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Stig

Alfa 4C Eindrücke von der IAA

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Stig
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Ich habe den 4c an der IAA mal genauer unter die Lupe genommen.

Noch im März am Autosalon Genf war ich von der Optik eher etwas enttäuscht; mir kam das Auto irgendwie sehr klein vor und die Lampen gefielen mir überhaupt nicht.

Vermutlich hab ich zuvor einfach zu lange die grossen Maseratis und Astons angesehen, dass mir der 4c dermassen klein vorkam...

Ich hatte aber auch in Genf den Eindruck, ein Lotus stellt, trotz ähnlicher Grösse, mehr dar.

Der Eindruck von der IAA war nun deutlich positiver: Die "Grösse" (399cm) des Autos ist zwar Tatsache, jedoch kamen mir die Proportionen sehr stimmig vor, das Auto steht bullig da und sieht einfach super aus. Auch an die Lampen kann man sich gewöhnen, gerade mit eingeschaltenen LED-Tagfahrlichter.

Natürlich handelt es sich bei den beiden IAA-Autos (weiss und rosso competitione) um sehr frühe oder gar Vorserien-Modelle. Verarbeitung der Carosserie scheint jedoch ganz ok zu sein und bewegt sich auf dem Niveau eines Lotus der aktuellsten Generation Mk3.

Ich konnte dann sogar im (roten) Ausstellungsmodell eine Sitzprobe machen, einer der Verkäufer liess sich überreden mir das Auto zu öffnen.

Innen passt eigentlich alles auf anhieb, Ergonomie ist erwartungsgemäss sehr gut, Sitze sind sportlich und scheinen bequem zu sein, Lenkrad sieht zwar komisch aus, liegt aber ideal zur Hand. Einstieg ist einfacher als in einen Lotus. Platzverhältnisse sind ok.

Einzig den Materialmix im Innenraum fand ich etwas komisch: Armaturenträger aus billigem Kunststoff passt einfach nicht so richtig in die Carbonumgebung des Chassis, das konnte der 8c viel besser. Sitze sehen auf Bilder auch hochwertiger und besser verarbeitet aus, als sie es tatsächlich sind.

Mein Eindruck: Der 4c lässt sich überhaupt nicht weder mit einem TT noch mit einem Cayman vergleichen. Schon nur wegen der Grösse, aber auch vom praktischen Aspekt (Alltag) und den Ausstattungsmöglichkeiten her.

Den einzigen wirklichen Konkurrenten findet der 4c meines Erachtens nur im Lotus und stellt für die Fahrer der englischen Sportwagen sicher eine beachtenswerte Alternative dar.

Von der aktuellen Lotus-Modellpalette her zielt der 4c eher auf Elise S (220ps) als auf Exige (350ps) ab, wobei die Elise noch den Vorteil hat, dass man sie offen fahren kann.

Puristisch sind sie beide, wobei mir die Elise mehr Eindruck vom Rennauto abstammend vermittelt und halt noch etwas puristischer ist. Für einige heutzutage aber schon wieder etwas zu pur, welche sich dann auch eher mit dem DSG-Getriebe des 4c als mit der konventionellen Handschaltung der Elise anfreunden können. Hier verweise ich aber auch die aktuellen Diskussionen zum neuen Porsche GT3, welcher nicht mehr mit Handschaltung erhältlich ist...

Wer kauft nun einen 4c?

Sicher nicht der TT- oder Cayman-Fahrer. Vermutlich sind es ein Paar Lotus-Fahrer, denen die Elise oder die frühere kleine Exige einfach zu sehr in die Jahre gekommen ist und Wert auf viel Exklusivität (2500 Stk vom 4c sind geplant) und Style legen.

Das Carbon-Chassis des 4c ist bestimmt sehr interessant und ein wesentlicher Fortschritt gegenüber dem in der Jahre gekommenen Alu-Chassis von Lotus, für einige vielleicht auch das DSG-Getriebe und der moderne Turbo-Motor.

Der 4c ist, wie auch ein Lotus, ganz klar kein Alltagsauto auf lange Zeit: zu unpraktisch, zu klein und kaum wintertauglich. Somit Stellt der 4c auch bloss ein Zweit-, Dritt- oder gar Viertauto dar. Ich könnte mir vorstellen, dass einige der 4c in Alfa-Sammlungen (GTA, Montreal SZ, 8c...) landen und dann somit nicht wirklich ihrem Fahrertyp entsprechen.

Der Preis des 4c (in der Schweiz ab 66'000 CHF) ist hoch, bekenkt man aber, dass man dafür ein Chassis aus Carbon geboten bekommt, realtiviert sich das ganze und geht im Vergleich zum Konkurrenten aus GB voll in Ordnung.

Als Option würde ich übrigens das Racing Package empfehlen, bestehend aus sportlicherem Lenkrad, Fahrwerk, Auspuff und Rad/ReifenKombination. Der Preisvorteil liegt mit diesem Paket dann bei ca. 1000euro.

Ohne ein Urteil über das wichtigste, nämlich das Fahren, fällen zu können, vergleiche ich den Alfa mit dem Lotus wie folgt:

Alfa:

+Carbonchassis

+Exklusivität

+Einstieg

Lotus:

+Roadster

+pur und ungefiltert

+Ausgereift

Zum Schluss noch was:

Viele Lotus-Fahrer bewegen ihr Auto ab und zu oder gar regelmässig auf Rennstrecken. Ganz klar würde ich dem 4c sicher auch gegentlich mal ein Paar Runden auf abgesperrter Strecke zumuten, die Rundenzeiten welche kursieren sind ja ganz interessant.

