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S.Schnuse

BMW X5 (E53) - Reparaturanleitung Außenspiegel (Anklappfunktion / Memory)

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S.Schnuse
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Der X5 meines Vaters hat Memory Funktion und anklappbare Außenspiegel. Die Anklappfunktion hat nie funktioniert, die Spiegel klappten kurz an und gleich wieder auf. In der Waschstraße und auch beim Fahrtwind legte der X5 gern das linke Ohr an.

Diagnose des BMW Händlers: Kaputt, muss neu, 1.000 € (beide Seiten) :-o

Reparaturkosten durch Schnuse Tuning: 29,90 €

Wer das mal Nachbasteln möchte, hier die Anleitung dazu.

Schuld am losen Außenspiegel sind ein paar abgenutzte Zahnräder. Ein Elektromotor treibt über zwei Schneckenräder ein Hohlrad an. Die Scheckenradverzahnung nutzt sich ab, wahrscheinlich wenn man versucht den Spiegel von Hand anzuklappen.

DSCN2980-L.jpg

Die Spiegelkappe geht relativ leicht nach vorn abzuziehen, es ist alles nur gesteckt.

DSCN2981-L.jpg

Stecker von der Umfeldbeleuchtung abziehen und Spiegelkappe und Rahmen beiseite legen.

DSCN2982-L.jpg

Nun haben wir genug Baufreiheit.

DSCN2983-L.jpg

Drei Torx Schrauben (T10) halten den Spiegel am Spiegeldreieck fest.

DSCN2986-L.jpg

Die Motor/Getriebeeinheit, die wir gleich zerlegen müssen, wird von unten mit 4 Torxschrauben gehalten.

DSCN2988-L.jpg

Die Motor/Getriebeeinheit kann auch verdreht montiert werden, also unbedingt Position der Nasen merken, oder wie ich hier, ein Foto machen.

DSCN2989-L.jpg

So muss das nachher wieder aussehen.

DSCN2990-L.jpg

Die Motor/Getriebeeinheit wird von 4 Torxschrauben zusammen gehalten.

DSCN2991-L.jpg

Nun wird das Motorgehäuse abgezogen und die Wellen mit den Zahnrädern heraus genommen.

DSCN2993-L.jpg

Wie man am rechten Zahnrad sehen kann, sind die Zähne ziemlich platt. Deshalb blieb der Spiegel nicht mehr in Position, weil die Verzahnung übergesprungen ist.

Woher bezieht man die Ersatzteile?

Wenn man bei ebay die Suchbegriffe Reparatursatz Aussenspiegel BMW X5 E53 wird man mit Angeboten überhäuft.

Ich habe z.B. diese Teile hier gekauft: http://www.ebay.de/itm/221317625904?

Aber wiegesagt, es gibt mehrere Anbieter.

Das Problem mit dem Anklappen war aber noch immer nicht behoben. Der Spiegel war zwar wieder fest, aber nach dem Anklappen fuhr er gleich wieder auf.

DSCN2994-L.jpg

Schuld daran ist der Mikroschalter. Die Blechklammer ist abgefallen und lag neben dem Schaltergehäuse. Das Scharnier kann man aber etwas enger zusammen biegen und wieder drauf stecken. Wer dennoch den Austausch bevorzugt, der muss keine 500 € zahlen, sondern nur 81 Cent: Klick mich!

DSCN2995-L.jpg

Alles zusammen gebaut, und die Ohren bleiben nun angegelgt. :-))!

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Kai360
Geschrieben

Danke für die Anleitung,

sehr schön gemacht und bebildert! :-))!

(hoffe trotzdem, dass ich die nicht benötige für den X6. Noch funkt es!)

ist ja mal wieder ein Lehrstück für:

1. die Austauschmentalität der sogenannten Fachwerkstätten.

2. dass auch alles kaputt geht, was an die modernen Schlurren drangeschraubt wird.

oder: Je mehr dran, desto mehr kaputt!

