Ergebnis. Zur materialschonenden sowie materialverträglichen Reinigung von Leder mit einer geprägten Oberfläche nutze ich besonders gerne ein Scrub-Pad aus echter Mikrofaser (z.B. Glanzfibel Pos. 9.13 "Interior Cleaning Scrub Pad V2" von ChemicalWorkz). Alternativ eignen sich neben echten Mikrofasertüchern und einem Scrub-Pad aus echter Mikrofaser auch weiche Baumwolltücher aus 100% Baumwolle, wie es zum Beispiel hochwertige Geschirrtücher sind. Das Thema macht deutlich wie wichtig es ist immer materialschonend versuchen zu arbeiten und hierfür bitte dezidiertes Handwerkszeug für die Autopflege einzusetzen. Gebt ein paar Euro mehr aus für gute + echte Mikrofasertücher und ihr tut euch und euren Autos viel Gutes damit. Damit lässt sich auch bedenkenlos das Leder im W465 aufbereiten. Der Punkt Mikrofaser bietet sich übrigens ganz gut an als Thema im Rahmen eines Autopflege-Workshops...😉

 

Glänzende Grüße,

Sarah

 

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Geschrieben
vor 11 Stunden schrieb Sarah-Timo:

Das Problem liegt in der minderen Qualität der heutigen Mikrofasertücher. Die meisten Mikrofasertücher zerstören Leder des KFZ-Innenraums. Fast 95% der von mir getesteten Mikrofasertücher hinterließen bereits nach wenigen Reinigungsdurchgängen auf Testlederflächen feine Mikrorisse im Top-Coat des Leders

Ich habe unser Auto in Thailand, gegen die Empfehlung meiner Frau, zur Innenraumreinigung in einem Einkaufszentrum abgegeben. Kurz um, ich bin danach selbst Reinigungsmaterial kaufen gegangen und meine Frau und ich haben noch mal drei Stunden.......Was ich dort an sogenannten "Mikrofasertüchern" gesehen und teilweise gekauft habe.....unglaublich. Manche waren so fusselig, dass schon die Klarsichtverpackungen von innen völlig zugefusselt waren und mir den Kauf ersparten. Andere extrem dick und weich, aber irgendwie zu leicht und dann in der Anwendung nicht in der Lage genügend Wasser aufzunehmen. Dann gab es noch recht gut funktionierende, dünne Tücher, die sich in der Waschmaschine aber auflösten. Was auch angedeutet draufstand, wenn man das kleingedrucke gelesen hätte, was unter Umweltverträglichkeit stand. :D 

 

Kurz um, ja ich glaube Dir, dass wirklich 95% der erwerbaren Mikrofasertücher Mist sind.

 

Was mich nun wirklich wundert ist, dass das "Leder" bei Merchedes nun auch scheinbar Mist ist. Wenn es überhaupt Leder im klassischen Sinne ist und nicht irgend ein Kunststoff mit einer Beschichtung, die sich irgendwie halbwegs nach Leder anfühlt und so haltbar im täglichen Gebrauch ist, wie z.B. diese drecks Gummierung von allen möglichen Gegenständen im Alltag und Schaltern bis Flächen im Auto. @OpenAirFan Welches "Leder" hast Du im Wagen konfiguriert? 

 

Warum hat man früher Leder, alternativ zum Stoff, für Sitze in Fahrzeugen der ersten Generationen bis heute verwendet? Weil es so wiederstandsfähig und angenehm ist. Nach dem Naturleder und durchgefärbten Leder, führte der Kundenwunsch nach Farbe und Vielfalt, gepaart mit dem Preisvorteil, zu den beschichteten Ledersorten. Aber selbst die waren jahrelang wiederstandsfähig gegen alle Arten von Stoffen/Kleidung, welche die Mode der letzten Jahre so hervorbrachte und dem durch, in meinen Fall gewichtigem Druck, der darauf sitzenden Person. 

