Jump to content
EUROPAS GROßE
SPORTWAGEN COMMUNITY

15 Jahre Mobilfunk! Wahnsinn!


mecki

Empfohlene Beiträge

Geschrieben

http://www.heise.de/newsticker/meldung/91906

Vor 15 Jahren: GSM-Mobilfunk startet in Deutschland

Heute vor 15 Jahren, am 30. Juni 1992, startete das D-Funknetz nach dem GSM-Standard unter dem Namen Mannesmann D2-Privat (heute Vodafone) mit dem ersten kommerziellen Handy-Telefonat. Wenig später startete mit D1 von DeTeMobil (Deutsche Telekom, die ihre Mobilfunkangebote mittlerweile als T-Mobile führt) ein weiteres GSM-Netz. Die digitalen GSM-

Funknetze sollten schnell die analogen Funknetze ersetzen, die seit 1953 existierten.

Doch schnell ging zunächst einmal gar nichts. D2 Privat konnte gerade einmal mit 5000 Teilnehmern starten. Das lag nicht etwa an der Kapazität des Global System for Mobile Communication, wie GSM ausgeschrieben wurde (es startete 1982 unter dem Namen Groupe Spécial Mobile). Es lag schlicht an der mangelnden Verfügbarkeit von Endgeräten. GSM wurde damals von Fachleuten als "Gott sende uns Mobiltelefone" verulkt. 1992 gab es mit dem Motorola International 3200 und dem Nokia 1011 gerade einmal zwei GSM-Geräte. Alcatel, AEG, Ericsson, Orbitel und viele andere sollten erst 1993 und 1994 auf den Markt kommen. Ursprünglich wollte Mannesmann sogar genau ein Jahr früher starten, in Einklang mit den Finnen, bei denen das GSM-Netz vom privaten Betreiber Radiolinja am 1. Juli 1991 in Betrieb genommen wurde. Auch dieser Betrieb war zunächst eher symbolischer Natur. Das bekannte Start-Foto, auf dem der damalige finnische Ministerpräsident Harri Holkeri beim GSM-Telefonieren abgebildet ist, zeigt ihn mit einem Telefonhörer und einer langen Leitung, die in einem Auto verschwindet. Was in einem großen Kasten im Auto steckte, darüber gibt es verschiedene Interpretationen. Wahrscheinlich waren es Bestandteile eines GSM-Prototyps aus den Nokia-Labors.

Nokia war die Firma, die am stärksten vom dann einsetzenden GSM-Boom profitierte. Seit Gründung ihres Nokia Research Centers im Jahre 1979 hatte der diversifizierende Gummifabrikant an der Entwicklung des Nordic Mobile Telephone Systems (NMTS) mitgearbeitet, das 1981 startete und erstmals das internationale Roaming einführte. In weiten Teilen war GSM, das als Standard von 13 Ländern in Kopenhagen am 7. Oktober 1987 mit einem "Memorandum of Understanding" verabschiedet wurde, an NMT angelehnt. Im Jahre 1988 stand Nokia nach der Übernahme der deutschen Elektronikfirma Graetz vor dem Konkurs und entschloss sich, die verzweigten Forschungsaktivitäten auf GSM und auf Telefone als Massenmarkt zu konzentrieren. Der Plan ging auf: Konnte man für die verschiedenen analogen Netze mit Stückzahlen um 400.000 Telefonen rechnen, wurde die 2100er-Serie in 20 Millionen, die 3200er-Serie in 40 Millionen Exemplaren gebaut. Endgültig vor dem Aus "gerettet" (so der damalige Chef Jorma Olilla) war Nokia übrigens im Jahre 1993, als es den Auftrag bekam, für 130 Millionen Euro in Deutschland das dritte GSM-Netz E-Plus zu installieren (ein weiterer großer Schub für Nokia war die deutsch-deutsche Vereinigung mit der Sanierung des ostdeutschen Telefonnetzes).

