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  1. Ein Roadtrip - für dieses Wort gibt es keine treffende deutsche Übersetzung. „Rundreise“ trifft es nicht, denn es geht nicht um das Aufsuchen bestimmter Ziele an sich, sondern um das Fahren. Erst beim schnellen Aneinanderreihen von Landschafts- und Kultureindrücken ohne besonderes Augenmerk auf touristische „Beichtigungserlebnisse“, das Treibenlassen in einer Gegend oder mehreren Gegenden nacheinander ergibt sich ein ganz eigentümlicher Reiseeindruck. Die Idee stammt aus den USA. Dort ist das ganze auch ein recht langwieriges Unterfangen, denn anders als in Europa ist die landschaftliche Gliederung nicht so kleinteilig. Man kann problemlos acht Stunden unterwegs sein und alles draußen sieht aus wie beim Losfahren. Das ist in Zentraleuropa so nicht möglich, hier wechseln Landschaftstypen, Kulturen und sogar Staaten in recht schneller Folge. Hinzukommt ein anders als in den USA deutlich dichteres Straßennetz mit sehr vielen Abstufungen von mehrspurigen Autobahnen bis zu eng verwinkelten einspurigen Landsträßchen dritter Ordnung. Also muß die Idee für Europa modifiziert werden. Die Tagesetappen müssen kürzer werden und tunlichst soll auf die Bandbreite der Straßenformen zurückgegriffen werden. Sie sollen und können zumeist in einer dann durchaus auch touristisch interessanten Umgebung enden, nur ist das bei einem Roadtrip keine Bedingung. Gerne gesucht ist Kontakt zu anderen Touristen oder gerne auch dort wohnenden Menschen, damit der Eindruck der Vielfalt auch hier ergänzt wird. Letzen Endes bringen wir die absolute Traute zum „ungeplanten Reisen“, wie sie zu einem Hardcore-Roadtrip gehört bis hin zu wildem Camping nicht auf. Weder ist das unser Geschmack noch sind wir mit unserem Gefährt in der Lage, für alle solchen Fälle geeignete Ausstattung mitzuführen. Es geht nicht anders als halbwegs sinninge Planung in Buchung unserer Unterkünfte im Voraus münden zu lassen. Wir sind schließlich 17 Tage unterwegs und möchten 15 verschiedene Übernachtungsstationen anfahren. Das ist viel zu stressig, wenn quasi täglich ab 16.00 Uhr nach Unterkunft und späterer Verpflegung gesucht werden muß - da sind die Möglichkeiten im dicht besiedelten und touristisch weitgehend vollständig erschlossenen Europa deutlich anders als in den USA oder auch Australien, die vor allem „in ihrer Mitte“ vorwiegend aus viel Nichts bestehen! Die ob ihrer Neuheit für uns langwierigere Planung hatte dann eine einfache Regel: Am Tag nicht mehr als 400 km, wenn ausschließlich Landstraße gefahren wird bzw. 800 km, wenn ausschließlich Autobahn benutzt wird. Ggf. „anteilig“. Alles andere schlaucht zu sehr, bei uns wird das Fahren schon deutlich anstrengender als in den USA, wo es nicht selten tunlichst kerzengeradeaus geht und das Fahren insgesamt deutlich langsamer als bei uns ist. Unser Reisetempo folgte dennoch der und nicht dem Gedanken „Sprint“, obwohl wir mit einem übermotorsisierten kleinen Roadster unterwegs waren. Man kann nicht 6.300 km lang durch die Gegend bolzen und soll das auch gar nicht - es steht der Freude am Einsaugen der Eindrücke entgegen und streßt statt die eigentümliche Entspannung eines solchen Roadtrips zu ermöglichen. Ganz schön akademisch, was? Alles aus einem solchen Urlaub in einem Bericht zusammenzufassen, ist eh nicht möglich. Zu vielschichtig sind die Erlebnisse (Kulinarik, Kultur, Kuriosa). Deswegen hier nur der Hauptgesichtspunkt „carpassion“, also alles im Zusammenhang mit dem Fahren und dem Erleben des Fahrens.