 

Nun schreibt der Hersteller das man dieses "Leder" nicht mit Mickrofasertüchern abwischen soll? Kommt als nächstes eine Empfehlung der Stoffe der Kleider? :D 

 

Die Microfasertücher aus Thailand hätte ich aber auch für die Lederreinigung, sprich banales Abwischen mit Wasser und Seife/Lederreinigung/Lederpflege bedenkenlos benutzt, wenn der Pickup auch nur ein Teil Leder im Interieur gehabt hätte. Es fühlte sich nicht an wie ein Scheuerschwam. Wenn das gefährlich für ein "Leder" gewesen wäre, dann dürfte es meiner Meinung nach nicht Leder genannt werden. 

 

Ich denke das Problem liegt in der billig, billig mit Öko-Touch vermarkteten "Leder"-Qualität und den billig Tüchern. Es sind halt beides nur noch Wegwerfprodukte, auch wenn wir das beim modernen Auto und Abo-Model, im Gegensatz zum Mikrofasertuch aus dem Supermarkt, noch nicht wirklich wahr haben wollen. 

 

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Geschrieben

Früher waren Leder pflanzlich gegerbt und haben mehr weggesteckt, dem ist definitiv so. Heutiges im KFZ verarbeitetes Interieurleder unterscheidet sich (leider) komplett von früherem Leder. Der ganze Verarbeitungsprozess ist heute ein anderer. Die Gerbung sowie Veredelung haben sich wesentlich geändert. Modernes Leder ist pigmentiert und in der Regel immer mit einer Farblackschicht und einem Top-Coat/Versiegelung (ähnlich dem Klarlack auf dem Basislack der Karosserie) überzogen, was keine echte Patina mehr zulässt. Heutiges Leder ist quasi "lackiert" und seine Poren hierdurch undurchlässig. In heute verarbeitetes Leder können z.B. Öle oder Fette gar nicht mehr einziehen. Es geht viel mehr darum die oberste Schicht (=Top-Coat) aufrecht zu erhalten. Ist die erstmal runter und man merkt es nicht, dann greift man sich direkt die Farbe und damit die Optik des Leders an. Und das wächst eben nicht mehr nach im Auto. Das ist auch der Grund warum ich davon abrate mit harten abrassiven Methoden Leder zu reinigen. Bereits die früher gerne mal eingesetzten Lederbürsten zerstören den Top-Coat mittelfristig und gehören in den Müll.

 

Auch wenn ich mich wiederhole, aber qualitativ gute Mikrofasertücher (und deren korrektes Waschen), ein Schwamm und ein Baumwolltuch sind für die Lederpflege in meinen Augen grundlegende Werkzeuge um Leder schonend zu reinigen. Wem das Fahrzeug selbst nicht gehört und es nach zwei Jahren Leasingdauer schon wieder zurückgeht, dem kann sowas wahrscheinlich egal sein weil er keine große emotionale Bindung zum Fahrzeug aufgebaut hat. Wer jedoch sein Fahrzeug lange behalten möchte oder sogar einen Young- bzw. Oldtimer besitzt (und ihn auch noch die nächsten Jahre besitzen möchte), der sollte m.E. schon auf eine materialschonende Lederreinigung mit entsprechenden Produkten/Anwendungen wertlegen.

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Interessant, danke für die Ausführungen. Kann man in etwa sagen wann diese neue „Lederära“ angefangen hat?

Geschrieben

Ein solches Leder hatte damals schon mein BMW 540 i Baujahr 1996. Ich finde, man merkt es daran, dass der Innenraum nicht mehr nach Leder riecht.

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Geschrieben
vor 18 Minuten schrieb nero_daytona:

Interessant, danke für die Ausführungen. Kann man in etwa sagen wann diese neue „Lederära“ angefangen hat?

Die verschiedenen "Lederepochen" im Autoinnenraum kann man nur schwer pauschalisieren, weil jeder Automobilhersteller zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt begann umzustellen. Ich kann das deswegen nur grob umreißen wie ich es sehe:

 

Die ersten Lederverfahren im Automobilbau basierten noch auf der pflanzlichen Gerbung, die sog. Vegetabile Gerbung.

Dann folgte ca. ab 1960 die oberflächengefärbten pflanzlichen Leder, die sog. Zurichtung.

