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Restaurierung Ferrari 328 GTS - BJ 1987

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URicken
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Guten Morgen zusammen,

ich habe im letzten Jahr beschlossen, meinen Ferrari 328 GTS BJ 1987 einer kompletten Restauration zu unterziehen. Es gab zwar schon mal vor 4 Jahren den vorsichtigen Versuch einer "Verjüngungskur" nur hat mir das Ergebnis im Nachhinein nicht wirklich gefallen.

  • Der Unterboden war durch die Tieferlegung in arge Mitleidenschaft gezogen worden
  • Beulen, Dellen und Kratzer von 25 Jahren Benutzung haben ihre Spuren hinterlassen
  • Das Leder ist unansehnlich und trotz "Aufbereitung" in arge Mitleidenschaft gezogen
  • Der Motor wird zwar jedes Jahr von Robert Fehr in Grünberg gewartet aber dennoch wurden einige Revisionsarbeiten dringend notwendig.

 

Bei einigen Freunden hat diese Aktion zu Unverständnis geführt, da die jetztigen Investitionen nicht in Relation zum Wert des Fahrzeugs stehen. Aber das ist mir egal, zur Restauration habe ich mich aus mehreren Gründen entschlossen:

  • das Auto ist im November 26 Jahre alt und ein Klassiker
  • das Auto hat mir seit 13 Jahren - nicht immer - Glück und Spass bereitet
  • Das immer näher rückende "historische" Kennzeichen soll mein Ferrari in neuen Kleidern erleben
  • Der 328 war schon immer mein "Traumferrari" und ich möchte noch viele Jahre Freude daran haben.

 

Die Restauration ist - für mich - ein Mammutprojekt, da dieses Mal das Auto KOMPLETT zerlegt wird und - wirklich - JEDES Teil auf den Prüfstand kommt. Neben den kosmetischen Arbeiten ist mir persönlich wichtig, einen Klassiker auch technisch wieder in einen 1a Zustand zu bringen.

Ich bin der Meinung, dass hat meine "Diva" verdient.

Die Restaurationsarbeiten übernimmt vollständig die Firma Fehr aus Grünberg. Ich bin schon seit mehr als 10 Jahren dort Kunde und Forenmitglieder, die mich kennen, wissen, dass ich zu 100% von deren Arbeit überzeugt bin.

Das Auto habe ich im September 2012 an Robert Fehr übergeben und letzten Samstag bin ich für die Vorbesprechungen in Grünberg gewesen. Zu diesem Zeitpunkt hatte man das Auto schon weitestgehend in seine Bestandteile zerlegt.

 

Für diese Phase der Restauration sind nun folgende Arbeiten bis April 2013 geplant:

  • komplette Revision des Motors
  • der 5. Gang ist in arge Mitleidenschaft gezogen worden und die Ritzel müssen getauscht werden
  • korrodierte Schläuche und Verbindungen werden ersetzt
  • Elemente des Motors werden pulverbeschichtet, damit der Motor "wie neu" aussieht.
  • die Airbox auf dem Motor wird mit feuerfestem Lack neu lackiert
  • Zahnriemen und Spannrollen werden gewechselt
  • eine neue Kupplung muss eingebaut werden
  • Karosserie
  • ALLE Beulen und Dellen werden entfernt / verzinkt
  • alle Anbauteile werden neu lackiert
  • die Dichtungen an der A-Säule (Auflage für Dach) werden gewechselt
  • Türdichtungen werden ersetzt
  • Lüftungsgitter der Motorhaube werden pulverbeschichtet
  • Windschutzscheibe wird gewechselt
  • Felgen
  • alle Felgen werden vollständig aufbreitet und lackiert

 

Die Sattlerarbeiten werden dieses Jahr nicht mehr gemacht, da die Restauration doch recht teuer ist. Da ich wieder die Originalfarben (crema) im Auto haben möchte, müssen erst Teppiche und Leder besorgt werden. Das wird aber weitere ca. 7.000,00 € kosten. Diese Arbeiten werden innerhalb der nächsten 2 Jahre gemacht.

 

Damit dieser Thread nicht zu "textlastig" wird, habe ich Frank Fehr gebeten, mir die Restauration mit Bildern zu dokumentieren. Die ersten Bilder habe ich gestern erhalten und werde sie hier posten.

 

Danke für Euer Interesse. Ich hoffe, ihr habt mindestens halb so viel Spaß bei der zukünftigen Entwicklung wie ich :D

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URicken
Geschrieben (bearbeitet)

So, hier nun die ersten Bilder (Danke an Frank Fehr),

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Ausgebauter Motor - die Ritzel des 5. Gangs sind hinüber uns müssen gewechselt werden

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12 Zylinder wären zwar nicht schlecht aber passen nicht :D

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Die Windschutzscheibe zieht Luft und Feuchtigkeit - ich hoffe, dass die neue Windschutzscheibe nicht solche Probleme bereitet. Leider wird mit dem Wechsel der Windschutzscheibe auch der Rahmen fällig, da er sich wohl zu 90% nicht retten läßt.

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Die Ritzel des 5. Gangs. Auf den Fotos sieht es sogar noch harmlos aus...

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Die Türen sind arg mitgenommen (Lack, Gummis und Rost).

Hinter den Gummis zwischen Scheibe und Türe wurde viel Rost entdeckt!

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Das ganze Chaos sieht noch furchtbar aus - ich bin aber zuversichtlich, dass am Ende ein "Neufahrzeug" auf dem Hof stehen wird ...