  2. In den letzten Jahren ist es für mich eine schöne Tradition geworden, in Mai die Alpen zu überqueren um in Italien die Mille Miglia zu besuchen. Dabei auch immer ein paar Tage in Maranello zu verbringen, macht diesen kleinen Autoliebhaber-urlaub natürlich noch schöner. Dieses Jahr sollte die Reise zum ersten Mal im eigenen Ferrari stattfinden. Mein Vater war nur allzu gerne bereit, für fünf Tage den Beifahrersitz zu belegen, was für ihn gleichzeitig die erste Begegnung mit meinem 360 Modena wurde. So fuhren wir voller Vorfreude am frühen Morgen aus München los und wurden leider schon nach wenigen Kilometern mit leichten Regen begrüßt. Dieser leichte Regen wurde dann schon schnell durch starken Regen ersetzt, die uns hartnäckig bis zur Italienischen Grenze verfolgte. Kaum waren wir aber über die Grenze, brach die dichte Wolkendecke auf und die Sonne zeigte sich immer kräftiger. Wesentlich besser gelaunt als vorher steuerten wir unser erstes Ziel an, der offizielle Ferrari Händler Motor SpA in Modena. Leider war dieser Händler aber geschlossen und so fuhren wir gleich weiter die Via Emilia Est runter zum zweiten Reiseziel: das kleine Pagani-Werk. Dabei gerieten wir zufällig in einer Kolonne französischen Ferrari, die wie sich herausstellte mit dem gleichen Ziel unterwegs waren. Die französischen Ferraristi hatten eine Werksführung gebucht, woran wir selber leider zu spät gedacht hatten. Immerhin konnten wir zumindest bis zur Eingangshalle mit rein, wo ein schöner Zonda Cinque ausgestellt stand. Die Empfangsdamen waren mit den vielen Besuchern etwas überfordert, aber letztendlich gelang es mir doch noch, eine davon zu überzeugen, mir ein Exemplar des schönen Buches „Pagani, The Story of a Dream“ zu verkaufen. Als dann auch noch ein hellgrüner Huayra für eine Testfahrt rausgefahren kam, war unser kurzer Besuch schon ein toller Erfolg. Mein Vater fühlte sich aber immer weniger wohl und so entschieden wir, das restliche Programm für den Tag abzubrechen und direkt unser Hotel „Maranello Village“ anzusteuern.Dort rächte sich dann, dass mein Vater am Vorabend gemeint hatte, durchaus zwei großen Tellern Schnitzel mit Pommes essen zu können. Nachdem einen großen Teil davon mein Vater wieder in umgekehrter Richtung verlassen hatte, ging es ihm schon wesentlich besser. Vorsichtshalber entschieden wir aber trotzdem, am nächsten Tag nicht wie geplant nach Brescia zu fahren um dort die Mille Miglia Autos in der Innenstadt zu sehen. Stattdessen verbrachten wir den Vormittag in Maranello, wo wir am großen Kreisverkehr hinter dem Ferrari-Werk den vielen ab- und anfahrenden Ferrari fotografierten.Dabei waren auch schon einige LaFerrari, was natürlich besonders interessant war. Am Nachmittag fuhren wir dann zur – auch schönen – Konkurrenz in Sant’Agata Bolognese, wo wir den Ferrari sogar auf dem Lamborghini Werks-Kundenparkplatz abstellen durften. Nach einem Besuch im Werksmuseum haben wir den Rest des Tages auch hier mit dem Fotografieren der ganzen an- und abfahrenden Lamborghini verbracht. Neben einigen Aventadór waren auch schon viele Exemplare vom neuen Huracán dabei, was für uns die erste Gelegenheit war, dieses Auto live zu sehen und hören. Weil man ja nie genug Ferrari Fotos haben kann, verbrachten wir den ganzen folgenden Tag wieder auf dem großen Kreisverkehr in Maranello. Diesmal kamen sogar zwei gelben LaFerrari vorbei und als besonderes Highlight ein weißes Exemplar. Die außergewöhnlichste Farbkombination des Tages fand sich aber auf einen FF, der in HY-KERS-Grün lackiert war, mit komplett roter Innenausstattung! Später erfuhr ich, dass dieses Fahrzeug für den arabischen Markt bestimmt war, wo die Scheichs