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Karrierekiller Auslandseinsatz


JoeFerrari

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Geschrieben

Zum Nachdenken für den ein oder anderen, der so gerne ins Ausland zum Arbeiten will. Gerade auch Arbeiten bei den Eidgenossen kommen das schlecht weg.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/karriere/deutsche-im-ausland-von-jetzt-auf-gleich-auf-der-strasse;2483853;0

"Von jetzt auf gleich auf der Straße

Für viele junge Akademiker gehört der berufliche Auslandsaufenthalt unbedingt zum Lebenslauf. Dass ein solcher Schritt jedoch zur Karrierefalle, ja sogar existenzbedrohend werden kann, übersehen viele. Drei deutsche Akademiker schildern, wie ihr Leben zusammenbrach, als sie in den USA, in Dubai und in der Schweiz ihre Stelle verloren.

...

Dass ein solcher Schritt jedoch zur Karrierefalle, ja sogar existenzbedrohend werden kann, übersehen viele.

...

Dass die Eidgenossen im Kündigungsfall rigoroser als die USA verfahren, wissen tatsächlich nur die wenigsten.

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Sowohl Entsendeten wie Nora Rath, als auch vorübergehend ausgewanderten Berufseinsteigern wird unterstellt, dass sie sich nicht reintegrieren. Das hat auch Rückkehrerin Silke Barz bei ihrer Jobsuche gehört. "Erst heißt es, ohne Auslandserfahrung wirst du nichts. Kommst du dann aus dem Ausland zurück, wirft man dir fehlende Kenntnisse der heimischen Gegebenheiten vor. Das ist doch verrückt."

...

"

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Geschrieben

Sorry, aber das ist tendenziöser Schwachsinn.

1. in der Probezeit gilt eine Kündigungsfrist von 7 Tagen

2. danach 1 Monat

3. bei längerem Angestelltenverhältnis erhöht sich die Kündigungsfrist stetig bis 3 Monate, je nach Job bis 6 Monate

4. fristlose Kündigungen brauchen einen triftigen Grund, ansonsten sind sie missbräulich (Strafe 1-6 Monatsgehälter)

5. eine sofortige Freistellung ist je nach Branche üblich, das Gehalt wird im Rahmen der Kündigungsfrist weitergezahlt.

Das sind vertragliche Regelungen für alle Arbeitnehmer, wer sich damit nicht anfreunden kann soll bleiben wo er ist, wir haben bei uns in der IT viele Deutsche die sich wohlfühlen und sehr geschätzt sind. Der Fall mit dem Produktmanager muss einen Hintergrund haben, niemandem wird einfach so ohne Grund gekündigt, ganz im Gegenteil werden sogar schwierige Fälle mit Schulungen und Bewährungsmöglichkeiten etc. weiterbeschäftigt, der Bericht zeigt nur die Seite des erfolg-und erfahrungs-losen Akademikers.

In CH ist man keinesfalls rigoroser als in USA wo man im Falle einer Kündigung gerade noch für eine Woche das Gehalt bekommt.

Die Schweiz ist kein Paradies in dem Honig fliesst, bei uns wird hart gearbeitet, nicht nur 35h sondern mind. 40, in vielen Branchen sogar 42h. Der Wohlfahrtsstaat hat sich in England nicht bewährt, so wie der Arbeitnehmer jederzeit künden kann, kann das der Arbeitgeber auch.

Geschrieben

Gibt natürlich auch andere Seiten aber das ist schon sehr krass zu hören sowas..

Sonst heist es immer auslandserfahrung toll und möglichst lang, viel, oft, weit weg.. Mich zieht es ehrlich gesagt auch nicht weg hier. Auch wenn der Staat nervt aber es gibt hier einfach so viele andere dinge (unbeschränkte autobahnen, familie, freunde etc. )

Geschrieben

Ein Zeitraum von 1-4 Jahren wird nie (fast nie?) zum Karrierekiller. Warum? Weil man gekündigt werden kann?

