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PCP

Na klasse

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alpinab846
Geschrieben

@ chip: Englisch? Computer? Die Leute müßten erstmal Deutsch lernen...Ich denke Porsche hat ein verdammt gutes Management, 3000 Euro als Überschußbeteiligung für jeden am ende des Jahres-was will man eigentlich mehr. Herr Wiedeking ist jeden einzelnen Euro wert...

Ob man auf der anderen Seite nicht mal Haftungsbestimmungen für die Manager einführen sollte (wie war das noch mit Hern Reuter oder den Mannesmann Verantwortlichen) und auch unsere lieben Volksvertreter mal in Regress nehmen könnte (Stolpe-oder sollte ich lieber Stümper sagen) steht auf einem anderen Blatt....

Mein alter Chefarzt hat immer gesagt, der Fisch stinke vom Kopfe her. Da war viel whres dran.

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eltoro
Geschrieben

@headroom

Gut, ein Bsp:

In meiner alten Heimat hab ich einen Bekannten, seines Zeichens Forstwirt.

Nun werden von den Forstämtern in Hessen 50% gestrichen ond der Rest zusammengelegt.

Dadurch werden auch ca 50% der Forstwirte arbeitslos. Logischerweise herrscht nun ein erklecklicher

Überschuß an Forstwirten. Wenn Du nun dazugehörst und vielleicht noch über 40 oder noch älter bist,

dann sind die Karten schon mal ziemlich schlecht. Die Leute wollen sicher arbeiten, aber ebenso sicher werden sie keine EDV Fachleute mehr und zur Müllabfuhr können sie auch nicht alle gehen.

Da bekommen sie dann Stellenangebote hunderte Kilometer weit weg und das bei gleichzeitiger Zusammenstreichung der Kilometerpauchale. Herzlichen Glückwunsch.

Ich finde hier wird oft der Fehler begangen, die ganze Situation nur aus der Sicht der hochqualifizierten, hochmobilen und mit Unternehmergeist ausgetattete Persönlichkeit zu sehen. Die Masse der Arbeitnehmer und Arbeitslosen hat einfach die Möglichkeiten und das Potential nicht.

Abgesehen davon glaube ich nicht, das jeder hier einen x-beliebigen Job annehmen würde. Sowas ist schnell dahergesagt, aber wenn dann 8h im Akkord Schweinehälften zerlegt werden sollen, wo man vorher schön am Pc gearbeitet hat, dann sieht's auf einmal ganz anders aus.

Dass wir uns nicht mißverstehen: Ich unterstütze die Forderung nach mehr Flexibilität der Arbeitssuchenden, aber alles kann man auch nicht verlangen.

Weiterhin kotzt mich der Mißbrauch von Sozialleistungen ebenso an.

Wenn jeder eine Stelle mit vertretbarem Aufwand finden könnte, dann müßten wir doch höchsten 500.000 Arbeitslose haben und nicht 5Mio. Aber gibt es so viele Stellen überhaupt? Nein! Es gibt weniger als 300.000 gemeldete offene Stellen. Macht bei einer Meldequote von ca 40% ungefähr 700.000 offene Stellen insgesamt.

Wie soll dann jeder eine Stelle finden? Oder sollen alle eine Ich-AG gründen? Das würde wohl kaum funktionieren.

my 2 cent, Toro

--AngryAngel--
Geschrieben

@eltoro:

Wo du schon die Kilometerpauschale ansprichst, die können sie meinetwegen ganz abschaffen, ich weiss garnicht was das soll. Wir haben eine so entspannte Wohnungssituation, da kann jeder halbwegs nah an seinem Arbeitsplatz wohnen wenn er will. wieso soll der Staat dafür zahlen, dass ich jeden Tag 200Km zurücklege, um arbeiten zu können? Die, die davon betroffen sind sparen in vielen Fällen grosse Summen bei den Mieten oder Grundstückspreisen, dann noch die Eigenheimzulage, es lohnt sich sogar finanziell, im Grünen zu wohnen...

Davon wie sinnoll das ganze unter ökologischen Gesichtspunkten ist mal ganz abgesehen.

:wink2: ][AngryAngel][

eltoro
Geschrieben

Sicher lebt man auf dem Land günstiger, aber wenn Du da Deinen Arbeitsplatz hattest und gerade ein Haus gekauft, die Frau hat auch noch eine Stelle dort evtl noch Kinder in der Schule, dann zieht es sich nicht mehr so mir nichts dir nichts um. Abgesehen davon kostet es auch Geld.

Ausserdem kann es ja auch sein, dass einem als Frankfurter z.B. eine Stelle in Köln antreten zugewiesen wird. Man muss ja nicht unbedingt vom Land kommen um arbeitslos zu sein.

Gruss, Toro

ToniTanti
Geschrieben

@eltorro

Was bitte hat die private Lebensplanung eines voll geschäftsfähigen Bundesbürgers (Wohnung/ Haus/ etc.) mit den Pauschalen zu tun. Wenn sich jemand ein Haus kauft, ist es doch sein Problem. Warum soll die Allgemeinheit der Steurzahler dieser Person Kilometergeld zahlen?

Zahl die Allgemeinheit der Steuerzahler einm alten Ope-Admiral-Fahrer etwa Benzingeld?

Und noch was: Die Arbeit fängt am Werktor an. Und nirgendwo anders. Wenn Du schon mal in Berlin, Paris, London, New York oder L.A. warst, weißt Du, was lange Fahrwege sind.

In Berlin fahren Arbeitnehmer jeden Tag locker 1 Stunde mit dem ÖNV und bekommen kein Kilometergeld.

Also: Abschaffen + Gleichbehandlung aller herstellen!

Adios

PCP
Geschrieben
In Berlin fahren Arbeitnehmer jeden Tag locker 1 Stunde mit dem ÖNV und bekommen kein Kilometergeld.

Dafür können sie im Maximalfall ja auch 5.112 Euro Entferungspauschale bei der Steuererklärung ansetzen.

Also eigentlich wollte ich mit diesem Thread nur mal sagen das ich etwas traurig war / bin das da gestreikt wurde / wird. O:-)

Muss mir den Thread hier heute Abend mal durchlesen.

ToniTanti
Geschrieben

Hi PCP,

hier die aktuellen steuerlichen Infos:

Die Entfernungpauschale wird der Höhe nach grundsätzlich auf 4.500 EUR begrenzt - der Gesetzgeber hat hier versucht, diesen Betrag den Kosten einer Jahresnetzkarte der Deutschen Bahn AG anzupassen. Ein Überschreiten dieses Betrages ist nur möglich, wenn der Arbeitnehmer tatsächlich ein Kfz für Fahrten zwischen Wohnnung und Arbeitsstätte nutzt. (Übersteigen der Grenze: Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsstätte 68 Kilometer und mehr bei 220 Arbeitstagen pro Jahr.)