bekanntermaßen gerne einen etwas „individuelleren“ Geschmack an den Tag legen. Nachdem ich bei Luca vom sehr empfehlenswerten Laden „Shopping Formula 1“ meine Literatursammlung wieder um einige schöne Bücher erweitert hatte, besuchten wir das Museo Ferrari. Hier nimmt der Massentourismus mittlerweile leider immer schlimmere Formen an und der große Parkplatz vor dem Museum ist jetzt komplett für Reisebusse reserviert. Dass nicht alle Touristen gleich viel Respekt für die im Museum ausgestellten Ferrari mitbringen, zeigt sich an einem Beispiel, wovon wir vor Ort erfuhren: An dem Morgen hatte eine recht übergewichtige Inderin versucht, sich in einem der ausgestellten älteren F1 Autos rein zu zwängen, während sie sich dabei an den plexiglas Seitenfensterchen abstützte... Wenn man das Museum aber erst gegen 18:00 Uhr besucht, sind die Touristenmengen zum Gluck schon verschwunden und geht es drinnen wesentlich angenehmer zu. Die Sonderausstellung „California Dreaming“ zeigte viele sehr interessanten hochgradigen Klassiker, teils präsentiert wie auf dem Golfplatz von Pebble Beach. Von einem immer noch sichtlich erstaunten Museumsmitarbeiter erfuhren wir, dass der ausgestellte silberne 275 GTS/4 NART Spider an dem Tag von einem Museumsbesucher spontan telefonisch vom Besitzer gekauft worden war... für 25 Millionen Dollar! Nach dem Museumsbesuch trafen wir uns auf der Terrasse vom „Maranello Cafe/Made in Red“ mit einer netten Gruppe niederländischen Ferraristi, viele davon alte Freunde von mir. Es wurde ein langer und unterhaltsamer Abend, wo viele Erlebnisse und weitere Reisepläne ausgetauscht wurden. Schön zu sehen, wie viele meiner alten Ferrari-Freunde sich den Traum vom ersten eigenen Ferrari schon verwirklicht haben! Am nächsten Morgen fuhren wir nach Modena, um dort das Museo Casa Enzo Ferrari zu besuchen.Dabei standen wir an einer roten Ampel direkt neben einer Grundschule, wo sich gerade mehrere Gruppen Kinder auf dem Weg nach Hause machten. Unser rote Ferrari wurde natürlich sofort bemerkt und mit begeisterten „WOOOOOOOOOOOOW,FERRARIIIIIIII“-Rufe begrüßt. Da mussten wir natürlich zurück grüßen, was mit ein paar Gasstösse geschah – die Bambini bedankten sich mit ausgelassenen Freudeschreie. Immer wieder schön, was so ein Auto für Emotionen auslösen kann– bei klein und groß. Bei unserer Ankunft am Museum war es eine nette Überraschung, den Platz vor dem Eingang voller Alfa Romeo 4C und 8C vorzufinden. Da war so zu sehen ein internationals Treffen im Gange – für uns die erste Gelegenheit, den neuen 4C „live“ zu sehen. Durchaus auch ein nettes Auto geworden, obwohl mir persönlich die anwesenden 8C noch mehr zusagten. Nachdem wir die schönen Autos im Museum angeschaut und natürlich fotografiert hatten, ging die Reise weiter nach Bologna. Hier wollten wir am Abend die Ankunft der Mille Miglia sehen und vorher ein wenig durch die schöne Innenstadt bummeln. Leider kamen die ersten Teilnehmer mit zwei Stunden Verspätung, wodurch das Fotografieren in der zunehmenden Dunkelheit immer schwieriger wurde. Die nächste Möglichkeit, die Autos zu sehen, ergab sich aber schon am folgenden frühen Morgen, als die letzte Mille Miglia Etappe gefahren wurde – von Bologna nach Brescia. Über die Autostrada überholten wir das ganze Feld und fanden am Ortseingang von Modena ein geeigneter Kreisverkehr zum Fotografieren. Kaum waren wir dort angekommen, rauschten die ersten Teilnehmer auch schon vorbei, also unser Timing war perfekt. Zwei Stunden dauerte es, bis die über 400 Klassiker vorbeigefahren waren, mal alleine, mal in kleineren Grüppchen. Damit neigte sich