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Danke an alle Besitzer eines Organspendeausweises


HeidiMueller

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Geschrieben

Sehr sehr heikel das Thema, doch sollte es m.E. auf den Tisch. Versuche eine Kontra-These im Auto-Jargon formuliert anzustossen (sollte dies jedoch als unpassend (Sterbende mit Autos zu vergleichen ist sehr unpassend) erscheinen bitte durch den Mod ungeniert raus löschen).

Kontra-These: Ein noch reparables Unfallfahrzeug wird unter Umständen, auf Anraten des Spezialisten hin, eben nicht mehr repariert, weil von genau diesem Wagen eine entsprechend hohe Nachfrage auf genau diese Ersatzteile besteht (Profit-Denken...).

Wie wird eine solche Logik durchbrochen? Sorge für ein genügend grosses Angebot.

Diese Kontra-These wird somit durch genügend Spender entkräftet.

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Geschrieben

@456mgt

Sauber formuliert, gefällt mir sehr gut!

Und ich seh das immer noch ziemlich lässig.

Also wenn ich dahinsiechend auf dem Tische liege,

und man sich gegebenenfalls streiten könnte,

.

.

.

DANN ist es mir definitv weitaus lieber im besten Falle diversen Menschen noch helfen zu können, als wieder aufzuwachen als ..... (was auch immer), oder gar nicht sondern dahinzusiechen nur weil ein kleine,

kleine Chance bestünde.

Und außerdem, ich merk davon ja eh nix, aber nun hab ich ein Gutes Gewissen!

Provokante These: Wir leben eh alle viel zu lange..., nur deswegen haben wir ein Renten- und Krankenversicherungs- wie auch Sozialproblem.

Wie sagte schon mein Opa so treffend: De olen mütt dod!

Für die die der Plattdeutschen Sprache nicht mächtig sind: Die Alten müssen tot!

Geschrieben

Ich finde das sehr passend, um es zu vergleichen. Allerdings handelt es sich dann um ein irreparables Auto, das in einer Spezialwerkstatt von da an vom Besitzer ab und zu besucht werden kann. Aber es stimmt schon, ein ausreichendes Angebot würde ausreichen, um irgendwelchen Manipulationen aus finanziellen Gründen zuvorzukommen. Und es wird ja immer noch knapper. In Österreich gibt es die Widerspruchsregelung, bei der man explizit sagen muß, daß man GEGEN eine Spende ist. Das hielte ich für sinnvoll.

Geschrieben

Ja, da ist uns Österreich weit voraus, in meinen Augen der genau richtige Weg.

Geschrieben

Conny, das sehe ich jetzt nicht ganz so positiv.

Wenn ein Organspendeausweis nicht gefunden wird, dann darf halt ein Organ nicht entnommen werden; so ist das in Deutschland.

Und das halte ich auch für richtig.

Wer kann mir garantieren, daß ein Spenderausweis nicht gefunden werden soll / will?

Soll ich meine Verweigerung auf den Bauch tätowieren lassen?

Den Willen eines Menschen zu interpretieren, den er möglicherweise gar nicht artikuliert hat, halte ich für fragwürdig.

Es wäre etwas völlig anderes, wenn wir wüssten, was ein Mensch im Sterben fühlt oder denkt.

Wir wissen es aber nicht, und wir werden es auch nie erfahren; es ist noch keiner zurück gekommen.

Vor diesem Hintergrund muss man einfach den worst case annehmen, daß ein Mensch auch bei festgestelltem Hirntod tief in seinem Inneren noch ein Bewusstsein hat.

Wer sich bewusst für eine Organspende ausgesprochen hat, weiss hoffentlich um diese unbeantwortbare Frage.

Und in diesem Bewusstsein entscheidet er sich dafür, im Zweifel sein Bewusstsein durch das "ausweiden" ableben zu lassen.

Er / sie entscheiden sich also aktiv, evtl. Höllenqualen zu erleben; das Gegenteil ist nicht beweissbar.