Bleiben wir in Deutschland: Als D2-Privat gestartet war, rechneten die Techniker von Mannesmann mit maximal 2 Millionen Kunden für das digitale Funknetz bis zum Jahr 2000, in dem das C-Netz abgeschaltet werden sollte. Mit der Verfügbarkeit von GSM-Telefonen durch Dutzende von Herstellern krempelte sich das Umfeld rapide um. Die "Handy" genannten Geräte wurden nun subventioniert, um neue Kunden zu gewinnen. Und damit der "Abfluss" von Altgeräten ökonomisch genutzt werden konnte, wurden 1997 die "Prepaid"-Tarife eingeführt. Als das C-Netz schließlich abgeschaltet wurde, meldete Mannesmann nicht zwei, sondern 10 Millionen Kunden. Heute haben die beiden Rivalen Vodafone (als Mannesmann-Nachfolger) und T-Mobile jeweils über 30 Millionen Kunden in ihren Netzen, und auch die beiden kleineren Konkurrenten sind bei 10 Millionen angelangt: Außer dem E-Plus-Netz (E-Plus ging noch 1999 an den niederländischen Konzern KPN) startete in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch das so genannte E2-Netz von Viag Interkom, heute als O2 Teil des Telefonica-Konzerns (nachdem zuvor British Telecom den deutschen Anbieter kaufte und später seine Mobilfunkaktivitäten aufgab, beziehungsweise sie in die Gesellschaft O2 auslagerte). Die E-Netze arbeiten im 1800-MHz-Band; im Unterschied dazu funken die D-Netze im 900-MHz-Band. In den USA sind dagegen für GSM 850 und 1900 MHz im Einsatz – solche Frequenzunterschiede führten vor noch nicht allzu langer Zeit zu mancher Verwirrung bei Kunden, die etwa dachten, sie könnten nach der Übernahme von Voicestream durch die Telekom bei der US-Tochter des deutschen Konzerns mit ihrem europäischen GSM-Handy telefonieren: Dualband- oder Triband-Handys waren nicht gerade gebräuchlich; Quadband-Handys kamen erst 2003 auf.

Weltweit werden gerade ausweislich des GSM-Zählwerkes über 2,463 Milliarden GSM-Nutzer gezählt. In dieser Zahl sind UMTS-Geräte enthalten. Galt GSM als Funknetz der zweiten Generation, so wurde UMTS als Netz der 3. Generation gefeiert. Das überaus rasante Wachstum der GSM-Netze in Deutschland führte schließlich zu einer völlig überzogenen Erwartungshaltung gegenüber dem nächsten, noch schnelleren, noch besseren Funknetz namens UMTS. In einer irrsinnigen Auktion, deren einzelne Schritte gut hier verfolgt werden können, verbrannten die Beteiligten insgesamt rund 50 Milliarden Euro.

Ein wichtiger Grund, warum GSM sich so gut halten konnte und UMTS nicht richtig zündete, liegt im heutigen GSM als Netz der 2,5. Generation, mit schnelleren Datendiensten wie zunächst GPRS, dann EDGE. Basierend auf diesen Datendiensten konnten sich Anwendungen wie das Multimedia-Messaging entwickeln, mit denen schnell mal eben ein Foto an Freunde verschickt wird.

Auch wenn die Jugend von heute es nicht glauben will und sich veralbert fühlt: Die ersten GSM-Telefone hatten keine Kameras. Sie konnten nicht einmal das, was jedes Kind als erstes ausprobiert: eine SMS schicken oder einen Klingelton kaufen und abspielen. Das erste GSM-Handy von Motorola, das International 3200 war ein 520 Gramm schwerer Knochen, dem nach 10 Stunden die Puste ausging. Andere Geräte waren noch unhandlicher und verhehlten ihre Herkunft vom Autotelefon nicht. Gutes Design und eine durchdachte Benutzerführung waren in den ersten Jahren Mangelware. Als Nokia eine Idee aus Asien importierte und mit dem 5110 bunte austauschbare Oberschalen anbot, sahen die Kommentatoren das Ende der Zivilisation gekommen. Dabei war es der Anfang von dem, was heute "Digital Lifestyle" heißt und mit dem iPhone-Hype gerade einem weiteren Höhepunkt entgegensteuert. (Detlef Borchers) / (jk/c't)

Anfang 95 fing ich mit einem Talkline-Vertrag mit einem PT 11 an, die ersten 5 oder 10 Sekunden waren frei, das reichte immer für ein: "Ruf mich zurück" *lach*, ja das war damals so, und es funktionierte! Das war mein Stück Freiheit, zwar immer beruflich unterwegs aber privat für mein Freunde immer & überall erreichbar.

