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Ferrari Club Szene in Europa von 1967 bis heute


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Ferrari_Fan_NRW_NL

In Italien ist Ferrari quasi ein „Nationalheiligtum“. Jeder kennt die Scuderia Ferrari und die Autos mit dem Cavallino Rampante – dem springenden Pferd auf gelbem Grund. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass es unzählige Ferrari Clubs in Italien gibt. Dem Vernehmen nach gab es Ende der 80er Jahre in Italien rund 500 Ferrari Clubs. Quasi jede größere Provinz bzw. Stadt hatte ihren eigenen Club. In diesen Clubs wurde die Passion Ferrari gelebt und gefeiert. 

 

Mein Foto aus dem Jahr 1999 zeugt von dieser alten Club Kultur. Ich habe das Foto bei meinem Besuch in Maranello im Warm-up Store oder im Hors Ligne Store (ich weiß leider nicht mehr, welcher der Beiden es war) aufgenommen.

Man sieht eine Fülle von Aufklebern jener Clubs, die hier zu Besuch waren und sich verewigt haben.

 

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Für die rund 500 Ferrari-Clubs in Italien sowie für die Ferrari-Fan-Clubs in aller Welt hat Ferrari S.p.A. (Hauptverwaltung der Firma Ferrari) im Jahr 2006 die Dachstruktur „Scuderia Ferrari Club“ gegründet. Alle Clubs, die dort registriert sind, sind offiziell anerkannte Fan-Clubs. In Deutschland gibt es bis heute im Scuderia Ferrari Club lediglich zwei anerkannte Clubs - einer in Köln und einer in Stuttgart. 

 

Erst im Jahr 1987 wurde auf Geheiß des Commendatore Enzo Ferrari der offiziell anerkannte Ferrari Owners' Club Italia, ausschließlich für Ferrari-Besitzer, gegründet.  (Vgl. Vereinigte Motor-Verlage GmbH, Stuttgart, Alles über Ferrari, Eine Monographie der Motor-Presse Stuttgart, Seite 137, 1989)

 

Ferrari Clubs in Deutschland:

 

Vor dem Jahr 2006 war in Deutschland die Auswahl eines Clubs für Ferraristi und Fans auf drei Ferrari Clubs beschränkt:

 

1)      Ferrari Modell Club (FMC), gegründet 1974

2)      Ferrari Owners Club Deutschland e.V. (F.O.C.), gegründet 1975, durch Auto Becker, als damaliger Generalimporteur für Deutschland. Dieser Owners Club existiert heute noch, hat sich den Vorgaben der Ferrari S.p.A. aber nicht angeschlossen - ist also m.  E. kein offiziell anerkannter Club.

3)      Ferrari Club Deutschland e.V. (FCD), gegründet 1978. Dieser Club erhielt die offizielle Anerkennung  durch Ferrari S.p.A.

 

Während die Mitgliedschaft in den beiden letztgenannten Clubs den Besitz eines Ferraris voraussetzt, ist der Ferrari Modell Club für alle Enthusiasten offen, mit oder ohne Ferrari.

 

Offiziell anerkannte Ferrari Clubs in Europa:

 

Stand heute, im Jahr 2020,  gibt es in Europa 19, von Ferrari anerkannte Ferrari Owners' Clubs.

Ich habe eine Reihenfolge nach deren Gründungen erstellt, die ich sehr interessant finde.

Hätte jemand gedacht, dass Dänemark 1970 den dritten Ferrari Owners' Club in Europa gründete? Ich nicht.

 

1)   1967  Owners' Club Great Britain    plus    Prancing Horse Register ab 1976  (siehe unten)

2)   1968  Owners' Club France   

3)   1970  Owners' Club Denmark  

4)   1972  Owners' Club of Belgio   

5)   1973  Owners' Club Sweden 

6)   1978  Owners' Club Deutschland  

7)   1983  Owners' Club Nederland  

😎 1984  Owners' Club Luxembourg 

9)   1987  Owners' Club Italia   

10) 1987  Owners' Club Finland    

11) 1988  Owners' Club of Espana   

12) 1999  Owners' Club Norway 

13)  2001 Owners' Club Malta   plus   Fan Club ab 1998

14)  2001 Owners' Club Switzerland  

15)  2005  Owners' Club of Austria 

16)  2005  Owners' Club Hellas 

17)  2008  Owners' Club Romania   

18)  2008  Owners' Club of Czech Republic 

19)  2010  Owners' Club Hungary   

 

Weitergehende Informationen zu den nationalen Clubs, deren Club-Logos sowie deren Leitmotive findet man auf der Homepage von Ferrari und den eigenen Internetpräsenzen der Clubs.

 

Die Club-Logos von heute unterscheiden sich seit 2004 grundlegend von den alten Club-Logos auf meinem Foto. Warum ist das so?

 

Die Koordinierung und Homogenisierung durch Ferrari S.p.A.

 

Im Juni 1988 beschloss die Ferrari-Obrigkeit, noch zu Lebzeiten des Commendatore Enzo Ferrari, die weltweite Homogenität, nicht nur in der Händlerorganisation zu erreichen.  Vgl.: Vereinigte Motor-Verlage GmbH, Stuttgart, Alles über Ferrari, Eine Monographie der Motor-Presse Stuttgart, Seite 21, 1989

 

Im weiteren Zeitverlauf, wurde von Ferrari S.p.A. auch daran gearbeitet, die international existierenden Ferrari Owners’ Clubs durch Vorgaben aus Italien zu vereinheitlichen. Ein Ziel bestand auch darin, dass die Mitgliedschaft in allen offiziell anerkannten Ferrari Owners’ Clubs ausschließlich Ferrari-Besitzern vorbehalten sein sollte.  Der Prozess, hin zu einer gemeinsamen Basis,  ging über eine längere Zeit und war durch viele Diskussionen und Verhandlungen mit den gewählten Vereinsvertretungen gekennzeichnet. Schlussendlich hat man eine gemeinsame Basis gefunden, auf deren Grundlage die o.g. Owners’ Clubs auch die offizielle Anerkennung der Ferrari S.p.A. erhielten. Im Jahr 2004 wurde die Form der neuen, internationalen Club-Logos eingeführt.