Daß diese Betrachtungsweise auch Medizinern eigen ist, beweisst die Tatsache, daß die "hirntoten" Spender eine, auch bei Gesunden übliche, Anästhesie erfahren.

Die Entscheidung zur Organspende darf man einfach nicht voraussetzen, das ist unmenschlich.

Was ich auch noch als gewichtiges Kriterium anfügen möchte, ist die Tatsache, daß Menschen gegen Geld zu allem bereit sind.

Aktuell ist eine Münchner Klinik unter Beschuß, bei Organtransplantationen nicht ganz koschere Auswahlkriterien angewandt zu haben.

Ich glaube auch, daß es Menschen gibt, die anderen das Weiterleben verwehren würden, wenn sie an deren Organentnahme ausserordentlich viel Geld verdienen können.

Diesen Ängsten und auch Machenschaften muß ebenfalls möglichst vorgebeugt werden, und das schafft man mit der Unterstellung eines stillen Einverständnisses eben nicht.

Wenn Organspende, dann nur dann, wenn der Spender sich zu Lebzeiten DAFÜR ausgesprochen hat.

Und wenn der Ausweis nicht auffindbar ist, dann ist das halt Schicksal.

Geschrieben

Es ist aber tatsächlich so, daß - egal ob ein Ausweis vorliegt oder nicht - die Angehörigen IMMER gefragt werden. Die Fragestellung ist dann nur unterschiedlich, also fragen sie bei Nichtvorliegen, ob die Angehörigen wußten, wie der Hirntote darüber dachte, und ob man die Organe entnehmen könne, bzw. bei Vorliegen eines Ausweises: Es ist doch auch sicher in Ihrem Interesse, den Wunsch ihres Angehörigen zu akzeptieren? Das halte ich auch für richtig, und deshalb sollte man auch mit seinen Lieben über dieses Thema sprechen.

Geschrieben
Es ist aber tatsächlich so, daß - egal ob ein Ausweis vorliegt oder nicht - die Angehörigen IMMER gefragt werden. Die Fragestellung ist dann nur unterschiedlich, also fragen sie bei Nichtvorliegen, ob die Angehörigen wußten, wie der Hirntote darüber dachte, und ob man die Organe entnehmen könne, bzw. bei Vorliegen eines Ausweises: Es ist doch auch sicher in Ihrem Interesse, den Wunsch ihres Angehörigen zu akzeptieren? Das halte ich auch für richtig, und deshalb sollte man auch mit seinen Lieben über dieses Thema sprechen.

Da gebe ich dir selbstverständlich recht.

Wir wissen gegenseitig, daß wir keine lebens(leidens)verlängernde Apparatemedizin haben möchten.

Wir wissen gegenseitig, daß wir spenden wollen.

Wir wissen auch gegenseitig, wie wir beerdigt werden wollen.

So etwas in der Familie zu besprechen halte ich für selbstverständlich.

Nur eines möchten wir nicht: diesem G. v. Hagens in die Hände fallen. :evil:

Geschrieben

Ich habe ja auch einen Ausweis. Und natürlich haben mich die Berichte über den Organspendeskandal entsetzt.

Aber ich weiß jetzt trotzdem nicht wie meine Meinung dazu sein soll. Ich meine rein theoretisch rette ich doch mit dem gespendeten Organ immer noch ein Leben - selbst wenn diese Rettung mit Geld erkauft wurde.

Natürlich weiß man dass es falsch ist - weil ungerecht (jemand mit wenig Geld hat keine Chance).

Ich bin jedenfalls zu dem Entschluss gekommen, dass diese Berichte kein Grund für mich sind meinen Organspendeausweis wegzuschmeißen. Mir fallen immer noch mehr Gründe dafür ein.

Geschrieben

@Peter_Pan und Kai360: mir gefällt, dass ihr euch so sehr mit diesem Thema befasst und eure (unterschiedlichen) Überlegungen regen zum Nachdenken an. Danke!

Leider ist unser Modell (Deutschland, Schweiz) so ausgelegt, dass jeder einzelne sich grundsätzlich mal keine Gedanken zu diesem Thema machen muss. Denkst du nicht darüber nach geschieht auch nix.

