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Achtung: Schäden an Lenkung MF3


806

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Heute mal wieder was Technisches. Unangenehm, aufwendig zu reparieren und leider auch noch TÜV-relevant. Die Lenkung ist es. Genauer: die Lenkungsölleitungen. Sowohl die Hochdruckleitungen von der Pumpe an die Lenkung wie die „Kühlleitung“.

 

Ist per se eine merkwürdig gebastelte Lösung, die allerdings nicht (nur) auf dem Mist der Wiesmänner gewachsen ist, sondern mindestens für BMWs typisch. Nur haben die Dülmener sich da bei der Adaption an den MF3 mit vielem aber sicher nicht Ruhm bekleckert! Was ist schon bei der Konstruktion das Problem? Die BMW-Teile passen nicht ohne weiteres in den MF3. Man muß also basteln. Und genau so wird es dann auch - gebastelt, nicht gewußt.

 

1. Fehler:

 

Die Servopumpe und der zugehörige Ausgleichsbehälter werden komplett vom Ansaugstrang überdeckt. Der muß also zur simplen Niveaukontrolle ausgebaut werden. Macht keiner, also guckt auch nie einer. Ungeschickt und dauerhaft sträflich.

 

2. Fehler:

 

Man frickelt eine Leitungslösung zusammen, die sowohl BMW-Teile wie „selbstgedengelte“ Teile verbindet. An sich geht das - nicht schön, aber grundsätzlich nicht verkehrt. Nur wenn man ständig das Kaliber wechselt, also „dünner“ und dann wieder „dicker“ wird, ist das Mist.

 

 

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3. Fehler:

 

Die Lenkungsölkühlschlange (liegt im druckloseren Rücklauf des Öls aus der Lenkung zur Pumpe) wie sie BMW verbaut, paßt nicht in den MF3. Also wird das BMW-Werkszeug einfach gequetscht, bis es paßt. Damit werden aber die Querschnitte in den 180°-Bögen dermaßen verengt, daß da schier gar nichts fließt. Lenkungsölkühlung also faktisch schon dadurch sinnlos.

 

 

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4. Fehler:

 

Das Gewürge der Kühlschlange wird an der Lenkung mit zwei Haltern befestigt. Nur: Da, wo sie nun mal im MF3 sitzt, kommt schlicht keine Luft hin: Hinter dem unteren Rahmenträger, abgedeckt von der Unterkante der Motorhaube. Dafür „weht“ es aber allen Dreck dorthin. Das geht ein paar Jahre gut. Dann nicht mehr.

 

5. Fehler:

 

Die Lenkungsölleitungen sind hochdruckfeste Schläuche, aber die haben Anschlüsse und die Kühlschlange ist generell aus Metall. Keinerlei Schutz drauf. Knappe 100tkm und neun Jahre später ist das zusammengerosteter Kernschrott.

 

 

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Abhilfe: Da sowieso nix wirklich gekühlt hat - fliegt das ganze sinnlose Gewürm raus. Die Hochdruckleitungen werden ersetzt, das Gefrickel mit Ansatzstücken und -stückchen ist sinnfrei und wird ersetzt. Stattdessen gescheite Anschlüsse mit schicken Rennsportteilen und bestens geschützte Hochdruckleitungen (Betriebsdruck der Lenkung ca. 30 bar) mit Berstdruck erst bei 400bar.

 

 

 

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Paßt, sitzt, wackelt und hat Luft. gleichmäßig durchströmt, weil gleiche Durchmesser allerorten. Somit viel bessere Zirkulation und per se schon „Kühlung“. Apropos: Das Lenkungsöl ist rot, wenn es frisch ist (genauer: Automatikgetriebeöl ATF II). Bei der 806 war es schwarz. Mithin: Egal, ob das technisch fragwürdige Gebastel schon zusammengerostet ist oder nicht: Wechselt das Lenkungsöl beizeiten (Vorschlag: nach sieben Jahren spätestens), sonst wird’s teuer, wenn die Komponenten hinüber sind.

Markus

 

 

 

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Das letzte Bild ist ungewollt - mit "ausschneiden" ist's am Bildschirm weg, sonst aber permanent ...

 

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Hast du sehr schön beschrieben und gemacht!

 

Zwei Zusätze.

1. Das Lenkungsöl darf man auch ruhig auch früher wechseln,

und wenn man das dann schon macht, dann gleich auf

2. Liqui Moly Zentralhydrauliköl.

 

Es wird sich mir nie erschließen warum die KFZ - Hersteller ATF Getriebeöl überall reinkippen, egal ob das nun ein BMW, Audi, Wiesmann oder Ferrari ist!? In Hydrauliksysteme (Lenkung, F1 Schaltung usw.) gehört Hydrauliköl, druckstabil, nicht schäumend!

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Rein neugierhalber, weil die Teile mir bekannt vorkommen. Sind die Schläuche und die Fittings von Redhorseperformance? Wegen Schläuchen hatte ich mich aus anderen Gründen umgeschaut und war bei Redhorseperformance auf die FKM/ECO mit Edelstahlgeflechtummantelung gestoßen. Als Benzinschläuche perfekt. Allerdings war mir bei Lesen aufgefallen, dass RHP einen Einsatz in Lenkungen untersagt. Warum weiss ich nicht.

 

Was für ein Schlauchmaterial ist von Dir verwendet worden?

