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Tschernobyl


Veilside

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Geschrieben

Hallo,

da ich mich für diesen Vorfall interessiere und dafür ein paar Informationen sammeln will, dachte ich mir, hier gibt es sicher Leute, die damals 1986 die Nachrichten gesehen haben. Was dachtet ihr, als ihr es damals gesehen habt?

Ich war damals leider noch zu jung um mich dafür zu interessieren.

War jemand von euch vielleicht schon mal da und hat sich das ganze angesehen, soweit wie möglich?

Ich habe eine sehr interessante Website gefunden:

http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/chapter1_de.html

Die Texte sind schön geschrieben und es ist echt interessant, sich das alles durchzulesen. Auch die Fotos sind beeindruckend. Auch Respekt vor der Frau. Ich würde mich selber jetzt nich gerade als ängstlichen Mensch betrachten, aber nachts alleine in der Zone...ich würde mir vor Angst in die Hosen sch*****X-)

Eine der besten Websites, die ich seit langem gesehen habe.

Wäre schön, wenn jemand dazu seine Infos schreiben würde. Danke für Infos aller Art.:danke:

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Geschrieben
Ich habe eine sehr interessante Website gefunden:

http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/chapter1_de.html

Danke Dir sehr für diese Seite. Sehr beklemmend das Ganze.

Ich werde ein paar Sätze dazu schreiben, allerdings ist das alles schon so lange her, alle Gedanken dazu bringe ich nicht mehr zusammen.

Ich war damals 14 Jahre alt und für mich war das ein wahr gewordener Alptraum. Ich hatte damals schon immer Angst vor Radioaktivität, war aber auch gleichzeitig gefesselt von diesem Thema.

Der Film "The Day After" der glaube ich kurz vorher raus kam, hat mich schockiert und gefesselt zugleich. Dann die Nachricht in der Tagessschau, dass in der Ukraine ein Reaktor explodiert sei. Schrecklich!

Als ich die Nachricht gehört habe damals und durch die Medien auf die Strahlenbelastung des Freilandgemüses oder des Obstes hingewiesen wurde, setzten wir uns in der Familie zusammen und überlegt was wir machen sollten. Wir hatten damals relativ viel Gemüse im Garten wie auch einige Äpfelbäume, Kirchbaume usw.

Mein Vater sprach sich dafür aus das ganze Gemüse und Obst dieses Jahres nicht zu essen. Ich hielt mich daran, meine Großeltern nicht. Seit dieser Zeit fragte ich grundsätzlich nach, ob es aus dem eigenen Garten war, wenn ich bei Oma essen war und aß es nicht, wenn sie "ja" sagte, was nur ein oder zwei mal vorkam... Sehr blauäugig sicherlich, aber ein gewisses Maß an Schadensbegrenzung wollte ich schon betreiben...

Wir hielten die Fenster damas geschlossen und gingen bei Regen nicht auf die Straße. Wenn es doch notwendig war, war ich danach immer gleich duschen, einfach weil ich Angst hatte verstrahlt zu werden.

Ich hatte damals sehr viel Angst, was meiner Generation diese Kathastrophe antun würde. Allerdings vergißt man schnell, weil die Radioaktivität ja nicht weh tut. Nach etwa einem Jahr, als auch die Medien viel Aufklärung zur Beruhigung des Volkes ausstrahlte (wie passend!) wurden die Gedanken an die Kathastrophe immer weniger.

Heute bin ich 34 und das einzige was mich ab und an an Tschernobyl erinnert sind die vielen Filme die ich auf der HD zu dem Thema habe und die Jahrestage bei denen in den 3. Programmen immer mal wieder Reportagen laufen (die ich aber zum Großteil schon kenne). Viel neues gibt es im Moment dazu nicht.

Die letzte Info die ich zum Thema Sarkophag habe ist die, dass sich die Staatengemeinschaft nicht einig über eine endgültige Lösung ist und daher bisher noch nicht passiert ist. In wieweit das aber heute noch stimmt weiß ich nicht.

Auch die Gefährlichkeit des Reaktors ist durchaus noch umstritten. Es gibt Meinungen dazu, dass noch 90% des gefährlichen Materials im Reaktor verblieben ist, die anderen gehen davon aus, dass dieses Material bei der Explosion nahezu komplett verteilt wurde und so der Sarkophag selbst kaum noch radioaktives Material aus dem Reaktor enthalten würde. Auch dazu gibt es keine 100%tigen Aussagen.

