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JoeFerrari

HB: Marchionne- Kapitän im Auge des „Carmageddons" - FIAT nur noch 500/Panda?

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JoeFerrari
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Ein recht interessanter Artikel zu Sergio und seinen Plänen

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/sergio-marchionne-kapitaen-im-auge-des-carmageddons/7537524.html

Vieles weiß man ja schon. Was mich etwas überrascht ist die Aussage auf S.2.

"...Die Kernmarke Fiat soll auf die Kleinwagenmodelle Panda und 500 reduziert werden. .."

Für Deutschland und viele andere Länder kann ich das nachvollziehen, aber für den südeuropäischen Markt? Vor allem doch die Punto-Plattform kann doch - neben Panda/500 - noch einiges an Absatzzahlen erreichen. Darüber hinaus siehts ja schon lange mau aus.

Wirds also auch im Klein-/Kompaktwagenbereich demnächst nur noch Chrysler Derivate geben?

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Wolltenurwasrichtigstelle
Geschrieben

Na ja, es wird schon einen Punto-Nachfolger geben. Der neue 500L basiert ja praktisch auf der Platform, auf der auch der neue Punto basieren sollte/wird. Es ist aber noch offen, ob der Nachfolger des Puntos wieder Punto heißen wird und ob er sich am derzeitigen Punto orientiert oder ob er "Teil der 500-Familie" wird. Es wird also einen B-Segment Fiat geben. Wenn man das jetzt für merkwürdig hält, also eine eingeführte Modellreihe durch Änderung des Namens und z.T. des Konzepts, dann muss man sich nur daran erinnern, dass das bei Fiat nicht unüblich ist und auch schon der erste Punto der Nachfolger des Fiat Uno war. Dass das derzeitige Punto-Besitzer "vergrätzen" bzw. verärgern/vergraulen wird, aber das hat Fiat nie wirklich interessiert.

Im B-Segment kann man derzeit einfach kaum Geld verdienen. Als bestes Beispiel hierfür lässt sich Peugeot mit dem neuen 208 nennen. Die verdienen mit dem neuen Modell kein Geld, wenn man dem Glauben schenkt, was einige diesbzgl. berichten. Der derzeitige Punto hätte schon längst abgelöst werden müssen, aber die Investitionen hätten sich nicht gerechnet bei der derzeitigen Kaufzurückhaltung aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation in vielen B-Segment Hauptmärkten in Europa. Fiat ist ja auch schon nicht wirklich zufrieden mit den Verkaufszahlen des neuen Panda. Man hatte es sich deutlich mehr Verkäufe erwartet. Der Hauptmarkt für den Panda ist nun mal Italien und dieser Markt ist dieses Jahr deutlich eingebrochen. Hinzu kommt auch noch Konkurrenz aus Wolfsburg mit in Form des A-Segment Trios Up, Mii und Citigo. Wozu sollte man also Geld für's B-Segment ausgeben, wenn schon der Panda, A-Segment, nur leidlich erfolgreich ist derzeit.

Was das C-Segment betrifft: Da kann Fiat seit dem Tipo bzw. vielleicht noch dem ersten Bravo (der auch noch recht erfolgreich war) nichts mehr reißen. Seit dem Stilo-Desaster und dem kompletten Vernachlässigen des C-Segments bei Lancia bis zur Einführung des derzeitigen Delta im Jahre 2008 (der ja auch weder Fisch noch Fleisch ist, weil er gleich zwei Segmente, C- und D-, abdecken sollte). Die einzige Marke, die noch einigermaßen erfolgreich im C-Segment ist im Fiat-Konzern Alfa Romeo. Für die Marke Fiat kann man das C-Segment eigentlich komplett abschreiben/vergessen. Keiner, nicht mal genügend Leute im Heimatmarkt wollen Bravos kaufen, wobei der Fiat Bravo ganz ansprechend aussieht und auch eigentlich kein wirklich schlechtes Auto ist. Für viele ist er aber leider nur ein Stilo in hübscherem Blechkleid. Über den derzeitigen Delta braucht man auch nicht viele Worte zu verlieren. Er ist ein Verkaufsflop. Ob man den geplanten Chrysler 100 überhaupt in Europa als Lancia verkaufen möchte, steht noch in den Sternen. Wenn man von den Äußerungen von SM ausgeht, dann klingt er da nicht wirklich überzeugt/angetan davon. Ein klare Aussage diesbzgl. ist zumindest nicht von Marchionne zu hören. Also ist das einzige C-Segment Fahrzeug im Fiat Konzern, dass eine Zukunft hat, die Giulietta, meiner Meinung nach jedenfalls. Und was die Vermutung betrifft, dass das C-Segment im Fiat Konzern durch Chrysler abgedeckt werde: Man verkennt hier, dass es sich hierbei um Fiats handelt, denn Chrysler hat keine eigene moderne C-Segment Plattform. Der Dodge Dart ist ja, wie alle wissen, auch nichts als eine stark modifizierte AR Guilietta mit Dodge - Emblem.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass das C-Segment eines der am wettbewerbsintensivsten Segmente ist. Da haben es Underdogs, wie Fiat, eben schwer. Da kann man sich schon die Frage stellen, ob es überhaupt Sinn macht dort mit einem Produkt aufzuwarten. Am Platzhirsch Golf und seinen Derivaten kommt man nicht vorbei. Dann sind da noch die üblichen Verdächtigen, wie Ford Focus und Opel Astra. Die deutsche "Premium-Triumvirat" ist auch im Segment vertreten, wenn auch preislich deutlich höher. Und hinzu kommt dann noch Kia/Hyundai mit seinen preislich und Gesamtpaket her gesehen äußerst attraktiven Angeboten. Für die kleine Geldbörse gibt es ja auch noch Dacia. Da steht man da in Turin, kratzt sich nachdenklich die Haare, und fragt sich, wie und ob man sich da überhaupt positionieren will. Man hatte die Idee, dass C-Segment mit einem CUV, also einem C-Segment SUV zu beackern, aber diese Idee ist auch irgendwie wieder vom Tisch.

