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isderaimperator

Isdera Imperator 108i

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isderaimperator
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So Ihr Lieben,

nachdem ich mich ja schon vorgestellt habe, möchte ich Euch nun in unregelmässigen Abständen über den Wiederaufbau meines Isdera Imperators informieren und teilhaben lassen.

Sicherlich nicht ganz ohne Hintergedanken, denn Fragen habe ich auch hier und da. - Und wo wäre ich besser aufgehoben als in diesem Forum.

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isderaimperator
Geschrieben

Zur Zeit wird gerade die Kliamanlage auf FCKW-frei umgerüstet. Leider kein sehr günstiges Vergnügen. Die grobe Kostenschätzung beläuft sich auf 2.000,00 EUR. Leider sind beim damaligen Unfall einige Leitungen abgerissen worden, welche nun erneuert bzw. angefertigt werden müssen. Dadurch war das System auch geöffnet, was wohl ebenfalls zu der teuren Instandsetzung führt. Die Klimaanlage stammt aus dem Porsche 928.

Danach werden wir die Elektrik überprüfen. Falls nötig diese erneuern oder erweitern, da wir einige Extras eingebaut haben, welche es ab "Werk" nie gab. (ZV, Parkboy, AutoLight, Head-up-display etc..)

Paralell dazu wird eine Motorinspektion durchgeführt.

Vor 2 Wochen hat der Wagen das erste mal eine kurze Ausfahrt mitgemacht. Einmal zur Tanke und zurück. Dabei ruckelte der Motor ein wenig und ging leider auch 1mal aus. Allerdings haben wir die (Steinzeit-)Steuerung noch nicht auf bleifrei eingestellt und die Zündkerzen nur gereinigt. Ansonsten war ich sehr überrascht, dass der Motor nach über 10 Jahren Standzeit so problemlos anspringt und einigermassen sauber läuft.

========

Was raten mir die Schrauber dieses Forums? Was sollen wir alles ersetzen, bzw. kontrollieren, wenn der Motor so lange gestanden hat? (Hab mal gehöhrt, dass man gewisse Dinge nicht anpacken soll, wenn sie noch laufen, bzw. funktionieren)

Querdenker
Geschrieben

Ich fänds sehr toll wenn nach der Restaurierung ein Fahrvideo Einzug ins Forum erhielt :wink:

isderaimperator
Geschrieben

Hallo Querdenker,

auf jeden Fall werden wir ein paar Videos drehen. Ich habe sogar schon eine Anfrage von einer TV-Produktionsgesellschaft, welche den Wagen im Vergleich mit einen Hubschrauber filmen wollen.

isderaimperator
Geschrieben

Ich habe folgende Rad-Reifen-Dimensionen:

Reifen / Felgen vorn: 285 /40 ZR15 Pirelli P7R

Reifen / Felgen hinten: 345 /35 VR15 Pirelli P7R

Leider finde ich nirgends einen Anbieter, welcher mir solche Dimensionen anbieten kann. Zwar gibt es die Vorderräder

bei Yokohama und die Hinterreifen von Pirelli,

aber ich fahre ungern 2 verschiedene Fabrikate.

Ich denke doch, dass die Countachs aus meinem Baujahr ähnliche, wenn nicht sogar die selben Dimensionen fahren.

Bin für jeden Tip dankbar.

saugmotor
Geschrieben

Könntest du bitte etwas zur Geschichte und den Fahrleistungen des Wagens erzählen? Die Rückfront erinnert an den W126.

Sieht unglaublich gut aus, dein Auto. :-))!

isderaimperator
Geschrieben

Nachdem Mercedes Benz 1968 den Wankelmotorprototypen C111 präsentierte, fing der Designer Eberhard Schulz (Isdera, bb), damals bei Porsche beschäftigt, damit an

(s)einen Mercedes Sportwagen zu bauen, welcher die Reihe Silberpfeil, 300 SL, C111 fortführen sollte.

1978 stellte er ihn der Öffentlichkeit vor. Es war die einzige Mercedes Studie, welche nicht im Werk entstand, aber trotzdem den Stern tragen durfte. Zur damaligen Zeitpunkt wurden bei Mercedes keine Sportwagen gebaut und auch diese Studie durfte nicht in Produktion gehen. Das fand Herr Schulz gar nicht gut und gründete daher einfach seine eigene Automanufaktur. 1983 fertigte er seinen flachen Spyder und ab 84 den Imperator 108 i, den optisch etwas gereifteren CW 311. Man kann den immer noch kaufen, allerdings mit Facelift, was ihm die Mercedes Optik nimmt. Kostet dann mal eben 232.000 EUR

http://www.leonberg.com/isdera

Meiner ist die Nr 14 von insgesamt zZ. 30 weltweit

z.Z. im Wiederaufbau (90%)

Mercedes-Benz V8 5,6 l mit 300 PS

Getriebe: (ZF -5-Gang)

Gewicht: ca 1.250 Kg

0-100: 4,8 - 5,4 Sec. (je nach Übersetzung)

Topspeed: 282 - ca.300 Km/h (je nach Übersetzung)

CW-Wert: 0,3815

L/B/H: 4220 / 1835 / 1135 (inkl. Dachspiegel)

Reifen / Felgen vorn: 285 /40 ZR15 Pirelli P7R

Reifen / Felgen hinten: 345 /35 VR15 Pirelli P7R

Tank: 110 Liter inkl. Catchtank

Kofferaum: Hinten: ca. 330 Liter,

Vorne: Stillgelegt, jetzt nur noch Wasserkühler etc.

Klima

sponsored by in.pro & Canorum entertainment

in-pro.de........&........canorum.de

Wer will, kann sich mein komplettes Album bei Arcor.de anschauen: Sport&Freizeit, Motorsport, Name des Albums Isdera_imperator.

Oder unten auf den Link Garage klicken

HOLZ
Geschrieben

Hallo,

möchte dich hiermit auch erstmal begrüßen. Ich findes es absolut faszienierend, dass du uns an deinem Traum teilhaben lässt und die Wiederbelebung deines Isdera für die Fans dokumentierts. Das ist wirklich ein außergewöhnlicher Wagen.

Es ist erstaunlich und irgendwie tragisch wie solche Exoten eliminiert werden, wie bei deinem - schon mehrere Unfälle oder ich mich noch an ein Foto in der Auto Bild erinnere, wo ein Imperator, ich glaube in GB ausgebrannt ist. Auch ist es verwunderlich wie man einen solchen Sportwagen irgendwo auf einem Hof unter einer Plane vergammeln lassen kann. Zum Glück hast du dem Elend eine Ende bereitet.

So wie ich mitbekommen habe, hast du an deinem Wagen diverse Änderungen vorgenommen. War es für dich nicht Thema die Originalität beizubehalten oder war es für dich eine leichte Entscheidung den Wagen zu individualisieren?

Hast du denn wirklich vor den Wagen auf der Nordschleife zu bewegen und auszureizen? Ich meine, dass ist ja kein Seriensportwagen, wie ein GT3, Turbo, 360 oder ähnliches sondern meiner Ansicht nach ein automobiles Denkmal welches nie und nimmer zu ersetzen ist.

Autopista
Geschrieben

Hallo Imperator,

Tolles Auto :-))!

Viele Informationen rund um den alten Mercedes V8 kannst du in diesem Forum finden:

 

Es ist nicht zu empfehlen, die alten Motoren mit bleifreiem Benzin zu betreiben. Auch eine Umrüstung wurde seinerzeit von Mercedes-Benz nicht empfohlen. Besser einen Bleizusatz verwenden.

Nach so einer langen Standzeit solltest du vielleicht mal die Gummidichtungen überprüfen. Ölverlust ist immer ein wichtiger Punkt. Kommt eine Ölfahne aus dem Auspuff? Steigt der Ölstand nach einer bestimmten Zeit an? Falls ja sind die Kolbenringe verschlissen, der Sprit versetzt die Schmierung, auf Dauer --> Motorschaden.

Ansonsten dürfte der Motor keine Probleme machen.

Karl
Geschrieben
saugmotor schrieb:
Könntest du bitte etwas zur Geschichte und den Fahrleistungen des Wagens erzählen? Die Rückfront erinnert an den W126.

Zur Geschichte:

Der Veredler b+b (Rainer Buchmann) war in den späten 70er und frühen 80er Jahren ähnlich erfolgreich wie Styling Garage, Sbarro, Rinspeed und Gemballa. Man baute regenbogenfarbene Porsche und Mercedes-Benz für die Königshäuser dieser Welt. Gold, HiFi, innovative digitale Anzeigen und opulentes Spoilerwerk zeichneten jedes Auto aus.

1979 präsentierte man in Frankfurt auf der IAA den CW 311, einen Prototyp mit Mercedes-Benz-V8 und Flügeltüren. Gebaut hatte ihn Eberhard Schulz, der seinerzeit bei b+b arbeitete. Der Wagen war ein Ereignis, Mercedes-Benz erlaubte es b+b sogar offiziell, den Stern auf den Wagen zu platzieren.

 

Der Wagen ging durch die Weltpresse, sogar Niki Lauda fuhr ihn und berichtete gutes. Doch b+b wollte nicht verkaufen, obwohl man die Blankoschecks vor allem aus dem Nahen Osten nur so hereinschaufelte.

Eberhard Schulz und Rainer Buchmann trennten sich Anfang der 80er, die Interessen waren zu verschieden. Schulz gründete Isdera (Ingenieurbüro für Styling, Design, Racing) und baute den CW 311 selber, den er Imperator nannte. Von dem Wagen wurden dann über die Jahre unter 30 gebaut.

1991 gab es ein "Facelift", was vor allem den Zulassungsbestimmungen der Schweiz zu verdanken war. Diese 2. Serie kam auf weniger als 5 Exemplare.

In meiner Signatur hast Du unten rechts den Imperator der 1. Serie neben dem Isdera Spyder 036i. Rechts oben die 2. Serie, das Auto war mal dunkelblau und steht jetzt in Belgien. Links ist der bekannte Isdera Commendatore 112i 6.0, leider ein Einzelstück.

Christian besitzt einen Imperator der 1. Serie, den er in Richtung CW 311 stylen will. Unbedarfte Zeitgenossen werden seinen Isdera daher für einen (neuen) Sportwagen von Mercedes-Benz halten, er - Christian - wird noch die eine oder andere Frage an den Tankstellen dieser Republik beantworten dürfen 8) ...

isderaimperator
Geschrieben

Hallo "Holz", danke für die Begrüssung.

Ja, die Nr. 14 hat schon viel mitgemacht und ging durch viele Hände. Aber damit soll jetzt Schluss sein. Unter der Plane stand er auch nur so lange, weil der damalige Käufer keine Chance auf Teile hatte. Dann gab es wohl auch finanzielle Probleme und ich habe ihn erst dann kaufen können.

