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JoeFerrari

Mattel muss erneut Spielzeug zurückrufen - auch ein Spielzeugauto

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JoeFerrari
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VERGIFTETE PRODUKTE

Erneuter Rückruf von Spielzeug aus China

Schon wieder muss der US-Spielzeugkonzern Mattel Produkte zurückrufen, die womöglich giftige Bestandteile enthalten. Diesmal sind es Hunderttausende Spielzeugautos. Erst vergangene Woche gab es die größte Rückrufaktion seit neun Jahren - wegen zu hoher Bleiwerte in Spielfiguren.

Washington - Der US-Spielzeugriese Mattel steht dem "Wall Street Journal" zufolge vor einem zweiten Rückruf von Hunderttausenden Spielzeugen chinesischer Herstellung. Wie die Zeitung heute unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise berichtet, sei darunter ein Spielzeugauto, das Blei enthalten könnte.

....

Der Konzern hatte in der vergangenen Woche weltweit etwa 1,5 Millionen Spielzeuge (mehr...) eines chinesischen Lieferanten zurückgerufen, weil die Bleiwerte zu hoch waren. Die Produkte waren unter dem Namen der Tochterfirma Fisher-Price vertrieben worden. Der Chef der chinesischen Herstellerfirma hat inzwischen Selbstmord begangen (mehr...), in den USA sind erste Klagen eingereicht worden.

...

kaz/Reuters

Quelle: Spiegel Online http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,499752,00.html

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ToniTanti
Geschrieben

Tja, das ist dann das Ergebnis von dieser ewigen "Alles-muß-immer-billiger-werden" Diskussion.

Hätte Mattel einen bekannten, aber sicherlich etwas teureren, qualitativ hochwertigen Lieferanten ausgewählt, wäre so etwas nicht passiert. Jetzt ist der Schaden sowohl im Bereich Image und Finanzen sicherlich größer als der vermeindlich eingesparte Einkaufsvorteil. Typisch und zutreffend für viele Procurment-Verfechter. Gier! Immer mehr Geld zu Lasten Anderer.

Die Hypothekenkrise der Banken geht doch in die selbe Richtung. Gier!

Und die Insolvenzen von BBS und ATS zeigen genau das gleiche Bild. Die Einkaufspolitik der Automobilkonzerne ist nur auf den Begriff "billig" ausgerichtet.

Der gesunde Menschverstand und das jahrelang gut praktizierte sinnvolle Miteinander der Geschäftspartner verschwindet immer mehr zu Lasten der sog. Kleinen. Die großen Konzerne nutzen ihre Einkaufsmacht skrupellos aus. Wenn eben ein Lieferant pleite geht, nehmen wir die einen anderen. Der Qualitätsgedanke ist nur marketingtechnisch vorgeschoben. Am Ende einer jeden Ausschreibung oder Beauftragung steht nur der billigste Preis.

Adios

JoeFerrari
Geschrieben

Tja...das ist der Lauf der Welt und auch mit die Folge der "Geiz ist Geil" Welle. Die deutsche Spielzeugindustrie ist längst den Bach runtergegangen. Märklin hat es gerade noch so mit Hilfe eines engl. Finanzinvestors geschafft zu überleben, aber zuvor auch Jahre lang den Markt falsch eingeschätzt. Leica ist ein ähnlicher Fall.

Und hier... Selbst CMC, BBR etc. kommen alle aus China. Ein deutsches Modellauto zu finden, wird sehr schwer werden. Und wenn dann zu exorbitanten Preisen.

Die Hypothekenkrise liegt da schon etwas anders...vor allem ist es eine "Krise" mit Ansage. Jeder weiss doch, dass die Immobilien in USA, England, ja eigentlich weltweit außer in Deutschland, überbewertet sind. Eine Folge von zuviel smart-money nach Platzen der New Economy Hype. Aber jeder dreht am Rad immer schneller, bis es davon fliegt. Mir wäre ein richtiges Luft-Ablassen an den Märkten durchaus Recht. DAX down on 4000 :evil:

Das ist ansatzweise auch schon wieder bei historischen Autos festzustellen.

