Jump to content
EUROPAS GROßE
SPORTWAGEN COMMUNITY

Lehrer werden...


Felix

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

...ist aktuell gar nicht so verkehrt. Warum ich mich als gelernter Automobil-Kaufmann und Absolvent (Bachelor Wirtschaftswissenschaften) nach Umwegen dafür entschieden habe, können wir im weiteren Verlauf gerne besprechen. Es gibt aktuell (auf Grund des Mangels) auch viele Möglichkeiten für Seiteneinsteiger. Da bin ich ganz gut im Thema und gerne bereit mein Wissen zu teilen. Zunächst aber mal ein paar harte Fakten:

Vorraussetzungen:

Abitur bzw. allgemeine Hochschulreife. Ohne wird´s leider nichts mit Staatsexamen und der Beamtung im höheren Dienst.

Dauer:

Regelstudienzeit sind 9 Semester (Lehramt Gymnasium, Gesamtschule bzw. Berufskolleg). Also 4,5 Jahre, plus 2 Jahre Referendariat. Macht ca. 6,5 Jahre bevor das erste richtige Gehalt kommt.

Kosten des Studiums:

41.080,50 €

Eine ziemlich abstrakte Zahl :wink: Je nach Uni/Bundesland kann das etwas anders sein, aber hier in NRW gibt es einen Semesterbeitrag (206,50 €) und Studiengebühren (500 €) die jedes Semester (also 9 mal) fällig werden. Zudem geht das Studentenwerk bzw. BaföG-Amt aktuell von Lebenshaltungskosten von 643 € pro Monat aus. Also für Miete, Lebensmittel usw. Ist man z.B. Vollweise bekommt man diese 643€. Für Eltern evtl. ganz interessant, entscheidet sich der Nachwuchs für ein Studium, entstehen Unterhaltspflichten in gleicher Höhe. Zusammen mit den Gebühren macht das in 9 Semestern obige Summe.

Gehälter:

Hat man nun viel Geld und Zeit ins Studium investiert, möchte man ja auch mal was verdienen bzw. die (BaföG)Schulden zurück zahlen. Nach den 4,5 Jahren Studium kommt man erstmal 2 Jahre ins Referendariat. Da wartet viel Arbeit und etwa 1000€ netto. Kein Problem, da man im Studium ja gelernt hat mit sehr wenig Kohle über die Runden zu kommen :wink:

Bekommt man danach eine feste Stelle, so wird man an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs mit "A13" besoldet.

Für einen jungen Lehrer (ledig, keine Kinder) heisst das ca. 2500€ (netto).

Dies kann sich durch Dienstjahre, Familienstand und Aufgaben steigen. Für einen Berufsschullehrer (35 Jahre, verheiratet, ein Kind) sind 3500€ (netto) realistisch.

Rente, bzw. Pension beträgt 70% des letzten Gehalts.

____________________

Da ich mein Studium größtenteils selbst finanziere, muss ich jetzt leider erstmal Schluss machen und zum Nebenjob. Ich hoffe ihr findet den Beitrag informativ bzw. hilfreich.

Gruß,

Felix

Jetzt registrieren, um Themenwerbung zu deaktivieren »
  • Antworten 110
  • Erstellt
  • Letzte Antwort
Geschrieben

Betrifft nicht dich und ich will dich damit auch nicht provozieren. Ist wirklich komplett wertfrei um das vorwegzunehmen.

Meine Mutter ist Oberstudienrätin (glaub ich) am Gymnasium und beschwert sich derzeit, dass lauter unfähige Leute in den Beamtenstatus gehoben werden weil es zu wenig Lehrer gibt. Da kommen wohl Leute in den Job die das nichtmal annähernd können und früher garnicht genommen worden wären.