In Abhängigkeit der Meinung ist natürlich die Art wie man damit umgeht eine andere. Ist der Reaktor noch voll mit Material MUSS irgendwann der Sarkophag erneuert werden. Je mehr es reinregnet, desto problematischer wird er in der Zukunft. Die Leute die also Geld zur Verfügung haben wollen um diese Erneuerung des Sarkophages voranzutreiben, werden also eher Anhänger der ersten Theorie sein...es geht wie immer nur um das eine...

Ich bin allerdings immer noch davon überzeugt, das sich solch eine Kathastrophe in einem westlichen AKW nicht ereignet hätte. Erstens sind diese Kernkraftwerke besser konstruiert, zweitens wäre die Informationspolitik vermutlich besser gewesen, was zu weniger Opfern in der Bevölkerung geführt hätte.

Auf der anderen Seite ist es nur in Russland möglich gewesen hunderte von Menschen dazu zu bringen, das Loch auf die schnelle zuzuschütten um eine weitere Verbreitung gefährlichen Materials zu verhindern Das natürlich aber auf Kosten dieser Menschen, die vermutlich alle innerhalb von Tagen oder Wochen verstorben sind.

Wie auch immer, das Thema wird uns alle noch bis zu unserem Lebensende immer mal wieder beschäftigen.

Ich hoffe Du bekommst zu der Frage noch weitere Antworten.

Geschrieben

Dank dir Veilside für den interessanten Link! Echt beeindruckend die ganzen Bilder auf der Seite und die Seite macht mir das damalige Ereignis irgendwie greifbarer, war damals ja erst 4 Jahre alt.

Schönes Wochenende!:-))!

Gruß

Timo

Geschrieben

Ich kenne die Seite schon länger, auf der Seite findet man noch andere spannende Berichte.

Ich kann mich überhaupt nich an die Zeit erinnern, als es passierte war ich grad mal ein halbes Jahr alt, meine Eltern haben bislang auch nix erwähnt, muss mal da nachhacken.

Geschrieben
Ich bin allerdings immer noch davon überzeugt, das sich solch eine Kathastrophe in einem westlichen AKW nicht ereignet hätte. Erstens sind diese Kernkraftwerke besser konstruiert, zweitens wäre die Informationspolitik vermutlich besser gewesen, was zu weniger Opfern in der Bevölkerung geführt hätte.

Wenn man sich den Vorfall in Harrisburg ansieht, dann würde ich nicht unbedingt davon ausgehen, dass die Informationspolitik in einem westlichen Kraftwerk besser sein muß.

Gibt auch eine Videoseite von Elena Filatova:

http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/highres/highres.html

Man sollte sich aber einem gewissen Gruselfaktor bewußt sein, wenn man sich Webseite und Videos anschauen will. Nur so als Hinweis.

Geschrieben
Ich bin allerdings immer noch davon überzeugt, das sich solch eine Kathastrophe in einem westlichen AKW nicht ereignet hätte. Erstens sind diese Kernkraftwerke besser konstruiert, zweitens wäre die Informationspolitik vermutlich besser gewesen, was zu weniger Opfern in der Bevölkerung geführt hätte.

Aber es lag doch nicht (nur) an der Konstruktion, sondern an der falschen Bedienung. http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Tschernobyl

Und westliche Kraftwerke sind - wie mein Vorredner schon angedeutet hat - anscheinend auch nicht so viel besser, wie man in Schweden sieht.

Geschrieben

Schon verwunderlich/beängstigend wie man manche Dinge verdrängt :cry:

Ich habe das ganze damals sehr interessiert mitverfolgt, natürlich auch mit einer grossen Besorgnis um die Zukunft.

Im Gegensatz zu den russischen Medien, wurde in den anderen Ländern sehr ausführlich berichtet.

Geschrieben

Ich fand die oben gepostete Seite auch ziemlich ergreifend und als ich den Bericht gelesen hatte auch irgendwie beklemmend.

Auch das Foto vom "Elefantenfuß" finde ich irgendwie ehrfurchteinflößend...

