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DHL, der schlimmste Paketversand ?


strikeforce

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Geschrieben

Eines noch um das OT perfekt zu machen: man allem Genörgel über renditegeile Investoren sollte man nicht vergessen, daß ein wesentlicher Teil der Bevölkerung dazugehört auch wenn sie das kaum hören wollen.

Z.B. die Leute die beim Abschluss einer Kapitallebenssversicherung oder ähnlicher Dinge Testberichte studiert und von einem zum anderen rennt um zu schauen wer 0,25% mehr Kapitalverzinsung bringt. :D

Gast Peter_Pan_
Geschrieben

Darum schreibe ich auch immer "wir".

Und auch das "Kehren vor der eigenen Haustüre" zielt in diese Richtung.

Geschrieben

Die Deutschen sahen mehrheitlich schon immer gerne den Weltuntergang kurz bevorstehen.

Muss wohl irgendein Defekt im genetischen Material sein.

Gruß,

Markus

Geschrieben
Wat? Ja genau. Christlich "zahlt" man einen zehnten - also 10%. In Russland zahlt man 13%. Steuern.

Warum braucht der Staat Steuern? Weil er Zinsen zahlt. An wen?

In Russland bezahlst Du deutlich weniger Steuern an den Staat, weil Du auch deutlich weniger Leistungen vom Staat bekommst.

Das mag man konzeptuell gut oder schlecht finden.

Mit Zinsen hat das erstmal gar nichts zu tun.

Wenn Du nicht mehr ausgibst als Du einnimmst, brauchst Du nämlich auch keine Verschuldung, ganz einfach.

Gruß,

Markus

Geschrieben
Die Deutschen sahen mehrheitlich schon immer gerne den Weltuntergang kurz bevorstehen.

Muss wohl irgendein Defekt im genetischen Material sein.

Gruß,

Markus

Wenn sie das als Ansporn brauchen - so what!

Doch müssen sie immer so endlos trübselig darüber lamentieren? Kann man das nicht ein klein wenig "leiser stellen"?

Schöne Grüsse aus der Schweiz - lebe übrigens mit einer äusserst aufgestellten Deutschen zusammen! :-))!

Geschrieben

Um noch mal auf den DHL-Boten zurückzukommen....

....die vermeintlich geringe Entlohnung basiert eben auch auf einer Wertschöpfungs- und Produktivitätsbetrachtung durch den jeweiligen Logistiker. Und die ist eben nicht vergleichbar mit z.B. der Automobilindustrie.

Und letztendlich werden wir über kurz oder lang immer weniger Jobs für Geringqualifizierte in unserem lanmd haben. Vor diesem Hintergerund muß eben auch die Mindestlohndebatte gesehen werden. Wenn also eine Mindestlohn, inn welcher Höhe auch immer, über der Produktivitäötsgrenze des MA liegt, wird kein Unternehmen, diese Stelle anbieten, sondern die Logistik anders organisieren.

Für gering qualifizierte gibt es zukünftig immer weniger Jobmöglichkeiten, da unsere hochspezialisierte Industrie, Maschinenbau, Pharma und auch kaufm. Dienstleistungen, immer mehr qualifizierters/studiertes Personal benötig. Deswegen haben wir auch einen Fachkräftemangel.

Einfache Produktion, wie sie noch in den 50er und 60er jahren bei AEG, Siemens, Borsig usw. möglich war - gibt es nicht mehr. Diese Tätigkeiten (will kein Deutscher mehr für 5,00 EUR machen - weil ja Sozialleistungen mehr einbringen), werden im Ausland billiger produziert.

Adios

Geschrieben
Deswegen haben wir auch einen Fachkräftemangel.

Fachkräftemangel - ja nee, is' klar ;)

http://www.politaia.org/wirtschaft/die-luge-vom-fachkraftemangel/

BTT: Ich möchte mal wissen, wie viele "bildungsnahe" Leute bei DHL fahren, weil sie in ihrem Bereich keinen Job bekommen (Beispiel: Ingenieure).

