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Lehrer werden...


Felix

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Geschrieben
Wie kommst Du darauf, dass Lehrer ein stressfreier Beruf ist? :)

Ich meine mit stressfrei, dass es ein sehr planungssicherer Beruf ist – Du wirst nicht plötzlich deinen größten Kunden verlieren; du hast keine plötzliche Verschiebung der Deadline; es gibt keine plötzlichen Lieferschwierigkeiten; es kann keine Produktionsfehler geben; du musst keine Überstunden machen, weil der Kunde auf einmal einen Änderungswunsch hat; (das waren Beispiele aus meinem Arbeitsumfeld – ich hoffe, du verstehst, was ich damit meine)

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Geschrieben

Ich habe meinen Ausbildungsberuf sehr gemocht, die Arbeit mit den tollen Wagen , und teils sehr interessanten Kunden hat mir stets irre viel Spass gemacht. Gerade auch das erklären, zeigen, überzeugen von oft komplizieren Ausstattungen fand ich immer als große und befriedigende Aufgabe. Also erklärt mal einem kurz angebundenen 55 jährigen Geschäftsführer in 3 Sätzen die Vorteile einer "Distronic" und warum er dafür 2500€ Aufpreis zahlen sollte. Und zwar so, dass er es nicht als besserwisseres Aufschwatzen von Austattungsoptionen versteht, sondern als kleine informative Lehrstunde in Sachen moderner Automobiltechnik.

Ich glaube hier gibt es im Vertrieb (in meinem Falle Autoverkäufer) und dem Job als Leherer durchaus Parallelen. Ob du jetzt Produkte verkaufst oder Bildung, du wirst immer besser damit fahren wenn du dein/deine Gegenüber überzeugen kannst.

Kommen wir mal zu den Schattenseiten des Vertriebs und warum ich froh bin, eine Alternative dazu gefunden zu haben. Kunden wollen meist nichts zahlen, klar Geld ist knapp und somit dreht sich es oft alles nur um den Preis. Hinzu kommt das von oben immer mächtig Druck gemacht wird wenn die Zahlen nicht stimmen. Da man ja meist im Provisionsgeschäft arbeitet muss man ja auch an sein Einkommen denken und ist leider oft gezwungen eigentlich nette Kunden zu verarschen. So wird oft nicht im Sinne des Kunden Beraten, sondern eher im Eigenen. Abverkaufsprämien usw. mache es dem Verkäufer auch schmackhaft. Wenn man ein guter und erfolgreicher Verkäufer (mein Anspruch) sein will, muss man Kunden leider oft belügen und künstlich unter Druck setzen: "Ich hab da noch einen anderen Interessenten für den Wagen" mal als Beispiel um den Verkaufsabschluss zu beschleunigen. Man bekommt also permanent Stress von unten (Kunde der nichts zahlen will, schon gar nicht die Dienstleistung des Verkäufers) und von oben (Geschäftsleitung die eigentlich nie zufrieden mit den den Zahlen ist). Zudem kommen manchmal äussere Faktoren wie ne Kriese oder komische Modellpolitik des Herstellers wo mal selbst als bester, kompetentester, freundlichster Verkäufer der Welt dumm drein schaut, die Kunden ganz einfach weg bleiben und man sich die Füße platt steht und nur noch (eher übel gelaunt) auf Feierabend warten kann. Fragt mal euren BMW Verkäufer wie er es findet, das er seinen Kunden jetzt einen 5er GT "schönreden" soll :cry:

Es geht ganz schnell, dass man dabei resigniert und irgendwann einfach nur noch an die eigene Kohle/Provision denkt und einem die Kunden relativ egal werden.

Soviel zu den "Schattenseiten" eines eigentlichem Traumjobs vieler junger Leute, Automobilkaufmann bei einer geilen Marke. Im ebenfalls hoch angesehen Ausbildungsberuf des Bankkaufmanns ist die Situation und Perspektive wohl ähnlich geworden. So berichten mir zumindest BWL-Studenten die aus einer Banklehre kommen.

