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Chris911

McLaren 570S Erfahrungen?

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Chris911
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Letzter Beitrag: (bearbeitet)

Hallo Sportwagenfreunde,

über McLaren liest man hier echt wenig. Gibt es  hier Leute, die ein solches Auto bewegen? Also McLaren generell und im speziellen 570S?

Wie sind so die Erfahrungswerte über Performance, Sound, Verbrauch, Unterhalt, Inspektion, Werkstätten etc etc etc.

Mir gefällt der 570S immer besser. Werde mich am Montag mal schlau machen und nach München fahren.

Problem wird sein, dass ich v.a. soundtechnisch vom 458 echt verwöhnt bin. Ich fürchte, da kommt der 570 bei weitem nicht ran.

Was ich beim 458 auch gut finde ist, dass man die Schaltvorgänge schon noch merkt. Bei meinem GT3 hat sich das alles so weichgespühlt angefühlt. Ist sicher besser, schneller etc. aber eben irgendwie schon zu perfekt.

Deshalb würde mich der ein oder andere Erfahrungsbericht oder Vergleich zu Huracan, 458/488 oder GT3 brennend interessieren.

Viele Grüße

Chris

bearbeitet von Chris911
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MichaelR.
Geschrieben

Hallo Chris,

 

ich fahre zwar keinen McLaren, kann dir aber versichern, dass Du mit Deiner Vermutung bezüglich des Sounds richtig liegst. Mit einem 458 kann der 570s wohl nicht mithalten. Generell finde ich, dass kein McLaren auf diesem Gebiet mit einem Ferrari konkurrieren kann ;-) 

 

Viele Grüße 

 

Michael 

nero_daytona
Geschrieben

Ich kann das bestätigen da ich den 570S eimen Tag lang um die McLaren Hausstrecke scheuchen durfte. Im Grunde fühlt sich der Wagen an wie ein 911er mit V8 Turbo. Fast perfekt aber wenig Emotion, speziell im Vergleich zum 458. Soundtechnisch kein Vergleich und von der Leistung nehmen sich die beiden ohnehin nichts.

Drophead
Geschrieben

Natürlich hat ein Turbomotor eine andere Klangcharakteristik als ein Sauger. Aber wenn es dir um Lautstärke geht, braucht sich der 570s mit der optionalen MSO Titanauspuffanlage nicht unbedingt hinter einem 458 verstecken. Hört sich dann ähnlich wie der 675 LT an und der ist im Stadtverkehr bei niedrigen Drehzahlen bzw. beim Anfahren nicht ohne...

Bezüglich Emotionen gebe ich nero_daytona schon teilweise recht. Hier würde ich dann bei Bedarf eher auf die LT Variante der Sport Series warten. Könnte nächstes Jahr erscheinen...

BMWUser5
Geschrieben

Als Nachfolger vom 458 würde für mich nur der Lamborghini Huracán in Frage kommen. Genialer Sound, mehr Leistung und relativ ähnlich alltagstauglich.

 

570S, 488GTB sind einfach zu turbolastig.

 

GT3 eher was für die Rennstrecke und nicht den Alltag.

Chris911
Geschrieben

Hallo Leute,

ich war heute bei McLaren München, und habe mir den 570S mal genauer angesehen. Dort steht aktuell ein Weißer mit wirklich schöner Alcantara Ausstattung, innen großes Carbonpaket, außen wohl das Kleine. In echt sieht er wirklich klasse aus. Die Verarbeitung scheint gut zu sein, zumindest viel mir nichts Negatives auf. Die Türen sind natürlich der Hammer und nicht alltäglich (außer für gewisse Lambofahrer unter uns).