3. insbesondere Kunststoff eine recht endliche Lebensdauer hat.

S.Schnuse
Geschrieben

Man sieht aber auch (gottseidank) immer mehr Gegenbewegungen zur Wegschmeißmentalität, sei es in Form von Youtube Tutorials, Repair Cafés oder eben solchen Reparatursätzen für die X5 Außenspiegel, die es zuhauf bei ebay gibt.

Aber dieses geschickte Auslegen der Haltbarkeit (und der X5 Außenspiegel ist diesbezüglich wirklich eine Fehlkonstruktion) ist keine Erfindung der Neuzeit.

Das war schon beim E36 so, dass ein zu schwach ausgelegter Kondensator das Klimabedienteil lahm legte. Bei BMW wird immer das komplette Steuergerät / Bedieneinheit getauscht, und jeder E36 mit Klimaautomatik hat irgendwann dieses Problem. Bei hundertausenden gebauten E36 ist das ein gutes Aftermarket Geschäft, macht jeweils 300 € Gewinn. Aber auch dafür gibt es eine Reparaturanleitung, und wer einen Lötkolben bedienen kann, zahlt nur 50 Cent (neuer Kondensator) für die Reparatur.

Karl-Heinz
Geschrieben

Super Anleitung

aber wo bekomme ich so  eine Lampe für den Spiegel

Wenn ich das erfahre wäre ich Dir dankbar

 

S.Schnuse
Geschrieben

Welche Lampe?

planktom
Geschrieben

Umfeldbeleuchtung ist wohl gemeint

original dürfte ne 5W glassockellampe mit sockel T10 verbaut sein447746090_T10Glassockellampe.jpg.5718a9f7790f8b64add0d341f0db119a.jpg

S.Schnuse
Geschrieben

Wäre mir nicht bewußt dass der E53das schon hatte.

master_p
Geschrieben
Am 12.12.2019 um 11:16 schrieb Karl-Heinz:

Super Anleitung

aber wo bekomme ich so  eine Lampe für den Spiegel

Wenn ich das erfahre wäre ich Dir dankbar

 

Gibt's ganz normal im BMW Einzelteilehandel zu kaufen. Kostet aktuell 4,14€ z.B. hier: https://www.leebmann24.de/bmw-ersatzteile/view/btdetail/?series=e53&typ=fa71&og=03&hg=63&bt=63_0604 Sollte da anstatt der Glühlampe eher die Fassung kaputt sein, kostet das mit 8,51€ auch nicht die Welt.

S.Schnuse
Geschrieben

Danke, nun weiß ich dass es den E53 optional mit Umfeldbeleuchtung gab.

master_p
Geschrieben
vor einer Stunde schrieb S.Schnuse:

Danke, nun weiß ich dass es den E53 optional mit Umfeldbeleuchtung gab.

Sag mal das, was man da auf Deinem zweiten Bild sieht, das müsste doch die Fassung für die Umfeldbeleuchtung sein. Kann es sein, dass das nicht optional war bzw. mind. mit dem Außenspiegelpaket kam? Dann dürfte der von Dir reparierte X5 das auch haben. Vielleicht ist das ja durchaus ein häufig aufkommender Fehler, dass die Glühbirne kaputt ist und das kannste gleich noch mit  reparieren 😉 

S.Schnuse
Geschrieben

Gern, aber den E53 haben wir schon seit Jahren nicht mehr. 🙂

Cengizk43
Geschrieben

Hallo,

Leider habe ich das Problem das der Kreisförmige ring der die Drehung an den Spiegel weiterleitet sehr abgenutzt ist, so wackelt mein Spiegel trotz der Verbesserung noch wisst ihr wo ich dieses Teil her kriege ? Natürlich soll es nicht zu teuer sein.spacer.png

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      So, nun sieht man die Kardannwelle in ihrer ganzen Pracht. Leider - denn wie sich gleich herausstellt ist ja noch was kaputt.


      Ahnt ihr es?


