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Die Niederländer machen Ernst - nur max. 50% Bonus im Bankgewerbe


JoeFerrari

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Geschrieben

Einem Code of Conduct der Niederländischen Bankenvereinigung (NVB) zufolge dürfen Boni nicht mehr das Fixgehalt überschreiten. Zudem können bei Misserfolgen des Geldhauses bereits gezahlte Boni zurückgefordert werden.

Siehe http://www.welt.de/wirtschaft/article4528819/Niederlande-stellen-Konzept-fuer-Manager-Boni-vor.html

Wie ich finde ein angemessener Vorschlag. 50% fix, 50% variabel. Wenn jemand mehr wert ist, dann soll der AG ggf. auch mehr fix zahlen - oder es eben sein lassen.

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Geschrieben

Naja, dann gibts halt ein höheres Grundgehalt... Dauerhaft wird da nichts passieren.

Ich frag mich, wie die Niederländer jetzt ihre Aktienhändler halten wollen. Die Leben doch quasi nur für ihren Bonus.

Grüße,

Chris

Geschrieben
Naja, dann gibts halt ein höheres Grundgehalt... Dauerhaft wird da nichts passieren.

Genau das ist der Punkt. Da bin ich mal gespannt, ob die plötzlich 1 Mio + x EUR Grundgehalt bekommen sollen.

Ich denke auf Dauer würden viele durchaus ein etwas höheres Grundgehalt gegen vage Boni eintauschen. Von den hartgesottenen Top-5% mal abgesehen. Auf einen Rainmaker kommen 100 andere. Mal schauen was nach den G20 Gesprächen von den Vorschlägen übrig bleibt.

Geschrieben
Einem Code of Conduct der Niederländischen Bankenvereinigung (NVB) zufolge dürfen ...

Ein Code of Conduct ist ein freiwilliger Verhaltenskodex.

Innerhalb einer Firma (sehr viel grosse Firmen haben dies) macht das Sinn, da oft Bussen drohen wenn man sich als Arbeitnehmer nicht dran hält.

Aber ein Code of Conduct von einem Verband ist für die Füsse, nach aussen sieht es gut aus, aber bringen tut es nichts.:wink:

Bitte passt auf dass dies Thema nicht politisch wird.:wink2:

Geschrieben

Insbesondere die Briten werden sich vornehm zurückhalten und nur alibimäßig ein paar Sachen abnicken, aber bitte nichts zu drastisches! Denen geht doch sowieso der Hintern auf Grundeis, da es den Anschein hat, dass ein Großteil der (Hedge)Fondgesellschaften aus London abwandern und in Zürich ansässig werden. Aber die Finanzindustrie ist die einzig nennswerte Industrie die dort noch in großem Umfang vorhanden ist.

Zu drastische Beschränkungen sind für die Briten etwa vergleichbar mit einem Zwang für deutscher Automobilhersteller ab nächstem Jahr nur noch 65g co2 auszustoßen...

Geschrieben
Insbesondere die Briten werden sich vornehm zurückhalten und nur alibimäßig ein paar Sachen abnicken, aber bitte nichts zu drastisches! Denen geht doch sowieso der Hintern auf Grundeis, da es den Anschein hat, dass ein Großteil der (Hedge)Fondgesellschaften aus London abwandern und in Zürich ansässig werden. Aber die Finanzindustrie ist die einzig nennswerte Industrie die dort noch in großem Umfang vorhanden ist.

Zu drastische Beschränkungen sind für die Briten etwa vergleichbar mit einem Zwang für deutscher Automobilhersteller ab nächstem Jahr nur noch 65g co2 auszustoßen...

Was du zu den Briten schreibst ist richtig (abgesehen von den abwandernden Hedgefonds, dass kann ich nämlich nicht beurteilen und weiß darum nicht ob du Recht hast :wink:). Kann sehr gut verstehen das der Brite hier mit angezogener Handbremse fährt.

Ich kenne den nierderländischen Bankensektor nicht gut genug und weiß nicht wie sehr man am Casinotisch mitgespielt hat, aber so eine freiwillige Beschränkung ist wohl die einzige Möglichkeit die man hat, wenn man in einer freien Marktwirtschaft bleiben will. Außer vielleicht noch Steuern auf Bonizahlungen die das Grundgehalt übersteigen einführen, die es unattraktiv machen.

Ich vermute mal, dass dieser Wirtschaftszweig dort nicht so ausgprägt war und man deshalb ohne Probleme solche Vereinbarungen einführen kann.

Wie sieht das ganze denn bei den Tochtergesellschaften aus, die die niederländischen Banken in der Schweiz und sonst wo haben? Gilt dieses agreement dort auch?

Geschrieben

Der niederländische Bankensektor dürfte, gemessen an der Volkswirtschaft, ähnlich stark sein wie der Deutsche - eher sogar etwas stärker.