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bearbeitet von F40org
F40org
Geschrieben

Uwe, vielen Dank, dass Du uns an der Restaurierung teilhaben lässt. :-))!

Dr4g0n
Geschrieben

Ich werde das ganze auf jeden Fall auch mit Spannung verfolgen.

Wünsch dir das alles so wird wie du es dir vorstellst!

lg Chris

me308
Geschrieben

sehr schöner thread :-))!

LittlePorker-Fan
Geschrieben

Hoffentlich kannst Du mit der anschließenden Perfektion ´auch Leben´ ...

... ich bin da jemand, der dann nur noch ungern ins frisch restaurierte Auto steigt - aus Angst dem perfekten Lack könnte was passieren etc. - so hat mein restaurierter 944S in eineinhalb Jahren gerade 700 km zurückgelegt ... ... ... (und trotzdem hab ich schon drei Mini-Steinschläge in der Front entdeckt ... arrrggghhh)

Wieviel Kilometer ist der Ferrari in den 26 Jahren gelaufen?

GT 40 101
Geschrieben

Super, endlich mal wieder ein Thema bei dem es um ein real existierendes Fahrzeug geht:-))!

Das Forum hat doch in letzter Zeit etwas geltten. ("Wenn ich mal groß bin....."):D

@ Uwe,

ok, ich bin Zuschauer und muß die Aktion ja nicht bezahlen, aber deine teilweise emotionale Entscheidung ist für mich zu 100% nachvollziehbar.

Dein GTS sieht ja noch super sauber aus (26 Jahre!!), zudem ist es ein sehr gefragtes Modell:

Euro-Version ohne ABS, da macht die Aktion absolut Sinn:-))!

Wünsche dir viel Erfolg und erträgliche Rechnungen...

Grüße

Thomas

URicken
Geschrieben

Hallo zusammen,

danke für die "Anteilnahme". Das Auto hat momentan 107.000 ECHTE Kilometer.

Das Auto habe ich 1997/1998 mit einem KM-Stand von 46.000 KM gekauft.

Nächste Woche soll das Auto wohl schon zur Lackierei. Man rechnet mit 1 - 2 Wochen incl. Vorarbeiten. Von den Arbeiten werden ebenfalls Bilder gemacht, die ich dann einstellen werde...

F40org
Geschrieben

Denkst Du daran, dass seit zwei Jahren eines der hinteren Rücklichter nicht ging. X-)

GeorgW
Geschrieben

Hallo Uwe,

das verspricht ein interessanter Thread zu werden, wünsche Dir ein perfektes Auto am Ende.:-))!

Gruß, Georg

Need 4 Speed
Geschrieben

Schöner Thread. Sei bitte so nett und informiere uns auch über die Kosten. Die sind sicher sehr interessant für jeden, der ähnliches plant.

Viel Erfolg mit dem Projekt!

S.Schnuse
Geschrieben
Das Auto habe ich 1997/1998 mit einem KM-Stand von 46.000 KM gekauft

Darf ich fragen was ein 328 1997 gekostet hat?

Danke für diesen tollen Thread. Sowas lese ich sehr gern.

Die Verzahnung von der Schaltung sieht eigentlich garnicht so schlimm aus.

URicken
Geschrieben
Schöner Thread. Sei bitte so nett und informiere uns auch über die Kosten. Die sind sicher sehr interessant für jeden, der ähnliches plant.

Die Kosten kann ich - derzeit - mit mindestens 24.000,00 € beziffern.

10.000 für die Lackierung

(Karosse und Felgen)

2.500 für den 5. Gang + Motorservice

1.000 für Pulverbeschichtung

Der Rest verteilt sich auf "Peanuts"

- Frontscheibe

- Gläser für die "Tagfahrlichter" :)

- Kupplung

- Spannrollen / Zahnriemen

- Schläuche

- Gummis

- Kleinteile

Ich gehe davon aus, das jeder hier weiß, was - gerade - die Kleinteile so kosten. Es läppert sich!

Ausserdem möchte Herr Fehr selbst ja auch was verdienen - was ich ihm auch sehr gönne!

Ich bin jetzt erst einmal SEHR gespannt auf das Ergebnis der Lackierung.

Erator
Geschrieben

Steff, die Zahnräder sind fertig. Mit den Löchern in der Fläche, da Brauch es nicht lange bis ein Zahn abbricht. Im ERATOR sah es leider auch 3x so aus, bloß das es immer bei mir der 2 & 3 Gang war.

Darf ich fragen was ein 328 1997 gekostet hat?

Danke für diesen tollen Thread. Sowas lese ich sehr gern.

Die Verzahnung von der Schaltung sieht eigentlich garnicht so schlimm aus.

URicken
Geschrieben
Darf ich fragen was ein 328 1997 gekostet hat?

Danke für diesen tollen Thread. Sowas lese ich sehr gern.

Die Verzahnung von der Schaltung sieht eigentlich garnicht so schlimm aus.

Hallo Stefan,

ja - das darfst Du fragen. Ich habe das Fahrzeug im August 1997 für 72.000,00 DM gekauft.

Heute würde ich diesen Kauf so nicht mehr tätigen.

Ich glaube, dass ich das Auto zu teuer gekauft habe - aber wie das halt so ist... :)

Die Geschichte war eigentlich ganz lustig ist aber essentiell, warum meine Frau das Auto überhaupt nicht akzeptiert...