Sicherlich ist das mit der Originalität so eine Sache. Allerdings waren alle Isderas quasi Einzelanfertigungen. Meine Heckhaube passt nur auf meinen Typen und umgekehrt. Beim Probesitzen in anderen 108er stellte ich sogar unterschiedlich grosse Innenräume fest. Dann gab es z.B. auch einen Zwitter zwischen 1. Serie und dem Nachfolgermodell ab 91, genannt 108 i EVO, welcher ebenfalls dem Herrn Klöti aus der CH gehört (der hat auch noch den Commendatore und einen 108er der Serie 2. Alle drei waren kürzlich wieder auf RTL zu sehen (Menschen und Ihr Sammlertick o.ä.))

Alle Teile der Karosserie sind Originalteile, entweder neu, bzw. wieder reparierte. Mein Frontdeckel lässt sich ohne weiteres wieder mit dem Originaldeckel austauschen, ebenfalls der Lüftungsgittereinsatz über dem Motor. Einzig die Türschlösser und Griffe würden mehr Aufwand machen. Auch die Heckschürtze könnte man wieder dem Original angleichen, da von innen die originalen Schlitze sichtbar sind und nur von aussen die Radien aufgesetzt wurden. Hier müsste man dann aber wieder spachteln und lackieren. Der Auspuffanbau kann demontiert werden. Der ist eine Anspielung an den ersten Isdera, dem Erator, welchen ebenfalls ein Mittelauspuff schmückt.

In erster Linie habe ich nur die Bereiche umgeändert, welche mir nun gar nicht gefielen. Die Fahrzeugfront ziert ein nachgebildeter CW 311 Grill und ist ein Wechselgrill, der mit dem Originalgrill getauscht werden kann. Diese Front finde ich viel besser als die Originale von Isdera mit Golfblinkern.

Einige Teile haben wir aus Aluminium hergestellt ("Crashbox", Seitenschweller, Front und Kofferraumdeckel) da wir das Material besser fanden (Gewicht), bzw. die Oberflächenqualität besser ist.

Ich finde den Wagen geradezu predestiniert für die Nordschleife. Sicherlich wird er sich nicht so einfach und schnell über die NS bewegenlassen wie ein GT3, aber letztentlich ist er ja wie ein Gruppe C Rennwagen gebaut, was noch viel Spielraum bzgl. des Fahrwerkes zulässt. Auch im unschönen Fall eines Unfalles lässt sich der Wagen für mich einfacher und billiger reparieren als ein kaltverformter Porsche. Der Gitterrohrrahmen ist sehr stabil und sehr geschützt . Und selbst wenn er sich mal verziehen sollte, braucht man ihm einfach nur ein neues Stück einsetzen. Die Karosserie, bricht und kann (wie in den letzten Jahren bewiesen) einfach repariert werden. Aber so weit will ich es auch nicht treiben. Aber eine Runde unter 8:45 sollte schon drin sein O:-)

@ Autopista

vielen Dank für den Link. Habe da sofort eine Anfrage gestartet. Allerdings sollte Bleifrei kein Thema sein, zumal es den Motor ja auch mit KAT gab und vorher schon in die USA exportiert wurde. Da gibt es wohl so eine Art Stecker, den man wohl nur umdrehen muss, dann verträgt er auch Bleifrei.

Mal sehen, was das dortige Forum so an Infos bietet

@ Karl

Leider kann man Dein eingefügtes Bild nicht sehen (CW 311?). Mit der Verwechslungsgefahr hast Du natürlich recht. Aber auch im Benz-look werden Isdera Zeichen deutlich erkennbar sein. Alle Sterne lassen sich umstecken zu Isdra Adler und Emblemen.

Der originale CW 311 fährt oder steht in Hong Kong, soll mittlerweile sogar einen Ford Motor implantiert bekommen haben. :cry: Die Familie Schulz versucht schon lange den CW 311 wieder in die eigenen Hände zu bekommen.

post-30511-14435305344622_thumb.jpg

isderaimperator
Geschrieben

Nachtrag:

@Autopista

"Hier die ersten Antworten bzgl. Motor vom DB Forum:

Du kannst den Wagen ohne Umbauten bleifrei fahren, dafür ist er seit jeher gedacht. Den Stecker im Motorraum drehst du nur, wenn du z.b. in Ostblockländern nur normal Benzin, bzw. schlechte Spritqualität hast. Verändert dann die Zündung.

Tja was musst/solltest du machen. Wenn er läuft ist schon mal gut. Auf jeden Fall sämtliche Betriebsstoffe wechseln. Motoröl mit Filter, Zündkerzen, Luftfilter, Kraftstofffilter. Ich würde dann erst mal richtig laufen lassen und dann weiterschauen. Nach so langer Zeit

sind gerne die Einspritzdüsen etwas zu und einige Gummidichtungen/Simmerringe hart geworden.

Der Eintrag mit dem Hubraum müsste passen, Mercedes gibt zwar 5547 an, aber ich habe im Schein auch 5491 stehen (mit Kat, ist aber glaube ich egal). Entweder haben die Zulassungsstellen andere Daten, oder die Zahl wird bei denen anders berechnet. "

@ Karl

sehr schönes Avantar. Ich sehe, Du hast verstanden O:-)

Autopista
Geschrieben

Wenn dein Motor auch BJ.88 ist, dann hast du von vornherein bereits die hochverdichtete Variante. Insofern ist diese Info bzgl. bleifreiem Benzin richtig.

Ansonsten solltest du die genannten Dinge beherzigen. Achte mal besonders drauf ob der Motor Fehlluft ansaugt. Meistens stimmt dann etwas mit dem bereits erwähnten Simmeringen nicht.

isderaimperator
Geschrieben

Ich hoffe, dass der Motor auch Bj 88 ist. Erklär mir mal bitte den Begriff Simmerringe. Den höre ich tatsächlich immer als Erstes. Was sind das und was machen die genau?

Autopista
Geschrieben

Ein Simmerring ist nichts anderes als eine Wellendichtung.

Die wird in jedem Auto verwendet, an mehreren Stellen, sei es an der Kurbelwelle, Nockenwelle, Getriebe, Differential, etc....

Bei den W126 Motoren wird oftmals der Simmerring am vorderen Getriebeausgang undicht, weil das Öl nach längerem Stehen dort etwas drückt. Das dürfte bei dir aber nicht der Fall sein. Beim Isdera kenn ich mich da nicht wirklich aus. Hatte bisher noch keinen....... O:-)

Es ist auch möglich, daß ein Simmerring / Dichtung im Ansaugtrakt undicht wird, der Motor saugt dann (dreckige) Fehlluft an. Nicht so toll.

Wie gesagt, sind aber alles ungewöhnliche Mängel, taucht normalerweise nicht auf.

isderaimperator
Geschrieben

@ Autopista:

Danke für die Erklärungen. Ich werds kontrollieren lassen.

Karl
Geschrieben
isderaimperator schrieb:
@ Karl

Leider kann man Dein eingefügtes Bild nicht sehen (CW 311?).

Hab' jetzt zwei andere Fotos verlinkt.

Schaut euch das mal an:

 

Angeblich ein 190 E 5.0 V8 von Eberhard Schulz für Roland Affolter...

isderaimperator
Geschrieben

Hab' jetzt zwei andere Fotos verlinkt.

Sehe nur eins :-?

Ich glaube nicht, dass das ein Wagen von Schulz ist. 1984 hieß die Firma ja schon Isdera. Auf dem Tacho steht Schulztuning. Ich meine mich aber erinnern zu können, dass es mal eine Firma Schulz gab. Die bauten 190 Cabrios, Kombis und Pickups. Die standen auch immer alle hochbeinig wie der gezeigte 190 er rum. Ich habe mal bei dem Sohn nachgefragt (@). Info kommt sicherlich bis morgen.

Karl
Geschrieben
[ich glaube nicht, dass das ein Wagen von Schulz ist. 1984 hieß die Firma ja schon Isdera. Auf dem Tacho steht Schulztuning. Ich meine mich aber erinnern zu können, dass es mal eine Firma Schulz gab. Die bauten 190 Cabrios, Kombis und Pickups. Die standen auch immer alle hochbeinig wie der gezeigte 190 er rum. Ich habe mal bei dem Sohn nachgefragt (@). Info kommt sicherlich bis morgen.

Daher auch:

Angeblich...

Kenne Schulz als Veredler aus den 80er auch, die haben mit Isdera nichts zu tun...

isderaimperator
Geschrieben

... und hier die Antwort von Isdera

"Hallo Christian,

da hat wohl sich einer mit dem Namen in Verbindung bringen wollen.

Der 190er hat mit Paps oder dem CW 311 nichts zu tun. Würde mich nur

interesieren wo das Bild vom CW 311 herkommt. Aber Paps hatte nichts mit Schulztuning am Hut, wobei wenn der V8 mit richtig viel Leistung wäre,

könnte man damit nette Kreise ziehen....

Viele Grüße

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Schulz

MB-technology GmbH"

@ Karl : Das "angbelich" hatte ich schon verstanden. Wie Du siehst versuchen sich schon andere mit dem Namen Schulz einen Vorteil zu verschaffen. Wird wohl mehr werden...

O:-)

Karl
Geschrieben
@ Karl : Das "angbelich" hatte ich schon verstanden. Wie Du siehst versuchen sich schon andere mit dem Namen Schulz einen Vorteil zu verschaffen. Wird wohl mehr werden...

O:-)

Um die Sache mal ein bisschen aufzudröseln: Eberhard Schulz ist Isdera, Erich Schulz ist Schulz Tuning.

Die Firma Schulz machte sich in den 80er vor allem aufgrund ihrer bemerkenswerten Umbauten zum Thema 190 E einen Namen. Man baute beispielsweise mit ABC Tuning das einzige Cabriolet – zweitürig – , man baute als einzige Firma ein Coupé auf Basis des 190 E, welches dem SEC (C126) nachempfunden war (keine B-Säule, SEC-Haube usw.), man baute die Motoren der S-Klasse (W126) in den 190 E, und dabei sowohl die Sechszylinder als auch – wie angesprochen – den großen 5.0L-V8 mit 231 PS und 405 Nm bei 3000/min.

Übertroffen wurde man diesbezüglich nur noch von Turbo-Umbauten von zum Beispiel Turbo Motors oder LOTEC. Letztere stellten einen 190 E 2.3 – 16 Turbo mit 300 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Nm bei 4500/min auf die Räder. Man sagte dem Wagen eine Höchstgeschwindigkeit von über 260 km/h und die Fähigkeit, in unter 6 s auf 100 km/h zu sprinten nach..., in einem 190 E!

