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Alpenüberquerung auf zwei Rädern - oder genug Kondition ist immer noch zu wenig


stefschu

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Geschrieben

Schade, dass mit Kai die Alpenüberquerung dieses Jahr nicht geklappt hat. Ich hatte aber schon selbst eine in den Beinen. Zwar nicht so "spartanisch" wie die von Kai, sondern richtig schön gepflegt mit Übernachtung in 3- und 4-Sterne-Hotels und Gepäcktransport. Allerdings, radeln musste man trotzdem noch alleine.

Letztes Jahr habe ich mit einem Kumpel beschlossen, dass wir dieses Jahr eine Alpenüberquerung mit dem Mountain-Bike wagen wollen. Viele Foren gelesen, viele Touren angeschaut - immer wieder bei Go-Alps hängen geblieben und dort die Trentino-Tour von Landeck an den Gardasee gebucht. Die Vorbereitung beschränkte sich im Winter auf etwas Grundlagentraining auf dem Kettler GT-Racer im Keller und ab Frühjahr mit dem MTB draussen in der freien Natur.

Start war das erste Juli-Wochenende in Landeck. Die Gruppe bestand aus insgesamt 16 Leutchen inkl. 2 Guides. Unser Hauptguide war ein kölner Mädel, namens Iris. Was ich erstaunlich fand, war, dass alle Leute super harmoniert haben, keiner dabei war, der an allem und jedem etwas auszusetzen hatte und dem niemand war recht machen konnte. Es hat durch die Bank wirklich mit allen gepasst. :-))!

 

Tag 1: Tramser Hof, Landeck --> Hotel Central, Nauders (42 km, 1.050 hm)

So, endlich geht´s los. Der Puls nach 200 Metern schon am Anschlag. Eine Heizergruppe sondersgleichen. Von Anfang an Vollgas. Junge, Junge, nach einer Stunde bin ich schon kaputt. Worauf habe ich mich da eingelassen? Jungs, ihr seid verrückt. Ich habe eine Alpenüberquerung gebucht und kein Alpen-Rennen.

Erholung war das auch nicht:

 

Unsere Guides (Iris und Sascha, genannt Sebastian oder Sven):

 

Ähm, bei dem Schild wurde es uns dann doch etwas mulmig. Vor allem, da deutliche Schießgeräusche zu hören waren und wir den Platz zumindest seitlich überqueren mussten:

 

Ankunft nachmittags im Hotel. Was für ein genialer Schuppen. Wellnessbereich, Sauna, Schwimmbad usw. Ich glaube wir hatten die Hochzeits-Suite :D :

 

Abends hat sich dann herausgestellt, dass ein Teil der Gruppe schon diverse Marathons zusammen gefahren ist und konditionell megafit war. Der abendliche Alkoholkonsum von 4 bis 7 Bier hat bei denen die Kondition am nächsten Tag nicht wirklich negativ beeinflusst :-o

Einer war dabei, der fuhr im Vorfeld der Tour de France dieses Jahr die Alpenetappen der Tour de France mit (da kann man sich wohl bewerben und dann werden 30 Leute zugelassen, die vor der Werbekarawane die Alpenetappen fahren dürfen). Für uns war die Alpenüberquerung der Jahres-Höhepunkt, für ihn Training oder Urlaub.

Das Höhenprofil:

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Geschrieben

Tag 2: Nauders - Naturns (90 km, 1.400 hm):

Morgens, beim Blick aus dem Fenster, das:

 

Einfach gesagt, Schei*-Wetter. und da links oben mussten wir drüber. Nach einem ausgiebigen Frühstück drei Kilometer Anfahrt, dann ging es knapp 2 Stunden nur bergauf auf´s Plamort. Das Plamort ist die grüne Grenze zwischen Österreich und Italien. Rauf gekommen sind wir trocken, ob hat der Himmel dann kurzzeitig seine Schlussen geöffnet.

Die Italiener hatten früher Schiss, dass der Öschi dort mit seinen Panzern rüberkommt. Dadurch wurden Panzersperren gebaut, die noch bis heute erhalten sind (auf dem ersten Bild ist gerade noch eine Mauer zu erkennen, die sich komplett von links nach rechts zieht):

 

Nach einer kurzen Weiterfahrt durch´s Moor war dann der Reschensee zu sehen, zu dem wir dann steil bergab gerast sind:

 

Unten angekommen:

 

Die gesamte Tour ist komplett auf das Fahren von Singletrails angelegt. Teilweise sehr knifflig zu fahren, viele riskante Geländeübergänge aber auch super flowige Trails. Top-Genial.

Mittagspause in einem Hotel, in dem in der darauffolgenden Woche die Fussballer des AC Parma kamen. Als wir kamen, war gerade Audi da (auf der anderen Seite des Parkplatzes standen nochmals fünf oder sechs):

 

Weiterfahrt durch´s Vinschgau zum nächsten Hotel:

 

Tag 3: Naturns - Nals (Ruhetag mit 40 km und 860 hm)

Zu Beginn leider Gottes Regen:

 

Kurze Anfahrt, längerer Aufstieg im Regen. "Super" Regenklamotten, von aussen trocken - von innen soichnass wie der Schwabe sagt. Oben angekommen, Klamottenwechsel, ab zur Mittagspause und dort dem Wirt mal kräftig die Bude versaut. :D

Zwischendurch eine geile Singletrail-Abfahrt im Regen. Dort wo der Singletrail endete und der offizielle Waldweg anfing wurden massig Baumstämme aus einem Wind- und Schneebruch gelagert :-o Ein vorbeikommen war unmöglich, also mussten wir drüber. Teilweise waren die Stämme schon geschält. Leute ich sage euch, das im Regen - das war kein Spaß. Aber Spaß gemacht hat´s trotzdem.

