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Schweizer Supermärkte boykottieren Wiesenhof


JoeFerrari

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Geschrieben

Das Wiesenhof Tierquälerei vorgeworfen wird ist ja keine sonderlich neue Anschuldigung.

Ein befreundeter Landwirt von uns betreibt zusätzlich zu seinem normalen Betrieb (Land-, Forst-, Viehwirtschaft) auch eine Aufzuchtanlage in der er Hühner für Wiesenhof großzieht. Er bekommt die Küken, mästet sie und verkauft sie nach einiger Zeit wieder zurück an Wiesenhof. Ich war schon einige Male bei ihm auf dem Hof, auch im Aufzuchtgebäude. Es ist wahnsinn, wie viele Hühner da rumlaufen (ca. 50.000) - dennoch gibt man sich Mühe die Tiere einigermaßen liebevoll zu behandeln. Sie können frei herumlaufen, bekommen ordentliches Futter und der "Stall" wird regelmäßig gereinigt. Er hat sich schon des öfteren darüber beklagt, dass andere Aufzuchtbetriebe einen weitaus größeren Gewinn mit dem Wiesenhofgeschäft machen, da sie einfach weniger in gutes Futter und tiergerechte Unterbringung investieren - hier besteht sicherlich seitens Wiesenhof Nachbesserungsbedarf was die Kontrollen der Mastbetriebe angeht. Es würde aber sicherlich auch helfen, wenn man den Aufzuchtbetrieben etwas mehr Gewinn zugestehen würde. Die Aufzuchtbetriebe zahlen 30 Cent pro Küken und verkaufen wieder für 90 Cent pro gemästetem Huhn - eine Gewinnspanne von maximal 60 Cent pro Huhn (abzüglich aller "Ausschuss-Hühner, die nicht den Wiesenhofkriterien entsprechen, da zu klein, zu leicht, etc...). Als Aufzuchtbetrieb lässt sich da nur schwer überhaupt noch Geld machen. Benannter befreundeter Landwirt macht mittlerweile den meisten Gewinn mit den 4 Äckern auf denen er mit ordentlicher Staatssubvention ein großes Solarfeld errichtet hat X-).

Andererseits ist Wiesenhof hier auch nur ein Sklave des Marktes, sprich der Kundennachfrage - solange ein Großteil der Veraucher eben bei Aldi 8 Chicken-Wings für 1,99 haben möchte, solange wird eine wirklich tierliebe Aufzucht auch nicht möglich, bzw. unwirtschaftlich sein.

Ich kaufe auch meist beim lokalen Metzger, schon wegen der Qualität. Allerdings zahlt man hier auch das zwei- bis vierfache im Vergleich zum Discounter. Ich habe aber auch schon festgestellt, dass Steaks von Aldi und co. in der Pfanne oder auf dem Grill fast um die Hälfte zusammenschrumpfen. Das ist beim Fleisch vom Metzger nicht der Fall - zumindest nicht so heftig.

Geschrieben

Andererseits ist Wiesenhof hier auch nur ein Sklave des Marktes, sprich der Kundennachfrage - solange ein Großteil der Veraucher eben bei Aldi 8 Chicken-Wings für 1,99 haben möchte, solange wird eine wirklich tierliebe Aufzucht auch nicht möglich, bzw. unwirtschaftlich sein.

In der Tat, wobei es da eben um mehrere Aspekte geht. Das eine ist die Frage, welche Art des Umgangs mit Tieren man für seine Ernährung noch akzeptiert. Das andere ist die Frage nach der Qualität. Zum einen die der Inhaltsstoffe (Futter, Medikamente, Hygiene), zum anderen die es Geschmacks.

Betrachten wir es mal andersherum: Ich zahle für einen Hahn irgendwas zwischen 10 und 12 Euro, direkt vom Betrieb. Das ist nicht teuer, sondern günstig.