Was natürlich andererseits bedeutet, dass man es derzeit echt einfach hat. Ob das in 6 Jahren noch so ist, ist fraglich. Ist ja immer so...es gibt einen Run auf Studienplätze und es tritt eine Sättigung ein (mit Ausnahmen z.B: Ingenieur)

Ich habe ein Problem mit dem Studium. Wenn ich richtig informiert bin, weiß man erst nach 4 Jahren ob man den Job überhaupt machen kann. Wieviele Trutschen die nicht mit Menschen umgehen können werden denn Lehrer und werden dann nach Strich und Faden von den Schülern platt gemacht bis sie komplett durchdrehen. Leute die sich nicht durchsetzen, die keine Autorität haben und ausstrahlen und einfach unfähig sind merken das erst nach 4 Jahren und hören dann verständlicherweise nicht mehr auf.

Wir hatten so einen Lehrer der nicht klar kam. Hat vorher bei einem Chemiekonzern gearbeitet und umgeschult. Und wurde nach Strich und Faden platt gemacht...der Typ ist mittlerweile ein menschliches Wrack mit um die 40 und dreht wohl regelmässig durch (als ich den hatte ging das erst los...mittlerweile ist der wohl am Ende). Und Schüler sind gnadenlos und merken sehr schnell wie Lehrer drauf sind. Ist der Lehrer cool hat er ein leichtes Leben. Ist er das nicht und kann sich auch nicht mit purer Autorität durchsetzen dann ist er ein Opfer...

In der Nachbarklasse ist eine Lehrerin mit überdimensional großen Füßen aus dem Fenster gesprungen (1. Stock) während des Unterrichts. War eine alte Hexe und die Schüler haben sich einen Spaß daraus gemacht und im Klassenzimmer immer leise "Bigfoot" gerufen. War sie dann hinten im Zimmer kam das Geräusch von vorne...irgendwann ist die durchgeknallt und hat sich das Bein gebrochen. Arbeitet jetzt wieder...

Um es nochmal zu sagen. Geht nicht gegen dich, man kann das ja nicht jedem Lehramtstudenten vorwerfen (es gibt sicher jede Menge gute). Aber wenn es schonmal einen Thread gibt...

Man sollte nur wissen, wie es als Lehrer auch werden kann. Und das war alles am Gynmasium. Realschule ist wohl auch noch ok, aber Hauptschullehrer will ich nicht sein.

Geschrieben

Lehrer werden heißt aber auch sehr unflexibel werden.

Ich würde eher so weitermachen wie bisher (z. B. einen Master in BWL/VWL/Wirtschaftsrecht oder sowas) und dann mal als Seiteneinsteiger probieren was zu finden. So hälst du dir mehr Türen offen und wirst auch nur dann Lehrer, wenn dir das "Lehrer sein" liegt.

Als "richtiger" Lehrer auf Lehramt bist du in der Wirtschaft nicht so gefragt, vermute ich mal.

Geschrieben

Wie kann man nur auf so eine Idee kommen... :crazy:

Alle Lehrer, die ich jemals hatte, hatten irgendwie einen an der Klatsche. Die Zukunft wird für diesen Berufsstand nicht besser, da die Möglichkeiten sich durchzusetzen immer mehr schwinden. Die Aufstiegschancen auch finanzieller Art sind sehr endlich, als Wiwi-Bachelor solltest Du in anderen Bereichen mehr werden können.

Geschrieben
Wie kann man nur auf so eine Idee kommen... :crazy:

Alle Lehrer, die ich jemals hatte, hatten irgendwie einen an der Klatsche. Die Zukunft wird für diesen Berufsstand nicht besser, da die Möglichkeiten sich durchzusetzen immer mehr schwinden. Die Aufstiegschancen auch finanzieller Art sind sehr endlich, als Wiwi-Bachelor solltest Du in anderen Bereichen mehr werden können.

:-))!:-))!:-))!

Geschrieben

Eventuell wirkt die Sicherheit als Beamter in solchen Zeiten verlockend. Ich sehe es nicht als Sicherheit sondern eher als Ketten die mich fesseln...