Wir waren Samstags in Frankfurt zum Einkaufen und während meine Frau durch die Läden spazierte, habe ich mich mit einer aktuellen "AMS" in der Zeil zu einem Kaffee gesetzt. Tja - und dann stand da das Angebot von einem Ferrari in OF.

Nachdem meine Frau mit Shopping fertig war, habe ich halt gesagt, dass wir noch schnell mal nach OF fahren müßten und ich mir dort einen Wagen anschauen will. Da stand er dann in Rot mit Crema Ausstattung und das war für mich dann die Entscheidung.

Meiner Frau mußte ich versprechen, dass ich das Auto nicht sofort kaufe - am Montag habe ich dann einen Termin beim ADAC gemacht und anschließend den Wagen gekauft :(! Das nimmt sie mir heute noch übel :)

Steff, die Zahnräder sind fertig. Mit den Löchern in der Fläche, da Brauch es nicht lange bis ein Zahn abbricht. Im ERATOR sah es leider auch 3x so aus, bloß das es immer bei mir der 2 & 3 Gang war.

Hallo Olaf,

genau die gleiche Aussage habe ich von Herrn Fehr auch gehört. Die Gefahr eines Totalschadens am Getriebe war deutlich höher als die Kosten für die beiden Zahnräder. Lt. Aussage rechnet man pro Zahnrad ~1.000,00 € (pauschal).

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URicken
Geschrieben
Denkst Du daran, dass seit zwei Jahren eines der hinteren Rücklichter nicht ging. X-)

Hallo Roando,

wenn das immer noch so ist, werde ich die Restaurationskosten vollständig wieder einfordern :D :D :D

Danke an me308 - er hat sich ja auf dem CND total bemüht, das zu beheben...

Tja - eine alte Diva hat halt ihre Zicken...

Auf dem nächsten CND sollte alles PERFEKT (technisch und optisch) sein!

Stig
Geschrieben

2.500 für den 5. Gang + Motorservice

Reicht da ein "kleiner Service" für 2.500? Irgenwo vorher las ich von Revision des Motors.

So oder so, Hut ab vor diesem Projekt. Neutral betrachtet hätt ich mich zwar eher für deinen anderen/besseren 328 statt für die Restauration entschieden. Auswahl an Top-Autos ist ja gross. Kann dies aber nachvollziehen, wenn man ein Paar Jahre so ein Auto besessen und gefahren hat, stecken Erinnerungen und Emotionen drin. Aber Achtung: oft steckt genau in den "Kerben des Gebrauchs" (Patina) dieses Emotionale drin.

schneidmeister
Geschrieben

Klasse Uwe!

Ich find's es immer wieder toll, wenn jemand aus Begeisterung zu seinem Fahrzeug solche Arbeiten durchführt. :-))!

Wirtschaflich muß man das nicht erklären, es ist eben die emotionale Bindung zu seinem Auto.

Ich habe meine Lady nun seit 20 Jahren und bin praktisch mit ihr verheiratet. :D

aya
Geschrieben

Hallo Uwe,

kann mich nur anschließen: Ein spannendes und interessantes Thema, welches ich gleich abonniert habe.

Ich wünsche Dir viel Erfolg

AYA

URicken
Geschrieben

Hallo Stig,

die 2.500 beziehen sich lediglich auf 5. Gang, Zahnriemen und Kupplung und was sonst noch anfällt, kommt extra.

Neutral stimme ich dir zu 100% zu und ich habe es mir auch nicht leicht gemacht.

Aber das ist doch wie mit der eigenen Frau...

Wenn sie etwas älter geworden ist, hat sie ja auch einiges mit mir mitmachen müssen.

Da schicke ich sie lieber auf die Schönheitsfarm und bin innerlich glücklich, dass sie noch bei mir ist und meine Marotten kennt ;)

Stig
Geschrieben
Hallo Stig,

die 2.500 beziehen sich lediglich auf 5. Gang, Zahnriemen und Kupplung und was sonst noch anfällt, kommt extra.

Neutral stimme ich dir zu 100% zu und ich habe es mir auch nicht leicht gemacht.

Aber das ist doch wie mit der eigenen Frau...

Wenn sie etwas älter geworden ist, hat sie ja auch einiges mit mir mitmachen müssen.

Da schicke ich sie lieber auf die Schönheitsfarm und bin innerlich glücklich, dass sie noch bei mir ist und meine Marotten kennt ;)

Kann ich absolut nachvollziehen - ein Ferrari ist nie eine rationelle Entscheidung und soll seinem Besitzer nur Freude bereiten.

Gefällt mir, dass du zum 328 hälst. Ein tolles und unterbewertetes Auto. Mach was Gutes draus, in GB würde er nun als Pistensau missbraucht werden oder müsste als Basis einer Replica herhalten.

locodiablo
Geschrieben

Du schreibst er wird komplett zerlegt? Also wirklich in alle Einzelteile? Dann würde doch ein Laugenbad und ggf. KTL beschichten Sinn machen!?