JoeFerrari
Geschrieben

@Wolltenurwasrichtigstelle: Ich sehe es ja durchaus ähnlich, frage mich aber ob eine "Marke" mit nur einer Plattform (Panda,500,500L~Punto Neu) wirklich überlebensfähig ist, zumal dann im A/B-Segment.

Da fehlt doch dann erst Recht die passende Partnerschaft.

Ich mag Fiat, mein erstes Auto war ein Panda 34 und umso mehr sehe ich mit einer gewissen Wehmut den Niedergang der Marke oder auch des gesamten Konzerns. Ich hatte mal die Hoffnung der neue 500er könnte der Aufbruch zu besseren Zeiten sein, aber was danach kam (500L, Panda III) ist wirklich - zumindest optisch - für meinen Geschmack misslungen. Mich wunderts nicht, dass der Panda III floppt.

Ich denke dass KIA/Hyundai das Mass der Dinge ist, an dem sich alle A/B/C-Klasse Hersteller messen lassen müssen, die nicht unbedingt den Premiumanspruch von VW/Audi haben. Selbst Skoda oder erst Recht Seat und der PSA-Konzern werden doch sukessive selbst in ihren Heimatmärkten verdrängt.

Aus FIAT wird mehr und mehr Chrysler und irgendwann wird FIAT nur noch der europäische Markenname sein, so wie heute schon Lancia. Und Alfa landet irgendwann bei Papa Piech.......

gtajunior
Geschrieben

...hoffentlich kriegt Papa Piëch Alfa solange es noch Erdöl gibt. Ich glaub's nicht.

Ob es der Marke Alfa unter VW besser geht mag ich bezweifeln.

Fiat oder VW ? Pest oder Cholera ? ....Alfa ist in seiner ursprünglichen Identität sowieso seit Mitte der 80er Geschichte?..

Saluti

Wolltenurwasrichtigstelle
Geschrieben

"@JoeFerrari

Ja, eine Marke kann nur mit "wenigen" Modellen oder einem eingeschränkten Produktangebot überleben. Warum sollte eine Marke ein komplettes Produktangebot haben, dass vom A-Segment Kleinwagen bis zur F-Segment Limousine geht haben, wenn die Marke von allen Kunden nur als A-Segment und B-Segment Marke bzw. als "Nischenmarke" wahrgenommen wird ? Das ist rausgeschmissenes Geld. Die Milliarden kann man sich sparen. Im "Massenmarkt" wird es immer schwieriger. Und es zeichnet sich dort das gleiche ab, was sich auch in den Bereichen geschehen ist: Die "Mitte" bricht weg, es geht entweder nur "ganz billig" oder "ganz teuer". Ganz billig kann nicht jeder, vor allem diejenigen, die mehrere Werke in europäischen Hochlohnländern haben. Ganz teuer bzw. "teurer" geht nur, wenn die Kunden auch bereit sind mehr zu zahlen. Das geht dann entweder aufgrund des Segments im Luxussegment (wenn die Marke das hergibt) oder wenn man die Marke klar als "Lifestyle"-Marke positioniert, wie eben mit solchen Modellen wie dem Fiat 500. Und so "abwegig" ist das nicht bzw. es gibt gute Beispiele wo genau das funktioniert. Die Marke MINI lebt auch nur von einem "eingeschränkten" Produktangebot, dass sich an Lifestyle-betonte Kunden richtet und dementsprechend auch "aufgebläht" wird. MINI wird aber kein "Voll-Sortimenter" à la Ford,Opel, VW etc. Und MINI lebt sehr gut in seiner Nische. Warum sollte es Fiat nicht auch gelingen mit dem Fiat 500? Auch der "Panda" soll ja zu einer "eigenen" Produktfamilie aufgebaut werden. Es klang wie eine "Drohung", aber z.B. der Nachfolger des Fiat Freemont (ja, ich weiß, ist ein Dodge Journey) soll so in etwa ein "übergroßer Panda" werden.