Damit meine ich aber nicht die "Sozi - Kuschel - Studiengänge", für die es eh schwieriger ist, in ihrem Bereich einen Job zu finden!

Geschrieben
Fachkräftemangel - ja nee, is' klar ;)

http://www.politaia.org/wirtschaft/die-luge-vom-fachkraftemangel/

BTT: Ich möchte mal wissen, wie viele "bildungsnahe" Leute bei DHL fahren, weil sie in ihrem Bereich keinen Job bekommen (Beispiel: Ingenieure).

Damit meine ich aber nicht die "Sozi - Kuschel - Studiengänge", für die es eh schwieriger ist, in ihrem Bereich einen Job zu finden!

Ja, nee, is klar?

So besser formuliert?

Natürlich haben wir einen Fachkräftemangel. Wir haben aber eben keinen Mangel an Geringqualifizierten. Wir haben aber zukünftig einen Mangel an Jobs für die Geringqualifizierten.

Geschrieben

Kann nur sagen: GLS ist schlimmer - wesentlich.

DHL zickt in Asien leider öfter.

Anzeige eBay
Geschrieben
Geschrieben

Hallo strikeforce,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben

Wenn also eine Mindestlohn, inn welcher Höhe auch immer, über der Produktivitäötsgrenze des MA liegt, wird kein Unternehmen, diese Stelle anbieten,

Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Wenn wir als Gesellschaft möchten, dass Geringqualifizierten eine Teilhabe am Wohlstand ermöglicht wird, die ihren eigenen Wertschöpfungsbeitrag überschreitet, wird man dies nicht durch Mindestlöhne schaffen. Dadurch wird nur die Arbeitslosigkeit erhöht. Lohnzuschüsse - allerdings in intelligenter Form - sind der aussichtsreichere Weg. Seit Ewigkeiten schwadronieren wir in Deutschland über Modelle wie Bürgergeld oder Negativsteuer (die ich sehr interessant finde!), passiert ist bislang nichts.

Geschrieben
Lohnzuschüsse - allerdings in intelligenter Form -
Das wäre mal einen eigenen Thread wert! Wie könnten intelligente Anreize aussehen, damit Lohnzuschüsse von den Tarifparteien nicht mißbraucht werden? Intelligente Vorschläge sind gesucht, ohne "Lohnzuschüsse pro/contra" Diskussionen...
Geschrieben

Ja, wir sind da beim Thema "negative Einkommensteuer". Steht auch seit ewigen Zeiten im Parteiprogramm einer Partei von der das niemand erwarteten würde. Davon wissen die Parteimitglieder nur nichts. :D

Das Dumme ist, daß man dafür eine "BigBang"-Umstellung des gesamten Steuersystems braucht, sonst funktioniert es nicht.

Nur Obacht: wir nähern uns mit Siebenmeilenstiefeln der Regel "keine politischen Diskussionen".

P.S.: Bei den Paketdiensten gilt die Logik mit der Produktivität so nicht. Es wird wegen 30 ct mehr für ein Paket keines weniger ausgetragen, denn der Dienst wird gebraucht. Das ist einfach nur Erbsenzählerei, solche Beträge sieht man schon locker in Preisunterschieden zwischen den Firmen.

Geschrieben

Was die "Produktivität" im Dienstleistungsbereich angeht, bin ich mir nicht sicher, ob die Logik dort nicht gilt. Bei vielen staatlichen "Dienstleistungen" kann man es schon gut beobachten, wie es auch anders funktionieren kann. Ein Beispiel, das jeder kennt: das Finanzamt. Bislang war es so, daß der Steuerberater die Steuererklärung angefertigt hat, sie wurde vom Einreicher unterschrieben, beim FA in Papierform eingereicht und ein fleissiger Beamter hat den Inhalt der Erklärung in seinen PC eingegeben. Seit neuestem wird die Erklärung von den Finanzämtern nur noch in elektronischer Form akzeptiert, d.h. das Eintippen der Zahlen in die FA-Software muß der Steuerberater per Internet vornehmen. Damit hat der Kunde des Finanzamts nun einen Mehraufwand zu leisten. Beim Export/Zoll läuft es inzwischen genauso. Die Daten werden vom Exporteur (dem Zollkunden) per Internet direkt in die Zollsoftware eingegeben, nicht mehr vom Zollbeamten selbst. Übertragen auf die Paketdienste könnte das dann so aussehen, wie es die DHL bei Privatzustellungen schon heute anbietet: bitte kauft die Wertmarken doch über's Internet und bringt eure Pakete anschließend zu den entsprechenden Paketstationen und holt sie dort auch ab... und schon war's das mit den Tür-zu-Tür Zustellungen.