Und hier setzt das Österreich-Modell an: wenn du dich nicht mit dem Thema befasst sind deine Organe weg. Das Modell zwingt also jeden viel intensiver sich seriös darüber seine Gedanken zu machen. Das befürworte ich.

Ich finde das sehr passend, um es zu vergleichen. Allerdings handelt es sich dann um ein irreparables Auto, das in einer Spezialwerkstatt von da an vom Besitzer ab und zu besucht werden kann. Aber es stimmt schon, ein ausreichendes Angebot würde ausreichen, um irgendwelchen Manipulationen aus finanziellen Gründen zuvorzukommen. Und es wird ja immer noch knapper. In Österreich gibt es die Widerspruchsregelung, bei der man explizit sagen muß, daß man GEGEN eine Spende ist. Das hielte ich für sinnvoll.

@HeidiMueller: Habe in der These schon bewusst von einem reparablen Auto gesprochen...

Geschrieben

Es ist sicher auch grenzwertig, Menschen zu zwingen über den Verbleib ihrer sterblichen Hülle nachzudenken.

Es gibt Menschen, die befassen sich mit dieser Thematik.

Es gibt aber auch Menschen, welche sich nicht damit beschäftigen können.

Man nehme einfach einmal einen depressiven Menschen; der wird unter Umständen gar nicht fähig sein, eine wie auch immer lautende Aussage zu tätigen.

Und das schlimme daran ist, daß man selbst als Angehöriger / Partner von der Depression mitunter noch nicht einmal etwas ahnt.

Darf man diesen Menschen seiner Organe "berauben"?

Ich halte eine aktive Zustimmung für unumgänglich.

Zu sagen:"Wer nicht ausdrücklich dagegen ist, der ist dafür." öffnet der Willkür Tür und Tor.

Was in der aktuellen Situation/ Diskussion aber sehr wichtig ist: Wir werden für dieses Thema endlich einmal intensiv sensibilisiert.

Ich gehe davon aus, daß sich die Zahl der bewussten Organspender merklich erhöhen wird. :-))!

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Geschrieben
Geschrieben

Hallo HeidiMueller,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben
Es ist sicher auch grenzwertig, Menschen zu zwingen über den Verbleib ihrer sterblichen Hülle nachzudenken.

Es gibt Menschen, die befassen sich mit dieser Thematik.

Es gibt aber auch Menschen, welche sich nicht damit beschäftigen können.

Man nehme einfach einmal einen depressiven Menschen; der wird unter Umständen gar nicht fähig sein, eine wie auch immer lautende Aussage zu tätigen.

Und das schlimme daran ist, daß man selbst als Angehöriger / Partner von der Depression mitunter noch nicht einmal etwas ahnt.

Darf man diesen Menschen seiner Organe "berauben"?

Ich halte eine aktive Zustimmung für unumgänglich.

Zu sagen:"Wer nicht ausdrücklich dagegen ist, der ist dafür." öffnet der Willkür Tür und Tor.

Was in der aktuellen Situation/ Diskussion aber sehr wichtig ist: Wir werden für dieses Thema endlich einmal intensiv sensibilisiert.

Ich gehe davon aus, daß sich die Zahl der bewussten Organspender merklich erhöhen wird. :-))!

gute Überlegung, gut geschrieben! :-))!

Geschrieben
Die Entscheidung zur Organspende darf man einfach nicht voraussetzen, das ist unmenschlich.

Was ich auch noch als gewichtiges Kriterium anfügen möchte, ist die Tatsache, daß Menschen gegen Geld zu allem bereit sind.

Es ist immer für beide Seite tragisch, wenn man mit so einer Situation konfrontiert wird. Auch wenn man in Österreich hier letztendlich gefragt wird, ein bitterer Beigeschmack wie ich in meiner Familie erfahren musste bleibt dennoch.