Ich persönlich hab recht schnell nach der Ausbildung entschieden, das ich sowas nicht den Rest meines Lebens machen will, so kam ich zum Studium in Wirtschaft.

Ich finde es als angehender Berufsschullehrer (Wirtschaft/Englisch) sehr wichtig das man diese Berufserfahrungen (es gibt auch sehr gute, ich hatte ne tolle Zeit da bei Mercedes) kennt und seine Kunden/Schüler darauf hinweisen kann. Um ein richtig guter und glaubwürdiger Lehrer zu werden (das ist mein Anspruch) halte ich es für sehr wichtig, auch mal in einem echten Job die Schattenseiten kennen zu lernen, und das es dabei einem auch sehr dreckig gehen kann. Ein Problem vieler Lehrer bzw. Lehramtsstudenten ist, das sie die "echte Berufswelt" mit all ihren Vor- und Nachteilen nicht kennen. Sie kommen oft mit 19 aus dem Abi direkt ins Studium. Dies führt oft zu großen Problemen und resultiert nicht selten in den hier genannten "schlechten" Lehrern. Leider kann man extrem negative Erfahrungen wie Angst um den Job oder Arbeitslosigkeit im Studium nicht vermitteln. Obwohl ein bisschen "Realität" vielen Lehrern sicher gut tuen würde. Meine Freundin hat fast 10 Jahre im recht anspruchsvollen Handwerk (Zahntechnik, Implantologie, Frontzahn Ästhetik) für einen Hungerlohn gearbeitet (~1000€ netto). Ich kann ja nur für uns sprechen, aber wir beide sind echt dankbar das für im Lehramt studieren "dürfen" und somit für uns und zukünftige Familie eine echte Perspektive gefunden haben. Trotz, oder gerade weil die Situation im Handel (bei mir) oder im Handwerk (bei ihr) teils echt schlimm ist.

Geschrieben
Ich kenne nicht wenige Akademiker in anderen Bereichen, die wären froh, wenn sie so ein Gehalt hätten.

Dem kann ich nur beipflichten. Selbst wenn es brutto "wenig" scheint, aber die geringeren Sozialabgaben machen da beim netto schon viel aus.

Geschrieben

Ja, z.B. Beihilfe zur Krankenkasse und ziemlich gute Pensionsansprüche usw.

Viele denken ja gar nicht darüber nach, dass ein Freiberufler (ich z.B.) alles selbst bezahlen muss, auch die Altersvorsorge.

Die sagen dann, oh wie toll, 10.000 Euro im Monat (jetzt einfach mal einen Betrag genannt), ohne zu berücksichtigen, wieviel davon alleine schon an Fixkosten abgeht.

Gruß,

Markus

Geschrieben

Jaja.... so ist das mit Künstlern.

Die verwechseln oftmals nicht nutto mit bretto, sondern auch noch Umsatz mit Gewinn. :wink:

Geschrieben
Ich meine mit stressfrei, dass es ein sehr planungssicherer Beruf ist – Du wirst nicht plötzlich deinen größten Kunden verlieren; du hast keine plötzliche Verschiebung der Deadline; es gibt keine plötzlichen Lieferschwierigkeiten; es kann keine Produktionsfehler geben; du musst keine Überstunden machen, weil der Kunde auf einmal einen Änderungswunsch hat; (das waren Beispiele aus meinem Arbeitsumfeld – ich hoffe, du verstehst, was ich damit meine)

Ohoh, dann schau einmal etwas genauer hin:

1. Es gibt keinen Beruf in dem Mehr vorzeitig aufhören müssen wegen seelischer Probleme!

2. Du verlierst jährlich deine "liebgewonnene" Klasse!O:-)

3. Deine Schüler schieben dich gegebenenfalls direkt über die "Deadline" (in Berlin Kreuzberg oder Marzahn jedenfalls)

4. Du hast jede Menge Produktionsfehler vor dir herumstehen (unerzogen, aufsässig, blöd, hyperintelligent, Cindy aus Marzahn, unmotiviert...)

