Jump to content
EUROPAS GROßE
SPORTWAGEN COMMUNITY
F400_MUC

Kindertaxi 2.0 - Fahrbericht vom BMW M8

Empfohlene Beiträge

F400_MUC
Erster Beitrag:
Letzter Beitrag: (bearbeitet)

Ja, nun ist es so weit… Nachdem Leo und ich sehr zufrieden mit unserem Kindertaxi 1.0 waren, muss jetzt für K2 (Fachjargon für Kind 2) ein Gefährt her, bei dem es – wenn alle mal im fahrfähigen Alter sind – kein Neid und Mißgunst unter den Kids gibt (wenn beide mal mitsollen und nur einer könnte, bei zwei Sitzen).

Weißwursch-Frühstück Luimex 1.4.2017.JPG

Die Suche war lang und nervig: Was hab‘ ich mir nicht alles überlegt und wochen-, monate- oder gar jahrelang das gängige Autoforum durchforstet – ich wusste ja, dass das irgendwann mal ansteht.

 

Mein Kernproblem ist, dass ich notorisch geizig bin, was man schon am Fahren eines R8 erkennt. Den haben wir jetzt dreieinhalb Jahre gefahren und gekostet hat es fast nix an Wertverlust.

 

Also könnte man wieder in die Gebraucht-Schachtel greifen und ein M6 Cabrio kaufen – da können zwei Kids prima drin rumkrümeln und es kost‘ auch nix. Nur erträgt man irgendwann die alte Technik nicht mehr – nach zwei Jahren will man dann doch was Neues und dann muss man wieder verkaufen, dann verliert man doppelt.

 

Dann kam mal der Portofino auf den Markt, ich wurde zur Probefahrt eingeladen – kam mit dem R8 und hab mir nach 20 Minuten den R8 wieder hergewünscht. 150 TEUR Aufpreis für ein Auto, das sehr schön ist – sich aber langweilig dagegen fährt. Da der 458 nicht rasend schneller ist als der R8 können das sicher viele nachvollziehen – 458 vs. Portofino, da bleibt man beim 458. Außerdem gibt man 220k aus und regt sich über Krümel und Cola auf den Sitzen auf, beim R8 ist man entspannt.

 

Die Verträge für einen Cali T hatte ich schon unterschriftsreif bei mir auf dem Tisch liegen, aber dann habe ich mir gedacht, dass es zwar mir egal ist, was „die Leute“ so sagen (im Kindergarten bin ich bei den Öko-Mamas nicht der Favorit, komisch) – aber das Risiko, dass die Kids dann gehänselt werden, das will ich nicht riskieren. Ferrari bei uns muss nicht sein: Da wäre ich dran Schuld und das darf nicht sein, soo heiß und innig ist meine Autoliebe dann doch nicht, es auf dem Rücken der Kids auszulassen.

 

Dann war mal kurzzeitig der 992 Turbo S Cabrio in meinem Kopf, aber als alter Sparfuchs wusste ich schon, dass man bei Porsche mit Rabatt nicht weit kommt und Werner steckte mir noch, dass die Dinger Geldvernichtungsmaschinen sind. Ich bin auch nicht 100% Porsche-an, 60 Jahre altes Design neu aufgewärmt, Technik aber gut.

 

Dann kam dieser doofe M8 raus. Ich habe mir mal meine alten Thread-Beiträge durchgelesen: Da war ich schon zu Recht negativ dem Auto gegenüber: Zu wenig PS, zu teuer, zu schwer… stimmt alles. Mein Frust kam natürlich daher, dass ich im Unterbewusstsein schon wusste, dass ich das Ding mal kaufen muss mangels Alternativen.

So kam es denn auch. Ich hatte zwei vermeintlich großzügige Angebote und fuhr zum einen – der bezog seinen Rabattsatz (ich alter Sparfuchs!) aber auf den 850i. Mit Frau bin ich da nach 2 Minuten dann ohne peinlich berührt zu sein wieder raus und zum nunmehr Verkäufer meiner Wahl für die nächsten Jahre. Frau wollte Nackenheizung, Lenkradheizung und Tür-Zuzieh-Automatik, dafür darf sie nicht mehr motzen die nächsten Jahre.

