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Fakten über Enzo Ferrari, die vielleicht nicht jeder weiss..

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Alt 16.03.2004, 21:24   #1 (permalink)
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Fakten über Enzo Ferrari, die vielleicht nicht jeder weiss..

.... aber durchaus interessant sind

Ich habe vor ein paar Tagen eine Biographie über Enzo Ferrari zu Ende gelesen, die mich ziemlich gefesselt hatte. Es handelte sich hierbei um die deutsche Version der italienischen Ausgabe "Ferrari L'Unico", die 1988 erschien und in Deutschland 1989 vom Motorbuch Verlag Stuttgart aufgelegt wurde. Der Autor, Gino Rancati, war ein enger Freund vom Enzo und hat ihn den grössten Teil seines Lebens begleitet. Wer sich das Buch kaufen will wird sich mit ebay vergnügen müssen, da es das Buch im Handel nicht mehr gibt (ISBN 3-613-01283-9).

Viele wissen das Enzo Anselmo Ferrari am 18.2.1898 in Modena geboren wurde, auch das er gerne Sportjournalist, Rennfahrer oder Opernsänger geworden wäre. Was aber kaum einer weiss, ist das er mit 16 eine Dreherlehre in der Werkstatt der Feuerwehr von Modena gemacht hatte. Zumindest war mir das neu. Bereits mit 16 hat der kleine Enzo einen Bericht in der "Gazzetta dello Sport" verfasst, er lautete "Inter Mailand - Modena 7:1"

Nächster Punkt, den ich bemerkenswert fand, ist dass das Jaguar E-Type Cabrio nach Enzos Meinung das schönste Auto der Welt sei. Beachtenswert meiner Meinung, wenn das ein Mann sagt der den 250 GTO geschaffen hat. Enzo fuhr übrigens privat kaum selbst Ferrari, er hatte einen 1600er Fiat mit Automatik, weil irgendwann in Italien ein Gesetz erlassen wurde, das Leute im Alter unter 21 und über 65 keine Autos mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 185 km/h fahren dürfen. Meiner meinung nach blanke Ieronie für einen Mann der die schnellsten Autos der Welt baute. Abgesehen davon schwärmte Enzo führ den Rolls Royce, den hätte er gern gefahren.

An Rennfahren gab es nur einen wirklich Großen für ihn, das war Tazio Nuvolari. Er hat alle Fahrer nur an ihm gemessen und es gab nur einen der annähernd sein zweiter Nuvolari wurde - Gilles Villeneuve. Der verstarb nur leider sehr früh...

Zu Lauda hatte er stets ein eigenartiges und gespanntes Verhältnis, bewunderte ihn aber für seinen Kampfgeist (Nürbrurgringunfall).

Enzo Ferrari unterschrieb immer mit violetter Tinte. Allerdings hat er das nur gemacht, weil sein Vater immer mit Kopierpapier geschrieben hat und er fand man könne das besser lesen.

Sein erster Sohn Dino starb früh an Muskel Dystrophie. Ein schwerer Verlust für Enzo und noch schwerer wenn man bedenkt das Grabräuber 26 Jahre nach Dinos Tod den Zinksarg in der Familiengruft aufsägten und dabei aber gestört wurden und flüchteten. man fasste die Schänder nie, man vermutet das sie die Leiche stehlen wollten um Enzo zu erpressen.

Zum Thema Erpressen, 1978 wurde einer seiner technischen Leiter (Giancarlo Bussi) auf Sardinien entführt und bleib für immer verschollen. Es gibt die These das er mit einem reichen Mann verwechselt wurde oder das Enzo die Erpresserbotschaft ignorierte. Die Wahrheit wird sich nie finden.

Was vielleicht bekannt ist, ist der Fakt das Ford das Unternehmen Ferrari kaufen wollte. Als dann der Gesandte aus Detroit kam fragte man ihm bis wieviel Dollra er Verhandlungsspielraum habe. Es waren 10.000 $ - ihr könnt euch den Rest sicher denken.... Ford baute den GT40 und machte Ferrari das Leben so schwer.

Einer der überraschendsten Punkte in dem Buch war für mich eigentlich der Umstand, das der Autor der Namensgeber des F40 war. Der damalige Generaldirektor Dr. Razelli erzählte Rancati das im September 1987 auf der IAA in Frankfurt ein Modell vorgestellt werden soll, das mit Spannung erwartet wird. Nur der Name fehlt eben noch und Rancati meinte das es genau 40 Jahre her sei das der erste Ferrari das Werk verliess und man ihn doch Ferrari Forty nennen sollte, auch in Hinblick auf den wichtigen US Markt.... - dafür bekam er eine Plakette mit dem F40 Schriftzug von Razelli zum Dank, auf der Enzo mit zittriger Hand und violetter Tinte unterschrieb.

