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Eine Idee patentieren lassen ?


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Geschrieben

Hallo,

ich hatte ganz ähnliche Fragestellungen. Ich habe für einen Freund, der eine tolle Idee hat (=> könnte den Kraftstpffverbrauch stark absenken und die Robustheit des Motors erhöhen), einen Businessplan geschrieben zusammen mit drei anderen Studenten (alle haben eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben, bekommen im Gegenzug aber das Recht, im gewissen Rahmen Anteile am Unternehmen zu erwerben, wenn es denn startet).

Großen Unternehmen, seien sie noch so seriös, kann man nicht trauen. Ich kenne Industriedesigner, die regelmäßig vor die Wand laufen mit ihrer vom Anwalt teuer erstellten Geheimhaltungsvereinbarung. Große Unternehmen spielen da einfach nicht mit. Und wenn man sich mal die Patentklagen der Unternehmen untereinander ansieht, weiß man wie der Hase läuft.

Auch ist es ein Risiko, wenn man selbst ein Patent finanziert. Beispielsweise kenne ich Fälle, wo jemand ein Patent angemeldet hatte und auf den Abkauf bzw. Einnahmen durch Lizenzen hoffte. Der Interessent hat aber einfach 10 Jahre gewartet und dann eben die Technik erst nach Ablauf des Patents genutzt (natürlich hatte der Patentinhaber keine Verlängerung angestrebt, die Interessenten haben oftmals den längeren Atem).

Patente kosten für Deutschland bereits 3000 - 4000 Euro. Für die EU wird es auf Grund den vielen Übersetzungen bei 15000 Euro liegen. Weltweit ist unbezahlbar für normale Privatpersonen. Hinzu kommt: Was ist eigentlich, wenn ein Konzern einfach doch die Technik verwendet, die in deinem Patent beschrieben steht? Klagen? Das muss man sich erstmal trauen... gerade bei ausländischen Unternehmen ein Wagnis.

Patente sind auch so eine Sache.... erstens sind für komplexe Ideen normalerweise gleich mehrere Patente nötig, beispielse bei meinem Fall ein Patent für die Elektronik, eines für die Mechanik. Ein Konkurrent könnte die Idee jedoch verwenden (denn Ideen sind nicht geschützt! Designs durch Gebrauchsmuster, Namen und Logos durch Marken, Techniken durch Patente, aber Ideen nicht! Daher können Tablet-PCs auch von jeder Marke angeboten werden, denn die Idee ist nicht geschützt, nur bestimmte Technik-Abschnitte, für welche es jedoch meistens Alternativen gibt). Zweitens können viele patentrelevante Technik-Details abgeändert werden und schwups hat man das Patent elegant umgangen und kommt trotzdem zum gewünschten Ziel. Dazu kenne ich auch einen konkreten Fall: Ein deutscher Autohersteller (Name traue ich mich nicht zu nennen) kopiert die patentierte Auspuffanlage eines japanischen Autobauers. Damit es keine Probleme gibt, werden technische Details geändert und das Design wird natürlich an die gewohnten Merkmale des deutschen Herstellers angepasst - so fällt nichts auf. Gängige Praixs, für sowas muss man also gar nicht erst nach China blicken.

Das Patent-System gehört meiner Meinung nach überarbeitet, wobei das sehr schwierig ist auf Grund der Internationalität.

Die beste Möglichkeit: Gründe ein Start-Up, suche dir Investoren (was sehr schwierig ist, ich spreche da ja aus Erfahrung) und setze die Idee in die Tat um. Wenn du der erste am Markt bist, hast du immer einen Vorteil!

Falls jemand Interesse an unserem BP hat, kann er sich gerne per PN melden (aber bitte mit Angabe eines Grundes in einem Satz).

Geschrieben

Die Jungs haben leider von Beginn an strategische Fehler gemacht. Sie hätten sich allerdings später noch mit einem Patentverwerter zusammentun können. Es gibt da recht ekelige Unternehmen, mit denen Nike sicher nicht viel Vergnügen gehabt hätte. Auf der anderen Seite sind 680.000 $ besser als Nichts und 20 Jahre Prozeßdauer wie im Falle des Walkman gehen sicher an die Substanz: http://de.wikipedia.org/wiki/Stereobelt

Edit:

Es kann übrigens sein, dass die Drei das Patent gar nicht an Nike verkauft haben, wenn diese ominöse Kanzlei ihren Auftraggeber nicht preisgeben wollte. Vielleicht hat ein Dritter Wind von der Geschichte bekommen. Der läßt die Sache dann noch ein paar Jahre laufen, damit ordentlich Umsätze zusammenkommen und tritt dann erst in Aktion.

Geschrieben
Zweitens können viele patentrelevante Technik-Details abgeändert werden und schwups hat man das Patent elegant umgangen und kommt trotzdem zum gewünschten Ziel. Dazu kenne ich auch einen konkreten Fall: Ein deutscher Autohersteller (Name traue ich mich nicht zu nennen) kopiert die patentierte Auspuffanlage eines japanischen Autobauers. Damit es keine Probleme gibt, werden technische Details geändert und das Design wird natürlich an die gewohnten Merkmale des deutschen Herstellers angepasst - so fällt nichts auf. Gängige Praixs, für sowas muss man also gar nicht erst nach China blicken.