Geschrieben

Wie gesagt, wegen 30ct pro Paket passiert sowas nicht, dafür ist der Vorteil der Hauszustellung viel zu groß. Der erste Paketdienst der auf reine Abholung umstellt wird einen gewaltigen Einbruch seines Geschäfts erleben. Die Leute sind jetzt schon ultragenervt wegen der Abholung wenn (manchmal nur angeblich) nicht zugestellt werden konnte.

Das was Behörden machen ist eine andere Geschichte. Sie tun es ob man will oder nicht.

Geschrieben

Alles eine Frage der Gewohnheit und, viel wichtiger noch, einer "steter Tropfen höhlt den Stein" Philosophie. Es gab auch mal eine Zeit, da hatte sich niemand vorstellen können, daß man sich beim Einkaufen selbst bedient. Und auch beim Tanken (ich kann mich noch sehr gut erinnern) war das selbst Handanlegen an diese von Benzin und Diesel stinkenden Zapfpistolen lange Zeit nur widerwillig akzeptiert. Durchgesetzt hat es sich trotzdem, bis heute, obwohl bei Shell bei Bedarf wieder ein Tankwart zur Verfügung steht, der an der Kasse mit ca. 50 ct bis 1 EUR (entspricht etwa 1% der Kraftstoff-Rechnung!) auf freiwilliger Basis vergütet wird.

Geschrieben
Ja, wir sind da beim Thema "negative Einkommensteuer". Steht auch seit ewigen Zeiten im Parteiprogramm einer Partei von der das niemand erwarteten würde. Davon wissen die Parteimitglieder nur nichts. :D

Praktisch haben das doch mit Bürgergeld und Grundeinkommen zwei Parteien im Bundestag im Programm. Oder meinst du noch eine dritte?

Zur Diskussion hier: Schön differentierte Meinungen und kein Gekeife! Mal wieder ein informativer und interessanter Thread!

Geschrieben
Ja, nee, is klar?

So besser formuliert?

Natürlich haben wir einen Fachkräftemangel. Wir haben aber eben keinen Mangel an Geringqualifizierten. Wir haben aber zukünftig einen Mangel an Jobs für die Geringqualifizierten.

Vorab Danke dir ToniTanti für die guten Beiträge! :-))!

Erlaube mir folgende Gegen-These zum Punkt "nicht genügend Jobs für Geringqualifizierte": Wir haben sehr wohl (und auch noch lange) genügend Jobs für gering Qualifizierte (z.B. Gastgewerbe, Baugewerbe, Detailhandel, "DHL" etc.).

Doch wer will diese Jobs denn noch ausüben? Sind es nicht genau die Leute die nicht unbedingt in Deutschland geboren sind? Die, welche eben problemlos auf ein solch tiefes Lohnniveau gepresst werden können?

Wir haben hier doch einen "Kreislauf mit System" am Laufen der gezielt und hemmungslos so gesteuert wird. Die Jobs sind da, werden bestückt mit Leuten die den Einstieg ins "Deutschland" suchen, mit denen eben eine DHL (als Beispiel) zu unverschämt günstigen Konditionen nach wie vor ein sehr lukratives "Business-Modell" pflegen kann.