Der Papst besuchte ebenfalls das Werk, er wurde in einem Mondial Cabrio ohne Panzerglas an der Belegschaft vorbei chauffiert. Enzo war zu dem Zeitpunkt schon zu schwach persönlich anwesend zu sein, und sein Sohn Piero hat ihn vertreten. Der Papst und Enzo hatten anschliessend ein Telefonat, dessen Gesprächsinhalt aber niemand kennt.

----

Vielleicht hab ich den einen oder anderen ja zum lesen des Buches angeregt, mich hat es jedenfalls gefesselt. Enzo Ferrari war für mich schon als Kind ein mann der mich fasziniert hat und ich finde das die Firma Ferrari nie eine grössere Faszination ausgeübt hat, als zu Lebzeiten des Commendatore.
S.Schnuse ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 16.03.2004, 22:16   #2 (permalink)
 
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Dieser Beitrag war ohne Witz sehr fesselnd und "rührt" mich echt...
Cool, dass auch mal "sowas" gepostet wird und nicht nur pure Automobiltechnik...
Denke auch, dass Ferrari unheimlich faszinierend ist...

Kannst du dasselbe vielleicht noch auf Lamborghini übertragen? Gibts da auch derartige Geschichten? Ja, ja, die Italiener, sind schon interessant ...
B. Veyron ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.03.2004, 22:22   #3 (permalink)
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Was Lamborghini angeht ist Raymond alias Countach QV der Mann hier! In dem Buch ist nicht viel erwähnt über Ferruccio, nur das Enzo ihn sehr von oben herab behandelt hat und ihn kaum erwähnte, nur als Landmaschinenhersteller...
S.Schnuse ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.03.2004, 22:57   #4 (permalink)
 
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Deswegen war er wohl so sauer.... naja...

Ich finde, der Murcielago ist das schönste Auto der Welt, besonders der Barchetta...also für mich jetzt...akzeptiert?.....nicht? ...*sichduckundwegrenn*..

Auch, wenn es so viele Threads gibt seit neustem, "Ferrari brennt hier und brennt da" ist und bleibt Ferrari doch diese Faszination, wie son Typ, der am Ende doch jede Frau kriegt... ...
Einfach nur herrlich...
Frage mich wirklich, wie Enzo Anselmo (wow ich habe was gelernt ) und Schumi zueinander stünden?
B. Veyron ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.03.2004, 23:46   #5 (permalink)
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Gute Frage, darüber könnte man ewig philosophieren. Zum Wolfgang von Trips hatte er auch nur ein oberflächliches Verhalten, was für ihn immer gezählt hatte war das Charisma und der Kampfgeist. Davon hat Schumi ja schon Einiges.
S.Schnuse ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2004, 20:09   #6 (permalink)
 
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wie ist enzo eigentlich zu ferdinand porsche gestanden? was hat er vom 911er gehalten?
lennon909 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2004, 22:04   #7 (permalink)
 
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Verdammt,...Porsche baut seit vierzig Jahren "ein" Auto --> der 911 ist echt ne Perfektion....
nichts für ungut ihr Ferraristi
B. Veyron ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2004, 22:46   #8 (permalink)
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Enzo und Ferdinand haben sich auf irgendeiner Automobilausstellung mal unterhalten - aber Enzo hat ihn dann mitten im Gespräch stehen lassen. Zum 911er direkt kann ich da nix sagen, steht nichts drin.
S.Schnuse ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.03.2004, 05:32   #9 (permalink)
 
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Zitat:
Zitat von Stefan_Schnuse
Was Lamborghini angeht ist Raymond alias Countach QV der Mann hier!
*hüstel*

Ferruccio Lamborghini wird am 28 April 1916 im Sternzeichen des Stiers geboren. Er interessiert und begeistert sich schon früh für Technik, Mechanik, Maschinen usw., richtet sich als 16jähriger eine Werkstatt im Stall seiner Eltern ein, bis dieser bis auf die Grundmauern abbrennt. Er studiert in Bologna und erwirbt ein technisches Diplom. Im zweiten Weltkrieg verschlägt es ihn nach Rhodos, die Insel wird 1944 von den Briten befreit, er bleibt bis 1946.



Nach den zweiten Weltkrieg fehlt es in Italien an allem, er beginnt 1952 mit der Produktion von Traktoren, zuvor nimmt er 1948 noch mit einem "Testa D’Oro" benannten umgebauten Fiat 500 "Topolino" an der Mille Miglia teil. Seine Traktoren und vor allem die Technik und die Motoren derselben gelten als unerreicht, die Ventile kommen beispielsweise vom gleichen Zulieferer wie die Maserati’s. Das Imperium wächst, es kommen Heizungs- und Klimaanlagen hinzu, er erhält vom italienischen Präsidenten, den der leutselige Lamborghini mit "Hallo!" begrüßt, den Titel des "Cavaliere del Lavoro" verliehen, "Ritter der Arbeit". Enzo Ferrari war nur "Commendatore", davon gab es viele.