360erfreak
Geschrieben

Hallo Uwe, vielen Dank für den Fred und dass Du uns teilhaben lässt! Ich freue mich schon auf weitere updates.:-))!

biggi512tr
Geschrieben

hallo uwe,

super entscheidung die du da getroffen hast :-))!

ist halt das "kind" - dem es gut gehen soll :lol:

werde den thread interessiert weiterverfolgen !

wünsche dir das der 328 zum schluss so dasteht, wie du es dir vorstellst !

viele grüße

biggi

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      Er sagte zu meiner Freude zu und meinte ich solle am Samstag morgen vorbeischauen. Ich fieberte dem Tag entgegen. Ich hatte noch nie einen live gesehen. Es kam also der spezielle Samstag im April 1985 wo ich auf dem Hof des Kastells stand und er eine Scheune aufmachte. War ich aufgeregt ! Da stand ein silberner 308 GTB Quattrovalvole. Vier Auspuffrohre, tief, breit, flach.
       
      Beim Starten des Motors fand ich das Geräusch viel spannender als bei den heiseren 911ern, die ich ja schon kannte. Er fuhr das Auto auf den Hof und ich hab geknipst und mich gefreut als ich den Schalter für die ausfahrbaren Scheinwerfer gefunden hab, weil ich das (bis heute) so cool fand. Dass er so viel tiefer und flacher war als die Porsche fand ich auch Wahnsinn. Wie zum Henker passt man da rein?
       
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      Wenn man in einem Ferrari zum ersten Mal Platz genommen hat und ein Trecker vor einem auftaucht, holla, da hatte ich ein komisches Bauchgefühl. Das ist ungefähr so, als wenn man als Mensch in der Steinzeit einem Brontosaurus gegenübersteht. Ich war heilfroh, als wir endlich wieder auf einer normalen Straße waren. Ich kam mir in dem Auto irgendwie vor wie ein Filmstar und hatte nur den Wunsch, meine Eltern würden mich darin sehen können um zu begreifen dass ich den richtigen Weg einschlage und das mein Wunsch ernst gemeint war...
       
      Ich fand ich es viel aufregender in so einer Sardinenschale unterwegs zu sein als im 911 . Allerdings war ich damals der felsenfesten Überzeugung, dass so etwas eben nur Superreichen oder Filmstars vorbehalten war. Damit war das Thema Ferrari für die nächsten 10 Jahre wieder passe….
      Kurze Zeit später habe ich den Führerschein gemacht und daraufhin durfte ich bei einem Bekannten in einem 911 Targa mitfahren. Dieses war auch gut (ich werde es nie vergessen, es roch immer nach Vanille im Auto, da er Pfeifenraucher war) und es hatte mich überzeugt, dass ein offenes Auto die bessere Wahl war, egal ob als Wunsch oder in der Wirklichkeit. Also hatte ich mir 911 Carrera Targa als Fernziel ausgesucht, auch weil es für einen deutschen Schüler mit 50 Mark Taschengeld schon ohnehin hirnrissig war, bei einem arbeitslosen Vater und gerade vollzogener Trennung der Eltern an so etwas wie einen Ferrari zu denken…. !
       
      Es kam der Schulabschluss, dann die Bundeswehr und sofort darauf war ich Azubi. Ich verdiente mein erstes Geld, es war so ca. 480 Mark im Monat.
      Im zweiten Ausbildungsjahr gründete ich bereits eine GbR und das ersparte Geld wurde in das kleine Geschäft gesteckt. Fahrrad fahren war angesagt, das gesparte Geld war wieder investiert, ein Auto im allgemeinen und ein Sportwagen im besonderen war in weite Ferne gerückt.
       
      Zu der Zeit war mein erstes Auto vom Vater, das ich am Wochenende ausführen durfte. Ein silberner Kadett D 1,2 S mit 60 PS, der mich zuverlässig von A nach B brachte. Von 18 bis 25 Jahre hatte ich kein eigenes Auto, steckte alles Geld lieber aufs Sparbuch.
       
      Ich knüpfte also viel Kontakt zu Porschefahrern und habe viele Bilder gemacht. Das war damals ein nich ganz billiges Vergnügen, jeder Abzug kostete Geld……
       
      Eine Abends war ich mit meiner Freundin unterwegs und an einer Disco stand ein Porsche Turbo mit Doppelflügel (dp 935, 345 er Reifen). Dem habe ich einen Zettel unter die Windschutzscheibe geklemmt mit der Aufschrfit „Porsche Fan grüßt Porsche Fahrer“ und meine Telefonnummer. Abends klingelte tatsächlich unser Telefon und so habe ich einen freien Autohändler kennengelernt welcher privat Porsche Turbo fuhr. Für ihn habe ich jeden Samstag kostenlos die Autos gewaschen damit ich irgendwann eine Probefahrt mitmachen konnte. Diese kam dann auch, nach endlosen Monaten war das Auto technisch strassenfertig, rollout finally, Platz nehmen in Recaros, einer Pioneer Stereoanlage, der letzte Schrei der 80er (wie bei den B&B Autos), Samstags mittags, auf einer einsamen Landstrasse, ich sass auf dem Beifahrersutz, dann: anfahren im ersten Gang bis 80 – das war eine Ansage….was ein krasser Unterschied zum braven 60 PS Kadett ……es war klar so ein Ding, doch, ja, klar, einmal im Leben, möchte ich sowas haben, dann würd ich lieber auf etwas anderes dafür verzichten. Das ist bis heute die Lebensmaxime.
       