Ich frage mich aber, ober der Alfa-Händler (wenn er nicht gleich noch Ferrari-Vertreter ist) wirklich den notwendigen Support für Trackdays bieten kann, worauf ja Lotushänder spezialisiert sind.

Zudem habe ich noch Bedenken, ob das DSG-Getriebe wirklich für intensive und regelmässige Trackdays das richtige ist. Das wird sich aber noch zeigen und ist reine Vermutung von mir.

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Autopista
Geschrieben

Ich war dieses Frühjahr in München, als der Wagen potentiellen Kunden vorgestellt wurde.

Das Auto hat gegenüber einer Lotus Exige oder Elise einen ganz wesentlichen Vorteil: Einstieg.

Viele Personen kommen in den Lotus schlichtweg nicht rein. Der 4C lässt sich nach meinem Empfinden fast so leicht entern wie ein Cayman.

Ich glaube auch, daß aus dieser Ecke die Kundschaft kommt. Der 4C ist etwas ganz anderes, neues.

Ein Lotusfahrer wird in dieser Preisklasse eher zur neuen Exige greifen.

Stig
Geschrieben
Ein Lotusfahrer wird in dieser Preisklasse eher zur neuen Exige greifen.

Elise S: 220ps, CHF 66'300

Exige: 350ps, CHF 93'000

Alfa 4c: 240ps, 66'000

Eine Elise (mit Hardtop) kommt schon formal dem 4c deutlich näher als der Exige.

Der Einstieg in den Alfa gelingt wegen des etwas tieferen Schwellers etwas besser: die Platzverhältnisse innen sind dann aber etwa gleich wie im Lotus. Über 185 wirds in beiden Autos (zu) eng. Sitzt man zu zweit drin sowieso.

jojoh12
Geschrieben

Als ehemaliger Lotus- (111R, Exige S) und 8C Spider-Fahrer hab ich mir den 4C auf der IAA zum ersten Mal live aus der Nähe anschauen können:

- Chassis- & Motorkonzept sehr interessant

- Die Verarbeitung und Spaltmaße sind durchaus passabel

- Lediglich die Materialanmutung im Innenraum (Armaturenträger, Bedienelemente

Heizung und Radio) wirken sehr billig

- Lenkrad für mich für einen Sportwagen unpassend und zu dick

- Einstieg auch mit meinen 1,98m problemlos

Was allerdings wirklich stört und mich momentan wirklich vom Kauf abhält, ist das miserable und hier schon mehrfach erwähnte, miserable Marketing:

- Einladung zur Vorabpräsentation für 8C-Kunden kommt glatte drei Tage vor dem Veranstaltungstermin per Expressschreiben aus Italien

- abgestimmter Besichtigungstermin auf der Techno Classica fällt aus, weil trotz mehrfachem, langen Wartens der einzige Verkäufer unabkömmlich ist

- auf der IAA dann das selbe: nur ein Ansprechpartner, 15 Minuten Wartezeit und dann etwas sonderlich anmutende Infos: angesprochen auf den billig anmutenden Kunststoff-Armaturenträger antwortet der Verkäufer, dass dieser auf Carbon sei und beschichtet worden sei, damit dies nicht optisch heraussteche :???: Eine Fahrmöglichkeit sei zudem vorerst nicht geplant?! Wie will Alfa so selbst bekennende Markenanhänger für ein neues Modell begeistern, wenn diese nicht aktiv mehr auf den 4C angesprochen werden?!

Autopista
Geschrieben
Elise S: 220ps, CHF 66'300

Exige: 350ps, CHF 93'000

Alfa 4c: 240ps, 66'000

Ok die Schweizer Verhältnisse waren mir nicht klar. In D liegt der 4C näher an Exige als an Elise.

Wobei sich die Frage eh nicht stellt, der Alfa ist bis Ende 2014 praktisch ausverkauft.

Ich habe jedenfalls schon einige Kunden kennengelernt. Von denen würde sich allerdings keiner in einen Lotus setzen.

Stig
Geschrieben
Ich habe jedenfalls schon einige Kunden kennengelernt. Von denen würde sich allerdings keiner in einen Lotus setzen.

Ich glaube das unterscheidet sich auch von Land zu Land: ich stehe infolge ernster Kaufabsicht in Kontakt mit einem kompetenten Alfa-Händler, welche angeblich einige Interessenten aus dem Lotus-Segment hat.

Ich sehe drei Käuferschichten für den 4c:

1. Lotus-Fahrer

2. Alfa-Sammler/Fans (die es sich leisten können)

3. Leute die einen sportlichen Zweitwagen wollen

Kategorie 3 ist meines Erachtens nicht der TT- oder Cayman Fahrer. Der braucht sein Auto durchaus im Alltag, dem wäre der 4c viel zu wenig alltagstauglich.

In einem Schreiben von Alfa steht:

"Die reguläre Version (Annahme: nicht Launch-Modell) des Alfa 4C wird in einer limitierten Stückzahl von 3.500 Exemplaren gebaut, von denen durch die Kleinserienhomologation 1.000 Einheiten nach Europa verkauft werden können. Für Produktion 2013 und 2014 wird der Schweizer Markt voraussichtlich ca. 200 Fahrzeuge der regulären Version erhalten."

weiter steht:

"Aufgrund der geringen Verfügbarkeit werden die Anzahl für neue Kaufverträge der Bestellungen pro 2013 pro Händler limitiert. Diese Kontingente werden ... im September mitteilen"

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