 

Es ist dem Verhandlungsgeschick und der Beharrlichkeit der damaligen Vereinsvorstände zu verdanken, dass die grundlegenden Identitäten einzelner Clubs nicht verloren gingen, sondern erhalten blieben!

 

Der britische Ferrari Club z.B. hatte im Jahr 1976 zusätzlich das Prancing Horse Register gegründet, ein angegliederter Club von echten Ferrari-Enthusiasten, ohne Ferrari.

 

Der niederländische Ferrari Club zeichnet sich ebenfalls  dadurch aus, dass er neben Ferrari-Besitzern auch einer kleinen Gruppe von echten Ferrari-Enthusiasten, ohne Besitz eines Ferraris, die Beteiligung ermöglicht.

 

Eine ähnliche Struktur findet sich wohl auch im Ferrari Club Malta.

 

Die Kombination aus Ferrari-Besitzern und nicht Ferrari-Besitzern macht aus meiner Sicht durchaus Sinn. Die Enthusiasten brennen für die Sache und helfen bei der Organisation und den Support von Veranstaltungen und Events mit. Im Gegenzug können sie die Faszination Ferrari hautnah miterleben.

 

Die zentrale Steuerung durch Ferrari S.p.A. brachte viele Veränderungen mit sich. Ein gewichtiger Punkt war auch die Einführung des Ferrari Official Merchandise. Die Freiheit, eigene Club-Outfits zu führen, wurde durch den Markenschutz unterbunden. Ich erinnere mich noch daran, dass einzelne Teams zu Beginn der 348 Challenge im Jahr 1993 mit superschicken, eigenen Team-Jacken und Outfits am Start waren. Diese Kreativität ging verloren.

 

Über die Vor- und Nachteile der Harmonisierung und Steuerung durch Ferrari S.p.A. lässt sich in vielerlei Hinsicht diskutieren.

 

Viele Grüße

Ferrari Fan NRW NL

 

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Quellenverzeichnis:

1)      https://www.scuderiaferrari.club, 2020

2)      vgl.: Vereinigte Motor-Verlage GmbH, Stuttgart, Alles über Ferrari, Eine Monographie der Motor-Presse Stuttgart, Seite 137, 1989)

3)      vgl.: Vereinigte Motor-Verlage GmbH, Stuttgart, Alles über Ferrari, Eine Monographie der Motor-Presse Stuttgart, Seite 21, 1989)

4)      https://www.ferrari.com/de-DE/auto/ownersclub, 2020

 

PS: Mich interessiert, ob es die fotografierte Türe von 1999 heute auch noch gibt, oder ob dort heute die neuen internationalen Club-Logos hängen? Hat jemand ein Foto? Ich war lange nicht mehr in Maranello.

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vor 3 Minuten schrieb Ferrari_Fan_NRW_NL:

Ich war lange nicht mehr in Maranello.

 

Euer Lusso würde Euch sicherlich gerne dorthin begleiten :-))!

Bonhomme Richard
vor 15 Stunden schrieb Ferrari_Fan_NRW_NL:

Über die Vor- und Nachteile der Harmonisierung und Steuerung durch Ferrari S.p.A. lässt sich in vielerlei Hinsicht diskutieren.

Als Ferrari das Zepter über die Fan- bzw. Markenclubs übernahm, habe ich mich verabschiedet bzw. den Strukturwechsel nicht mitgemacht. Ferrari kaufte ich in der Folge sogar noch 3 Stück, aber an Events blieb ich aussen vor.

 

Die Akribie, die Maranello beim "Markenschutz" an den Tag legte, wäre in der Qualitätssicherung und im Kundendienst/-nähe

wesentlich besser aufgehoben gewesen...

 

Ich war und bin in mehreren Markenclubs. Einzig im Ferrari-Club habe ich keine neuen Freuende gefunden. Insbesondere mit dem Einstieg von Ferrari selber hob der Club noch weiter ab - selbst der RR-Club ist da "geerdeter". Alles musste elitär sein. Dabei wollte ich doch nur mit Gleichgesinnten auf Ausfahrten, auf die Piste und Benzingespräche führen. So erlosch meine Sympathie langsam aber sicher. Heute bin ich Ferrari-frei, was zumindest teilweise dem Clubleben bzw. dem Einfluss Maranellos geschuldet ist.

 

Wie sagt man so schön: Auch andere Mütter haben hübsche Bräute. Und um Spass mit Gleichgesinnten zu haben, braucht es keinen (Marken)Club. 

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Einige denken so, daher entstanden dann IG's wie Red-on-Tour oder in kleinerem  Rahmen die speziellen 348 oder Testarossa Jahrestreffen.

Die 430er fangen auch gerade an....

Alles für den Dackel; alles für den Club.....

Ich mag diese Vereinsmeierei - noch dazu von oben gesteuert - auch nicht.

Und wenn es dann noch abgehoben zelebriert wird, dann wird mir immer schlecht.

 

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