Das alles gilt aber nur für den europäischen Markt. Wenn nach Brasilien schaut, wird man sehen, dass Fiat dort ein "volles Modellprogramm" anbietet. Das wird sich auch nicht ändern, da Fiat dort sehr erfolgreich ist. Man kann die jetzige Europastrategie von Fiat also zusammenfassen mit "Beschränken auf Segmente, in denen man Erfolg hat bzw. noch Erfolg haben kann." Dazu gehört eben das "Ausdünnen" des Produktprogramms und der Versuch mit Maserati und Alfa im Premiumsegment Fuß zu fassen, wobei hier Europa aber längst nicht die Priorität hat, da in diesem Segment eher in den USA und China "noch Musik drin" ist. In Europa, vor allem Deutschland, läuft vieles über den Bereich "Geschäftswagen"/Dienstwagen und darüber herrscht das deutsche Premium Triumvirat. Deren Herrschaft aufzubrechen ist schwierig und mit viel Geld und Zeit verbunden. Allein die Tatsache, dass dort viel über "Leasing" läuft, ist problematisch, da man da kaum die gleichen Konditionen anbieten kann wie eben die drei deutschen Hersteller.

Was eine weitere Partnerschaft betrifft: Die kann nur aus Asien kommen. Fiat würde gern mit Suzuki, da man sich gegenseitig gut versteht, aber man könnte sich auch gut eine Zusammenarbeit mit Mazda vorstellen. Diese könnten auch die vorhandenen und nicht wirklich ausgelasteten Fiat-Werke in Italien mitbenutzen. Da ich mir aber nicht vorstellen kann, dass das mit einer "Beteiligung" an einer der beiden Hersteller einherginge, wird das aber ziemlich langsam voran gehen (ganz Chrysler aufzukaufen hat eben eine höhere Priorität und die beiden genannten Hersteller (Suzuki und Mazda)

sind bzgl. Beteiligungen von anderen Herstellern "gebrannte Kinder". Ob Fiat da überhaupt für so was Geld ausgeben würde, bezweifle ich, denn Marchionne ist der Meinung, dass man für eine Zusammenarbeit nicht immer gleich sich am Partner beteiligen muss, also bloß kein unnötiges Geld ausgeben.)

Ja, was den "Massenmarkt" betrifft, pflichte ich dir bei, da sind Hyundai/Kia das Maß aller Dinge. Wenn man mit denen nicht konkurrieren will bzw. mit denen nicht verglichen werden will, muss man eben einen Weg finden sich von den anderen "Massenherstellern" hervorzuheben. Und da möchte Fiat eben den "Nischenweg" à la MINI gehen, wie ich eben etwas weiter oben schrieb. Und mal ehrlich: Welcher potentielle MINI-Kunde zieht z.B. einen Hyundai/Kia im gleichen Segment in Erwägung? In diese Lage möchte man eben Fiat bringen, nämlich nicht mehr mit besagten Marken verglichen zu werden, da man gegen die nur schwerlich konkurrieren kann.

Aus Fiat wird nicht immer "mehr Chrysler", sondern aus Fiat und Chrysler wird ein einziger Konzern. Chrysler hat gar nicht die "Kompetenzen", um im A- und B-Segment Fahrzeuge zu entwickeln. Bis hinauf ins C-Segment wird die Kompetenz weiterhin in Europa, bei Fiat, liegen. Die D-Segment Fahrzeuge werden von der C-Segment Plattform abgeleitet, also auch da ist noch "Fiat drin", wenn man so will. Außerdem müssen zukünftige Produkte auch dem "europäischen Geschmack" gefallen, d.h. die Entwicklungskompetenzen von Fiat in Europa werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Chrysler konnte ja nicht mal ein einigermaßen wettbewerbsfähiges Produkt im C-Segment (Dodge Dart) ohne die Hilfe von Fiat auf die Beine stellen. Trotz eines Zusammengehens wird sich an den Kompetenzen nicht wirklich viel verändern.

Was Lancia betrifft: Ich schrieb es schon im Lancia-Thread. Die Marke Lancia ist seit mehr als 20 Jahren "tot". Die Krokodilstränen die die deutsche Presse diesbzgl. vergossen hat, waren und sind nichts anderes als "heuchlerisch" zu betrachten. Dafür braucht man sich nur den Umgang mit den Modellen, wie dem Delta, in der deutschen Presse anzuschauen/zu lesen.

Was Alfa Romeo betrifft: "Papa Piech" kann lange waren. Man kann alles über die Führung in Turin sagen, aber dass die dumm sind, kann man nicht von denen behaupten. Die werden einen Teufel tun und der schon jetzt starken deutschen Konkurrenz auch noch eine italienische Marke zu verkaufen und sich damit selbst ins Knie zu schießen. Schon 1986 hat Fiat Alfa gekauft, damit Ford und auch sonst kein anderer einen Fuß in den italienischen Markt bekommt. Die deutschen Hersteller sind erfolgreich genug, da muss man denen nicht auch noch den eigenen Heimatmarkt praktisch schenken. Falls die Bemühungen Alfa Romeo in den USA und auch allgemein wieder auf Beine zu bringen nicht klappt, wird Fiat viel lieber die Marke einstampfen. Das hat man bei Fiat schon immer so gemacht und gewisse Dinge ändern sich in Turin nie, auch wenn mit Marchionne ein anderer Wind in Turin weht.