 

Als das Ding dann ankam, schmierte Michls Kollege die übliche Pampe erst mal drauf, der Michls selbst war nach einem Autounfall temporär lädiert. Sah dann so aus:

 

IMG_20191024_102744.jpg

IMG-20191023-WA0020.jpg

IMG-20191023-WA0012.jpg

 

Jedenfalls hatte ich die Schlurre die letzte Woche schon Mal ein paar Tage und Fahrbericht folgt.

bearbeitet von F400_MUC
Jetzt registrieren, um Themenwerbung zu deaktivieren »
Luimex
Geschrieben (bearbeitet)

Glückwunsch! Ich denke zwar dass der M8 genauso eine Geldvernichtungsmaschiene ist X-) aber wenn er dir gefällt warum nicht..... er erfüllt ja ansonsten alle deine Kriterien..... :-))!

 

Super finde ich auch, dass der Michl erst mal seine Pampe drauf schmiert...... und zwar noch im Autohaus..... deren Gesichter hätte ich gerne gesehen..... 🤣

bearbeitet von Luimex
Thorsten0815
Geschrieben
vor 13 Stunden schrieb Luimex:

Super finde ich auch, dass der Michl erst mal seine Pampe drauf schmiert.....

Ne eben nicht der Michel. Der hatte sich mit einem Traktor von hinten angelegt und viel damit aus.  

Thorsten0815
Geschrieben

Als sportliche Familienkutsche für die Autobahn finde ich den M8 ganz gut. 

Ein angenehmes, nicht auffälliges, luxuriöses Fahrzeug.

 

vor 13 Stunden schrieb Luimex:

Ich denke zwar dass der M8 genauso eine Geldvernichtungsmaschiene ist

Das widerspricht dem Sparfuchs doch sehr, oder hast Du ein Leasing /Rabatt super Sonderangebot bekommen, das Werners Prognosen vergessen liessen? Oder muss BMW den Wagen verschenken weil ihn keiner kauft? 

 

Und wenn Du nun doch noch mal schnelle Kurvenjagt willst? 

Dann kannst Du jetzt ja immer noch einen alten 458 dazustellen und die kleinen mit der schwachen Nackenmuskulatur mit Mama im M8 nachfolgen lassen. :D 

BMWUser5
Geschrieben

Also Isofix ist vorhanden, aber die Anhängerkupplung fehlt!😁

 

Als Alternative wäre doch passend zum Namen der Goliath F400 in Frage gekommen ;)

 

Spaß bei Seite, schönes Auto.

F400_MUC
Geschrieben

Also bevor wir jetzt mal zum "Fahrbericht" im Sinne des Thread-Titels kommen noch etwas Ergänzungen zum Thema Sparsamkeit:

 

Gegeben die Optionen oben muss man plusminus 100k über ein paar Jahre vernichten, egal wie, und damit habe ich mich abgefunden; außer man fährt M6 (und ich bin ein Fan von moderner Technik). Den Ferrari bekommt man schlecht ins Betriebsvermögen, also verliert man die Märchensteuer - was schlechter ist für den Wiederverkauf oder ich muss ihn kompliziert woanders reinwürgen und zahlt dann noch mehr Zinsen auf die Kapitalbindung. 

 

Bei beiden Alternativen - Porto und Käfer Cabrio - ist die Kapitalbindung aufgrund der bösen Rabattpolitik rd. 50 TEUR höher. Das kostet mich echt Geld - da ich aktuell echt sinnvolle Alternativen habe, das Geld anzulegen.

 

Und bei einem Laden ein Auto zu kaufen, das zwischen Bestellung und Auslieferung für mich zum Nachteil rechtswirksam Preise erhöht - das kommt bei mir aus Prinzip nicht in die Tüte; ganz deppert bin ich auch nicht.