      Richtig! So eine massakrierte Hardyscheibe hab ich selten gesehen. Mein Vater hat mich gleich mal belehrt und meinte meine Blitzstarts wären daran schuld. --> Ich bin der Meinung das muss so ein Teil abkönnen.


      Hier nochmal, ich komm garnicht drüber hinweg. Und so ein sensibler Gummiklumpen kostet dann auch noch soviel wie eine Tankfüllung.


      Naja, halb so wild - eigentlich hat ja jeder glücklicherweise heutzutage noch eine Ersatzkardanwelle daheim rumzuliegen. Da muss doch auch so ein Luxusteil dran sein.... ?


      .... aber leider auch nicht mehr das neueste. Ein kleiner Riss ist drin und ich hab kein Bock das Gedöns nochmal abzubauen.


      Das war die alte Hardyscheibe von meinem 316i, gerade erst 160.000km jung. Wo nichts dreht kann nichts kaputt gehen - trotzdem kommt eine neue rein. Sicher ist sicher.


      Ich glaub es war halb eins nachts, da ist mir das Getriebe dank der Hilfe meines Nachbarn dann doch endlich in den Schoß gefallen. Keine Angst, die Familienplanung ist noch heil.


      Da ist sie nun, das Opfer meiner "Blitzstarts" Doch oh graus, was musste ich nun feststellen....


      Dieser fettig glänzende Rand da unten ist eine richtig dicke Fettschicht. Sowas hat da eigentlich nix zu suchen. Auch die Getriebeglocke war voll mit dem Zeug. Bin mal gespannt, was der Werkstattmeister dazu sagt, wenn ich morgen die neue Kupplung abhole. Hoffentlich ist es nicht das Kurbelwellenlager, ich würd


      Naja, so sieht jemand aus, der zu geizig ist eine Werkstatt aufzusuchen. Ich hab mich extra für das Foto geschminkt. Nun heisst es also morgen früh weiter machen.

      Ich werd auf jeden Fall erzählen wie die Story weitergeht. Wird bestimmt noch richtig teuer....
    • Nachdem die Richtung bei unseren geliebten Autos immer mehr in Richtung Turbomotoren geht, habe ich mich entschlossen, mir den ein oder anderen „Sauger“ zu sichern.
       
      Angefangen habe ich mit einem BMW M5 E 60, dessen V10 ich für ein Meisterwerk des Motorenbaus halte, nachdem ich in der Vergangenheit häufiger M3s auf der Renne gefahren war und immer der Ansicht war, dass es sich um ganz passable Autos handelt, die allerdings meinen geliebten Elfern (Porsche) nie das Wasser reichen konnten. Aber egal: Markenbrille abgenommen, ein wenig die Fakten recherchiert, vorurteilsfrei ein Wochenende den neuen BMW M5 F10 (Bi-Turbo) zur Probe gefahren, danach einen gebrauchten BMW M5 E 60 (Sauger) derselben BMW Niederlassung und die Entscheidung war gefallen. Über den Preis wurden wir uns zügig einig, die Abwicklung war dann und ist noch immer ein wenig holprig, doch liegt das wahrscheinlich daran, dass unsereiner kein normaler Autokunde nach BMW-Vergleichsmaßstäben ist und die Abwicklung eher, na sagen wir mal, Einser-BMW like ist. Aber jetzt zu den Fakten:
      Der Wertverlust eines großen BMW in den ersten Jahren ist hoch. Aus kaufmännischen Gründen würde ich mir ein solches Auto nie neu kaufen. Wahrscheinlich bin ich auch da ein wenig von meinen Elfern versaut. Da der E60 nicht mehr produziert wird, stand diese Entscheidung jedoch ohnehin nicht zur Debatte. Was auffiel, war, dass man, wenn man einen guten M5 findet, sehr viel Auto für überschaubares Geld bekommt.
        Zwar wurden recht viele Autos produziert, doch trotz allem war das Angebot für mich übersichtlich. Dies hatte mehrere Gründe:
      2.1. Viele M5-Käufer haben insbesondere hinsichtlich der Innenausstattung einen anderen Geschmack als ich. Ich wollte ein Auto mit silberner oder schwarzer Außenfarbe, schwarzer Lederausstattung und ohne Holzapplikationen. Bei meinen Recherchen im Netz war ich erstaunt, wie viele Fahrzeuge mit weißem oder hellbraunem Leder es gibt, teilweise mit absolut unpassenden Außenfarben kombiniert.