Warum? Weil das ein Vogel von 2-2,5kg Gewicht ist, der etwas Zeit hatte, Gewicht zuzulegen, mit dem man locker folgendes macht:

- 1x Hauptgericht für 2 Personen, Fleisch von 2 Keulen, ggf. dazu 2 Flügel bei viel Hunger

- 2x Hauptgericht für 2 Personen, je Fleisch von 1 Brust (die sind richtig groß)

- Aus der Karkasse und dem Hals 2-3l intensive Hühnerbrühe, das reicht für eine ganze Woche

- 1x kleine Abendmahlzeit für 2 Personen aus dem Restfleisch (fischt man nach den ersten 2-3 Stunden aus der Brühe, das ist bei so einem Vogel gar nicht wenig).

Aber 90% der Verbraucher wüsste nichtmal wie man einen Hahn zerlegt, oder wie man eine Brühe kocht (außer natürlich aus dem Suppenwürfel). Da gibt es Leute, die halten sich für gebildet und könnten sich nicht einmal selbst ernähren wenn man ihnen die Rohnahrungsmittel hinstellt. Die sagen, ihnen fehlt die Zeit, können aber stundenlang über die Fernsehinhalte der letzten Woche referieren. Das ist die Baustelle, an die man ran muss, da fehlt inzwischen 2-3 Generationen Grundlagenwissen.

  • 3 Monate später...
Geschrieben

Es ist immer das gleiche...und jedes mal ist es etwas anderes.

Selbiges ist bei der Milch, solange die Leute bei Aldi Liedl etc. für einen Liter Milch weniger bezahl als für Wasser, kann doch etwas nicht Stimmen.

Ich boykottiere so etwas schon Lange, egal ob Milch oder Fleisch& Wurst, Eier, Käse etc.

Bei mir gibt es halt nur 2-3 mal die Woche Fleisch, dafür ein Rinderfilet aus Österreich, vom befreundeten Metzger, der die Kühe beim Vor und Zunahmen kennt... ;)

Klar das 200 g Steak kostet dan mal 12-15 € im EK, ich kenne Leute die 1/10 meines Budgets zur Verfügung haben und jeden Tag Fleisch essen, wer für eine 4 köpfige Familie zum Abendessen Fleisch kauft, so das jeder satt wird und aber nur 4.-€ bezahlt, der kann doch nicht ernsthaft glauben das er dafür was vernünftiges bekommt....

Nicht umsonst wird beispielsweise Milch für Bayerische Molkereien aus Tschechien angekart, ob wohl im umkreis von 10 km um die Molkereien genug Milchviehbetriebe existieren die mehr als genug Rohmilch liefern könnten.

Seltsame Auswüchse nimmt das an, aber solange der "dumme" verbrauche "im guten Glauben" oder aus Ignoranz kauft wird sich daran nichts ändern....

Mir persönlich wäre es peinlich meiner Familie,Freunden, Gästen etc.

solch einen Schrott vorzusetzen... Essen sollte man mit Genuß, und dazu gehören nunmal auch hochwertige Zutaten, allein aus Geschmacksgründen!!!

Gruß

mdw95

Gast Peter_Pan_
Geschrieben

Ich will 's mal so formulieren:

So lange es Menschen gibt, die trotz einer geregelten Arbeit nicht genug Geld verdienen, beim Landhandel zu kaufen, wird es das Problem weiterhin geben.

Man kann für sich entscheiden, das "Spiel" nicht mehr mit zu machen, man ändert aber dadurch das System nicht.

Die ethische Betrachtungsweise bei der Lebensmittelproduktion und dem Verzehr der selben endet im allgemeinen am Geldbeutel; das ist leider so.

Geschrieben

...passend für unser Forum der bekannte Spruch: "Die Deutschen geben ihr Geld für gute Autos aus, die Franzosen für gutes Essen." Das bringt vieles auf den Punkt: nirgends in Europa wird anteilig am Einkommen so wenig für Essen ausgegeben wie in Deutschland. Und das heißt nicht, daß Deutsche deswegen wenig essen. X-)

Neben der Tierquälerei beunruhigen mich da mindestens ebenso sehr die Auswirkungen auf den Menschen - wenn schon im Grundwasser Antibiotika-Rückstände festgestellt werden, die nachweislich aus der Massentierhaltung stammen...