Eine solche freiwillige Vereinbarung dürfte die einzige Chance gewesen sein, einem Gesetz noch Vorschub zu leisten. Klar ist aber, dass dies nur etwas bringt, wenn man eine internationale Übereinkunft schafft.

So wie die Schweiz in letzter Zeit mit Argusaugen gesehen wird und das Bankgeheimnis defacto ja auch gefallen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Schweiz ein sicherer Hort für Hedgefonds ist.

Geschrieben

Welche Möglichkeiten hat der Gesetzgeber da eigentlich? Kann ja schlecht sagen "Ihr verdient jetzt max. die Summe X" :???:

Geschrieben

Ich kenne die niederländische Verfassung zu wenig, in Deutschland gibt es in gewissen Massen natürlich immer noch die Freiheit der Vertragsgestaltung. Aktienrechtlich ist dem schwer beizukommen und die Tarifparteien sind für diese Mitarbeiter selten verantwortlich.

Allenfalls durch drastische Einkommenssteuer auf (dann alle) hohe Einkommen (sprich Spitzensteuersatz) wäre dem beizukommen. Die andere, vllt. effektive Möglichkeit ist der diskutierte Ansatz, Lohnkosten über einer gewissen Grenze nicht mehr als abzugsfähige Betriebsausgaben anzuerkennen.

Geschrieben

Ja, ich denke auch das Steuern das einzige Mittel sind, mit dem der Staat/die Staaten hier agieren kann/können.

Vielleicht noch etwas vergleichbares wie die Tobin Steuer, aber da wird man international wohl nur shr schwer eine Mehrheit finden...

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Geschrieben
Geschrieben

Hallo JoeFerrari,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben

Ich denke die Steuersätze lassen sich noch schwieriger vereinheitlichen als die int. Bilanzierungsrichtlinien. Insofern halte ich die Begrenzung der Absetzungsmöglichkeiten für die charmantere Idee. Aber den ominösen Wert x zu finden, dürfte auch wieder der Quadratur des Kreises gleich kommen.

Geschrieben

das reicht nicht...

die weltregierung sollte zertifikate, CFD's, optionsscheine verbieten und inseln wie new jersey infiltrieren. dann wäre da was spürbar.

alles andere ist nur "schau mal, die tun wirklich was für uns"... :???:

Geschrieben

Kann mir jemand erklären was der Sinn hinter der 50:50 Regelung sein soll und welchen konkreten Effekt man sich davon für den Banken und Anlagesektor verspricht? Wie auch schon woanders geschrieben halte ich nichts von zuviel Regularien und speziellem Gesetzeswerk für jede Situation, gibt 1. immer jemanden der ne Lücke findet und 2. sind mehr und detailiertere Gesetze nicht mit einer gerechteren Welt gleichzusetzen.

Ich bitte um eine kleine Aufklärung. Und wieso sollte man diverese Papiere verbieten? Und was wäre der Sinn eines extrem übersteigerten Spitzensteuersatzes?

Falls es zu politisch wird bitte ich die Mods einzuschreiten...ich denke aber grundlegende Marktmechanismen dürfen wir diskutieren oder?:hug:

Geschrieben

Eines der Kernprobleme war doch, dass man alle Risiken in der Theorie wegdiversifiziert und virtualisiert hat. Die Konstrukte hat doch fast niemand mehr verstanden, erst Recht nicht Bankvorstände deutscher Provinzialbanken.

Etwas das helfen könnte, wäre die alte Tugend, die man auch den Häuslebauern anrät, jedes Geschäft mit min 25%, besser noch 33%, Eigenkapital zu unterlegen.

Ansätze dazu gibt es. Die sind aber nicht weitreichend genug.

Boni kanns ja ruhig geben, aber nur wenn es auch Mali gibt. Wer hohe Gewinne machen kann, soll auch hohe Verluste erleiden können. Nur dies ist ein Sachverhalt, den viele unserer Manager offenbar vergessen haben bzw. auf sich selbst nicht angewendet wissen wollen. Die Spekulanten haben ja selten mit ihrem eigenen Geld spekuliert, den ein oder anderen Hedgefondmanager mal ausgenommen. Und auch Madoff ist bestimmt kein Einzelfall, wenn auch in seiner Höhe einzigartig.

Ob eine Bonibegrenzung etwas bringt, kann man sicherlich bezweifeln (siehe auch http://www.ftd.de/politik/international/:regeln-gegen-gier-skandalhaendler-kerviel-haelt-bonus-grenzen-fuer-sinnlos/50011325.html), aber ich denke schon, dass hier vieles aus der Bahn geraten ist. Und wer in einem Jahr 10 oder 100 Mio Boni einstreicht, solle bitte auch für Verluste in dieser Höhe gerade stehen können. Ansonsten verliert jeder leicht den Bezug zur Realität und zum Risiko. Klar ist aber, dass dies nur geht, wenn dies eine breite gesellschaftliche Akzeptanz findet. Sonst heisst es immer, wenn wir dies nicht tun, dann machen dies andere.

