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9/11: 10 Jahre nach dem Fall einer moralischen Grenze


Gast

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Geschrieben

Wie vermutlich viele von Euch weiß ich noch sehr genau, wo und wie ich die ersten Bilder am 11.September 2001 gesehen habe - oder besser wie mich diese getroffen haben.

Unfaßbare kriminelle Energie, brutalstes Vorgehen ließen mich minutenlang mit offenem Mund ungläubig vor dem Fernseher verharren.

Ich habe die schlimmen Bilder immer und immer wieder gesehen, ohne daß eine Art "Abstumpfung" eingetreten ist. Ich hatte das Gefühl, daß hier eine unbeschriebene Grenze überschritten wurde.

Mehrfach habe ich Ground Zero besucht, für mich ein magischer Ort, an dem ( zuletzt 2008 ) wenig an die Tragödie erinnert, die dort stattgefunden hat.

Einzig ein kleines, privat finanziertes Museum, in dem neben einigen Flugzeugtrümmerteilen und Feuerwehruniformen Fotos von allen Opfern zu sehen sind, macht die Ereignisse ein wenig fassbarer.

Im Garten einer nahegelegenen Kapelle, die beim Einsturz der Türme wie durch ein Wunder unbeschädigt blieb und zu einer Art Versorgungszentrum für die Hilfskräfte wurde, hängt eine Glocke, die nach jedem Terroranschlag geläutet wird.

Ich wünsche mir, daß sie auf immer verstummt.

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Geschrieben
Wie vermutlich viele von Euch weiß ich noch sehr genau, wo und wie ich die ersten Bilder am 11.September 2001 gesehen habe - oder besser wie mich diese getroffen haben.

Unfaßbare kriminelle Energie, brutalstes Vorgehen ließen mich minutenlang mit offenem Mund ungläubig vor dem Fernseher verharren.

Ich habe die schlimmen Bilder immer und immer wieder gesehen, ohne daß eine Art "Abstumpfung" eingetreten ist. Ich hatte das Gefühl, daß hier eine unbeschriebene Grenze überschritten wurde.

Bei allem Respekt vor deinen Gefühlen, finde ich die obige Aussage merkwürdig vor dem Hintergrund der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Da gab es etliche "Ereignisse", bei denen jeweils Hunderttausende bis Millionen Menschen ermordet wurden.

Die "Grenze", so es dann eine gibt, wurde schon lange überschritten.

Ob China (Kulturrevolutuion), Russland (Oktoberrevolution), Europa (Holocaust!), Afrika; dahinter verschwindet "9/11" leider schon in der Bedeutungslosigkeit.

Auch am Leid Angolas, Äthiopiens, Eritreas; den Abschlachtungen in Ruanda (Huthu/Tutzi) schert sich offenbar kein Mensch mehr.

Wo ist denn der empörte Aufschrei im Namen der Millionen Toten?

"9/11" wäre leider schon lange unter dem Mantel des Vergessens verschwunden, wenn man es nicht politisch brauchte.

Ich hätte jetzt noch sehr viel zu schreiben, aber dann wird es zu politisch, und das ist nicht so gut.

Geschrieben

Ich weiß, daß Menschen zu sehr vielem fähig sind. Auch mit der Geschichte des 20sten Jahrhunderts bin ich einigermaßen vertraut. Ein wenig schade finde ich es, daß Du meine Gefühle merkwürdig findest. Aber egal. Bestimmt kannst Du einen Teil dessen, was ich geschrieben habe, nachvollziehen.

Geschrieben
Ich weiß, daß Menschen zu sehr vielem fähig sind. Auch mit der Geschichte des 20sten Jahrhunderts bin ich einigermaßen vertraut. Ein wenig schade finde ich es, daß Du meine Gefühle merkwürdig findest. Aber egal. Bestimmt kannst Du einen Teil dessen, was ich geschrieben habe, nachvollziehen.