Ab ca. Anfangs der 90er wurde sukzessive auf die Chromgerbung/Synthetische Gerbung umgestellt.

Und ab ca. Anno 2000 verbaute die Automobilindustrie immer häufiger Kunstleder.

 

Wie @Il Grigio schon sagt (wunderbarer Aspekt für mich), ein echtes pflanzlich gegerbtes Leder hat einen ganz eigenständigen Geruch. Ich persönlich empfinde den Duft von echtem Leder im Innenraum als luxuriös, ich mag das einfach, das hat was. Die neumodisch verarbeiteten Leder lassen diese Emotion leider vermissen.

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Mein 458 riecht allerdings ziemlich intensiv nach Leder, und das in seinem 11. Lebensjahr. Es ist von Poltrona Frau. Vielleicht gerben die noch nach alter Art.

Anzeige eBay
Geschrieben
Geschrieben

Hallo OpenAirFan,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Pflege und Aufbereitung (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Il Grigio:

Es ist von Poltrona Frau

Donnerwetter! Wer hätte das gedacht.

poltrona_frau.jpg

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Ganz lieben Dank an Sarah! Eine Empfehlung seitens des Herstellers ist ja schön, aber es geht nichts über das Hintergrundwissen dazu. Um die o.g. Frage zu beantworten, ich habe einen „Edition One“, da ist alles in Manufaktur Nappa Leder, was immer das bei Mercedes bedeuten mag. Ich werde jetzt auf jeden Fall die oben empfohlenen Tücher besorgen. Bisher habe ich immer Swissvax leather milk als Lederpflege verwendet. Da behält das Leder die matte Oberfläche, ich hoffe, das Produkt ist in Ordnung. Den G habe ich ganz neu (kein Leasing), da habe ich bisher noch nichts innen gemacht. Aussen habe ich ihn versiegeln lassen.

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vor 5 Stunden schrieb Il Grigio:

Mein 458 riecht allerdings ziemlich intensiv nach Leder, und das in seinem 11. Lebensjahr. Es ist von Poltrona Frau. Vielleicht gerben die noch nach alter Art.

Na zum Glück musst du nicht Poltronas Mann schnüffeln 😀

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Sehr gern geschehen @OpenAirFan.✌️

Wenn ich dir einen Tipp geben darf, dann benutze zur Lederpflege bitte die Produkte Lederreiniger + Lederpflege von Ledermax. Die heißen im Hause Ledermax Ledercleaner #1.0 sowie Conditioner #2.0. Auf der Website des Herstellers (HIER) gibt es exklusiv ein mildes Set mit von mir empfohlenen Schwämmen, einem milden Lederreiniger für neue Fahrzeuge sowie eine Lederpflege inklusive Versiegelungsanteil. Die Handhabung ist spielend leicht und das Leder behält seinen matten natürlichen Look. Es wird nicht künstlich aufgehübscht durch Glanzeffekte, sondern bleibt einfach natürlich wie es von Werk aus ist. Forumskollege @F430Scuderia hatte kürzlich erst ein Lederpflegeset von Ledermax verwendet und hier im Forum seine Erfahrungen damit nebst Bilden (auch Mercedes-Leder) gepostet und ich glaube er war ganz zufrieden.

 

Die Lederpflege von Ledermax ist in meinen Augen ein sehr qualifizierter Weg sein Leder zu pflegen. SwissWax-Lederpflege ist lediglich abgefüllte Ware von einem Dritthersteller mit älterer Formulierung und in meinen Augen keineswegs mit der Qualität der Lederpflege von Ledermax vergleichbar - das ist ein ganz anderes Level! Auf der Webseite des Herstellers bekommst du die Möglichkeit auch kleine Füllmengen zu bestellen im Set. Ich würde dir die 250ml kleine Variante für dein Fahrzeug empfehlen, das hält dir locker 2-3 Jahre bei einem G-Klasse. Das Set verdirbt dir auch nicht wenn die Produkte einmal offen sind, einfach dunkel und verschlossen lagern. Wenn du auf "250ml" in der Online-Maske klickst, dann kannst du dezidiert die milde Version bestellen, zu der ich dir raten würde. Wenn du mit dem milden Reiniger regelmäßig dein Leder pflegst (2x im Jahr) brauchst du keine stärkeren Mittel mehr und dein Leder wird immer aussehen wir am ersten Tag . Die im Set anbei liegende Lederpflege bietet neben der matten Versiegelung auch einen optimalen Schutz vor Abrieb des Top-Coats. 