PS.: Wenn Papa Piech eine italienische Marke will, soll er doch De Tomaso kaufen. Ein passendes Werk, ein ehemaliges Werk von Pininfarina, kann er auch für ein Appel und 'nen Ei kaufen. Ich bin auch sicher, dass sich die italienische Lokalpolitik in den Staub werfen würde, wenn er dies täte und ihm den roten Teppich ausbreiten würde. Dann hätten auch all jene "anonymen Audi-Fans", die zwar gerne einen Audi fahren wollen, aber nicht als Audi-Fahrer erkannt werden wollen endlich die Möglichkeit einen Audi zu fahren ohne einen Audi zu fahren, nämlich einen Audi mit einem italienischem Namen. Da kann man sich dann bei gesellschaftlichen Anlässen als "automobiler Connaisseur" ausgeben:

"Sie fahren einen Audi ? Ach, Audis sind mir zu ordinär. Damit fährt ja jeder kleiner Vertriebler durch die Gegend. *einenZugvonderZigarillonehmend*

Ich fahre einen De Tomaso ! *einenkleinenSchluckChampagnernehmend* Für den Winter habe ich noch einen Range Rover und in St. Moritz habe ich

noch einen top gepflegten Monteverdi Safari in der Garage stehen. Aber am meisten macht mir der De Tomaso Spaß. Dieses Interieur...einfach zum Niederknien.

*einenZugvonderZigarillonehmend* Und das Fahrverhalten und infernalische Motorengeräusch erst ! *einenkleinenSchluckChampagnernehmend* Einfach umwerfend !

Zuverlässig ist er auch, was ja nicht selbstverständlich ist für italienische Autos. .... Entschuldigen Sie mich bitte. Ich muss unbedingt einen alten Freund begrüssen..

*GehtinRichtungBuffet* Es freut mich, dass Du gekommen bist. Aaah, ich sehe deinem Bein geht seit der Sache in Gstaad auch wieder besser. Komm ich muss dich

unbedingt jemandem vorstellen..."

MX87
Geschrieben

Die Zeiten am europäischen Automarkt sind düster. Hätte Marchionne Chrysler nicht de facto übernommen, dann sähe es jetzt mehr als Düster in Turin aus. Fiat ist Europa schon immer stark von den südlichen Ländern abhängig gewesen, genau dort wo der Markt derzeit am Boden liegt. Die vermeintliche Schrumpfkur von Fiat lässt sich nachvollziehen, aber Fiat wird keine A- und B-Segment Marke sein. Sehen wir uns doch nur die bekannten Familienmitglieder des 500 an:

- 500 (Normalversion)

- 500C (Cabrio der Normalversion)

- 500L (Van, Meriva-Konkurrent)

- 500XL (Van, größerer 500L räubert bei Touran und Zafira)

- 500X (SUV, Mehr Infos)

Allein hier ist schon sichtbar, dass man genau das richtige macht. Günstig zu sein, diese Strategie kann kein in Europa produzierender Hersteller mehr fahren - außer Dacia. Also muss man die Produkte aufwerten und das hat man mit dem 500 geschafft. Ein neuer Punto könnte ein 600 werden, wäre auch traditionell :wink:

In größerem Maße mit einem konventionellen C-Segment-Wagen kann Fiat nichts mehr reißen, da bekriegen sich die etablierten schon genug. Fiat hat mit dem 500 schon die Marktnische des Lifestyle-Wagen unter dem Mini gefunden und erfolgreich besetzt. Logischerweise baut man darauf auf. Der Weg der Marktnischen ist der richtige Weg. Der 500L hat sogar sehr positives Echo hinsichtlich seinem Konzept und der Verarbeitung bekommen. Da scheint Fiat also ein Auto gelungen zu sein, dass nicht nur sehr charmant, sondern auch äußerst clever ist.

Mit Chrysler hat man ein Unternehmen im Konzern, dass darüber hinaus dennoch Modelle oberhalb vom B- bzw C-Segment möglich macht. Fiat wird immer niedergemacht, dass sie Alfa und Lancia niedergerichtet haben - Das ist zu kurzsichtig gedacht. Lancia gehört seit den 60ern zu Fiat und alles was den heutigen "Enthuisiasten" als die große Lancia-Ära gilt (Rallye, Stratos etc), fällt bereits unter die Fiat-Ära bei Lancia. Ich bin selber auch Alfisti, muss aber auch zugeben, dass Alfa in den über 40 Jahren als Staatseigentum (WKII bis zur Fiat-Übernahme 1987) nie Gewinn erzielte oder gar ein halbwegs wirtschaftliches Unternehmen war. Unter dieser Misswirtschaft leidet Fiat als Alfa-Herrchen heute noch. Die Storys alleine um das Werk Pomigliano d’Arco könnten ganze Bücher füllen, die Arbeiter dort hätten einen ausländischen Konzern schon längst zur Schließung des Werkes gebracht.

Wieso es dennoch bei Lancia und Alfa so wie heute aussieht?