Soweit 4.500 EUR überschritten werden, wird seitens der Finanzbehörden ein Nachweis verlangt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass auch tatsächlich der Pkw genutzt wurde. Der Nachweis kann durch Tankquittungen oder Inspektionsrechnungen erbracht werden. So wird auf Inspektionsrechnungen im Regelfall der Kilometerstand des Fahrzeugs festgehalten - für Nachweiszwecke sind daher auch Protokolle von Hauptuntersuchungen beim TÜV geeignet, da hier ebenfalls die gefahrenen Kilometer eingetragen sind. Ferner kann auch der Kaufvertrag über eine neues/gebrauchtes Kfz dem Finanzamt zur Prüfung vorgelegt werden.

Ist aber eigentlich auch egal. Schafft diese ganzen Subventionen ab. Die Fahrt an die Nordschleife wird ja auch nicht steuerlich gefördert. Warum eigentlich nicht?

Adios

--AngryAngel--
Geschrieben
Ausserdem kann es ja auch sein, dass einem als Frankfurter z.B. eine Stelle in Köln antreten zugewiesen wird. Man muss ja nicht unbedingt vom Land kommen um arbeitslos zu sein.

Gruss, Toro

Die, die davon betroffen sind sparen in vielen Fällen grosse Summen bei den Mieten oder Grundstückspreisen

Alles klar? nicht alle, viele...

:wink2:

][AngryAngel][

PCP
Geschrieben

Toni,

ich meinte 2003. Ist ja auch wurscht, darum gehts ja gar nicht.

Die sollen hinmachen da. Ich habs eilig.

eltoro
Geschrieben
[AngryAngel]["]

Alles klar? nicht alle, viele...

:wink2:

][AngryAngel][

Mea culpa, nicht aufgepasst. :wink2:

Mir ging es eh weniger um die Pauschale, die stand nur in einem Nebensatz.

Aber der Thread is ja eh schon zu 100% offtopic.

@PCP: ich drück Dir die Daumen!

Gruss, Toro

Hagge
Geschrieben

Hi All

Wie soll ich anfangen....

Also ich bin Jungbetriebsrat bei einem großen Automobilzulieferer.

Ich bin auch engagierter Gewerkschafter.

Also ich sage nicht das die Gewerkschaften fehlerfrei sind.

Aber gewisse Realitäten muss mann einsehen.

Deutschland hat zurzeit ein Problem: Die Binnennachfrage stagniert stark.

Die Leute (grösstenteils Arbeitnehmer) konsumieren nicht mehr wie gewohnt.

Dies führt auch zu vielen Insolvenzen bei Firmen die eigentlich nur von der Binnennachfrage leben.

Es ist eben die Meinung der Gewerkschaften das mann die Binnennachfrage dadurch aufhebt indem mann den Menschen mehr Kaufkraft gibt.

Deshalb finde ich eine Tariferhöhung im allgemeinen gut.

Zu der Sache mit dem Kündigungsschutz:

Ich gebe Headroom recht das manche Kündigungsrechte unfair sind.

Wir hatten einen Fall von einem Azubi der trotz 32 Krankenscheinen (mehr Krank als da) und energischer Faulheit die Kündigung nicht geschrieben werden konnte.

ABER es ist der falsche Weg das der Kündigungsschutz verallgemeinert wird.

Es kann nicht sein das wegen einigen oder mehreren, auf gut Deutsch gesagt, Idioten mann nicht die ganze Arbeitnehmerschaft bestrafen muss.

Zu der Sache mit der Arbeitszeit.

Es ist in vielen Fabriken REGEL das mehr als 35 Stunden gearbeitet wird. Bei uns in der Fabrik wird Tag ein Tag aus gearbeitet komplett 21 Schichten.

Eine Steigerung der Wochenarbeitszeit hätte bei uns die Folge das in der Fabrik mit 5000 beschäftigten 600 zuviel wären.

Das ist nicht zu verantworten.

Es ist Tatsache das die Löhne in Deutschland höher sind als im Ausland, Aber Deutschland ist PRODUKTIV, Mag sein das Arbeiter in Polen usw billiger sind aber die Disziplin, Ordnungssinn, Fachwissen sowie Arbeitsmoral ist Deutschland nach vielen Studien immer noch eine Hausmarke.

Schaut euch das doch an: Überall sind Deutsche Produkte beliebt und begehrt.

Abgesehen von der Zuverlässigkeit (Japaner) ist Deutschland in Qualität ungeschlagen. Das wisst ihr.

Der Industriestandort Deutschland ist kann mann sagen ein "Weltmonopol" nirgendswo (vielleicht Schweiz) wird Ware in solch höchster Qualität erzeugt.

Die Waren finden auch reissenden Absatz ( Exportweltmeister). Nur was stagniert ist die Binnennachfrage.....

Mittlerweile kaufen sich die Leute eben einen Coralla oder 306 als einen Golf, oder einen Mazda 6 als eine C- Klasse.

Weil die Menschen Unsicher geworden sind durch die Einführung des Euro, durch Steueranstiege, durch die Teuerrungsrate.

Es muss daher den Leuten Kaufkraft zugeführt werden.

Es müssen auch nicht Arbeitslose bestraft werden nur weil mehrere Arbeitsaufnahme ablehnen. Da kann mann differenziert vorgehen.

Und die ganzen Tarifverträge können bei finanzieller Misere einer Firma ausgesetz werden denn es nicht im Intresse einer Gewerkschaft das eine Firma die viele ihrer Mitglieder beherbergt pleite geht.

In jedem Tarifvertrag ist Flexibilität dabei.

Und übrigens die ganzen Arbeitszeitverkürzungen sind nicht gekommen damit die Arbeitnehmer faul zuhause mehr zeit haben.

Nein sie sind eine Maßnahme um den Stellenabbau durch fortschreitende Automatisation aufzufangen.

Und Headroom um ehrlich zu sein Amerikanische Verhältnisse will Ich nicht hier haben.

Ich gebe zu es gibt blöde Gesetze aber deswegen muss mann nicht das ganze System in Frage Stellen.

Deutschland hat sich gerade deswegen so gut entwickelt da die grosse Masse der Bevölkerung (Arbeitnehmer) Kaufkraft besaß und diese auch in Produkte einsetzte was natürlich der heimischen Wirtschaft zugute kam.

Also deswegen die Bitte von mir an alle:

Bitte nicht wegen unangebrachten Streiks oder schikanenartigen Kündigungsproblemen das ganze System der Arbeitnehmervertretung in Frage stellen.

Was mich am meisten stört sind die Hetzkampangen der Medien.

Es wird dort übertrieben.

Lobenswert sind die Aussagen von Wendelin Wiedeking die mann in der ADAC Monatzeitschrift nachlesen kann. Er ist auch davon überzeugt das Deutschland trotz seiner im Vergleich höheren Löhnen ein absolut konkurrenzfähiger Standort ist.

Aber es gibt noch die raffgierigen Manager wie der von Pierer der 10000 auf die Strasse schmeisst, und damit den Staat schwächt, aber zeitgleich Milliardengewinne macht nur um seinen Auktionären eine Hammerbilanz zu präsentieren.