Geschrieben

Das mag sein, die Anzahl der Menschen mit sehr gehobenem Jahreseinkommen, die trotzdem darauf bestehen ihr Schweinefleisch für 2,80 Euro das Kilo im Sonderangebot zu kaufen ist nicht gerade klein. Ich kenne etliche die so ticken, die empfinden das als clevere Schnäppchenjägerei "weisst Du, ich bin halt ein "Smart Shopper". Ich habe dafür ehrlich gesagt nur Verachtung übrig.

Auch die Grunderkenntnis daß Fleisch keine Sättigungsbeilage ist, hat sich noch nicht herumgesprochen.

Einmal abgesehen davon ist - wie ich weiter oben vor längerer Zeit schonmal gesagt habe - auch einfach fehlendes Wissen und fehlende Fähigkeiten im Spiel. Es ist einfach Unsinn daß die Fertiggerichte, die man bei jedem Supermarktbesuch stapelweise im Einkaufswagen liegen sieht billig sind.

Es ist klar: eine vollständige Ernährung mit Biokost auf Mindestlohnniveau wird sehr, sehr schwierig. Es gibt aber auch noch was dazwischen, und man muss auch sagen, daß selbst bei reiner Biokost locker ein Faktor 3 zwischen "ich kaufe was ich grad mag" und "ich kaufe was saisonal sinnvoll und günstig ist".

Bedauerlicherweise konzentrieren sich die Dutzende Kochsendungen nicht darauf zu zeigen wie man mit einfachen Mitteln gutes Essen produziert. Aber was will man auch erwarten, wenn die Vorreiter der Kochkunst dann anschließend mit ihrem Konterfei für Tütensuppen werben?

Neben der Tierquälerei beunruhigen mich da mindestens ebenso sehr die Auswirkungen auf den Menschen - wenn schon im Grundwasser Antibiotika-Rückstände festgestellt werden, die nachweislich aus der Massentierhaltung stammen...

Hmm, und ich glaube auch nicht mehr an den Weihnachtsmann, was die Allergieprobleme in Industrieländern angeht. Da geht's dann gleich weiter zur Billigstproduktion von Kleidung und Konsumwaren - ach lassen wir das lieber, es ist zu deprimierend.

Mein Eindruck ist daß die meisten Menschen in Industrieländern kein Gefühl mehr für Dinge wie Nahrungsmittelanbau-, Zubereitung und Produktion von Dingen im Allgemeinen haben. Da geht einfach keine Warnlampe im Kopf mehr an - das Gefühl für Herstellungskosten ist einfach weg.

Geschrieben
Schweizer Supermärkte boykottieren Wiesenhof

Das finde ich gut. Sollten die deutschen Supermärkte auch machen, aber die Chancen dafür sind äusserst gering.

Boykottieren die Schweizer Supermärkte Wiesenhof immer noch ?

Wiesenhof ist ja nicht der Einzige Anbieter von Geflügel aus fieser Extrem-Massentierhaltung. Aber Wiesenhof hat immer in der Werbung den Eindruck von glücklichen Hühnern aus vorbildlicher Freilandhaltung erweckt.

P

PS: Weihnachten hatten wir eine Gans aus oberbayerischer tierschutzgerechter Haltung. Hoffentlich waren diese Angaben nicht auch gelogen...

Anzeige eBay
Geschrieben
Geschrieben

Hallo JoeFerrari,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Gast Peter_Pan_
Geschrieben
Das mag sein, die Anzahl der Menschen mit sehr gehobenem Jahreseinkommen, die trotzdem darauf bestehen ihr Schweinefleisch für 2,80 Euro das Kilo im Sonderangebot zu kaufen ist nicht gerade klein. Ich kenne etliche die so ticken, die empfinden das als clevere Schnäppchenjägerei "weisst Du, ich bin halt ein "Smart Shopper". Ich habe dafür ehrlich gesagt nur Verachtung übrig.

Nanana.... da schießt aber jemand kräftig übers Ziel hinaus.

Was soll den der arme Hund von Bauer aus Afrika von Dir sagen, wenn Du deine UND seíne Ressource für einen Sonntagsausflug mal eben so durch den Auspuff jagst?