Des weiteren veredelte Schulz natürlich die E-Klasse (W124) und vor allem die S-Klasse. Hierbei tat er sich durch die seinerzeit längste Pullman-Version und durch ein elegantes viertüriges Cabriolet auf Basis der S-Klasse hervor, welches sogar eine elegantere Linienführung aufwies als jenes von Caruna aus der Schweiz, denn der Knick in der Seitenlinie in Höhe der imaginären B-Säule fehlte.

Ach ja: Einen Umbau mit einem Verdeck ähnlich dem BMW 3er Topcabriolet (E36) von Baur stellte man vom 190 E ebenfalls auf die Räder...

Was den blauen 190er angeht: Da hat jemand aus Unwissenheit die beiden Schulz'es zusammengepackt. Obwohl Eberhard Schulz unter dem Namen Isdera seinerzeit auch einen schnöden optischen Umbausatz für ein Fremdfabrikat anbot. Allerdings für den Porsche 928...

Autopista
Geschrieben
Man baute beispielsweise mit ABC Tuning das einzige Cabriolet – zweitürig – , man baute als einzige Firma ein Coupé auf Basis des 190 E, welches dem SEC (C126) nachempfunden war (keine B-Säule, SEC-Haube usw.), man baute die Motoren der S-Klasse (W126) in den 190 E, und dabei sowohl die Sechszylinder als auch – wie angesprochen – den großen 5.0L-V8 mit 231 PS und 405 Nm bei 3000/min.

Übertroffen wurde man diesbezüglich nur noch von Turbo-Umbauten von zum Beispiel Turbo Motors oder LOTEC. Letztere stellten einen 190 E 2.3 – 16 Turbo mit 300 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Nm bei 4500/min auf die Räder. Man sagte dem Wagen eine Höchstgeschwindigkeit von über 260 km/h und die Fähigkeit, in unter 6 s auf 100 km/h zu sprinten nach..., in einem 190 E!

Etwas offtopic:

Es gab viele interessante Umbauten für den 190er. Der interessanteste Motor war meiner Ansicht nach dieser:

http://www.hagmann.com/mbproduktlinie/34litersportmotor.html

Was viele nicht wissen. Man konnte damals schon beim Mercedes Händler einen 190 E 3.2 AMG bestellen mit Werksgarantie! (neben den sehr seltenen Evo Exemplaren......)

Der angesprochene 190 E 2.3-16 Turbo stammte übrigends ürsprünglich von der Firma Albert in Österreich. Lotec und Turbo Systems kauften dieses System dort ein. Der Wagen wurde in der AMS getestet und ging in 5,5s von 0-100 bei 255km/h Topspeed. Albert entwickelte auch Turboumauten für die V8-Motoren............ O:-)

Karl
Geschrieben
Der angesprochene 190 E 2.3-16 Turbo stammte übrigends ürsprünglich von der Firma Albert in Österreich. Lotec und Turbo Systems kauften dieses System dort ein.

Koenig Specials gehörte soweit ich weiß auch zu den Kunden. Zumindest für einige Vorführwagen 8) ...

isderaimperator
Geschrieben

Hey Ihr Banausen,

dieser Thread ist ein Isdera Thread. Sonst bestehe ich auf eine eigene Rubrik unter "Auto Diskussionen". (Wäre eigentlich angebracht, wenn ich schon mal hier bin.)

@ Karl. Immer wieder bemerkenswert, was Du so alles über die alte Garde der Tuner etc. berichten kannst. Ich erinnere mich allerdings auch noch gut, nur nicht mehr so genau wie Du. :-))!

Wenn Schulzi (mein Meister) dass hört, was Du über seine 928 Anbauten so schreibst. Er hat bei Porsche viel an der Entwicklung des 928 gearbeitet. Sein Aerokit verbesserte den Cw Wert des 28ers um über 10 % ( Laut Seiner Aussage brachte alleine der Frontspoiler 10% Verbesserung, ohne Tieferlegung) Kannst ja mal in seinem Buch nachschlagen.

Ebenso hat er für 944 und 911 Anbauteile entworfen. Die konnte man dann bei Porsche Exklusiv kaufen.

bzgl. LOTEC: Meint Ihr Lotec unter der Regie von Lotterschmied oder unter der Regie von Pietz, heute TTP. Unter Pietz kauften Köenig und Gemballa dort Ihre Leistungskits ein, mogelten allerdings ein Paar PS dazu, damit man es nicht sofort bemerkte. Lotec wird heute wieder von Lotterschmied geführt, weil der Pietz die Lizenz nicht zahlen mochte oder konnte.

@ all

nachfolgend ein paar Bilder vom 1. Isdera, dem Erator, welcher 1969 entstand, dann aber immer wieder umgebaut und weiterentwickelt wurde. Mit dem Auto fuhr der junge Schulz, zwecks Jobsuche, damals bei Mercedes und Porsche vor. Antoine Lapine, der damalige Porsche Chefdesigner, hat Ihn dann sofort eingestellt, obwohl er vorher schon bei den MB und Porsche Ingenieuren ein Job hätte haben können.

Motobasis. 5,6 Liter MB V8

Tockensumpfschmierung, offene Tröten, 6 Liter 2 Ventiler, standfeste 450 PS bei 6.800 U/min. Sprittverbrauch dann so in der Stunde bei ca. 55 Liter, (Zitat Schulz: Aber egal...Spaß muss sein!!)

post-30511-14435305348155_thumb.jpg

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Karl
Geschrieben
Hey Ihr Banausen,

dieser Thread ist ein Isdera Thread. Sonst bestehe ich auf eine eigene Rubrik unter "Auto Diskussionen". (Wäre eigentlich angebracht, wenn ich schon mal hier bin.)

Ist ja gut, Du Mimose ;-) ...

Nur für Dich daher hier der Link zu einem netten Film mit dem Isdera Commendatore 112i..., Text und Sprecher „Dosenbaron“ Albert Klöti...:

http://www.frizzey.com/C112.htm

Wer da nicht schwach wird...

Ich werfe jetzt einfach mal in den Raum, dass der Isdera Commendatore 112i zumindest für mich der schönste Sportwagen der 90er Jahre ist...

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      das hier ist mein erster Beitrag und ich möchte mich als BMW M5 F10 Fahrer vorstellen. Ich habe hier oft im Stillen mitgelesen und würde gerne jetzt am Forumsgeschehen aktiv teilnehmen. Dazu habe ich euch meinen Erfahrungsbericht zum M5 hier reingestellt und freue mich auf eine rege Diskussion.
      Viele Grüße Nico

      ----------------------------------------------------------------

      Dieses mal möchte ich einen Bericht über die Power-Limousine von BMW abgeben.
      Ich habe das Fahrzeug als Langstrecken- und generell als Autobahnfahrzeug angeschafft, denn da gehört der M5 meiner Meinung nach als einziges hin.

      Der Motor:

      ist der zentrale Drehpunkt, um den sich der neue M5 überhaupt dreht. Klar war ein V10 auch was tolles, aber man wird ihn fahrleistungsmäßig nicht vermissen, weil die 680nm Kraft immer und sofort zur Stelle sind, man Schub bis in den Begrenzer ohne Nachlassen hat und ganz entspannt bei 130kmh mit 10l Verbrauch und 2000rpm auf der AB cruisen kann. Meiner Meinung nach hat der M5 wirklich 2 Gesichter, zum einen der rationelle Cruiser, ein ganz normaler 5er halt und dann sobald die Sport-Taste gedrückt wird, kommt das Biest zum Vorschein. Die Beschleunigungsleistungen kann man ab 100kmh wirklich ausnutzen (darunter wird man permanent mit der Traktionskontrolle konfrontiert) und sind ungefähr auf Porsche Turbo 997 Niveau.
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    • Hallo Sportwagenfans,
      nach 1,5 Jahre artgerechter Einfahrzeit möchte ich Euch von den Erfahrungen mit meinem Aventador S berichten. Dies ist mein erster Beitrag in dem Forum obwohl ich schon seit einigen Jahre immer wieder mitlese. Ich denke, dass für den einen oder anderen ein paar interessante Fakten dabei sind da im Internet leider eine Menge an Halbwissen und falschen Vermutungen von Einigen verbreitet wird die den Aventador S nur oberflächlich oder so gut wie gar nicht kennen.
       
      Vorweg, ich bin seit über zwei Jahrzehnte leidenschaftlicher Porschefahrer und besitze noch mehrere Autos und Motorräder. Den Porsche mit dem hohen Perfektionsgrad möchte ich zur täglichen Fahrt, Sommer wie Winter keinesfalls vermissen. Bei jedem neuen Modellwechsel wurde die Leistung erhöht, der Verbrauch weiter optimiert und die Beherrschbarkeit durch Assistenzsysteme derart verbessert, dass man immer weniger falsch machen kann obwohl man deutlich schneller unterwegs ist - dies ist eine enorme Ingenieursleistung von Porsche. Jedoch ging über die Jahre ein wenig der Reiz verloren, das Geräuschverhalten wurde immer weiter gezähmt und die Stückzahlen steigen und steigen. Bei uns im Ländle (zwischen Stuttgart und Bodensee) steht fast in jeder zweiten Hofeinfahrt bzw. Garage ein Porsche - nicht falsch verstehen, als echter Porschefan freu ich mich über jeden Handwerkermeister oder Landwirt bzw. Biostromproduzenten der sich so etwas leistet. Es gibt hier kein schnelles Internet, dafür schnelle Autos! Selbst mit einem GT2 oder GT3 fällt kaum noch auf da sich alle neueren 911er ziemlich ähnlich sehen.
       
      Von daher ergänzte ich meinen Fuhrpark vor über 7 Jahre mit einem damals aktuellen und sehr schönem LP560. Da es damit keine Qualitätsprobleme gab und ich nur gute Erfahrungen bezüglich Zuverlässigkeit inkl. der professionellen Betreuung durch den Händler machen konnte bestellte ich mir nach genauer Überlegung einen aufregenderen Aventador S. Er ist für mich heute die optimale Ergänzung und bietet noch genau den Reiz der im Laufe der fortschreitenden Fahrzeugentwicklung mit verschärften Euronormzertifizierungen verloren gegangen ist.
       
      Auf einen SVJ wollte ich aufgrund der Unsicherheit überhaupt noch einen in gewünschter Ausstattung zu bekommen nicht noch länger warten. Heute bin ich froh, dass ich einen neuen selbst konfigurierten Aventador S besitze. Das cleane Design und die klare Linienführung ohne dem Spoiler- und Flügelwerk ist ein einzigartig harmonisches Kunstwerk. Eventuelle Wertsteigerungen oder Wertverluste sind mir dabei ganz egal, ich möchte den Fahrspaß für den ein Aventador entwickelt wurde und keine tote Kapitalanlage.
       