Auslandserfahrung ist nicht so hoch angesehen, weil das so einfach ist. Man muss sich mit fremden Regeln konfrontieren, Sprache, Währung, Mentalität, Geschichte... deswegen ist es so hoch angesehen und das wird sich auch nicht ändern.

Geschrieben

Was ein Schrott.

Ich habe 8 Jahre in England gelebt und möchte behaupten dass ich eine Meinung dazu haben darf.

Wir Deutschen lassen uns schnell um den Finger wickeln.

Uns wird von klein an eingetrichtert das man wenn man etwas aus sich machen will ins Ausland muss, das sagt man uns in der Schule, den Universitäten und den Medien sowieso.

Dann rennt man ins Ausland und lebt in einer surrealen Welt.

Dir wird das Geld in den Hintern gesteckt, du baust als junger Mensch keine Ersparnisse auf und lebst auf Teufel komm raus, hast die geilsten Apartments in Londons bester Lage und fährst wunderschöne Autos.

Arbeiten tust du dafür wie ein Schwein, machst ca. 300000 Überstunden im Monat, kennst das Wort Feierabend und Wochenende nicht aber bist maßlos glücklich dass du einen fast 5 stelligen Betrag monatlich aufs Konto überwiesen bekommst, und das erst mit Anfang 20. Kann das Leben geiler werden? Ich denke nicht?

Ich durfte 1 Jahr in London so ein Leben führen und habe dieses schöne Hire & Fire miterlebt. Das ist auch nicht übertrieben, kommst morgens rein und wunderst dich wieso der Arbeitsplatz deines Freundes geräumt ist, fragst kurz nach und dann heißt es einfach nur kurz und knapp: Sorry, he had his last day today. Zack, raus, Kapitel zu. Und weiter geht es damit es dich nicht selbst erwischt.

Spätestens zur Finanzkriese wäre ich genau so tief gefallen weil die Jungen wilden zuerst entlassen wurden, aber glücklicherweise zog mich der Zivildienst zurück nach Deutschland.

Auslandsaufenthalte sind toll für den Lebenslauf und die persönliche Entwicklung, aber zu Hause ist es nun mal am schönsten. Unser soziales System, welches durchaus viele Fehler und Lücken hat fängt uns in den meisten Fällen aber auf so dass man nicht zu tief fallen kann.

Der Einzige Grund wieso diese jungen Akademiker so sehr auf die Fresse gefallen sind ist der, dass sie einfach keine Finanziellen Rücklagen gebildet haben, wenn du da deinen Job los bist hast du vielleicht gerade noch so Geld um 3 oder 4 Monate deiner absurd teuren Wohnung zu bezahlen aber mehr auch nicht. Spätestens dann läuten alle Alarmglocken und es werden die Koffer gepackt und man sucht Schutz zu Hause in Deutschland.

Irgendwann geht es auch weiter, aber die Durststrecke bis es so weit ist muss man überleben, und das geht halt nur mit den Rücklagen welche man sich aufbauen sollte.

Mich wundert es sowieso dass so viele Deutsche noch in den USA, England oder Dubai geblieben sind, denn als die Finanzkriese los ging war es eine logische Folgerung dass die jungen Ausländer zuerst gefeuert werden, aber jeder dachte sich; ne, mich erwischt es nicht… Bis dann das Meeting mit dem Personalchef ins Outlook flatterte. Man wollt einfach in dieser perfekten Welt weitermachen und war so überzeugt von seinem Abschluss und seinem bisher geleisteten im Unternehmen dass man sich selber Narrenfreiheit zu sprach, mich feuern die schon nicht, ich bin doch ein top Mitarbeiter…

Ich werde meine Kinder später auch ins Ausland schicken, denn auf dem Lebenslauf bringt es dir nun mal extrem viel und öffnet dir viele Türen schneller wie wenn man nur den normalen ‘Deutschen‘ Weg gegangen wäre.