      2.2. Unfallfreiheit war ein Muss. Kleinkram wie Parkrempler etc. bezeichne ich nicht als Unfall. Nachlackierungen wegen Steinschlägen sind auch völlig normal.

      2.3. Im Ausland würde ich keinen M5 kaufen, insbesondere nicht in den osteuropäischen Ländern. Die dort übliche „Tachojustierung“ halte ich für vollkommen inakzeptabel. Kann einem natürlich auch in Deutschland passieren, also aufpassen.

      2.4. Eine zumindest Rest-Garantie von BMW war gewünscht, um die Kaufdurchsicht nicht zu intensiv betreiben zu müssen. Dafür muss man nicht bei BMW kaufen, sondern kann das Auto auch von einem Privatmann erwerben, der diese Versicherung (EuroPlus heißt das bei BMW) abgeschlossen hat, da sie übertragbar ist. Aber diesen Punkt hätte ich ggf. auch fallen lassen, dann muss eben genauer hingeschaut werden.

      2.5. Einen Touring wollte ich nicht, da ich ihn optisch nicht so schön finde, den Platz nicht brauche und der Apparat 100 kg mehr wiegt, also ein schlechteres Leistungsgewicht hat.

      2.6. Die 5er erhielten in 2007 ein Facelift, in dessen Rahmen einige sinnvolle Verbesserungen vorgenommen wurden (neues iDrive mit frei programmierbaren Tasten für präferierte Funktionen, neues Außendesign mit Klarglasscheinwerfern und Heckleuchten mit LEDs etc.). Da es zu Anfang der M5-Produktion auch Probleme mit dem SMG und einige andere Themen gegeben haben soll, kam ein Modell vor Facelift für mich nicht in Frage.

      2.7. Auch später gab es noch Veränderungen bis hin zum letzten Modelljahr (ab Sommer 2009 gebaut), in das ein HDD-Navi eingebaut wurde, was ich persönlich sehr praktisch finde. Auf die Festplatte kann auch Musik eingelesen werden o.ä.