      Die Verarbeitungsqualität war bei meinem LP560 schon hervorragend und ist beim Aventador S (mit Baujahr 2018) noch besser geworden, auf höchstem Niveau. Es scheint so als würden sich die gehobenen Qualitätsanforderungen vom Mutterkonzern richtig gut auf Lamborghini auswirken. Vor allem die Lackqualität (NeroAldebaran) ist das Beste was ich jemals bekommen habe. Gleichmäßige Spaltmaße und die homogene Klavierlackqualität von Vorne bis Hinten runden das Gesamtbild ab. Im Vergleich dazu ist das was in diesem Preis- und Sportwagen-Segment aus Maranello kommt sehr bescheiden und für mich nicht passabel wenn man jahrzehntelang Porsche- bzw. AUDI-Qualität gewohnt ist (sorry, rein objektive Feststellung ohne alle Emotionen).
       
      Folgendes zum Getriebe, da dieses immer wieder kritisiert wird: Im Aventador wird ein sehr kompaktes und automatisiertes 7-Gang Schaltgetriebe mit hoher Effizienz eingesetzt, ohne den Durchtriebsverluste eines Doppelkupplungs- oder Lastschaltgetriebe. D. h. während beim Aventador nach dem Schaltvorgang nur das Ausrücklager entlastet werden muss um die Kupplung zu schließen wie bei jedem Handschaltgetriebe, müssen die Lastschaltgetriebe permanent über eine Hydrauliksystempumpe genügend Druck auf die Lamellenpakete mit mindestens 2 oder mehreren Reibflächen bringen um den Kraftschluss sicherzustellen. Besonders bei Motoren mit hoher Momentabgabe wird ein signifikanter Anteil der Antriebsleistung zum Sicherstellen der Kraftübertragung benötigt um ein Aufreißen der Lamellen zu verhindern, während der Aventador mit Schaltgetriebe die gesamte Antriebsleistung für den Vortrieb nutzen kann. Im Vergleich zum Doppelkupplungsgetriebe existieren hier auch keine Reibungsverluste zwischen den Lamellenflächen der geöffneten Kupplung wenn die andere des aktiven Antriebstrang zur Kraftübertragung geschlossen ist. Was sich besonders bei hohen Drehzahlen positiv (auf die Höchstgeschwindigkeit) auswirkt.
       
      Am Besten schaltet man das automatisierte Schaltgetriebe manuell. Das Gaspedal wird im richtigen Moment beim Schaltvorgang kurz angehoben und im festen Gang wieder Vollgas gegeben (falls erforderlich). Dadurch lassen sich hektische Schaltschläge und unangenehme Lastwechselreaktionen effektiv vermieden. Wenn man richtig reagiert und das Prinzip begriffen hat macht das Ganze einen Höllenspaß und der Aventador ist brutal schnell unterwegs.
       
      Die Herausforderung Mensch und Maschine in Einklang zu bringen bzw. den Stier an den Hörner zu packen und zu zähmen ist genau der besondere Reiz was bei den heute üblichen automatisierten und assistenzsystemunterstützten (fast idiotensicheren) Fahrzeuge immer mehr fehlt.
       
      Motor: Im Aventador S arbeitet der 6,5-Liter-V12-Sauger noch mit nachhaltiger und robuster Saugrohreinspritzung. Er darf (bis auf die Katalysatoren) ohne Partikelfilter und Abgasturbolader frei aus- und einatmen wie ein wildes Tier. Aus meiner Sicht ist es kein Fehler, dass Lamborghini auf eine aufwändige Direkteinspritzung mit Hochdruckpumpe (hohe Temperatur und Druckbelastungen der Einspriztventile im Brennraum mit komplexerer, voluminöserer  Zylinderkopfkonstruktion) beim V12 verzichtet hat. Die Wirkungsgradvorteile der Verdampfungsenthalpie (Kühlung des Brennraum bei der Einspritzphase durch Energieaufnahme beim Aggregatzustandswechsel) werden signifikant verschlechtert, wenn der Auslass des Direkteinspritzer zusätzlich mit einem großem und schweren Partikelfilter vollgestopft werden muss um die neue Euronorm zu erfüllen. Von den negativen Auswirkungen aggressiver Verbrennungsrückstände an Einlassventile, Ventilsitze, Kolbenringe und den hochbelasteten Einspritzventile im Brennraum ganz zu schweigen. Hinsichtlich potentieller, zukünftiger Klassiker sind robuste Konstruktionen mit möglichst konventioneller Technik besonders relevant wie hier z. B. die vom Kühlwasser umströmten, reparaturfreundlichen Zylinderlaufbuchsen bei denen die Kolben nicht direkt im Motorblockmaterial mit all den typischen tribologischen Schwierigkeiten laufen müssen.
       
      Ab 5000 U/min fühlt sich der V12 richtig wohl und zieht dabei ohne mit der Leistung nachzulassen brutal schnell bis 8500 U/min in den Drehzahlbegrenzer. Im Vergleich zu den heute üblichen, aufgeladenen Sportwagenmotoren mit wesentlich höheren Literleistungen bricht bei dem Sauger die Leistungsabgabe bis in die höchste Drehzahlregionen unter Volllast nie ein da ein zunehmender Hitzestau aufgrund heiß laufender Laderkomponenten hier absolut kein Thema ist. Bezüglich Standfestigkeit gilt ganz klar die alt bewährte Formel - Hubraum ist durch nichts zu ersetzten. Hohe Drücke bei hohen Temperaturen wirken sich generell sehr negativ auf die Dauerfestigkeit aus!
       
      Schaltet man unter Volllast kurz vor dem Drehzahlbegrenzer die Gänge durch landet man recht zügig mit der Schaltung vom 6. im 7. Gang bei ungefähr 7500 U/min und über 330 km/h, was dank der 12 Zylinder einer schonenden Kolbengeschwindigkeit von 19 m/s entspricht. Er schreit sich dabei die Seele aus dem Leib ähnlich einem Formel1-Aggregat aus den 70er Jahre. Im direkten Vergleich mit voll geöffneten Klappen ist der Aventador S sogar noch lauter als der SVJ mit dem höhergelegtem Auspuff – probiert es mal aus, wichtig ist dass die Klappen beim S in den äußeren dicken Rohre dabei vollständig geöffnet bleiben.
       
      Es ist eine wahre Freude wie unnachgiebig und lässig der V12 jenseits der 340 km/h auch noch auf den üblichen Autobahnsteigungen immer weiter schiebt bis in den Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer - den Begrenzer konnte ich leider nicht mehr erreichen da zu viele Beckenrandschwimmer auf der rechten Fahrspur aufgetaucht sind (hoffe, dass bald wieder eine Fußballmeisterschaft kommt und die meisten vor der Glotze hocken). Selbstverständlich werde ich niemand in irgendeiner Weise durch die schnelle Vorbeifahrt erschrecken oder in Bedrängnis bringen nur um zu kontrollieren ob der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer bei 8000 U/min und 362 km/h nach Tacho oder erst bei 366 und 8070 U/min einsetzt. Das hat man als Aventador-Fahrer überhaupt nicht notwendig, allein aufgrund der physikalischen Gegebenheiten hat das Fahrzeug bezüglich Topspeed gewaltiges Potenzial.
       
      Das Überholprestige ist das Beste was man sich (ohne Blaulicht) vorstellen kann und spart eine Menge Nerven. Über die Hälfte der Verkehrsteilnehmer machen bereitwillig Platz, wenn sie so etwas breites und flaches im Rückspiegel bemerken. Bei den übrigen Kandidaten schaltet man nur 2 bis 3 mal kurz runter um bei über 6000 U/min den bestialischen Formel1-Sound zu aktivieren. Mit dem Aventador ist dadurch ein dichtes Auffahren oder stressiges Drängeln komplett unnötig.
       
      Die niedrige Gesamthöhe von 1,13 m mit der dadurch resultierenden geringen Projektionsfläche und den beim Aventador S nicht vorhandenen abstehenden Spoiler wirken sich sehr positiv auf den Luftwiederstand und die Höchstgeschwindigkeit aus. Mehr Abtrieb benötigt er auch nicht da er im Vergleich zum SVJ rein statisch ein Mehrgewicht von 22 kg auf die Vorderachse und 50 kg mehr auf die Hinterachse bringt. Dass der S dabei ohne die weicheren Sportreifen des SVJ in der Beschleunigung von 0 auf 100 nur 0,1s, von 0 auf 200 nur 0,3s und von 0 auf 300 nur 0,2s länger benötigt ist ein Witz (Messwerte AutoBild Sportscars).
       
      Längere Staus bei einer rekordverdächtigen Affenhitze (Ende Juli) mit gemessener Außentemperatur von 41°C zwischen den reflektierenden Betonfassaden im Großstadtverkehr lässt sich mein komplett schwarzer Aventador S nicht im geringstem negativ anmerken. Die Temperaturen bleiben bei maximal aktivierter Klimaanlage stabil im Mittleren Bereich (ca. 100°C Öl und 90°C Wasser). Lamborghini hat die Kühlungskapazität über die Jahre immer weiter optimiert - perfekt für die Heißländer mit wohlbetuchter Kundschaft. Blickt man durch den Rückspiegel, wenn die großvolumigen Gebläse mit hohen Drehzahlen am Heulen sind flimmert nur so die Luft über dem Heck wie bei einem Kampfjet mit Nachbrenner beim Start. Überall freuen sich die Passanten und animieren einem zum Gas geben, so macht das Stehen im Stau bei den recht unangenehmen Außentemperaturen auch noch richtig Spaß. Echt verwunderlich, der brutale V12-Sound würde von anderen PKWs niemals in der Ausprägung so positiv akzeptiert werden.
       
      Fahrwerk: Die aktive Hinterradlenkung ist für den Aventador ein richtiger Segen und eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger. Damit lässt es sich richtig wendig um die Ecken fetzen wie bei einem viel kleinerem Auto mit kurzem Radstand. Der Allrad verspannt sich beim Abbiegen weniger und er hat in engen Kurven eine bessere Traktion weil die Hinterräder aktiv in die richtige Position gelenkt werden - er bringt dadurch die Leistung generell effektiver auf die Straße. Jedoch muss man sich bei den sehr hohen Geschwindigkeiten an die mitlenkenden Hinterräder gewöhnen. Er bleibt immer präzise und stabil in der Spur, wenn das Lenkrad möglichst ruhig geführt wird.
       
      Die magneto-rheologische Dämpfung lässt sich von hart bis knall-hart verstellen, für den artegerechten Umgang voll ausreichend, jedoch nichts für Weicheier. Das aufwändige Pushrod System mit den horizontal liegenden Dämpfer an Vorder- und Hinterachsaufhängung ist absolut das Beste was im Sport- und Rennwagenbau existiert.
       