Heute war zu lesen, dass die Selbstanzeigen in Steuersachen deutlich zugenommen haben. Man sieht also schon, dass sich etwas bewegt.

Es geht hier nicht um normale variable Gehaltsbestandteile, die zumindest zeitweise motivieren können.

Geschrieben

Nunja im Grunde sind Boni eigentlich nichts schlechtes, geht es doch hierbei darum, den Standard zu bezahlen und für alles was der Arbeitnehmer (AN) mehr geleistet hat mehr Geld zu zahlen. Der Knackpunkt ist doch hier eher die Ausrichtung der Boni wofür. Diese werden für kurze Zeiträume gezahlt. Hier sollte man meiner Meinung nach ansetzen.

Wenn man beginnt Boni für Langfristig erfolgreiche Wertpapiere zu zahlen (kP Boni werden gezahlt nach 2 Jahren für die jeweiligen Papiere) wäre meiner Meinung nach schonmal ein Schritt in die geforderte "Investmentbanker müssen Längerfristig denken"-Richtung getan.

Geschrieben
Kann mir jemand erklären was der Sinn hinter der 50:50 Regelung sein soll und welchen konkreten Effekt man sich davon für den Banken und Anlagesektor verspricht?

Ich bin zwar kein Experte.

Der Sinn hinter dieser 50:50 Regelung ist es, dass Banker durch das begrenzte Bonisystem nicht zu viel spekuliert.

Je höher Gewinne waren, desto mehr Bonis gab´s für Banker.

Um höhere Bonis zu kassieren, mussten Banker auf hohe Risiken eingehen. Aber der dumme Fehler war jedoch, nicht zu sehr auf die Risiken zu achten, sondern auf sein Gehalt.

Das ist z.B. einer von den Gründen, warum viele Banken normalen Anlegern giftige Papiere wie z.B. Zertifikate verkauft haben.

Ob aber die 50:50 Regelung einen Erfolg bringt, wage ich sehr zu bezweifeln.

Welchen konkreten Effekt man sich davon für die Banken und Anlagesektor verspricht, weiß ich nicht. Aber die Politik will durch diese Regelung erst mal das Vertrauen von Bürgern und Bürgerinnen locken. Je strenger das Finanzsystem ist, desto beruhigender wird es bestimmt für Bürger und Bürgerinnen.

Ich denke aber, dass die 50:50 Regelung oder Bonisystem nur vorübergehend ist.

Das größere Problem ist in meinen Augen, Verkäufe von giftigen Papieren zu verbieten.

Eine Partei in Deutschland fordert das Verbot von giftigen Wertpapieren auf. Ich weiß zwar nicht, wer oder welche Partei das war. Offenbar war Steinbrück auch dafür.

Ich gehe zwar davon aus, dass die giftigen Wertpapiere nicht verboten werden. Wenn es aber zum Verbot käme, dann würden Gewinne von Investmentbanken stark begrenzt.

Naja..Nach G20 werden wir weiter sehen, wenn überhaupt irgendwas geklärt wird.

Geschrieben

Das Problem ist doch, der Vorstand geht wenig direkte Risiken ein.

Die großen Risikien gehen die Trader in den Handelsräumen ein. Die verdienen übrigens duchaus mehr Geld als der Vorstand selbst, durch Anteilmäßige Provision am Gewinn...

Chris

Geschrieben

Die Trader gehen aber selber kaum Risiken mit eigenem Geld ein! Ich kenne so einige, die ihr eigenes Geld lieber in Staatsanleihen anlegen.

Was nutzt es wenn die Boni (theoretisch) unbegrenzt sind, das max. Verlustrisiko aber allenfalls im Nichterhalt eines Bonus liegt? Solche klassischen Vergütungssysteme taugen ggf. im 6-stelligen Einkommensbereich mit variablen Anteilen von bis zu 50% etwas, aber nicht im Bereich der Toptrader. Und das will ja ernsthaft auch niemand in der Bankenwelt, siehe die letzten Entwicklungen in den USA. Da muss sich schon die breite, politische Kaste dagegen stellen. Und da kommen dann prompt wieder die Lobbyisten ins Spiel.

Giftige Wertpapiere - was soll das (in juristischem Sinne) sein? Jede Definition birgt sofort genügend Möglichkeiten diese zu umgehen.

M.E. bringen nur saubere, klare und genügend hohe internationale Eigenkapitalrichtlinien etwas. Das wird zwar die Wirtschaft vorübergehend lähmen, aber langfristig mehr Sicherheit bringen. Und eine Begrenzung der max. Bilanzsumme eines einzelnen Bankenkonzerns auf x.000 Mrd US$ würde ggf. auch das Systemrisiko senken.

Aber vermutlich wird von all den hehren Vorsätzen wieder wenig übrigbleiben.

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