Auf Grund der wirtschaftlichen Probleme im Kernkonzern in den 90ern und teilweise den 2000ern konnte man bei Lancia und Alfa die Neuentwicklung von Modellen nicht finanzieren und dementsprechend auch die Marken kaum pflegen. Dazu kommt noch, dass Lancia und Alfa eigentlich zwei sehr ähnliche Marken (sportlich Premium) waren / sind. Den Versuch Lancia zurück in die Positionierung der 50er (weniger sportlich, komfort-Premium) zu bringen scheiterte mit dem Thesis und anderen Modellen. Die sportliche Linie zu fahren würde heute Alfa kanibalisieren. Dazu kommt noch, dass Lancia international ein schlechtes Image hinsichtlich seiner Qualität hat, schlechter noch als bei Alfa (wobei Alfas Image vor allem in D. so belastet ist). Lancia ist auch nach normalen Maßstäben nur schwer zu retten, sonst hätte da auch VW nach der Marke gefragt (statt Alfa). Fiat weiß welche Marken man aber hat. Vielleicht findet sich in 5 oder 10 Jahren ja noch etwas für Lancia.

Alfa Romeo bei VW? Das wäre für mich der Untergang des Abendlandes. Es gibt jetzt schon Spannungen zwischen Audi und Porsche hinsichtlich kleinerer Sportwagen und da erwartet jemand noch ernsthaft einen guten Spider oder eine gute sportliche Limousine? Bei VW wäre einzig das Styling Alfa-Like, aber der Spider wäre nichts anderes als ein umgemodelter TT (Frontantrieb!). Man muss nur zu SEAT sehen: Roadster mehrmals in Anrgiff genommen aber abgeblasen und auch die Sportmodelle dürfen denen aus WOB nicht zu viel Konkurrenz machen. Dazu sieht das Armaturenbrett des brandneuen Leon billiger aus als in einem Kia.

Fiat ist für mich die einzige Chance für Alfa langfristig wieder auf die Beine zu kommen. Dafür darf man gerne Lancia sterben lassen. Fiat investiert sowohl in Alfa als auch Maserati hohe Summen um die Marken wieder zu alter und neuer Größe zu bringen. Die neue Giulia war fertig aber Marchionne ließ sie zurückgehen und überarbeiten. Wieso? O-Ton in einem Interview: "Um mit Audi und Co auf Augenhöhe zu sein, müssen wir ein gleichwertiges Produkt anbieten. Erst wenn es soweit ist kommt der Wagen auf dem Markt."

Der Alfa Romeo 4C ist ein Halo-Car, das darüber hinaus halbwegs erschwinglich ist und dem Namen wieder viel Glanz geben wird. Noch erschwinglicher dürfte der neue Spider mit MX-5 Chassis & Antriebsstrang, aber Alfa Design & Motoren werden. Endlich wieder Heckantrieb! Dazu kommt noch ein SUV auf der Plattform C-Evo (Giulietta). Ich mag keine SUVs aber da liegt heute nunmal das Geld...

Alfa befindet sich also auf einem langsamen aber sehr interessanten Weg zurück. Dieser Weg ist auch erstrebenswerter als bei VW, wo Alfa nur eine Marke unter vielen würde. Das bisschen Technologietransfer von Chrysler tut nicht weh und so wie bei Lancia wirds nicht. Die Alternative wäre gar nichts neues...

Bei allem muss man bedenken: Europa wird mehr und mehr nur Nebenmarkt. Die Boom-Märkte liegen in Asien, Indien und Südamerika. Derzeit steht aber auch der US-Markt, trotz der miesen wirtschaftlichen Lage dort, gut im Futter. Gut für Chrysler, gut für Fiat.

matelko
Geschrieben (bearbeitet)
Das geht dann entweder aufgrund des Segments im Luxussegment (wenn die Marke das hergibt) oder wenn man die Marke klar als "Lifestyle"-Marke positioniert, wie eben mit solchen Modellen wie dem Fiat 500.
Wenn man das Luxussegment erfolgreich erobern möchte, sollte man den Werdegang der drei deutschen Hersteller Audi, BMW und Mercedes mal etwas genauer betrachten: Mercedes hat (besonders nach dem Krieg) mit Luxus und Komfort eine deutliche Markierung gesetzt. BMW hat es erst in den 1960er Jahren geschafft, eine Position gegen Mercedes einzunehmen. Und zwar mit dem zusätzlichen Merkmal der ausgesprochenen Sportlichkeit bei Limousinen. Um vom Markt vorbehaltlos akzeptiert zu werden, bedurfte es eines ganzen Jahrzehnts. Audi hatte es da bereits schwerer. "Nur" luxuriös, komfortabel und sportlich zu sein, reichte nicht, um sich neben Mercedes und BMW zu positionieren, vor allem bei der Ausgangslage eines frontangetriebenen Fahrzeugs. Es musste ein neuer Akzent gesetzt werden. Dabei half Audi der Vierradantrieb, mit dem es gelang, viel Leistung unter allen Umständen sicher auf die Straße zu bringen. Damit, sowie mit sehr viel Geduld, hat es Audi über mehrere Jahrzehnte letztlich geschafft. Wenn also ein weiterer Anbieter nun ernsthaft in dieser Liga mitspielen möchte, dann wird es nicht reichen, "nur" das zu bieten, was Mercedes, BMW und Audi heute schon bieten. Eine neue Position muß gefunden werden, die zudem mit sehr langem Atem propagiert werden muß - wie die Herren v. Kühnheim und Piech mit ihrer patriarchialischen Durchsetzungskraft vorgemacht haben. Es nützt nichts, wenn bei jedem Managementwechsel auch ein Strategiewechsel durchgezogen wird, dann verkommt das alles zum Strohfeuer. Oder glaubt jemand ernsthaft, daß z.B. Jaguar den Marken Audi, BMW und Mercedes künftig ernsthaft und nachhaltig (d.h. dauerhaft) Marktanteile abspenstig machen wird? Insofern ist die Lifestyle Orientierung bei Fiat in der Tat der einzig mögliche Weg. Und aus dem selben Grund ist Lancia einfach nur mausetot. bearbeitet von matelko
Felix
Geschrieben
... Wenn also ein weiterer Anbieter nun ernsthaft in dieser Liga mitspielen möchte, dann wird es nicht reichen, "nur" das zu bieten, was Mercedes, BMW und Audi heute schon bieten. Eine neue Position muß gefunden werden, die zudem mit sehr langem Atem propagiert werden muß...