Ausstattungstechnisch, auch mit den unterschiedlichen Modis, ist alles drin was man braucht. Dann durfte ich einen 570GT fahren (S war keiner zugelassen). Das Auto fährt sich super angenehm. Die Schaltwippe ist tatsächlich eine richtige Wippe. D.h. wenn man will, kann man mit einer Hand rauf und runter schalten. Die Wippe ist starr. Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Der Sound im Stand ist zufriedenstellend. Die Leistung ist sicher ausreichend, die Turbos setzen schnell und toll ein. Kurzum, er geht wie die Hölle. Dann kam ein Tunnel. Uiiii, Tunnel. Logo, Fenster auf, runterschalten und.... pfffffffffffffffffffffffffff. Nix. Naja, nix ist übertrieben, aber eben kein wirklicher Sound für einen 570 PS Supersportler (auch wenn McLaren nur von Sport Series spricht). Aber trotzdem, das Auto ist einfach toll. Irgendwie Anders, zumindest zu dem was ich bisher hatte. Die meiste Ähnlichkeit vom Fahrkomfort etc. hat er zum 991 GT3.

 

Ja und dann, dann machte ich den Fehler und schaute bei Lamborghini vorbei. Stand da doch ein Performante Vorführer rum. Eigentlich wollte ich nur bei Hrn. Kellermann "Hallo" sagen. Der war aber gar nicht da. Frechheit siegt dachte ich mir und frug, ob ich den mal fahren darf. Logo. Gesagt getan und schwupp, saß ich im Performante. Meine kleine französische Bulldogge wußte gar nicht was ihr geschah :-)

Und da war es wieder, dieses Supersportwagenfeeling. Der Sound eines Saugers ist halt nicht zu schlagen. Dafür ist die Rundumsicht eine Katastrophe. 

 

Lange Rede kurzer Sinn.... Ich bin genau so schlau wie vorher :-) Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Sind nicht miteinander vergleichbar. Vor Ort sagte ich: Der 570S ist das Filetiermesser, der Huracan eine Axt. Beides reizt...

 

Und nun? Nun keine Ahnung. Ich warte auf @Luimex bis er aus dem Urlaub ist und kauf wieder einen Ferrari :-)

gespaltene Grüße
Chris

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Stocker85
Geschrieben

Gute Entscheid:-))!ung 

Hab mal ne frage, hab ich es richtig verstanden das du einen Ferrari 458 hattest und jetzt eventuell umsteigen wolltest? Momentan hast du keinen ferrari?

F40org
Geschrieben
vor 58 Minuten schrieb Chris911:

Ich warte auf @Luimex bis er aus dem Urlaub ist und kauf wieder einen Ferrari :-)

Eine weise Entscheidung. :wink:

Chris911
Geschrieben
vor 57 Minuten schrieb Stocker85:

Gute Entscheid:-))!ung 

Hab mal ne frage, hab ich es richtig verstanden das du einen Ferrari 458 hattest und jetzt eventuell umsteigen wolltest? Momentan hast du keinen ferrari?

Richtig, momentan kein Auto.

Nach 458 kam GT3, der war mir aber zu weich gespült.

mal sehen ob und was nun kommt

rudifink
Geschrieben (bearbeitet)

Wenn Du die Essenz aus beiden suchst, wäre eine Probefahrt im Mercedes AMG GT R zu überlegen. Der liegt preislich unter dem 570S, und vom Sound weit drüber. Auch die Fahrleistungen sind besser als im 570 S. Ferner hat er die geringeren Wartungskosten. 

 

Der Kauf des Huracan Performate ist natürlich ein andere Liga. Seit dieser Woche kann man auch den Ferrari California mit 600 PS vorbestellen. Wobei ich den Sound nicht kenne und es ein Turbomotor ist. Der wirkt hinten nun viel tiefer und wirkt nun nicht mehr so hoch und moderner durch geänderten Aufbau des Verdecks hinten. Preis auch knapp bei 200.000 Euro. Vorne wie der GTC4 Lusso und 812 Superfast. Innen mit modernem Navi usw. Andere Autos fallen mir auch nicht als Hilfestellung ein. Luimex Option ist natürlich immer die beste Lösung. 

bearbeitet von rudifink
Stocker85
Geschrieben

Den AMG GT R bin ich auch gefahren. Tolles Auto Sound war auch gut. Aber wieder das alte Thema Emotionen halten sich in Grenzen. Das ist nicht vergleichbar mit einem Ferrari. 