5. Auch ein Lehrer macht Überstunden, bei Krankheit der Kollegen z.B. völlig unvermittelt.

...

Der Tread ist im Übrigen einmal wieder echt interessant.

Zu Felix: Geschichte die nachdenklich macht...mein Tipp, horch in dich, ob Lehrer dein Beruf ist, das ist definitiv das Wichtigste.

Dann, und nur dann kannst du sehr, sehr viel Spaß und Erfüllung aus diesem Beruf schöpfen.

2 Beispiele:

Meine Frau ist Grundschullehrerin (3 & 4 Klasse) mit Leib und Seele und zieht sehr viel aus ihrer Tätigkeit, ja sicher auch einmal Negatives (A....lö..er gibt es überall), aber das Positive überwiegt bei Weitem. Und ja, ich würde sagen sie arbeitet eher mehr als ich. Andrerseits lässt es sich aber sehr gut vereinen mit Familie und Beruf. Sie ist zur gleichen Zeit weg wie die Kids (und ich hab meine RuheO:-)), hat die gleichen Ferien, und damit Zeit genug für die familiär / sozialen Aufgaben.

Einen sehr guten Freund (Berufsschullehrer) von mir haben wir kürzlich zu Grabe getragen (tragischer Unfall). So viele (Hunderte) heulende Kids hab ich noch nie gesehen. Er war extrem beliebt, aber auch streng, und er war einfach der Typ Lehrer (sah auch noch irgendwie so aus). Für ihn gabs keine Alternative, er war dafür geboren!

Geschrieben
5. Auch ein Lehrer macht Überstunden, bei Krankheit der Kollegen z.B. völlig unvermittelt.

Sorry, aber wenn der Lehrer nicht da, fällt der Unterricht aus :???:

In welcher Welt lebst Du denn????

Erst wenn sich längere Abwesenheit eines Lehrers einstellt, wird der Direktor für Ersatz sorgen. Plötzliche und spontane Krankheit endet immer in Unterrichtsausfall.

Geschrieben

Ich weiß nicht, wie es im Allgemeinen gehandhabt wird, aber bei uns war das nicht so. War ein Lehrer verhindert, gab es durchaus oft eine Vertretungsstunde.

Gruß,

Markus

Geschrieben
Ich weiß nicht, wie es im Allgemeinen gehandhabt wird, aber bei uns war das nicht so. War ein Lehrer verhindert, gab es durchaus oft eine Vertretungsstunde.

Gruß,

Markus

Nennen wir es nicht Vertretungsstunde sondern eine Stunde wo jemand aufpasst das keiner was anstellt.....denn mit dem Stoff wird in solch einer Stunde nicht weiter gemacht.

Und zum Thema, das ist eben immer eine Einstellungssache wie der Lehrer drauf ist ob er viel oder wenig Freizeit hat. Das Problem ist doch das man einen Lehrer nicht wegen schlechter Leistung feuern kann.

- Wen Interessiert es ob seine Unterrichtsvorlagen 20 Jahre alt sind (

- Wen Interessiert es ob eine Klassenarbeit nach 2 Tagen oder 2 Wochen zurückgegeben wir.

- Wen Interessiert es ob der ganze Stoff im Schuljahr durchgenommen wird oder nur 3/4

Klar gibt es viele gute Lehrer, aber eben auch viele die nicht gut sind. Wenn man von einem Lehrer ins Gesicht gesagt bekommt man ist zu blöd Mathematik zu verstehen, sollte man dem Lehrer eigentlich antworten das er zu blöd ist es verständlich zu erklären....

Geschrieben
Ich weiß nicht, wie es im Allgemeinen gehandhabt wird, aber bei uns war das nicht so. War ein Lehrer verhindert, gab es durchaus oft eine Vertretungsstunde.

Gruß,

Markus

Das waren noch andere Zeiten, wir sind ja auch noch Samstags zur Schule gegangen :D

_____________________

Ich hab mal den Link für eine Statistik der Kultusministerkonferenz (KMK) eingefügt. Unter Punkt 3.2 ist die Schüler-Lehrer-Relation abgebildet.