Dabei sagen wir Danke für den billigen Service, jammern ein wenig über die doch nicht immer so tolle Leistung und nerven uns nebenbei über die vielen "Ausländer"...

only my 2cents :wink:

Geschrieben

Zur Diskussion hier: Schön differentierte Meinungen und kein Gekeife! Mal wieder ein informativer und interessanter Thread!

Sehe ich auch so! :-))!

Schön das es auch noch saubere und sachliche Diskussionen auf sehr hohem Niveau gibt, ohne die leidigen verbalen Tiefschläge.

Doch wer will diese Jobs denn noch ausüben? Sind es nicht genau die Leute die nicht unbedingt in Deutschland geboren sind? Die, welche eben problemlos auf ein solch tiefes Lohnniveau gepresst werden können?

An dieser Stelle bringe ich mich mal kurz ein! O:-)

Mich beschleicht langsam das Gefühl, das viele nur eine Seite der Medaille kennen, oder?

Wer von euch hat denn in dem gescholtenen Bereich tatsächlich schon gearbeitet?

Sollte man nicht beide Seiten kennen um sich ein objektives Bild machen zu können?

Vor etlichen Jahren habe ich in einem Anflug von jugendlichem Herosimus (oder war´s doch Übermut?) meinem damaligen Chef von seiner Inkompetenz in Kenntnis gesetzt; und das in aller Deutlichkeit....! Natürlich ohne vorher über die möglichen Konsequenzen nachzudenken. Ich war jung und stark, da brauchte ich das auch nicht! :wink:

Auf einmal stehst du auf der Straße ohne Einkommen. Erstmal Sperre vom Arbeitsamt da Kündigung provoziert bzw mitverschuldet. Als einzige Möglichkeit bleibt dir also nur der Weg zum Sozialamt. Nur bedingt prickelnd dieser Gedanke...

Um sofort wieder ein sicheres Einkommen zu haben (wenn auch nur gering über dem des Sozialhilfeempfängers) war damals schon die Tätigkeit in einem Paketdienst, oder wie bei mir der Fall, in einer Nahverkehrsspedition zu arbeiten.

Man bekommt zwar nur minimal mehr als das staatlich gesicherte Mindesteinkommen, und das bei 10-12 Stunden Akkordarbeit; aber die Vorstellung den ganzen Tag unproduktiv auf dem Sofa zu sitzen und Däumchen zu drehen war für mich keine denkbare Alternative. Damals wie heute waren es eher deutsche Angestellte, und weniger Ausländer die sonst keinen Job bekommen. Ist vielleicht eine Frage der Mentalität, ich weiß es nicht???

Deine These ist meiner Meinung nach nicht richtig.

Die Paketdienste und Speditionen die täglich bei uns abliefern, sind nahezu durchweg mit deutschen Arbeitnehmern besetzt.

Ich kann mir durchaus vorstellen, das es auch heute noch ein finanzieller Rettungsanker für etliche Bürger ist, bevor diese Hartz IV in Anspruch nehmen wollen. Sei es aus finanziellen Aspekten, oder einfach nur aus Stolz!

Und solange die Nachfrage nach solchen Jobs bei dieser (zugegeben sklavenartiger) Bezahlung vorhanden ist, genau solange werden solche Branchen auch nicht mehr bezahlen. Wieso auch?

Das hat mit Raubtierkapitalismus wenig zu tun: ich war damals mehr als glücklich, sofort wieder ein Einkommen zu haben. Angebot und Nachfrage, die Triebfeder unseres Systems!

War das evtl. sogar eine Win-Win Situation? 8-)

Heute denke ich ab und zu an diese Zeit zurück: alter Falter, damals schon ein äußerst harter und unkämpfter Job um jede Minute, um jede Abladerampe.

Was ein Glück (?) für mich, das ich nach 3 Monaten wieder eine "vernünftige" Anstellung fand.

just my 5ct 8-)

Geschrieben
...