Geschrieben

Alle Lehrer, die ich jemals hatte, hatten irgendwie einen an der Klatsche.

Da gibt es einen Spruch:

Ein Lehrer hat vormittags Recht und nachmittags frei.

Den Spruch schienen einige meine Lehrer als Leitsatz genommen zu haben und es war teilweise echt der Horror.

Aus Sicht des Lehrers ist natürlich alles perfekt.

Geschrieben

Wer den Spruch zum Leitsatz nimmt gehört sofort rausgeworfen was ja leider aufgrund des Beamtenstatus nicht geht...

Hatte auch so ein paar Kandidaten die mit 0 Arbeitsaufwand, Vorbereitungen von vor 20 Jahren etc. Unterricht gehalten haben bzw. eher die Schüler Aufgaben haben rechnen lassen in denen teilweise noch DM Beträge auf dem Zettel standen...

Man kann aber nicht alle Lehrer verteufeln. Hatte ein paar sehr gute die das wirklich gut gemacht haben und sowas wird von Schülern dann natürlich auch gewürdigt. Die scharfen Hunde respektiert man als Schüler nicht, man hat nur Angst. Und die die es nicht können und auch keine scharfen Hunde sind enden als Psychische Wracks.

Geschrieben

Ähm... habe ich vielleicht irgendwas verpasst, oder warum haben plötzlich "alle Lehrer einen an der Klatsche"?

Warum ist die Idee Lehrer zu werden so verwerflich?

Kann man mir das nochmal sachlich erklären? Und der Grund doch in die Wirtschaft zu gehen weil man da evtl. mehr Geld bekommt oder die Tatsache, dass "alle Lehrer die nicht bissig sind als psychisches Wrack enden" zählt da jetzt nicht. Das ist nämlich großer Käse.

Ich bin gerade sehr erstaunt wie hier über einen Kamm gescheert wird, vielleicht hatten einige einfach nur zu schlechte Noten um die sehr gute Arbeit vieler Lehrer in Deutschland zu schätzen?

Geschrieben

Es gibt in jedem Berufsstand schwarze Schafe.

In der Privatwirtschaft sind die aber ruckzuck weg, wohingegen im öffentl. Dienst erst mal der Diebstahl von goldenen Löffeln nachgewiesen werden muss, bevor man Nieten los wird.

Über die Lehrer meiner Kinder kann ich im allgemeinen nur Gutes berichten.

Bis auf einen Fall einer "Pädagogin", welche nicht nur meiner Meinung nach die Faulheit in Person war.

In den Ferien in Urlaub, dazwischen meistens krank. Lediglich bei einer Klassenfahrt nach München eine kleine Zwischenerholung mit anschließender neuer Krankheit.

In einem Schuljahr sage und schreibe nur 15 Tage im Schuldienst anwesend.

Und solches asoziales Pack, das sich auf dem Rücken der Allgemeinheit einen schönen Lenz macht, müssen Schulen auch durch schleppen.

Damit ruiniert mant den Ruf eines ganzen Berufsstandes.

Das man aber nicht nur "erste Sahne" im Lehrerkollegium sitzen hat, ist doch normal, das trifft doch auf alle Berufsbilder zu.

Viel schlimmer sind manche Elternhäuser, welche Blagen in die Freiheit entlassen, die quasi zur Lebensuntauglichkeit erzogen wurden.

Da kann man keinem Lehrer einen Vorwurf machen, wenn da manchmal die Nerven blank liegen.

Für "Kampfhunde" muss eine Wesensprüfung erfolgen, die Halter werden durchleuchtet.

Kinder darf aber jeder in die Welt setzen und straffrei kaputt machen. :evil:

Da ist unser größter Handlungsbedarf. Daneben ist unsere "Wirtschaftskrise" Ringelpietz mit Anfassen. :cry:

Anzeige eBay
Geschrieben
Geschrieben

Hallo Felix,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

  • Gefällt Carpassion.com 1
Jetzt registrieren, um Themenwerbung zu deaktivieren »
Geschrieben

Hallo!