Daraus ist ersichtlich, daß in Gymnasien weniger als 18 Kinder auf einen Lehrer kommen.

Link: PDF-File, 890KB groß

Nun mein Umkehrschluß: in der Klasse meiner Tochter (6. Klasse) und in den Parallelklassen sind immer mehr als 27 Kinder, Spitzenreiter sind 30 Kinder.

Daraus folgt, daß mindestens 1/3 der gesamten Lehrerschaft für den Unterricht nicht zur Verfügung steht!!!

Bei meinem Sohn (2. Klasse) ist dies nicht anders. Den Eltern wird bei Unterrichtsausfall gebetsmühlenartig erklärt, man habe keinen Ersatz, es gibt keine freien Planstellen, etc. etc.

Mir geht bei diesem Thema das Messer in der Tasche auf :evil:

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Geschrieben
Geschrieben

Hallo Felix,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben
Das waren noch andere Zeiten, wir sind ja auch noch Samstags zur Schule gegangen :D

Stimmt, und das fand ich sehr gut.

Lieber samstags morgens zur Schule als auch noch die ganzen Nachmittage da rumzusitzen.

Das mit dem freien Wochenende wurde meiner Meinung nach nur eingeführt, um die Wochenendplanung der Eltern zu erleichtern.

Ich finde, es wird zuviel Rücksicht auf die Eltern genommen. Ich habe oft den Eindruck, die Schule ist für viele ein Dienstleister, der dafür zu sorgen hat, dass man möglichst sein Berufs- und Privatleben so weiterleben kann wie ohne schulpflichtige Kinder und ohne groß über Erziehung nachdenken zu müssen. Morgens abgeben, abends abholen und dann bitte das freie Wochenende für die Familienausflüge.

Gruß,

Markus

Geschrieben
Und zum Thema, das ist eben immer eine Einstellungssache wie der Lehrer drauf ist ob er viel oder wenig Freizeit hat. Das Problem ist doch das man einen Lehrer nicht wegen schlechter Leistung feuern kann.

- Wen Interessiert es ob seine Unterrichtsvorlagen 20 Jahre alt sind (

- Wen Interessiert es ob eine Klassenarbeit nach 2 Tagen oder 2 Wochen zurückgegeben wir.

- Wen Interessiert es ob der ganze Stoff im Schuljahr durchgenommen wird oder nur 3/4

Was du hier ansprichst ist wohl ein Hauptproblem. Man müste hier eine Form von Leistungsprinzip einführen. Ist ja auch frustrierend für gute Lehrer, die dann im Endeffekt nur einen feuchten Händedruck des Direktors erwarten dürfen.

Zu Klassenarbeiten nach 2 Tagen oder 2 Wochen. Ich hatte ein paar Lehrer die haben es in 2 Tagen geschafft, bei anderen wäre ich froh gewesen, wenn es mal annähernd 2 Wochen gewesen wären. Ging schon eher in 6 - 8 Wochen.

Geschrieben
Ging schon eher in 6 - 8 Wochen.

Glaube ich eher nicht, denn dann war in der Regel schon die nächste Klassenarbeit fällig. Zwei Wochen kam aber schon mal vor - bei den ganz langsamen, also eher die Ausnahme.

Gruß,

Markus

Geschrieben
Glaube ich eher nicht, denn dann war in der Regel schon die nächste Klassenarbeit fällig. Zwei Wochen kam aber schon mal vor - bei den ganz langsamen, also eher die Ausnahme.

Gruß,

Markus

Montags wurde die alte Klausur zurück gegeben und Freitags die nächste geschrieben.

Edit: 2 Wochen waren die Regel bei den "normalen" Lehrern, länger war eher die Regel.

Geschrieben

Oh, da hätte bei uns der Direktor aber Rabatz gemacht (das war mein Vater). :wink:

Zwei Wochen war wirklich das äußerste, manche Klausuren kamen schon nach 2 oder 3 Tagen zurück.