Gesselschaftsfähiger würde ich den Mercedes einstufen. 

BMWUser5
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Chris911:

...und kauf wieder einen Ferrari :-)

Der 488GTB klingt auch nicht viel besser, vielleicht auf den Nachfolger warten. Empfehle den Speciale ;) 

rudifink
Geschrieben

Auf den 488 Speciale braucht er nicht warten. Mir sagte heute Ferrari der kommt 2018 nicht. :-( 

nero_daytona
Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Chris911:

Nach 458 kam GT3

Was hatte dich denn da geritten?

:-o

Chris911
Geschrieben

@nero_daytona: die Neugier.

Ein Speciale wäre sogar mein Favorit, aber wohl teurer als ein neuer Performante. Ein no go 

Luimex
Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb BMWUser5:

Habe schon den 458 Speciale gemeint...Nimm doch den von @Luimex

Zu spät.....  8-) heute am Strand am Telefon verkauft .... :-))!

Stocker85
Geschrieben (bearbeitet)

@LuimexNa super werner so lässt sich Urlaub machen.:-))!

dann noch einen schönen Rest Urlaub. 

 

bearbeitet von Stocker85
racer3000m
Geschrieben

Der Werner arbeitet sogar im Urlaub:vollgas:

Ultimatum
Geschrieben
Am 15.8.2017 um 00:08 schrieb Luimex:

Zu spät.....  8-) heute am Strand am Telefon verkauft .... :-))!

dann am besten den urlaub gleich um weitere 4 Wochen verlängern!

GT_MF5_026
Geschrieben
Am 11.8.2017 um 13:13 schrieb Chris911:

Hallo Sportwagenfreunde,

über McLaren liest man hier echt wenig. Gibt es  hier Leute, die ein solches Auto bewegen? Also McLaren generell und im speziellen 570S?

Wie sind so die Erfahrungswerte über Performance, Sound, Verbrauch, Unterhalt, Inspektion, Werkstätten etc etc etc.

Mir gefällt der 570S immer besser. Werde mich am Montag mal schlau machen und nach München fahren.

Problem wird sein, dass ich v.a. soundtechnisch vom 458 echt verwöhnt bin. Ich fürchte, da kommt der 570 bei weitem nicht ran.

Was ich beim 458 auch gut finde ist, dass man die Schaltvorgänge schon noch merkt. Bei meinem GT3 hat sich das alles so weichgespühlt angefühlt. Ist sicher besser, schneller etc. aber eben irgendwie schon zu perfekt.

Deshalb würde mich der ein oder andere Erfahrungsbericht oder Vergleich zu Huracan, 458/488 oder GT3 brennend interessieren.

Viele Grüße

Chris

Ich hatte vorletztes Wochenende die Möglichkeit, sämtliche 570s Derivate ausgiebig im direkten Vergleich zum Porsche Turbo S auf dem Testgelände IDIADA (Nass-Handling, Hochgeschwindigkeit mit Steilwandkurve, Track sowie Überland) bei Barcelona zu fahren. Ich war in und weg und habe mir gleich einen 570s als Coupé gekauft.

 

Der McLaren 570s ist in meinen Augen klar der beste Sportwagen in seiner Liga. Wenn man einen Kaufentscheid allerdings vom "Sound" (die meisten meinen damit laute Motorgeräusche) abhängig macht, ist man beim Briten falsch. Dafür nervt er auch nicht auf langen Strecken. Die Flügeltüren schränken die Alltagstauglichkeit ein. Hier sind Ferrari, Porsche und AMG klar besser.

 

Der Verbrauch ist hoch, wenn man nicht gerade im Automatikmodus auf "Normal" fährt. Ehrlicher Schnitt wohl so zwischen 14 und 18 Liter. Inspektions- und Versicherungskosten sind im Vergleich zu Ferrari eher tief (zumindest bei meinem 650s Spider).