Aber ob ich möchte dass sie im Ausland arbeiten… Ich denke nicht, denn das Leben ist dort wesentlich härter, du bekommst zwar viel, fällst aber viel tiefer wenn der Spaß dann mal vorbei ist, dass lassen die meisten aber außer Acht wenn man den Arbeitsvertrag unterzeichnet.

Ist ein reines Abwegen von Vor und Nachteilen. Die einzige Möglichkeit die ich sehe erfolgreich und SICHER im Ausland arbeiten zu können ist wenn du in Deutschland einen Job hast und dich das Unternehmen ins Ausland versetzt, dann hast mehr Sicherheiten als wie wenn man direkt im Ausland anfängt zu arbeiten.

Geschrieben

Deswegen ist der Blickwinkel der Auslandserfahrung doch so wichtig. Wenn wir von unserem Kuschelhof Deutschland in andere Raubtierländer wie den USA, London oder was weiss ich hingehen, zeigen wir nichts anderes, dass wir eine starke Bakterie sind, die sich auch woanders anpassen, eingliedern und durchsetzen kann, wo es sowieso schon schwierig ist. Der Blickwinkel vergrössert sich, man kriegt Scheuklappen eingerissen und wird offener. Ich erkenne das allein schon in meinem Unternehmen, wo Vertriebler für Exportmärkte mit mir sitzen, die von hier bis zu ihrer Schuhoberkante gucken können und man denken könnte, da sitzt gerade vor mir ein Altnazi statt ein 28 jähriger MBAler.

Wenn ein Brasilianer aus einer Favela nach Deutschland kommt wird das eher als Flucht interpretiert als „harter Auslandserfahrung“. Und wenn Afrikaner mit einem Flüchtlingsboot nach Europa versuchen, träumen Sie von nichts anderem als einem besseren, sicheren und schönerem Leben. Komisch das wir deren Flexibilität, Risikobereitschaft und Aufopferung nicht so loben und anerkennen oder?;)

Wenn ein Deutscher in die Schweiz geht, wird das jetzt nicht als der Risikoschritt gesehen, als wenn er in die USA, UK, oder sonst wohin geht auf eigenes Risiko.

Der Blickwinkel ist immer entscheidend und das ausgewählte Land. Aber viele Deutsche junge High-Potentials loben das tolle Ausland in den Himmel. „Da kann ich schneller Karriere machen…..ist es besser“ ..sowas ist IMO ein absoluter Trugschluss. Entweder man bringt absolute Differenzierungsmerkmale mit oder man ist sogar unter dem Durchschnitt. Sei es USA; UK, ….usw. Das Englisch von denen ist Muttersprache und da kann man noch so toll reden und verstehen können. Muttersprache ist Muttersprache und deswegen verstehen wir auch nicht 100% aller Witze und Anspielungen.

Geschrieben

Wie BMW 7er schon richtig im letzten Absatz sagt, ist wohl die sicherste Methode, von der eigenen, deutschen Firma versetzt zu werden.

Die Gefahren, dass hat der Thread ja anschaulich ergeben, bestehen.

Nach wie vor denke ich aber, dass ein Auslandsaufenthalt nach wie vor eine sehr sinnvolle Sache ist. Der Geschäftsverkehr in einer anderen Sprache, einem anderen kulturellem Umfeld ist eine nicht zu ersetzende Erfahrung.

Schaut man sich mal die zahlreichen Lebensläufe gestandener Topmanager (Vorstandsmitglieder etc.) an, so ist in den seltensten Fällen kein Auslandsaufenthalt vorhanden. Der Entschluss ins Ausland zu gehen ist neben dem Erfahrungszuwachs eine Refernz, die jemanden auszeichnet, der Flexibilität und Leistungsbereitschaft beweist.

Daher bin ich nach wie vor der Meinung, dass Auslandseinsätze ein starker Karriereschub sind. Ich freue mich aber sehr, dass hier auch mal Negativbeispiele genannt werden.:-))!

