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  1. Zeit, aufzuatmen, Zeit, sich wieder mal richtig „auf die Socken“ zu machen. Douglas Henshall als Detective Inspector Jimmy Perez macht in der Serie „Mord auf Shetland“ Lust, seine Heimatinseln zu erkunden. Bedeutet natürlich, daß der Carpassion wegen der Wiesmann dazu herhalten muß. Nächste Idee: Wir fliehen vor der für den Hochsommer nach letztjährigen Erfahrungen zu erwartenden Hitze und ziehen uns in den kühlen Norden des Vereinigten Königreiches zurück. Dort war’s dann auch teilweise sogar kalt, leider zuhause aber auch ... man kann nicht alles haben. Die Streckenauswahl und die Planung waren nicht ganz ohne - zumal wir unbekanntes Terrain unter die Räder nehmen wollten und man sich doch gerade mit einem tiefliegenden Sportwagen über manche Gegebenheiten vorher vergewissern sollte. Logische Quellen sind Reiseblogs über die Gegenden, Rezensionen bei Google und z.B. booking.com und alles, was Tante Google sonst so hergibt. Zwei Besonderheiten aber dazu: YouTube hilft echt weiter. So gibt es einen Nutzer dort, der unter „Driving Shetland“ ernsthaft bis zu eine Stunde lange (!!) Videos einstellt, in denen er einfach seine Fahrten auf der Insel tonlos wiedergibt. Straßenzustand perfekt erkennbar! Und für Großbritannien für uns unverzichtbar: die App CAMRA Good Beer Guide. Wo auch immer man unterwegs is(s)t, es findet sich ein sehr brauchbarer und höchst verläßlicher Tip zu einem Pub. Außerdem eine Extremübung für die 806: Sie muß insgesamt elfmal Fähre fahren in den kommenden 16 Tagen dieser Reise. Völlig problemlos, sie hat sich nichts anmerken lassen vom Eingesperrtsein auf Schiffen. Die große Runde verlief über Amsterdam - Fähre nach Newcastle upon Thyne - Edinburgh - Fähre nach Orkney -Orkneys - Fähre nach Shetland - Shetland - Fähre nach Aberdeen - Newcastle - Fähre nach Amsterdam. Die Fährnutzung ab Holland spart eine enorme Fahrerei im Vergleich zur Kanalquerung ab Calais. Bis dorthin sind’s schon 200 km mehr als nach Amsterdam von uns aus, in England spart man pro Richtung weitere ca. 450 km, so daß hin und zurück ein Vorteil von rund 1.300 km winkt. Die Zwischenübernachtung dafür verbringt man in komfortabler Kabine statt unterwegs im Hotel, so daß die Bilanz zugunsten der Fähre ausfällt. Frühmorgens los und mit geräumig Luft als einer der ersten in der Warteschlange am Terminal in Amsterdam - das verspricht ja, wie ein Länderspiel zu laufen. Na gut, keines der Deutschen, aber das Sprichwort ist ja landesneutral. Ruhige Überfahrt, frühe Ankunft in Newcastle und flott gut ausgeschildert aus der Stadt raus. Alle möglichen Routen nach Norden haben wir schon erprobt, nur durch den Northumbria National Park sind wir noch nicht gekreuzt. Wird jetzt nachgeholt. Sogar sonnig, also Dach auf. Wunderschöne Landschaft mit Hügelketten, verwunschenen Dörfchen und teilweise schon anspruchsvoller Straßenführung. „Blind Summit“ heißt, daß man wirklich nicht einmal eine Ahnung vom weiteren Verlauf hat, man stürzt manchmal regelrecht zu Tale, wo einen dann auch überraschende Kurven erwarten. Dem Wiesmann gefällt’s, der Beifahrerin nicht immer so. Leider trübt die bis Edinburgh immer schlechter werdende Straßenqualität den Genuß in deutlicher Weise. Schlaglöcher, tief abgesenkte Kanaldeckel, Frostaufbrüche - was auch immer man sich an Schaden