Ich finde deine Gefühle doch nicht merkwürdig; ich wundere mich nur generell darüber, dass die wirklich großen Gräuel der Weltgeschichte unter "9/11" regelrecht verblassen.

Ich empfinde das, was dort in NYC geschehen ist auch als schrecklich.

Aber noch schrecklicher finde ich es, daß dieses Attentat herhalten muss als Vorwand, um politischen Einfluss mit Gewalt durchzusetzen.

So, nun aber genug meinerseits dazu.

Geschrieben
Ich finde deine Gefühle doch nicht merkwürdig; ich wundere mich nur generell darüber, dass die wirklich großen Gräuel der Weltgeschichte unter "9/11" regelrecht verblassen.

.

Nun ja, da kann ich nur sagen willkommen im Medienzeitalter.

Wer hat schon die Möglichkeit gehabt so etwas wie den 11.09.2001 live und in Farbe auf allen Kanälen und in unzähligen Perspektiven zu sehen? Das ist einfach mit den von Dir geschilderten (selbstverständlich absolut verwerflichen) anderen Greultaten so nicht da gewesen und vergleichbar. Selbst der abgebrühte Fernsehzuschauer, der beim täglichen Nachrichtenüberblick über verhungernde spindeldüre und vom Tod gezeichnete Kinder in Somalia hinwegschaut, hat hier wohl damals inne gehalten. Hier ist das einst höchste Gebäude in einer der größten Städte der Welt angegriffen worden. Das ist selbst im Zeitalter von Hollywood mit seinen fast unbegrenzten Möglichkeiten für die Menschen einfach so noch nie da gewesen (und kommt so hoffentlich auch nie wieder) Und mit verlaub ich denke, es ist nicht dei Anzahl der Todesopfer, die man vergleichen muß um die Tragweite eines Ereignisses zu bemessen.

Hinzu kommt, dass die immer presenten Verschwörungstheorien dem traurigen Ereignis eine ganz besondere Tiefe geben.

Geschrieben

Das was 9/11 passiert ist, ist grade für die USA eine Nationale Tragödie da sie auf ihrem eigenen Staatsgebiet angegriffen wurden, das ist nach Pearl Harbor das zweite mal und diesmal nicht im Sinne eines eigentlichen Krieges sondern für einen Großteil der Bevölkerung aus dem Nichts.

Man kann 9/11 denke ich nicht mit der Schoah, der Kulturrevolution oder Stalins Herrschaft vergleichen. Hier ging es jedes mal von dem Staat oder der politischen Gewalt des jewalligen Staates aus.

Bei den Anschlägen des 11.Septembers hat sich nun eine Gruppe von Menschen die einen Hass auf die westliche Welt haben weil diese in ihren Augen ungläubige sind.

Der ganzen Welt hat es die Augen geöffnet über die Bedrohung von fundamentalistischen Bewegungen. In diesem Fall über islamistische die so leider den Islam in ein völlig falsches Licht rücken.

Die USA hat der 11.September in eine große Krise gestürzt die bis heute anhält z.B. Durch die enorme Staatsverschuldung durch die Kriege die im Namen von Gott gegen den durch Gott inspirierten Terror geführt werden.

Geschrieben
Nun ja, da kann ich nur sagen willkommen im Medienzeitalter.

Wer hat schon die Möglichkeit gehabt so etwas wie den 11.09.2001 live und in Farbe auf allen Kanälen und in unzähligen Perspektiven zu sehen? Das ist einfach mit den von Dir geschilderten (selbstverständlich absolut verwerflichen) anderen Greultaten so nicht da gewesen und vergleichbar. Selbst der abgebrühte Fernsehzuschauer, der beim täglichen Nachrichtenüberblick über verhungernde spindeldüre und vom Tod gezeichnete Kinder in Somalia hinwegschaut, hat hier wohl damals inne gehalten.

Ich hab' das damals auch alles live am Bildschirm verfolgt; den Tag wird wohl keiner von uns vergessen.