In einem privaten Gespräch mit einem Arbeitgeberpräsidenten eines Bundeslandes hatte dieser mir ehrlich gesagt das es ihm egal ist was in 10 Jahren in D los ist da er bis dahin eh genug Geld hat.

Und das ist weiss Gott keine Erfindung von mir sondern die ehrliche aber auch sehr harte Meinung eines Managers.

Viele Verluste sind auch auf die Devisen zurückzuführen, allein letztes Jahr hat unsere Firma 180 Millionen Euro an Ergebniss nur durch Devisenschwankungen verloren. Laut Aussage (privat) von unserem Geschäftsführer sind die vielen Verluste aller Firmen grösstenteils durch Devisenschwankungen passiert.

Aber ich verstehe (abern nicht respektiere) die Handlungen der Manager,

diese stehen unter enormen Druck durch ihre Aktionäre.

Sie müssen jedes Jahr ein höheres Ergebniss erzielen um eine Weiterbeschäftigung bei Vertragsverlängerung zu erleichtern. Das geht aber manchmal nur durch Verzweiflungstaten wie z.B. Entlassungen, weniger Löhne usw.

Aber bei ihren eigenen Bezügen wird nicht gespart. Eine Studie belegt das in den letzten 3 Jahren durschnittlich die Bezüge der Manager um 70 % Prozent erhöht wurden.

Das geht nicht. Mann kann nicht Wasser predigen und Wein trinken.

Und bitte ich bin kein Kommunist oder ein Linker Rabauke, aber ich bin ein Mensch der will das es in Deutschland keine Riesen Kluft zwischen Reich und Arm gibt. Das jeder später mal die Chance hat ein Eigenhaus zu haben, Bildung seiner Wahl zu geniessen ( auch in Gefahr) ohne in Chefetagen zu Sitzen. Ich will das es in Deutschland einen Mittelstand und Reiche gibt und nicht Menschen die jeden Tag um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen und nur noch Kleininvestitionen tätigen müssen und auch kein Heer von armen Sozialhilfeempfänger die durch die faulen Aktionen ihrer skrupellosen Leute mitbestraft werden.

Es muss ein Mittelweg gefunden werden. Ich sehe die Schuld weder bei den Gewerkschaften noch bei den Arbeitgebern sonder in dem Dialog miteinander.

Und Gewerkschaften abschaffen ist meiner Meinung nach das Ende der Demokratie. Wer eine Intressenvertretung einer Seite (von 2 Intressensvertretungen ausgehend) die Mitsprache verbietet vergräbt die Demokratie.

Ich Grüsse euch All Herzlich

:wink2: Hagge :wink2:

chip
Geschrieben
Es ist eben die Meinung der Gewerkschaften das mann die Binnennachfrage dadurch aufhebt indem mann den Menschen mehr Kaufkraft gibt.

Deshalb finde ich eine Tariferhöhung im allgemeinen gut.

Ein interessanter Post Hagge :-))!

Allerdings ist das mit der Kaufkraft so ein Problem. Der größte Teil der Erhöhung verpufft durch Steuern und Sozialabgaben. Dafür können weder Unternehmer noch Gewerkschaften etwas. Die Politik ist gefragt.

Wie wir aber in allen Jahren erleben folgt die Preisgestaltung der Produkte den Grundsätzen der VWL. Heißt: Höhere Kosten für die Produktion = höhere Preise.

Diese können dann nicht bezahlt werden weil wie bereits geschrieben nichts mehr überbleibt was an Erhöhung draufgepackt wurde.

So wird sich die Spirale immer weiter drehen und grundsätzlich wird sich nie etwas ändern. Außer, dass der von Dir beschriebene Mittelstand wegbricht. Die Politik hat wesentliche Chancen verpasst die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das muß man auch den Gewerkschaften vorwerfen weil genug Gewerkschaftler in der SPD auch in der Regierung sitzen. ( Wieviel SPD Abgeordnete im Bundestag sind Gewerkschaftler? Zweidrittel ??? berichtige mich bitte wenn ich falsch liege ) Und ohne klare und einfach Gesetze wird sich in diesem Land nie eine Planbarkeit ergeben. Ich denke hier liegt auch der Grund für die sinkende Binnennachfrage. Geld ist eigentlich genug da. Die Leute geben halt nichts aus weil sie durch das rot grüne huh und hot extrem verunsichert sind. Wer kann heute schon verbindlich planen was in zwei Jahren für Steuergesetzte etc. gültig sind ???

Ach ja eins noch von wegen Steigerung der Unternehmergehälter und Interessen an der Zukunft der Menschen. Ich stimme Dir da prinzipell zu. Allerdings denke ich, dass etliche Gewerkschaftsbosse da auch nicht anders denken und keine Deut besser sind.

ToniTanti
Geschrieben

Ich kann dieses unendliche Thema der Binnennachfrage nicht mehr hören.

Das wird nun von der Gewerkschaftsseite seit Generationen gepredigt. Und der Erfolg? Wenn dem so wäre, wo ist denn das ganze Geld aus den letzten 40 Jahren Binnenmarkt-Konsum-Erhöhung hin?

Ist es Binnennachfrage, wenn der VW-Mitarbeiter seine 2,2% mehr Lohn bei seinem nächsten Billigurlaub in Bulgarien oder Ungarn ausgibt?

Ich bin trotzdem dafür die Machtpotentiale der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände deutlich zu reduzieren und die Regelungen auf die Betriebsebene zu verlagern.

Und noch was zu den ach so schlimmen Unternehmern:

Wer schafft Arbeitsplätze?

Wer hat in der Vergangenheit Arbeitsplätze geschafft?

Lassen wir aus dieser Kette mal die ööfentlich Hand raus, sind es nur die Selbständigen, die Freiberufler und die Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen.

Natürlich mag es auch hierbei schwarze Schafe geben, aber mit absoluter Sicherheit sind mehr als 97% dieser Damen und Herren jederzeit verantwortungsvolle und menschliche Partner die sich ihrer sozialen Verantwortung durchaus bewußt sind.

Und es ist doch immer wieder komisch zu hören, daß wenn es irgendwo um Geld geht, der Ruf nach einem Sponsor laut wird. Klar, dafür ist ein Unternehmen gut. Es fragt nur niemand wo die Sponsorgelder verdient werden.

Und bitte laßt uns abschließend dieses immer wieder aufgewärmte Gewerkschaftsbild von den armen und ausgebeuteten Arbeitnehmnern verlassen, die ihr dasein unter menschenunwürdigen Bedingungen fristen.

Adios und schönes Wochenende!

Hagge
Geschrieben

Hi All

Allerdings ist das mit der Kaufkraft so ein Problem. Der größte Teil der Erhöhung verpufft durch Steuern und Sozialabgaben. Dafür können weder Unternehmer noch Gewerkschaften etwas. Die Politik ist gefragt.

Ja die lieben Politiker sind gefragt aber, meiner Meinung nach, alle Parteien ziemlich ratlos.....