Gruß,

Markus

Geschrieben

War bei uns auch wie assmann es beschreibt, stellenweise mussten die Schüler auf die Ergebnisse drängen!:-o

Gruss, Andreas

Geschrieben
Nun mein Umkehrschluß: in der Klasse meiner Tochter (6. Klasse) und in den Parallelklassen sind immer mehr als 27 Kinder, Spitzenreiter sind 30 Kinder.

Daraus folgt, daß mindestens 1/3 der gesamten Lehrerschaft für den Unterricht nicht zur Verfügung steht!!!

Das ist übrigens auch das Problem schlechthin was hier im deutschen Bildungssystem falsch läuft und warum der Karren auch so schnell nicht aus dem Dreck kommt.

Die Politiker malen sich in ihren Statistiken die Realität schön damit nix geändert werden muss.

Ich hatte im Abitur unter anderem den Leistungskurs Englisch. Wir waren 33 Schüler im Kurs. :lol:

Ich habe bis heute großen Respekt vor der Lehrerin, denn die war zwar relativ streng (obwohl erst 36), hat aber immer eine gewissen Effekt aufgebaut der die meisten zur Mitarbeit annimiert hat. Und das ist bei so Sachen wie "Shakespears Macbeth" garnicht so einfach.

Wenn ich jetzt die Statistik sehe, von angeblich 18 Schülern / Lehrer auf Gymnasien muss ich ehrlich gesagt laut lachen. Ich kenne kein einziges Gymnasium mit derartigen Zahlen, außer vielleicht teure Privatschulen. :wink:

Ein weiterer Punkt ist die komplett hirnlose Devise des Bundes, die Bildung als Ländersache zu deklarieren. Ein Beispiel:

Ich komme aus NRW, habe hier mein ganz normales Abitur gemacht. Das bestand aus 2 Leistungskursen, einem dritten Fach (schriftlich) und einem vierten Fach (mündlich). Soweit so gut.

Meine Freundin kommt aus Heidelberg und hatte in ihrem Abitur 5 (!) Leistungskurse, wobei Mathe, Englisch und Deutsch auf jeden Fall auch als solches gewählt werden musste.

Und da soll mir eine Bildungspolitikerin nochmal was vom sogenannten Zentralabitur erzählen. Der würde ich dann am liebsten ins Gesicht schlagen. 8) Wie oft haben wir damals als ich noch politisch aktiv war die Schulministerin gefragt ob sie nicht mal bei uns an die Schule kommen möchte um sich mit in den Englischkurs zu stellen (Stühle gabs ja keine mehr)? Kam immer keine Antwort zurück.

Ein weiterer (sehr witziger Punkt) ist die Verkürzung der Schulzeit von 13 auf 12 Jahre. Mein Bruder ist genau in dem Jahrgang der da als erstes durch muss. Es ist so, dass dann auf einmal zwei Jahrgänge Abitur machen als wie sonst üblich einer. Damit stürmen auch doppelt soviele Abiturienten auf die Hochschulen, was dazu führen wird dass viele keinen Studienplatz bekommen. Denn nur weil doppelt so viele Abi machen haben die Unis ja nicht doppelt so viele Plätze.

Am Ausbildungsmarkt verhält es sich genauso.

Bitte entschuldigt meinen Rumdumschlag gegen das System, aber das passt doch irgendwo hier rein. O:-)

Ich bin sehr für eine Ganztagsschule (zumindest ab Klasse 5). Das Problem, dass Kinder nach Hause kommen um dann vor dem Fernseher zu sitzen weil beide Elternteile arbeiten hätte man damit bekämpft.

Man kann betreut seine Hausaufgaben machen, umsonst (oder gegen kleine Kosten) etwas zusammen essen, Sport machen und danach wenn Feierabend ist nach Hause gehen.

Ich verstehe die Bedenken der konservativ denkenden, aber meiner Meinung nach ist das die einzige Lösung die auf Dauer funktionieren kann. Vor allem wenn immer mehr Haushalte Doppeleinkommen haben müssen um über die Runden zu kommen.

