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Zitat von S.Schnuse ... Als Baujahr ist im Museum wirklich 1938 angegeben. Dort steht aber auch, dass neben dem Prototypen drei Fahrzeuge gebaut wurden, von denen 2 noch existieren. ... |
Die ganze Geschichte ist a bisserl verworren, sodaß selbst anerkannte Bugatti-Experten noch heute diskutieren welcher wann und wie gebaut wurde. - Mein Kenntnisstand heute...
Bugatti Type 57SC, S = "surbaissé" (lowered), C = "compresseur" (supercharged)
Atlantic, diesen Namen wählte Jean Bugatti zur Erinnerung an den von ihm verehrten Flieger Jean Mermoz, der 1936 bei der Überquerung des Südatlantiks verschwand.
Originale:
- 1935 Prototyp "Aérolithe"
Wurde angeblich lt. Aussagen ehemaliger Mitarbeiter nach der Ausstellung in Paris und London (alles 1935) wieder zerlegt und teilverschrottet.
- 1936 Bugatti "Atlantic" No 1
Geordert von Lord Rothschild (GB) und gebaut unter der Verwendung einiger Teile des o.g. Prototyp "Aérolithe".
Chassis #57 374
Einer der späteren Besitzer schickte die No 1 im Jahre 1939 zurück zu Bugatti um dem Motor (S) einen Kompressor (C) zu spendieren und somit aus der No 1 einen echten "57SC" zu machen (S+C).
Nach dem Krieg besaß ein Herr Bob Oliver aus Los Angeles die No 1 und führte verschiedene fragwürdige Umbauten durch. U.a. die Verkleinerung des Heckfensters sowie diverse Umlackierungen.
Peter D. Williamson erwarb 1971 in einer Auktion die No 1 für 59'000 USD und und restaurierte diesen Atlantic in jahrelanger Arbeit zurück in den ursprünglichen Originalzustand mit der Farbkombi "light blue with dark blue interior". Im Jahre 2003 wurde die No 1 in Pebble Beach der Concours-Winner in "best in show". Herr Williamson ist bis heute (Stand Nov.2007) Eigentümer und Besitzer von Atlantic No 1.
Die Frontscheinwerfer befinden sich (wie original) in niedriger Position.
- 1937 (?) Bugatti "Atlantic" No 2
gebaut für J. Holtzschuch (F),
Chassis #57 473 (nach Rekonstruktion in den `70ern nun #57 473 "A")
Dieser zweite "Atlantic" ist sehr umstritten. Warum? Die Historie ist sehr lückenhaft und weitestgehend nicht nachvollziehbar. Genaueres über die No 2 habe ich etwas weiter unten im hier anschließenden Text geschrieben.
- 1938 Bugatti "Atlantic" No 3
geliefert an R.B. Pope (GB).
Chassis #57 491
Dieser Atlantic ist wohl der meistpublizierte und dazu noch originalste der drei je gebauten echten Bugatti 57 SC Atlantic.
Originalfarbe ist "Dark Sapphire Blue".
Ralph Lauren ist seit 1988 der stolze Besitzer und Eigentümer von No 3 und zahlte damals rund 15 Millionen Dollar für No 3.
Die Frontscheinwerfer befinden sich (anders als bei No 1) in hoher Position.
Zitat:
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Zitat von bugatti-club-deutschland Der "Aerolithe" wurde als Wettbewerbsfahrzeug konzipiert, versehen mit einer Karosserie aus "Elektron", eine Aluminium-ähnliche, stark magnesiumhaltige Legierung. Nachteil dieses extrem leichten Metalls war seine schwierige Verschweißbarkeit. Diesem Umstand ist die Vernietung von Fahrgastzelle und Kotflügeln mit der auffälligen bis 5cm hohen Nietsicke zuzuschreiben. Dieser optische Effekt wurde beim "Atlantic", dessen Karosserie aus leichter verschweißbarem Aluminium gefertigt ist, beibehalten. |
Alle 3 gebauten "Atlantic" weisen gegenüber dem Prototyp "Aérolithe" einen niedrigeren Motorraum und einen V-förmigen Kühler auf, sodaß die Frontscheiben der drei Atlantic größer sind als beim ursprünglichen Prototypen. Weiterhin kann man die 3 echten Atlantic an der unterschiedlichen Position der Frontscheinwerfer ganz gut erkennen.
Zitat:
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Zitat von bugatti-club-deutschland "Die Existenz eines zweiten echten "Aerolithe", gebaut nach 1935, ist definitiv nicht bewiesen." |
Nach augenblicklichem Wissensstand gibt es heute
nur einen einzigen Nachbau der Karosserie des Prototyp "Aerolithe". Das Fahrgestell, auf dem die "Aerolithe"-Karosserie nachgebaut wurde, trägt die Nr. #57 645 und wurde mit dem Motor
473 ursprünglich mal als Cabriolet im Jahre 1938 ausgeliefert.
Der originale Cabrio-Aufbau wurde dann aber im Jahre 1950 entfernt und Chassis #57 645 erhielt dann in Paris eine Karosserie-Design-Studie des Amerikaners "Brown". Allerdings wurde diese Karosserie-Studie später dann wieder entfernt.
In den `70ern verschwand auch der Motor mit Getriebe, sodaß eigentlich nur das Chassis von #57 645 übrig blieb.