Erlaube mir folgende Gegen-These zum Punkt "nicht genügend Jobs für Geringqualifizierte": Wir haben sehr wohl (und auch noch lange) genügend Jobs für gering Qualifizierte (z.B. Gastgewerbe, Baugewerbe, Detailhandel, "DHL" etc.). Doch wer will diese Jobs denn noch ausüben? Sind es nicht genau die Leute die nicht unbedingt in Deutschland geboren sind? ...

Da stimme ich absolut zu. Ohne Zuwanderung würden bestimmte Bereiche fast völlig brach liegen. Zuletzt in einer Diskussion auf Stammtisch Niveau kam eine General-Kritik an "dem Osten" nach dem Schema "früher war alles besser", aber das haben die meisten hier sicher schon mal gehört.

Die entscheiden Frage darauf war aber, wo wären wir den heute _ohne_ die (Arbeits-)Märkte im Osten? Gerade im Baugewerbe, der Landwirtschaft (Erntehelfer) aber auch im einfachen Handwerk findet sich kaum noch Nachwuchs ohne Migrationshintergrund, der bereit ist sich die Hände schmutzig zu machen. Früh aufstehen wie ein Bäcker oder beim Fleischer Wurst machen, welcher deutsche Teenager hat nach der Schule denn noch Interesse an solch einem Beruf?

Geschrieben

Die entscheiden Frage darauf war aber, wo wären wir den heute _ohne_ die (Arbeits-)Märkte im Osten? Gerade im Baugewerbe, der Landwirtschaft (Erntehelfer) aber auch im einfachen Handwerk findet sich kaum noch Nachwuchs ohne Migrationshintergrund, der bereit ist sich die Hände schmutzig zu machen. Früh aufstehen wie ein Bäcker oder beim Fleischer Wurst machen, welcher deutsche Teenager hat nach der Schule denn noch Interesse an solch einem Beruf?

Das allergrößte Problem liegt aber nicht an jungen Menschen, sondern an den verbreiteten Medien.

Junge Menschen sind oftmals unreif, naiv und lassen sich lieber von den verbreiteten Medien informieren, auch wenn sie nicht wirklich die Wahrheit sprechen.

Ein Beispiel: "Bauer sucht Frau".

Junge Menschen gucken das und denken ernsthaft, dass alle Bauern nur hässliche Frauen kriegen. Bauer + unattraktive Arbeit (Verdienst, arbeiten auf dem Land, keine Mode etc.) = hässliche Frauen.

Handwerk ist auch so eine Sache. Viele Jugendlichen fragen: Was verdient so ein Handwerker? "Ich habe keine Lust, immer nach der Arbeit Bierchen zu trinken. Das sind sowieso Alkoholiker" oder "Ach, Handwerker tragen keinen Anzug..Sie sehen nur dreckig aus, also machen sie nur dreckige Jobs".

Traurig, aber wahr.

Heutzutage spielt die gesellschaftliche Anerkennung eine große Rolle von unten bis nach oben.

Man muss heutzutage gut aussehen (Damit meine ich teure Anzüge, teure Uhren, Sportwagen und man muss alle mit seiner Visitenkarte beeindrucken können).

So eine verbreitete Propagand macht Menschen nun mal dumm und perspektivlos.

Geschrieben

...

Und solange die Nachfrage nach solchen Jobs bei dieser (zugegeben sklavenartiger) Bezahlung vorhanden ist, genau solange werden solche Branchen auch nicht mehr bezahlen. Wieso auch?

Das hat mit Raubtierkapitalismus wenig zu tun: ich war damals mehr als glücklich, sofort wieder ein Einkommen zu haben. Angebot und Nachfrage, die Triebfeder unseres Systems!

War das evtl. sogar eine Win-Win Situation? 8-)

Heute denke ich ab und zu an diese Zeit zurück: alter Falter, damals schon ein äußerst harter und unkämpfter Job um jede Minute, um jede Abladerampe.

Was ein Glück (?) für mich, das ich nach 3 Monaten wieder eine "vernünftige" Anstellung fand.

just my 5ct 8-)

Deine 5 Cent sind doch schon fast 10 Cent wert! Du liegst in meinen Augen richtig. :-))!