Wenn ein Hersteller ein Produkt so verändert, dass der Patentschutz umgangen wird, dann hat der andere halt Pech gehabt. Das Patent wurde dann nicht verletzt. Insofernhin greift Dein Verweis auf China in diesem Fall nicht. Hätte er besser patentieren müssen, sofern es überhaupt möglich gewesen wäre.

Geschrieben

Hallo,

ich habe bereits die Entwicklung von der Idee, der Patentierung und der Produktentwicklung durchgemacht und möchte einmal davon berichten.

Als Orthopäde sehe ich jeden Tag viele Menschen mit Rückenschmerzen ("Hexenschuss") und dem Fachkundigen gelingt es oft mit einem einzigen Griff die Beschwerden zu beseitigen (der sog. "Erlösergriff"). Da ich während meiner Studienzeit viel mit medizinischen Eingangsuntersuchungen in Fitness-Studios zu tun hatte, habe ich mir ein Gerät ausgedacht, mit dem sich der Nutzer selbst die Muskukatur und Lendenwirbelsäule dehnen kann. Oft macht es dann einen kleinen Knacks und die Gelenke sind wieder frei. Den Prototypen für das Gerät habe ich mit einem guten Freund aus Resten unseres neuen Treppengeländers im Keller zusammengeschweisst. Nachdem der Prototyp in Grundzügen funktioniert hat dann sofort einen Patentanwalt kontaktiert und Patente in den USA und Europa angemeldet. Die weitere Produktentwicklung inkl. CAD-Zeichnungen und Vorbereitung zur Serienfertigung, CE-Zertifizierung etc. habe ich einer namhaften Produktdesign-Firma aus dem Schwabenland übertragen. Glücklicherweise wurden mir Patentrechte in den USA und Europa anerkannt. Gleich beim ersten Messeauftritt 2009 habe ich einen Innovation Award für mein Rückengerät gewonnen. Mein Plan ist es primär, die Patentrechte an einen großen Hersteller von Fitnessgeräten zu verkaufen, da ich meinen Arztberuf liebe.

Bislang hat das Rückengerätprojekt über 250.000 € verschlungen und jetzt geht es darum, nach einer handvoll verkauften Geräten, einen Vertrieb aufzubauen.

Eigentlich müsste jetzt Geld in MArketing und Vertrieb fließen, aber die Motivation, weiteres privates Geld nach 3 Jahren zu investieren ist von meiner Seite nicht sehr ausgeprägt. Natürlich habe ich einige Hersteller kontaktiert. Da dieses Gerät aber für einen Laien (Sportwissenschaftler, Nicht-Mediziner, Nicht-Physiotherapeut etc.) völlig unverständlich ist und einen komplett neuen Ansatz verfolgt (nicht nur Stärkung des Rückens sondern zusätzliche Dehnung) werden Studien oder Belege verlangt, die den Nutzen schwarz auf weiss beweisen sollen. Obwohl ein fertiges Produkt und erste erfolgreiche Verkäufe vorliegen (erfolgreich i.S. von positiven Anwenderberichten nach dem Kauf) ist es sehr schwer Investoren zu finden. Diese wollen im Business Plan am liebsten schon den break-even Punkt in unmittelbarer zeitlicher Nähe und einen erfolgreichen Markteintritt sehen.

Fazit:

Patentanmeldung ist ein must-have. Nur wenn das Produkt z.B. ausschließlich durch eigene geheimgehaltene Technologien produziert werden kann (Software-Steuerung, eigene Materialienmixe etc.) kann eine Patentanmeldung unterbleiben. Ansonsten sind die Patentgesetze zumindest in Deutschland doch so streng, dass man auch als kleine Firma einen guten Hebel gegen Kopierer aus aller Welt hat. Wir wollen jetzt kein China-bashing anfangen: Porzellan aus Meißen ?, Spaghetti ?, Papier ? kopierende deutsche Firmen um die letzte Jahrhundertwende herum ?. Falls kein PCT-Patent aus Kostengründen, dann Beschränkung auf die größten Märkte.

Ein funktionierender Prototyp ist auch zu empfehlen, denn woher soll ein potentieller Investor wissen, ob die Erfindung funktioniert. Meine letzte Entwicklung, ein Gerät zur Dehnung der Brustwirbelsäule war ein totaler Flop, weil ich einen kleinen Denkfehler eingebaut hatte und der in Auftrag gegebene Prototyp hat das gnadenlos offenbart.

Empfehlung:

Anmeldung eines deutschen Patentes (nach vorheriger Eigen-Recherche, die kostet nichts) und binnen einer Jahresfrist Suche nach einem Käufer.