Das muß man auch den Gewerkschaften vorwerfen weil genug Gewerkschaftler in der SPD auch in der Regierung sitzen. ( Wieviel SPD Abgeordnete im Bundestag sind Gewerkschaftler? Zweidrittel ??? berichtige mich bitte wenn ich falsch liege ) Und ohne klare und einfach Gesetze wird sich in diesem Land nie eine Planbarkeit ergeben. Ich denke hier liegt auch der Grund für die sinkende Binnennachfrage. Geld ist eigentlich genug da. Die Leute geben halt nichts aus weil sie durch das rot grüne huh und hot extrem verunsichert sind. Wer kann heute schon verbindlich planen was in zwei Jahren für Steuergesetzte etc. gültig sind ???

da liegst du mit mir auf einer Wellenlänge :hug: Wie von mir gesagt sind die Gewerkschaften nicht fehlerfrei und ehemalige Gewerkschaftsfunktionäre sind jetzt in der Regierung (Riester usw...).

Zur Zeit kursieren bei uns Gewerkschafter dieses Motto:

Ein schlechter Gewerkschafter landet bei der SPD.....

Naja 2/3 sind bestimmt in einer Gewerkschaft aber nur aus repräsentativem Zweck....Aber es gibt Leute wie Riester die (leider) aus der Gewerkschaftsszene kommen.

Ach ja eins noch von wegen Steigerung der Unternehmergehälter und Interessen an der Zukunft der Menschen. Ich stimme Dir da prinzipell zu. Allerdings denke ich, dass etliche Gewerkschaftsbosse da auch nicht anders denken und keine Deut besser sind.

sehe ich genauso. Hab auf vielen Gewerkschaftstreffen gefordert das GewerkschaftsSpitzenFunktionäre nicht mehr als 5000€ bekommen sollen.

Das Gehalt eine Jürgen Peters (von dem ich viel halte) liegt bei etwa 10000€.

Ich kann dieses unendliche Thema der Binnennachfrage nicht mehr hören.

Das wird nun von der Gewerkschaftsseite seit Generationen gepredigt. Und der Erfolg? Wenn dem so wäre, wo ist denn das ganze Geld aus den letzten 40 Jahren Binnenmarkt-Konsum-Erhöhung hin?

hast Recht Deutschland hat sich in den letzten 40 Jahren nicht weiterentwickelt. Sorry Toni aber dem ist nicht so....es geht auch nicht um mehr Lohn für den Binnenmarkt sondern die Unsicherheit der Menschen die durch Euro usw abgebaut wurde muss durch Planungsfähigkeit abgebaut werden. Und es ist Tatsache das die Probleme in Deutschland der Binnennachfrage zuzuschreiben sind. z.B. Firmen die auf das Ausland fokusiert sind geht es blendent aber Firmen die den Binnenmarkt versorgen haben Probleme.

Ich bin trotzdem dafür die Machtpotentiale der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände deutlich zu reduzieren und die Regelungen auf die Betriebsebene zu verlagern.

theoretisch gut aber praktisch sehr schwierig, weil ein Betriebsrat aus einer grossen Fabrik, wo er evtl Freigestellt und möglichkeiten hat, wird viel bessere Errungenschaften erzielen als z.B. Ein Betriebsrat der allein in einem 40 Mann Betrieb ist.

Desweiteren leidet der Betriebsrat unter dem Druck der Unmittelbaren Umgebung. Ohne Gewerkschaft hat es ein Betriebsrat sehr schwer. z.B. ein Betriebsrat darf nicht zum Streik aufrufen...desweiteren wer bezahlt Streikgeld...wer führt die Verhandlungen dies gilt genauso für die Unternehmen. z.B. Unternehmen die aus dem Arbeitgeberverband ausscheiden sind gezwungen einen Haustarifvertrag abzuschliessen welcher sie oft viel teuer zu stehen bekommt als der normal Tarifvertrag.

Und noch was zu den ach so schlimmen Unternehmern:

Wer schafft Arbeitsplätze?

Wer hat in der Vergangenheit Arbeitsplätze geschafft?

Lassen wir aus dieser Kette mal die ööfentlich Hand raus, sind es nur die Selbständigen, die Freiberufler und die Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen.

Natürlich mag es auch hierbei schwarze Schafe geben, aber mit absoluter Sicherheit sind mehr als 97% dieser Damen und Herren jederzeit verantwortungsvolle und menschliche Partner die sich ihrer sozialen Verantwortung durchaus bewußt sind.

hast Recht nicht alle sind schwarze Schafe, vorallendingen muss mann die Automobilindustrie loben die ihren Arbeitnehmern oft auf den Tarifvertrag Sonderzahlungen tätigt. Aber wer arbeitet 3 Schichten System (macht das mal 10 Jahre....)??? Wer opfert seine Wochenende (und das ist in der Grossindustrie die Regel) ??? Wer produziert die Qualität die Deutschland zum Exportweltmeister macht ???

Der Arbeitnehmer.

Du siehst sie sind alle beide von einander abhängig und eine Störung des Gleichgewichts ist nicht Gut für beide, auf Dauer gesehen.

Und bitte laßt uns abschließend dieses immer wieder aufgewärmte Gewerkschaftsbild von den armen und ausgebeuteten Arbeitnehmnern verlassen, die ihr dasein unter menschenunwürdigen Bedingungen fristen.

Zurzeit geht es dem Arbeitnehmer gut aber ich sehe schwarz zurzeit immer mehr die Gefahr das es schlechter werden kann.

Ich mache mir auch keine Sorgen um die Arbeitnehmer der Metallindustrie, denn die IG Metall war und ist immer stark gewesen. Ich mache mir Sorgen um die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst, in der Nahrungs und Genussmittel Industrie, in der Bauindustrie usw....

Gruss Hagge

Tilo
Geschrieben

Hallo,

die bisherigen Beiträge waren sehr interessant zu lesen.

@Hagge: Du überrascht mich sehr. Und zwar zum positiven.

Deine Argumente sind sehr gut. Erlebt man von Gewerkschaftlern

selten. Kompliment.

@Angry Angel: Ich möchte Dich mal erleben, wenn Du ein Haus an, oder in der Nähe Deines Arbeitsplatzes gebaut hast. Je nachdem wie Deine Eigenkapitallage ist, finanziert man sowas auf 30 Jahre. Nach 15 Jahren wirst Du gekündigt. Du hast aber mitlerweile eine Frau und vielleicht noch 2 schulpflichtige Kinder. In der Region bekommst Du keine Arbeit mehr, weil es einfach keine gibt...In anderen Regionen Deutschlands bekommst Du Arbeit. Dort verdienst Du aber unter Umständen das Gleiche, was Du bei Deinem alten Arbeitgeber bekommen hast......Aufgrund der Arbeitsmarktsituation an Deinem Heimatort ist es schwierig Deine Immobilie wieder zu veräussern........Ich hoffe Du merkst worauf ich hinaus will..... Also ist es schon gut, wenn man die KM-Pauschale zahlt. Ansonsten machst Du nämlich einen auf Arbeitslos und kostest dem Staat Geld. So zahlst Du die KM-Pauschale in verschiedenen Bereichen wieder an den Staat zurück....Benzin (Ökosteuer), Verschleissteile am PKW (Mehrwertsteuer), du zahlst weiterhin Lohnsteuer und Sozialabgaben...Das muss man auch betrachten.