Und bitte bedenkt mal:

Unter allen Probleme die ich oben genannt habe sind die Lehrer das kleinste Rad im System. Die müssen die Vorgaben irgendwie durchsetzen und unter diesen Bedingungen arbeiten.

Ich respektiere das.

Geschrieben

Stimmt nicht ganz. In Baden-Württemberg wurde das System der Leistungskurse abgeschafft. Die nennen das "Profilfächer" oder so ähnlich mit entsprechend weniger Wochenstunden. Unter dem Strich ist es wohl immer noch eine größere Arbeitsbelastung, aber die Gegenüberstellung 5 LK zu 2 LK in anderen Bundesländern, die ein doppeltes Arbeitspensum suggeriert, ist irreführend.

Gruß,

Markus

Geschrieben
Stimmt nicht ganz. In Baden-Württemberg wurde das System der Leistungskurse abgeschafft. Die nennen das "Profilfächer" oder so ähnlich mit entsprechend weniger Wochenstunden. Unter dem Strich ist es wohl immer noch eine größere Arbeitsbelastung, aber die Gegenüberstellung 5 LK zu 2 LK in anderen Bundesländern, die ein doppeltes Arbeitspensum suggeriert, ist irreführend.

"Schriftliche Prüfungsfächer sind: Kernkompetenzfach Mathematik, Kernkompetenzfach Deutsch, Kernkompetenzfach Fremdsprache, Profilfach oder Neigungsfach.

Die Prüfungszeit in den schriftlichen Fächern beträgt je nach Fach vier bis fünfeinhalb Stunden."

Die Prüfungszeit entspricht genau dem LK in NRW, Umfang und Anspruch auch. :wink2:

Geschrieben

Je mehr Prüfungszeit, desto besser.

Ich rede ja auch nicht von der Prüfungszeit, sondern von den Wochenstunden.

Davon abgesehen machen die von Dir genannten vier Prüfungsfächer in NRW nur ein Drittel der Abiturbenotung aus. Wenn ich mich richtig entsinne, maximal 300 von maximal 900 Punkten.

Es gingen ja auch schon Vor-Klausuren und Noten aus 12 und 13 in die Bewertung ein. Im Prinzip also auch "Prüfungsklausuren".

Aber letztlich spielt es keine Rolle, in welchem System man lernt. Man muss immer das beste daraus machen, und ohne eigene Anstrengungen geht gar nichts. Natürlich ist es immer bequem, für das eigene Versagen andere bzw. das System verantwortlich zu machen. Besser ist es aber meines Erachtens, sich die Zeit zu sparen, groß rumzumosern und herumzukritteln und sich in der Zeit lieber auf den Hosenboden zu setzen und zu lernen.

Für meine Begriffe gelten unverändert die zeitlosen deutschen Sprichwörter "Ohne Fleiß kein Preis", "Von nichts kommt nichts" und "Lehrjahre sind keine Herrenjahre".

Gruß,

Markus

Geschrieben

Für meine Begriffe gelten unverändert die zeitlosen deutschen Sprichwörter "Ohne Fleiß kein Preis", "Von nichts kommt nichts" und "Lehrjahre sind keine Herrenjahre".

In Berlin wurde gerade die Hauptschule abgeschafft, damit solche Schwachmaten auch die Chance auf Abitur haben!

Geschrieben
Natürlich ist es immer bequem, für das eigene Versagen andere bzw. das System verantwortlich zu machen. Besser ist es aber meines Erachtens, sich die Zeit zu sparen, groß rumzumosern und herumzukritteln und sich in der Zeit lieber auf den Hosenboden zu setzen und zu lernen.

Für meine Begriffe gelten unverändert die zeitlosen deutschen Sprichwörter "Ohne Fleiß kein Preis", "Von nichts kommt nichts" und "Lehrjahre sind keine Herrenjahre".

Hast Du jetzt schön gesagt, aber gelinge gesagt bringen uns diese Floskeln nicht weiter. 8)

Als ich mich bei einem größeren Unternehmen für ein duales Studium beworben habe wurde ich zum Test eingeladen und habe den bestanden.