      Das Infotainment habe ich außer ein paar dringender Telefonate in den ganzen 1,5 Jahre noch nie benötigt obwohl ich die nicht gerade günstige Sensonum-Musikanlage mitbestellt habe. Mit dem Aventador fahre ich auch nicht nach dem Navi sondern frei Schnauze dahin wo es mir gefällt und ich möglichst freie Fahrt habe oder freundlich Platz gemacht wird. Fakt ist; das richtige Sound- und Entertainment-System sitzt beim Aventador hinter den Sitzen im Motorraum in Form von 12 Zylinder! In 10 oder 20 Jahre ist das heute schon wieder veraltete Infotainment vollkommen irrelevant. Für einen angehenden V12-Klassiker zählen robuste und konventionelle Technik in einem einzigartigen Design. Wer ein Fahrzeug mit hochmodernem Multimediasystem sucht liegt hier völlig falsch und kauft sich am besten jedes Jahr ein billigeres Multimediavehikel.
       
      Der Verbrauch von 20 bis 30 L/100km entspricht keinem kränkelndem Spritsparwunder, sondern ganz den Fahrleistungen eines robusten, großvolumigen V12 und man darf sich öfters auf die Gaudi beim Tanken freuen. Da ist immer was los, 95% der Passanten sind dabei total begeistert. Den restlichen 5% (meist Artenschützer bzw. Hobbynaturschützer) erklärt man recht freundlich und fundiert, dass es sich dabei nicht nur um ein Fortbewegungsmittel zum sinnlosen Drauflosfahren handelt sondern um eine kunstvolle Synthese aus atemberaubendem Design und einer klassischen frei atmenden, vom Aussterben bedrohten V12-Verbrennungskraftmaschine mit artgerechtem Bewegungsdrang und Geräuschverhalten.
       
      Ein paar Nachteile oder kleinere Spaßbremsen muss es natürlich auch geben. Der Aventador ist generell nur sehr eingeschränkt alltagstauglich und höchstens als Zweit- oder besser als Drittwagen geeignet. Im Innenraum auf der Fahrerseite sind außer dem winzigen Fach in der Mittelkonsole keine Staufächer oder Ablagemöglichkeiten vorhanden. Nur in Verbindung mit dem Reisepaket für schlappe 952€ Brutto gibt es zwei Becherhalter in denen ich mein Handy mit Geldbeutel platzieren kann und ein zwingend erforderliches Gepäcknetz hinter den Sitze damit nicht alles durch die Gegend fliegt.
      Allein aufgrund seiner Dimensionen kann man nicht einfach einsteigen und drauflosfahren wie mit jedem anderen Auto. Die Sicht ist im Allgemeinen und Besonderem nach hinten extrem eingeschränkt. Hoch hängende Ampeln sind aufgrund der fast auf dem Boden liegenden Sitzposition kaum im Sichtbereich und alle andere Verkehrsteilnehmer schauen auf einem herab. Die Rückfahrkamera und das Liftsystem sind fast immer erforderlich. Da der Aventador ohne Rückspiegel schon über zwei Meter breit ist muss man sich vorher genau überlegen ob man in eine schmälere Straße einfahren kann oder z. B. mit Verengungen aufgrund geparkter Autos rechnen muss. Hohe Randsteine sind der blanke Horror! Permanent muss ich auf genügend Abstand zum filigranem Felgenhorn meiner schwarz beschichteten Diantus mit der extrem niederen Querschnittsbereifung achten.
       
      Beim Überholen eines LKW oder Landmaschine ist auf den schmäleren Land- oder Kreis-Straßen ein cooles Vorbeiquetschen wie z. B. mit dem 911er unmöglich, wenn der Andere nicht freiwillig auf den Straßenrand fährt. Enge Kurven machen gewaltigen Spaß und liegen dem Aventador S mit ordentlicher Querbeschleunigung richtig gut, nur darf nichts Breites entgegenkommen oder die Straße muss breit genug sein!
       
      Fazit: Die Unterhaltskosen gehen voll in Ordnung bei dem was er vor allem an Highspeed-Fun, atemberaubender V12-Soundkulisse, exklusivem Fahrfeeling, außergewöhnlichem Design und Überholprestige bietet. Da gibt es noch kostspieligere Exoten, die kaum schneller sind, schlechter verarbeitet sind und eine anfällige Technik ohne die notwendige Entwicklungstiefe mit ausreichender Erprobung haben. Ich möchte hier keine langwierige Milchmädchenrechnung aufstellen, kurz zusammengefasst kostet er wesentlich mehr wie mein ehemaliger Gallardo oder ein Huracan, aber nicht ganz das Doppelte. D. h. wer am besten gleich mit den doppelten Unterhaltskosten eines Huracan rechnet kommt mit den Ausgaben für den Aventador ganz gut klar.
       
      Wir können gespannt sein was bei den Ideen unserer Gesetzgeber noch von diesem einzigartigen, brutalen Fahrspaß ab kommender Euro7-Norm beim Nachfolger erhalten bleiben darf. Ich bin echt glücklich, dass ein pures Spaßfahrzeug in der Form noch eine Zulassung bekommen hat und ich diesen Aventador S mit all seinen aufregenden, ungefilterten Eigenschaften inkl. dem atemberaubenden Design, noch lange bis ins Rentenalter fahren kann während meine Alltagsauto immer geräuschloser, elektrischer und autonomer (langweiliger) werden.
       

    • Hallo Leute,
       
      Wie ihr ja inzwischen mitbekommen haben dürftet, fahre ich meinen Lamborghini Huracan Performante, ausgeliefert als Neuwagen Anfang Mai 2019 und frisch produziert in Sant'Agata Bolognese Ende April 2019, seit fast zwei Monaten. Inzwischen hat das Fahrzeug bereits 6000 km hinter sich. Ja, wirklich!
       
      Ich habe das Fahrzeug bis 2500 km penibel eingefahren, laut Bordbuch.
       
      Deshalb hier, in Stichpunkten, meine Erfahrungen mit dem Fahrzeug:
       
      1. Probleme: Null. Nichts. Nada. Nix. In Italien waren bis zu 38°C, bin Stunden(!) herumgefahren, teilweise auch nur im Schritttempo (leider, um den Gardasee herum) und der Motor hat nicht mal kurz geächzt, alle Temperaturen waren im absolut grünen Bereich, nicht einmal wirklich leicht erhöht. Alle Achtung!
       
      2. Motor: Läuft und läuft, atmet offenbar immer freier, leistungsmäßig dürfte er an der oberen Grenze liegen, jedenfalls im Vergleich zu anderen Fahrzeugen. Bei km Stand 3000 mal zwei kurze 1/4 Meile Werte gemessen (Dragy), dabei sind einmal 10.79 und 10.80 Sekunden herausgekommen. Vollgetankt, mit Beifahrer, auf einer öffentlichen Straße und bei 30°C Außentemperatur. Nicht übel. Die mechanischen Geräusche des Motors, vor allem im Corsa Modus, sind einfach nur göttlich. Man kann es einfach nicht beschreiben aber es knistert und knackt und zischt und klackt, es ist einfach nur ein Genuss. Die Drehfreudigkeit ist ebenfalls ein Genuss, man muss vor allem im ersten und zweiten Gang immer aufpassen, dass man nicht in den Drehzahlbegrenzer rutscht. Das Drehmoment ist akzeptabel und besser als gedacht aber wirklich fühlbare Kraft bietet der Motor erst ab ca. 6000 U/min an. Mir gefällt dieses Setup ungemein und ich schalte in der Regel zwischen 8000 und 8300 U/min hoch. Mir ist allerdings nicht ganz klar, wann man wirklich hochschalten sollte um den idealen Schaltzeitpunkt zu erwischen, vielleicht hat ja jemand einen Tipp?! Vom Gefühl her sind es um die 8200-8300 U/min.
       
      3. Ölverbrauch: Bei etwa 4500 km habe ich einen halben Liter nachgefüllt. Finde das nicht übel. Von meinen früheren Porsche 911 Turbo Modellen bin ich auch 1-1.5 l je 1000 km gewöhnt. 
       
      4. Getriebe: Blitzschnell, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Fast schon telepathisch schnelle Schaltvorgänge. Ein Vergnügen manuell im Corsa Modus zu schalten, nicht so toll im Automatikmodus im Strada Modus.
       
      5. Fahrmodi: Corsa ist der einzige Fahrmodus, den ich nutze. Bei längeren Fahrten im tempolimitierten Ausland, wie z.B. erst neulich in Österreich und Italien, auch im Strada Automatikmodus, was dem Verbrauch sehr dienlich war. Der Sport Modus ist mir zu hecklastig, Corsa ist für meine Fahrweise genau richtig. Viele Performante Fahrer sind der Ansicht, dass Corsa Modus zu sportlich bzw. zu gefährlich ist (ESP) aber meine Erfahrung zeigt, dass der Corsa Modus eigentlich sehr einfach und beherrschbar zu fahren ist. Neutraler als im Sport Modus und das ESP arbeitet noch ausreichend mit, ohne den Fahrspaß zu dämpfen oder den Fahrer in gefährliche Situationen zu bringen.
       
      6. Auspuffklang: Gibt es hier wirklich noch etwas zu sagen? Nur kurz: Infernalisch. In jeder Hinsicht. Ich wage zu behaupten, dass der Performante klanglich in den Top 3 der modernen Serienfahrzeuge liegt. Schon knapp über Leerlaufdrehzahl macht der Auspuff bereits Laune, selbst bei 2000 bis 3000 U/min röhrt das Teil wie die Hölle. Einfach nur fantastisch! In Häuserschluchten oder Tunneln wird der Sound, rein gefühlt, 2fach verstärkt, man kommt aus dem Verzücken einfach nicht mehr raus. Praktisch: Umgeschaltet in den Strada Modus, spart man sich unnötigen Ärger mit Nachbarn und Nachbarschaften in den Nachstunden. Es ist unglaublich, wie leise der Performante sein kann, wenn man denn will.
       
      7. Qualität (Innenraum, Geräusche, Verarbeitung, etc.): Keine Probleme. Selbst nach 6000 km klappert nichts im Innenraum obwohl ich immer im Corsa Modus fahre und das Fahrwerk entsprechend hart ist.
       