Die Entscheidung, ob jemand bereit dazu ist ein Organ zu spenden, sollte immer noch von einem selbst entschieden werden. Die Familie ist hier sehr oft überfordert und meist nicht in der Lage dies zu entscheiden. Sie treffen die Entscheidung nur auf Basis dessen, was man von einem Mediziner gehört hat. Und genau da liegt das Problem, da es schwarze Schafe gibt, mögliche Machenschaften, welche durch Geld hier Vorteile erkaufen können, die einen erst dann berühren, wenn man tatsächlich davon betroffen ist.

Denn wer kontrolliert die Personen, welche einem dies nahelegen, wie kann man sich vor Machenschaften schützen, damit man z.B.: nicht mit Schwindelgefühl ins Spital eingeliefert wird, aber dies nicht mehr lebendig verlässt. Tja und das ist leider auch in Österreich nicht geregelt.

Daher sollte jeder, egal ob Sportwagenfahrer oder nicht, selbst eine Entscheidung treffen.

Geschrieben

Ich bin auch sehr froh und dankbar, dass es Leute gibt die einen Spenderausweis haben. Warum? Ich bin vor 3 Jahren, mit 27 Jahren, plötzlich schwer krank geworden und lag im Spital um ständig Bluttransfusionen zu bekommen. Denn mein Knochenmark produzierte kein Blut mehr. Zum Glück hat man jemanden in den USA gefunden, der bereit war sein Knochenmark zu spenden, welcher mit meinem kompatibel war. Knochenmark kann jeder gesunde und junge Mensch spenden ohne eine negative Auswirkung für sich selber zu haben!

Durch die starke Therapie, welche ich machen musste, sind meine beiden Nieren irreparabel geschädigt worden, so dass ich jetzt 3x pro Woche an der Dialyse muss. Und jetzt warte ich auch noch auf eine Spenderniere...

  • 2 Monate später...
Geschrieben

Morgen wird auf RTL in der Sendung Extra ein Bericht ausgestrahlt zum Thema Organspende. Die Vorschau zeigt einen Jungen, der genauso gelb ist wie Paul es war. Ich weiß noch nicht, ob ich mir das anschauen kann, aber es ist bestimmt interessant zu sehen, wie es betroffenen Kindern dabei geht.

  • Mitglieder
Geschrieben

Connie, bitte mach weiter damit.... halte das Thema am laufen.... ich denke, dass du damit sehr viele, auch hier im Forum, zum nachdenken bringst....

und wenn sich auch nur einer dafür entscheidet, hast du vielleicht ein Menschenleben gerettet....

wer kann das schon von sich behaupten??

Geschrieben

Finde gut, dass das Thema hier angesprochen wird, trotz der unschönen Vorkommnisse der letzten Wochen, kann man nur immer wieder betonen, dass damit so vielen Menschen geholfen werden kann und wenn man ehrlich ist, bekommt man doch eh nix mehr mit und so hat das eigene Ableben wenigstens noch einen Sinn. Das kann meiner Ansicht nach, auch den Angehörigen Trost spenden, wenn man das Thema vorher mit seinen Lieben klärt und sie nicht in der Schocksituation eines Unfalls bzw. einer schweren Erkrankung vor diese Entscheidung gestellt werden und sich vielleicht dann auch schuldig fühlen. Daher vorher einmal Tacheles reden und um bei Unverständnis der Familie, z.B. auch erklären zu können, was einen dazu bewegt und frühzeitig anzuregen, dass sie sich mit der getroffenen Entscheidung "anfreunden" können.

Geschrieben

Hier kann man den Organspendeausweis direkt bestellen,

alles in Sekunden erledigt!

ES GIBT KEINE AUSREDEN MEHR!

ORGANSPENDEAUSWEIS

Wenn man die Plastikkarte bestellt bekommt man die UNAUSGEFÜLLT (ausfüllen mit dem Edding in 10 Sekunden),

man kann also gleich mehrere bestellen für die Verwandschaft, Freunde....

Geschrieben

Verzeihe..Ich habe mich nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Man lese die zwei folgenden widersprüchlichen Sätze:

-nach dem Tod können keine Organe mehr entnommen werden. Das muss noch geschehen solange der sonstige Organismus intakt ist.