 

Die Performance ist absolut top. Ob der GT R schneller ist, wage ich zu bezweifeln - höchstens mit anderen speziellen Reifen. Allein schon sein Gewicht im Vergleich zum 570s verunmöglicht dies. Gegenüber dem 650s ist der 570s, obwohl er tiefer angesiedelt ist, für mich klar das bessere, weil modernere Auto. Das Getrieb ist ein Traum. Ebenso das Fahrwerk. Die Verarbeitung sowieso.

 

Wenn einem der GT R (oder was auch immer)  besser gefällt, ist das natürlich eine andere Sache.

BMWUser5
Geschrieben (bearbeitet)
vor 5 Stunden schrieb GT_MF5_026:

Ich war in und weg und habe mir gleich einen 570s als Coupé gekauft.

Wieso? Mit einem 720s hat man doch schon einen sehr guten Allrounder.

 

Sound ist nicht gleichzusetzen mit "laut", sondern der Frequenz. Es muss nicht laut sein um schön zu klingen. Ein Turbo klingt nunmal anders als ein Saugmotor, aber eben auch in unteren Drehzahlen, muss nicht immer Volllast sein.

bearbeitet von BMWUser5
SiJu
Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb GT_MF5_026:

Inspektions- und Versicherungskosten sind im Vergleich zu Ferrari eher tief (zumindest bei meinem 650s Spider).

 

 

Inspektionskosten bei vergleichbarem Ferrari = 0€ (in Worten: Null) ;)

GT_MF5_026
Geschrieben

Die Inspektionskosten sind nicht Null. Man bezahlt sich einfach mit dem Kaufpreis.

 

vor 2 Stunden schrieb BMWUser5:

Wieso? Mit einem 720s hat man doch schon einen sehr guten Allrounder.

Seit wann ist ein Sportwagenkauf Vernunftssache?

BMWUser5
Geschrieben (bearbeitet)

@GT_MF5_026 So habe ich das nicht gemeint, aber für mich wären die beiden Wagen zu nahe/ähnlich. Aufbau, Leistungsentfaltung etc.

 

Z.B. wäre es für mich eher nachvollziehbarer, wenn man neben dem Mittelmotorsportwagen noch ein Heck- bzw. Frontmotor etc. daneben stellt. Naja muss ja jeder selber entscheiden.

bearbeitet von BMWUser5

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      Hi ,
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      Jens
    • SR-71_AVS
      Hallo Sportwagenfans,
      nach 1,5 Jahre artgerechter Einfahrzeit möchte ich Euch von den Erfahrungen mit meinem Aventador S berichten. Dies ist mein erster Beitrag in dem Forum obwohl ich schon seit einigen Jahre immer wieder mitlese. Ich denke, dass für den einen oder anderen ein paar interessante Fakten dabei sind da im Internet leider eine Menge an Halbwissen und falschen Vermutungen von Einigen verbreitet wird die den Aventador S nur oberflächlich oder so gut wie gar nicht kennen.
       
      Vorweg, ich bin seit über zwei Jahrzehnte leidenschaftlicher Porschefahrer und besitze noch mehrere Autos und Motorräder. Den Porsche mit dem hohen Perfektionsgrad möchte ich zur täglichen Fahrt, Sommer wie Winter keinesfalls vermissen. Bei jedem neuen Modellwechsel wurde die Leistung erhöht, der Verbrauch weiter optimiert und die Beherrschbarkeit durch Assistenzsysteme derart verbessert, dass man immer weniger falsch machen kann obwohl man deutlich schneller unterwegs ist - dies ist eine enorme Ingenieursleistung von Porsche. Jedoch ging über die Jahre ein wenig der Reiz verloren, das Geräuschverhalten wurde immer weiter gezähmt und die Stückzahlen steigen und steigen. Bei uns im Ländle (zwischen Stuttgart und Bodensee) steht fast in jeder zweiten Hofeinfahrt bzw. Garage ein Porsche - nicht falsch verstehen, als echter Porschefan freu ich mich über jeden Handwerkermeister oder Landwirt bzw. Biostromproduzenten der sich so etwas leistet. Es gibt hier kein schnelles Internet, dafür schnelle Autos! Selbst mit einem GT2 oder GT3 fällt kaum noch auf da sich alle neueren 911er ziemlich ähnlich sehen.
       