1. Lehrer ist ein sehr wichtiger Beruf in der Gesellschaft, insbesondere nachdem in vielen Familien die Erziehungsaufgabe (Stichwort, Doubleincomenotimeforthekids) nicht mehr wirklich wahrgenommen wird!

2. Lehrer ist ein aufreibender Beruf, man muss dafür geboren / geeignet sein.

3. Ja, es gibt auch schlechte Lehrer, wie im übrigen in jedem Beruf!

4. Die Bezahlung steht in angemessenem Verhältnis zum Job nach meinem Dafürhalten, im Gegensatz zu vielen anderen "sozialen" Berufen (Pfleger, Krankenschwester usw.)

5. Der Urlaubsanspruch ist schon schönO:-) ok, Nachteil unflexibel.

6. Pension ok, sofern es sie denn in einigen Jahrzehnten noch gibt.

7. Flexible Lebensplanung möglich. Jederzeit Ausstieg auf Zeit machbar.

Zur Klarstellung: Ich bin kein Lehrer und auch nicht (Selbsteinschätzung) dazu geeignetO:-), wäre mir zu Nervenaufreibend, aber mit einer verheiratet, mein Vater war auch einer, und meine Kids hatten nun schon diverse (sehr, sehr Gute wie auch Grottenschlechte)

Mein Respekt gebührt auf jeden Fall den guten Lehrern! Harter Beruf, der aber auch Spaß machen kann!

Geschrieben

Sehr guter Beitrag Kai. Weil es hier keinen Danke-Knopf gibt muss ich Dir das jetzt eben so sagen. X-)

Geschrieben
Ähm... habe ich vielleicht irgendwas verpasst, oder warum haben plötzlich "alle Lehrer einen an der Klatsche"?

Warum ist die Idee Lehrer zu werden so verwerflich?

Kann man mir das nochmal sachlich erklären? Und der Grund doch in die Wirtschaft zu gehen weil man da evtl. mehr Geld bekommt oder die Tatsache, dass "alle Lehrer die nicht bissig sind als psychisches Wrack enden" zählt da jetzt nicht. Das ist nämlich großer Käse.

Ich bin gerade sehr erstaunt wie hier über einen Kamm gescheert wird, vielleicht hatten einige einfach nur zu schlechte Noten um die sehr gute Arbeit vieler Lehrer in Deutschland zu schätzen?

Ich hatte sowohl gute Lehrer als auch richtig beschissene. Und man braucht ja nichts schönreden. Nur sind Nieten in so einem Elemantaren Bereich in meinen Augen verheerender als wenn sie in irgendeinem privatwirtschaftlichen Unternehmen sitzen und sowieso irgendwann rausfliegen. Das kostet der Firma halt Geld...ein schlechter Lehrer kann aber Schüler runterziehen und denen das Leben versauen.

Geschrieben
... vielleicht hatten einige einfach nur zu schlechte Noten um die sehr gute Arbeit vieler Lehrer in Deutschland zu schätzen?

Oder zu gute...

Ich hatte schon in Fächern eine 3, in denen ich richtig viel gelernt habe und in manch anderen Fächern eine 1, in denen ich praktisch nichts aus dem Unterricht mitnehmen konnte.

Andersrum genauso, aber die Noten sagen da wenig aus.

Geschrieben
Für "Kampfhunde" muss eine Wesensprüfung erfolgen, die Halter werden durchleuchtet.

Kinder darf aber jeder in die Welt setzen und straffrei kaputt machen. :evil:

Da ist unser größter Handlungsbedarf. Daneben ist unsere "Wirtschaftskrise" Ringelpietz mit Anfassen. :cry:

Absolute Zustimmung:-))!