 

In Richtung Ausstattung kann man sich den M8 auch echt schön reden: Viel Zeugs, das man im 850 extra bestellen müsste (Felgen, Laserlicht, anderes Zeugs) ist schon enthalten. Ich bestell' halt keine Carbonbremsen für 8.800 mit (auch wenn die schön gewesen wären), kein Exteriorpaket für 5.400 (schön, aber hilft im Wiederverkauf nicht soo viel) und keine alberne Stereoanlage für 5.500 zusätzlich in einem Sportwagen (!), wo doch Harman Kardon suppi reicht. Rein muss Driving Assistant Professional, Drivers Package und Recorder für mich und Nackenwärmer, Wärmekomfortpaket und Soft-Close-Türen für die Frau, Klimafrontscheibe im Cabrio auch noch sinnvoll. Noch eine schöne Farbe (dravitgrau), das wars. Extras für insgesamt 6.800 - das geht doch.

 

Zum Pricing genau sage ich hier nix. Aber ich habe echt alles nachverhandelt inklusive Auslieferung und damit wars gut, den Rest an geplantem Wertverlust "schlucke" ich.

S.Schnuse
Geschrieben

Bei uns dienen 850i und 911 als Familienautos mit 2 Kindern, ich sag mal so, die automobile Leidenschaft (besonders die meines Sohnes) kompensiert den mangelnden Platz im Fond.

S.Schnuse
Geschrieben

Der 8er ist halt kein Sportwagen wie der 911 Turbo. Das sind Äpfel und Birnen. Schmeckt beides, aber kann man nicht vergleichen.

F400_MUC
Geschrieben

Jetzt noch zur letzten Frage:

 

Hat BMW sich beim M8 genug Mühe gegeben?

 

Also der Unterschied zum 850 sind zwei rote Knöpfe am Lenkrad, ein belederter Schaltknopf und Kugelgelenke irgendwo im Fahrwerk. Der ganze Rest ist nicht wirklich "Differenzierung", sondern ist das, wie der 8er generell aussehen sollte: Die Rautensteppung sollte auch für den 850 Serie sein, das Ding kostet auch über 100. Und "M Streifen" in den Gurten oder größere Lufteinlässe vorn... ernsthaft, soll man das Mühe geben nennen? Der aufgeklebte Heckspoiler für drei Euro fufzisch kann es nicht sein...

 

Für mich hat sich BMW schon mal für den 850 nicht genug Mühe gegeben, der müsste eigentlich schon viel mehr Extras enthalten; zeigt sich ja schon jetzt in den Gebrauchtwagenpreisen. Beim M8 auch nicht, da hätten allein schon drei PS mehr als der M5 schon angestanden für die Speerspitze von BMW (kommt wohl noch nach, wenn ich die Presse richtig verstehe). Der Rest vom M8 ist so wie er sein sollte und es war/ist es mir ja auch wert. Würde man sich von Bruttoliste 190k mehr erwarten als zwei rote Knöpfe am Lenkrad, eine M Taste in der Mittelkonsole und viel Marketing bla bla - ja klar. Mein Argument ist , dass BMW vielleicht mehr von den Schlurren verkaufen könnte, wenn man es etwas ernsthafter beitreiben würde. 

S.Schnuse
Geschrieben

Die "8" sollte im BMW Marketing eigentlich ein heiliger Gral sein. Hätten die das Modell "6" getauft wäre jeder positiv überrascht, und hätte kein Problem damit, dass das Auto eigentlich 4 Zylinder zu wenig hat. Aber dann könnten die nicht 190k€ dafür verlangen.

_Methos_
Geschrieben

Der Abschnitt „Kindertaxi-Tauglichkeit“ liest sich aber nicht sehr positiv. War Kindertaxi denn nicht das Primärziel?

F400_MUC
Geschrieben (bearbeitet)

Oh vergessen zu schreiben: Ab dem Alter "K2 im Kindersitz mit Base hinten" und "K2 mit Sitzerhöhung vorne" gehts gut, das ist in 5 Monaten.