Ok, back to topic....

Zu Porsche: Wenn das mit der Sonderzahlung stimmt, dann ist es eine grosse Frechheit, dass die Arbeitnehmer es wagen auf die Strasse zu gehen. Porsche zahlt sicherlich gute Gehälter. Porsche hat mit der Sonderzahlung von 3000 EUR seine Mitarbeiter am Unternehmenserfolg 2003 teilhaben lassen. 3000 EUR !!! Das ist eine "Gehaltserhöhung" von 250 EUR/Monat !! Wo gibt es sowas denn heutzutage noch ?? Und die Mitarbeiter bei Porsche bekommen auch Urlaubs- (50%) und Weihnachstgeld (55%)......

Meiner Meinung nach müssen Haustarifverträge geschlossen werden.

Es gibt viele kleinere Betriebe im Metallergewerbe die vielleicht keine gute Ertragslage hatten und diese werden dann bei einem Flächentarifvertrag mit in den grossen Topf geworfen. Das kann es auch nicht sein !

Die Industrie muss ordentlich Gehälter zahlen. Und gerade die Metallindustrie respektive Automobilindustrie zahlt sehr gute Gehälter. Wenn das Geschäftsjahr erfolgreich war, dann sollten Sonderzahlungen an die Mitarbeiter vorgenommen werden, denn schliesslich haben diese mit dazu beigetragen. Aber Pauschal zu sagen, wie fordern 4% ist einfach nur lächerlich ! Was man auch nicht vergessen darf ist, dass wenn alles nach "Tarif" geht, jeder Arbeitnehmer alle 2 Jahre automatisch innerhalb seiner Gehaltsgruppe hochgestuft wird..... Egal, ob er ein Low Perfomer ist oder nicht. Und das kann es auch nicht sein !

Ich arbeite in der Automobilindustrie, in meinem Unternehmen haben wir einen Haustarifvertrag. Und ich bin kein Mitglied der Gewerkschaft. Von Anfang an habe ich mehr wie 35h/Woche gearbeitet.

Denn wie schon von einem vorherigen Schreiber geschrieben. Die IG-Metal soll mir eine Aufstellung über die Anzahl der GESCHAFFENEN Stellen in Deutschland ! Da kommt nicht viel bei raus .....

Für mich die besten Beispiele von absoluter Ignoranz in der kürzeren Vergangenheit ist die 35h/Woche im Osten bei gleichem Lohn und das Gesülze bei der VW Aktion 5000 für 5000.

Die Forderung mit der 35h/Woche hätte sicherlich mehr Gehör gefunden wenn man gesagt hätte, dass a) der Lohn entsprechend angepasst wird und B) neue Leute eingestellt werden. Die AN im Osten arbeiten 37,5 Stunden (glaube ich zumindest). Bei 3 AN hätte man 7,5h/Tag im Sack. Das wäre dann schon wieder 1 neuer Arbeitsplatz gewesen ! Aber über sowas wird ja nicht nachgedacht.

VW hat angeboten 5000 ungelernte oder NICHT-Facharbeiter für 5000 DM/brutto einzustellen. Was macht die Gewerkschaft. Sie schreit rum ! Statt sich zu freuen, dass mal einer Arbeitsplätze schafft !

Ein Herr Zwickel saß mit bei Mannesmann im Aufsichtsrat....hat sich zwar offiziell bei der Abfindungsfindung für die Manager enthalten...Aber warum hat er das nicht öffentlich gemacht... ??? Weil er hintenrum genauso die Hände aufgehalten hat.

Das die GEwerkschaft immer höhere Gehälter fordert ist doch auch klar. Die Arbeitnehmer zahlen doch prozentual gemessen an ihrem Einkommen den Gewerkschaftsbeitrag......

Die Gewerkschaften selber sind die schlimmsten Arbeitsgeber in Deutschland. Dort gibt es nämlich keine 35h/Woche, usw... Das ist doch auch schon ein Widerspruch.

Die Gewerkschaften stecken in ganz vielen Weiterbildungsstätten....Wer wird denn weitergebildet....Arbeitslose etc. Also sacken die dort auch schon wieder Geld ein.....Vor allem Geld von Arbeitslosen, denen die Gewerkschaft durch ihre teilweise verrückten Forderungen den Job genommen hat.

Zu dem Thema Schichtarbeit/Akkord/am Band: Die Schule in Deutschland ist doch kostenlos...Jeder hat also die Möglichkeit "Gas zu geben" und nicht am Band "zu enden".....Das sollte man sich auch mal vor Augen führen.

Wenn die Unternehmen für ihre Mitarbeiter mehr bezahlen sollen, dann holen sie es sich auf der anderen Seite über die Preise ihrer Produkte wieder. Ist doch der normale Kreislauf.

Eine Forderung in Höhe der Inflationsrate wäre meiner Meinung nach OK gewesen. Oder aber mal Neues: Die Arbeitgeber verpflichten sich die nächten 1,5 Jahre keine ordentlichen Kündigungen auszusprechen und dafür bleibt das Gehalt gleich.... Wäre ja auch mal ein Ansatz. Denn ich habe lieber noch 1,5 Jahre Arbeit bei gleichem Lohn, als plötzlich nur noch 60 % meines letzten Nettoeinkommens !!

Und zu den bösen Arbeitgebern die ja alles aus Gewinnmaximierungsgründen verlagern: Ist man eine AG, wollen die Aktionäre eine ordentliche Rendite für ihre Anteile sehen. Ist doch normal ! Ist man eine GmbH zwingt einem teilweise der Kostendruck in die Knie. Es gibt sicherlich auch Ausnahmen.

Fall aus der Praxis: Unternehmen der Automobilindustrie wird angefragt ein Angebot für ein neues Projekt eines Herstellers abzugeben. In dieser Roadmap sind vom Anfragenden ganz klare Ziele gesteckt. Man braucht diesen Auftrag um Arbeitsplätze am Standort zu sichern. Allerdings muss man um die vorgegeben Ziele zu erfüllen mit Osteuropalöhnen bei der Fertigung kalkulieren. Was hat das zur Folge. In Deutschland werden Köpfe abgebaut und in Osteuropa aufgebaut. Dadurch springen zwar in Deutschland Arbeitnehmer über die Klinge, aber ich kann immer noch einen Grossteil meiner Arbeitsplätze dadurch sichern und die Firma kann Geld verdienen. Hätte die Firma aber hier in Deutschland weiter gefertigt wäre sie unter Umständen pleite gegangen......