Liebe Grüße

Max

Geschrieben
[...] Schaut man sich mal die zahlreichen Lebensläufe gestandener Topmanager (Vorstandsmitglieder etc.) an, so ist in den seltensten Fällen kein Auslandsaufenthalt vorhanden.

[...]

Daher bin ich nach wie vor der Meinung, dass Auslandseinsätze ein starker Karriereschub sind.

[...]

Für High Potentials ist ein Auslandsaufenthalt sicherlich ein Laufbahn-Turbo.

Ich erlebe allerdings bei Leuten im Middle Management mit normaler Qualifikation, dass es für sie manchmal mühsam ist, wieder einen Landeplatz in der Organisation im Heimatland zu finden, die sie entsendet hat.

Nach wie vor denke ich aber, dass ein Auslandsaufenthalt nach wie vor eine sehr sinnvolle Sache ist. Der Geschäftsverkehr in einer anderen Sprache, einem anderen kulturellem Umfeld ist eine nicht zu ersetzende Erfahrung.

Genau. Jenseits der Frage wie förderlich oder hinderlich ein Auslandsaufenthalt ist, ist es sicherlich eine Bereicherung für das eigene Leben und das der Familie, wenn man sie denn zum Zeitpunkt der Entsendung bereits gegründet hat. Als "Familienmensch" sollte man aber zusehen, dass man richtig weit wegkommt, sonst ist die Versuchung zu groß, dass man wegen der Schulsituation der Kinder und ähnlichen Gründen so ein halbgares Modell fährt, wo Papi wochenweise im Ausland ist und die Familie sich während der Zeit der Entsendung nur alle paar Wochen sieht.

Geschrieben
Für High Potentials ist ein Auslandsaufenthalt sicherlich ein Laufbahn-Turbo.

Ich erlebe allerdings bei Leuten im Middle Management mit normaler Qualifikation, dass es für sie manchmal mühsam ist, wieder einen Landeplatz in der Organisation im Heimatland zu finden, die sie entsendet hat.

Das ist richtig. Hier kenne ich aber sogar ein Beispiel, wo das Unternehmen den Entsandten sehr gerne wieder in D gehabt hätte (tolle Leistungen), mittlerweile aber Familie und Haus in den USA gegründet hat.:-))!

Du hast aber natürlich Recht, die Stellen, die von hier ins Ausland wechseln, bleiben selten frei, werden neu besetzt und sind dann bei der Rückkehr "blockiert".

Genau. Jenseits der Frage wie förderlich oder hinderlich ein Auslandsaufenthalt ist, ist es sicherlich eine Bereicherung für das eigene Leben und das der Familie, wenn man sie denn zum Zeitpunkt der Entsendung bereits gegründet hat.

Für mich war mein Auslandsaufenthalt in den USA eine der besten Entscheidungen in meinem Leben. Obwohl nur kurz (4 Wochen) habe ich viele Erfahrungen gesammelt und den Entschluss für meine jetzige Ausbildung und mein Studium gefasst (und bin sehr glücklich damit).

Im nächsten Jahr geht es wieder weg... 9.000km. Aber eine ganz andere Richtung:).

Wirklich tolles Thema.

LG

Max

Geschrieben

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß es sehr wohl Vor- und Nachteile gibt. Bei den Nachteilen muß man schon eindeutig aufpassen, daß sie einen nicht auffressen.

Die Vorteile sehe ich in der Erweiterung des Horizontes, man erlernt Probleme anders anzupacken, einfach ungehemmter und pragmatischer, das ist meiner Meinung das Wichtigste. Außerdem werden einem zu einigen Dingen die Augen geöffnet (Thema Politik), nebenbei ist die Lebensqualität und das Klima oft auch grundverschieden, auch das kann sehr reizvoll sein. Die sprachliche Perfektionierung der Fremdsprache wird hingegen meiner Meinung regelmäßig überschätzt (das ist aber auch landesabhängig).