vorstellen kann: hier gibt’s das auch neben seltenen neu geteerten Abschnitten. Das „levelling up“ hat sich vor allem in Schottland nicht so recht durchgesetzt! Edinburgh ist uns schon gut vertraut, dieses Mal sollte die Altstadt näher inspiziert werden. Der Horden von Touristen wegen haben wir das aber schnell sein gelassen und uns auf eine besondere Spezialität der Insulaner verlegt: historic pubs. Schon teilweise kultig angeschmuddelt, teilweise in bestem Erhaltungszustand sind sie immer wieder gerne aufgesuchte Plätze nicht nur zum Bestaunen und dort etwas Trinken, sondern auch Gelegenheit zum Plausch mit anderen Besuchern. Eine sehr entspannte und als schutzwürdiges Kulturgut einzuschätzende Einrichtungen sind das. Wir wohnen dieses Mal in South Queensferry, dessen Altstadt sich unter der berühmten Eisenbahn-Brücke über den Firth of Forth befindet. Damit ist man zwar relativ weit aus der Stadt weg, aber die Buslinie 43 erlaubt im oberen Geschoß eine Sightseeing-Tour bis vor die Tore des Hauptbahnhofs am Fuße der Altstadt. Perfekt! Sollte uns aber nur als Zwischenziel dienen, weiter geht’s nordwärts. Die A9 (so heißen im Königreich die Landstraßen erster Ordnung) führt entlang der Haupttouristenorte bis nach Wick an der Ostküste, dort quert sie nun als Single Track die Landschaft und endet in Thurso an der Küste mit Blick auf die Orkneys. Hier ein Wort zum Fahren auf englischen Landstraßen: es gilt Tempo 96 km/h, aber die Einheimischen fahren wohl unter dem Eindruck der Spritpreise eher 80. Und sie überholen nicht gerne, sondern nehmen landestypisch Schlangenbildung in Kauf. Beim Überholen sind sie dann auch etwas unroutiniert - erst bei meilenweiter Sicht wird mit nicht allzu übermäßiger Mehrgeschwindigkeit das Passieren eines vorausfahrenden Fahrzeuges eingeleitet. Menschenskinder! Unbeeindruckt von dieser Lahmheit nimmt die 806 es mit den Vorausfahrenden auf - zügig und eindeutig ansetzen, flott vorbei und beim Wiedereinscheren langsam wieder Richtung Limit ausrollen. So kommt man erstaunlich zügig voran, allzuoft wird auch dort oben nicht geblitzt, so daß sich eine schöne Reisegeschwindigkeit fahren läßt. Immer wieder eine Freude, mit dem satt anziehenden Motor als willigem Gehilfen im 3. Gang loszulegen und derartige Manöver in Sekunden zu absolvieren. Raserei ist das noch lange nicht, nur italienisch-elastisches Fahren. Um jeden Zeitdruck zu nehmen, habe ich noch vor der Fährfahrt ab Scrabster nach Stromness eine Zwischenübernachtung eingeplant. Gute Idee, die nur einen Nachteil hat: Ich wußte noch von der letzten Wiesmann-Tour in den Norden, daß dort winzige Stechmücken ihr Unwesen treiben. Midgets heißen sie. Stecknadelkopfgroß sind sie. In Schwärmen treten sie auf. Ich dachte. „nur an der Westküste“. Die hielten sich da nicht dran. Fünf Minuten reichen, und „am Koppe“ sind 45 Stiche zusammen. Leider reagiere ich darauf wenig tolerant und entwickle leidige pustelartige Beulen, die fast bis zum Schluß der Reise brauchen, um endlich abzuheilen. Sieht ulkig aus, dieser „Silberrücken mit Pubertätspickeln“. Orkney kennen wir schon aus 2018, die Idee war, dieses Mal mit dem Roadster offen die Inseln zu genießen. Nicht alles klappt auf so einer Reise. Hier stimmt’s mit den Temperaturen nicht. Saukalt und stark windig fühlt sich das meist winterlich an. Also bleibt der Deckel eben zu. Wir müssen aber raus. Ein einmaliges Erlebnis ist die Führung durch die Ausgrabungsstätte Ness of Brodgar. Erst seit kurzem lebhafte Grabungen ergaben eine steinzeitliche Siedlung mit einer Vielzahl an Gebäuden auf einer mehrere Fußballfelder großen Fläche. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, wozu das alles wohl gedient haben mag. Von baulicher Eleganz war’s wohl nicht so direkt, eher planlos und vor allem statische Erfordernisse ignorierend wurde recht flott alles errichtet. Gehalten hat’s dank dicker Wände, aber man sieht, wie’s mangels Fundament und wegen ignorierter Lastabtragungen immer schiefer und schließlich auch immer kaputter wurde. Das Besondere: Die Mittel reichen nicht, um die Ausgrabung fortzusetzen. Zum Schutz des Entdeckten vor der Witterung und damit dem Verfall wird’s alles in 2024 wieder kontrolliert zugeschüttet. Muß man auch erst mal drauf kommen. Die Orkneys machten jüngst von sich reden, weil sie eine Initiative zum Anschluß an Norwegen gestartet haben. Nicht ganz grundlos. Anders als Shetland haben die Orkneys kein Öl und nehmen deswegen selber nicht wirklich was ein. Sowohl Schottland wie Großbritannien halten sie kurz und das stinkt den Insulanern. Man merkt’s auch, denn die an sich wunderbar fahrbaren Straßen sind oft in denkbar schlechtem Zustand. Man kann dennoch sehr flott unterwegs sein, denn: Hier gibt’s kaum Verkehr, kaum Lastwagen und vor allem keine Schwärme von „Bikern“, die immer wieder alles strubbelig machen mit erratischem Fahren. Jetzt aber auf zu den Shetland-Inseln, das wäre ja dann das Neue! Nachtfähre ab Kirkwall nach Lerwick und dort morgens eintreffen für’s Inselabenteuer „zweiter Teil“. Unser Hotel erwartet uns erst ab 15.00 Uhr, wir haben also Zeit. Im Süden liegen gleich zwei Highlights für Touristen: Die historische Ausgrabungsstätte Jarlshof und den Leuchtturm von Sumburgh. Also gleich mal dorthin. Die schneidende Kälte von Orkney ist wieder da und verleidet doch ein wenig den fußläufigen Besuch. Lohnt sich aber auf jeden Fall. Jarlshof ist über tausende Jahre genutzt worden bis zum 16. Jahrhundert, es ist schon berührend, wenn man von der Stein- über die Eisen- bis in die Neuzeit in einer Stunde alle Baugeschichte des Fleckens durchschreitet. Der Leuchtturm wiederum ist auch geschichtsträchtig geworden, weil hier die Radarstation einen deutschen Luftangriff beizeit erkannte und das Bombardement im zweiten Weltkrieg vermieden werden konnte. Ach ja - und im Café des Leuchtturms spielt eine Episode von „Mord auf Shetland“. im nahegelegenen Hotel spielt auch eine - aber das wird auf den Inseln noch ein paar Mal vorkommen. Am Flughafen von Sumburgh ist zu erkennen, daß hier die Uhren anders gehen. Die Ölindustrie sorgt für lebhaften Verkehr, die Verbindungen reichen mit Direktflügen bis auf europäische Festland. Beeindruckend moderner Bau, es war echt was los bei Starts und Landungen! Noch an andere Stelle wird der relative Reichtum der Insel deutlich: Die Straßen sind in optimalem Zustand über nahezu alle Strecken. Schlaglöcher gibt es keine - und wir waren viel auf kleinsten Nebennenebnsträßchen unterwegs. Die Insel Mainland ist länglich, also gibt es keine Rundstrecke, sondern das Straßennetz ähnelt einem Fischskelett: Von der Wirbelsäule gehts rippenweise ab, man fährt oft hin- und zurück. Macht aber nichts, denn