      Von daher ergänzte ich meinen Fuhrpark vor über 7 Jahre mit einem damals aktuellen und sehr schönem LP560. Da es damit keine Qualitätsprobleme gab und ich nur gute Erfahrungen bezüglich Zuverlässigkeit inkl. der professionellen Betreuung durch den Händler machen konnte bestellte ich mir nach genauer Überlegung einen aufregenderen Aventador S. Er ist für mich heute die optimale Ergänzung und bietet noch genau den Reiz der im Laufe der fortschreitenden Fahrzeugentwicklung mit verschärften Euronormzertifizierungen verloren gegangen ist.
       
      Auf einen SVJ wollte ich aufgrund der Unsicherheit überhaupt noch einen in gewünschter Ausstattung zu bekommen nicht noch länger warten. Heute bin ich froh, dass ich einen neuen selbst konfigurierten Aventador S besitze. Das cleane Design und die klare Linienführung ohne dem Spoiler- und Flügelwerk ist ein einzigartig harmonisches Kunstwerk. Eventuelle Wertsteigerungen oder Wertverluste sind mir dabei ganz egal, ich möchte den Fahrspaß für den ein Aventador entwickelt wurde und keine tote Kapitalanlage.
       
      Die Verarbeitungsqualität war bei meinem LP560 schon hervorragend und ist beim Aventador S (mit Baujahr 2018) noch besser geworden, auf höchstem Niveau. Es scheint so als würden sich die gehobenen Qualitätsanforderungen vom Mutterkonzern richtig gut auf Lamborghini auswirken. Vor allem die Lackqualität (NeroAldebaran) ist das Beste was ich jemals bekommen habe. Gleichmäßige Spaltmaße und die homogene Klavierlackqualität von Vorne bis Hinten runden das Gesamtbild ab. Im Vergleich dazu ist das was in diesem Preis- und Sportwagen-Segment aus Maranello kommt sehr bescheiden und für mich nicht passabel wenn man jahrzehntelang Porsche- bzw. AUDI-Qualität gewohnt ist (sorry, rein objektive Feststellung ohne alle Emotionen).
       
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      Am Besten schaltet man das automatisierte Schaltgetriebe manuell. Das Gaspedal wird im richtigen Moment beim Schaltvorgang kurz angehoben und im festen Gang wieder Vollgas gegeben (falls erforderlich). Dadurch lassen sich hektische Schaltschläge und unangenehme Lastwechselreaktionen effektiv vermieden. Wenn man richtig reagiert und das Prinzip begriffen hat macht das Ganze einen Höllenspaß und der Aventador ist brutal schnell unterwegs.
       
      Die Herausforderung Mensch und Maschine in Einklang zu bringen bzw. den Stier an den Hörner zu packen und zu zähmen ist genau der besondere Reiz was bei den heute üblichen automatisierten und assistenzsystemunterstützten (fast idiotensicheren) Fahrzeuge immer mehr fehlt.
       
      Motor: Im Aventador S arbeitet der 6,5-Liter-V12-Sauger noch mit nachhaltiger und robuster Saugrohreinspritzung. Er darf (bis auf die Katalysatoren) ohne Partikelfilter und Abgasturbolader frei aus- und einatmen wie ein wildes Tier. Aus meiner Sicht ist es kein Fehler, dass Lamborghini auf eine aufwändige Direkteinspritzung mit Hochdruckpumpe (hohe Temperatur und Druckbelastungen der Einspriztventile im Brennraum mit komplexerer, voluminöserer  Zylinderkopfkonstruktion) beim V12 verzichtet hat. Die Wirkungsgradvorteile der Verdampfungsenthalpie (Kühlung des Brennraum bei der Einspritzphase durch Energieaufnahme beim Aggregatzustandswechsel) werden signifikant verschlechtert, wenn der Auslass des Direkteinspritzer zusätzlich mit einem großem und schweren Partikelfilter vollgestopft werden muss um die neue Euronorm zu erfüllen. Von den negativen Auswirkungen aggressiver Verbrennungsrückstände an Einlassventile, Ventilsitze, Kolbenringe und den hochbelasteten Einspritzventile im Brennraum ganz zu schweigen. Hinsichtlich potentieller, zukünftiger Klassiker sind robuste Konstruktionen mit möglichst konventioneller Technik besonders relevant wie hier z. B. die vom Kühlwasser umströmten, reparaturfreundlichen Zylinderlaufbuchsen bei denen die Kolben nicht direkt im Motorblockmaterial mit all den typischen tribologischen Schwierigkeiten laufen müssen.
       