      8. Fahrwerk: Da ich vornehmlich im Corsa Modus fahre, befindet sich das Fahrwerk immer im sportlichsten Modus. Ja, es ist schon sehr hart aber ich liebe es. Genau so. Es dürfte weder härter noch weicher sein, meiner Ansicht nach ist die Härte perfekt, da auch auf schlechten Straßen das Auto in der Regel nicht springt bzw. aus der Spur gerät. Der Performante fährt sich wie auf den sprichwörtlichen Schienen, es ist einfach nur ein Vergnügen dieses Fahrzeug zu fahren, vor allem auf Landstraßen oder auf engen Passstraßen. Auf der Autobahn kann es schon mal mitunter vorkommen, dass das Fahrzeug bei einer größeren Bodenwelle "springt" aber die Lenkung fängt das ab, man spürt es kaum und es kommt auch nicht zum Versetzen oder irgendwelchen anderen unangenehmen Fahrreaktionen. Bei Tacho 290 fuhr ich mal über eine Bodenwelle und das Fahrzeug sprang richtig aber in der Lenkung spürte ich faktisch nichts, das Fahrzeug setzte wieder problemlos auf und folgte weiter brav der Straße. Kein Stress, wirklich gutmütiges Fahrverhalten. Nur mit dem Reifendruck muss man aufpassen, ist er zu niedrig kann man nicht zu schnell fahren (die Angaben im Bordbuch zum Vmax Luftdruck sind leider etwas schwammig) und ist er zu hoch, dann ist das Kurvenverhalten nicht so der Hit und die Reifentemperatur steigt deutlich über 70°C an, vor allem bei hohen Außentemperaturen. 
       
      9. Lenkung: Im Corsa Modus sehr direkt, angenehm schwergängig und mit einer messerscharfen Präzision. Da ich vornehmlich im Corsa Modus fahre, stört mich die dynamische Lenkung überhaupt nicht. Stöße von schlechten Straßen werden kaum in die Lenkung übertragen, was erstaunlich ist. Sehr gute Abstimmung.
       
      10. Reifen: Die serienmäßigen Pirelli PZero Corsa sind wirklich nicht übel, sie bieten vor allem bereits ab 30°C Reifentemperatur einen guten Grip. Ab 50°C legt der Grip nochmals deutlich zu, allerdings muss man auf öffentlichen Straßen immer bedenken, dass die Reifen nicht viel wert sind, wenn die Asphaltqualität nicht passt. Bei hohen Asphalttemperaturen kann es schon mal sein, dass der Asphalt etwas schmierig wird und die Reifen trotz hoher Temperaturen leichter Grip verlieren. Hier ist Vorsicht angebracht! Auch bei Nässe sind die Corsa nicht immer vertrauenswürdig. Wenn die Straße nass ist aber sich noch kein richtiger Wasserfilm gebildet hat, dann leisten die Corsa Reifen eigentlich eine ordentliche Arbeit bei Nässe. Wehe aber, wenn das Wasser steht. Dann fühlen sich die Corsa Reifen bereits bei 110-120 km/h schon unsicher an. In dieser Hinsicht sollte man auch mit dem Strada Automatikmodus und dem Kickdown aufpassen: Ich habe bei Nässe und etwa 100 km/h mal Vollgas (Kickdown) gegeben, auf gerader(!) Strecke und das Heck wollte partout ausbrechen, konnte es gerade noch einfangen. Wohlgemerkt: Im Strada Automatikmodus auf gerader(!) Strecke. Das ist mir bisher noch mit keinem Allradler passiert. Die optionalen Trofeo R Reifen wären, meiner Ansicht nach, für den öffentlichen Straßenbetrieb viel zu gefährlich und auch unsinnig.
       
      11. Navigations- und Unterhaltungssystem: Mittelprächtig. Das Navi funktioniert gut, besser als erwartet (auch im Vergleich zu dem modernen System im E63 S). Allerdings kann man keine eigenen POIs setzen (beim Audi R8 ist das möglich), leider. Die Bedienung ist mittelprächtig und wenn man im Corsa Modus einen Anruf bekommt oder auch nur mal kurz die Modi im System umschalten will, dann geht das leider nicht. Man muss hierzu immer auf den Sport oder Strada Modus umschalten, was ein wenig unverständlich ist. Das serienmäßige Soundsystem klingt gut und somit besser als gedacht aber selbst im Strada Modus ist das Geräuschniveau so hoch (Reifen, Wind), dass ein angenehmer Musikgenuss fast unmöglich ist. Wenn man die Anlage laut genug dreht, ist der Klang jedoch akzeptabel. Ich denke aber mal, dass man sich Sensonum ruhig sparen kann, da ich nicht sehe, wie der Sound aufgrund der Geräuschkulisse wirklich deutlich verbessert werden kann. Oder um es kurz zu machen: Das Navi macht Sinn, alles andere (bis vielleicht auf den Verkehrsfunk) eher nicht. Hätte ich nochmals die Wahl hätte ich allerdings sowohl auf Navi wie auch auf alles andere verzichtet. Man kann ein mobiles Navi installieren, das oft auch moderner ist und selbst Blitzerdaten bietet.
       
      12. "Neuralgische Punkte" am Fahrzeug: Die niedrige Fahrzeughöhe ist definitiv ein Problem. Wer sein Fahrzeug liebt, der sollte es auf keinen Fall tieferlegen. Der Lift ist ein Muss, ein Huracan Performante ohne Lift ist meiner Ansicht nach im öffentlichen Straßenverkehr nicht zu fahren. In Italien musste ich mehrmals während der Fahrt(!) den Lift aktivieren, da auf vielen Straßen künstliche "Bodenwellen" installiert worden waren. Ohne Lift hätte ich ein sehr großes Problem gehabt. Der Lift ist ein absolutes Muss!!! Auch bei Tankstellenausfahrten ist die Ausfahrt oft abgesenkt, so dass ich ohne Lift aufsetzen würde. Mir ist das ein einziges Mal passiert, es war kaum absehbar und dabei habe ich mir wohl die Gummilippe vorne etwas zusammengestaucht. Keine Ahnung was das Ding kostet und keine Ahnung, ob man das überhaupt wechseln muss aber es ist ärgerlich. Ein weiteres Problem sind die Felgen und der niedrige Querschnitt der Reifen. Man muss bei Bordsteinen aber auch bei kleinen Straßenschäden oder auch etwas abgesetzten Kanaldeckeln höllisch aufpassen. Eine Beschädigung kann teuer werden. Ansonsten ist der Performante wirklich alltagstauglich, die Übersicht ist gut und im Strada Automatikmodus kann man entspannt mit dem übrigen Verkehr mitschwimmen, wenn man denn mag.
       
      13. Öffentliche Wahrnehmung: Wesentlich positiver als ich dachte. Überall sehe ich nur Daumen hoch oder lächelnde Gesichter. Bisher habe ich in Deutschland(!) keine negative Erfahrungen gemacht, selbst nicht mit der lieben Polizei, die mich bereits zwei Mal angehalten hat (angeblich Lautstärke, beide Male). Dagegen war meine Erfahrung in Italien eher durchwachsen, entweder sind alle Italiener Ferrari Fans oder sie sind zu stolz. Einige Italiener taten ihre Begeisterung durch "Bella Macchina" und "Lamborghini" kund, andere fühlten sich offenbar eher provoziert und reagierten mit teilweise abenteuerlichen Fahrmanövern um mich zu überholen. Was ich in dieser Hinsicht erlebt habe, würde man in Deutschland wohl als kriminell bezeichnen aber egal, so ist das nun mal. Die größte Begeisterung kam von Touristen in Italien, vornehmlich Deutsche oder Skandinavier. Kleiner Tipp: Als Single kann man schnell sehr viele weibliche Freundschaften mit so einem Auto schliessen, meine Frau war da nicht so begeistert, meine Tochter schrie sogar einmal aus dem Fenster "er ist verheiratet", nachdem eine junge Blondine, die mit ihren Freundinnen über einen Zebrastreifen lief, die Bluse hoch nahm. ? Man hat auf jeden Fall viel (positiven) Spaß in diesem Auto, solange man kein Arsch ist und andere Leute provoziert. Wer natürlich an der Ampel mit dem Gas spielt oder mit 100 Sachen durch kleine Ortschaften rast, der darf keine Begeisterung erwarten. Ich habe auch absichtlich immer sehr viel Rücksicht auf Radfahrer und Fussgänger genommen, was offenbar gut angekommen ist. Irgendeiner muss ja Markenbotschafter spielen. ?
       
      14. Kritikpunkte: Mir fallen eigentlich nur die Blinker sowie die Fensterheber ein. Keine Ahnung, wie man das Problem mit den Blinkern (am Lenkrad) lösen könnte, vor allem bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr nerven die Dinger ungemein. Bei den Fensterhebern wäre das Problem leicht lösbar aber offenbar ist es Tradition, dass die Fenster beim Runterdrücken(!) hochfahren. Auch wäre ein digitaler Ölstandanzeiger wünschenswert, wie beim R8. Man muss beim Performante ja fast schon raten, wann aufgefüllt werden muss. 
      Die schwarz glänzenden Aussenspiegel lenken ein wenig beim Fahren ab, weil sich die Fahrtbewegung in ihren glänzenden schwarzen Rahmen spiegelt, so dass man aus den Augenwinkeln heraus manchmal den Eindruck hat, es würde sich etwas im Spiegel bewegen. Nicht wirklich ein Problem und ich habe mich daran gewöhnt aber vielleicht doch interessant.
       
      Fazit: Der Huracan Performante ist ein Traum. Ohne Wenn und Aber. Wer Sportwagen liebt, der wird dieses Auto vergöttern. Man kann es kaum besser machen. Selbst im Leistungsbereich würde ich mir nicht mehr wünschen, weil so eine Mehrleistung vermutlich nicht wirklich im Alltagsbetrieb besser fahrbar wäre. Der V10 Saugmotor ist einfach nur fantastisch, die Gasannahme perfekt und die Drehfreude jenseits von Gut und Böse. Vom Klang will ich erst gar nicht anfangen, hier fehlen einem die passenden Worte. Erneut muss ich das Wort infernalisch benutzen, mehr braucht man nicht sagen. Das ESP im Corsa Modus ist perfekt abgestimmt, bisher habe ich keinen Moment erlebt, in dem mich das ESP zurückhalten wollte. Wunderbare Abstimmung!
       
      Falls ihr irgendwelche Fragen zum Performante habt, meldet euch. Inzwischen, so glaube ich, kenne ich dieses Fahrzeug ganz gut. 