das bereitet richtig Spaß. Die Hauptroute A 970 ist teilweise meilenweit einsehbar, vom Flughafen in die Hauptstadt Lerwick habe ich sie „die einzige einspurige Autobahn der Welt“ genannt. Die sehr breit ausgebaute Straße nutzen die Einheimischen hier statt mit 60 mph auch gerne mit 90, also etwas über 140 km/h. Da keiner blitzt und die Polizeipräsenz ehr nicht existent ist, kommen da ganz erstaunliche Fahrzeiten zustande. Ein Paradies für echte Carpassion ist ein Fahrtag im Bereich Westmainland. Eine Halbinsel, die nahezu unbewohnt ist und von einem Netz an B-Roads durchzogen. Die sind zumeist perfekt asphaltierte Einspurstraßen mit Überholplätzen. „Wenn man da wüßte, daß einem keiner entgegen kommt ....“ Weiß man aber leider nicht, die Strecken schmiegen sich in einen stark hügelige Torflandschaft und verlaufen wie eine Achterbahn. Ein Traum. Der Wiesmann singt sich im dritten Gang bis zum Eingreifen des menschlichen ESP rechts vom Fahrer in Stimmung und genießt die Abfolge von Kurven, Senken, Anstiegen und Kuppen. Gegenverkehr ist ernstzunehmen, die Fahrbahn ist exakt ein Auto breit und die Ränder nicht befahrbar. Ein Einschub zum Befahren von single-track-roads: Früher war alles besser. Begegneten sich routinierte Fahrer, so konnten sie mit Übung und Erfahrung ihre Geschwindigkeiten so aufeinander anpassen, daß sie ohne anzuhalten in den "passing places" an einander vorbeikamen. Cool! Leider sind die Routiniers wohl alle ausgewandert. Der sich stets rücksichtsvoll gebende Brite nimmt der Sache die Behendigkeit, indem er entweder viel zu früh zum Durchlassen anhält und so alle aufhält oder - wenn er der Durchgelassene ist - einfach nicht flotter wird, sondern seinerseits eher zögerlicher auf den Wartenden zukommt. Es könnte so schön sein, wenn’s nicht s wär, wie’s ist! Was mich beim Buchen im Januar 2023 schon verwunderte: Die Insel ist ausgebucht. Nahezu komplett. Dabei sind die Folk- und sonstigen Festivals gar nicht. Alles Krimi-Liebhaber? Nö. Weit gefehlt. „Tall Ships“ ist die Lösung. Eine Oldtimerregatta von Dreimastbaken im Alter von 75 bis 150, in Lerwick eine Zwischenstation von vier Tagen hat. 1.300 Mann Besatzung insgesamt, teilweise wird die hier gewechselt. Besonders interessiert haben mich Schiffe nie, aber diese Ansammlung von teilweise riesigen Seglern ist schon ein Ding, mein lieber Schwan! Den einzigen Regenvormittag des ganzen Urlaubs verbringen wir beim Auslaufen der Schiffe und sind nachhaltig beeindruckt. Was darf nicht fehlen bei einem Besuch dort oben? Drei Dinge, ganz klar: Besuch auf der nördlichsten der britischen Inseln, Unst. Dort insbesondere das nördlichste Pub Großbritanniens und die berühmte Bushaltestelle „bobby’s bus shelter“, die jährlich nach einem bestimmten Motto gestaltet ist. Been there, done that! Pub leider noch geschlossen, aber immerhin: Dran war ich wenigstens, wenn schon nicht drin. Die Anreise ist in der Hauptsaison manchmal schwierig, denn es sind zwei Fähren je hin und zurück nötig. Von Mainland nach Yell und von dort nach Unst. Nicht teuer (Ölindustrie halt ...), 19 Pfund fürs Auto und zwei Passagiere hin und zurück. Die Schiffchen sind aber klein und es hieß „Vorbuchen ist in der Hauptsaison ratsam“. Für uns nur unbrauchbar, denn: wir wollen doch offen bei gutem Wetter fahren. Das kann man aber nicht vorbuchen. Also bei bestem