      Ab 5000 U/min fühlt sich der V12 richtig wohl und zieht dabei ohne mit der Leistung nachzulassen brutal schnell bis 8500 U/min in den Drehzahlbegrenzer. Im Vergleich zu den heute üblichen, aufgeladenen Sportwagenmotoren mit wesentlich höheren Literleistungen bricht bei dem Sauger die Leistungsabgabe bis in die höchste Drehzahlregionen unter Volllast nie ein da ein zunehmender Hitzestau aufgrund heiß laufender Laderkomponenten hier absolut kein Thema ist. Bezüglich Standfestigkeit gilt ganz klar die alt bewährte Formel - Hubraum ist durch nichts zu ersetzten. Hohe Drücke bei hohen Temperaturen wirken sich generell sehr negativ auf die Dauerfestigkeit aus!
       
      Schaltet man unter Volllast kurz vor dem Drehzahlbegrenzer die Gänge durch landet man recht zügig mit der Schaltung vom 6. im 7. Gang bei ungefähr 7500 U/min und über 330 km/h, was dank der 12 Zylinder einer schonenden Kolbengeschwindigkeit von 19 m/s entspricht. Er schreit sich dabei die Seele aus dem Leib ähnlich einem Formel1-Aggregat aus den 70er Jahre. Im direkten Vergleich mit voll geöffneten Klappen ist der Aventador S sogar noch lauter als der SVJ mit dem höhergelegtem Auspuff – probiert es mal aus, wichtig ist dass die Klappen beim S in den äußeren dicken Rohre dabei vollständig geöffnet bleiben.
       
      Es ist eine wahre Freude wie unnachgiebig und lässig der V12 jenseits der 340 km/h auch noch auf den üblichen Autobahnsteigungen immer weiter schiebt bis in den Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer - den Begrenzer konnte ich leider nicht mehr erreichen da zu viele Beckenrandschwimmer auf der rechten Fahrspur aufgetaucht sind (hoffe, dass bald wieder eine Fußballmeisterschaft kommt und die meisten vor der Glotze hocken). Selbstverständlich werde ich niemand in irgendeiner Weise durch die schnelle Vorbeifahrt erschrecken oder in Bedrängnis bringen nur um zu kontrollieren ob der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer bei 8000 U/min und 362 km/h nach Tacho oder erst bei 366 und 8070 U/min einsetzt. Das hat man als Aventador-Fahrer überhaupt nicht notwendig, allein aufgrund der physikalischen Gegebenheiten hat das Fahrzeug bezüglich Topspeed gewaltiges Potenzial.
       
      Das Überholprestige ist das Beste was man sich (ohne Blaulicht) vorstellen kann und spart eine Menge Nerven. Über die Hälfte der Verkehrsteilnehmer machen bereitwillig Platz, wenn sie so etwas breites und flaches im Rückspiegel bemerken. Bei den übrigen Kandidaten schaltet man nur 2 bis 3 mal kurz runter um bei über 6000 U/min den bestialischen Formel1-Sound zu aktivieren. Mit dem Aventador ist dadurch ein dichtes Auffahren oder stressiges Drängeln komplett unnötig.
       