      2.8. Letztendlich entschied ich mich dafür, einen der letzten gebauten M5 E 60 zu kaufen. Der Preisunterschied zu älteren Modellen war ohnehin nicht groß und ich wollte auch kein 100 tkm-Auto.
        In verschiedenen Foren taucht immer wieder der Hinweis auf, das Steuergerät auf die Anzahl der Launch Control-Einsätze auslesen zu lassen. Das würde ich nur beim Kauf von Privat machen, wenn mir die Aussagen des/der Vorbesitzer unglaubwürdig erscheinen. Ich habe die Launch Control noch nicht ein einziges Mal benutzt und kenne auch andere Besitzer von Autos mit diesem Feature, die es noch nie benutzt haben, weil es für sie nichts mit dem wirklich schnellen Fahren dieser Autos zu tun hat, sondern eher etwas für den Ampelsprint und etwas unreifere Zeitgenossen ist. Jemand, der die Mechanik seines Autos wirklich liebt, tut ihm das nicht an. Wenn Ihr das Auto bei BMW mit Garantie kauft, könnt ihr davon ausgehen, dass BMW, die den Speicher ja bei der Inzahlungnahme und beim Service ohnehin auslesen, ein solches Auto nicht in Zahlung nehmen oder nicht oder nur nach genauester Prüfung mit Garantie versehen werden, das sind nämlich auch Kaufleute. Bei meiner BMW-Niederlassung werden M5s nur nach Genehmigung des Verkaufsleiters zur Probefahrt herausgegeben und auch das nur äußerst selektiv. In den Probefahrtbedingungen steht ausdrücklich, dass das DSC nicht deaktiviert werden darf usw. usw. Beim Kauf von Privat würde ich die BMW-Werkstatt des Verkäufers kontaktieren, die Historie verifizieren und ggf. das Fahrzeug ohnehin von einem BMW-Fachbetrieb, der sich mit M-Fahrzeugen auskennt, checken lassen und ggf. dabei auch das Steuergerät auslesen lassen. Aber auch hier kommt es ein wenig auf die Papierform, den Zustand des Fahrzeugs und die Menschenkenntnis an. Diese entscheidet bei mir immer über die vorzunehmenden Kontrollen und ich bin damit bisher gut gefahren.
        Der M5 ist vollgestopft mit technischen/elektronischen Goodies. Die solltet Ihr beim Kauf ausprobieren, da Mängelbeseitigungen im Elektronikbereich schnell ins Geld gehen können. Das ist ein wenig zeitintensiv, doch erkennt man einen gepflegten Wagen auch daran, dass alles funktioniert. Kauft Ihr den Wagen mit EuroPlus Grantie, gilt das natürlich nur hinsichtlich des nicht versicherten Umfangs.
        Beim Kauf von BMW Händlern bekommt Ihr häufig auch das Premium Selection Zertifikat. Was das bedeutet, seht Ihr auf der Website von BMW. Auch das schränkt die notwendigen Prüfungshandlungen beim Check des Fahrzeugs ein wenig ein.
        Natürlich prüft man bei einem solchen Wagen, ob Reifen mit BMW-Kennung (Stern) aufgezogen sind, vier gleiche Reifen montiert sind, diese nicht nur ausreichend Profil aufweisen, sondern auch nicht zu alt und unbeschädigt sind, die Bremsen (Scheiben und Beläge) in Ordnung sind usw. usw., das würde jedoch diesen Thread überfrachten. Wichtig ist: Ihr kauft keinen 320d, also plant für die notwendigen Untersuchungen ein wenig Zeit ein.
        Der M5 ist von Haus aus bei 250 km/h abgeriegelt. Es gibt das sogenannte M-Drivers Package, mit dem das Limit auf echte 305 km/h angehoben wird. Der Vorteil dieses Packages ist, dass es garantiefähig ist. Außerdem wird die Geschwindigkeitserhöhung in die Fahrzeugpapiere eingetragen, so dass nicht die Zulassung des Fahrzeugs erlischt. Von nicht eingetragenen Veränderungen würde ich aus versicherungsrechtlichen und strafrechtlichen Gründen Abstand nehmen.
        Beschafft Euch die im Internet frei verfügbare Ausstattungsliste inkl. der verfügbaren Extras und überlegt Euch, was Euer Gebrauchter haben sollte. Das erleichtert ebenfalls das Eingrenzen des Angebots. Sinnvoll ist nach meiner Analyse das Navi Professional mit Bluetooth-Anbindung für Mobiltelefone, das HiFi-System Professional Logic 7 (ein digitales Surround Sound-System), der Skisack für das etwas sperrigere Gepäck, das M-Drivers Package wie oben beschrieben, der M-Sitz (mit aktiver Lehnenbreitenverstellung für Fahrer und Beifahrer), die USB-Schnittstelle (an die Ihr mit einem Adapter auch Euren iPod anschließen könnt) der optionale Heckspoiler (sehr dezent und reduziert den Auftrieb an der Hinterachse um die Hälfte!) und evt. noch der programmierbare Garagentoröffner für bis zu drei verschiedene elektronische Sender.
        Faszinierend ist, dass Ihr mit diesem Auto zwei Autos kauft, eine Limousine und einen Sportwagen. Für echte Fans einer der beiden Fahrzeuggattungen ist das natürlich ein Kompromiss. Der Automatikmodus des SMG ist wegen des fehlenden Drehmomentwandlers nicht mit einem normalen Automatik- oder Doppelkupplungsgetriebe vergleichbar. Dafür hat das SMG-Getriebe gegenüber dem Automatikgetriebe jedoch Gewichtsvorteile und auch die Leistungsverluste sind geringer. Die Fahrwerksabstimmung ist sportlich, auch auf der sogenannten Komfortstufe. Die Lenkung (Lenkwiderstand einstellbar) ist für eine Limousine relativ schwergängig. Für Sportwagenfahrer ist das alles jedoch nicht nur verzeihlich, es ist sogar teilweise erforderlich. Auf der anderen Seite kann man durch das Drücken einiger Knöpfe erfahren, dass die M-GmbH es durchaus ernst meint, wenn sie so einen Wagen bauen. Das Auto lässt sich dann sportwagenmäßig bewegen. Zu den zwei Gesichtern des Fahrzeuges gibt es ein nettes Video von Top Gear in zwei Teilen (auch wenn einige der Aussagen im Video falsch sind und nur von Unkenntnis über die möglichen Einstellungen zeugen):
         