    • guten morgen an alle,

      sichtlich finden sich hier die fachleute zum thema isdera.

      besteht eine konkrete nachfrage nach den modellen commendatore 112I sowie imperator?

      mfg aus wien
      stefan hummelberger
    • Letztens fiel mir wieder ein Foto in die Hände, welches mir meine Mutter einmal geschickt hatte, Erinnerungen wurden wach und diese ganz persönliche Geschichte entsteht nun auf dem Laptop in der Sonne auf der Terrasse so ein wenig auch als meine Art der Vorstellung hier.
      Apropos Laptop welch Unterschied zu damals… der Zeit, den Autos und Geschichten über die ich ganz persönlich schreiben möchte.
      Ich hatte nicht, nein ich wusste nicht einmal was das sein sollte: Handy, Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround - Sound, eigener Fernseher, Computer, Internet, Internet – Chat – Rooms, ABS, ESP, Airbag. (welch Wunder war ja noch nicht erfunden).
      Ich hatte Freunde. Ich ging einfach raus und traf sie auf der Straße. Oder ich marschierte einfach zu deren Heim und klingelte. Manchmal klingelte ich gar nicht und ging einfach hinein. Ohne Termin per Handy und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns ... Wie war das nur möglich?
      Als Kind saß ich mit meinem Bruder in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags mit sage und schreibe 34 PS. Auf dem Fahrrad trugen wir beide nie einen Helm. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar. Ich verließ mittags das Haus zum Spielen, blieb den ganzen Tag weg. Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht mal ein Handy (achso, war ja noch gar nicht erfunden) dabei, damit wir immer erreichbar seien (wollten wir auch gar nicht, und will ich heute immer noch nicht!!)
      Und in den Garagen unserer Väter tunten wir, wenn diese zur Arbeit waren, unerlaubterweise unsere Mofas und Mopeds.
      Und wenn wir mal wieder Mist gebaut hatte, war klar, dass die Eltern uns nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!
      Achso, wir sind hier ja bei Carpassion, und die Autos und die zugehörige Geschichten….
      Ja, es geht los....
      Es war Sommer und ich hatte kein Bett im Kornfeld, dafür sollte ich im Winter ENDLICH 18 Lenze zählen. Mein alter Herr kam zu mir und eröffnete mir, dass seiner Meinung nach der Führerschein zur Ausbildung seiner Kinder gehören würde, leider kam dann die Einschränkung, aber nur Klasse III (damals PKW).
      Oha, wie bring ich ihm das nur mit dem Motorrad bei? Lange Verhandlungen folgten, er würde den 3er zahlen und die Steuer und Versicherung für ein Jahr für ein Auto, wenn ich kein Motorrad kaufen würde. Ok, damit konnte ich leben, vor allem, da ich ja gar kein Motorrad kaufen wollte, (wegen der Mädels, ins Auto gehen mehr rein), und das ich den Motorradführerschein (damals 1er) dann halt selber zahlen würde hab ich wohl vergessen zu erwähnen, der 1er fand ja in der Abmachung auch keine Erwähnung…..
      Endlich hin (mit dem Fahrrad) zur Fahrschule.
      Frage des Fahrlehrers, ein älterer lockerer Typ (die gab es auch damals):
      Jung, kannste schon fahren? Klar, die Antwort von mir, wenn auch nicht so ganz wahrheitsgemäß, aber immerhin hatte ich schon mehrfach Vaters Audi 55 in und aus der Garage gefahren.
      4 (vier!!!) Fahrstunden weiter hat er dann gesagt, nicht dass es nicht so wäre, dass er mir nichts mehr beibringen könnte, aber er wäre mich ganz gerne wieder los und hätte mich zur nächsten Prüfung angemeldet. Und außerdem würde man richtig Fahren nur in der freien Wildbahn lernen.
      Vorsichtiger Einspruch von mir: Und Motorrad?
      Dein Vater hat dich nur für Klasse 3 angemeldet!
      Ja, aber es ist doch billiger beides zusammen?
      Breites Grinsen: Zwei Rechnungen?
      Mmmmmm, ja?
      Kannste Motorradfahren?
      Klar!!!!!!! (was auch sonst), nicht so ganz wahrheitsgemäß, aber auf meinem Mofa (natürlich frisiert bis zum Anschlag), den Mokicks der Freunde mit satten 50 ccm, hatte ich immerhin schon gesessen, natürlich ohne Führerschein.
      Ok, Jung, hab noch ne Stunde Zeit, dann nimm man gleich die da!
      Und zeigt anstatt auf die olle 125er Fahrschulmaschine auf seine private Yamaha 750er, 3 Zylinder.
      Zurück ging nicht mehr, war sowieso noch nie wirklich meine Stärke…
      Er vorweg, erst etwas durch die Stadt, mindestens 3-mal die Maschine an der Ampel abgewürgt, er biegt ab auf die Schnellstraße, oh Shit! und geht voll aufs Gas.
      Hmmmm, muss ich ja irgendwie dranbleiben, schließlich stehen die Kosten für den Führerschein in direktem Verhältnis zu der Anzahl der Fahrstunden, also guten Eindruck abliefern…. Das erste Mal im Leben im 2ten Gang voll aufgemacht, wow ging das ab, von wegen er weg, haha, ich sofort wieder an der Stoßstange…glücklicherweise nicht in selbiger…
      Nachher: Bist ja gut drangeblieben Jung, du zahlst Motorrad aus eigener Tasche? Ich meld dich mal für beides an. Spach`s und tat`s.
      Kurz später, auf dem Schleswiger Stadtfeld (ein schöner großer Platz), dort wo alle Fahrprüfungen in unser kleinen Stadt im hohen Norden stattfanden. Die Autoprüfung war für mich schon geschafft, und Spaß hat`s auch gemacht.
      Jung, ich hab dir ein paar Pylonen hingestellt, fahr dich mal warm solange wir noch die anderen mit dem Auto prüfen!
      Da ließ ich mich nicht zweimal bitten, vor allem, genau, er hatte die 750er mitgebracht. Also Bremsübungen, Slalomfahren, Beschleunigungsorgien.
      Ab und an kamen die dann mit dem Auto vorbei zum Prüflingswechsel und irgendwann kam der Prüfer bei mir vorbei und meine nur ganz kurz.
      Ich hab schon genug gesehen, dass war deine Prüfungsfahrt, und außerdem muss ich nun weg!
      Wie sollte ich das verstehen?
      Das war also meine Prüfungsfahrt? War das gut oder schlecht?
      Ja, sie war es!
      Ja, so war das früher, 4 Fahrstunden PKW, eine Motorrad, den begehrten Schein, für mich die Freiheit überhaupt, erhalten. Summa Summarum keine 500 DM (heute 250 EUR)
      Leider hat er dann ganz zum Schluss bemerkt, dass ich erst 17 war und den Schein behalten.
      Den kannst Du dir dann an deinem Geburtstag auf dem Amt abholen, und mit einem breiten Grinsen: Da darfst du dann auch schon mit dem Auto hinfahren!!
      Damit war das nächste Ziel definiert. Ein Auto musste noch vor dem Geburtstag her. Ich wusste genau was nicht: Keine Ente (nur für Ökotanten, die mag ich immer noch nicht); Käfer (oberpeinlich), Opel, Ford….
      Irgendwas aus Italien (damals wusste ich noch nicht, dass sich die an sich nur in warmen Gefilden wohlfühlen).
      Da mein Budget etwas beschränkt war kamen die tollen Italiener nicht in Betracht.
      Es wurde dann ein Unfallwagen, an den Baum gefahren (oder wohl eher die Parklücke nicht getroffen) von einer jungen Frau, die wohl mit den zerrenden Kräften der unheimlichen 44 PS an der Vorderachse nicht zurechtkam.
      MEIN ERSTER:
      Ein Autobianchi A112 für 400 DM
      stand im Garten zur Reparatur und Lackierung (fand auch im Garten statt)
       
      Er war völlig frei von solch schnöden Dingen wie Servolenkung, elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung, ABS. An sich war er frei von allem…. Überflüssigem.
      Er hatte 4 Räder, ein Lenkrad, Motor und Getriebe; und das war es im Wesentlichen auch. Und wenn man auf einen kleinen Gummiball im Fußraum trat kam Wasser auf die Windschutzscheibe getröpfelt, oder in den Fußraum, wo es allerdings nicht so erwünscht war, sich aber flugs mit dem eingedrungenen Regenwasser vermischte…
      Aber es war ein Auto, noch dazu MEINS von meinem Geld, und es war kein Käfer oder eine Ente…..oberpeinlich, Gründe s. oben….und dann noch aus Italien und mit munteren 44 PS verteilt auf 650 kg ausgestattet.
      Die nächsten Wochen wurde der Unfallschaden repariert, und diverse wichtige Verschönerungen vorgenommen, wie ein Heckscheibenwischer aus einem Renault (wieso weiß ich bis heute nicht), eine Zierline aufgeklebt (die ich vorher aus Kostengründen längs geteilt hatte, wohlgemerkt die war 4 mm breit!!) die Kette für den Nockenwellenantrieb erneuert, die Chromzierringe um die Scheinwerfer durch obercoooole Mafiosi schwarze ersetzt. Weitere Verschönerungen erwähne ich hier lieber nicht, das wäre dann doch zu peinlich, ich war schließlich immer noch 17 Jahre….
      Der große Tag des Führerscheins rückte näher. Das Auto stand fix und fertig da, repariert, geputzt, angemeldet.
      Der 29. Dezember (wie können Eltern nur so einen Tag wählen auch wenn der Grundstein 9 Monate vorher gelegt worden ist. Hab ich ihnen nie verziehen, man kann ja schließlich rechnen) war da, ich weiß es immer noch genau, ein grauer, trüber, eben typisch Norddeutscher Wintertag begann mit einem traumatischen Erlebnis.
       