Mal nicht so heftig von oben herab kommentieren wäre sicherlich besser.

Geschrieben
Nanana.... da schießt aber jemand kräftig übers Ziel hinaus.

Was soll den der arme Hund von Bauer aus Afrika von Dir sagen, wenn Du deine UND seíne Ressource für einen Sonntagsausflug mal eben so durch den Auspuff jagst?

Mal nicht so heftig von oben herab kommentieren wäre sicherlich besser.

Ich habe da keine Silbe zurückzunehmen. Wer sich intelligent findet, weil er - obwohl er es finanziell nicht einmal merkt - Lebensmittel kauft, von denen er eigentlich weiß daß sie unter unglaublichen Bedingungen produziert werden, und das nur weil es so schön ist Schnäppchen zu machen, sorry, da fehlt mir jedes Verständnis. Ich habe Verständnis für Leute, welche die Zusammenhänge nicht kenne. Ich habe Verständnis für Leute, definitiv zu wenig Geld verdienen und sich gerademal so durchschlagen. Ich habe aber kein Verständnis für z.B. - einen hochintelligenten Manager mit sechsstelligem Einkommen, der allen Ernstes obiges Verhalten an den Tag legt. Ich habe zig solche Leute im Bekannten-, und Kundenkreis. So zu handeln ist noch eins, dann auch noch stolz darauf zu sein ist einfach grotesk.

Was den Bauer aus Afrika angeht verstehe ich Deinen Punkt nicht.

Nebenbei bemerkt: die in Deutschland verkauften Lebensmittel werden bis auf ein paar Exotika nicht in Afrika produziert, und zwar deshalb nicht, weil das dem deutschen Konsumenten zu teuer wäre. Die EU-Subventionen machen es möglich. Wenn Dir der Bauer in Afrika am Herzen liegt, sei bereit mehr für Nahrungsmittel zu bezahlen und arbeite mit daran, die EU-Subventionen für die Landwirtschaft zu ändern. Dann kann der afrikanische Bauer nämlich wenigstens für seine Landsleute wirtschaftlich produzieren anstatt mit EU-Produkten geflutet zu werden.

Gast Peter_Pan_
Geschrieben

Du hast es nicht verstanden; macht aber auch nichts.......

Geschrieben
Ich habe da keine Silbe zurückzunehmen. Wer sich intelligent findet, weil er - obwohl er es finanziell nicht einmal merkt - Lebensmittel kauft, von denen er eigentlich weiß daß sie unter unglaublichen Bedingungen produziert werden, und das nur weil es so schön ist Schnäppchen zu machen, sorry, da fehlt mir jedes Verständnis. Ich habe Verständnis für Leute, welche die Zusammenhänge nicht kenne. Ich habe Verständnis für Leute, definitiv zu wenig Geld verdienen und sich gerademal so durchschlagen. Ich habe aber kein Verständnis für z.B. - einen hochintelligenten Manager mit sechsstelligem Einkommen, der allen Ernstes obiges Verhalten an den Tag legt. Ich habe zig solche Leute im Bekannten-, und Kundenkreis. So zu handeln ist noch eins, dann auch noch stolz darauf zu sein ist einfach grotesk.

Was den Bauer aus Afrika angeht verstehe ich Deinen Punkt nicht.

Nebenbei bemerkt: die in Deutschland verkauften Lebensmittel werden bis auf ein paar Exotika nicht in Afrika produziert, und zwar deshalb nicht, weil das dem deutschen Konsumenten zu teuer wäre. Die EU-Subventionen machen es möglich. Wenn Dir der Bauer in Afrika am Herzen liegt, sei bereit mehr für Nahrungsmittel zu bezahlen und arbeite mit daran, die EU-Subventionen für die Landwirtschaft zu ändern. Dann kann der afrikanische Bauer nämlich wenigstens für seine Landsleute wirtschaftlich produzieren anstatt mit EU-Produkten geflutet zu werden.