-Schaut man sich diese Erklärung an: "http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Organspendeausweisr%C3%BCckseite.png&filetimestamp=20090108164514"

Dort steht: "Nach meinem Tod"

Was heißt hier "Nach meinem Tod"?

Angenommen: -Ich bin 80 Jahre alt geworden und aufgrund meines Alters bin ich gestorben. Ich bin also ein Leiche. Dann kann ich doch keine Organe spenden, weil sie ebenfalls "tot" sind oder?

2.Fall: Ich habe einen Autounfall. Ich bin schwer verletzt. Mein Arzt sieht meinen Organspendeausweis.

Dadurch vernachlässigt er meine Behandlung.

Ob meine Organe gesund sind oder noch funktionsfähig sind, sollen von 2 unabhängigen Ärzten überprüft werden.

Gab es noch Skandale oder Fälle, wo Ärzte zwar Menschen hätten retten können, aber absichtlich nicht getan haben, weil sie Organspendenausweise hatten?

Ich hoffe, dass ihr meine Fragen verstanden habt.

Es ist irgendwie sehr schwierig, diese Fragen zu formulieren, weil das Thema schon sehr heikel ist und auch bis jetzt fremd war.

Es mag sein, dass ich mich nicht gut genug informiert habe.

Aber momentan interessieren mich diese beide Fragen (Besonders die erste Frage).

Geschrieben

Nach dem Tod bedeutet in diesem Fall Hirntod. Die Funktion der Organe wird dann nur noch durch Maschinen aufrechterhalten. Aus Wikipedia: "Der Wissenschaftliche Beirat der deutschen Bundesärztekammer definierte am 9. Mai 1997 den Hirntod wie folgt: „Der Hirntod wird definiert als Zustand der irreversibel erloschenen Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms. Dabei wird durch kontrollierte Beatmung die Herz- und Kreislauffunktion noch künstlich aufrechterhalten.“

Von einem Fall, in dem ein Arzt einen Patienten hat sterben lassen ist mir nichts bekannt, neben den strafrechtlichen Folgen, die in diesem Fall sicherlich gravierend wären, würde er auch gegen alles verstoßen, wofür er seinen Eid geleistet hat. Ich bin weder Arzt noch Jurist, aber wenn schon Sterbehilfe nicht erlaubt ist, dann wäre das hier wahrscheinlich Mord? Egal, ich kann es mir wirklich nicht vorstellen.

Geschrieben

Da haben wir es in der CH einiges einfacher.

Hier gibt es eine Patientenverfügung.

Definition Patientenverfügung (Quelle Beobachter)

Wer nach einem Unfall im Koma liegt, hat keinerlei Gewähr, dass sein Wille bei den medizinischen Behandlungen berücksichtigt wird. Mit einer schriftlichen Verfügung sollte man in gesunden Tagen vorsorgen.

Als der Patient ins Spital eingeliefert wird, ist er bewusstlos. Sein Zustand ist kritisch. Die behandelnden Ärzte wissen nicht, ob er es schaffen wird. Seine Lebenspartnerin macht die Ärzte darauf aufmerksam, dass er einmal gesagt habe, er wolle nicht um jeden Preis am Leben gehalten werden, wenn ihm etwas Schlimmes zustosse. Die herbeigeeilten Eltern des Patienten sind allerdings anderer Meinung. Sie verlangen von den Ärzten, alle lebenserhaltenden medizinischen Massnahmen auszuschöpfen. Ein wüster Streit zwischen Eltern und Lebenspartnerin entsteht. Die Nerven aller Beteiligten liegen blank.

Die Szene ist erfunden, aber alltäglich.

Solche Situationen können vermieden werden, wenn in einer Patientenverfügung festgehalten wurde, wie in einem solchen Fall vorzugehen sei.