6-4.jpg

Ist nicht wirklich was besonderes, aber irgendwie komisch der Gedanke, dass dort wohl nie wieder ein Mensch hingelangen wird...

Wissenschaftler haben auch gesagt, dass kein Mensch vor 900 Jahren dort in dem Gebiet wieder wohnen kann...eine lange Zeit. Und wieder einmal zeigt sich, dass im Gegenteil zum Menschen, eine Maus niemals auf die Idee kommen würde eine Mausefalle zu bauen.

Ich war damals auch erst 3...hatte aber neulich meine Oma danach gefragt. Ich glaube, dass es erst 2 Tage später in den Nachrichten gezeigt wurde.

Auch übel fande ich, dass man sich damals bei der russischen Armee entscheiden konnte, ob man seinen Wehrdienst 2 Jahre lang in Afghanistan im Kugelhagel ableisten konnte oder 2 Minuten(!!!) am Reaktor zuschütten helfen...

Geschrieben

Ein absolut gruseliges Thema. Ich kann mich sogar noch recht gut daran erinnern, obwohl ich damals gerade mal 9 Jahre alt war. Aber wir hatten kurz darauf eine Feier und wir standen alle am Fenster und warteten auf die "gelben Wolken" am Himmel, die uns in den Nachrichten vorausgesagt wurden.

Am nächsten Tag regnete es und ich hatte tierische Angst, denn meine Eltern verboten mir nach draussen zu gehen, wegen dem verseuchten Regen.

Auch mein Lieblingsgetränk und -essen gab es für eine lange Zeit nicht mehr -> Kaba und CornFlakes. Wegen der Milch.

Erst kürzlich kam im Discovery Channel und auch von BBC Reportagen über den GAU von Tschernobyl.

Geschrieben
Aber es lag doch nicht (nur) an der Konstruktion, sondern an der falschen Bedienung. http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Tschernobyl

Und westliche Kraftwerke sind - wie mein Vorredner schon angedeutet hat - anscheinend auch nicht so viel besser, wie man in Schweden sieht.

Ohne kleinlich sein zu wollen: Wäre das AKW besser konstruiert gewesen, hätte es die Abfolge von Bedienfehlern nicht gegeben, weil Notfallsensoren oder organisatorische Lösungen (!) das verhindert hätten...

Die AKW der neuen Generation sind sicher besser als dieser uralte Typ der in der Ukraine zum Einsatz kam.

Gruseliges Thema, stimmt...

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Geschrieben
Geschrieben

Hallo Veilside,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben

Sowas was in Tschernobyl passiert ist kann hier nicht passieren, da hier Wasser als Moderator verwendet wird und dort wurde Graphit verwendet. Der Moderator dient um die Neutronen abzubremsen, würde dies nicht geschehen, würden die Neutronen durch die Kerne "durchrasen" ohne den Kern zu spalten.

Wenn es zu viele Kernspaltungen gibt, verdampft das Wasser und es enstehen keine weiteren Kernspaltungen.

Ausserdem hatten die dort alle Sicherheitswarnungen ausgeschaltet. Sie waren halt ein wenig neugierig.

Auf N24 gibt es da auch eine nette Reportage, werde sie nächstes mal aufnhemen.

//edit

http://www.reyl.de/tschernobyl/

Nette Seite die ich gerade gefunden hab.

Geschrieben

Ob es jetzt daran lag das es ein Ostblockkraftwerk war oder nicht, ist glaube völlig unerheblich. Es ist aber interessant, wie manche Menschen anscheinend immernoch denken... :(

Auf DMAX kam vor vielleicht einem Monat mal ein Beitrag zu dem Thema.

Ich fand ihn sehr interessant, vorallem die Bemerkung das die Russen es vor den Amerikaner geheim halten wollten aber die Amis es bereits 23Sek nach der Explosion dank Satelitten wussten... ...vermutlich eher als die Russische Regierung selber X-)

Enstanden soll das ganze ja sein (Bericht von DMAX), da wohl relative "Neulinge" , die aber als "erfahren" galten, die Führung im Kraftwerk hatten.

Soweit ja nix schlimmes, allerdings wollte irgend eine Behörde das ein Sicherheitstest durchgeführt wird, der aber erst für die darauffolgende Schicht geplant war wo dann auch die "älteren" (ich nenne sie mal so) anwesend gewesen wären.