Motor
473 und Getriebe wanderten in etwa zu dieser Zeit in den Atlantic No 2 von J. Holtzschuh, denn Holtzschuh sein Atlantic No 2 wurde bereits mehrere Jahrzehnte zuvor (angeblich 1955) bei einem üblen Zusammenstoß mit einem französischen Eisenbahntriebwagen - bei dem leider beide Passagiere starben - total zerstört. Da in den siebziger Jahren völlig rekonstruiert inklusive der Karosserie, wurden im Atlantic No 2 der Motor
473 nebst Getriebe eingebaut.
Danach befand sich dann die No 2 seit 1974 im Eigentum von Seydoux (Paris). Noch immer angetrieben von Motor
473, der allerdings zwischenzeitlich mit einem Kompressor bestückt wurde.
Heutiger geschätzter Wert eines echten Atlantic:
etwa (+/-) 30.000.000,- Euro
Nachbauten:
Es gibt fast unzählige Nachbauten des Typ "Atlantic". Nur sehr wenige sind wirklich nahezu perfekt sowie relativ original und entsprechend teuer. Einer der bekanntesten Hersteller dieser Nachbauten ist Erik Koux.
Der anerkannte dänische Bugatti-Spezialist Erik Koux (in Südfrankreich lebend) baute in den 90er-Jahren 5x "Atlantic"-Karosserien auf T57S-Fahrgestelle mit originaler Bugatti-Technik. Das ist zumindest die Aussage des Bugatti-Club-Deutschland. Meine Recherchen, gestützt auf persönliche Aussagen von Koux selbst, ergeben allerdings etwas anderes.
Erik Koux war - oder ist - ein sehr guter Freund von Barrie Price (GB). Mister Price war der Besitzer des echten Atlantic No 3, welcher heute Ralph Lauren gehört. Damals machte Koux unzählige Photos und Vermessungen um später einen exakten detailgetreuen Nachbau herstellen zu können.
Die Nachbauten von Erik Koux kann man grob in 3 Stufen unterteilen.
Stufe 1: (3 Stück produziert)
Die ersten Koux-Replikas sahen einfach nur so aus wie ein Atlantic und verfügten über eine simple Fieberglas-Karosserie. Die allererste Replika - für Koux selbst - wurde von einem 2.6 Liter Alfa Romeo Motor angetrieben. Sie war dunkelgün ist befindet sich heute wohl in Belgien. Die anderen beiden Fieberglasnachbauten wurden von einem 3.8 Liter Jaguar Motor angetrieben und für 2 dänische Kunden gebaut.
Stufe 2: (4 Stück produziert)
Koux baute später weitere Fieberglas-Karosserien, welche allerdings mit einem Chassis-Nachbau vom Typ 57S versehen wurden. Von den 4 gebauten besaßen 2 einen Nachbaumotor und 1 einen echten Motor; allerdings ohne den Kompressor. Über welchen Motor der vierte der 4 Nachbauten verfügte, ist mir nicht bekannt.
Ein Nachbau aus dieser Stufe 2 bekam später sogar eine Alu-Karosserie von der Firma Crailvillle aus England. Dieser Wagen ist heute im Besitz von Jay Leno.
Die Firma Crailville hat später - unabhängig von Koux - noch einen weiteren Alu-Body hergestellt für den englischen Autohändler Hooper in London.
Stufe 3: (mindestens 3 Stück produziert)
Die Nachbauten aus Stufe 3 verfügten alle über einen Aluminium-Body. Der erste Nachbau war wieder für Koux selbst und auch wieder grün. Dieser Nachbau hat ein Replika-Chassis und verfügt über diverse wirklich originale Mechanikteile.
Mindestens 2 weitere dieser Atlantic-Nachbauten mit Bugatti-Chassis und -mechanik wurden hergestellt. Davon je einer für die Schweiz und für Frankreich.
Einer dieser beiden Nachbauten mit "echtem" Chassis und Mechanik aus der Stufe 3 könnte der im Zeithaus gezeigte Atlantic in der Autostadt von Volkswagen sein. Welcher von beiden kann ich allerdings nicht genau sagen. Es ist allerdings auch möglich, dass der im Zeithaus gezeigte Atlantic aus der Stufe 3 sogar ein weiterer Koux-Nachbau ist (VW selbst spricht ja von insgesamt 4 Nachbauten), denn zur Zeit geistert bei "mobile" ein weiterer Koux-Nachbau mit Originalchassis und -mechanik durch`s Internet. Das würde zumindest die oben genannte Aussage des Bugatti-Club-Deutschland ("nur 5x gebaut) bestätigen. Allerdings natürlich nur für die Stufe 3, die Stufen 1 und 2 werden gerne mal vergessen.
Zitat:
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Zitat von vw autostadt
Lediglich 41 Stück des Bugatti S wurden in den Jahren 1936 bis 1938 gefertigt.
Wieviel Autos mit den Zusatz C (für Kompressor) gebaut wurden ist unbekannt.
Der im Zeithaus gezeigte Wagen “Atlantic”, von dem nur vier Stück hergestellt wurden, ist ein Exemplar auf dem original 57er Chassis mit original Motor, aber mit nachgebaute Karosserie aus den 90er Jahren.
Die zwei einzigen originalen Atlantic besitzen Ralph Lauren und Peter Williamson und werden selten gezeigt und nicht mehr gefahren. Von den übrigen 2 Atlantic blieben nur Teile, daher der Karosserie-Nachbau bei dem schönen und sehr seltenen Exemplar in der Autostadt.
200PS - 200km/h. Damaliger Neupreis 30.000 RM.
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Anmerkung: Die "
übrigen 2 Atlantic" sind ja eigentlich nur 1 Atlantic und ein Aérolithe (Prototyp).
Gruß
Berko