 

Ich möchte bitte darauf hinweisen, dass ich keinerlei wirtschaftlichen oder persönlichen Verbindungen zu dem Hersteller führe. Meine Empfehlung ist völlig unabhängig und losgelöst von irgendwelchen kommerziellen Verflechtungen o.ä.. Den Link erlaube ich mir mal ausnahmsweise (mache ich sehr ungern) zu posten. Der Link soll lediglich eine Hilfestellung sein, da es die milde Version im kleinen 250ml-Set tatsächlich nur exklusiv dort direkt beim Hersteller gibt. Man kann sich die einzelnen Komponenten natürlich auch gerne einzeln zusammenkaufen in dutzenden anderen Shops und vielen anderen Stellen des Internets. 

 

Viel Spaß mit deinem G-Klasse,

Sarah

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Ich nehme mal an, das was fürs Leder gilt, gilt auch für den Lack auf der Karosserie? Also das es nicht gut ist, mit billigen Mikrofasertüchern darauf zu wischen?

Geschrieben
vor 21 Stunden schrieb Sarah-Timo:

Die verschiedenen "Lederepochen" im Autoinnenraum kann man nur schwer pauschalisieren, weil jeder Automobilhersteller zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt begann umzustellen. Ich kann das deswegen nur grob umreißen wie ich es sehe:

 

Die ersten Lederverfahren im Automobilbau basierten noch auf der pflanzlichen Gerbung, die sog. Vegetabile Gerbung.

Dann folgte ca. ab 1960 die oberflächengefärbten pflanzlichen Leder, die sog. Zurichtung.

Ab ca. Anfangs der 90er wurde sukzessive auf die Chromgerbung/Synthetische Gerbung umgestellt.

Und ab ca. Anno 2000 verbaute die Automobilindustrie immer häufiger Kunstleder.

 

Wie @Il Grigio schon sagt (wunderbarer Aspekt für mich), ein echtes pflanzlich gegerbtes Leder hat einen ganz eigenständigen Geruch. Ich persönlich empfinde den Duft von echtem Leder im Innenraum als luxuriös, ich mag das einfach, das hat was. Die neumodisch verarbeiteten Leder lassen diese Emotion leider vermissen.

von den geizigen Automobilherstellern wird heute leider oft "veganes Leder" montiert......

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Geschrieben

Das ist richtig, das ist mir auch schon aufgefallen. Ich bin der Sache letztes Jahr mal intensiver nachgegangen und habe für mich eruiert, dass es sich bei veganem Leder um nichts anderes als künstliches Leder handelt. Veganes Leder ist schlichtweg eine erfundener Begriff der Industrie und dient in meinen Augen rein dem Marketing. Bei der Verarbeitung wird laut manchem Automobilhersteller auf einige wenige tierische Produkte verzichtet. Zum Beispiel sollen im Kleber, welche zum Verkleben des Leders eingesetzt wird, keine tierischen Inhaltsstoffe (u.a. Knochenreste) enthalten sein. Ich vermute das dieser Werbebegriff in 2-3 Jahren keine Rolle mehr spielen und von der Bildfläche wieder verschwunden sein wird. 

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Marketing? Ach was! :D 

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Hi @S.Schnuse,

auf Lack im Außenbereich ist es mindestens genauso wichtig hochwertige, gute Mikrofasertücher einzusetzen wie auf Leder im Innenraum. Die Anwendungsbreite auf Lack ist größer als beispielsweise auf Leder im Innenraum. Soll heißen, das Spektrum an möglichen Anwendungen und die Einsatzgebiete von Mikrofasertüchern sind im Außenbereich größer. Hier gilt es sogar noch mehr als im Innenraum auf die richtige Auswahl eines geeigneten Mikrofasertuchs zu achten.