Als es bereits zu den ersten Komplikationen kam, muss wohl von Seiten der Behörden der Abbruch des Testes verboten wurden sein...

Ab da nahm das Schicksal seinen Lauf.

Da der Reaktor keinen selbstständigen Stromgenerator hatte, sondern nur an seinem eigenen Strom hing, konnten die Turbienen nicht weiter angetrieben werden ohne dem radioaktivem Material das Kühlwasser zu entziehen. Ab hier kommt Fachwissen zur Funktionsweise des AKW ins spiel, was ich nicht habe...

...Jedenfalls musste in dem Kühlkreislauf irgendwie was passieren, was aber wieder zur Folge gehabt hat, das man wieder von vorn anfangen musste. Quasi wie eine Endlosschleife, was aber nicht ging, weil irgendwann die Kapazität des machbarem erreicht war...

Evtl. kommt der Beitrag ja nochmal.

Bei den anschließenden Aufräumarbeiten starben etwa 2/3 der "freiwilligen Helfer". Die anderen zogen sich gesundheitliche Schäden zu.

Es wurde auch der damalige Komandeur der Einsatztruppe interviewed.

Er sagte nur, das er sich gegen den Befehl von "Oben" geweigert habe, ihm aber keine andere Wahl blieb... Was daran wahr ist, wird heute sicherlich kaum einer nachvollziehen können, aber ich könnte mir schon sehr gut vorstellen, das er auch nur dazu gezwungen wurde.

Sei es drum, was damals passiert ist kann keiner mehr ändern, man konnte nur aus den gemachten Fehlern lernen. Evtl. ist es ja genau das, was den Unterschied zu heutigen AKW's macht. - auch wenn ich damit die potentielle Gefährlichkeit der AKW's nicht überspielen möchte.

Es wurde auch zum Abschluss gesagt, das die tatächlich Anzahl der Todesopfer noch garnicht feststeht, da seit dem Vorfall einige Krebsarten aufgetaucht sind, die vermutlich mit dem Vorfall zusammenhängen...

Ich selber kann dazu garnichts sagen, da ich erst etwas mehr als ein Jahr alt war...

EDIT: Ich lese gerade bei -elenafilatova.com- das es da auch so in etwa drinne steht.

Geschrieben
Ob es jetzt daran lag das es ein Ostblockkraftwerk war oder nicht, ist glaube völlig unerheblich. Es ist aber interessant, wie manche Menschen anscheinend immernoch denken... :(

Das "manche Menschen" beziehe ich jetzt einfach mal auf mich: Etwas weniger Geringschätzung bei den einleitenden Worten wäre sicher angemessen gewesen. Fall ich Dich aber falsch verstanden habe, dann sorry...

Da Du Dich ja nicht daran erinnern kannst:, 1986 gabs die Mauer noch und es gab für die Menschen hier ein "Gut" (= Westliche Staaten) und ein "Böse" (= sozialistisch regierte Staaten im Osten). Sowas vergißt man nicht so leicht. Bloß weil Du Dich nicht daran erinnern kannst, könnte es ja durchaus sein, dass es Menschen gibt, für die dieses Weltbild über Jahrzehnte zum Leben gehörte und deswegen einfach nicht so leicht zu vergessen ist.

Auch damals gab es schon besser Technologie auf der westlichen Seite, die auf Grund von Kostendruck bei den russischen AKW's NICHT verwendet wurde.

Die Soldaten die dort als Liquidatoren tätig waren und dann starben hatten sicher KEINE Wahl. Viele wußten doch gar nicht, was es bedeutet aufs Dach von Block 4 zu gehen und Trümmer nach unten "ins Loch" zu werfen und sie wurden auch nicht darauf hingewiesen. Hätten Sie sich geweigert, dann wäre das der eigenen Karriere sicher ziemlich abträglich gewesen.

Von daher spielte es bei dem Ganzen Vorfall vom Beginn bis zum Ende eine riesige Rolle, WO das Ganze passiert ist.

