Hui, das könnte hier ja wirklich sehr interessant werden. Möchte meinem Vorredner "skr" gratulieren für seine sehr schönen Ausführungen zu diesem Thema.
Ich glaube auch, dass Tuning nicht gleich Tuning ist! Man sollte vielleicht mal zwischen "pimpen" (z.Z. wohl der Megarenner) und echtem "veredeln" reden!
Diskussionsfutter:
Langfristig werden wohl nur Fahrzeuge im Orig.zustand ihren Wert behalten. Aber es gibt sicherlich auch Ausnahmen, wie z.B. die Werkssondereditionen oder limitierte Kleinauflagen namenhafter Händler/Tuner. Also einfach nur die prolligen und verchromten 22Zöller mit Überbreitreifen montieren ist wohl kein großes Problem, da die Rückrüstung sehr einfach und nahezu unsichtbar ist. Bei größeren Umbauten und/oder Lackierungen mit sehr tiefgehenden Eingriffen dürfte das wohl schon anders aussehen. Hier zählt später beim Wiederverkauf wohl nur der Name des Veredelers. Koenig-Spezials Versionen haben gegenüber dem Neupreis zwar deutlich an Wert verloren, aber auch gebraucht kosten sie erheblich mehr als die entsprechenden Serienversionen. Das ist bei Extremumbauten nicht immer so. Das die Sondermodelle ab Werk ihren Wert halten können, dürfte eigentlich nicht verwundern. Miura SV-Jota? -Ohne Frage!!! Ein
Diablo 30SE kostet locker über 110.000,-EUR und ist auch schon ca. 10 Jahre alt. Vom
Diablo GT brauchen wir auch nicht zu reden. Der wird auch in den nächsten Jahren in der F40Region bleiben. Wer absolut nicht auf den späteren "Cent" zu schauen braucht, der kann sich seinen Lambo heutzutage von unüberschaubar vielen Veredelern aufmotzen lassen. Selbst bei markenfremden Umbauern ist mit Geld alles möglich. Ist nicht schlimm, denn (meine Meinung) mit dem
Countach ging das Lambotunen doch eigentlich schon los. Ihn als Vorbild haben unzählige ihren Wagen (egal welche Marke) mit aufgesetzten Kotflügelverbreiterungen und Heckflügel getunt. Dank ihm gab`s dann auch die damals sehr beliebten und beim Tuning unverzichtbaren 345er-Schlappen mit Pirellimuster.
Also ist der Countach doch eigentlich der Urvater des Tunings für die Straße; er hat die spektakulären Superbreitumbauten salonfähig gemacht!
Klassiker "tunen", wie z.B. fette Felgen beim Miura, ist eigentlich

, es sei denn, das es zeitgemäß ist und es damals schon möglich war (z.B. Umbau auf SV). Selbst bei techn. Verbesserungen eines Klassikers sollte man aus Gründen der Originalität sehr, sehr behutsam vorgehen (z.B. größere Bremse). Der Sultan v. Br. hat z.B. seinen `70er Jahre 300 SL "Gullwing" mit ABS und Airbags bei AMG veredeln lassen!?!?
Habe mal einen seltenen Maserati Bora mit 18" Chromfelgen, roten Bremssätteln und Supertieferlegung gesehen. Gut, ich gebe zu, dass er wirklich "geil" ausgesehen hat, nur war er für mich nicht mehr authentisch als Klassiker und somit auch nicht begehrenswert!
Bei den heutigen Modellen wird Audighini in Zukunft zweigleisig fahren:
Ab Werk die gezähmte, elegantere und somit zeitgemäßere Version. Mit einem Tochterunternehmen (ähnlich Quattro-GmbH, AMG, M-GmbH,...) werden dann die Versionen für die extrovertierte Klientel hergestellt. Warum sollte Audi diesen Kuchen (der nicht unterschätzt werden sollte) den Tunern überlassen? Die Anzeichen für meine Vermutung sind das momentare Tuningverbot für die Vertragshändler und der kompl.Wegfall der Werksgarantie. Hatte
Porsche schon vor vielen Jahren eingesehen, dass sich da (außerhalb der Aufpreisliste) noch was holen lässt!
Dem Murci geht es jetzt so, wie früher dem
Diablo: Erst kommt noch ein leistungsgesteigerter Murci GT und schon kurze Zeit später der Nachfolger mit fast gleicher Serienleistung. Leistungsmäßig war ein Lambo früher immer überlegen. Heute wird es aber schon sehr eng. Der Murci hat "zu wenig" Power und ist viel zu schwer! Als er auf den Markt kam, hatte ich persönlich eigentlich mit deutlich über 600 PS gerechnet, da der
Diablo diesen (und andere) Werte schon fast erreichte. Vom letzten
Diablo 6.0 zum Murci gibt es kaum einen Unterschied (subjektiv).
So, war mal `n Rundumschlag der zum Denken und posten anregen soll.
Draußen ist so ein schönes Wetter.....