      1992:
      Ich wurde 25 und verdiente; kaufte mir mein erstes eigenes Auto, einen VW Scirocco 16V in anthrazit. Toller Motor, tolle Sitze, tolle Optik.
      Von dem Auto bin ich heute noch begeistert. Geringer Verbrauch und viel Fahrspass. Lange Fahrten ohne Rückenschmerzen dank Sportsitzen möglich. Damit hatte ich mein erstes „flaches“ Auto. Ein Jahr später, 1993, kam richtig gutes Geld rein, der Betrag war vorhanden für „meinen 911er“, ich wollte unbedingt endlich den 911 und habe den 16V dann leider verkauft – ich Blödmann. Zu der Zeit war ich 26 Jahre alt. Ich hab geheult als der Scirocco abgeholt wurde. Das war wohl schon eine Vorahnung.
       
      Dann kam die Suche nach einem offenen 911, es gab 1993 noch kein Internet. Ich fuhr nach Düsseldorf zu Auto Becker wo man mich von oben herab behandelte. Ich fragte ob neben Ferrari auch Porsche 911 da wäre und die lapidare Antwort war „da oben steht einer“. Das war die erste und einzige Begegnung mit dem Händler…
       
      Ich betrachtete natürlich auch die Ferrari welche ebenerdig in einem Showroom rechts von einer Einfahrt standen. Wenn ich mich recht erinnere, 308 oder 328, Testarossa, F40. Autos, die ich nur von Postern oder Zeitschriften kannte.
       
      Aber da ja alle Bekannten Porsche fuhren und ich nicht das Geld für den Unterhalt hatte (jedesmal nach Düsseldorf tausende DM in dem versnobten Laden lassenm dachte ich, nee kein Bock) schied Ferrari aus, der 308 war zu klein, ich wollte ein Cabrio und der Mondial war nicht unbedingt mein Ding, auch damals eine andere Preisklasse. Den Mondial kannte ich aus dem Madonna Video „Material Girl“. Heute finde ich den Mondi viel viel besser als damals….
       
      Ich wollte einen 911 Turbo 3,3, für mich der Inbegriff von Porsche, angefixt durch die Probefahrt. Der Turbofahrer hat mir mehrmals strikt abgeraten, „nein nein Michael“, sagte er, „mit dem Auto fährst Du dich tot (!), wenn Du noch nie einen Heckmotorwagen hattest, keinen Turbo.“ Ich aber wollte unbedingt den schwarzen Turbo von Sigi, einem Mechaniker. Sigi habe ich dann angerufen. „Verkaufst Du Deinen Turbo? Aber auch er hat nein gesagt, nee verkauf ich nicht. Nun denn. Außerdem wollte ich ja auch lieber offen, also ein Carrera Targa stand auf dem Wunschzettel.
       
      Nach 2 Monaten Suche bei PZ und Zeitungsannoncen (wie gesagt, es gab 1993 kein Internet) fand ich einen 911 durch eine Anzeige in der Rheinischen Post. Er stand in Mülheim a.d.Ruhr. Hingefahren, mit 50000 DM in bar versteckt am Körper und den Kadett natürlich zwei Strassen weiter geparkt – es war mir zu peinlich :-). Nach einer Probefahrt habe ich das Auto gekauft. Dach runter, Julisonne, auf die Autobahn, schmunzeln, stolz sein. Ich hab Porsche, ich hab fertig, am Ziel der Wünsche, dachte ich. Fast zuhause angekommen, in den spiegelnden Scheiben des Möbelhauses nebenan sah ich mich im Porsche sitzen. In meinem Porsche, mit 26 Jahren. Ziel erreicht !
       
      Auf der Fahrt nach Hause herrschte eine Mischung aus Stolz und Desillusion: Endlich ein offenes Auto aber der Unterschied zum Scirocco 16V war nicht so viel wie ich es mir vorgestellt habe. Dafür waren meine Eltern ziemlich stolz. Mein Vater sagte zu meiner Mutter (als er das Auto hörte):“ Da kommt der Porsche!“ und war stolz wie Oskar. Ich fragte ihn "Weisst Du noch wie Du damals sagtest, Porsche sei nur was für Fabrikanten?"
       
      Schnell ein Radio eingebaut, denn ich hatte abends noch ein Date mit einer Dame, bin dann mit dem 911 hingefahren, Reaktion von ihr war “ist das Ding so etwas besonderes?“ Na gut, sagte ich, hole ich mein anderes Auto. Wir dann zu mir, Autos getauscht, mit dem Kadett dann zur Düsseldorfer Kirmes, die Dame war dann recht enttäuscht, wie ich sie so beim Wort nehmen konnte. Ich habe Sie nie wiedergesehen. Man kann durch einfache Dinge auch Menschen kennenlernen.
       
      In einem 12000 Seelen „Kaff“ wie dem unseren mit 26 einen 911 fahren, ergab Neid von einigen Menschen die dachten, ich sei abgehoben oder würde irre verdienen. War mir aber reacht egal.
       
      Das ich, seitdem ich 18 war, 7 Jahre nur ein Fahrrad hatte, nie in Urlaub fuhr, nicht rauchte, nicht trinkte und sparsam lebte, interessierte niemanden außer ein paar Freunde, welche sich mit mir freuten. Ich war zunächst zufrieden, aber der Porsche Motor (217 PS) war nicht so drehfreudig, was also tun?
       
      Zwei Wochen später war ich bei der Firma RUF Automobile in Süddeutschland um etwas mehr Dampf zu haben. Es wurde für 2000 DM etwas lauter und etwas besser von der Gasannahme, aber immer noch nicht gut. Es beschlich mich das Gefühl „never meet your heroes“. Wie mich ein Vector enttäuscht hätte, ich will es lieber nicht wissen.
       