Klar kann man jetzt argumentieren, dass diese Leute jetzt keine Kaufkraft mehr haben und die Binnennachfrage schwächen, aber wen interessiert das denn.....In China warten 100tausende auf Autos und andere Güter. Da ist ein Riesenmarkt mit einer noch grösseren Nachfrage am wachsen. Und für einen Konzern ist es gleich, ob er seine Ware in Asien, Europa, USA oder Deutschland verkauft. Hauptsache er verkauft sie und seine Kosten sind gering. Ist nunmal so !

Über das Thema kann man sicherlich noch Stundenlang diskutieren und ich habe auch lange überlegt, ob ich meinen "Senf" dazu schreibe, aber da sich bisher nicht allzuviel User dran beteiligt haben, dachte ich mir ich schreibe auch mal meine Meinung dazu.

Abschliessend vielleicht noch: Der Staat ist gefragt und zwar in höchsten Maßen in Deutschland mal wieder ordentliche Bedingungen zu schaffen, vor allem Bedingungen unter denen das Arbeiten/Geldverdienen und damit verdundenen Steuernzahlen wieder "Spass" macht. Und das geht meiner Meinung nach ganz einfach:

Jeder der nichts zu der deutschen Volkswirtschaft beigetragen / nichts in das deutsche Sozialsystem eingezahlt hat, der bekommt nur bei Krankheit und/oder Unfall Unterstützung. Alle anderen sollen sehen wie sie klar kommen ! Denn wenn ich heute nicht mehr arbeiten gehe, dann bekomme ich ja auch eine Wohnung, Fernseher, klamotten, etc. Bei uns im Ort hat vor kurzem eine "Asi"-Pärchen geheiratet. Beide sind noch keine 30 und leben schon seit Jahren von der Sozialhilfe. u.a. wurden die Eheringe vom Sozialamt bezahlt !! Wo leben wir hier eingentlich ?!

sooooo ich muss jetzt aufhören....sonst habe ich nachher Gicht in den Händen vom Schreiben.... :wink:

Gruss und (trotz allem) ein schönes Wochenende

Tilo

chip
Geschrieben

Sehr gut geschrieben Tilo!

@ all

Ich sehe in der ganzen Diskussion genau wie in so vielen anderen das Problem ,dass jeder seinen Standpunkt mit einem passenden Beispiel unterlegen kann. Dazu ist das Gebiet einfach viel zu groß und es auf beiden Seiten gibt viel zu viele Ungereimtheiten, so dass man für jedes Thema sofort zig für und wieder Beispiele hat.

Insofern werden wir uns leider im Kreis drehen.

Ich folgere aus der ganzen Diskussion, dass wir irgendwie einen neuen Typ Politiker brauchen. Die ganzen Gesichter im Fernseh sind für mich irgendwie abgenutzt. Immer der gleiche Müll auf allen Seiten.

Leider habe ich die Befürchtung, dass da nichts Gutes bei rauskommt und es eher noch schlimmer als besser wird.

Maniac007
Geschrieben

Mal ein paar Worte zur Binnennachfrage:

Es ist ökonomisch völlig falsch, dass Tariferhöhungen langfristig eine positive Wirkung auf die Binnennachfrage haben.

Das kann man sich auch leicht klarmachen. Ein Hersteller, der keine Gewinne macht, wird seinen Gewinn nicht dadurch steigern können, dass er seinen Angestellten mehr Geld für ihre Arbeit bezahlt. Selbst dann nicht, wenn er sich sicher sein kann, dass seine Angestellten das komplette zusätzliche Gehalt wieder für die eigenen Produkte ausgeben. Dann hat er zwar sein Geld wieder, muss aber schließlich noch die Rohstoffe und Betriebsstoffe bezahlen. Er wird also durch so ein Verhalten seine Lage nur verschlechtern, niemals verbessern. Deshalb vertritt auch heute kaum noch jemand diese Meinung, abgesehen von den Gewerkschaften.

Tilo
Geschrieben

Hallo,

@Chip: Du sagst es, aber auch in der Politik kommt nur weiter, wenn man ein Schleimer ist und dem der gerade die "Macht" hat in den Hintern kriecht. Somit haben Menschen mit normalen Ansichten schonmal keine Chance nach Oben zu kommen. Und da der Mensch anpassungsfähig ist, wird es sich, wenn er sich in diesen Kreisen bewegt, auch automatisch an diese Gesellschaft anpassen......Ein weiteres Problem ist der Mob von Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes in der Politik....Aber warum sind gerade diese Leute so stark in der Politik vertreten ?! Ist doch ganz einfach, in diesen Berufen/Angestelltenverhältnissen kann man sich beurlauben lassen und wenn es mit der politischen Karriere nicht läuft, dann hat man ja seinen alten Job wieder. Mach das mal in der freien Wirtschaft.... Es ist also sehr schwierig was zu verändern. Aber die Politiker sollten wirklich einmal bei sich anfangen, sprich auch von ihren "Aufwandsentschädigungen" Sozialabgaben zu leisten und anhand dieser geleisteten Einzahlungen werden dann auch die Pensionszahlungen berechnet und nicht wie es jetzt der Fall ist ! Selbstverständlich werden die Pensionen dann auch erst mit 65 / 67 ausgezahlt.

Zur Binnennachfrage: Der Markt ist einfach satt. Mitlerweile hat jeder eine Hifianlage, DVD Spieler, Computer, Auto...Die Sachen halten mitlerweile auch immer länger. Was soll bitte schön, ausser den Verbrauchsgütern in Deutschland nachgefragt werden ?! Und der Handel hat auch mit den Rabattschlachten selber schuld das ihm die Kunden weglaufen. Ich suche gerade eine Videokamera. Hersteller Preisvorgabe ist 800 EUR, auf guenstiger.de finde ich diese Kamera für 500 EUR. Das habe ich meinem Ortsansässigem Händler unter die Nase gehalten und er könnte mir höchstens 10% entgegen kommen.....Das sind aber nur 80 EUR im Vergleich zu 300 EUR !! Das die Verbraucher deshalb bei Käufen zurückhaltender sind ist doch klar....

Abschliessend vielleicht noch: Ich finde es super, dass dieser Thread, wenn auch mitlerweile total Offtopic, ohne persönliche Anfeindungen und Streitereien geführt wird. Und ich kann mich Chip nur anschliessen, das Thema kann noch Stundenlang weitergeführt werden und man wird so schnell nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

Gruss

Tilo

--AngryAngel--
Geschrieben
@Angry Angel: Ich möchte Dich mal erleben, wenn Du ein Haus an, oder in der Nähe Deines Arbeitsplatzes gebaut hast. Je nachdem wie Deine Eigenkapitallage ist, finanziert man sowas auf 30 Jahre. Nach 15 Jahren wirst Du gekündigt. Du hast aber mitlerweile eine Frau und vielleicht noch 2 schulpflichtige Kinder. In der Region bekommst Du keine Arbeit mehr, weil es einfach keine gibt...In anderen Regionen Deutschlands bekommst Du Arbeit. Dort verdienst Du aber unter Umständen das Gleiche, was Du bei Deinem alten Arbeitgeber bekommen hast......Aufgrund der Arbeitsmarktsituation an Deinem Heimatort ist es schwierig Deine Immobilie wieder zu veräussern........Ich hoffe Du merkst worauf ich hinaus will..... Also ist es schon gut, wenn man die KM-Pauschale zahlt. Ansonsten machst Du nämlich einen auf Arbeitslos und kostest dem Staat Geld. So zahlst Du die KM-Pauschale in verschiedenen Bereichen wieder an den Staat zurück....Benzin (Ökosteuer), Verschleissteile am PKW (Mehrwertsteuer), du zahlst weiterhin Lohnsteuer und Sozialabgaben...Das muss man auch betrachten.