CountachQV
Geschrieben

BBR kommt aus China?

Looksmart weiss ich, dachte aber dass BBR und MR beide noch in Saronno fertigen, denn MR sind fast doppelt so teuer wie LS.

Noch schlimmer in China sind gefälschte, vergiftete Zahnpasten, Esswaren usw. wenn die so weitermachen rotten sie sich selber aus, den Yangtse-Delphin haben sie ja schon ausgerottet...

JoeFerrari
Geschrieben

BBR: Ich meine doch ja (ich schaue heute abend gerne mal auf mein Modell bzw. die Verpackung).

Man kann davon ausgehen, dass beinah alle Konsumprodukte, bei denen nicht der aufwendige Transport den Versand verhindert und die nicht im absoluten High-End Bereich angesiedelt sind, aus Fernost kommen. China ist da schon nicht mehr das billigste Land. Vietnam, Kambodscha etc. ziehen nach.

Noch viel schlimmer können vor allem gefälschte Ersatzteile für Maschinen, Flugzeuge etc. sein. Auch davon gibt es schon zu Hauf Beispiele. Und China ist dafür bekannt massiv Industriespionage zu betreiben. Jeder innovative Mittelständler und erst Recht Großunternehmen sollte sich dessen bewusst sein. Also bevor ihr einen chinesischen Praktikanten oder Trainee einstellt besser dreimal hinschauen. Und immer schön alle Daten verschlüsseln!

Routemaster
Geschrieben

Die BBR-1:18-Modelle werden von Herstellern in China gefertigt. Die 1:43-Produktion sitzt weiterhin in Saronno.

JoeFerrari
Geschrieben

Stimmt. Unter meinem 1:18 BBR steht "Crafted in China", was soviel wie handgearbeitet in China bedeutet.

matelko
Geschrieben

Inzwischen hat sich herausgestellt, daß Mattel falsche Beschuldigungen aufstellte....

Sämtliche Spielsachen aus chinesischer Fertigung wurden regelkonform hergestellt, allerdings hat Mattel massive Überzahlen produzieren lassen. Um nicht auf den Überzahlen sitzen bleiben zu müssen, galt es, Schuldige zu finden, um nicht die imensen Verluste tragen zu müssen.

Mattel hat sich bei den Chinesen hochoffiziell für die falschen Beschuldigungen entschuldigt.

Telekoma
Geschrieben
Der Chef der chinesischen Herstellerfirma hat inzwischen Selbstmord begangen

Das war dann wohl etwas übereilt...

NOS_VIPER
Geschrieben

Das ist ja heftig. Und die Familie des Chefes? Jetzt wollen die doch bestimmt eine Abfindung oder so was haben. Krasse Sache.

ToniTanti
Geschrieben
Inzwischen hat sich herausgestellt, daß Mattel falsche Beschuldigungen aufstellte....

Sämtliche Spielsachen aus chinesischer Fertigung wurden regelkonform hergestellt, allerdings hat Mattel massive Überzahlen produzieren lassen. Um nicht auf den Überzahlen sitzen bleiben zu müssen, galt es, Schuldige zu finden, um nicht die imensen Verluste tragen zu müssen.

Mattel hat sich bei den Chinesen hochoffiziell für die falschen Beschuldigungen entschuldigt.

Tja, das ist der immer wieder zitierte "Werteverfall". Da bleibt am Ende wenig übrig von Ethik, Anstand und fairem hanseatischem Kaufmannsverhalten.

Wobei das auch auf unsere Industrieunternehmen zutrifft. Da wird doch auch nur noch der eigene, kruzfristige fianzielle Erfolg gesehen. Da ist einem dann auch der Ruf oder das Image des Unternehmens fast egal, wie ja die vernichtend negativen Umfragewerte der Energiemonopolisten E,on, RWE und Vattenfall belegen. Und auch das öffentliche Verhalten der Allianz (Rekord-Milliardengewinn und gleichzeitige Entlassungen) und der Deutschen Bank spiegeln doch dieses abnehmende soziale Verantwortungsgefühl und der Wegfall von gelebter Gerechtigkeit wider.