Den Hauptnachteil sehe ich darin, daß einen die Vorteile so verändern, daß man tatsächlich nicht mehr in den deutschen Arbeitsmarkt integrierbar ist. Ich kenne das vor allem aus dem Bekanntenkreis meiner Eltern und auch so ein bißchen von meinem Vater. Im Ausland ist man quasi gezwungen Entscheidungen autark und pragmatisch zu treffen, auch im Auftrag eines großen Unternehmens handelt man viel Selbstständiger und hat auch viel größere Spielräume.

Wenn man über Jahre an diesen Freiheiten Gefallen gefunden hat, wird es sehr schwer sich wieder dem 4-Augen-Prinzip unterzuordnen und dann noch mit 50% des Einkommens zurecht kommen zu müssen. Da fällt die Reintegration schon sehr schwer, erst recht, wenn man dann wieder einen spießigen (neidischen) Chef direkt vor der Nase sitzen hat.

Was man am spießigen Deutschland dann aber wieder sehr zu schätzen lernt ist die Rechtssicherheit und die soziale Versorgung. Man kann es sich in Deutschland immer erlauben mit einem Polizisten eine Diskussion anzufangen, man hat sogar gute Chancen vor Gericht sein Recht durchzusetzen. Genauso weiß man auch, daß es in Deutschland immer noch einen doppelten Boden gibt, egal wie tief man fällt, man wird nie aus der Mülltonne leben müssen.

Also, meine Empfehlung wäre tatsächlich die Auslandsaufenthalte kurz und effizient zu halten (max. 2 Jahre am Stück), auch wenn der Job viel besser bezahlt ist und Spaß macht. Je länger man bleibt, desto schwieriger wird die Rückkehr, sogar in den eigenen Konzern, der einen einst entsandt hat. Irgendwann kommt sonst selbst die Erkenntnis, daß man sich beruflich Deutschland entnabelt hat.

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Geschrieben
Geschrieben

Hallo JoeFerrari,

 

schau doch mal hier zum Thema Zubehör für Aus dem Alltag (Anzeige)? Eventuell gibt es dort etwas Passendes.

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Geschrieben

Meine eindeutig persönliche Meinung dazu, da ich jahrelang im Ausland gearbeitet habe.

Es ist grundsätzlich nie verkehrt, im Gegenteil es erweitert sogar enorm den Horizont, man wird gelassener, toleranter, sieht verschiedenene manchmal gute, manchmal weniger gute Ansichten und Sichtweisen aus anderen Blickwinkeln und Mentalitätseinstellungen.

Daraus kann man nur lernen,( auch bei negativen Erfahrungen ), ohne auch die Sprache die man in diesem Land entweder nur etwas lernt, oder sogar vertiefen kann, zu erwähnen.

Siehe mein eigenes Beispiel, ich spreche 3 Sprachen dadurch relativ gut, und habe 2 neue Sprachen dazugelernt, jedoch nicht perfekt.

Ach so, ja ein bißerl Deutsch auch noch. :wink:

Nein im Ernst, meine absolute Überzeugung ist, daß in der heutigen " Globalen Welt " Auslandserfahrung nicht nur vorteilhaft, sondern absolut unbedingt notwendig ist.

Jemand der seinem Hintern nur über den eigenen Balkon hinausstreckte, kann jedenfalls sich nicht erlauben Anderen Ratschläge zu erteilen, oder wie er sich zu verhalten habe in bestimmten Situationen, das wäre in meinen Augen doch mehr als sehr vermessen.

Ein weiteres Beispiel, ebenfalls selbst peinlich erlebt.

Da lernte ich in der Schule jahrelang die Englische Sprache.

Mein erster USA Besuch, mir kann ja nichts passieren, kann ja die Sprache, leider sehr hochnäsig und uberzeugt davon.