Neben einem "Elternführerschein" sollte man noch über so manches nachdenken. Kann ja nicht sein das ich zum Autofahren, berechtigterweise, eine Prüfung machen muss, aber manche dürfen einfach rumpoppen und Kinder kriegen:???:

Aber zum Thema:

Gestren schrieb ich schon in Felix´s anderem Thread das einige meiner Bekannten Lehrer geworden sind. Durch Bekantschaften in deren Umfeld habe ich leider festgestellt das nicht wenige, auch 2 meiner näheren Bekannten, nur deswegen Lehrer werden weil sie ein laues Leben und den Beamtenstatus wollen.

Da hört man ganz oft so dinge wie:

"Naja, die ersten 3-4 Jahre werden hart, ab dann business as usual"

" So viel Ferien, wer da noch normal arbeitet ist blöd"

"Am liebsten ne Grundschule,alles andere ist mir zu hart"

Da geht mir die Hutschnur hoch.

Eine meiner Bekannten war auf einer Grundschule, irgendwann kam eine Versetzung auf eine Realschule. Da wurde sie eben schwanger, jetzt ist sie der M einug nur noch bis zur Verbeamtung zu arbeiten, danach kommt auf jedenfall das 2. Kind.

Den meisten Lehramtsstudenten die ich kenne traue ich menschlich die Herausforderung einer Klasse und Fähigkeiten in Menschenführung einfach nicht zu!

Ist denen aber egal, die feiern abends Party und lachen über die Gesellschaft,naja, da hoffe ich doch darauf das die in eine "Problemklasse" kommen. Das Gehalt verbuche ich dann als Schmerzensgeld!8)

Ich weiss das nicht alle so sind, zumindest hoffe ich das, meine Erfahrungen mit dieser (angehenden) Berufsgruppe sind leider so.

Gruss, Andreas

Geschrieben

eins ist leider fakt und nicht von der hand zu weisen:

gemäß zahlreicher untersuchungen beschließen vorwiegend solche schüler, auf lehramt zu studieren, die schon als schüler eher mittelmäßig bis schlecht waren und völlig unendschieden bei der berufswahl, sich dann für die laufbahn als pädagoge entscheiden, meine geschiedene schwägerin war so ein fall, in meiner dreizehnjährigen schullaufbahn habe ich unendlich viele dieses typus' kennengelernt und leider nur sehr sehr wenige andersgeartete.

Geschrieben
Den meisten Lehramtsstudenten die ich kenne traue ich menschlich die Herausforderung einer Klasse und Fähigkeiten in Menschenführung einfach nicht zu!

Ist denen aber egal, die feiern abends Party und lachen über die Gesellschaft,naja, da hoffe ich doch darauf das die in eine "Problemklasse" kommen. Das Gehalt verbuche ich dann als Schmerzensgeld!8)

Wieviele Lehramtsstudenten kennst Du?

Geschrieben
eins ist leider fakt und nicht von der hand zu weisen:

gemäß zahlreicher untersuchungen beschließen vorwiegend solche schüler, auf lehramt zu studieren, die schon als schüler eher mittelmäßig bis schlecht waren und völlig unendschieden bei der berufswahl, sich dann für die laufbahn als pädagoge entscheiden, meine geschiedene schwägerin war so ein fall, in meiner dreizehnjährigen schullaufbahn habe ich unendlich viele dieses typus' kennengelernt und leider nur sehr sehr wenige andersgeartete.

Ich glaube, dass die besten Lehrer oft die sind, die es als Schüler nicht ganz leicht hatten sofern sie davon nicht einen schaden haben. Ich hatte einen Lehrer der (hat er uns nach dem Abschluss beim Grillen erzählt...war auch der einzige Lehrer der dazu eingeladen war) als Schüler Drogen genommen und geklaut hat, sauschlecht war etc. und es dann aber noch geschafft hat und eben Lehrer geworden ist. Einer der besten Pädagogen die ich glaub ich je getroffen habe.