unsere schöne Reise langsam dem Ende zu. Wir konnten es aber doch nicht lassen,noch ein letztes Mal zum Mittagessen nach Maranello zu fahren. Dort kamen kurz nach uns noch zwei weitere Ferrari auf dem Parkplatz an – ein schooner italienischer 308 GTS QV in grau/rot und sogar ein englischer BB 512i indunkelblau/beige. Damit hatte sich der kleine Umweg also schon wieder rentiert! Auf dem Heimweg wurden wir auf der Autostrada noch von einem 360 Spider in Grigio Alloy, sowie von einem 458 Spider in Grigio Silverstone überholt. In beiden Fälle mit Lichthupe und freundlichem gegenseitigen Winken. Da das Wetter immer noch sehr schön war, fuhren wir von der Autostrada runter und stattdessen die schöne Strasse am Gardasee entlang. Hier fanden sich ein paar unwiderstehlichen Fotogelegenheiten direkt am See, wo der 360 wieder eine „Bella Figura“ abgeben konnte. Wir haben uns sehr gefreut, als wir beim weiteren Verlauf unserer Reise einen roten 360 Modena auf einen Autobahnparkplatz entdeckten. Es war ein rechtsgelenktes Exemplar, mit innen schwarzes Leder und Handschaltung, so wie unser eigenes Auto. Die Freude ließ aber schnell nach, als wir den englischen Besitzer und seine Frau sprachen: Das Auto war gerade mit einem Getriebeschaden liegengeblieben und musste abgeschleppt werden. Zusammen mit zwei Polizisten haben wir dann noch geholfen, den armen 360 von seinem Parkplatz raus zum Abschleppwagen zu schieben. Mehr konnten wir leider auch nicht machen und so verfolgten wir nach einer Weile unsere Reise. Etwa eine Stunde später steuerten wir erneut eine Tankstelle an und siehe da... schon wieder ein roter 360 Modena! Und schon wieder auch mit schwarzer Lederausstattung und Handschaltung! Dieses Exemplar kam aus Deutschland und der Besitzer und seine Beifahrerin haben sich genau so gefreut wie wir, als Sie unseren 360 neben sich entdeckten. Die weitere Reise verlief ohne besondere Ereignisse und so kamen wir am Abend müde aber glücklich wieder in München an. Es waren fünf intensive Tage gewesen, wo unser 360 über etwa 2.000 km ein völlig problemloser Begleiter war. Stadtverkehr, Bergpässe, Autobahn – das Fahren mit diesem Auto war überall eine Freude. Mit dem Ferrari nach Italien – La Dolce Vita pur! ----- Für das Clubmagazin vom Ferrari Model Club hatte ich voriges Jahr diesen Artikel über meine Reise zur Mille Miglia geschrieben. Vielleicht ist es auch für die CP'ler net zu lesen, deswegen poste ich es hier auch mal. Ciao, Lars
  3. 993 Speedster goes Norway

    So, wir sind zurück aus Norwegen! Da ich nach wie vor nicht verstehen kann, daß es mir niemand gleich tut - nämliche Pässe schrubben, dachte ich mir, daß ich mit einem kleinen Reisebericht ein bißchen Werbung für dieses wunderschöne Süd-Norwegen schreibe. 1.200km, 1.000 Wasserfälle, 100 Tunnel, 12 Fähren und nur 10 Überholvorgänge! Die Wetterprognosen für den ersten Tag in Norwegen waren sehr düster, 20mm Regen und 100% Regenwahrscheinlichkeit sind nicht das, was man sich mit einem Speedster wünscht, aber der Reihe nach: Am letzten Samstag sind wir um 18:00 Uhr auf Sylt los, um die Fähre um 23:45 Uhr ab Hirtshals nach Kristiansand zu erwischen. Offen von der Insel runter und im Sonnenschein bis Flensburg, für die Autobahn haben wir das Verdeck dann zugemacht, auf den 370km dänischer Autobahn haben uns hunderte von Mittsommer-Feuern begleitet, die Autobahn war so leer, daß es letztendlich ein 128km/h-Schnitt ergab und wir zum frühest möglichen Check-In-Zeitpunkt am Verladeterminal standen. Achso, noch mal schnell vorher vollgetankt, denn in Norwegen kostet Benzin 40 Cent pro Liter