Bis nach der 1. Stunde Aufenthalt in den Staaten ich eines Besseren belehrt wurde nämlich, daß ich mir die vielen Jahre Englisch lernen, mir nahezu in den Allerwertesten schieben konnte.

Sprech mal mit Texanern, od. Anderen, die haben so einen Slang, daß man nur Bahnhof erstmal versteht.

Gut, nach 2 - 3 Tagen geht es dann schon, aber erstmals schaute ich dumm aus der Wäsche.

Man lernt im Unterbewußtsein so viel Neues dazu, das man momentan gar nicht beachtet.

Wie Sitten, Gebräuche, Klima, Flora, soziale Gegebenheiten, Essen, Alltägliches, Ordnung, Charaktere, andere Gesetzesweisen und und und.

Man kann noch so viel autodidaktisch sich erlesen, selbst erlebtes und Erfahrungen die man macht sind einfach unersetzlich.

Und der " Knigge ", der bei uns zählt und uns von Klein auf an eingetrichtert wurde, ist noch lange nicht gültig in anderen Ländern, gerade im gehobenen und höheren Management.

herzliche Grüße

Sumita

Geschrieben

Moin,

interessanter Beitrag und auch ein gut geschriebener Artikel.

Für mich als "ständig irgenwohin Entsandten" trifft diese Art der Kündigung zum Glück nicht zu.

Auf einen lokalen Anstellungsvertrag, der auch in unserem Unternehmen durchaus gerne mal angeboten wird, wenn es länger als ein Jahr dauern soll, werde ich mich nur nach sehr genauer Prüfung einlassen.

was ich allerdings in den 4 Monaten Deutschland, die ich dieses Jahr hatte (es war so geplant, zwischen zwei Projekten) sind mehrere Dinge:

- Deutschland ist schön, ich komme gerne mal eine Zeitlang hierher zurück, genieße den Freizeitwert, die Straßen, die Natur, das Essen, die Freunde und Verwandten. Einen festen Aufenthaltsort in Deutschland werden wir auch nicht aufgeben, es ist zwar ein Luxus, sich hier noch eine Wohnung und ein paar Autos

- Deutschland hat seltsame Ladenöffnungszeiten ...

- Ich möchte langfristig nicht in unserer deutschen Firmenzentrale arbeiten, da bin ich doch schon zu "auslandsversaut". Ich brauche ein paar mehr Freiheiten.

Fazit, wie auch schon hier erwähnt, man sollte sich ein deutsches Unternehmen suchen, welches Mitarbeiter ins Ausland entsendet. Vielleicht nicht so das ganz große Geld, aber auch mehr Sicherheit.

Gruß Björn

Geschrieben
Fazit, wie auch schon hier erwähnt, man sollte sich ein deutsches Unternehmen suchen, welches Mitarbeiter ins Ausland entsendet. Vielleicht nicht so das ganz große Geld, aber auch mehr Sicherheit.

Gruß Björn

Ein hochinteressanter Gedankenaustausch!!!! :-))!

Eins vorweg: ein 4 wöchiger Aufenthalt in einem fremden Land werte ich als einen längeren Urlaub, mehr aber nicht!

Beim Durchlesen dieses Freds stelle ich mir die Frage, was bringt mir tatsächlich ein Auslandsaufenthalt im meinem anschließenden Berufsleben in DEUTSCHLAND?? Was bringt es mir für einen Vorteil, wenn ich das Geschäftsgebahren oder Vorgehensweise beispielsweise in Brasilien ansatzweise kenne, wenn ich es nach meiner Rückkehr nach Deutschland nur mit "Paul Häberle´s" zu tun habe.

Klar, für mich persönlich bringt es mit Sicherheit etwas! Ich bekomme Einblick in fremde Kulturen, lerne andere Geschäftsmodelle kennen, usw. Das erweitert meinen geistigen Horizont unbestritten.