Was nützt mir ein 1.0 Streber in der Schule der alles für super einfach hält und sich nicht in Leistungsschwächere Schüler (ich war in Mathe, Phsyik und Chemie eine Null und bin es immer noch [nur brauch ich den Mist nichtmehr...zum glück!] hineinversetzen kann. Da hab ich lieber einen der es auch anders rum kennt.

Geschrieben

Hm, und ich habe davor noch nachgedacht, ob ich damit jemandem auf die Füße trete.... :D

Ok, dann differenzieren wir mal meine Verallgemeinerung. In meiner Schulzeit hatte ich im Unterricht zu ca. 70 Lehrern Kontakt (geschätzt). Unter diesen 70 Personen gab es auch durchaus einige wirklich gute Lehrkräfte - ganz außer Frage. Dennoch hatten ausnahmslos alle in irgendeinem Detail einen an der Klatsche.

Vor allem ist das Risiko in dem Beruf sehr groß, diese Klatsche zu kultivieren. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen immer wieder aufs Neue freche Schüler einnorden zu müssen, irgendwann kapituliert da jeder. Erstens weil ihm die Werkzeuge fehlen und zweitens weil er auch durch Mangel an Möglichkeiten irgendwann die Energie verliert. So viel Phlegma kann niemand haben, damit es für ein ganzes Lehrer-Berufsleben reicht.

Auch das ist natürlich eine relative Aussage, erstens bin ich mir zu 100% sicher, daß es auch genauso viele Leute gibt, die sich sicher sind, ich hätte einen an der Klatsche und zweitens sehe ich in unserem System leider keine Abhilfe, ist also ganz normal. Der Beruf wäre für mich nur ein so großes nogo, daß ich bis jetzt noch nicht mal darüber nachgedacht habe. 8)

Geschrieben

Zunächst mal vorweg: Ich fand meine Schulzeit unter dem Strich sehr gut. Sicher gibt es Lehrer, die einem mehr liegen und andere weniger. Aber ich habe damals schon kapiert, dass man für seinen persönlichen Erfolg in erster Linie selbst arbeiten muss und bei Misserfolg nicht immer die Schuld auf andere schieben soll. Ich bin einfach mit der Einstellung in die Schule gegangen, dass ich das Zeug da durchziehe und mache, was der jeweilige Lehrer von mir erwartet. Und wenn die Schule vorbei ist, ziehe ich mein eigenes Zeug durch. Musik usw. Und mit der Einstellung habe ich das Abitur mit 1,0 geschafft. Man kann sich nicht immer die Lehrer aussuchen und später im Beruf kann man sich nicht immer die Kollegen, Vorgesetzten und Kunden aussuchen. Insofern ist es eine ganz gute "Schule" fürs Leben, sich auch auf Leute einzustellen, die man vielleicht persönlich nicht so mag.

Jetzt zum Lehrerberuf.

Mein Vater war Lehrer, meine Großmutter und mein Onkel auch.

Ich wusste jedoch sehr früh, dass das für mich nicht in Frage kommt. Weil ich kein pädagogisches Talent habe und auch heute noch genervt bin, wenn ich Leuten denselben Tatbestand zwei- oder dreimal erklären muss, bevor sie es kapieren.

Und das muss man halt in der Schule, weil bekanntlich die Schüler sehr unterschiedlich begabt sind.

Man muss also Spaß am Lehrerberuf haben und sich dazu auch irgendwie berufen fühlen. Deshalb kritisiere ich den Beruf aber nicht. Es ist nur einfach nichts für mich.

Gruß,

Markus

Geschrieben
Wieviele Lehramtsstudenten kennst Du?

Also da musste ich jetzt wirklich nachdenken:)

Von meinem Abiturjahrgang (1997) wurden 10 Mitschüler Lehrer, alles 1er Schüler (manche würden Streber oder Nerds sagen).

Dann in meinem weiteren Leben habe ich unzählige Lehramtsstudenten kennengelernt, sicherlich sind so 15 in meinem näheren Umfeld.

Die bringen aber immer wieder Kollegen und Kommolitonen mit auf Weinfeste, Geburtstage und ähnliche Partys.