Da wäre ich mir nicht ganz so sicher. In der jüngeren Vergangenheit kamen sehr erfolgreiche Modelle quasi immer aus dem "Nichts". Mini, 500 oder Evoque haben Kunden angesprochen die bisher oft gar nichts mit der jeweiligen Marke am Hut hatten.

matelko
Geschrieben

Alle drei von Dir genannten Beispiele fallen unter die Rubrik Lifestyle. Und setzen demzufolge etwas Vorhandenes voraus, was substanziell wertvoll genug ist, um zu einem solchen Produkt weiterentwickelt werden zu können. Wie ich in meinen letzten beiden Sätzen als Schlußfolgerung bereits zum Ausdruck brachte.

MX87
Geschrieben

Die großen drei aus Deutschland haben aber auch gewisse Probleme, die so langsam die Nerven abseits von Umsatz und Gewinn malträtieren dürfen:

- Mercedes: Zielgruppe zu alt, wird die Verjüngung klappen?

- Audi: Mehr und mehr Kritik am Design (zB Stillstand), Image mehr und mehr in Richtung von "Linke-Spur-Rüpel"

- BMW: Immer weitere Entfernung von "Freude am Fahren"

Aktuell wirkt sich das bei den jeweiligen Herstellen noch nicht aus. Ob es in Zukunft so sein wird, weiss man auch nicht. Sicher ist aber, dass Audi, Mercedes und BMW "gewöhnlicher" werden. Eines dieser Autos ist kein Statement mehr. Für dejienigen die etwas besonderes haben wollen, eben für diese gibt es Range Rover, Jaguar, Alfa Romeo (zukünftige Modelle) und Maserati (zukünftige Modelle). Man muss aber auch bedenken dass Jaguar, Alfa Romeo oder Maserati gar nicht so groß werden wollen wie die großen drei deutschen Hersteller (derzeit um 1 Mio Autos pro Jahr). Ich denke bei den ersteren beiden dürfte das Maximum bei 500.000 liegen. Auch dürften sie mehr Fokus auf den Privatmarkt haben, als dem Dienstwagenmarkt.

JoeFerrari
Geschrieben

Man darf und sollte solche Lifestyle-Retroautos wie den 500er und Mini aber auch nicht über strapazieren. So lange sie sich am historischen Vorbild orientieren mögen sie gefallen, dass was aber jetzt zum Teil daraus wird wirkt mehr als eigenwillig, sei es der viel zu große 500L oder auch der Mini Roadster. Und Mini...wenn mich nicht alles täuscht ist Mini als Marke für sich betrachtet immer noch nicht oder nur knapp in den schwarzen Zahlen.

Gerade wenn man nur im unteren Segment vertreten ist, muss man doch Mengen klotzen, weil die Marge am einzelnen Wagen recht klein ist.

Kooperationen hat FIAT, wie andere auch, ja schon viele gehabt. Ich habe nur den Eindruck, dass diese im PKW-Bereich (anders als vielleicht im Transportermarkt oder Komponentenbereich) auch nicht von Dauer sind. Man erinnere sich an die Kooperation zu Zeiten des Lancia Themas / Saab 2000 / Renault 30(?).

Dem Alfa 4C und auch den kommenden Spyder sehr auch ich mit viel Interesse entgegen. Allein wird das die Marke retten?

MX87
Geschrieben

Bei Alfa werden 4C und Spider sicherlich die Marke direkt nicht retten. Mit Sportwagen lässt sich wegen der eher geringen Stückzahl (im Vergleich zu Kompaktwagen, Limousinen) wenig Gewinn machen. Mit dem Spider sicherlich mehr als mit dem 4C. Allerdings sind diese Modelle vor allem als Halo-Cars wichtig - Autos die in das Bewusstsein der Masse eintreten und die Marke aufwerten. Es sind fahrende Ausdrücke der Kernwerte einer Marke - und deshalb enorm wichtig.