 

Vorher ist es mit der Babyschale mühsam, weil die echt tief ausläd nach virn. Aber mit ner richtigen Sitzerhöhung und nicht mit Kissen isses vorn auch schon besser. 

bearbeitet von F400_MUC

Schreibe eine Antwort

Du kannst jetzt einen Beitrag schreiben und dich dann später anmelden. Wenn du bereits einen Account hast, kannst du dich hier anmelden, um einen Beitrag zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Restore formatting

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorhergehender Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.


  • Ähnliche Themen

    • Hello from Spain 
       
      After 3 MF3 (459, 505 and 633) here  my “new” 2013 MF3 number 845 with manual gearbox.  I promise don’t sell it this time!
       
      Only 5.000 Kms! 
       
      Now in Meckenbeuren to fit the klima. And next month I will bring it to Spain. 
       
      Best wishes to all for this year!!! 
       
       

    • Liebe Carpassion-Gemeinde,
      seit einigen Monaten bin ich begeisterter Leser auf dieser super interessanten Seite! Noch mehr begeistert bin ich über die - im normalen Leben leider alles andere als normale - Hilfbereitschaft unter den Boardmitgliedern sowie das unkomplizierte und respektvolle Miteinander.
      Kurz zu mir:
      Seit Sept. diesen Jahres bin ich stolzer Besitzer eines Ferrari F430 Spider. Auch wenn dieses Fahrzeug für einen Teil der Mitglieder als "Einstiegsferrari" bezeichnet wird, stellt er für mich die Erfüllung eines Traumes und (hoffentlich!) den Beginn von sehr schönen sowie emotionalen Zeiten und Momenten dar. Ich bin weder aus der Szene, noch würde ich mich als Kenner von Ferrari bezeichnen. Mir gefällt dieses Auto einfach nur phantastisch gut und ich freue mich sogar an ihm, auch wenn ich nicht damit fahre.
      Ich gehöre nicht zu dem Personenkreis, der sich so ein Auto einfach mal kurz kauft, wenn es hierzu eine entsprechende Gehirnsynapse gibt. Nein, ich muss dafür richtig sparen. Das sehe ich jetzt aber überhaupt nicht negativ, weil ich glaube, dass vor diesem Hintergrund die Freude ggf. noch größer und das Schätzen eines solchen Autos noch intensiver ist, als wenn Geld keine Rolle spielen würde. Gleichzeitig - und diese Erwähnung ist mir wichtig - erkenne ich es vollkommen neidlos an, wenn Menschen viel in Ihrem Leben erreicht haben und sich deshalb so einen Traum aus der Portokasse erfüllen können. Denn Die- oder Derjenige hat für diesen Erfolg hart arbeiten müssen und ganz sicher nichts geschenkt bekommen. Und meist ist es ohnehin die Mischung aus beiden "Liquiditätsschichten" die den Ausstausch untereinander so spannend macht.
      Da ein Bild bekannter Maßen mehr sagt als tausend Worte, füge ich noch ein paar Fotos bei. Da darf natürlich die Abholung aus Köln und das Umziehen meines Traumes in rot, ins neue Zuhause nach Bayern, nicht fehlen. SORRY, wenn's vielleicht zuviele Fotos für den ersten Auftritt sind, aber ich freu' mich halt so wahnsinnig über diesen F430!
      Ich freue mich aber ebenso auf eine schöne Zeit mit Euch im Board, und wer weiß, mit etwas Glück auch darüber hinaus.
      Beste Grüße
      Euer
      Karl












    • Auch wenn ich nicht mehr so ganz frisch hier bin, möchte ich diesen Thread gerne als Vorstellung nutzen.
       
      Viele hier kennen mich ja als großen Sportwagenfan. Mit großer Freude verfolge ich hier die Threads, freue mich mit den Usern, die sich ihre automobilen Träume erfüllen und bin auch sehr gerne als Beifahrer Teil von Ausfahrten. Nur mit einem eigenen Spielzeug hatte es bisher nicht geklappt, obwohl meine automobile Leidenschaft stetig wuchs.
       