Sonnenschein einfach drauf los. Klappt hier wider Erwarten gut. Im Reiseführer stand etwas von einem „Ferry run“, den die Einheimischen quer durch das nahezu völlig unbewohnte Yell veranstalten. Ziel ist es, so schnell wie möglich den Anleger nach Unst zu erreichen, um dort weiter vorne in der Warteschlange zu stehen. Das hatte ich mir gemerkt. Als einer der letzten von der Mainland-Fähre runter. Über die - erwähnte ich das schon? - bestens ausgebaute Straße ist der Anleger sehr zügig erreicht, ich schaffe es auf Platz 3 in der Warteschlange. Wir dürfen mit dem kurzen Auto rauf nach Unst, der Trip ist gerettet. Über Unst stromern wir herum, außer „das nördlichste wasweißichnichtalles“ gibt’s dort nichts besonderes zu sehen. Die Ausgrabungen sind zu rudimentär, da haben uns Ness of Brodgar und Jarlshof versaut, wir werden quasi zu Archäologie-Snobs. Um die Verpflegung unterwegs muß man sich nur bedingt Gedanken machen. Die findigen Insulaner haben statt erwartbar nicht rentablen Cafés die Idee der „honesty fridges“ erfunden. Eines davon ist sogar Touristenattraktion und eigentlich schon viel zu etabliert. Normal steht irgendwo im Nirgendwo ein ausgedienter Kühlschrank oder eine Kühlbox, in der sich Snacks und Getränke finden. Man zahlt durch Einwurf in eine Kasse. Naja, so ganz trauen sie dem Braten nicht: „You’re on CCTV“ ist der Hinweis auf eine mehr oder weniger versteckt angeordnete Webcam. Auch Ehrlichkeit will überwacht werden. Also beizeit die Rückfahrt angetreten. Beim Abstieg zum Fähranleger sehe ich aus dem Augenwinkel, daß da eine angelegt hat. Wir haben noch ein bißchen Strecke vor uns - also jetzt aber behende! Eine Schafherde sieht das anders und lungert auf der Straße herum. Hupen? Ist den Viechern wurscht. Also muß Krach helfen. Runterschalten - 3. Gang und Gas. Zu leise, sie gucken nur auf, machen aber keine Anstalten, die Fahrbahn freizugeben. also zweiter Gang, die Airbox erhebt die Stimme. Und zwar deutlich. Das sitzt! Man spritzt auseinander, eine Furt für den Wiesmann öffnet sich. Erfahrung aus vielen tausend Kilometern in Schottland zahlt sich irgendwann einfach aus ... Angenehmer Nebeneffekt: Ich war wohl unten am Anleger mehr als deutlich zu hören. Dort ist die Neugier auf „what the fucking hell was that“ groß und läßt sie auf unser Eintreffen warten. Wie James Bond aufs Schiff und sofort legt das ab. „Wenn et läuf, dann läuftet!“ Auf dem Schiff treffen wir einen Autonarren wieder, mit dem wir auf Mainland in der ersten Schlange warteten. Er hatte das mit dem Ferry Run nicht verstanden und kam nicht mehr nach Unst ... Noch etwas zum Schafanteil an der Bevölkerung: Sie sind überall, außer in Orten. Frei laufend, also eigentlich immer eine Gefahr für den Verkehr. Vor allem bei kühlerer Witterung, dann ist der wärmere Asphalt gerne genutzte Heizung. Leben sie an verkehrsreicheren Straßen, lernen sie schon in frühester Jugend: „Wenn ein Auto kommt, betritt das Schwarze nicht.