Fiats Kooperationen waren aus verschiedenen Gründen gescheitert. An den Italienern allein hat es meist nicht allein gelegen. Bei der Kooperation mit Saab waren es einfach die völlig unterschiedlichen Unternehmensphilosophien die die Endprodukte am Ende wenig miteinander gemein haben lassen. Zumindest der Saab war am Ende ein komplett anderes Auto als Alfa 164, Lancia Thema und Fiat Croma. Bei der späteren Kooperation mit GM waren es im Rückblick wohl die Praktiken der Amerikaner, die das Projekt am Ende haben scheitern lassen.

Mini erwirtschaftet seit der zweiten Generation des New Mini angeblich Gewinn. Der immer weiter gehenden Differenzierung an Modellen sei dank. Genau weiß man das aber nicht, da Mini m.W. nur eine Marke von BMW ist und keine richtige Tochtergesellschaft. Das würde die Frage einfacher zu beantworten machen. Mini ist einer der Fälle bei denen man Anfangs noch auf die historische Verbindung "angewiesen" war, mittlerweile ist Mini aber eine Marke für sich geworden und dem Retro schon in gewisser Weise entwachsen. Was früher Retrodesign war ist heute zum Markenkern geworden.

matelko
Geschrieben
Die großen drei aus Deutschland haben aber auch gewisse Probleme, die so langsam die Nerven abseits von Umsatz und Gewinn malträtieren dürfen:

- Mercedes: Zielgruppe zu alt, wird die Verjüngung klappen?

Dieses Problem schleppt Mercedes schon seit Jahrzehnten mit sich herum, darin hat man Erfahrung. Der erste 190er von 1982 (Baureihe W201) sollte die Marke schon verjüngen, die Werbung zeigte ausschließlich ganz junge Leute. Und was passierte? Besonders die Rentner haben sich damit jünger gefühlt und diese Baureihe wurde zum typischsten Renter-Modell, das man sich nur vorstellen kann. Die junge Generation fühlte sich von dieser Baureihe jedoch überhaupt nicht angesprochen.

- Audi: Mehr und mehr Kritik am Design (zB Stillstand), Image mehr und mehr in Richtung von "Linke-Spur-Rüpel"
Audi hat dieses Problem bereits erkannt und arbeitet an einer Weiterentwicklung des Designs für künftige Modelle.

- BMW: Immer weitere Entfernung von "Freude am Fahren"
Philosophien von gestern und daraus abgeleitete Slogans helfen nicht notwendigerweise auch morgen noch in gleicher Weise. Was ich sagen möchte: Das, was künftige Kunden unter "Freude am Fahren" verstehen, muß sich nicht zwangsläufig an dem orientieren, was unsere Väter noch darunter verstanden. Eine Weiterentwicklung des Verständnisses von "Freude am Fahren" ist genauso nötig wie bei Audi eine Weiterentwicklung der Erscheinung. Oder sollte man besser von "neuer Orientierung" sprechen? Eines muß aber klar sein: Für diese drei Anbieter kann es nur eine evolutionäre Neuorientierung geben, keine radikale Umorientierung.

Man muss aber auch bedenken dass Jaguar, Alfa Romeo oder Maserati gar nicht so groß werden wollen wie die großen drei deutschen Hersteller (derzeit um 1 Mio Autos pro Jahr). Ich denke bei den ersteren beiden dürfte das Maximum bei 500.000 liegen. Auch dürften sie mehr Fokus auf den Privatmarkt haben, als dem Dienstwagenmarkt.
Sicher, denn was anderes bleibt diesen Anbietern auch nicht wirklich übrig. Es sei denn, einer von ihnen hat eine gute Idee, wie seinerzeit BMW gegen Mercedes oder Audi gegen BMW und Mercedes zusammen.
Felix
Geschrieben

@matelko: Danke, das war mir nicht ganz klar. Die aktuellen Zulassungen (November 2011) zeigen auch kaum einheimische Modelle in der Kompakt Klasse. Aber, das z.B. die A-Klasse gut ankommt.

Frankreich:

A-Klasse: 1108

1er: 1000

A3: 859

V40: 356

Italien:

A-Klasse: 999

A3, 1er & V40: <626

Niederlande:

V40: 886

1er: 349

A3: 207

A-Klasse: 124

Belgien:

1er: 804

V40: 588

A3: 475

A-Klasse: 237

Spanien:

1er: 617

A3: 514

A-Klasse: 330

V40: 178

MX87
Geschrieben
Philosophien von gestern und daraus abgeleitete Slogans helfen nicht notwendigerweise auch morgen noch in gleicher Weise. Was ich sagen möchte: Das, was künftige Kunden unter "Freude am Fahren" verstehen, muß sich nicht zwangsläufig an dem orientieren, was unsere Väter noch darunter verstanden. Eine Weiterentwicklung des Verständnisses von "Freude am Fahren" ist genauso nötig wie bei Audi eine Weiterentwicklung der Erscheinung. Oder sollte man besser von "neuer Orientierung" sprechen? Eines muß aber klar sein: Für diese drei Anbieter kann es nur eine evolutionäre Neuorientierung geben, keine radikale Umorientierung.