      Er sprang nicht an, nicht mit bitten, nicht mit betteln.
      Kurz vor 12 stieg ich aufs Fahrrad, raste zum Amt und holte den Schein ab, ganz anders als ich es mir über Wochen in meinen kühnen Träumen immer vorgestellt hatte….
      Als ich zurückkam war die Sonne etwas hervorgekommen, ich unternahm einen letzten Versuch, er sprang an und ich vermeinte ein schwarz-gelacktes Mafiosigrinsen im Kühlergrill entdecken zu können.
      Über die Zeit entdeckte ich dann die Geheimnisse automobiler Unwilligkeit. Immer wenn es neblig, feucht, nass war -- und das war es verdammt oft (an sich immer) in Norddeutschland -- mochte er nicht. Verteilerkappe (das ist das meist rötliche Ding welches man bei modernen Autos gar nicht mehr findet) runter, Caramba rein, starten, alles ok.
      Später dann hab ich die Sprühdose in den Innenraum verlegt, einen dünnen Schlauch durch eines der unzähligen sowieso vorhandenen Löcher in den Motorraum verlegt, ein Loch in die Verteilerkappe gebohrt, Schlauch angeschlossen.
      Blick in den Himmel, feucht? ein Druck auf die Sprühdose, Motor starten….haha, dich krieg ich.
      Er wurde dann sehr schnell süchtig, ohne Dope ging so gut wie gar nichts mehr.
      Eines Tages fuhr er nicht mehr los, gar nicht mehr, Motor läuft, wohl irgendwas mit der Kupplung?
      Die muss doch irgendwo zwischen Motor und Getriebe sein….
      In Ermangelung einer Bedienungsanleitung (Auto war auch aufgrund nicht vorhandener Bedienmöglichkeiten ohne zu fahren. Versuch das einmal einer heute??) und Reparaturanleitung (zu teuer) Kiste Bölkstoff (Norddeutsch für Bier) gekauft und Freund eingeladen.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Versucht zusammen mit Freund Motor und Getriebe im Motorraum zu trennen, es fehlen ein paar Millimeter.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Mit großer Schraubzwinge Motor ganz zur Seite gezogen, ja, das bringst….Getriebe fällt runter, Kupplung in vielen (zu vielen) Teilen daneben.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Auto drüber gehoben. Ja, wir waren stark damals.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Mit Fahrrad (hatte damals immerhin schon 3 Gänge) zum Großhändler geflitzt. Aus Kostengründen nur Kupplungsscheibe selbst neu gekauft.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Alles wieder eingebaut.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Kühler montiert, Kühlwasser eingefüllt.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Eine Schelle muss noch nachgezogen werden, zum Schraubenzieher gegriffen, was liegt da in der Werkzeugkiste, das Ausrücklager. Kann nicht sein, haben wir ja gar nicht neu gekauft….
      Keine Flasch Bölkstoff getrunken.
      Mucker (Synonym für schönen ca. 1000g Hammer), in die Hand genommen, allerdings verweilt er nicht lange in dieser, sondern trat geschleudert von den Befehlen eines kochenden Großhirns eine schöne parabelförmige Flugbahn an.
      Aber wie sagte schon mein damaliger Physiklehrer. Die Physik und insbesondere die Erdanziehung und die Fliehkräfte sind gerecht und fair, sie gelten immer, überall und für jeden, außer vielleicht für Walter Röhrl.
      In diesem Falle schlug Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel erbarmungslos zu, und nachdem urplötzlich eine Garagenwand in der Flugbahn des Muckers (immer noch Hammer) auftauchte, entschloss sich dieser abrupt die Richtung zu wechseln und seine Energie vollständig in den Kotflügel meines geliebten Autos (Namen habe meine Autos nie, das ist nur etwas für, genau, Ökotanten und ihre Enten) einzuhauchen.
      Wer kennt noch das HB Männchen aus der gleichnamigen Zigarettenwerbung?
      Das war nichts gegen mich.
      Viel Flasch Bölkstoff getrunken.
      Arbeit für den Tag beendet.
      Nächsten Tag das Ganze noch einmal, ging ziemlich schnell, waren ja geübt, diesmal mit Ausrücklager, nur das Kotflügelausbeulen hat den Schnitt total versaut.
      Flasch Bölkstoff erst nach der Arbeit getrunken.
      Danach mit dem A112 in den Sommerurlaub gefahren, nach Spanien ins Baskenland, war toll da, keine anderen Touristen, lag vielleicht doch an der seinerzeit sehr aktiven ETA.
      Megamäßig viel Spaß gehabt, die Mädels mochten mein Auto, fanden ihn süß (das fand ich gar nicht süß, ich fand ihn geil ,sportlich, Megatoll, aber auf gar keinen Fall süß), und uns auch (Freund rothaarig, ich blond…..). Damit konnten wir leben, gut leben...
      Hab allerdings feststellen müssen, dass der Innenraum für jedwede sportliche Betätigungen doch etwas beengt war…Das absolute Muss für den Nächsten war damit gelegt.
      Die Rückfahrt führte über diverse Pyrenäenpässe immer an der Grenze zu Frankreich entlang, hoch, runter, hoch, runter, ein Reifen kaputt. Reserverad aufgezogen.
      Ja auch so etwas hatten damals alle Autos.
      Warum sollte ein zweiter kaputtgehen? Sehr unwahrscheinlich!
      Fast oben auf einem Pass –genau- ein Zweiter entlüftet sich trotz Verstoßes gegen die Wahrscheinlichkeitsrechnung ohne jeden Kommentar.
      Es ist Abend, wir übernachten in einer Schafshütte.
      Viel Flasch Vino Rosso getrunken.
      Nächsten Morgen mit dem Reifen unterm Arm an die Straße, runtergetrampt, Werkstatt gefunden, geschlossen.
      Meister in Dorfkneipe gefunden. Mit viel Vino Rosso überzeugt, in Reifen Schlauch eingezogen. Weinvorrat ergänzt, herzlich mit viel … verabschiedet…
      Hochgetrampt.
      Auto wiedergefunden, Freund auch, hatte zwischenzeitlich aus Langeweile unseren Weinvorrat vernichtet, kein Problem hatte ich ja ergänzt.
      Flasch Vino Rosso getrunken.
      Noch eine Nacht in Schafshütte zugebracht.
      Am nächsten Tag mit 2 Simca`s Rennen geliefert, gewonnen.
      Reifen danach gar nicht mehr gut, guckt schon so weißliche Leinwand durch. In Andorra 2 neue Reifen gekauft. Für 4 reichte es nicht mehr, wegen unplanmäßigem Vino Rosso Verbrauch.
      Nach 6 Wochen wieder Zuhause aufgetaucht, kein Handy, kein Anruf, wir waren halt einfach wieder da, immerhin mit 2 neuen Reifen, ist doch auch was.
      Das Getriebe schaltete nicht mehr richtig, lang wohl an dem Rennen mit den Simca`s. Hä, gewonnen….
      Getriebe raus, ging nun schon echt schnell.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Wie demontiert man ein Getriebe, kein Problem, einfach alle Schrauben lösen und mit Gewalt auseinanderziehen….
      Einige Federn sprangen in der Gegend herum, was soll`s.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Aha, die Synchronisationsringe und auch ein paar Lager sind nicht mehr so richtig gut.
      Kein Flasch Bölkstoff mehr getrunken, schließlich dazugelernt….
      Teile ausgewechselt, Getriebe mit Hilfe von selbstgebauten Spezialwerkzeugen (Radbolzen und große Nuss als Gegenlager) montiert, Federn nach bestem Gewissen einsortiert.
      Schalthebel steht komisch, aha, das waren die Federn, Federn wohl vertauscht.
      Deckel auf Getriebe abgenommen, große Feder mit noch größerer Zange abgekniffen. Passt schon halbwegs, noch eine Windung abgekniffen, passt, zugeschraubt, schaltet einwandfrei.
      Jetzt viel Flasch Bölkstoff getrunken.
      A112 fährt und fährt, die Freunde kaufen sich so langsam den nächsten, die Leistungsexplosion ist nicht aufzuhalten, die sind ja schon bei 55 PS. Da komme ich auch trotz Zylinderkopfmodifikationen nicht mehr ran.
      Freund R. muss nach dem letzten Wochenende auch einen neuen kaufen. Irgendwie lag sein Mazda 323 plötzlich auf dem Dach, vielleicht lag es auch daran, dass wir von hinten an der Handbremse spielten, auf jeden Fall ließ er sich wohl ablenken. Der Elchtest war zwar noch nicht erfunden, aber auf dem Dach landete er trotzdem.
      Stille, nur das Radio spielte „Born to be wild“ weiter. Naja, schnell wieder auf die Räder geschmissen und gleich bei unserem Stammschrottplatz vor die Tür gestellt.
      Wie gesagt alle kriegten einen neuen BMW 1302, Fiat 128 oder ähnliches.
      Also auch bei mir muss ein Neuer her, A112 verkauft für 1600 DM, aha so funktioniert das mit Buy low – Sell high.
      Audi 80 mit 55 PS Motor (allerdings ziemlich am Ende) gekauft für 1400 DM. Auto mit schwarzen Rallyestreifen versehen. In Ermangelung von jungfräulichen, südpazifischen Jungfrauen selber gemacht (siehe anderen Fred in Ferrari ? )
      (waren ja nur 200 DM übrig)
      Wurde dadurch aber nicht wirklich schneller, hilft wohl nur bei Ferrari….
      Motor brauchte 5 Liter Öl auf 1000 km, Altöl von den Freunden gefahren, irgendwann wohl zu wenig nachgefüllt, Motor gehimmelt (der erste, aber nicht letzte in meiner Autofahrerkarriere)
      Endlich……….
      Hatte ich doch schon lange eine 75 PS Maschine im Auge. Rumpfmotor für 200 DM dem Audi Händler mit Hinweis, dass mein Vater seinen Audi 100 ersetzten wolle, abgeluchst. Vater sprach mich kurz darauf an, hatte einen Anruf vom Händler erhalten, wusste damit gar nichts anzufangen. Upps.
      Junge ging die Maschine ab an dem kurz untersetzen Getriebe vom 55 PSler.
      Und dann noch die 175/70 er Breitreifen, heute Trennscheiben genannt.
      Was mich dann auch kurz danach……..
      Wie war das mit der Physik und den Fliehkräften. Ja, die sind fair zu allen.
      Der Meinung war ich allerdings seinerzeit gar nicht als diese Kurve plötzlich vor mir auf die Straße sprang und auch noch viel enger war wie jemals zuvor und mein Autochen (hatte auch keinen Namen) ohne ESP, ABS und sonstiges unaussprechliches Zeugs meinte ein Eigenleben mit dem Hinterteil vollführen zu müssen.
      Links Seitensteifen, überreagiert (weiß ich heute), rechts Seitenstreifen (soweit war noch alles ok), überreagiert, links Graben (da war es nicht mehr so ok)
      Ein paar Beulen mehr, ein paar Leitpfähle weniger, ein Hinterrad stand aus dem Kotflügel heraus, - das sah geil aus - auf der gegenüberliegenden Seite war der Reifen dafür nicht mehr zu sehen, - das sah völlig ungeil aus -, eine Diagonalstrebe die verbogen am Boden schliff (welch ein unterdimensioniertes Teil, einfach mit der Hand zurückgebogen).
      Naja, ich war ja sowieso auf dem Weg zu unserem Stammschrottplatz, da hab ich dann statt Tuning- schnöde Ersatzteile eingekauft.
      Und wenn es Euch gefallen hat dann könnte es unregelmäßig noch mehr geben, immerhin sind wir erst durch die allerersten 2 Autos von immerhin über 40 von besagtem A112 über Alfa Spider, Jaguar 12 Zylinder bis zum Mercedes Unimog mit dem es durch Afrika ging, in meiner Autofahrerkarriere gekommen. Oder auch der 38-Tonner, der sich plötzlich so gut abschmieren ließ. Wobei, den meisten Spaß hatte ich wohl wirklich mit meinen Ersten, da gab es noch Verteiler, Zündkontakte (weiß die Jugend noch was das ist?), Vergaser, Motoren und Getriebe, die man verstanden, mit ein wenig Geschick selbst repariert hat, und sogar auch noch tunen konnte, oder zumindest der festen Überzeugung war ihn getunt zu haben.
      Benzingrüße an Alle
      Kai360

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