      Es vergingen die Jahre…Porsche fahren hat auch Nachteile, z. B. einer Freundin hatte ich 4000 DM geliehen, nachdem wir Schluss gemacht hatten meinte Sie „warum soll ich das zurückzahlen, Du fährst doch einen Porsche..“…es waren viele interessante Erlebnisse die man rund um ein Auto haben kann, da man immer in eine Schublade gesteckt wird. Nach und nach verschwand der Porsche in der Garage, ich fuhr lieber brave VW’s.
       
      Die Jahre vergingen, wechselnde Einkünfte, und automobil immer noch nicht zufrieden. Eines Tages, so 1998/99 schliesslich hat ein Bekannter einen Ferrari Testarossa leihweise gehabt und mich nach Bitten und Betteln mitgenommen auf eine Probefahrt. Ich wollte mit, ich musste mit ! Nicht etwa wegen Miami Vice, oder so nein, ich wollte einfach wissen, „ist es das?, „wie ist so ein 12 Zylinder?“
       
      Was soll ich sagen, ja ich war begeistert, der Sound, das Leder, die Optik, heftig. Eine Gewalt, egal bei welcher Drehzahl, immer gierig am Gas, neverending atmosphere….ein Druck, ein Gebrüll. Seitdem ist ein Ferrari 12 Zylinder für mich das ultimativ begehrenswerteste das ich mir motorenmässig vorstellen kann. Ergo wäre der F50 mein Kandidat (mhm, obwohl hab ja noch 20 Jahre Zeit ).
       
      Als ich nach der Fahrt wieder in meinem 911er sass, kam ich mir vor wie ein Spiesser in einem Käfer, der zwei Zylinder mehr hat. Ich wurde immer unzufriedener und wusste, der 11er muss weg, er macht mir kein Spass und kostet nur Geld.
       
      Weitere 5-6 Jahre später, trotz Clubtreffen und wohlwollender Worte aus dem Freundes und Bekanntenkreis etc., hab ich ihn dann verkauft und war froh als er weg war. Alle Bekannten und Eltern waren enttäuscht „wieso verkaufst Du das schöne Auto?“ Ich habe es gemacht da ich wusste dass eine finanzielle Durststrecke kam und ich es nicht mehr brauchte. 2005-2006 war zum Abhaken.
       
      Aber einer der kleinen Highlights im Leben kam: Ich durfte mal in einem Vector W 8 sitzen. Das dürfte ein recht exklusives Vergnügen gewesen sein, ich kam mir vor wie der König von Saudi Arabien als ich drinsaß.
       
      2007, 2008, ging es bergauf, kämpfen, nicht aufgeben. Kurz vor knapp riß ich mich zusammen und erinnerte mich an das Motto des ehemaligen Chrysler Chef Lee Iacocca der da sagte "Ein erfolgreicher Mensch hat die Gabe sich selbst zu motivieren".
       
      2009 war wieder Spielraum da und es wurde überlegt. Die Karten wurden neu gemischt. Erst dachte in an Lotus, dann aber war wieder klar, ist zu klein, Ergonomie fehlt usw. Lieber warten und weiter sparen.
       
      Es begann im September 2009; der Gedanke, sich selber zu belohnen, stand im Vordergrund.
      Was aber kann man machen wenn man wenig Zeit hat – was macht Spass, Sinn und behält seinen Wert? Meinen Porsche 911 hatte ich zum selben Kurs verkauft wie ich ihn gekauft hatte – 11 Jahre später.. und ein Auto – mhm gar keine schlechte Idee, einen 1-Tages Urlaub das wäre was…
      Gemäß meiner finanziellen Mittel wurde die Auswahl langsam größer. Anfangs dachte ich an irgendetwas wert beständiges und gleichzeitig bezahlbares. Man landet zwangsläufig bei Porsche. Ok, ein 944 Turbo S könnte es werden. Es kam ein S2 auf den Parkplatz gefahren, welcher einem Bekannten gehörte. „Darf ich mich mal reinsetzen“? fragte ich höflich. Einmal Platz genommen, stieg ich direkt wieder aus. Kein Raumgefühl, kein Flair. Ich ging um den Wagen rum. Von vorne gut, von hinten hat er mir nie gefallen. Ich verspürte null Begeisterung für ein anerkanntes gutes Auto. Der Porsche 944 Turbo, er sprach mich einfach nicht an.
       
      Da ich elf Jahre einen 911 3,2 Carrera gehabt hatte, wollte ich den nie wieder haben. Er strahlte für mich keine Faszination oder Freude mehr aus. Laut und doch nicht souverän klingend, optisch wenig aufregend, nein, nicht mehr in diesem Leben. Aber was war mit 964? Der hat mir früher nie gefallen, schaute bei seiner Präsentation aus wie ein gedoptes 911 G Modell, in letzter Zeit allerdings gefällt er mir immer besser. Die Preise für gute Exemplare sind doppelt so hoch wie bei 944 Turbos, aber wollte ich wieder 911? Ja, der 964 RS, mein Lieblingsporsche, den hätte ich haben wollen, aber der war leider zum Spekulationsobjekt geworden. Was war mit 928S4/GT? Den fand ich reisemäßig erste Sahne, aber das Auto ist so gross – und so alt bin ich nicht. In Holland durfte ich in einem 928GTS Platz nehmen, ich fühlte mich in dem Auto sofort wohl, Raumgrösse, Ergonomie, toll. Aber - Der 928, den ich immer noch mag, fiel schließlich aus dem Raster – ich hatte beschlossen trotz Deutschem Wetter wieder ein offenes Auto zu kaufen.
       