Sicher du hast recht, aber BMW gibt mehr und mehr seine Alleinstellungsmerkmale ab und gleicht sich Audi bzw. Mercedes an. Man stellt in München öffentlich den Heckantrieb in Frage, der Sechszylinder wird nach und nach abgeschafft und beispielsweise die neueren Lenkungen kommen bei der Fangemeinde nicht so gut an. BMW wird weniger sportlich, das ist soweit klar. Zwar bekommt man so Kunden, deren ein BMW vorher zu sportlich war, aber was unterscheidet dann die Wagen aus Ingolstadt, München und Stuttgart voneinander?

Alleinstellungsmerkmale sind das A und O gerade bei Premiumprodukten, da diese eines der Hauptkaufargumente. Langfristig könnte sich das für BMW rächen.

BMW sagt 90% der Kunden juckt es nicht ob der Wagen Heck- oder Frontantrieb hat. Das glaube ich nicht. Zwar dürften sich viele wirklich nicht darum scheren, aber so eine hohe Zahl der "Egal-Fraktion" sehe ich nicht. Den Sechszylinder nach und nach abzuschaffen ist ein weiterer Schritt mit dem der BMW-Mythos langsam ein Teil der Vergangenheit wird. Dabei kann man einen Motor ohne Downsizing (weniger Zylinder & Hubraum) und Turbos sparsam machen. Mazda hat mit seinen SkyActiv-Motoren gezeigt, dass man keine Turbos braucht um einen natürlich atmenden Motor sparsam zu machen. Ich mag Turbomotoren durchaus, aber die Form in der gerade die Hersteller auf Turbos setzen hat schon den Charakter eines Turbo-Hypes...

Audi hat dieses Problem bereits erkannt und arbeitet an einer Weiterentwicklung des Designs für künftige Modelle.

Die Studie vom Geländecabrio (Name gerade entfallen) sollte ja das neue Design vorwegnehmen. Ich sehe da wenig Problemlösung in dem Design.

Wir sollten aber zu Fiat zurückkehren.

Die de facto Übernahme von Chrysler darf man bestimmt als Geniestreich ansehen. Im Gegensatz zur Ehe mit Mercedes ergänzen sich hier die Kompetenzen. Fiat als Kleinwagenspezialist und Chrysler mit größeren Plattformen und Motoren.

CP
Geschrieben
Da kann man sich schon die Frage stellen, ob es überhaupt Sinn macht dort mit einem Produkt aufzuwarten. Am Platzhirsch Golf und seinen Derivaten kommt man nicht vorbei.

Fiat ist Massenhersteller. Die Golfklasse ist das Massensegment schlechthin. Wenn man dann dort kein Produkt erfolgreich platzieren kann, dann ist die Lage wirklich ernst.

amc
Geschrieben

BMW sagt 90% der Kunden juckt es nicht ob der Wagen Heck- oder Frontantrieb hat. Das glaube ich nicht.

Das kommt ganz drauf an welche Kunden gemeint sind. Einen X1-Kunden interessiert das absolut nicht die Bohne. Es gibt Mini-Kunden, die glauben sie hätten Heckantrieb. Und für ein Van-artiges Gefährt macht Frontantrieb sehr viel Sinn - das Ziel dort ist nun einmal Platz, und wer in einem Van maximale Dynamik will hat ein ganz anderes Problem.

Den Sechszylinder nach und nach abzuschaffen ist ein weiterer Schritt mit dem der BMW-Mythos langsam ein Teil der Vergangenheit wird. Dabei kann man einen Motor ohne Downsizing (weniger Zylinder & Hubraum) und Turbos sparsam machen. Mazda hat mit seinen SkyActiv-Motoren gezeigt, dass man keine Turbos braucht um einen natürlich atmenden Motor sparsam zu machen.

Der Punkt den die meisten übersehen ist daß der Drops sowieso seit Jahren gelutscht ist. Welche 3er, 5er, und 7er kaufen die BMW-Kunden heutzutage? 320d, 520d (mit Abstand noch der 530d), 730d. Das sind die Volumenmodelle in Europa. Ob Saugbenziner oder Turbobenziner ist hier eine völlig sekundäre Frage.

In Asien und den USA ist die Frage natürlich relevant, aber die Kunden stimmen mit der Geldbörse ab. Man kann den F10 mit einem 530i Saugmotor kaufen. Der ist fein. Auch der 528i Sauger war fein. Aber die Kunden kaufen diese Motoren einfach nicht. Wer einen Benziner wollte und es sich leisten konnte hat den 535i genommen, oder den 550i. Beim 3er war die Saugerquote besser, aber nicht gut genug.

BMW hat die Kunden befragt in dem sie einfach beide Angebote gemacht haben, und die Antwort ist ganz eindeutig ausgefallen: die Kunden wollen das Drehmoment des Turbos.

Sicherlich, eine Marke muss schauen daß sie eine gewisse Strahlkraft behält. Aber sie kann nicht um der Marke willen bei den Volumenmodellen am Markt vorbeiproduzieren.

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