Sagen wir mal es sind so 90 - 100 angehende oder fertige Lehrer in meinem "erweiterten" Bekanntenkreis.

Die meisten von denen hab ich schon oft genug gesehen um mir ein Urteil bilden zu können. (auf dem Land sieht man sich halt auch öfters:D)

Ob diese Urteil fair ist muss natürlich dahingestellt sein .

Von den besagten angehenden Lehrern sind aber die einen entweder "Fach*****en", also total eiseitig begabte ohne grosse menschliche Fähigkeiten, die hatten schon früher keine Freunde. Einige "Ökos und Weltverbesser".

Aber der grosse Rest ist meist weiblich, der Typ total verhätschelt, aus gutem elternhaus.

So die typischen "Tussis" die sich halt nen faulen Lenz machen wollen.

Kannst du mir erklären wie eine verwöhnte (und selbst verzogene) Frau in einer Klasse für Autorität und Ordnung sorgen soll?

Das sind meine persönliche Erfahrungen, die müssen nicht richtig sein, aber meine Kinder würde ich fast allen von meinen Bakannten nur sehr ungern anvertrauen.

Gruss Andreas

Geschrieben
Also da musste ich jetzt wirklich nachdenken:)

Von meinem Abiturjahrgang (1997) wurden 10 Mitschüler Lehrer, alles 1er Schüler (manche würden Streber oder Nerds sagen).

Dann in meinem weiteren Leben habe ich unzählige Lehramtsstudenten kennengelernt, sicherlich sind so 15 in meinem näheren Umfeld.

Die bringen aber immer wieder Kollegen und Kommolitonen mit auf Weinfeste, Geburtstage und ähnliche Partys.

Sagen wir mal es sind so 90 - 100 angehende oder fertige Lehrer in meinem "erweiterten" Bekanntenkreis.

Die meisten von denen hab ich schon oft genug gesehen um mir ein Urteil bilden zu können. (auf dem Land sieht man sich halt auch öfters:D)

Ob diese Urteil fair ist muss natürlich dahingestellt sein .

Von den besagten angehenden Lehrern sind aber die einen entweder "Fach*****en", also total eiseitig begabte ohne grosse menschliche Fähigkeiten, die hatten schon früher keine Freunde. Einige "Ökos und Weltverbesser".

Aber der grosse Rest ist meist weiblich, der Typ total verhätschelt, aus gutem elternhaus.

So die typischen "Tussis" die sich halt nen faulen Lenz machen wollen.

Kannst du mir erklären wie eine verwöhnte (und selbst verzogene) Frau in einer Klasse für Autorität und Ordnung sorgen soll?

Das sind meine persönliche Erfahrungen, die müssen nicht richtig sein, aber meine Kinder würde ich fast allen von meinen Bakannten nur sehr ungern anvertrauen.

Gruss Andreas

Ich wollte dir ja schon zu deinem ersten Beitrag hier zustimmen und hier hast du die perfekte Fortsetzung geschrieben.

Ich kann dir nur zustimmen, vielleicht noch ergänzen das in meinem Abijahrgang viele waren, die nicht wussten was sie machen sollen. Die haben dann einfach ein Lehramtsstudium angefangen, viel Ferien, viel Freizeit und am besten nur Nebenfächer gewählt...

Wenn ich so zurück denke, waren die strengen Lehrer die besten. Da war man zum lernen gezwungen und in der Oberstufe hat man dann plötzlich festgestellt, dass die doch sehr nett sind. Da wurde man dann auf einmal auch als Mensch gesehen. Ein Lehrer von mir hat das spasseshalber so umschrieben: "Diese von 68ern verhätchelten Blagen kennen keine Ordnung und Disziplin, da muss man ja einschreiten. Ihr könnt zumindest schon stillsitzen und ganze Sätze bilden."