Es ging darum, daß wir mit unseren Schlurren, bei der Sonntagsausfahrt soviel Co2 und andere Formen der Umweltbelastung generieren, die es einem hier beispielhaft genannten afrikanischen Bauern, nicht möglich macht, seine Familie zu ernähren oder seine Waren zu adäquaten Preisen zu verkaufen und auch noch unter den Umweltbelastungen leiden muß.

Und was ein von Dir angesprochener Manager macht, ist doch seine Sache, amc. Wenn Du für Dich entschieden hast, Dein Kaufverhalten hinsichtlich des Hühnerfleisches zu ändern, ist doch alles tutti.

Wir karren aktuellen Hunderte von Tonnen Schnee, Kunstschnee und Crasheis aus Bremerhaven in Obersdorf zusammen, nur damit ein Biathlon-Weltcup durchgeführt werden kann - ist das noch ökologisch vertretbar?

Und wer geht gegen die nicht artgerechte Haltung von Tieren in deutschen Wohnungen vor?

Was ist mit der völligen Überfischung der Meere? Ja, zugegeben, so eine kleine Scholle oder ein kleiner Hering sehen nicht so süß und niedlich aus, wie die Hühner. Die Sachlage ist aber identisch!

Am Ende des Tages sind bei uns täglich 80.000.000 Menschen zu ernähren. Und das sich im Zuge der Veränderung der gesamten lebensgewohnheiten auch die Eßgewohnheiten verändert haben, ist nun mal Fakt. Heute wird eben mehr Fleisch gegessen, als noch vor 20 oder 30 Jahren. Soll das jetzt den Menschen verboten werden?

Der "Otto-Normalverbraucher" gibt eben mehr für das Vollsynthetiköl als für das Olivenöl am Herd aus. Ohne Frage diskussionswürdig aber nur schwer änderbar......

Adios

Geschrieben
Ich habe da keine Silbe zurückzunehmen. Wer sich intelligent findet, weil er - obwohl er es finanziell nicht einmal merkt - Lebensmittel kauft, von denen er eigentlich weiß daß sie unter unglaublichen Bedingungen produziert werden, und das nur weil es so schön ist Schnäppchen zu machen, sorry, da fehlt mir jedes Verständnis. Ich habe Verständnis für Leute, welche die Zusammenhänge nicht kenne. Ich habe Verständnis für Leute, definitiv zu wenig Geld verdienen und sich gerademal so durchschlagen. Ich habe aber kein Verständnis für z.B. - einen hochintelligenten Manager mit sechsstelligem Einkommen, der allen Ernstes obiges Verhalten an den Tag legt. Ich habe zig solche Leute im Bekannten-, und Kundenkreis. So zu handeln ist noch eins, dann auch noch stolz darauf zu sein ist einfach grotesk.

Was den Bauer aus Afrika angeht verstehe ich Deinen Punkt nicht.

Nebenbei bemerkt: die in Deutschland verkauften Lebensmittel werden bis auf ein paar Exotika nicht in Afrika produziert, und zwar deshalb nicht, weil das dem deutschen Konsumenten zu teuer wäre. Die EU-Subventionen machen es möglich. Wenn Dir der Bauer in Afrika am Herzen liegt, sei bereit mehr für Nahrungsmittel zu bezahlen und arbeite mit daran, die EU-Subventionen für die Landwirtschaft zu ändern. Dann kann der afrikanische Bauer nämlich wenigstens für seine Landsleute wirtschaftlich produzieren anstatt mit EU-Produkten geflutet zu werden.

Kann man so unterschreiben!

Geschrieben

Alle haben ja irgendwie recht. Hier steht auch immer die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen vs. dem Allgemeinwohl (inkl. der Natur als solcher).

Bis wohin kann oder soll jeder einzelne entscheiden, was er für sinnvoll und vertretbar hält und wo müssen mal wieder die achso unbeliebten, zentralen Institutionen (auf welcher Ebene auch immer) her ... ?

Mir geht es da genauso... Ich liebe Urlaub in der Natur, nutze aber auch das Flugzeug oder nehme eine weite Anreise per Auto in Kauf um dorthin zu kommen... Ökologisch vertretbar?