      Ich denke es war Mitte der 90er, als uns mein Onkel im Urlaub besuchte. Gold-Rolex, 500er R129 SL. Das sah für mich als Teenager irgendwie cool aus. Auch 25 Jahre später gefallen mir goldene Armbanduhren und Sportwagen, nur ersteres irgendwie nicht an mir und bei Sportwagen hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung, was ich nicht möchte, dafür keine Ahnung, was ich eigentlich möchte...
       
      ...aber springen wir nochmal ein paar Jahre zurück: 2012. Frisch in der Selbständigkeit, bis Ende des Jahres 40.000km gefahren, ein neues Alltagsfahrzeug muss 2013 her. Die ersten Leasingrückläufer des Porsche Cayman 987c mit PDK sind bezahlbar und gefallen mir wahnsinnig gut. Jedoch habe ich ein ungutes Gefühl. Kann ich damit zum Kunden fahren? Reicht mir der Gepäckraum? Letztendlich wurde es dann ein Golf VII R. Dank kurzem Radstand und 300PS war der Golf ein ganz spaßiges Gefährt, leider fehlte es an Emotion und Überholprestige, ich war nicht ganz glücklich.
       

       
      2015 fing Mercedes an, die C AMGs im Leasing zu verschleudern. Da konnte ich nicht widerstehen. Anfang 2016 kam dann mein erster (kleiner) AMG, eine C450 Limousine. War ein wunderbares Fahrzeug, leider nahm mir nach wenigen Monaten jemand die Vorfahrt und mein Ausflug zu AMG endete abrupt. HALT! SO NICHT! Ein paar Monate später bekam ich einen C43 AMG. 
       


       
      Den C43 fand ich prinzipiell ganz gut, allerdings hat mich der übertriebene künstliche Sound relativ schnell genervt und der Verbrauch von 12-13l Super Plus war bei einer Jahresfahrleistung von noch immer über 30.000 km im Jahr zu viel. So fügte es sich glücklicherweise, dass Mercedes Ende 2017 die Hybrid E-Klasse E350e zu unschlagbaren Konditionen anbot, also weg mit dem C und eine E-Klasse konfiguriert, welche ich von Mai 2018 bis dato fuhr. Ein wunderbares Fahrzeug und bis auf die Motorisierung schon nahe an der eierlegenden Wollmilchsau.
       

       
      Wer mich kennt, weiß allerdings, dass mich bisher noch kein Fahrzeug richtig zufriedenstellen konnte. Das fing Ende 2018 an, richtig schlimm zu werden. 
      Wie schon geschrieben, bin ich seit vielen Jahren ein großer Cayman-Fan. Seit ich den 981 GTS auf der ADAC-Trainingsanlage in Augsburg artgerecht bewegen durfte, wusste ich, sowas brauche ich! Leider waren die Preise für die GTS Ende 2018 auf dem Höhepunkt und ich nicht bereit, diese zu bezahlen. Also habe ich mich nach 987c Black Editions umgesehen und schnell ein passendes Exemplar gefunden. Selten war ich so aufgeregt. Endlich der Traum vom Cayman erfüllt!
       
      Hier könnte die Geschichte enden. Doch es kam anders. Irgendwie sprang der Funke nicht mehr über. Verwöhnt vom Komfort E-Klasse und der Leistung der vorherigen C-Klassen, löste dieses Auto irgendwie keinerlei Emotionen mehr in mir aus. Was war passiert? Hatte mir der Hybrid jede Carpassion genommen?
       
      Völlig frustriert fuhr ich nach Hause und begrub das Thema Sportwagen bis zum Januar 2019. Meine Verlobte erzählte mir vom Jaguar E-Pace. Ich, als Auto-Oberchecker, korrigierte sie natürlich: „Es gibt einen F-Pace und einen I-Pace, aber keinen E-Pace!“. „Doch, doch, E-Pace heißt der, der sieht super aus!“ antwortete sie. Um sie von ihrem Irrtum zu befreien, befragte ich google...
       