Auch wenn's gruselig ist: Ich glaub wirklich nicht, dass mit dem Ende des Sozialismus alle AKW's in z.B. Russland sofort modernisiert worden sind. Ich will aber eigentlich gar nicht drüber nachdenken, was das genau für uns alle bedeutet...8)

Geschrieben

Je länger ich mich nun wieder mit dem Theam beschäftige, umso gruseliger wird es auch für mich. Erst beim erneuten durchstöbern der Internetseiten über Tschernobyl bin ich über den Majak-Gau gestoßen. Davon hatte ich bis heute nichts gewußt!!!

Hatte bis heute Tschernobyl für den schlimmsten Unfall gehalten.

Geschrieben
Je länger ich mich nun wieder mit dem Theam beschäftige, umso gruseliger wird es auch für mich. Erst beim erneuten durchstöbern der Internetseiten über Tschernobyl bin ich über den Majak-Gau gestoßen. Davon hatte ich bis heute nichts gewußt!!!

Hatte bis heute Tschernobyl für den schlimmsten Unfall gehalten.

http://www.ask1.org/modules.php?name=dieredaktion&file=artikel&id=67 :-o :-o

Schaut euch die Daten der radioaktiven Belastung an...:puke:

Geschrieben
Die Soldaten die dort als Liquidatoren tätig waren und dann starben hatten sicher KEINE Wahl. Viele wußten doch gar nicht, was es bedeutet aufs Dach von Block 4 zu gehen und Trümmer nach unten "ins Loch" zu werfen und sie wurden auch nicht darauf hingewiesen. Hätten Sie sich geweigert, dann wäre das der eigenen Karriere sicher ziemlich abträglich gewesen.

Doch sie hatten zum Teil eine Wahl. Wie schon gesagt, entweder 2 Jahre Auslandseinsatz in Afghanistan oder 2 Minuten als Liquidatoren in Tschernobyl den Reaktor zuschaufeln. Ok wahrscheinlich wussten sie nicht, was auf sie zukam, aber wenn ich zwischen 2 Jahren und 2 Minuten wählen kann, dann muss einem doch auffallen, dass an der Sache irgendwas stinkt.

Warum finde ich keine Bilder von Majak? Nur eben von Leuchttürmen, aber keine der Anlage...

Es gibt auch ein Buch über den Vorfall in Tschernobyl. Es ist ein Roman von einem russischen Autor. Picknick am Wegesrand heisst es. Manche Schulen in Dtl. habe es sogar als Lektüre ins Programm genommen. Allerdings ist es eher fiktiv und diente als Vorlage zum PC Spiel S.T.A.L.K.E.R. - Shadow of Chernobyl. Habe es mir mal bestellt, ist allerdings im Moment vergriffen...

Geschrieben

Warum finde ich keine Bilder von Majak? Nur eben von Leuchttürmen, aber keine der Anlage...

Weil Russland erst 1989 der Weltatombehörde davon berichtete. Davor war Majak eines der geheimsten sowjetischen Lager. Keiner der nicht dort wohnte, wußte dass es Majak gab. Es war, wie viele anderen militärische Objekte in der ehemaligen Sowjetunion, nicht in einer Karte eingezeichnet.

Dort wurde das waffenfähige Plutonium der Sowjets hergestellt, daher wurden auch nie Bilder gemacht.

Heute kann man es über GoogleEarth finden

Geschrieben

Nur über Google Earth?! Es wurden also seit 1989 überhaupt keine Fotos gemacht? Es wurde doch 2003 stillgelegt...

Welches Mayal bei Google Earth ist es denn? ich bekomme ziemlich viele und alle in Russland.

Geschrieben

Majak wird bis heute eigentlich immernoch nicht als Stadt genannt und gezeigt. Am leichtesten findet man Majak bei Google, wenn man die Städte Kyshtym oder Ozyorsk eingibt. Kyshtym liegt westlich, Ozyorsk nordwestlich von Majak.

Majak wird wie gesagt selbst nicht bei GoogleEarth als Stadt angezeigt. Man kann aber von oben die alten Anreicherungshallen sehen. Das Städtchen ist nicht besonders groß.

Hier die Koordinaten: 55°41'45.73°N 60°48'03.60°O

Etwas südöstlich von Majak sieht man einen ausgetrockneten See, der zur Hälfte sogar mit Beton bedeckt ist. Dieser See, bzw. was mal früher ein See war, gilt heute als der gefährlichste Fleck auf der Erde.