Bei Lebensmitteln hat man zumindest bei manchen Produkten per Kauf oder Nichtkauk die Möglichkeit minimal mit darüber zu entscheiden in welche Richtung der Trend geht.

Im übrigen kenne ich Menschen, die trotz verhältnismässig geringen Einkommens, viel wert auf eine gesunde und ökologische Lebensweise legen und dafür natürlich auch einen weit größeren Anteil Ihres Einkommens ausgeben wie der Durchschnittsbürger.

Geschrieben
Es ging darum, daß wir mit unseren Schlurren, bei der Sonntagsausfahrt soviel Co2 und andere Formen der Umweltbelastung generieren, die es einem hier beispielhaft genannten afrikanischen Bauern, nicht möglich macht, seine Familie zu ernähren oder seine Waren zu adäquaten Preisen zu verkaufen und auch noch unter den Umweltbelastungen leiden muß.

Ich verstehe den Inhalt, den Zusammenhang aber immer noch nicht. "Es ging darum, daß wir mit unseren Schlurren, bei der Sonntagsausfahrt soviel Co2 und andere Formen der Umweltbelastung generieren" - einverstanden. "es einem hier beispielhaft genannten afrikanischen Bauern, nicht möglich macht, seine Familie zu ernähren oder seine Waren zu adäquaten Preisen zu verkaufen" auch einverstanden. Nur hat das mit der Sonntagsausfahrt nichts zu tun, sondern vor allem mit Wettbewerbsverzerrungen durch den EU Protektionismus bzgl. Nahrungsmitteln.

Im übrigen finde ich es ziemlich wenig sinnvoll auf einzelne CO2-Produktionen zu schauen. Der eine fährt fünfmal im Jahr ein Rennen, der andere fliegt zweimal im Jahr nach Mallorca. Relevant ist doch nur das gesamte CO2-Budget das eine Person verballert. Da spielt eine Menge rein - der Wochenendausflug ist da aber noch das geringste Problem.

.. weitere Punkte sowie: ..

Am Ende des Tages sind bei uns täglich 80.000.000 Menschen zu ernähren. Und das sich im Zuge der Veränderung der gesamten lebensgewohnheiten auch die Eßgewohnheiten verändert haben, ist nun mal Fakt. Heute wird eben mehr Fleisch gegessen, als noch vor 20 oder 30 Jahren. Soll das jetzt den Menschen verboten werden?

Es ging nicht darum die Welt zu retten. Es ging beim dem Stichwort "Verachtung" um die Bigotterie mit der sich eine Menge Leute über Nahrungsmittelskandale echauffieren obwohl sie selbst - wissentlich - mit ihrem Kaufverhalten diese herbeiführen. Und eine Spielart davon ist eben auch der wohlhabende selbsternannte "Smart Shopper".

Gast Peter_Pan_
Geschrieben

Tja, so zimmert sich jeder seine subjektive Wirklichkeit zurecht.

Immer so, das nur die anderen im schlechten Lichte stehen.

Ist es z.B. weniger "verachtenswert", wenn 20% der Weltbevölkerung 80% der Ressourcen verschwendet,

und die damit einhergehenden sich verschlechternden Lebensbedingungen vieler Millionen Menschen hin nimmt?

Was ich meinte, war diese zur Schau getragene Überheblichkeit anderen gegenüber, bei gleichzeitiger Ignoranz der eignen Fehlleistung.

Man kann das hin nehmen, man kann dagegen opponieren, man kann handeln, oder es auch lassen.

Man kann aber doch nicht hingehen, und jemandem, der bei ALDI und Co einkauft, "verachtenswertes Verhalten" vorwerfen, nur weil er gut verdient.

Wie gesagt, das ist weit über das Ziel hinaus geschossen.

Geschrieben

Die EU Agrarsubventionen werden auch nicht beendet wenn ich meinen Einkaufswagen anders fülle.

Allgemein bekannt ist, dass die afrikanische Landwirtschaft unter den EU Importen leidet.

Solange diese massiv subentioniert sind, hat der heimische Landwirt null Chancen im Wettbewerb.