      ...und fand einen kleinen SUV mit tollen Proportionen und sehr hübschem Interieur: Den E-Pace. Nach dem frustrierenden Erlebnis mit dem Cayman, hatte ich mal wieder Lust, etwas Neues zu probieren, also rief ich einen Bekannten beim örtlichen Jaguar-Händler an, ob er einen E-Pace hat, ich möchte den gerne probefahren. Kurz darauf saß ich in einem schwarzen, gut ausgestatteten E-Pace P300 R-Dynamic S und cruiste ein wenig durchs niederbayrische Land. Schon nach einer kurzen Strecke merkte ich, dass Jaguar hier etwas Großartiges gelungen war. Das straffe Fahrwerk, der kurze Radstand und der überraschenderweise hervorragend passende und unaufdringliche, aber für einen 4-Zylinder recht ordentlich klingende Motor, begeisterten mich so sehr, dass der E-Pace den Smart im Fuhrpark ablöste und seit Februar sehr, sehr viel Freude bereitet.
       


       
      Nun hatte ich, statt einem Sportwagen, ein Hybrid-Schiff und einen SUV... toll... allerdings war das Feuer in mir wieder erwacht. Dieses musste ich, aufgrund vieler großer Projekte in meiner Agentur, dann bis zum Sommer im Zaum halten, denn da schlug das Automobilschicksal wieder zu: Bei einem weinseligen Abend erzählte mir ein Bekannter, dass er Fiat 500e aus Kalifornien importiert und machte mir selbige recht schmackhaft. Die darauffolgenden Tage informierte ich mich intensiv über Elektromobilität und was es so auf dem Markt gibt und entschied, dass der 500e eine tolle Idee ist. Irgendwie fehlte ja auch ein Stadtflitzer... und 113 Elektro-PS, 200NM und 150km Reichweite zu einem für ein Elektroauto fast lächerlichen Preis... 
       

       
      Im Oktober bekam ich dann den Fiat und hatte nun statt einem Sportwagen:
      das Hybrid-Schiff
      einen SUV
      einen Elektro-Stadtflitzer
       
      Dafür hatte ich alle Großprojekte mehr als zufriedenstellend abgeschlossen, durch Optimierung von Prozessen die letzten Jahre meine Jahresfahrleistung von ~40.000km auf unter 20.000km reduziert und war dank E-Pace (Land) und 500e (Stadt) wieder guter Dinge, dass es auch im Sportwagenbereich noch Hoffnung gibt.
       
      Also ein Pflichtenheft für einen Sportwagen zusammengestellt:
      Cabrio
      alltagstauglich
      langstreckentauglich
      über 500PS
      aufgeladen (meine beiden Saabs haben mich mit ihrem oldschool-Turbotritt angefixt)
      Platz für Wochenendgepäck
       
      Folgende Fahrzeuge kamen auf die Liste:
      McLaren 12C
      California T
      S560 Cabrio
      Continental GTC
       
      Relativ schnell war dann klar, dass der California und der Bentley zu sehr polarisieren. Damit waren die beiden raus. Der 12C ist wunderschön, dafür hätte ich auf Alltagstauglichkeit verzichtet, letztendlich war mir das Kostenrisiko beim McLaren dann allerdings zu hoch, so dass noch der S560 übrig blieb. Das sollte also mein erster richtiger Sportwagen werden.
       