Beispielsweise benötigt man zur schonenden Lacktrocknung ein Mikrofasertuch mit hoher Grammatur. Hierzu eignen sich besonders Mikrofasertücher ab 1000 GSM aufwärts. Die Faserlänge ist dementsprechend größer und das Tuch kann mehr Wasser vom Lack aufnehmen. Auch spielt der Fasertyp in dem Fall eine wesentliche Rolle (Flausch. Twisted etc.). Möchte ich eine Sprühversiegelung, oder eine Trockenwäsche verarbeiten, dann benötige ich eine kürzere Faser als beim Trockentuch und dementsprechend eine kleinere Grammatur., hier haben sich 500 GSM als gut geeignet bewährt. Zum Auspolieren, unter anderem von Wachsen oder Politurresten, ist hingegen ein Mikrofasertuch mit noch kleinerer Grammatur.(250-300 GSM) notwendig. Würde man versuchen ein Wachs auf dem Lack mit einem Trockentuch auszupolieren, dann würde dies schlichtweg nicht funktionieren bzw. kein gutes Ergebnis erzielen. 

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Danke für die ausführliche Erläuterung @Sarah-Timo, aber was ich mich frage:

Wenn jetzt ein minderwertiges Mikrofasertuch mit dem ich relativ sanft und gezielt beim Putzen über das Leder reibe / streiche schon Schäden an diesen heutzutage verbauten Lederprodukten hinterlässt, was ist dann wenn ich täglich mit meinem Gesäß + Kleidungsstück aus Kunstfaser wild und unkontroliert drauf rum reibe?

 

Ich könnte mir vorstellen, dass die normale Nutzung des Fahrzeugsitzes deutlich mehr Spuren hinterlässt als die Aufbereitung mit einem minderwertigen Mikrofasertuch, oder liege ich hier falsch?

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Genau das habe ich mir auch gedacht: Wenn sanftes Reinigen mit einem Tuch von sagen wir mal nicht optimaler Qualität irreparable Schäden am heutigen Leder hervorruft, dann kann die Schlussfolgerung doch nur sein:

 

Das heutige Leder ist Schrott.

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Ich kann euch gut verstehen. Ich kann nur von meinen persönlichen Eindrücken sprechen, aber ich vermute das in der Automobilindustrie im Bereich Leder heute in der Tat minderwertiger produziert bzw. verarbeitet wird. Und deswegen das Leder heute eine mindere Qualität aufweist. Die Strapazierfähigkeit früherer Lederinterieurs war für mein Dafürhalten definitiv wesentlich besser als heute.

 

Beim Vergleich Textilien und Mikrofasertuch gibt es viele Gemeinsamkeiten, dennoch würde ich hier einige Aspekte differenzieren. Ja, Textilien sind bereits abrassiv, speziell Jeansstoffe strapazieren die Lederoberfläche sehr. Ganz schlimm sind nasse Jeans, wenn man beispielsweise nach Regenwetter mit nasser Kleidung losfahren muss. Eine nasse Jeans wirkt fast wie Schmirgelpapier auf der Lederoberfläche und kann sie massiv angreifen. 