mehr. Erstaunlicher Weise waren wir dennoch das dritt-letzte Fahrzeug, alle anderen waren noch früher da. Dennoch sehr positiv für uns, man fährt nämlich vorwärts auf die Schnellfähre drauf und rückwärts wieder runter. Somit hatten wir dann später einen schönen Vorteil. Die Fjordline-Fähre ist schnell (2,5 Stunden), sehr günstig (EUR 43 für 2 Personen + 1 Auto) und in dieser Nacht heftig wackelig. Wir hatten 50km/h Wind, bei einem so großen Katamaran hätte ich dennoch nicht bis zu 20° Schräglage erwartet. Mir war es egal, meiner Sabine leider nicht, also galt es Händchen halten und Tüten holen... Um kurz vor zwei hat die Fähre dann in Kristiansand angelegt, der Zoll wollte nichts von uns und wir waren in kürzester Zeit im 300m-entfernten Clarion-Hotel. Zunächst gab es ein großes Erstaunen, die Stadt war voll mit Menschen, offensichtlich wird auch hier Mittsommer ausgiebig gefeiert, das Hotel hatte sogar Security am Eingang, zum Glück hatten wir auch einen Tiefgaragen-Stellplatz gebucht. Das Hotel ist ein altes Gebäude, innen aber super stylisch ausgebaut, jetzt aber erst mal schnell und tief schlafen. Am nächsten Morgen um 9:00 Uhr waren wir beim Frühstück und das war absolut top! Gerade im Ausland hatte ich bisher nur ganz selten so eine Qualität und das heißt was! Insgesamt ist das Hotel also eine echte Empfehlung, einziges Manko war für mich, daß man die Fenster nicht öffnen konnte, für mich persönlich eher ein Nogo... Und ab ging es auf die Landstraße, leider stimmte die Wetterprognose auf den ersten 150km dieser langen 550km-Etappe nach Balestrand. Starker Dauerregen, so stark, das in den Spurrillen echte Bäche flossen, da durfte ich nur im Schritttempo rein kommen, da wir nahezu alleine auf der Straße waren, war dies auch kein Problem. Die Landschaft war hier eher so wie im Allgäu mit deutlich mehr Seen. Als es dann schroffer wurde, hörte glücklicher Weise der Regen auf, die Berge hingen aber noch in den Wolken. Die Bundesstraße A9 war teilweise so schmal, daß sie mit Landstraßen dritter Ordnung in Deutschland vergleichbar ist, ein kurzer Zwischenstop an einem Wasserfall und ab in die Ski-Gebiete des Hochlandes. Hier gab es noch heftig viel Schnee, teilweise waren sogar noch die Seen zugefroren, die Straßen waren aber trocken und die Außentemperatur-Anzeige hat nie unter 10° angezeigt. Nach weiteren 100km ging es schnell bergab zum Hardangerfjord in den schmalen Tälern haben die reißenden Flüsse oftmals so viel Platz eingenommen, daß die Straße gerade noch daneben paßte. Nach einigen Kilometern auf Meereshöhe ging es dann auf die erste "Binnen-Fähre" (112 Kronen). Am Fähranleger war die Sonne dann so stabil, daß wir das Verdeck auf gemacht haben, der Fahrplan ist meist so regelmäßig, daß man nicht wirklich auf die Abfahrtzeiten achten muß. Auf der anderen Seite mußten wir noch mal über ein Bergmassiv, also in den Schnee, um dann in den Sognefjord fahren, das Verdeck blieb offen, obwohl es noch mal eine Handvoll Tropfen gab. Der Sognefjord hat übrigens ein so warmes Mikroklima, daß hier Äpfel und Kirschen angebaut werden und das 1.000km nördlich vom alten Land. Um 19:00 und einer weiteren Fähre (112 Kronen) sind wir dann endlich am Ziel angekommen. Das Örtchen Balestrand ist international bekannt geworden, weil hier vor über 100 Jahren der letzte deutsche Kaiser regelmäßig die Sommerfrische gesucht hat, im Gegensatz zu meinem schnöden Porsche reiste er allerdings immer mit seiner kaiserlichen Yacht und einem Begleitschutz von 2 Zerstörern an. Hier waren wir wieder im Altbau des Hotel Kviknes, schön historisch, tolles Buffet, aber