“ Nur in selten befahrenen Gegenden kann mal etwas Rücksicht bzw. Lärm nötig sein. Ist aber die seltenen Ausnahme. Keine Ausnahme ist, daß diese Viecher sich bei jeder Gelegenheit erleichtern. Überall. Alles. Den Häufchen kann man nicht immer ausweichen und dann richtet man sein Fahrzeug schon recht zu. Ist aber weniger schlimm als Kuhmist, der klebt viel heftiger und stinkt auch deutlich mehr. Hier oben (wir sind nördlicher als Anchorage, etwa auf einer Höhe wie der Mitte zwischen Bergen und den Lofoten) gerät das Zeitgefühl etwas aus dem Tritt. Es ist wird etwa zwei Stunden später dunkel als bei uns zu Hause und etwa zwei Stunden früher wieder hell. Der Blick auf die Uhr ist manchmal die einzige logische Verbindung von Gefühl und Echtzeit. Unser Hotel ist auf Shetland ein Kuriosum: Das St. Magnus Bay Hotel ist ursprünglich ein Ausstellungspavillon des Staates Norwegen auf einer Weltausstellung in Glasgow gewesen. Zwei Transportunternehmer aus Orkney und Shetland haben’s dann abgebaut und in Hillswick auf Mainland wieder aufgestellt. Seitdem ein Hotel, früher sogar mit adeligem oder gar königlichem Gästeklientel. Nette Anfahrt dorthin, die A 970 ist ab der Abzweigung zum Hotel einspurig geworden und unterhaltsam zu befahren. Vor allem, weil ich nach fünf Tagen Streckenkenntnis gewonnen hatte! Lustiges Detail: Auf den Inseln gibt’s nur 95 Oktan-Sprit. Auf Orkney immerhin E5, E10 gibt’s gar nicht. Auf Shetland ist’s noch schräger: „In Shetland we have E Zero.“ Schieres Benzin, überhaupt kein Ethanol drin. Der 806 hat’s geschmeckt. Die schönen Tage auf Shetland neigen sich dem Ende zu, das Wohnhaus des DI Perez haben wir gesehen, die Polizeiwache ebenso, ein Hotel in Lerwick diente wohl auch mal als Kulisse der Krimiserie. Wir schließen das Kapitel, die Fähre bringt uns über Nacht von Lerwick nach Aberdeen. Das kuriose kleine Auto darf im Schiffsbauch die Pole Position einnehmen. Aberdeen ist nicht wirklich schön, wir kommen dort auch zu früh an. Um 7.00 morgens hat halt noch nichts auf ... also fahren wir gleich weiter. Zwischenstop wäre eigentlich nicht weit in Arbroath gebucht, das sind nur runde 100 km. Also müssen wir die Fahrt dorthin etwas ausdehnen. Über den Cairngorns National Park Richtung Braemar (vorbei an Belmoral Castle, der Queen ihr Sommerhäuschen) erlaubt die Sonne sogar Offenfahren. Eine Traumroute auf wenigstens meist halbwegs erhaltenen Straßen versüßt uns den Abschied von den „Highlands und Islands“. Abends in einem heimeligen Pub das letzte Abendessen bestellt - für mich nach zwei Wochen zum ersten Mal wieder Fleisch statt des sonst vorgezogenen Fischgerichts. Die schon einmal vorgestellte Idee von „drive and dine“ haben wir durchhalten können. Auf der Speisekarte standen Steinbeißer, Seeteufel, Kabeljau, Heilbutt, Hering, Scholle und Jakobs- und Miesmuscheln. Leute, das ist in der Frische dort oben schon für Inlandseuropäer wie uns eine neue Welt. Und gar nicht mal teuer, mehr als 25 Pfund haben wir nur einmal für ein Hauptgericht bezahlt. Die Portionsgrößen sind erschlagend, meine perfekt gerade noch glasig gebratene Scholle z.b. wäre an der Nordsee nur halb so groß gewesen und hätte dasselbe gekostet. Klar: Feinste Küchentechnik gibt’s nicht, aber die Materialien sind in der Regel von sehr guter Qualität, wenn man weiß, wo man suchen muß. Und die Köche geben sich bei Garpunkten und Würzung schon sehr viel Mühe, so daß man schmackhaft und reichlich versorgt ist. Die Schlußetappe nach Newcastle nehmen wir schließlich auf kürzestem Wege unter die Räder - die Fähre dürfte dieses Mal nicht wegen uns warten und ich hasse es, irgendwo auf den letzten Drücker angehetzt zu kommen. Dundee liegt am Wege, wir vertreten uns in einer doch unerwartet heruntergekommenen Innenstadt ein wenig die Füße und dann kann’s schon heimwärts gehen, bzw. schwimmen. DFDS bietet auch Upgrades auf komfortable Zweibett-Kabinen an, die dann die Größe eines guten Hotelzimmers haben. Sehr angenehm und jeden Euro wert, den es mehr kostet! 