97 dann der Wechsel zu D1 und diese Nummer habe ich immer noch! Der TL Service funktioniert einfach nicht

Mittlerweile muß man auch nicht mehr immer erreichbar sein, Mailbox und/oder SMS sollten oft auch reichen. Mein Familie / Freunde wissen wo ich wann bin und mein Arbeitgeber kann gut ohne mich auskommen, auch wenn er das noch nicht immer weiß! ;-)

lg

mecki

Jetzt registrieren, um Themenwerbung zu deaktivieren »
Geschrieben

Bin seit 94 bei D2 und noch immer da.

Schon ganz schön lange her, wo man noch mit den riesigen Simkarten, und den Telefonzellen in der Tasche rumgelaufen ist.

Mein Vater hatte damals das erste wirkliche Handy. Das war vielleicht ein riesen Klopper. Aber immerhin konnte man es mit biegen und brechen in eine Jackentasche stecken. Alles davor waren nur Autotelefonkoffer mit 2 Stunden Akkukapazität.X-)

Geschrieben

Das stimmt! :-))!

Ich musste mir damals auch unbedingt einen Motorola-Knochen zulegen.

Das war 1992. Ich glaube, das hat so 1200 D-Mark mit Vertrag gekostet.

Wobei die ja noch nicht (merklich) subventioniert wurden.

Die SMS waren noch kostenlos und die Gebühren ziemlich hoch.

Da waren sich die Netzbetreiber wohl auch noch nicht im klaren, dass die Schreiberei so populär wird.

Ich kannte Leute, die sich gegenseitig 1 Pfennig auf die Konten überwiesen haben, um sich so im Verwendungszweck Nachrichten zu übermitteln. Dieses System wurde dann durch SMS abgelöst.

Die Leute haben einen regelrecht angestarrt, wenn das Ding geklingelt hat.

Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

Und ich weiss noch, als ich bei einem Bekannten in seiner neu renovierten Wohnung war, der noch kein Telefon angemeldet hatte.

Er sagte dann, er müsse mal zur Telefonzelle.

Ich zog dann diesen Knochen raus und hielt ihm den hin.

Der hat dann tatsächlich gefragt, ob man mit diesem Ding jetzt wirklich einfach so jemanden anrufen kann. :D

Ja, einfach so...

Geschrieben

Der Motorola-Knochen war aber noch ein C-Netz-Handy. Die Telefone aus der Ära konnte man auch noch zur Selbstverteidung nutzen. X-) Mein Onkel ist 1989 mit einem poprtablen (nein, kein Handy, sondern eine Endstufe mit separatem Hörer) C-Telefon in einer Bank vorrübergehend festgenommen worden, weil die Polizei eine Bombe vermutete. Das waren noch Zeiten... :D

1993 hatte ich mein erstes Handy mit einem D1-Vertrag und dem Siemens S1. Das Ding hatte eine Standbyzeit von vollen 12 Stunden, wenn man telefoniert hat, von max. 35 Minuten. Ein Jahr später wurde es durch das S1 Marathon abgelöst, das Gerät war baugleich, der Akku hielt aber schon doppelt so lang. Mit einem kurzen Zwischenstopp (S3plus) gab es dann das S4 mit Standard Akku und das S4 POWER mit dem aller ersten Lithium Ionen Akku. Eine echte Revolution!!! Das Handy war damals irre und lange dem Markt vorraus, es war auch das erste SMS-Handy, dummer Weise aber auch zwei Jahre das einzige SMS-Handy. :lol:

Das Siemens S4 Power war übrigens so hochwertig und robust, daß ich es nach 4 Jahren für 1/3 des Neupreises verkauft habe, unvorstellbar heute. Danach gabs das SL10 (erste Handy mit Farbdisplay, welches ständig kaputt ging), dann das S25, SL45i, SL55 und momentan das EF81, welches logischer Weise mein letztes Siemens-Handy sein wird.