Ich seh das nach wie vor etwas anders. Mein Ausbildungsbetrieb ist ziemlich genau 100Km von meinem Wohnort entfernt (ja, ich wohne noch bei meinen Eltern) ich müsste also theoretisch 1000Km die Woche fahren, da ich das von meiner Ausbildungsvergütung nicht bezahlen kann, hab ich da ne Wohnung, so dass ich die Strecke nur am We und vielleicht einmal die Woche fahre, da mein ganzer Freundeskreis noch dort wohnt. Wenn wir jetzt annehmen, dass ein Arbeitnehmer wie du ihn beschreibst, (Eigenheim, 2 Kinder, verheiratet) in der gleichen Situation ist, kann er sich entscheiden: Er verzichtet auf ein paar andere Dinge, bleibt da wohnen wo er seine Bude hingesetzt hat und fährt jeden Tag die 2h. Oder er nimmt sich ne günstige 2 Zimmer Wohnung und sieht seine Familie nicht jeden Tag. Das geht vielen so.

Ich denke, beide Möglichkeiten snd praktikabel und für einen AN, wie du ihn beschreibst finanzierbar, ist halt nur die Frage, wieviel man dafür ausgeben möchte, dass man seine Familie jeden Tag sieht und bequem mit dem Auto zur Arbeit kommt.

Gruss,

][AngryAngel][

Hagge
Geschrieben

Hi All

@Hagge: Du überrascht mich sehr. Und zwar zum positiven.

Deine Argumente sind sehr gut. Erlebt man von Gewerkschaftlern

selten. Kompliment.

Danke für das Kompliment Tilo. Aber meine Argumentation hab ich in Bildungsstätten der IG Metall gelernt (wo ich noch keinen Arbeitslosen gesehen habe). Desweiteren gibt es viel mehr Gewerkschafter die noch besser sind als ich und genauso denken wie ich.

Zu Porsche: Wenn das mit der Sonderzahlung stimmt, dann ist es eine grosse Frechheit, dass die Arbeitnehmer es wagen auf die Strasse zu gehen. Porsche zahlt sicherlich gute Gehälter. Porsche hat mit der Sonderzahlung von 3000 EUR seine Mitarbeiter am Unternehmenserfolg 2003 teilhaben lassen. 3000 EUR !!! Das ist eine "Gehaltserhöhung" von 250 EUR/Monat !! Wo gibt es sowas denn heutzutage noch ?? Und die Mitarbeiter bei Porsche bekommen auch Urlaubs- (50%) und Weihnachstgeld (55%)......

Sehe ich nicht so. Es ist eher die Anerkennung des Vorstandes gegenüber der Leistung der Arbeitnehmer (weiss das Porsche AN Wochendarbeiten zur Regel gemacht haben). Denn solch Gute Arbeit der AN und AG muss, egal ob ein Streik wegen Lohnerhöhung kommt, belohnt werden. Und durch diese Zahlung und durch die Tariferhöhung wird das Ergebniss von Porsche nicht mal im einstelligen Prozentbereich verändern. Es ist vorbildlich das ein Unternehmen wie Porsche seine AN schätzt. Die fördert die Arbeitsmoral sowie die Firmenverbundenheit bei den AN. Siehe das Ergebniss Porsche ist eines der produktivsten Firmen die es gibt.

Meiner Meinung nach müssen Haustarifverträge geschlossen werden.

Es gibt viele kleinere Betriebe im Metallergewerbe die vielleicht keine gute Ertragslage hatten und diese werden dann bei einem Flächentarifvertrag mit in den grossen Topf geworfen. Das kann es auch nicht sein !

Die Industrie muss ordentlich Gehälter zahlen. Und gerade die Metallindustrie respektive Automobilindustrie zahlt sehr gute Gehälter. Wenn das Geschäftsjahr erfolgreich war, dann sollten Sonderzahlungen an die Mitarbeiter vorgenommen werden, denn schliesslich haben diese mit dazu beigetragen. Aber Pauschal zu sagen, wie fordern 4% ist einfach nur lächerlich ! Was man auch nicht vergessen darf ist, dass wenn alles nach "Tarif" geht, jeder Arbeitnehmer alle 2 Jahre automatisch innerhalb seiner Gehaltsgruppe hochgestuft wird..... Egal, ob er ein Low Perfomer ist oder nicht. Und das kann es auch nicht sein !

Intressanter Ansatz aber sehr schwer und bürokratisch zu regeln.

Bei kleinen Firmen wird eh beim Tarifvertrag, falls schlechte Wirtschaftslage vorhanden, ausgesetz. Und ich bin eh der Meinung das eine Firma die wegen 4 % mehr Lohn pleite geht so oder so pleite gehen würde.

Desweiteren würde in Deutschland folgendes Bild entstehen. Grosse Firmen würden HammerLöhne bezahlen und kleinere würden ausgegrenzt und hätten Probleme mit ihrer Attraktivität. So falsch ist dein Bild nicht Tilo aber einige Probleme stehen im Weg.

Ich arbeite in der Automobilindustrie, in meinem Unternehmen haben wir einen Haustarifvertrag. Und ich bin kein Mitglied der Gewerkschaft. Von Anfang an habe ich mehr wie 35h/Woche gearbeitet.

denke durch den Haustarif ist eure Firma schlimmer drann als im Flächentarif.

Und wegen deiner Mitgliedschaft: Schade das kritische Leute (im positiven Sinne) nicht in der Gewerkschaft sind. Denn wenn dir die Arbeit der Gewerkschaft nicht gefällt (gebe ich dir in den letzten 2 Jahren recht) dann könntest du dich in ihr engagieren und deine Meinung vertreten.

Ein Tadel von einem Arbeitnehmer ist der Gewerkschaft lieber als ein Lob der AG denn dann haben sie was falsch gemacht.

Denn wie schon von einem vorherigen Schreiber geschrieben. Die IG-Metal soll mir eine Aufstellung über die Anzahl der GESCHAFFENEN Stellen in Deutschland ! Da kommt nicht viel bei raus .....

ist eine schwierige Frage aber ich stelle dir die Gegenfrage:

Wie viele Arbeitsplätze konnten durch die Arbeitszeitverkürzung gehalten werden ???