Meine "These" stellt die Aussage "es gibt sie sehr wohl die vielen Jobs für weniger Qualifizierte" in den Mittelpunkt. Diese Jobs sind da, diese Jobs geben vielen Leuten überhaupt erst eine "(erste) eigene Existenz", oder erlauben eben den Einstieg in die "Wirtschaftsmacht Deutschland". Diese Jobs braucht es auch unbedingt in einem gut funktionierenden Wirtschaftssystem, als welches ich Deutschland sehe, in so einem Umfeld läuft doch überhaupt nichts nur mit "Brain".

Mir war der Hinweis wichtig, dass man eben auch erkennt, dass es diese Jobs in Hülle und Fülle gibt!

Ist es nicht so, dass z.B. viele gut bezahlte "Brain's" schlicht nicht mehr sehen wer mehrmals die Woche ihren Arbeitsplatz im Glaspalast reinigen kommt? Über die Nacht, so dass sie in ihrem Denken nicht gestört werden? Wer das Kantinen-Essen sicherstellt? Wer den tollen Kaffee-Automaten mehrmals die Woche nachfüllen kommt? Da gibt es fast unendlich viele Beispiele über x Branchen hinweg.

Zu DHL: Was ich nicht will ist eine DHL als eine Art "Bösewicht" hinstellen. Ist eben ein gutes Beispiel, dass Niedriglohnarbeitsplätze nicht unbedingt das Resultat einer schlechten Wirtschaftslage sein müssen sondern fest in einem sehr erfolgreichen Geschäftsmodell verankert sind. Die Logistik baut als Kernkompetenz auf perfektem Prozessmanagement (mit sehr viel "Brain" im Hintergrund) kombiniert mit maximaler Automatisierung, dies zusätzlich gebündelt mit Billigkräften in der Feinverteilung/Last Mile.

Zu bewerten ob das mit "Billigarbeitsplätzen" gut oder schlecht ist sei jedem selber überlassen. So lange sich Leute für diese "Billig-Arbeiten" finden lassen scheint es mindestens für diejenigen irgendwie gut zu sein (Win-Win).

Doch wo sind die Grenzen? Wie viel Geld darf man mit einem Mitarbeiter verdienen? Aus dieser Diskussion halte ich mich lieber raus... :wink:

Geschrieben

Schön das es auch noch saubere und sachliche Diskussionen auf sehr hohem Niveau gibt, ohne die leidigen verbalen Tiefschläge.

Schön auf den Punkt gebracht!:-))!

Genau deshalb ist hier auch noch nicht geschlossen!

Geschrieben
Zu DHL: Was ich nicht will ist eine DHL als eine Art "Bösewicht" hinstellen.

Das was meiner Meinung nach völlig inakzeptabel ist, ist das Herumlavieren und Verschleiern des Missachtens von Gesetzen. Das Geld ist eines, aber auch die Paketdienste haben sich an das Arbeitszeitgesetz zu halten. Wenn man glaubt daß dieses nicht gebraucht wird muss man darüber diskutieren es zu ändern. Aber solange es gilt haben sich alle daran zu halten, und diese "Tralala-Ich-weiss-von-nichts-das-sind-die-Subunternehmer"-Geschichte gilt nicht.

Wenn man das darüber aushebelt, daß man die Mitarbeiter letztendlich zu Selbständigen macht (auch das gibt's), kann man das tun, aber dann müssen diese auch Gestaltungsspielraum haben.

Dummerweise gibt es niemanden, der da auf dem Klageweg mal systematisch aufräumt. Wenn ich sowas sehe und mir auf der anderen Seite Leute Ärger machen, weil ich die Dreifachsteckdose an der Kaffeemaschine nicht alle 2 Jahre von einem Elektriker prüfen lasse und dies ja Mitarbeiter gefährden könnte, dann könnte ich kotzen. Die einen Branchen werden von Berufsgenossenschaften mit teilweise absurden Vorschriften gemaßregelt, und woanders herrscht der wilde Westen. Das kann auch nicht sein.

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