Mit dieser Verfügung kann man in gesunden Tagen schriftlich für den Fall vorsorgen, dass man einmal nicht mehr in der Lage sein könnte, eigene Wünsche zu äussern. Zum Beispiel wenn man nach einem Unfall im Koma liegt, einen Hirnschlag erlitten hat oder wegen krankheitsbedingter Schmerzen unfähig ist, einen klaren Gedanken zu fassen. Die Patientenverfügung richtet sich in erster Linie an die behandelnden Ärzte. Sie erleichtert ihnen und den Angehörigen, schwierige Entscheide in schwierigen Momenten zu treffen. Angehörige werden entlastet, weil sie nicht um die Frage ringen müssen: «Was hätte die Verunfallte wohl gewollt?»

Die Verfügung enthält Anordnungen über die medizinische Betreuung: Lebensverlängernde Massnahmen sind ebenso zu thematisieren wie die Entbindung vom Arztgeheimnis. Allenfalls ist darin auch eine Vollmacht für die engsten Bezugspersonen für wichtige medizinische Entscheide zu erteilen. Sie enthält zudem Wünsche des künftigen Patienten über Sterbebegleitung und Sterbeort. In der Verfügung steht auch, ob der Patient Untersuchungen zu Forschungszwecken, eine Organspende oder Obduktion zulässt.

Klar diese Patientenverfügung nimmt in erster Linie die Last von der Familie, eine Entscheidung zu treffen, aber sie ermöglicht auch ein schnelles reagieren von den Ärzten.

Wir haben beide so eine Verfügung.:-))!

Geschrieben

Ich habe schon lange einen Organspendeausweis.

Wenn es tatsächlich einmal soweit kommen sollte, dass er gebraucht wird, dann hoffe ich, dass man mich ordentlich ausschlachtet und mit meinen Resten so vielen Menschen wie möglich hilft.

Da ich zu diesem Zeitpunkt hirntod bin, brauche ich meine Einzelteile ja nicht mehr.

Wer schon einmal erfahren hat wie ein Mensch dahin vegetiert dessen Gehirn nur noch die lebensnotwendigen Stammfunktionen beherrscht, der verzichtet gerne auf lebenserhaltende Maßnahmen.

Geschrieben
Nach dem Tod bedeutet in diesem Fall Hirntod.

Entschuldigung, dass ich noch eine Frage stelle.

Der Hirntod ist eben KEIN Tod.

Wieso steht aber auf der von mir kopierten Unterlage "Nach dem Tod" und nicht "Nach dem Hirntod"?

Das führt zwar ein Bisschen zum Off-Topic, aber ich habe das Gefühl, dass die Ärzte eben einfach so viele Organe wie möglich kriegen wollen nach dem Motto: Dafür betrüge ich, indem ich nicht "nach dem Hirntod", sondern "nach dem Tod" schreibe.

Vermutlich denken viele, dass die Organe erst nach dem wirklich Tod gespendet werden (Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass viele nicht wissen, dass die Organe nach dem echten Tod nutzlos sind).

Wenn sie den Hirntod verheimlichen, aber dafür einfach den Tod (klingt wohl natürlich und überzeugender) erwähnen, dann wird es mir langsam ......

Geschrieben

Der Hirntod ist eben KEIN Tod.

Interessanter Punkt. Was bedeutet denn der Tod für dich? Was weißt du über gängige Theorien bzgl. Tod, Todeszeitpunkt, Sicheren Todeszeichen und dem Sterben als Prozess?

Vielleicht kann man dir dann genauer mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Nur eines gleich Vorweg, der Hirntod ist in Deutschland eine anerkannte Todesdefinition, auch juristisch ist ein Mensch, der hirntot ist tot, der Todeszeitpunkt wird durch die Diagnostik festgelegt, mit allen Konsequenzen wie z.B. auch eines Erbes und anderer juristischer Ansprüche. Organe eines Toten können sehr wohl entnommen werden, für die Organentnahme muss derjenige ja tot sein, einem Lebenden darf man keine Organe entnehmen (Ausgenommen die Lebendspende unter bestimmten Vorraussetzungen), der Hirntod ist für eine Organentnahme der Optimalfall, das zentrale Nervensystem ist irreversebil geschädigt und ausgefallen, die Organfunktionen können jedoch durch künstliche Unterstützung (Sauerstoffgabe, Medikamentengabe, ...) aufrecht erhalten werden. Dadurch treten kaum Schäden an den Körperorganen neben dem Nervensystem auf und diese können für Transplantationen genutzt werden.