Und die ersten Tage danach, mit vermuteten Opferzahlen im fünfstelligen Bereich, war das Ereignis auch übermächtig präsent.

Aber irgendwann muß doch die Ratio wieder die Oberhand gewinnen, und spätestens dann kann man das ganze in etwa einordnen.

Und einordnen heisst für mich in diesem Zusammenhang, daß man das geschehene mit anderen Ereignissen vergleicht und vielleicht auch daran misst.

Das sorgt zumindest dafür, dass auch die Geschichte ein wenig lebendig bleibt.

Geschrieben

Das Besondere am 11. September ist selbstverständlich nicht, wieviele Leute dabei zu Tode gekommen sind, sonst wäre es in der Tat kein so nachhaltiges Ereignis.

Das Besondere daran ist, dass dieses Ausmaß der Gewalt nicht von einem Staatsgebilde bzw. einer Regierung oder einer bestimmten Volksgruppe, sondern von einer terroristischen Vereinigung ausging. Und das war in der Tat eine neue Qualität des Terrorismus. Dementsprechend auch die Reaktionen.

Und dementsprechend auch die komplette Veränderung der Bewertung von Bedrohungspotentialen in den diversen Staaten.

Dazu kommt noch die Opferbereitschaft der Täter, die sie unberechenbar macht. Bei der RAF konnte man ja noch davon ausgehen, dass die zwar andere erschossen, aber selber am Leben bleiben wollten. Oder beim sogenannten Ost/West-Gleichgewicht des Schreckens, dass schon keiner so blöd sein wird, Atomraketen abzufeuern, weil er dann unverzüglich selber vernichtet wird.

Aber bei einem Typus von terroristischen Tätern, denen alles egal und das eigene Leben nichts wert ist, sind ganz andere Strategien und Vorkehrungen erforderlich.

Gruß,

Markus

Geschrieben

Ach was Markus, es spielt keine Rolle, welchen Namen das Kind hat.

Ob die Nazis mit ihrem Terrorregime die V1 nach London gejagt haben, oder ob andere Flugzeuge ins WTC haben stürzen lassen.

Es gab im Falle von 9/11 nur das "Problem", daß man nicht wusste, an wem man "Vergeltung" (ich nenne das Rache) üben sollte.

Man musst sich erst einmal einen Staat suchen, den man zum Sündenbock machen konnte.

Tja, und in Ermangelung eines greifbaren Gegners hat dann der Irak herhalten müssen (3. Golfkrieg).

Und erst als der nachweislich nichts damit zu tun hatte, hat man sich dann intensiv nach Afghanistan gewandt.

Und der Witz an der ganzen Geschichte ist , dass sowohl das Regime im Irak ein Gezücht der USA waren, als auch die Al Qaida.

Letztere setzten sich aus von den USA angeworbenen und bezahlten "Legionären" zusammen, welche ursprünglich in Afghanistan gegen die ehemalige UDSSR eingesetzt wurden.

Da hatte auch Bin Laden seine Wurzeln.

Wenn man das alles auf sich wirken lässt, dann erscheint 9/11 in etwas anderem Lichte.

Was aber die Trauer um die schuldlosen Opfer nicht lindert.

Und wenn Du von "Qualität des Terrors" sprichst, dann frage mal Menschen, die im WK II in London gelebt haben, oder in großen deutschen Städten.

Die Geschichten dieser Menschen lassen dich erschaudern.

Geschrieben

Anscheinend hast Du nicht vestanden, was ich geschrieben habe.

Na ja, macht nichts, andere sind vielleicht eher dazu in der Lage.

Gruß,

Markus

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Geschrieben
Geschrieben

Hallo Gast,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben

Politische Themen etc.

Dazu lächerliche Vergleiche zu WW2. Man sollte mal ältere Familienangehörige dazu fragen, die am eigenen Leib die Nazi-Sch*** miterlebt haben.

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