Evtl. verändere ich sogar mein Verhalten dadurch! Evtl. werde ich cremiger, toleranter, oder abgehärteter! Nur, ist es in Deutschland dann auch angebracht? Krasses Beispiel: Pünktlichkeit und Zuverläßlichkeit der Italiener. Versucht doch mal, die Art und Weise der Italiener in Deutschland zu etablieren!

Ja, ich war ein Jahr in Italien, ist aber schon ewig her! Für meinen beruflichen Werdegang hat es rein gar nichts gebracht! Fakt!

War aber ne megageile Zeit!!!!!!!!!! :D

Björn hat es gut auf den Punkt gebracht: was machst du denn, wenn du zurück in Deutschland bist?? Wenn dich die Firmenzenrale wieder nach Deutschland ruft? Kannst du dich wieder einleben?? Kanst du dich mit "weniger Freiheit" wieder anfreunden? (BMW hat z.Bsp. 80% der Auslandstätigen aufgrund Kosten zurückgerufen. Diese Mitarbeiter haben massiv Probleme sich wieder einzugliedern....Kein Mensch interessiert sich dafür, das der Mitarbeiter 5 Jahre in China war! Der deutsche Kunde steht jetzt auf der Matte, thats it!)

Wie weit kann der in Deutschland studierende chinesische Student nach seiner Rückkehr nach China seine Erfahrungen die er in Deutschland gemacht hat umsetzen, oder gar gebrauchen??? Wahrscheinlich genau so wenig, ausser er hat es mit europäischen Geschäftspartner zu tun!

Bin auf weitere Meinungen sehr gespannnt!

Geschrieben

Wie stets wird man bei dem Thema nicht pauschalisieren können. Geht man direkt nach oder noch während der Ausbildung / Studium auf eigene Faust ins Ausland? Und wenn ja mit welcher Zielsetzung? Heuere ich bei einem lokalen Unternehmen im Ausland an oder werde ich von einem deutschen Unternehmen entsendet? Plane ich überhaupt zurück zu kehren? Von einem deutschen Unternehmen entsendet zu werden hat sicherlich einige Vorteile (z.B. wenn das deutsche Angestelltenverhältnis bestehen bleibt), aber auch Nachteile (man ist weit weg von der Zentrale - weit weg von vielen Entscheidungen und der Flurfunk ist auch nicht so gut).

Geht man direkt nach der Ausbildung hat man recht wenig zu verlieren. Trägt man sich mit diesem Gedanken wenn man erstmal auf die 40 zugeht oder schon darüber hinweg ist, muss man sicherlich genau überlegen, ob Chancen und Risiken in Einklang stehen. So manches Mal denke ich auch wie es wäre diesen Schritt nochmal zu gehen. Aber wenn dann nur in Länder, von denen ich zumindest vermute, mit der Mentalität klar zu kommen (das wäre sicher nicht die UA...aber das ist ein anderes Thema :wink: )

Insofern denke ich wird ein längerer Auslandsaufenthalt (imho => 1 Jahr) einen persönlich immer weiterbringen und sei es nur, dass man erkennt, dass zuhause doch nicht alles so schlecht ist. Ob es der Karriere förderlich ist, dürfte doch sehr vom Einzelfall abhängig sein. Da kommt vieles anders, als man auch bei guter Planung, denkt.

Nur eines ist klar.... Die AUTOBAHN gibts nur in Deutschland...

Geschrieben

Beim Durchlesen dieses Freds stelle ich mir die Frage, was bringt mir tatsächlich ein Auslandsaufenthalt im meinem anschließenden Berufsleben in DEUTSCHLAND?? Was bringt es mir für einen Vorteil, wenn ich das Geschäftsgebahren oder Vorgehensweise beispielsweise in Brasilien ansatzweise kenne, wenn ich es nach meiner Rückkehr nach Deutschland nur mit "Paul Häberle´s" zu tun habe.