Das beste und ausgereifteste Gerät in den 15 Jahren war das S4POWER, hochwertig, für die Zeit sehr klein und mit der neuen Akku-Technik einen irren Standby. Diesen Vorsprung hat Siemens nie wieder herstellen können. Mein jetziges EF81 ist zwar auch von außen sehr hochwertig, aber die Software ist eine Katastrophe. :evil:

Früher war man "wichtig" wenn man ein Mobiltelefon hatte, heute ist man "wichtig" wenn man sich leisten kann, keins zu haben...

Das kommt mir bekannt vor, ich vergesse mein Handy immer öfter zu Hause. Das kostet unter Umständen zwar Geld (weniger Umsatz), tut aber richtig gut.

Geschrieben

Ja....das ging echt schnell. Habe meine erste Handy Nummer auch noch.....und werde sie auch behalten. Wenn ich überlege wie oft ich im Jahr neue Nummern einspeichern darf, nur weil neue Verträge gemacht wurden. X-)

Den ersten richtigen "Kontakt" mit einem "Mobil" Telefon hatte damals mein Bruder im Auto auf der Fahrt in den Dänemark Urlaub....ich habe ihm das Autotelefon von meinem Vater auf den Kopf gezimmert.....so sind Brüder nun mal. O:-) Das muss so 93 oder 95 gewesen sein.... ??

Naja...wenigstens sind wir nicht mit 180 km/h durch den Elbtunnel....sonst wären mein Vater wohl auch in Handschellen abgeführt worden und ich als kleiner Mann im Fernsehen... X-):D

Geschrieben

Ich musste mir damals auch unbedingt einen Motorola-Knochen zulegen.

Genau das Teil meinte. Mit dem konnte man noch vorbeifliegende Tauben beim telefonieren grillen.

Von den C Netz Autotelefonen hab ich noch 3 im Keller.

Geschrieben
Der Motorola-Knochen war aber noch ein C-Netz-Handy.

Das ist aber nicht ganz richtig. Ich habe noch nie im C-Netz telefoniert.

...1992 folgte das erste GSM-fähige Handy, das Motorola International 3200, das unter dem Namen „Knochen“ berühmt wurde.

quelle: Motorola.com

Geschrieben

wie hieß denn das Ericson, welches orange geleuchtet hat? Später gabs das auch etwas kleiner mit blauer Beleuchtung.

Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahnsinn :D

Anzeige eBay
Geschrieben
Geschrieben

Hallo mecki,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

  • Gefällt Carpassion.com 1
Jetzt registrieren, um Themenwerbung zu deaktivieren »
Geschrieben

Was vermisse ich mein Nokia 2110. Das konnte man so schön auseinander bauen, neue Antenne rein und wiederzusammen setzen, wenn man mal wieder die Antenne abgeknickt hatte. Ausserdem konnte man es als Flaschenöffner benutzen oder mal einen Nagel damit in die Wand schlagen.

Ich war der erste Student bei uns, dessen Handy in der Vorlesung geklingelt hat...und wurde 1996 oder so, von den Sherrifs zu 10 Mark Strafe verdonnert, weil ich auf dem Fahrrad telefoniert hab.

Geschrieben
Das ist aber nicht ganz richtig. Ich habe noch nie im C-Netz telefoniert.

Wenn es nicht "ganz richtig" ist, dann red nicht so um den heißen Brei herum, dann ist es eindeutig falsch... :D:wink:

Hm, ist ja auch schon lange her, ganz zum Ende der C-Netz-Ära gab es ein paar Handys (Backsteine), ich dachte der Motorola-Knochen gehörte auch dazu. :(

Archiviert

Dieses Thema ist archiviert und für weitere Antworten gesperrt. Erstelle doch dein eigenes Thema im passenden Forum.


×
×
  • Neu erstellen...