      Die niedrige Gesamthöhe von 1,13 m mit der dadurch resultierenden geringen Projektionsfläche und den beim Aventador S nicht vorhandenen abstehenden Spoiler wirken sich sehr positiv auf den Luftwiederstand und die Höchstgeschwindigkeit aus. Mehr Abtrieb benötigt er auch nicht da er im Vergleich zum SVJ rein statisch ein Mehrgewicht von 22 kg auf die Vorderachse und 50 kg mehr auf die Hinterachse bringt. Dass der S dabei ohne die weicheren Sportreifen des SVJ in der Beschleunigung von 0 auf 100 nur 0,1s, von 0 auf 200 nur 0,3s und von 0 auf 300 nur 0,2s länger benötigt ist ein Witz (Messwerte AutoBild Sportscars).
       
      Längere Staus bei einer rekordverdächtigen Affenhitze (Ende Juli) mit gemessener Außentemperatur von 41°C zwischen den reflektierenden Betonfassaden im Großstadtverkehr lässt sich mein komplett schwarzer Aventador S nicht im geringstem negativ anmerken. Die Temperaturen bleiben bei maximal aktivierter Klimaanlage stabil im Mittleren Bereich (ca. 100°C Öl und 90°C Wasser). Lamborghini hat die Kühlungskapazität über die Jahre immer weiter optimiert - perfekt für die Heißländer mit wohlbetuchter Kundschaft. Blickt man durch den Rückspiegel, wenn die großvolumigen Gebläse mit hohen Drehzahlen am Heulen sind flimmert nur so die Luft über dem Heck wie bei einem Kampfjet mit Nachbrenner beim Start. Überall freuen sich die Passanten und animieren einem zum Gas geben, so macht das Stehen im Stau bei den recht unangenehmen Außentemperaturen auch noch richtig Spaß. Echt verwunderlich, der brutale V12-Sound würde von anderen PKWs niemals in der Ausprägung so positiv akzeptiert werden.
       
      Fahrwerk: Die aktive Hinterradlenkung ist für den Aventador ein richtiger Segen und eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger. Damit lässt es sich richtig wendig um die Ecken fetzen wie bei einem viel kleinerem Auto mit kurzem Radstand. Der Allrad verspannt sich beim Abbiegen weniger und er hat in engen Kurven eine bessere Traktion weil die Hinterräder aktiv in die richtige Position gelenkt werden - er bringt dadurch die Leistung generell effektiver auf die Straße. Jedoch muss man sich bei den sehr hohen Geschwindigkeiten an die mitlenkenden Hinterräder gewöhnen. Er bleibt immer präzise und stabil in der Spur, wenn das Lenkrad möglichst ruhig geführt wird.
       
      Die magneto-rheologische Dämpfung lässt sich von hart bis knall-hart verstellen, für den artegerechten Umgang voll ausreichend, jedoch nichts für Weicheier. Das aufwändige Pushrod System mit den horizontal liegenden Dämpfer an Vorder- und Hinterachsaufhängung ist absolut das Beste was im Sport- und Rennwagenbau existiert.
       
      Das Infotainment habe ich außer ein paar dringender Telefonate in den ganzen 1,5 Jahre noch nie benötigt obwohl ich die nicht gerade günstige Sensonum-Musikanlage mitbestellt habe. Mit dem Aventador fahre ich auch nicht nach dem Navi sondern frei Schnauze dahin wo es mir gefällt und ich möglichst freie Fahrt habe oder freundlich Platz gemacht wird. Fakt ist; das richtige Sound- und Entertainment-System sitzt beim Aventador hinter den Sitzen im Motorraum in Form von 12 Zylinder! In 10 oder 20 Jahre ist das heute schon wieder veraltete Infotainment vollkommen irrelevant. Für einen angehenden V12-Klassiker zählen robuste und konventionelle Technik in einem einzigartigen Design. Wer ein Fahrzeug mit hochmodernem Multimediasystem sucht liegt hier völlig falsch und kauft sich am besten jedes Jahr ein billigeres Multimediavehikel.
       