      Das 993 Cabrio – den Gedanken verwarf ich sofort wieder. Ich finde den 993 sehr gelungen, erinnere mich noch an dessen Präsentation im PZ Willich, aber das Cabrio hat diesen komischen Buckel mit dem Verdeckkasten hinten, sah wieder zu sehr nach Beetle aus. Nein, kein 993.
      Wenn Spassauto, dann fährt man es sowieso nur bei schönem Wetter.
       
      Samstags drauf stand ich in Dinslaken bei einem sehr freundlichen Autohändler. Ein blauer Esprit Turbo V8, der einem bekannten Fussballspieler gehörte. Das war für mich sekundär – Fussball war mir egal. Ich bin Leichtathletikfan. Wenn Sport, dann selber machen.
       
      Also Lotus Esprit in Kurzform: Reingesetzt, gestaunt, ausgestiegen. Was war das denn? Ein Patchworkauto? Die Karosserie sah italienisch aus, das Interieur zusammengewürfelt, die Sitzposition für 1,84m ungeeignet, „Sitz“ trifft es nicht, „Auflage“ schon. Ich saß eher auf einer Schaumstoff-Auflage als in einem Sitz. Der rechte Arm ruht angewinkelt auf der Mittelkonsole, man ist fast bemüht zu sagen „ins Auto reingepresst“, mit Spass hatte das nichts zu tun. Es war enttäuschend.
       
      Das Wurzelholzlenkrad fand ich völlig deplaziert. Sorry Lotus, das Auto passt einem Durchschnittseuropäer nicht. Es machte auch keinen hochwertigen Eindruck auf mich.
       
      Der letzte, extrem folgenschwere Satz des Lotus-Verkäufers war
      „der ist getunt, der hängt jeden Ferrari ab“.
      Da hat es klick gemacht: Ferrari ?
       
      Das war immer meine optische Präferenz, die schönsten Autos der Welt, aber doch so teuer-oder?
       
      Ferrari? Was für ein Irrsinn! Was für Superreiche, für Filmstars, horrende Unterhaltskosten! Service für zigtausende Euros?? Das war doch Quatsch, oder? Ich bin doch sonst bescheiden, sparsam, eher introvertiert. Aber das Interesse war entbrannt, und wie. FERRARI FEERRRRAARRRRIII !!! Die bekannteste Sportwagenmarke der Welt!
       
      Also erst einmal in Foren gestöbert, Ferrari Werkstätten abgeklappert, Kontakte geknüpft, Erfahrungen von Besitzern gesammelt. Versicherungsangebote eingeholt, alle möglichen Youtube Videos, US-Webpages, Onlineshops, etc etc abgeklappert um zu umreissen was es bedeutet, kostet und wie aufwendig es ist einen Exoten zu unterhalten.
       
      Da ich in den 308 oder 328 sowieso nicht passe dachte ich an einen 355. Ferrari, ja das hat Stil, das hat Sound, das passt. Ich meldete mich im Carpassion Forum an.
      Seit Oktober 2009 war ich auf der Suche nach einem 348 oder 355.
      Was als Idee begann, war nun denkbar, sowohl finanziell als auch im sozialen Umfeld.
       
      Warum der 348 ? Nun es war ein "Zuhause sein" Gefühl als ich im 348 Platz genommen habe ich wusste, egal was wie und wann der 348 der ist so schön Oldschool wie ich (Bj 1966).
       
      Diese F40 Spiegel, diese Front, dieses Cockpit und vor allem: Die Türen.
      Bei Mobile habe ich dann den Suchbegriff Ferrari / Cabrio eingegeben.
      Da war doch der 355, der kostet ab 50k. Halt stopp was ist das denn, der 348 der sieht ja noch cooler aus und ist etwas preisgünstiger. Kann das was sein? So’n altes Auto? Boah, der hat ja die Testarossa-Türen, Hammer. Was für ein wunderschönes Auto. Den gibt es auch als Cabrio und Targa – geil. Früher hatte ich mich zwischen 308 und 911 für den Porsche entschieden, diesmal waren die Karten neu gemischt. Keine Kompromisse – ich lebe nur einmal.
       
      Bei Youtube fand ich das folgenschwere Video mit einem Test des 348 von Top Gear mit Jeremy Clarkson namens „Old Top Gear Ferrari 348“. In diesem fragt er bei 0:38 Minuten einige Passanten: „If i would give you unlimited amount of money, which car would you buy?“
       
      Die Antwort werde ich nie vergessen:
      -“FERRARI, no doubt about it”
       
      Ich war elektrisiert in dem Moment als ich das Video sah. Die Leute hatten ja Recht.
      Am besten bilde ich mir mal eine eigene Meinung über die Autos. Also frisch drauflos, wir suchen einen 348 oder 355 – wenn es geht offen.
      Fleissig mitlesen bei Carpassion, auf englischen Seiten, Testberichte und und und…..
       
      Alleine bei Carpassion ist man beim Thema 348 Technik ja abendfüllend…
      Worauf muss man achten, womit muss man leben?
       