Allerdings darf man auch nicht die Abrassivität unterschätzen, welche ein schlechtes Mikrofasertuch (oder auch eine früher gerne mal benutzte Lederbürste) in Verbindung mit einem Lederreiniger erzeugen kann. Modernes Leder von heute ist pigmentiert und in der Regel mit einer Farblackschicht und/oder dem besagten Top-Coat überzogen. Die Poren des Leders sind undurchlässig, sie sind zu. In heute verarbeitetes Leder können Lederreiniger oder Lederpflegen deswegen gar nicht mehr einziehen. In der Folge bleibt immer ein leichter Film auf der Oberfläche zurück, der weder eindringen noch ablüften kann. Man reinigt oder pflegt quasi nur noch den Top-Coat obenauf, insofern der noch vorhanden ist. Am Schluss verhält sich dieser zurückgebliebene Film wie eine Politur auf dem Leder, der bei unsachgemäßem Einsatz von Mikrofasertüchern vom Tuch aufgenommen und abrassiv verrieben wird. Wird das Leder nicht gleich sauber reibt der Ottonormalverbraucher gerne weitere dutzende Male (mit steigendem Krafteinsatz) über das Leder drüber. Das ist völlig normal, aber leider nicht gut. Das Stichwort lautet hier eben -unsachgemäß-. Denn die unsachgemäße Anwendung entsprechender Autopflegeprodukte, im Extremfall miteinander kombiniert (u.a. schlechte abrassive Qualität des MFT, zu viel Druck, Gewichtskraft des Anwenders, viel punktuelle Reibung, zu starke Chemie, Wärmeerzeugung), wird definitiv Lederschäden erzeugen. Und das viel schneller als nur durch Sitzen mit Textilien/Jeans/nasser Jeans im Auto. Beides belastet das Leder, klar, aber die Fehlanwendung beim Reinigen ist wesentlich schlimmer.

 

In der Regel erfolgt eine unsachgemäße Anwendung einfach nur aus Unwissenheit, denn niemand von uns wird sich vorsätzlich sein Lederinterieur zerstören wollen. Wenn das Leder aber erst mal ruiniert ist gehen die Reklamationen + Diskussionen mit dem Autohersteller los. Ein unschönes Hin und Her zwischen Kunde ("das muss das Leder doch wegstecken, es war nagelneu. Materialfehler!" etc.) und Autohersteller ("das war Ihre Schuld, wir haben nichts falsch gemacht. Wir haben keinen Materialfehler feststellen können!" etc.) beginnt. Und genau davor möchten sich die Autohersteller wahrscheinlich schützen und sprechen vorsorglich eine entsprechende Warnung im Handbuch aus. Das ist nichts anderes als eine Form der rechtlichen Absicherung.

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Geschrieben

Lieben Dank Sarah,

das Reinigungs- und Pflegeset mild bei Ledermax habe ich bestellt, ist mit 53,55 EUR sogar günstig. Und als österreichisches Produkt passt es allemal zu meinem Grazer Auto.   Noch eine Frage, wenn ich darf? Bisher bin ich immer mit dem Tornador durch den Innenraum gegangen (Wasser mit einem Tropfen Spülmittel), nur Nebelfeucht und dann gleich nur noch Luft. Lappen dahinter gehalten, damit der Dreck nicht rumfliegt. Spricht doch nichts dagegen, oder?

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Geschrieben

Puh, gut dass ich die Racing Sitze im 458 noch nie mit Pflegemitteln angefasst habe. Die sehen immer noch gut aus und werden aber eben auch selten beansprucht ;)

 

Ganz anders beim Carrera: Dessen Sitze müssen 1x pro Saison eine Behandlung mit Porsche Lederreiniger und -pflege über sich ergehen lassen da fast täglich in Benutzung. Nach meinem laienhaften Verständnis bis jetzt ohne abrasive Schäden bis auf die Einstiegsseitenwange. Aber das hat andere Gründe, u.a. Fehlende Lederqualität.

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vor einer Stunde schrieb OpenAirFan:

Lieben Dank Sarah,

das Reinigungs- und Pflegeset mild bei Ledermax habe ich bestellt, ist mit 53,55 EUR sogar günstig. Und als österreichisches Produkt passt es allemal zu meinem Grazer Auto.   Noch eine Frage, wenn ich darf? Bisher bin ich immer mit dem Tornador durch den Innenraum gegangen (Wasser mit einem Tropfen Spülmittel), nur Nebelfeucht und dann gleich nur noch Luft. Lappen dahinter gehalten, damit der Dreck nicht rumfliegt. Spricht doch nichts dagegen, oder?

Na selbstverständlich darfst du, ist doch Ehrensache das man sich hier hilft.

Das kannst du so wie beschrieben machen, ja. Du kannst ggf. gerne das Spülmittel durch einen dezidierten Innenraumreiniger und/oder das Wasser mal durch destilliertes Wasser ersetzen, welches den Schmutz besser bindet. 

 

 

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