Die Forderung mit der 35h/Woche hätte sicherlich mehr Gehör gefunden wenn man gesagt hätte, dass a) der Lohn entsprechend angepasst wird und B) neue Leute eingestellt werden. Die AN im Osten arbeiten 37,5 Stunden (glaube ich zumindest). Bei 3 AN hätte man 7,5h/Tag im Sack. Das wäre dann schon wieder 1 neuer Arbeitsplatz gewesen ! Aber über sowas wird ja nicht nachgedacht.

Das ist ja das Problem Tilo, die Arbeitnehmer in Fabriken ist oft nicht solidarisch. Sie könnten auf Wochenendarbeit verzichten um neue Arbeitsplätze zu schaffen aber viele sind zu egoistisch dabei. Es würde an den Arbeitnehmern scheitern....Leider bin mit dir einer Meinung darin..

Ein Herr Zwickel saß mit bei Mannesmann im Aufsichtsrat....hat sich zwar offiziell bei der Abfindungsfindung für die Manager enthalten...Aber warum hat er das nicht öffentlich gemacht... ??? Weil er hintenrum genauso die Hände aufgehalten hat.

Das die GEwerkschaft immer höhere Gehälter fordert ist doch auch klar. Die Arbeitnehmer zahlen doch prozentual gemessen an ihrem Einkommen den Gewerkschaftsbeitrag......

Wass der Herr Zwickel getan hat war einfach nur Dumm....aber seine Rechnung hat er von seinen Mitgliedern bekommen. Er ist zurückgetreten weil sonst eine Enthebung stattgefunden hätte. Zwickel hat sich einfach nur verkauft !!!

Von Peters(war bei Zwickel nicht beliebt...) bin ich überzeugt nur der Huber gefällt mir nicht (war ja Zwickels bester...)

Und letzteres Ergibt sich halt Tilo und nur wegen dem Geld für sich .......also nicht übertreiben mein guter Tilo :hug:

Die Gewerkschaften selber sind die schlimmsten Arbeitsgeber in Deutschland. Dort gibt es nämlich keine 35h/Woche, usw... Das ist doch auch schon ein Widerspruch.

Ist auf freiwilliger Basis der jeweiligen Gewerkschaftssekretären, und glaub mir diese Leute sind mit Herz bei der Sache.

Über das Thema kann man sicherlich noch Stundenlang diskutieren und ich habe auch lange überlegt, ob ich meinen "Senf" dazu schreibe, aber da sich bisher nicht allzuviel User dran beteiligt haben, dachte ich mir ich schreibe auch mal meine Meinung dazu.

Du hast auf jeden Fall sehr gut argumentierten "Senf" dazugegeben. Nicht immer meine Meinung aber ich respektiere sie im höchsten Maß. Überleg dir nochmal ob du nicht in die Gewerkschaft als "kritische Stimme" beitreten willst.

sooooo ich muss jetzt aufhören....sonst habe ich nachher Gicht in den Händen vom Schreiben...

Hab sie mittlerweile, aber egal ich konnte mit dir ein Gespräch auf höchstem Niveau führen :-))! Respekt.

@Chip

Ich sehe in der ganzen Diskussion genau wie in so vielen anderen das Problem ,dass jeder seinen Standpunkt mit einem passenden Beispiel unterlegen kann. Dazu ist das Gebiet einfach viel zu groß und es auf beiden Seiten gibt viel zu viele Ungereimtheiten, so dass man für jedes Thema sofort zig für und wieder Beispiele hat.

Insofern werden wir uns leider im Kreis drehen.

sehe ich genauso Chip. Alle beiden Seiten müssen sich entgegenkommen ohne das nur eine Seite abstriche machen muss.

Leider habe ich die Befürchtung, dass da nichts Gutes bei rauskommt und es eher noch schlimmer als besser wird.

So sieht es aus aber ich Hoffe immer noch das es bald besser wird, bin halt ein optimistischer Mensch.

@Maniac

Es ist ökonomisch völlig falsch, dass Tariferhöhungen langfristig eine positive Wirkung auf die Binnennachfrage haben.

Das kann man sich auch leicht klarmachen. Ein Hersteller, der keine Gewinne macht, wird seinen Gewinn nicht dadurch steigern können, dass er seinen Angestellten mehr Geld für ihre Arbeit bezahlt. Selbst dann nicht, wenn er sich sicher sein kann, dass seine Angestellten das komplette zusätzliche Gehalt wieder für die eigenen Produkte ausgeben. Dann hat er zwar sein Geld wieder, muss aber schließlich noch die Rohstoffe und Betriebsstoffe bezahlen. Er wird also durch so ein Verhalten seine Lage nur verschlechtern, niemals verbessern. Deshalb vertritt auch heute kaum noch jemand diese Meinung, abgesehen von den Gewerkschaften.

Sorry Maniac du siehtst alles zu simpel. Doch der Wirschaftskreislauf ist extrem kompliziert. Natürlich bekommt eine Firma nicht sofort mehr Aufträge aber nach und nach wird es unter bestimmten Umständen passieren.

Ich will versuchen ein Beispiel zu machen.

Eine Firma stellt Kunstoffflaschen her. Sie erhöht die Löhne hat aber direkt keinen Vorteil davon. Aber nach und nach haben alle AN mehr Geld und kaufen mehr Getränke in Kunststoffflaschen oder Restaurants kaufen mehr Kunstoffflaschenprodukte weil durch mehr Geld im Land mehr Gäste usw kommen.

Du siehst es ist kein Super Beispiel aber Der Wirtschaftskreislauf ist nicht simpel sonderen sehr kompliziert und anfällig auf jede Veränderungen, z.B. schlechte Stimmung bei den Leuten (was zur Zeit der Fall ist).

Und die es gibt mehr als Genug Leute die die Meinung der Gewerkschaften unterstützen. Die Streikbereitschaft der AN war seit langem nicht so gross wie heute. Das gebe ich dir mit Brief und Siegel.

Wir haben in unserer Firma vor 1-2 Jahren probleme gehabt die Leute für Demos oder Streiks zu begeistern. Mittlerweile haben wir gar keine Probleme sondern eher Probleme die Massen zu beruhigen. Schau doch mal auf die ganzen Warnstreiks, überall waren ganze Belegschaften draussen und nicht nur die Gewerkschaft.....Also nochmal Nachdenken was mann sagt.

Was aber das schlimmste ist das die Politik beide Seiten verunsichert (sogar unser Geschäftsführer ist der meinung das die leute (AN) zu verunsichert sind und sie selbst auch so sind).

Es muss eine klare Gesetzgebung kommen die keine Seite benachteiligt und nicht wegen irgendwelchen kleinigkeiten (Kündigungsschutzausnutzer) das ganze System abschafft.

In diesem Sinne beende ich meinen Beitrag.

Ich wünsch euch allen ein schönes Wochenende und hoffe das wir uns in der Zukunft über solche Themen nicht unterhalten müssen.

Gruss Hagge

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