 

Tag 4: Nals - Coredo (62 km, 1.800 hm):

Was für ein Ausblick morgens:

 

Fahrt über die Montiggler Seen nach Kaltern. In Kaltern dann Weiterfahrt zum Mendelpass:

 

Vom Mendelpass sensationelle Abfahrt über Sahnetrails bis zum Kloster Romitagio:

 

Tag 5: Coredo - Fai della Paganella (54 km, 1.780 hm)

Auf einsamen Karrenwegen ging es gleich steil bergauf. Der Tag war richtig heftig und ging mir mächtig in die Knochen. Jede Pause war an dem Tag echt willkommen.

Nachmittags Anstieg zum Hotel. Der Italiener hat sich auf dem Weg dorthin auch gedacht, wieso soll ich Baustellen bereits unten am Anfang der Auffahrt ankündigen? Es reicht ja, ca. 100 mtr. vor der Baustelle ein Schild hinzustellen, dass es ab hier eigentlich nicht mehr weitergeht. Zum Glück war der Baggerfahrer so nett, dass er uns den Weg noch etwas geebnet hat und seinen Bagger auf die Seite gefahren hat, als er uns kommen sah.

 

Tag 6 (heute geht´s abwärts!) Fai della Paganella - Riva (65 km, 1.200 hm)

Allerdings ging´s erstmal wieder gute 1,5 Stunden bergauf, um dann auf 1807 m Mittagspause zu machen. Blöd für die Heizer, wenn sie nicht richtig zuhören und dann bis auf knapp 2000 m fahren, um dann festzustellen, dass sie falsch gefahren sind :D Es gab so einige, die an dem Tag noch 200 hm mehr gefahren sind.

Nach der Pause wurde das Wetter immer besser und man so von weitem schon den Gardasee (im Hintergrund):

 

Von der Mittagspause Abfahrt über einen Karrenweg und teilweise über eine Schiebestrecke wieder rauf zum Monte Gazza. Dort quer über´s Gelände. Und dann ging´s abwärts. Aus ca. 1.750 m. runter auf 300 m. Wie geil, eine Abfahrt über 13 km :-))! Wohl dem, der gute Bremsen hat!

 

Dann Weiterfahrt bis zum Gardasee und Halt in Arco an der wohl besten Eisdiele am Gardasee.

 

Na ja, nicht alle haben Eis gegessen. Pizza und Bitburger gab´s auch:

 

Endlich am Gardasee!!!!!!

 

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus zurück nach Landeck und von dort aus wieder nach Hause.

Für Singletrail-Fetischisten eine supergeniale Tour. Iris und Sven-Sebastian-Sascha waren Top-Guides. Die Hotels, die Mittagspausen, die ausgewählten Wege - alles super. Ein großes Kompliment an Go-Alps für diese Tour! :-))!

Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass dort solche "Heizer" dabei sind. Wir sind die Aufstiege immer in unserem Tempo nach Pulsuhr gefahren (leider erst ab dem 2. Tag). Iris hatte die Heizer bei Bergauf-Fahrten auch in ihrem Tempo fahren lassen und oben haben wir uns immer getroffen. Jeder war zufrieden und konnte in seinem Tempo fahren. War echt klasse! Wir waren als Gruppe allerdings so schnell, dass wir zur Mittagspause teilweise schon 1/2 Stunde zu früh angekommen sind und nachmittags/abends schon immer gut eine Stunde vor der erwarteten Zeit im Hotel waren.

Schade, dass es vorbei ist. Man hat sich speziell auf diese Tour vorbereitet. Bei der jetzigen normalen Fahrerei (ohne Ziel) leidet dann der Wille schon wieder. Na ja, wir planen nächstes Jahr die "Classic" von Go-Alps oder die "Engadin". Bei der Engadin geht´s von Imst über die Schweiz an den Comer See und man fährt wohl sehr viel im hochalpinen Gelände.

Wir freu´n uns schon!

 

Hier noch ein paar Bilder in loser Reihenfolge.

Kulturelle Stops gab es teilweise auch:

 

Überquerung der grünen Grenze von Österreich nach Italien. Die Pferde waren sehr zutraulich. Allerdings dürften die so komisch aussehende Gestalten auch nicht jeden Tag sehen. Ach ja, der letzte Schrei waren Duschhauben aus dem Hotel über dem Helm. Ich habe dann doch die Kapuze meiner Regenjacke bevorzugt :D

 

Das gab es auch, zum Glück nicht so oft, allerdings an einem Tag gleich fünf mal:

 

Teilweise sah´s noch viel schlimmer aus:

 

Aussicht vom Hotel:

 

DOWNHILL und auf der gegenüberliegenden Seite in das Dörfchen wieder hoch:

 

Man sah es schon, wenn man das Vinschgau und Südtirol verlassen hat und in´s eigentliche Italien kam:

 

Mittagsrast am letzten Tag, oder wie Reinhard May sagt "Über den Wolken":

 

Ausblick von der Mittagsrast. Von hier ging es runter und den schmalen Schottertrail (teilweise schiebend) auf der gegenüberliegenden Seite bis zum Bergrücken wieder hoch. Also nicht den Trail, der sich unten so sanft durch´s Bild schlängelt, sondern den, der im rechten Bildbereich bis ganz nach oben geht. Dann vom Monte Gazza 13 Kilometer downhill:

 

Jetzt geht´s los, also quasi down:

 

Einige haben sich getraut:

 

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