      Falsch dargestellt ist im Video (wird in Teil 2 später teilweise revidiert): Ihr müsst nicht die M-Taste auf dem Lenkrad drücken, um die vollen 507 PS nutzen zu können, die Power Taste in der Mittelkonsole reicht. Wichtig ist, dass nach jedem Start zunächst nur 400 PS nutzbar sind, bis Ihr Euch entscheidet, die volle Leistung durch Drücken einer der beiden Tasten (Power oder M) verfügbar zu haben (auch die Gasannahme verändert sich spürbar). Auch lässt sich die Stimmausgabe des Navigationssystems natürlich stumm schalten und man kann sowohl die Lautstärke als auch den Sender am Lenkrad einstellen.. Das Fahrwerk ist einstellbar. In der Automatikstellungstellung „D“ sind 5 verschiedene Fahrprogramme abrufbar, die mit der gleichen Taste abrufbar sind, mit der beim sequentiellen Modus die Schaltpausen eingestellt werden. Den M-Modus konfiguriert Ihr über das iDrive-System. Dort habt Ihr noch einige Einstellungen exklusiv zur Verfügung: Weitere Verkürzung der Schaltpausen und noch spontanere Gasannahme. Das Rucken beim Hochschalten unter Last kann man durch kurzes Gaswegnehmen beim Schalten ganz einfach beseitigen, die Mechanik wird es Euch danken. Allgemein ist zu sagen, dass, wenn Ihr keine Erfahrungen mit dem SMG habt, es Euch wahrscheinlich zunächst nicht gefallen wird. Um es optimal nutzen zu können, bedarf es einiger Übung. Also lehnt das Fahrzeug nicht wegen des SMGs nach einer kurzen Probefahrt ab, da geht noch was.
       
      In den Foren liest man viel über gigantische Benzinverbräuche. Lasst Euch davon nicht abschrecken. Im Mix verbrauche ich bei zügiger, jedoch vorausschauender, Fahrweise 16-17 Liter. Wahr ist aber auch, dass ständiger Kurzstreckenbetrieb, intensiver Stadtverkehr und über längere Zeit freie Autobahnen zu deutlich höheren Verbräuchen führen. Wenn Ihr, wenn die Ampel auf Grün springt, Euren Mitbürgern immer zeigen müsst, dass Ihr den Größten habt, dann könnt Ihr auch locker über 30 Liter verbrauchen. Das ist aber bei fast jedem PS-stärkeren Sportwagen, den ich kenne, so.
       
      Die Versicherungskosten halten sich im gewohnten Rahmen. Rechnet bei einem langjährig schadenfreien Versicherungsvertrag mit um und bei EUR 1.000 für VK, TK, Haftpflicht mit guten Versicherungsbedingungen.
       
      Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, doch kann man es beim M5 nur wiederholen: Kauft nicht das billigste, sondern das beste Auto, das Ihr finden könnt. Das bezieht sich nicht so sehr darauf, ob das Auto 1. oder 2. oder 3. Hand ist (sagt ohnehin nichts über die Anzahl der Fahrer aus), sondern auf Unfallfreiheit, Wartungsnachweise (lückenloses Scheckheft inkl. der beim M5 vorgeschriebenen Einfahrkontrolle bei ca. 2000 km (dabei wird auch das Öl gewechselt)), Pflegezustand, nachvollziehbare Historie (auch garantierter KM-Stand!), Papiere und Schlüssel vollständig usw. Auch könnt Ihr im iDrive die Fahrzeugdiagnose aufrufen, die Euch anzeigt, ob Motoröl, Bremsflüssigkeit, Bremsbeläge etc. zum Wechsel anstehen (sollte alles mit grünen Häkchen versehen sein).
       
      Wer für einen M5 E60 maximal TEUR 20 ausgeben will oder kann, interessiert sich für das falsche Auto. Ein schlecht behandeltes und/oder gewartetes Auto kann Euch in Rechnungen treiben, die Euch den Atem nehmen. Der „gute Bekannte“, der Euren alten Dreier doch immer so toll repariert hat, wenn mal was dran war, wird sich beim M5 E60 bei vielen Problemen nur am Kopf kratzen können, da sollte man Realist sein.
       
      Mit sportlichen Grüßen
      Need 4 Speed
    • So sah mein 964 noch bis letzte Woche aus. 16 Zoll Standardfelgen und Standardfahrwerk.


      Dies ist der Stand von vor ein paar Tagen mit 7x17 + 9x17 Cup I Felgen vom 965 (turbo) und Standardfahrwerk.


      ... und so ist nun der Stand der Dinge seit heute. Es stehen 40mm auf der Sollseite, auf der Istseite sind es aber nur 35mm. Aber schauen wir uns die Schritte dazwischen mal an:

      Angefangen habe ich mit der Hinterachse, da die vorderen Dämpfer beim falschen Transportunternehmen gestrandet sind und mit einer Woche Verzug geliefert wurden.

      Auf der Einkaufsliste standen:
      - Bilstein B6 Dämpfer für vorn mit schickem Nordschleifenaufkleber drauf. / 495 €
      - neue Traggelenke von Lemförder (ZF) / 124 €
      - neue Spurstangen von Lemförder (ZF) / 84 €
      - H&R Federn mit 40mm Tieferlegung / 233 €
      Im Vergleich zu den BMW Preisen die ich ja sonst gewohnt bin, merkt man schon den Porsche Sonderaufschlag, selbst im freien Aftermarket.


      Ein Vergleich der hinteren Fahrwerksfedern. Wie man sehen kann, wird die Wicklung der H&R Feder nach oben hin enger, was auf eine progressive Federkennlinie deutet. Die Originalfeder ist von oben bis unten gleich gewickelt. Die H&R Feder ist deutlich kürzer, im Gegensatz zur Situation an der Vorderachse - aber dazu weiter unten mehr.


      Diese Schraube verbindet den Längslenker mit dem Stoßdämpfer und wird mit 200Nm angezogen. Mir hat das Mistding auf beiden Seiten den Schweiß auf die Stirn getrieben, denn es war fest und ging mit dem Schlagschrauber nicht zu lösen.


      Nachdem man mir im PFF Forum geraten hat es mit einem Hebel zu versuchen, habe ich mir dieses Werkzeug gebastelt. Einfach ein Rohr auf den Drehmomentschlüssel zu stecken war mir zu heikel. Bei so einer Aktion habe ich nämlich schonmal einen Drehmomentschlüssel abgebrochen. Der hatte zwar nur 15 € gekostet und war vom Aldi, aber meinen neuen Gedore Schlüssel wollte ich nun nicht riskieren.


      Den Hebel habe ich dann aus Ergonimiegründen nochmal gekürzt. Aber es hat funktioniert, sonst gäbe es ja diesen Thread nicht.