Eine absichtliche Unterlassung medizinischer Leistungen sollte nicht geschehen, das wäre ganz klar ein Rechtsverstoß. Es gibt viele Menschen, die denken, dass sie aufgrund eines Organspendeausweises nicht mit dem vollen Einsatz behandelt werden, dieser Gedanke ist in der Praxis nicht begründet, ich habe es bisher nie erlebt, dass z.B. nach der Spendebereitschaft gefragt wurde bevor Maßnahmen eingeleitet wurden. Es hätte für diejenigen Ärzte massive Konsequenzen, angefangen bei Geld und Freiheitsstrafen und schnell auch bis zu einem LEBENSLANGEN europaweitem bis mehr oder weniger WELTWEITEM BERUFSVERBOT! Das sollte man sich auch als Patient bzw. Organspender bewusst sein. Durch unterschiedliche Zuständigkeiten der Ärzteteams versucht man zusätzlich persönliche Interessen bei der Entnahme zu unterbinden. Diejenigen Ärzte, die z.B. die Hirntoddiagnostik durchführen dürfen weder die organentnehmenden Ärzte noch die behandelnden Ärzte eines Patienten, der diese Organe erhält sein. Es gibt auch keine Tauschregelungen, dass z.B. ein Krankenhaus pro entnommenem Organ auch ein Organ erhält. Ausgleichsregelungen gibt es bei Eurotransplant zwar, diese betreffen aber nur ganze Länder (also z.B. bekommt die BRD ca. soviele Organe wie sie auch spendet).

Geschrieben

Der Hirntod ist irreversibel. Es gibt keine EEG-Aktivität mehr. Deine Organe funktionieren noch - künstlich "am Leben" gehalten. Was kann man diesem Zustand abgewinnen?

Dann doch lieber auswaiden lassen...8-) und anderen nützen/das Leben retten.

Vielleicht dankt´s dir jemand im Jenseits ... Wer weiss?

Geschrieben

Es ist definitiv so, dass die empfindlicheren Organe - Leber, Nieren, Lunge, Herz - nur dann brauchbar sind, wenn sie bis zur Entnahme gut mit Sauerstoff versorgt sind. Das geht nur, wenn das Herz schlägt und die Atmung funktioniert. Ob das nun selbstständig oder durch maschinelle Unterstützung der Fall ist, ist vergleichsweise irrelevant, da die biologischen Lebensprozesse aufrechterhalten werden.

Bis das Herz entnommen wird, schlägt es.

Es ist auch definitiv so, dass hirntote Menschen physisch auf Verletzungs- und Schmerzreize reagieren, die sie eigentlich gar nicht mehr empfinden dürften: Der Blutdruck steigt an, die Schweißproduktion steigt an, es gibt, wenn keine Muskelrelaxantien eingesetzt werden, oft auch reflexhafte Bewegungen. (Da diese beim Operieren stören würden, werden muskelentspannende Mittel in der Regel eingesetzt.)

Kein Mensch weiß mit Gewissheit, ob sie trotz fehlenden Bewusstseins Schmerzen empfinden, es wird schlicht vorausgesetzt, dass es nicht so ist. Dennoch werden in der Regel keine Schmerzmittel verabreicht, denn das hieße ja, einzugestehen, dass es womöglich sein kann, dass dieser hirntote Mensch noch leidet, und wenn er leiden kann, kann er noch nicht so ganz tot sein. Und das geht ja nicht.

Bitte, korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

Wenn ich kein Schmerzen empfinden würde, dann würde ich ohne Zweifeln alle Organe trotz des Hirntodes spenden.

Das wäre nämlich der schönste Abgang und der Abschied vom Leben.

Falls ich oben recht habe und Schmerzen spüren würde, dann müsste ich mir tausendmal überlegen, ob ich es möchte oder doch Sterbehilfe

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