      Der Verbrauch von 20 bis 30 L/100km entspricht keinem kränkelndem Spritsparwunder, sondern ganz den Fahrleistungen eines robusten, großvolumigen V12 und man darf sich öfters auf die Gaudi beim Tanken freuen. Da ist immer was los, 95% der Passanten sind dabei total begeistert. Den restlichen 5% (meist Artenschützer bzw. Hobbynaturschützer) erklärt man recht freundlich und fundiert, dass es sich dabei nicht nur um ein Fortbewegungsmittel zum sinnlosen Drauflosfahren handelt sondern um eine kunstvolle Synthese aus atemberaubendem Design und einer klassischen frei atmenden, vom Aussterben bedrohten V12-Verbrennungskraftmaschine mit artgerechtem Bewegungsdrang und Geräuschverhalten.
       
      Ein paar Nachteile oder kleinere Spaßbremsen muss es natürlich auch geben. Der Aventador ist generell nur sehr eingeschränkt alltagstauglich und höchstens als Zweit- oder besser als Drittwagen geeignet. Im Innenraum auf der Fahrerseite sind außer dem winzigen Fach in der Mittelkonsole keine Staufächer oder Ablagemöglichkeiten vorhanden. Nur in Verbindung mit dem Reisepaket für schlappe 952€ Brutto gibt es zwei Becherhalter in denen ich mein Handy mit Geldbeutel platzieren kann und ein zwingend erforderliches Gepäcknetz hinter den Sitze damit nicht alles durch die Gegend fliegt.
      Allein aufgrund seiner Dimensionen kann man nicht einfach einsteigen und drauflosfahren wie mit jedem anderen Auto. Die Sicht ist im Allgemeinen und Besonderem nach hinten extrem eingeschränkt. Hoch hängende Ampeln sind aufgrund der fast auf dem Boden liegenden Sitzposition kaum im Sichtbereich und alle andere Verkehrsteilnehmer schauen auf einem herab. Die Rückfahrkamera und das Liftsystem sind fast immer erforderlich. Da der Aventador ohne Rückspiegel schon über zwei Meter breit ist muss man sich vorher genau überlegen ob man in eine schmälere Straße einfahren kann oder z. B. mit Verengungen aufgrund geparkter Autos rechnen muss. Hohe Randsteine sind der blanke Horror! Permanent muss ich auf genügend Abstand zum filigranem Felgenhorn meiner schwarz beschichteten Diantus mit der extrem niederen Querschnittsbereifung achten.
       
      Beim Überholen eines LKW oder Landmaschine ist auf den schmäleren Land- oder Kreis-Straßen ein cooles Vorbeiquetschen wie z. B. mit dem 911er unmöglich, wenn der Andere nicht freiwillig auf den Straßenrand fährt. Enge Kurven machen gewaltigen Spaß und liegen dem Aventador S mit ordentlicher Querbeschleunigung richtig gut, nur darf nichts Breites entgegenkommen oder die Straße muss breit genug sein!
       
      Fazit: Die Unterhaltskosen gehen voll in Ordnung bei dem was er vor allem an Highspeed-Fun, atemberaubender V12-Soundkulisse, exklusivem Fahrfeeling, außergewöhnlichem Design und Überholprestige bietet. Da gibt es noch kostspieligere Exoten, die kaum schneller sind, schlechter verarbeitet sind und eine anfällige Technik ohne die notwendige Entwicklungstiefe mit ausreichender Erprobung haben. Ich möchte hier keine langwierige Milchmädchenrechnung aufstellen, kurz zusammengefasst kostet er wesentlich mehr wie mein ehemaliger Gallardo oder ein Huracan, aber nicht ganz das Doppelte. D. h. wer am besten gleich mit den doppelten Unterhaltskosten eines Huracan rechnet kommt mit den Ausgaben für den Aventador ganz gut klar.
       
      Wir können gespannt sein was bei den Ideen unserer Gesetzgeber noch von diesem einzigartigen, brutalen Fahrspaß ab kommender Euro7-Norm beim Nachfolger erhalten bleiben darf. Ich bin echt glücklich, dass ein pures Spaßfahrzeug in der Form noch eine Zulassung bekommen hat und ich diesen Aventador S mit all seinen aufregenden, ungefilterten Eigenschaften inkl. dem atemberaubenden Design, noch lange bis ins Rentenalter fahren kann während meine Alltagsauto immer geräuschloser, elektrischer und autonomer (langweiliger) werden.
       


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