Was du mit den verwöhnten Mädels beschreibst, die Lehrerin werden finde ich auch interessant (bei denen glaube ich ncoh nicht mal, dass die sich einen faulen Lenz machen wollen). An meiner alten Uni waren auch zu Hälft nur Lehramtsstudenten. Wenn ich die Mädels gesehen habe, hab ich mich immer gefragt ob die überhaupt ahnen was da auf sie zukommt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie die eine Klasse in den Griff bekommen können.

Insgesamt seh ich meine ehemaligen Lehrer positiv, so 5-10% muss man aber leider in die Tonne treten. Wenn man zur falschen Zeit den falschen Lehrer hat, kann einem das die komplette Schulzeit versauen. Ich hatte Beispielsweise in den ersten drei Jahren einen strengen Lehrer in Englisch, darauf die Jahre nur noch Luschen. Die ersten drei Jahre waren verdammt hart, danach war immer easy going. Wäre das umgekehrt gewesen und die Grundlagen an Vokabeln und Grammatik wären nicht gelegt worden, hätte ich später verdammt große Probleme bekommen können.

Musst jetzt auch mal meinen Senf dazu geben O:-)

Felix

Geschrieben
Wenn ich so zurück denke, waren die strengen Lehrer die besten.

Sehe ich auch so. Und die älteren waren tendenziell besser als die jüngeren.

Aber noch mal: Man muss auch selber was tun. Wenn ein Lehrer nicht so viel verlangt wie ein anderer, heißt das ja nicht, dass man unbedingt einen Gang zurückschalten muss. Schließlich lernt man nicht für die Schule, sondern für sich selbst.

Ich weiß - hört sich nach einem dummen Spruch an, es stimmt aber.

Später kapieren das auch die meisten und dann tut es ihnen leid, dass sie früher nicht mehr von sich aus gelernt haben und unnütz Zeit verschwendet haben.

Ich hatte diese Einstellung aber zum Glück schon als Kind. Mag vom Elternhaus her kommen, weiß ich nicht.

Gruß,

Markus

Geschrieben
Sehe ich auch so. Und die älteren waren tendenziell besser als die jüngeren.

Aber noch mal: Man muss auch selber was tun. Wenn ein Lehrer nicht so viel verlangt wie ein anderer, heißt das ja nicht, dass man unbedingt einen Gang zurückschalten muss. Schließlich lernt man nicht für die Schule, sondern für sich selbst.

Ich weiß - hört sich nach einem dummen Spruch an, es stimmt aber.

Später kapieren das auch die meisten und dann tut es ihnen leid, dass sie früher nicht mehr von sich aus gelernt haben und unnütz Zeit verschwendet haben.

Ich hatte diese Einstellung aber zum Glück schon als Kind. Mag vom Elternhaus her kommen, weiß ich nicht.

Gruß,

Markus

Niemand wird dir wiedersprechen, dass jeder selbst für sich verantwortlich ist, aber das kann man keinem Unterstufenschüler vernünftig vermitteln. Zumindest nur den wenigsten.

Gerade auch heute wo oft Vater und Mutter berufstätig sind, muss die Schule hier die Zügel anziehen. Da eine Schule natürlich auch zur Selbstständigkeit erziehen soll, ist hier wohl der balanceakt wann und wie weit man die Leine lockert.

Hier sehe ich bei vielen Lehrern Defizite (oder wie meine Englisch LK Lehrerin sagte "Dezifite" :D

Geschrieben
Gerade auch heute wo oft Vater und Mutter berufstätig sind, muss die Schule hier die Zügel anziehen.

Ja, letztlich kommt man immer wieder aufs klassische Familienmodell zurück.

Man kann dies anführen und das und warum es heute nicht mehr so läuft wie früher - aber es gibt einfach nichts besseres.

Das ist meine feste Überzeugung.

Gruß,

Markus

Archiviert

Dieses Thema ist archiviert und für weitere Antworten gesperrt. Erstelle doch dein eigenes Thema im passenden Forum.


×
×
  • Neu erstellen...