auch ein bißchen angestaubt und touristisch (zu viele Japaner und Amerikaner). Hier habe ich dann neben einem schönen 911SC Cabrio geparkt, der erste Porsche in Norwegen bislang überhaupt. Am nächsten Morgen gibt es nur tiefblauen Himmel, 20°C, kein Wind, echtes Geburtstagswetter in Norwegen. Nach dem guten Frühstück geht's Richtung Bergen als Tagesziel. Wir fahren den Sognefjord fast 2 Stunden Richtung Westen, also zum Atlantik, dabei wählen wir extra nicht die erste Fähre in Lavik, sondern die zweite in Rutledal (112 Kronen). Diese fährt zwar nicht sehr häufig (Fahrplan beachten), dafür ist die Strecke aber deutlich leerer und auf der Hauptstrecke Richtung Bergen sind dann doch zu viel Tunnel. Außerdem muß ich heute dann doch tanken, nach 670km das erste Mal. Das Thema "Tunnel" ist sowieso spannend, alle sind in den rohen Stein gehauen, ca. 10% haben die Beleuchtung eines deutschen Tunnels, 80% haben zwar Licht, das ist aber so mager, daß es nicht ausreicht und bei weiteren 10% ist das Licht einfach abgeschaltet. Wir hatten einen Tunnel (8.200m) ohne Licht mit vielen Kurven und keinem einzigen Auto, weder auf unserer Seite noch im Gegenverkehr, da ist die Litronic komplett unterdimensioniert. Es gibt Tunnel, die unter Fjorden durch führen (-280m NN) und es gibt Tunnel, die 360° Kreise im Berg machen, um Höhenunterschiede auszugleichen. Die spinnen die Norweger... Bergen ist für mich eine Traumstadt, sie ist auf einem Level mit Kapstadt. Die Kombination aus Wasser, Bergen, historischer Altstadt, netten Menschen und guter Gastronomie bilden einen Flair, welcher einfach genial ist. Hier haben wir wieder im Raddisson Blu (am Hafen, es gibt zwei) gewohnt, das Hotel ist in erster Linie wegen seiner Lage genial, direkt am Hafen und der Innenstadt, auf der Rückseite geht's ins historische Treppenviertel und per Zahnradbahn auf den Hausberg. Außerdem hat es eine Tiefgarage, zu bezahlen per Kreditkarte, man checkt sich mit der Kreditkarte ein, legt die Quittung hinter die Windschutzscheibe, bei Checkout nutzt man wieder die selbe Karte, welche dann auch belastet wird. Dieses System gibt es häufiger. Die Innenstadt von Bergen finde ich sehr schön, allerdings ist sie nicht wirklich optimal für sportliche Autos, öfter ist das Kopfsteinpflaster so wellig, daß man wirklich aufpassen muß. Mit meinem 993 (-20mm) geht es aber. Immerhin haben wir hier dann den zweiten 911er gesehen, einen silbernen 996 MKI. Am Abend waren wir sehr gut Sushi essen, direkt am Fischmarkt, gemessen an der sehr guten Qualität, einer guten Flasche Wein und einem tollen Blick, waren die EUR 160 eigentlich ok. Das hätte es in Hamburg auch kosten können. Und weiter geht es, heute fahren wir über Stavanger nach Sogndals-Strand, dafür müssen wir zwei mal Fähren bemühen (208/112 Kronen) um von Insel zu Insel zu springen, hier kommen wir auch an den einzigen Tunnel, der noch eine manuelle Mautkasse hat (32 Kronen). Ansonsten ist die Maut (hier: Toll) vollautomatisiert, die Norweger haben einen Transponder an der Windschutzscheibe, den Touristen empfiehlt sich einfach zu fahren, angeblich kommt dann per Post eine Rechnung über die Maut, bei mir kam in den letzten Jahren nie etwas an. Wenn es eine manuelle Kasse gibt sollte man aber unbedingt anhalten und zahlen, ansonsten gibt es wohl richtig Ärger. Nach 4 Stunden gibt es einen Stadtbummel durch die schöne Altstadt von Stavanger. Allerdings kein Vergleich zu Bergen und dazu gefühlt noch teurer. Also geht es nach 90 Minuten weiter über die Nebenstrecke Richtung Flekkefjord. Hier gibt es tatsächlich ein paar Quadratkilometer flaches