Ich kenn mich selber zwar nicht aus, aber wenn man mal folgendes betrachtet:

Laut wikipedia.de spricht man bei der sogenannten Strahlungsdosis von Sievert (Sv). Ab 1 - 2 Sv spricht man bereits von einer leichten Strahlenkrankheit, mit ca. 10% Todesfällen. Die Krankheitsarten steigen an, bis man bei 6 Sv ist, das ist dann eine akute Strahlenkrankheit, mit 100% tödlichem Ausgang nach 14 Tagen. Alles hier nachzulesen

Bei dem oben genannten See soll aber eine Strahlungsdosis von über 70Sv vorhanden sein!!!!

Geschrieben

Hammer! Tschernobyl war so ziemlich eines der schrecklichsten Erlebnisse meiner ersten Schuljahre. Ich war damals knapp sechs, und an dem Tag an dem der ganze Mist über Bayern runterregnete, waren meine Eltern mit mir und meiner Schwester beim Wohnwagenkauf. Seit dem hab ich immer ein komisches Gefühl bei nem Sommerregen, auch wenn ich das eigentlich ganz gern mag. Das schlimmste ist aber, dass die sowjetischen Behörden erst sehr viel später mit der ganzen Wahrheit rausrückten!!

Das mit dem Müsli und Kaba kenn ich noch zugut. Wir mussten auf einmal auf Milchprodukte verzichten, was meinen damaligen Unmut auf den Ostblock noch verstärkte ;) Ausserdem konnte man draussen nicht mehr unvergnügt mit den Nachbarskindern krumme Sachen machen, weil man ständig von den Eltern genötigt wurde, drinnen zu bleiben oder sich zu waschen!!!! Und das im letzten Jahr vor der Schule!!!!!

Vergleicht man das damalige Aufbegehren gegen die Atomkraft mit der heutigen - gut, westliche Atommeiler sind wohl sicherer, aber in Bayern ist man nie gerade weit von Temelin entfernt - kommt man schon öfter zum nachdenken, was mit der Anti-Atomkraftlobby geworden ist.

Geschrieben

Schon irgendwie interessant, dass das Thema alle als "gruselig" abstempeln.

Was ich so beeindruckend finde ist, dass wenn man sich die Gegend um Tschernobyl ansieht, Prypjat zB, dann sieht es da ja den Umständen normal aus. Die Natur hat sich in 20 Jahren halt die Gegend wieder zurückgeholt, aber ansonsten ist ja alles noch normal.

Auch der Reaktor. Er hat nur ein unspektakuläres Loch, welches wirklich nicht verheerend aussieht. Halt wie nach einer "normalen" Explosion. Aber die Wirkung ist so ungeheuerlich. Und man sieht sie nicht. Schon erstaunlich, wie wir Menschen es immer wieder hinbekommen, ganze Gegenden dem Erdboden gleichzumachen. 900 Jahre bis das Gebiet wieder bewohnbar ist...

Geschrieben
Was ich so beeindruckend finde ist, dass wenn man sich die Gegend um Tschernobyl ansieht, Prypjat zB, dann sieht es da ja den Umständen normal aus. Die Natur hat sich in 20 Jahren halt die Gegend wieder zurückgeholt, aber ansonsten ist ja alles noch normal.

Vermehrte Albinoquote bei Wildtieren, mutierte Äpfel, kranke Bäume uvm. sind nicht normal. Schau Dir mal ein paar Reiseberichte an. Gerade bei den schnell wachsenden Organismen sind die Mutationen durchaus schon jetzt zu erkennen.

Geschrieben
Vermehrte Albinoquote bei Wildtieren, mutierte Äpfel, kranke Bäume uvm. sind nicht normal. Schau Dir mal ein paar Reiseberichte an. Gerade bei den schnell wachsenden Organismen sind die Mutationen durchaus schon jetzt zu erkennen.

Ich kenne die Bilder von Mutationen. Das meinte ich aber auch nicht, sondern nur auf die Stadt und deren Gebäude bezogen.

  • 3 Wochen später...
Geschrieben

Danke für das Video. Ist wirklich erstaunlich und beängstigend, was da damals los war.

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