Sein Reichtum ermöglicht ihm, alle zeitgenössischen Sport- und Luxuswagen zu fahren, den Ferrari zollt er jedoch im Vergleich den größten Respekt. Nichtsdestotrotz hat er mit den Wagen ständig Probleme und hält sie für noch nicht ausgereizt. Er modifiziert seine eigenen Wagen und fährt den Werkstestfahrern aus Maranello davon.

Irgendwann klagte er beim Commendatore persönlich ob der Kupplungsprobleme seiner Ferrari, doch lassen wir Ferruccio selber sprechen: " 'Du kannst zwar einen Traktor fahren, aber einen Ferrari wirst Du nie zu behandeln wissen!' Wäre mir Enzo Ferrari an jenem Tag, als ich zum x-ten mal über Kupplungsprobleme an meinem Ferrari klagte, nicht so dumm gekommen, hätte ich vielleicht nie meine Lamborghini gebaut." Manche Historiker schwören, dass die beiden Rivalen nie aufeinandergetroffen sind, Enzo Ferrari schwieg zeitlebens zu der Angelegenheit.

Der Rest ist Geschichte, Lamborghini stampft 1963 die modernste Automobilfabrikat Europa’s aus dem Boden, sammelt junge engagierte Konstrukteure (Giotto Bizzarrini, Ferrari 250 GTO), Techniker (Giampaolo Dallara), Ingenieure (u.a. auch zwei aus Deutschland, einer aus Japan) und Designer (später wird er eng mit Nuccio Bertone - siehe Foto - zusammenarbeiten) um sich und beginnt, die bald schnellsten italienischen Straßensportwagen zu bauen.



Obwohl seine Mannschaft hochmotiviert ist, nimmt er nie am ruhmreichen und medienwirksamen Motorsport teil. Es ist daher erstaunlich, dass Lamborghini trotzdem in einem Atemzug mit Ferrari und Maserati genannt wird, was den extremen und innovativen Straßensportwagen zu verdanken ist.

Der Miura ist der spektakulärste und schnellste Sportwagen der 60er Jahre, einer der ersten Mittelmotorsportwagen überhaupt, neben dem sich ein hochbeiniger Ferrari 275 GTB/4 wie ein Relikt aus der Steinzeit ausnimmt.



Zum Countach muss man kein Wort verlieren, Anfang der 70er Jahre kann nur eine UFO mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als dieser Flügeltürer, der bis 1990 gebaut wird. Der Countach gilt durch die Bank als der extremste Seriensportwagen, der je gebaut wurde, kein Auto hängt als Poster in mehr Jugendzimmern als der Countach.

Ferruccio Lamborghini verlässt das Unternehmen 1972, er wird bis zu seinem Tode am 20. Februar 1993 Wein anbauen. Er besaß im Übrigen immer einige Lamborghini, er richtete auf seinem Weingut ein kleines Museum ein. Sein automobiler Liebling ist das große Frontmotor-Coupé Jarama...:



Die Firma Lamborghini wandert durch mehrere Hände, wird schließlich und endlich 1987 von Chrysler gekauft. 1998 geht die Firma nach einem erneuten Besitzerwechseln endgültig an Audi.

Die Lamborghini, vor allem die Mittelmotor-Supersportwagen, galten schon immer als optische Sensation, die schon im Stand schneller aussahen als die Ferrari und Porsche bei Tempo 200. Ebenfalls recht erfolgreich war der viersitzige Espada (Debut 196, der bis in die 80er Jahre der schnellste Viersitzer der Welt war, auch optisch, denn er war im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern flach, breit und erreichte die Endgeschwindigkeit eines Porsche 911 Turbo. Die großen Frontmotor-Coupé’s floppten, ebenso die kleinen V8-Mittelmotor-Sportwagen.

Lamborghini definierte und definiert sich in den Köpfen der Fans und der Kunden zumeist über die großen V12-Mittelmotor-Supersportwagen. Ferrari hingegen verzichtet (bis auf die limitierten Modelle) ja inzwischen auf diese Nische, der Murciélago also steht in seinem Segment praktisch konkurrenzlos da..., andere Mittelmotorsportwagen findet man nur bei den Exoten (Pagani, Saleen) oder eine Klasse tiefer (Ferrari 360 Modena).
Karl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.03.2004, 07:16   #10 (permalink)
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- räusper

Danke Karl, da werden sich ja ein paar Lambofans riesig freuen!

---> 5:32 Uhr? Kompliment?
S.Schnuse ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Stichworte
daten, enzo ferrari, fakten, ferrari


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