Dass afrikanische Gesetze diese EU Importe dann trotzdem reinlassen, ist selbstzerstörerisch und nur dadurch zu erklären, dass jemand vor Ort genau davon profitiert. :oops:

Geschrieben

Ich kaufe nur hochwertige Lebensmittel da sie Geschmacklich einfach besser sind, so gesehen also auch nur reiner Egoismus.

Und ja, uns geht es nur so gut weil es anderen schlecht geht, aber ich möchte nicht auf meine Lebenssituation verzichten.

Mir sagte mal ein guter Bekannter:

"Die größte Kunst des Menschen ist es sichnicht selbst zu belügen"

Recht hat er.

Gast Peter_Pan_
Geschrieben
Die EU Agrarsubventionen werden auch nicht beendet wenn ich meinen Einkaufswagen anders fülle.

Allgemein bekannt ist, dass die afrikanische Landwirtschaft unter den EU Importen leidet.

Solange diese massiv subentioniert sind, hat der heimische Landwirt null Chancen im Wettbewerb.

Dass afrikanische Gesetze diese EU Importe dann trotzdem reinlassen, ist selbstzerstörerisch und nur dadurch zu erklären, dass jemand vor Ort genau davon profitiert. :oops:

Genau das ist das allergrößte Problem.

Es sind auch die durch und durch korrupten Regierungen, welche ihre eigenen Landsleute bis aufs Blut auspressen.

Du kannst hier so engagiert sein, wie du willst; der Löwenanteil aller Hilfen und Gewinne geht in die Taschen ganz weniger.

Das sollte man bei allem lamentieren über unser "ungescheites" Europa auch nicht vergessen.

Heute Mittag gab es Lothringer Pastete aus dem Supermarkt. Ich fühl' mich gerade ganz schlecht......

Geschrieben

Zunächst finde ich es gut, dass die schweizer Handelsketten jetzt sogar tierschutzkonform denken und handeln.

Vor gut 25 Jahren wurde in diesen Märkten immerhin noch munter Tschernobyl Gemüse für den menschlichen Verzehr verkauft, das bei uns quasi als radioaktiver Abfall behandelt worden ist.

Was die Hähnchen betrifft:

haehn.jpg

Entspricht wertmässig circa:

1,7 liter Superbenzin oder

230 gramm Markenschokolade oder

500 gramm besserer Nudelsorte oder oder oder

Wer kann so blauäugig sein und geht davon aus, dass er ein liebevoll aufgezogenes Lebewesen bekommt, das auf grünen Auen seinem Leben frönte bis es sanft geschlachtet, ausgenommen, gelagert und verkauft wurde? :???:

Geschrieben

Viele Leute sind so blauäugig. Die interpretieren aus dem Namen "Landjunker" sowie Handelsklasse A und vielleicht noch ein paar Pseudo-Gütesiegel, das es sich um was Gutes handelt. Optisch besteht kaum Unterschied zu tatsächlich besserer Ware.

Natürlich denken die sich die Sache schön, bewusst oder unbewusst. Aber eine Vielzahl der Leute sind halt recht einfach gestrickt und denken nicht weiter nach bzw. können das vielleicht auch nicht.

Wenn auf so einem Hähnchen draufstehen müsste, wie die Viecher tatsächlich gehalten wurden, sähe das Ganze schon anders aus.

P

Geschrieben

Das Problem ist, dass man gute Qualität nicht so leicht erkennen kann. Daher argumentieren die Leute oftmals mit "das kann dir bei teureren Produkten auch passieren".

Gab da ja so einige Geschichten, dass teurere Bioprodukte nicht besser, manchmal sogar schlechter waren als günstigere Produkte, oftmals auch noch falsch beschrieben. Oder bei Stiftung Warentest etc. kommt häufig raus, dass teuere Produkte nicht immer die besseren sind, oft sind Mittelklasse-Produkte besser. Es kommt drauf an und demotiviert bei der Preisbewertung.

Geschrieben

Ich wiederhole mich - am besten ist es, gar kein Fleisch zu essen. Damit wären im Nu sämtliche Probleme gelöst.

Gruß,

Markus

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