16 Tage und knappe 3300 km (trotz des ersparten Weges ab Amsterdam) haben uns mit Eindrücken und Erlebnissen versorgt, die mit einem anderen und „gewöhnlicherem“ Auto so nicht vorgekommen wären und lassen uns erneut tief beeindruckt zu Hause in Erinnerungen schwelgen. Ein besonderer Dank gilt der 806, die uns wieder einmal ohne Mucken und Zucken sicher über alle Wege gebracht hat! Markus
  2. Maadalfa

    Portofino Reisebericht

    Die Tage 1 und 2 meiner Slowenien Reise mit meiner Tochter sind rum. Tag 1: Basel via Schwarzwald und Bodensee ins Engadin. 2. Tag: Ofenpass, Umbrailpass, Stelvio (hin und zurück weil es Spass macht), Meran, Bozen, Passo di Pordoi, Arabba. Was gibt es zum Auto zu sagen: Eine Granate. Genug Platz fürs Gepäck, selbst mit einer 16-jährigen, wenn es geradeaus geht komfortabel, wenn es krachen soll kracht es. Genialer Dachmechanismus und das Infotainment ein Quantensprung.
  3. Huschijunior

    Portofino? Noch nie gehört

    Als der Ferrari Portofino erschien, hatte ich zu meiner Schande noch nie etwas von Portofino gehört. Ich habe dann Bilder von der Präsentation in Portofino gesehen und ich war von dem kleinen Fischerdorf beeindruckt. Italien wie aus dem Bilderbuch. 455km Entfernung? Das ist ja nichts zu so einem Ort. So entstand die Idee, dieses Jahr, so bald der Sommer da ist, an unseren 2 freien Tagen mal kurz das süsse Leben zu geniessen. Das stand nun schon seit einem Jahr auf unserer to do Liste und Mittwoch war es endlich soweit. Ein Hotel im Nachbarort Rapallo war gebucht, der Koffer gepackt, die Sonne bestellt und das Cabrio war bereit. Wir fuhren gegen Mittag bei strahlenden Sonnenschein und leeren Strassen über den Grossen St. Bernhard rüber nach Rapallo. Dort gegen 18:00 Uhr angekommen ging es direkt zur Promenade Pizza essen und einen Aperol Spritz geniessen. Am nächsten Morgen ging es dann endlich mit dem Boot nach Portofino. Mit dem Auto ist es erstens viel zu voll, man steht im Stau und hat ziemlich hohe Parkkosten. Ausserdem hat man mit dem Boot eine fantastische Anreise. Nach ca. 25 Minuten mit dem Boot sahen wir Portofino und ich bekam Gänsehaut.So richtig glauben, dass ich jetzt hier bin konnte ich noch nicht. Italien von seiner schönsten Seite. Dieses kleine Fischerdorf ist unglaublich schön. Wir genossen einen Apero nach dem Nächsten und überall gab es etwas zu sehen. Der Lifestyle der Italiener ist einfach schon cool. Wir bummelten durch die kleinen Gassen in Richtung Al Faro di Portofino Lounge Bar https://www.tripadvisor.ch/ShowUserReviews-g187825-d5861871-r401976195-Al_Faro_di_Portofino_Lounge_Bar-Portofino_Italian_Riviera_Liguria.html und wurden mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Ich kann Ferrari für die Namensgebung nur danken und jedem Italienfan empfehlen dort einmal hinzureisen. Freitag Nachmittag ging es dann wieder mit jeder Menge italienischen Spezialitäten zurück in die Schweiz. Die Tage waren ein Erlebnis, was wir so schnell nicht vergessen werden und wir waren nicht das letzte Mal in Portofino.
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