Die Zeit rennt nach der Erstanmeldung, also lieber vorher alles vorbereiten (Kontaktadressen, Ansprechpartner etc.). Vorher außer dem Patentanwalt am besten niemanden Details erzählen. Vieles wurde häufig so oder ähnlich bereits erfunden, bzw. in den Claims = Ansprüchen so großzügig formuliert, dass ein Patent mangels Neuheit nicht zugelassen wird. Die Vorarbeit ist deshalb enorm wichtig und kann viel Geld sparen. Mein Patentanwalt hat das Gerät aber so allgemein angemeldet, dass es fast unmöglich ist, mein Patent zu finden, ohne meinen Namen zu kennen. Es gibt viele Tricks und dafür werden die Patentanwälte gut bezahlt (zu Recht).

Fragen gerne auch per PN oder hier im Forum.

Geschrieben
Wenn ein Hersteller ein Produkt so verändert, dass der Patentschutz umgangen wird, dann hat der andere halt Pech gehabt. Das Patent wurde dann nicht verletzt. Insofernhin greift Dein Verweis auf China in diesem Fall nicht. Hätte er besser patentieren müssen, sofern es überhaupt möglich gewesen wäre.

Viele deutsche Unternehmen jammern doch, dass ein Patent offen gelegt wird und sich jeder daraus bedienen kann. Mit kleineren Anpassungen an der richtigen Stelle macht man so etwas neues draus, auf das man aber ohne das Patent nicht gekommen wäre. In China passiert sowas ständig, dort sind viele Unternehmen schon auf den Trichter gekommen, dass ein einfaches Umsetzen der in Patenten beschriebenen Technik langfristig nicht gut ist.

Geschrieben

Wenn ein Produkt nicht in China kopiert wird, taugt es sowieso nicht.

:D

Geschrieben
Viele deutsche Unternehmen jammern doch, dass ein Patent offen gelegt wird und sich jeder daraus bedienen kann. Mit kleineren Anpassungen an der richtigen Stelle macht man so etwas neues draus, auf das man aber ohne das Patent nicht gekommen wäre. In China passiert sowas ständig, dort sind viele Unternehmen schon auf den Trichter gekommen, dass ein einfaches Umsetzen der in Patenten beschriebenen Technik langfristig nicht gut ist.

Aber das gibt es doch schon, seit es Patente gibt. Außerdem kann ein Patentwesen nicht funktionieren, ohne Offenlegung. Wer glaubt ohne Patent besser zu fahren, der braucht keines anzumelden.

@ CHIROTRACTOR

Ist so eine Selbstdehnung des Rückens ohne Arzt nicht gefährlich, wenn man dabei zuviel oder in die falsche Richtung dehnt?

Geschrieben

@CP: Häufige Frage. Nein. Da der Anwender die Bewegung komplett selbst steuert und langsam ausführt besteht keine Gefahr. Die Bewegung an sich ist ähnlich der bei einem Tennis Top Spin oder einem Golfschlag. Ein ungeübter Therapeut kann da mehr kaputt machen. Es gibt ähnliche Yoga-Übungen, aber hier geht das Knie nicht unter die Bodenebene. Das ist aber notwendig für eine effektive Dehnung der LWS. Man mit etwas Übung auch ohne das CT-L Rückengerät eine Selbstmobilisation der LWS durchführen, das funktioniert aber nur bei schlanken und gedehnten Patienten gut. Die meisten haben solche Muskelverkürzungen, dass sie sich nicht ohne Fremdhilfe oder den Hebel des Rückengerätes effektiv deblockieren und dehnen können. Mein Youtube-Kanal ist sehr interessant, weil dort diese und ähnliche Fragen von mir beantwortet werden. Die Chiropraktiker, Physio- und Chirotherapeuten hassen mich, weil sie um ihre Souverenität fürchten. Und ganz unrecht haben sie nicht. Diese Funktionsstörungen (Gelenkblockierungen der LWS und Iliosqkralgelenk) lassen sich mit dem CT-L einfach im Fitness-Studio alleine lösen. Bei knappen Kassen im Gesundheitssystem sehe ich gute Chancen für mein neues Rückengerät.

Anzeige eBay
Geschrieben
Geschrieben

Hallo ...,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben

@CP: Es gibt in de manuellen Medizin bei Gelenkblockierungen imm eine freie (schmerzfreie) und eine gesperrte (schmerzhafte) Bewegungsrichtung. Sollte versehntlich zuerst in die gesperrte Richtung bewegt werden (also bei Schmerzen), so wird die Übung abgebrochen und in die andere Seite ausgeführt. Anschließend wird dije Übung auf beiden Seiten noch einmal wiederholt um weitere " Begleitblockierungen" zu lösen. Es wird bereits mit Erfolg in einigen Physiotherapiepraxen und Fitness-Studios (z.B. Kieser Kassel) eingesetzt.

Allgemein ist der Weg von der Idee bis zum wirtschaftlichen Erfolg recht mühsam. Meinen Hauptjob zu kündigen wäre daher finanzieller Selbstmord.

Geschrieben

Kurzer Zwischenstand bei mir...

ich bin weiter dran eine Lösung zu finden.

Ich bin nach wie vor von der Idee überzeugt und stehe hier mit einem anderen CP'ler in Kontakt.

Vielleicht wird aus der Story ja was. Made by Carpassion. Naja, fast :)

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