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Auch ein Göttin braucht Pflege

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Ein schöner Sonntag in der Pfalz läßt sich auf verschiedene Art nutzen. Die allermeisten fahren mit mehr oder weniger offenen Autos mehr oder weniger schnell in der Gegend herum. Andere wiederum nutzen die warmen Stunden zur Pflege automobilen Kulturgutes.

Man muß sich dabei nicht immer eigenen Fahrzeugen widmen. Ein Kollege nennt einen Citroen sein eigen. Das ist schon mehrfach nicht richtig. Richtig wäre: Eines seiner nur von dieser Marke stammenden Autos ist „eine Citroen D(ee)S(e)". Sie ist Baujahr 1973, letztes Jahr erhielt sie ein neues Lackkleid. Der Original-Farbton wurde erhalten, die Lackiererarbeiten überzeugen nicht im Detail. Orangenhaut und an manchen Stellen ungleichmäßiger Auftrag des Klarlacks sind zu beklagen.

Innen schon die "Letztfassung" - leider ohne das futuristische Armaturenbrett der frühen Modelle:

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Immerhin: die beste Ausstattungsversion mit extra viel "Blingbling" am Auto.

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Leichtfertig versprochen: "Die machen wir frühlingsschön, ich komm' vorbei." Was soll da schon groß zu machen sein, im letzten Jahr sind nicht viele Kilometer dazugekommen. Hört sich nach einem einfachen Job an.

So kann man sich täuschen! Die Dame hat eine verzeihende Farbe mit "Champagnergold", aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail.

Schnelle Fortschritte sind erzielt beim Reinigen der Reifen und der Radhäuser. Milady kann sich ja wenigstens annähernd in Arbeitshöhe wuchten und gibt dabei ihre Unterseite gut erreichbar frei. Naja - nicht alles, aber dazu später. Der braune Gilb ist flott von den Flanken geschrubbt, der Eigner nimmt sich der Radkappen an.

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Dann rächt sie sich das erste Mal: Die "Seitenschutzleiste" ist ein (nicht besonders gut passendes) Kunstwerk aus fünfrippiger Kunststoffeinlage in einer Edelstahleinfassung. Putztechnisch die Hölle, der Dreck sitzt zwischen en nur Millimeter engen Spalten der Kunststoffleiste. Das Auspinseln dauert und dauert, je länger der Reiniger wirkt, desto mehr Uraltdreck löst sich.

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Auch sonst hat sie an allen möglichen und unmöglichen Stellen Sicken, Kanten, Vor- und Rücksprünge, unerreichbare aber sichtbare Ecken und Winkel und andere Bosheiten. Die Vorarbeiten ziehen sich gehörig in die Länge, alles muß im Zweifel ausgepinselt werden, nachdem eine Shampoolösung erst einmal den Dreck einweicht. Radhäuser natürlich nicht vergessen:

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Die folgende Wäsche (natürlich mit Waschhandschuh und zwei Eimern - einmal mit Shampoo, einmal zum Handschuhauswaschen) ist dann ein Klacks. Das folgende Behandeln des noch nassen Lacks mit Lackreinigungsknete (Magic Clean blau) erbrachte deutlich fühlbar gesteigerte Lackglätte, obwohl sich an der Knete kaum Spuren von beseitigtem Dreck fanden.

Nochmals gewaschen und dann schön mit großen Mikrofasertüchern getrocknet. Auflegen, andrücken, möglichst schonend. Nicht über den Lack ziehen und schon gar nicht "rumrubbeln".

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Die Detailpflege des vielen glänzenden Edelstahls rundherum war zeitaufwendig und fand leider überwiegend in einer orthopädisch sicher nicht zulässigen Arbeitshöhe statt. Nach dem Waschen und Kneten stand fest: Die Schwellerverkleidung ist aus glänzendem Edelstahl und nicht etwa aus mattem Alu. Also "auf die Knie" und nach dem Kneten mit Autosol "Antiblau" einreiben. Nach Wirkzeit mit feuchtem Lappen abwischen und den entstandenen Glanz bewundern sind der Lohn für lustige Verrenkungen der reinigenden Protagonisten.

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Gehässigerweise läßt sich aus allen möglichen Leistchen, Griffen und Abdeckungen immer wieder kleine Wasserrinsale entweichen, die das Aufpolieren insbesondere der Stoßstangen lästig erschweren.

Immerhin - NevrDull und später viel Geduld beim Blankreiben belohnen.

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Schnell noch die Reifen geschwärzt mit SurfCity Black Tire Pro und eigentlich wären wir fertig, oder?

Natürlich nicht! Der nun saubere Lack bedarf noch eines Schutzes. Oldiefans würden jetzt über verschiedene Charakteristika der dafür eigentlich prädestinierten Wachse philosophieren ("gibt einen warmen Glanz", "bringt eher dunkle Farben zur Geltung mit Wetlook" und was man da nicht alles liest), aber der Besitzer "hat's nicht so mit dem Pflegen" und ist da eher engagierter Novize. Also lieber "Schutz vor Optik" und "Dauerhaftigkeit vor komplizierter Anwendung". Mittel der Wahl, weil als einziges im Arsenal: Zaino Z-CS. Schnell mit einem Auftragsschwamm flächig aufgebracht, nach kurzem Ablüften gemütlich auf Hochglanz poliert und für die nächsten Monate ist Ruhe. Der recht harte Glanz schadet bei der Wagenfarbe nicht, auf Metalliklacken kommt er ganz gut.

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Nur "Waschen und Versiegeln" mit kleinem Durchgang auch im Motorraum kostet acht Mannstunden - aber am Ende lohnt sich jeder Aufwand.

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Richtig: Kein anfälliger Einspritzer, sondern eine "DS 23".

Markus

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me308 VIP CO   
me308
Geschrieben

Klasse, schönes Auto :-))!

die Aktion schweisst mit Freund und Fahrzeug gleichermaßen zusammen -

hinzu kommt, so ein Tag ist Gymnastikkurs, Aerobikstunde und Kraftstudio zugleich :wink:

Gruß aus MUC

Michael

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