      Es dauerte auch nicht lange und die Probefahrt stand an. Wieder einmal richtig aufgeregt losgefahren und schnell kam die Ernüchterung. So ein S560 ist einfach nicht das richtige für mich. Was sollte ich nun tun? Aufgeben? Irgendwie innerlich leer brachte ich die wunderschöne S-Klasse ratlos zurück zum Verkäufer. Damit ich zumindest ein paar mehr Erfahrungen sammeln konnte, fragte ich den Verkäufer, ob ich den SL63, der auch dort stand, noch zu einer Probefahrt ausfahren dürfte. Der sehr nette Verkäufer sagte zu und warnte mich, dass ich bitte nur im Comfortmodus fahren solle, da das Fahrzeug wirklich gefährlich sei. Lächerlich!
       
      Schon beim Starten des 5.5l V8 Biturbo hatte ich ein Grinsen im Gesicht. Was für ein Klang. Die Sitzposition im als Altherrenschleuder verrufenen SL passte mir perfekt und die Motorcharakteristik ist ein Traum. Was für ein Biest. Nach der Warmfahrphase musste ich natürlich Sport+ probieren, ich bin ja kein Anfänger. Also bei 80 Kickdown... WASZURHÖLLE! Nachdem ich das Auto wieder eingefangen und geprüft hatte, ob mein Höschen noch trocken war, hatte ich ein eingebranntes Grinsen im Gesicht.
      Wahnsinnsteil, der SL63, irre. Völlig krank.
       
      Und so brachte ich den SL63 mit einem dämlichen Grinsen zurück, sagte Danke, spendete großzügig in die Trinkgeldkasse und fuhr nach Hause. Noch immer ohne komplettierten Fuhrpark, frustriert, aufgrund des enttäuschenden S560 und.... Moment! Wieso hatte ich dann dieses dämliche Grinsen im Gesicht? Ein SL63? Bin ich Rentner? Nein, das kann es nicht sein.
       
      Doch, das war es. Genau einen Monat später ist er bei mir. Und jetzt dürfen (vorerst schlechte) Bilder sprechen:
       
      Bei der Abholung:

       
      Der erste Tankstopp:

       
      Der Schlafplatz:

       
       
    • Ich hatte gestern den neuen DB11 zur Verfügung und konnte ihn dabei ausführlich testen.
       
      Grundsätzlich: sowohl auf den ersten Bilder wie auch dann bei der Präsentation live letzten Herbst konnte ich mich für dessen Form noch nicht ganz so begeistern. Ich finde das Auto zwar nicht unattraktiv, allerdings auch nicht „zum Niederknien schön“, wie beispielsweise den Vanquish (oder in meinem Fall den Rapide). Das Auto wirkt für Aston Martin Verhältnisse plötzlich recht futuristisch; im Showroom zwischen den anderen aktuellen Modellen eindeutig moderner, die anderen Modelle lässt der DB11 schon fast klassisch wirken.
       
      Dieser Eindruck setzt sich dann auch im Innenraum fort: hier hat dank Mercedes-Benz ganz klar die Moderne Einzug erhalten. Thema Mercedes-Benz: Ich fuhr letzten Herbst eine Zeit lang den AMG GT-S im Alltag, ein tolles Auto. Obwohl der DB11 preislich und leistungsmässig über dem GT-S steht, zog ich bis dato ungewollt immer wieder Vergleiche zwischen beiden Autos. Nach meiner gestrigen Testfahrt mit dem DB11 muss ich feststellen, dass dieser an sich ungewollte Vergleich nicht ganz zu Unrecht erfolgte. Die beiden Autos fühlen sich nämlich recht ähnlich an, nebst dem verwandten Bedienkonzept fühlte ich mich auch gleich auf Anhieb sehr wohl und vertraut mit dem DB11.
      Dieser optische und gedachte Vergleich zwischen den beiden setzte sich dann auch im Fahrgefühl fort, wo sicher auch der neue V12-Turbomotor des Aston dazu beiträgt. Es liegt daran, dass moderne Turbomotoren allgemein Schwachpunkte (oder Charakter?) verloren haben und eigentlich alles „richtig“ machen, beim AMG wie auch beim DB11. Fahrleistungen (608ps) sind erwartungsgemäss gewaltig, von Turboloch überhaupt keine Spur, man nimmt die Zwangsbeatmung nicht mal akustisch wahr. Im Vergleich zu meinem 6-Liter-Sauger klingt der neue 5,2-Liter-Turbo nicht mehr ganz so inbrünstig, sorgt im Sport+ - Modus (Hallo AMG!) aber immer noch für ausreichend Begeisterung – natürlich primär beim Fahrer, wie aber auch bei einzelnen Passanten, Stichwort quiet start mode.
       