Land, offen zum Atlantik, fast langweilig, zur Abwechslung aber auch ok. Das Meer ist hier erstaunlich ruhig und die Bauweise der Häuser deutet auch nicht darauf hin, daß der Ozean auch anders kann, irgendwie komisch, nach 50 Kilometern wird es fahrerisch wieder sehr kurzweilig. Die Höhendifferenzen liegen zwar nur bei 200m, dafür ist es Kurve an Kurve und macht richtig Laune. So zoomen wir uns nach Sogndals-Strand, einem historischen Örtchen an einer Flussmündung. Das "Kulturhotell" ist direkt am Wasser, vom Bett aus hört man die Lachse springen, einfach unglaublich, hatte ich nicht so gut erwartet. Der historische Ort besteht nur aus einer Straße, mehr Platz ist auch nicht, das Hotel verteilt sich über 10 alte Gebäude, die aber gefühlvoll renoviert wurden. Essen kann man hier nur im Hotel. Heute geht es nach Hause, leider. Das Wetter ist viel zu schön, wie am Montag, 20° und tiefblauer Himmel, für die 150km nach Kristiansand gibt das Navi 2,5h Fahrzeit vor, Checkin-Zeit ist 12:30 Uhr also geht es um 10:00 los. Die ersten 80km sind wieder Fahrspass pur, viele Kurven gehen im Drift, Verkehr nahe Null. Nach 650km habe ich noch eine Restreichweite von 80km, bis Kristiansand sind es zwar nur 75km, das ist mir dann aber doch zu heiß, also wechseln wir das restliche Kleingeld in ein paar Liter Benzin. Später wird es leider etwas voller, die letzten 70km schwimmen wir im Verkehr mit und sehen noch mal einen silbernen 996 MKI, immerhin den dritten 911er überhaupt. Mehr Polizei-Fahrzeuge gab es übrigens auch nicht. Pünktlich um 12:20 Uhr sind wir in Kristiansand und wieder als eines der letzten Fahrzeuge. Wir legen pünktlich um 13:30 ab, der Skagerak ist komplett ruhig und die Fähre ähnlich günstig (EUR 63). Wir kommen um 15:45 in Dänemark an, das Wetter ist nach wie vor toll, einmal voll tanken und es geht offen nach Hause, ab der deutschen Grenze ist es bewölkt, um 20:15 Uhr sind wir wieder auf der Insel. Fazit: Ein bißchen Hardcore für 4 Tage, dennoch geil, wenn man Spaß am Autofahren hat. Norwegen ist sauteuer, die Hotels kosten ca. das Doppelte von Hamburg, oder das dreifache von Berlin; Essen kostet ca. das Doppelte bei guter Qualität, Benzin kostet 40 Cent pro Liter mehr, dafür ist der Verbrauch deutlich günstiger, Maut und Fähren kommen ontop. Ein weiterer Malus sind die Verkehrsregeln, 80km/h auf der Landstraße sind nicht schnell, die meisten Norweger fahren knapp 100km/h nach Tacho, nie mehr!!! Die stationären Blitzer werden immer vorher per Schild angekündigt, außer in den Tunnels, da stehen sie auch mal ohne Schild. Ich möchte gar nicht wissen, was es kostet, wenn man mit echten 120km/h erwischt wird. Allerdings habe ich auf insgesamt 10.000km in Norwegen bislang nicht einen mobilen Blitzer gesehen. Positiv ist, daß viele Kurven so sind, daß man auch legal megamäßig viel Spaß haben kann, auf den Geraden muß man sich ein wenig disziplinieren. Die Straßen sind sehr, sehr leer, auf der Gesamtstrecke habe ich ca. 10 Fahrzeuge überholt und wurde selber einmal überholt (Honda S2000). Die Landschaft ist ein einziges und ununterbrochenes Highlight, spannender und exotischer als die Alpen und für Norddeutsche schneller/bequemer zu erreichen. Ich bekomme den Kopf hier besser frei, als in Mitteleuropa. Auch wenn das Wetter in Norwegen ein wenig riskanter ist, werde ich in regelmäßigen Abständen dort wieder Kurven räubern. Dabei war der Speedster übrigens deutlich angenehmer, als mein turbo, der ist leistungsmäßig einfach überdimensioniert, die Selbstdisziplin raubt dann zu viel Spaß.
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