      Es gilt zum Ausbau die drei Schrauben zu lösen, die im Dom das Stützlager halten. Dazu muss man rechts den Luftfilterkastendeckel ausbauen (hier im Bild), und links das Heizungsgebläse. Chirugische Fachkenntnisse und Erfahrungen beim Montieren in engen Räumen sind von Vorteil.


      Und so schaut dann das fertige, schön geputzte Federbein aus. Ein erfahrener 911 Experte hat mir geraten die zwei hinteren Schrauben am Längslenker unbedingt im eingederten Zustand festzudrehen, da es sonst zu Verspannungen im Dämpfer kommt und es beim Eindern stockt. Das ist aber linkerseits ohne Grube garnicht so einfach, da der Kat genau vor der Schraube hängt.

      Ja und da sind wir hinten schon fertig! Die Boge Dämpfer waren hinten noch tip top in Ordnung, Zug und Druck gingen manuell nur sehr schwer.


      Der Stand von vorher.


      Vorn ist der Federbeinausbau etwas komplexer und es muss die Bremsleitung geöffnet werden, da diese durch ein Blech am Dämpfer führt. Benötigte SW: 11 und 17.


      Dann muss das Massekabel vom ABS Sensor entfernt werden und sämtliche Kabel aus den Führungen ausgehangen sein.


      Der Dämpfer ist durch zwei Schrauben mit dem Radträger verbunden. Benötigte SW: 10mm Imbus und 17. Das Anzugsmoment beträgt beim Zusammenbau 135 Nm. Es lohnt sich die Spurstange ebenfalls zu lösen.


      Wie oben schon erwähnt ist an der Vorderachse die H&R Feder länger, trotz einer effektiven Tieferlegung von 35mm. Auch wieder schön zu sehen, die teilweise progressive Wicklung.


      Das fertige Federbein mit dem schönen Bilstein B6 Dämpfer. Der Anschlagpuffer ist hier konstruktiv schon vorhanden, die Porscheteile braucht man nicht mehr.


      Yeah! Die alten Dämpfer waren vorn ohne merkliche Druckstufe, also die Kolbenstangen gingen leicht rein, aber schwer wieder raus. Ein Fall für den Schrott!


      Farblich alles ein bißchen verspielt, aber zum Glück sieht man da ja nicht von Außen.


      Die Traggelenke sind nun auch schon 20 Jahre alt und die Gummisicke am linken Gelenk war gerissen. Aber Spiel hatten die Gelenke trotzdem nicht. Da fragt man sich als leidgeplager Dreier BMW Fahrer, wie sowas möglich ist.


      Ich mag einfach diese Gegenüberstellungen... Anzugsmoment der Schrauben: 65 Nm


      Diese Teile liegen nun bei den alten vorderen Dämpfern und haben ihre besten Zeiten hinter sich.


      Wenn es so gut funktioniert wie es gut aussieht, dann ist alles ok.


      Solche Bücher sind beim Schrauben Gold wert. Die guten 964 Schrauberbücher gibt es aber anscheinend nur auf englisch.


      Natürlich darf man das Entlüften nicht vergessen. Ich weiss zwar nicht ob es nötig ist, aber ich habe die PDAS Ventile mit dem Bosch KTS zum Entlüften geöffnet.


      ATE Blue Racing mit reichlich Blubberblasen.


      So ein Entlüftergerät macht schon Spaß. Man muss einfach nur Zuschauen und aufpassen das der Ausgleichbehälter nicht leer läuft. Dann schön bis zur MAX Markierung vollmachen, damit der 964 C4 nicht ständig im Warndisplay über den Bremsflüssigkeitsstand rummeckert. Da ist er nämlich etwas empfindlich.



      Da steht er nun, staubig vom Winter und noch ungewaschen - aber "well prepared for the summer season" um es mal in der Sprache der Fachliteratur auszudrücken.

      Nun muss ich nur noch zum Achseinstellen. Da wünsch ich dem Gesellen schonmal viel Spass, denn beim 964 kann man so ziemlich alles einstellen.

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