Auf der einen Seite wollen diese Firmen loyale Konsumenten, Nur verhalten sich eben diese Firmen, wenn sie als Kunde auftreten genau konträr. Alles muß billig sein. Wie sagte doch der BMW-Vorstand bei der Vorstellung der neuen Konzernstrategie: "Wir erwarten von unseren Lieferanten zukünftig für die bisherigen Leistungen fallende Preise oder für die gleichen Preise mehr Leitung." Ja, ne, is klar. Selbst als sog. Prmiummarke (was heißt das eigentlich?) auftreten und die dafür anfallenden Preise aufrufen, aber der Einkauf soll billig, billig, billig sein.

BBS, ATS, Karman, Hella - sind die Vorboten einer Pleite- und/oder Entlassungswelle bei den Automobil-Zulieferbetrieben. Delphi konnte auch nur unter Chapter11 und massiven Zugeständnissen von Ford und GM überleben.

Ich frage mich sowieso, wie ein Mitarbeiter bei einem Zulieferbetrieb von dem Gehalt in der Lage sein soll, sich ein solches sog. deutsches Premiumprodukt kaufen zu können. Sei es nun ein AUDI, sei es eine Leica-Kamera, sei es ein Loewe-Fernseher oder eine Bosch- oder Siemens Waschmaschine.

Und am Ende dieser Kette wundern sich dann viele über das schon wieder abnehmende Konsumklima und bemängeln die Sparrate der Bevölkerung. Wenn das Geld eben oben nicht mehr ausgegeben wird, fehlt es auch in der Mitte (Mittelstand) und unten, bei der arbeitenden Bevölkerung. Und die kauft dann eben die Kamera von Fuji, den Fernseher von Samsung, den Kühlschrank von LG und das Auto bei Kia. Dann wird eben der Wagen 8 Jahre gefahren, Reparaturen aufgeschoben oder in freien Werkstätten durchgeführt.

Die Spirale wird sich immer schneller und weiter drehen. Noch hält und stützt uns der Export.

Viele dieser Geschäftspolitiken sind, wie Mattel zeigt, für mich persönlich schäbig und zeugen von mangelhaftem Anstand und Moral.

Adios

FutureBreeze
Geschrieben

hm - es gibt aber schon wieder neue Blei Skandale:

http://www.n-tv.de/861775.html

Irgendwas wird schon dran sein!

matelko
Geschrieben

FutureBreeze,

daß die Chinesen ein massives Problem mit Schwermetallen haben, ist bekannt. Diejenigen Pharmazeuten, die auf Naturheilkunde setzen (Stichwort: Heilpflanzen/Kräuter und Tees) können ein Lied davon singen. Und das Geschäftsgebaren der Chinesen ist auch alles andere als fair in dieser Angelegenheit. Nur mal ein real existierendes Beispiel: Der Einkäufer eines deutschen Pharma-Unternehmens geht nach China und prüft mit einem eigens mitgebrachten Chemiker vor Ort die Qualität der Heilpflanzen-Ernte. Auf dieser Basis sucht er ganz bestimmte Chargen aus und bestellt diese fix. Er muß Vorauskasse leisten (das ist üblich in diesem Geschäft). Zuhause, in Deutschland, kommt dann ein Container mit Heilpflanzen an - aber diese Heilpflanzen entsprechen nicht anstatzweise den vor Ort ausgesuchten Spezifikationen. Der ganze Container-Inhalt muß auf eine Sonderdeponie, da der Schwermetallgehalt keine normale Kompostierung oder Verbrennung mehr zuläßt. Geld futsch - Ware futsch - wieder mal ein Verlustgeschäft. Das ist keine Seltenheit, das trifft vielmehr auf ca. 50 % der Fälle zu. Indien und SriLanka sind in diesem Punkt auch nicht besser.

Was nun Mattel betrifft:

Mattel hat versucht, sich diesen allgemein bekannten Umstand zunutze zu machen. Frei nach dem Motto: es kommt so häufig vor, daß dies zutrifft, da wird unser Schwindel wohl nicht auffallen.

Er tat es doch....

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