      Die Welt des Internets ist gross...
      Viele Kontakte wurden nun geknüpft, zu Ferrari Werkstätten, Foren, Ferrarifahrern. Worauf zu achten ist, viel gelesen zb. AStrauß Lobeshymne an den 348 hier bei Carpassion.
      Ein Jahr lang dauerte die Suche, 11 Autos angeschaut. Tausende km gefahren. Eines Tages kam ich durch einen Tip zu einem 348 der in einem Forum inseriert war.
       
      Meinen Freund, auch Mechaniker, angerufen : Ich habe einen 348 in Wesel, den möchte ich mir angucken, hast am Mittwoch Abend Zeit? Er hatte. Zu zweit fühlte ich mich sicherer. Es passte beängstigend perfekt zusammen. Ich musste mich entscheiden; wenn der Wagen gut war, wovon auszugehen war, wollte ich tatsächlich einen Ferrari kaufen?
       
      Danach habe ich auf den Mittwoch gewartet. Bei Youtube war ich, wie so oft abends, 348 Videos schauen. Da fällt mir „mein“ Auto bei youtube über die Füße. Das Kennzeichen, das kenne ich doch – das glaube ich jetzt nicht ! ! Da fährt mein evtl. zukünftiges Auto durchs Bild, ich sehe den Fahrer und seine Frau auf meinem Bildschirm bevor ich das Auto zwecks Probefahrt sehe. Das gibt es doch nicht !!! Das kann jetzt nicht sein? Deja vu?
      Es stellte sich heraus das der Besitzer mitbekommen hatte, das ein ferraribegeisterter Radfahrer sein Auto filmte als er mit seiner Frau Essen fuhr. Das Video sah er dann zum ersten Mal, als wir nach der Probefahrt bei Ihm im Büro saßen...
       
      Wir fuhren hin, das Auto stand auch real wirklich gut da, zudem in einer trockenen Halle, es sprang sofort an, die anschließende Probefahrt war der Hammer. Leistung-top. Gasannahme-sehr gut. Kupplung-sehr gut. Bremse-gut bis sehr gut. Schaltung: der beste 348 den ich gefahren habe. Lenkung: super, die beste Lenkung die ich an einem 348 gesehen habe. Ich hatte ein Kribbeln in den Fingern, ich wusste, die Entscheidung die ich in 25 Jahren nie treffen musste, sie stand bevor.
       
      Mein Mechaniker durfte auch fahren; auch er meinte „wirklich gut, wenig Spielraum zum Verhandeln.“
      Der Gedanke schoss mir durchs Gehirn:
      *Michael, wenn Du den nicht nimmst, brauchst Du nie mehr nach einem 348 zu suchen*.
       
      Will ich mir wirklich einen Ferrari kaufen? Ich habe mir dann alle Unterlagen angesehen, es war so wie man es sich wünscht. Ich bat mir 24h Bedenkzeit aus. Ich schlief lediglich 3 Stunden. Ich war völlig durcheinander und aufgedreht. Ich wusste nicht, was ich machen sollte.
      Ich habe zig Freunde angerufen, habe gefragt, was meint ihr?
       
      Alle, auch die Frau meines Ex Chefs meinten…….:“ wenn Du Spass dran hast und Dir es leisten kannst, kauf ihn.“
      Schliesslich habe ich den Verkäufer spät abends angerufen (wörtlich zitiert!):
      „Hallo Herr B., ich hatte ja versprochen, das ich mich heute bei Ihnen melde. Ich hab‘s mir überlegt, das Auto ist völliger Schwachsinn, man kann damit nichts machen, so was braucht niemand, ……..aber ich möchte ihn trotzdem haben 🙂.“
       
      Wir haben uns dann geeinigt und ich bekam den Wagen dann gebracht, geputzt und vollgetankt.
      Das Auto wurde natürlich bar bezahlt.
      Nachdem der Ferrari am 30. September 2010 in der Garage stand, habe ich erstmal ein paar Tage gebraucht mich zu freuen, zu neu war das Gefühl, das ist jetzt deiner !! Unfassbar. Nach 3 Wochen war zunächst das gute Wetter vorbei und dieses Jahr ist nun die erste richtige Saison für mich. Nun ist er eigentlich nicht mehr wegzudenken aus meinem Leben, der 348. Ich hab endlich Spass mit einem Auto. Ich brauch ihn nicht mal zu fahren, kann mich an dem Design nicht sattsehen. Putzen, gucken, reinsetzen, riechen. Ich frage mich warum nicht mehr Menschen einen kaufen, er ist auf jeden Fall mein Antidepressiva :-).
       
      Wenn das noch Jahre so weiter geht, kauf ich noch einen oder zwei oder drei.
      Ich kann mir eins nicht vorstellen: Das ich nochmal eine andere Marke finde die mir optisch und akustisch so gefällt, wie Ferrari.
      Auch wenn ich 25 Jahre gebraucht hab - Ich hab (m)einen Ferrari.
       
      Ich bin zwar erst 1000km mit ihm gefahren, aber die Begeisterung ist schon da wenn ich dran denke, das ich einen hab – bescheuert aber egal.
      Am liebsten fahre ich übrigens Fahrrad. Das war schon immer so. Das habe ich beim schönen Wetter heute wieder gemacht.
      Autos gibt es viele. Schöne, schnelle, gute, teure, exclusive. Aber es gibt nur eine Marke die passt. Es gibt für mich keinen schöneren Sound und kein ästhetischeres Auto.
       
      Danke, Enzo Ferrari.

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