Als mir abgesagt wurde erfolgte das mit der Begründung: "Tut uns Leid, ihr Testergebniss war gut, allerdings wir nehmen lieber den Bewerber aus Ba-Wü, weil dort das Abizeugniss besser aussieht."

Und jetzt ist auch gut, ich habe in meinem Beitrag vorhin meinen Unmut geäußert. Du hast jetzt (wie immer) das letzte Wort.

In Berlin wurde gerade die Hauptschule abgeschafft, damit solche Schwachmaten auch die Chance auf Abitur haben!

Ich kann es nicht fassen! :-(((°

Bevor man sich mal zusammensetzt um die Probleme der Hauptschulen in den Griff zu bekommen schafft man diese lieber ab und verteilt die Schüler auf andere Schulen wo sie dann das Niveau heruntersetzen.

Ich muss gleich wirklich kotzen

Geschrieben

Bevor man sich mal zusammensetzt um die Probleme der Hauptschulen in den Griff zu bekommen schafft man diese lieber ab und verteilt die Schüler auf andere Schulen wo sie dann das Niveau heruntersetzen.

Ich muss gleich wirklich kotzen

Ich würde mal die vorsichtige Behauptung aufstellen, dass sie nicht das Niveau heruntersetzen, sondern von davon profitieren und sich anpassen.

Es gibt mehr als genug Studien, die beweisen, dass der Schulabschluss nicht auf die Intelligenz eines Schülers schließen lässt, was bedeutet, dass viele Hauptschüler das Potential zu einem besseren Abschluss haben. Auch ist nachgewiesen, dass in Deutschland die Wahl der weiterführenden Schule nicht von den Fähigkeiten des Schülers, sondern von dessen sozialem Status abhängig ist: die Iglu-Studie hat nachgewiesen, dass Kinder aus sozial unterschiedlichen »Schichten« bei gleicher Leistung unterschiedliche Schulempfehlungen bekommen. Das heisst konkret: während das Kind aus sozial schwachem Hause auf die Hauptschule geschickt wird, kann das Akademikerkind auf die Realschule kommen. Die genauen Zahlen hierzu sind erschreckend.

Von daher würde ich nicht pauschal über Hauptschüler urteilen, sondern eher die Chance sehen, aus ein paar unqualifizierten Schülern ordentliche Berufsanwärter zu machen.

Geschrieben
Ich würde mal die vorsichtige Behauptung aufstellen, dass sie nicht das Niveau heruntersetzen, sondern von davon profitieren und sich anpassen.

Es gibt mehr als genug Studien, die beweisen, dass der Schulabschluss nicht auf die Intelligenz eines Schülers schließen lässt, was bedeutet, dass viele Hauptschüler das Potential zu einem besseren Abschluss haben. Auch ist nachgewiesen, dass in Deutschland die Wahl der weiterführenden Schule nicht von den Fähigkeiten des Schülers, sondern von dessen sozialem Status abhängig ist: die Iglu-Studie hat nachgewiesen, dass Kinder aus sozial unterschiedlichen »Schichten« bei gleicher Leistung unterschiedliche Schulempfehlungen bekommen. Das heisst konkret: während das Kind aus sozial schwachem Hause auf die Hauptschule geschickt wird, kann das Akademikerkind auf die Realschule kommen. Die genauen Zahlen hierzu sind erschreckend.

Von daher würde ich nicht pauschal über Hauptschüler urteilen, sondern eher die Chance sehen, aus ein paar unqualifizierten Schülern ordentliche Berufsanwärter zu machen.

Ah richtig. Wie das tolle Experiment in dem schwache Schüler immer neben starke Schüler gesetzt wurden und das Niveau runtergezogen haben. Diese sog. Integrationsklassen oder wie das genannt wurde...war ein großer Erfolg was man so gelesen hat.

Geschrieben
Ah richtig. Wie das tolle Experiment in dem schwache Schüler immer neben starke Schüler gesetzt wurden und das Niveau runtergezogen haben. Diese sog. Integrationsklassen oder wie das genannt wurde...war ein großer Erfolg was man so gelesen hat.

Edit: egal

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