 

Ich denke das könnte von allgemeinem Interesse sein. Wenn ich daran denke, was beispielsweise Ferrari für Schläuche im Servolenkungsbereich nicht, aus weia. Mit selbst konfektionieren (zumal die Fittings wieder verwendet werden können) hat sich mit einem einzigen Schlauch schon eine eigene Schlauchhülsenpresse amortisiert ...B)

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Doofe Frage jetzt aber jeder ( sag ich jetzt einfach mal so ) bringt seinen wiesel doch zur Inspektion wo das Öl getauscht wird ,  wie haben sich die Fehler bei dir bemerkbar gemacht wenn ich fragen darf ???? Mein Wiesel hat jetzt ca 115 Kilometer runter und ich habe bis jetzt nichts negatives zu berichten über die Lenkung, würde mich sehr interessieren was es für Auswirkungen beim lenken hat damit man darauf achten kann 

Mfg Stefan 

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vor einer Stunde schrieb dickerg60:

Mein Wiesel hat jetzt ca 115 Kilometer runter und ich habe bis jetzt nichts negatives zu berichten

Nach 115 km darf man ruhig auch etwas optimistisch in die Zukunft blicken O:-)

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@dickerg60: Ein Lenkungsölwechsel ist NICHT vorgesehen und wird in der Regel auch NICHT gemacht. Bei keiner Marke steht das in der Wartungsvorschrift. Also nützt "Inspektion" (wie so oft) nichts.

"Merken" tust Du das erst, wenn's kaputt ist. Dann bricht die verrostete Leitung und Dein Servo fällt aus. Das passiert natürlich vor allem dann, wenn Druck anliegt, also beim Lenken. Dann viel Spaß! Schlagartig steigende Lenk- und Haltekräfte.

Bei mir hat's die DEKRA bei der HU beanstandet und auf die Unfallgefahr hingewiesen. Daraufhin habe ich das ganze System (man sah es nur an den Pumpenanschlüssen unterhalb der Lichtmaschine im Motorraum bei einfacher Sichtkontrolle) "freigelegt" und das Drama ganz betrachten können.

Markus

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vor 53 Minuten schrieb 806:

Ein Lenkungsölwechsel ist NICHT vorgesehen und wird in der Regel auch NICHT gemacht. Bei keiner Marke steht das in der Wartungsvorschrift. Also nützt "Inspektion" (wie so oft) nichts.

 

Das nennt sich dann bei allen Herstellern "Lebensdauerfüllung"! (Bei Getrieben, Differentialen, Lenkung, usw. heutzutage leider üblich)

 

Und was sagt uns das?

Das Öl hält genau die Lebensdauer des Getriebes bis es kaputt ist! :P

Aber es gibt keine Aussage darüber ob das Getriebe mit einem Ölwechsel weit länger halten würde, oder sich besser schaltet, oder, oder, oder.

Ein Schelm wer sich nun etwas dabei denken würde!

 

Ich empfehle spätestens nach 6-8 Jahren oder 60 - 100`km den Wechsel aller Öle! Öle altern nun einmal, die Molekülketten werden zerstört, und die Kosten sind sehr, sehr überschaubar im Vergleich zu einem ATG.

 

Beispiel: Bei meinem Audi Q7 habe ich bei gut 100`km sowohl das Lenkungsöl gewechselt als auch alle Getriebeöle.

A. Aus der Lenkung kam eine Suppe heraus, unglaublich, und so ein komisches Summen / Quitschen der Lenkungspume war schlagartig weg.

B. Das Automatikgetriebe schaltete besser, weicher, ruckfrei und schneller als je zuvor!

C. An Differentialen und Zwischengetrieben merkst du naturgemäß eher nichts, aber geschadet hat es bestimmt auch nicht, da kam auch eine böse recht schwarze Suppe heraus.

 

An dem Hauptthema dieses interessanten Threads ändert ein Ölwechel natürlich auch nichts.

Das ist schlicht mangelhaftes Engineering.

Aber auch da keine Sorge, auch das gibt es bei allen Automarken, da wird nicht nachgedacht, da fehlt die Erfahrung der jungen Ingenieure.

Und überhaupt hält doch 2 Jahre, dann ist die Garantiezeit rum, so what!

Mit Reparaturen und Ersatzteilverkauf verdient man schließlich auch!

 

 

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vor 9 Stunden schrieb Kai360:

Aber auch da keine Sorge, auch das gibt es bei allen Automarken, da wird nicht nachgedacht, da fehlt die Erfahrung der jungen Ingenieure.

Das hat doch nix mit Ingenieuren zu tun, weder jungen noch alten.

 

Die Leitung wird von Zulieferern gefertigt. Die lassen sie nach Lastenheft / Prüfvorschrift in einem Prüflabor prüfen, bis die Leitung die Anforderungen erfüllt.

Dann können die damit zum Einkauf und ihre Leitung anbieten. Der Einkauf kauft dann aber nicht die beste, sondern die billigste Leitung. Also fertigt der Zulieferer die Leitung natürlich so, dass sie möglichst günstig wird und gleichzeitig gerade noch die Prüfung besteht.

 

Es ist also ein klassischer Fall eines Prozesses der folgendermaßen funktioniert:

 

Kauf das billigste Zeug ein was zu haben ist -> Verkauf es als Premium

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Am 5.12.2017 um 10:00 schrieb Kai360:

 

Das nennt sich dann bei allen Herstellern "Lebensdauerfüllung"! (Bei Getrieben, Differentialen, Lenkung, usw. heutzutage leider üblich)

 

 

 

Bei Automatikgetreiben darf  das Öl keine "Lebensdauerfüllung" sein .So schreiben verschiedene Automobilbauer einen Wechsel des Automatikgetriebeöls in Intervallen von 60.000-80.000km vor.

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