      Ebenso dem AMG GT-S ähnlich ist dessen Agilität, was mich allgemein am meisten beeindruckt am DB11. Der Wagen fühlt sich sehr wendig und leichtfüssig an, die elektronische Lenkung bietet gutes Feedback und ist angenehm direkt, zudem ist die Traktion (trotz Winterreifen und kaltem Strassenbelag) ausgezeichnet. Am AMG GT-S störte mich fast etwas die übertriebe Agilität, dieser fand ich für den Strassengebrauch fast schon etwas zu nervös. Der Aston Martin macht dies besser, dieser ist auch komfortabler als der AMG. Wie heute bei Sportwagen üblich, kann man zudem Komfort und Charakteristik mit den verschiedenen Fahrmodi stark beeinflussen; zwischen GT-Modus und Sport+ Modus herrscht ein erfreulich grosser Unterschied, in allen Belangen.
       
      Als Gran-Turismo betrachtet ist daher der DB11 der bessere Kompromiss zwischen Sportlichkeit, Komfort und Alltagstauglichkeit. Da staune ich, Aston Martin hat dies richtig gut hingekriegt, ebenso macht das 8-Stufen-Automatikgetriebe einen tadellosen Job; ein Unterschied zu einem DSG-Getriebe ist schon fast nicht mehr feststellbar. Einzig die Abstufung zwischen dem zweiten und dritten Gang ist etwas lang gewählt, spürbar ist dies vor allem beim runterschalten bei flotter Gangart. Übrigens ist dies bei meinem Rapide S genau so, daher vermute ich, dass es sich um die selbe ZF-Automatik handelt, wenn die des DB11 auch etwas flotter und geschliffener die Gänge wechselt; eben DSG-like.
       
      Modellpolitisch verstehe ich den Gedanken hinter dem DB11 allerdings nicht so ganz. Wo liegt nun die angepeilte Konkurrenz? Der GT-S ist wie erwähnt preiswerter und etwas schwächer, ein Ferrari F12 wiederum teurer und deutlich stärker. Vermutlich eher im Bereich eines 911 Turbo. Oder: in der eigenen Familie, nämlich beim Vanquish S. Dieser ist zwar teurer, weist aber sehr ähnliche Leistungswerte auf (604ps) und entspricht dem selben Konzept (sportlicher GT mit Frontmotor und Heckantrieb).
      Ich habe vorhin oft den DB11 mit dem AMG GT-S verglichen. Nun habe ich gerade vernommen, dass der Nachfolger des V8 Vantage wohl über den selben Motor (4-Liter-V8-Biturbo) verfügen wird wie der AMG GT-S. Mit anderen Worten: Der DB11 wird dann in der eigenen Marke erneut in Bedrängnis geraten! Es ist demnach fast schon zu erwarten, dass wohl schon bald eine stärkere Vantage-Version des DB11 kommen muss, um Distanz zum zukünftigen V8 verschaffen zu können.
       
      So oder so – der DB11 ist ein toller Gran-Turismo. Schnell, fahraktiv, komfortabel und mit zeitgemässen Infotainment ausgestattet. Optisch gefällt er mir mittlerweile, ehrlich gesagt erst seit gestern, nun recht gut. An die futuristische Form habe ich mich gewohnt, vorallem die Front gefällt mir sehr gut. Bezogen auf die gerade aktuelle Wahl zum Sportwagen des Jahres 2016 von Carpassion eigentlich fast schon mein Anwärter auf definitiv einen Podestplatz.
    • War der Roma mal die Alfieri-Studie?

×
×
  • Neu erstellen...