Was es dir bringt... Ich sage es mal aus meiner eigenen Erfahrung als junger Mann:

Es bringt dir im Job direkt nicht SEHR viel mehr als Hans Dampf der sich auf die gleiche Stelle beworben hat aber immer in Deutschland geblieben ist.

Es öffnet dir schneller die Tür zu einem guten Job (ohne Vitamin B) denn du bist automatisch angesehen und wirst irgendwie viel voller genommen wenn du dich auch gut verkaufst weil die Leute sich denken wow - der war lange im Ausland, der hat es drauf, bla bla bla.

Aber so direkt im Job glaube ich dass die Auslandserfahrung halt den größeren Blick aufs ganze ermöglicht, man denkt halt immer etwas anders und weiter. Das geht von der Idee bis zur finalen Gestaltung/Ausführung der Aufgabe. Das ermöglicht dir kreativer zu sein weil du halt mehr gesehen und erlebt hast.

Auf eine Führungsposition bezogen sehe ich es wie folgt:

Ein Freund war schon der Marketing Manager in 3 Europäischen und 2 Südamerikanischen Ländern. Vor dem ziehe ich wirklich den Hut.

Er spricht 7 (!!!) Sprachen perfekt.

Was bringt ihm das jetzt hier in Deutschland?

Er hat einfach den Überblick über alles, kann Märkte, Menschen und Kundenverhalten perfekt analysieren und lesen. Die Erfahrung in den vielen Ländern bringt dem Unternehmen sehr viel da dort jetzt z.b. eine Marketing Kampagne gestartet wurde die er vor 3 Jahren in Südamerika mal angewendet hatte, der Erfolg ist sehr gut, Kunden nehmen die Aktion an und der Umsatz/Absatz spiegelt dies auch mehr als eindeutig wieder.

Aber man muss auch ganz klar auf den Boden der Tatsachen zurück kommen:

Das KANN Glück sein oder auch können. Ich möchte auf keinen Fall die Deutschen Fachkräfte und Akademiker schlecht reden, ganz im Gegenteil.

Viele Menschen wissen gar nicht wie sehr wir Deutschen international angesehen sind was unser Abitur, unsere (Diplom) Studiengänge betrifft und letztendlich wird uns immer die "Deutsche Effizienz" nachgesagt was uns eigentlich nur Vorteile im Ausland ermöglicht. Wir sind hoch angesehen Arbeitskräfte.

Nur eines ist klar.... Die AUTOBAHN gibts nur in Deutschland...

Und du glaubst gar nicht wie sehr man sich immer darauf gefreut hat wenn man in Deutschland gelandet ist. Rauf auf die Bahn und dann Bodenblech. :-))!

Geschrieben

Ich war eine ganz ganz gaaanz lange Zeit in Melbourne Australien und habe dort dann meine heutige Frau kennen gelernt und 2003 geheiratet. Was hat mir der Aufenthalt gebracht?

Ich stelle mir mehrmals wöchentlich die Frage, was ich hier noch mache :crazy::rolleyes:

zum eigentlichen Thema, ich denke pauschalisieren kann man hier nichts.

Ich verstehe die Ansätze, jedoch denke ich, ist ein Mensch erst einmal tolerant und feinfühlig, so besitzt er die Fähigkeit sich auf Menschen aus diversen Kulturen einzustellen. Da muss man nicht ins Ausland meiner Meinung nach. Alles eine Sache der Erziehung O:-)

Geschrieben

- Deutschland ist schön

Ja, das ist ganz witzig, wie man das nach einer Weile im Ausland auf einmal wahrnimmt: Das einzige deutschsprachige Programm, das von unserem Kabelanbieter eingespeist wurde, war diese öde Deutsche Welle. Aber da gab es dann ab und an Reiseberichte über Deutschland, bspw. den Hunsrück. Vorher hätte ich so etwas sofort abgedreht, aber so saßen wir dann da, grinsten uns an und haben beschlossen, nach unserer Rückkehr mal mehr von Deutschland anzuschauen .. :wink:

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